Gefühle ausdruecken

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    • Gefühle ausdruecken

      gefuehlsmonster.de/autismus/

      Koennt ihr eure Gefühle ausdruecken in dem ihr weint oder eure Wut ausdrueckt in dem ihr jemanden anschreit?
      Wie macht ihr dass?

      Wenn ihr mir sagt, dass ich schreien soll, (laut reden) packe ich es.
      Die Gefühle im Alltag ausdrücken, in dem mir Tränen komme, ich dies emotional spüre oder jemanden anbruelle, in dem ich dadurch mein Gefühl ausdrücken, geht bei mir gerade nicht.
      Befürchte, dass ich ein Gefühl erstmal spüren muss, bevor ich es ausdrücken kann.

      Wir habt ihr es mit dem Gefühle spüren und ausdrücken.

      Im Alltag ist es nicht schlecht, wenn man weint, wenn es jemand schlecht geht
      Als es mir in der Langzeitreha dreckig ging, würde mir ärztliche Hilfe vereeigert, da mir es niemand ansah.
      (Meine Theorie dieser Thematik)

      Wenn ich Grenzen setze wuerde in dem ich meine Wut ausdrücken würde, würden andere mit mir sicherlich weniger den 'Kasperl' spielen.
      Da ich gerade keine Wut spüre und sie nicht ausdrücken kann muss ich meine Grenzen mit sachlicher Stimmlage setzen.
      Mir kommt es vor, dass jemand, der die Wut spüren und ausdrücken kann, besser Grenzen setzen kann, als jemand der sachlich deine Grenzen formuliert

      Ist die Thematik auch ein Thema bei euch?
      Wie ist es bei euch?

      Herzlichen Dank
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:

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    • Quelle.
      m.grin.com/document/458193

      Zitat.
      . Liegt eine autistische Störung vor, kann ein Kind seine Gefühle nicht differenziert ausdrücken oder äußern. Normale Übergange von Ruhe zu Unruhe sind nicht ersichtlich. Zusätzlich zu diesen Mängeln im Gefühlsausdruck ist es unfähig, Gefühle seiner Mitmenschen zu verstehen und sich in sie einzufühlen. Was das veränderte Kontaktverhalten betrifft,
      Zitat ende

      Zitat
      Grundlegend und charakteristisch für alle Kinder mit einer autistischen Störung - unabhängig von Intelligenz und Alter - ist die soziale Dysfunktion5, welche sich aus drei Störungsaspekten zusammensetzt: Störung der sozialen Interaktion und nonverbalen sozialen Kommunikation, dem mangelnden Verstehen und Äußern von Gefühlen sowie einem veränderten Kontaktverhalten.
      Zitat ende

      :thumbup: :thumbup:

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    • Daniel1 wrote:

      Koennt ihr eure Gefühle ausdruecken in dem ihr weint oder eure Wut ausdrueckt in dem ihr jemanden anschreit?
      Wut kann ich überhaupt gar nicht zeigen. Manchmal, wenn ich wütend bin und merke, das kommt nicht an, überwinde ich mich richtig, um doch mal zu schreien / laut zu werden. Aber automatisch klappt das überhaupt gar nicht. Und es klingt dann auch eher gekünstelt, wenn ich es bewusst mache. Aber manchmal hilft es tatsächlich etwas...

      Trauer kann ich auch nur schlecht zeigen, aber da ist es mir meist angenehm. Sonst versuchen die Leute noch, zu trösten... :nerved:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Wut ist das einzige Gefühl, welches ich sehr deutlich ausdrücken kann. Ich schreie zwar nur sehr selten Menschen an, aber ich kann Leute eiskalt verbal in der Luft zerpflücken (einige habe ich damit schon zum heulen gebracht).
      Ich lasse mich von niemandem schlecht behandeln, da gebe ich sofort kontra.

      Angst und Trauer, behalte ich immer für mich, da kann ich auch nicht so gut unterscheiden was ich da eigentlich fühle und ich hasse es getröstet zu werden, damit kann ich knichts anfangen.

      Freude empfinde ich physisch selten, meistens ist es nur ein kurzer Moment der Begeisterung wenn ich etwas schönes in der Natur sehe oder wenn mein Mann mir etwas aus meinen Lieblingsbüchern vorliest :)
    • Ich kann auch ziemlich wütend werden, ich habe dann aber keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll. Menschen anschreien möchte ich nicht und das passiert eher wenn ich verzweifelt bin, und nicht wütend. Manchmal gehe ich dann spazieren oder bewege mich, damit das Gefühl weniger wird.

      Trauer und Angst kann ich auch nur schwer differenzieren und ich habe eh keine Tendenz dazu, mich bei anderen "auszuheulen", weshalb das kein Problem für mich ist.

      Es gab bei mir auch schon mal Schwierigkeiten, weil ich meine Gefühle nicht ausdrücken konnte, bzw. andere es nicht merken konnten.
      Und häufig kommt es so rüber, als wären die Sachen einfach nicht so schlimm für mich oder als wären sie mir gleichgültig.
    • Also Gefühle und im Verbund mit Ihnen Mimik sind für mich eine große Herausforderung.

      Zunächst erkenne ich nur selten, dass mein Gegenüber mir gegenüber gerade versucht ein Gefühl auszudrücken bzw. mit mit Gefühlen etwas sagen zu wollen.

      Mein Musterbeispiel dafür ist folgende Übungssituation, mit der meine Frau mit mir trainiert, Gefühle zumindest grob zu erkennen: Meine Frau lacht z.B. ganz doll und macht plötzlich ein Gesicht ohne jede Mimik. Ansonsten verändert sie nichts an der Situation. Z.B. die Sitcom, über die sie lacht, läuft weiterhin. Dennoch habe ich in diesem Moment überhaupt keine Ahnung, ob sie gut drauf ist oder traurig oder gleichgültig. Obwohl ich anhand ihres lauten Lachens vorher noch davon ausgegangen bin, dass sie grad glücklich ist, weil sie Spaß hat.

      Ich scheitere also meist daran ein ausgedrücktes Gefühl mit der Situation in Verbindung zu bringen und zu verstehen, was jemand damit ausdrücken möchte.

      Und so geht es mir auch, wenn ich selbst Emotionen verwende. Mir ist meist gar nicht bewusst, dass ich in dem Moment eine Emotion ausdrücke. Meine Frau sagt mir z.B. oft, dass ich sehr viel lächele und eigentlich immer gut drauf bin. Mir ist das selbst überhaupt nicht bewusst, dass ich damit Freunde ausdrücke. Ich bin kein niedergeschlagener Mensch, im Gegenteil, ich bin mit meinem Leben insgesamt zufrieden. Aber ich nehme die Welt eher in Gestalt einer subjektiven Objektivität wahr. Damit meine ich, dass ein Tag, an dem alles läuft, wie ich es mir vorstelle/ ich es geplant habe, für mich objektiv ein guter Tag ist, ich aber nie dazu gelange, ihn herausragend zu finden, weil es ja meist so läuft. Und mir geht es dann auch gut. Aber ich drücke nicht bewusst Freude darüber aus, weil ich nicht richtig verstehe, wie und warum ich das tun soll.

      Ich lächele z.B. zwar tatsächlich sehr viel, aber zumindest nicht bewusst, um Freunde auszudrücken. Ich halte ich es für sinnvoll zu lächeln, weil ich a) die Erfahrung gemacht habe, dass andere Menschen das nett finden und sich darüber freuen (also ich nehme jedenfalls an, dass sie sich freuen, denn warum sollten sie sonst lächeln?) und b) die Leute meiner Erfahrung weitaus weniger dazu neigen mich mit Fragen zu meinem Befinden zu löchern, wenn ich lächele. Denn ich hasse Fragen über mein Befinden. Nicht, weil ich denke, dass es den anderen nichts angeht, wie es mir geht. Sondern weil ich das nur sehr begrenzt ausdrücken kann und ich es sehr anstrengend finde, mein Befinden ohne Hilfe meiner Frau oder die Hilfe meiner Psychotherapeutin auszudrücken.

      Es hat sich in meiner Therapie herausgestellt, dass ich sehr freundlich, zuvorkommend und höflich bin - was auch jede Person aus meinem Umfeld bestätigt. Das sind sozusagen objektive Verhaltensweisen, weil ich da genau weiß, was freundlich/ höflich/ zuvorkommend ist. Wenn z.B. jemand weint, frage ich die Person, was los ist und reiche ihr ein Taschentuch. Aber das tue ich nicht aus bewusstem Mitleid (weil ich leide in dem Moment ja nicht, wie sollte ich also mit der anderen Person mitleiden?), sondern die Nachfrage erfolgt, weil das ja für die Person unschön ist, dass sie weint, also muss man objektiv die Situation ja bereinigen und das Taschentuch reiche ich, weil es ja nicht gerade angenehm ist, wenn man seine Klamotten durchweicht.

      Aber subjektive Verhaltensweisen wie selber Trauer oder Schmerz ausdrücken, dass gelingt mir so gut wie gar nicht. Ich verstehe nicht, wozu es gut sein soll, wenn ich andere Leute darüber informiere, dass ich Schmerzen habe oder mit einer Situation unzufrieden bin, wenn ich von vornherein weiß, dass sie an der Situation nichts ändern können oder kein Mittel gegen die Schmerzen habe. Zumal ich es als Schmerzpatient gewohnt bin, dass mir immer irgendwas wehtut und ich es daher als mehr oder weniger normal empfinde, dass ich Schmerzen habe.

      Das hat auch schon oft zu Schwierigkeiten bei Arztbesuchen geführt, bis meine Psychotherapeutin eben diesen Punkt erkannt hat und für meine Ärzte einen entsprechenden Bericht erstellt hat, der sie über diesen Umstand aufklärt. Seitdem fragen meine Ärzte zwar auch weiterhin, ob ich Schmerzen habe. Aber sie fragen viel stärker ab, ob sich zum Zeitpunkt des Arztbesuchs Veränderungen zu meinem Zustand in den Vorwochen ergeben haben und ob es sonst Umstände gibt, die in den Vorwochen anders gewesen sind, als sie es üblicherweise sind.

      Und so schließt sich der Kreis bei mir. Ich kann ohne Hilfe eigentlich nur starke Wut, sehr große Freude oder sehr starkes Unwohlsein bewusst als Ärger, Freunde oder Schmerz ausdrücken.

      Wenn ich von Hilfe spreche meine ich damit, dass ich meiner Psychotherapeutin oder meiner Frau eine Situation beschreibe und sie mir dann erklären, was das emotional für eine Situation ist.

      Damit ich nach und nach lerne Gefühle zumindest etwas besser zu verstehen oder zu erkennen, führe ich ein Therapietagebuch, das für jeden Tag abfragt, wie bestimmte wiederkehrende Alltagssituationen z.B. die Arbeit, das Essen, Zeit mit meiner Frau etc. gelaufen sind, damit ich einen Maßstab dafür entwickeln kann, welches Gefühl dahinter steht und wie stark es gewesen ist.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020