Healing autism spectrum disorder with cannabinoids

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    • @Kpax

      Danke für Deinen Erfahrungsbericht!

      Ein paar Fragen:
      • lautet die Indikation bei Dir "nur" Autismus oder hast Du auch Epilepsie?
      • Hast Du von Beginn an 500mg CBD genommen oder die Dosierung mit der Zeit gesteigert?
      Mir erscheint das als extrem viel, aber ich mag mich auch täuschen und habe mit CBD-Isolaten keine Erfahrung.

      @Avery

      Es ist auf jeden Fall schwierig, einen entsprechenden Arzt zu finden und die Preise sind als Selbstzahler, sofern es um eine tägliche Anwendung geht, sehr hoch. In Bezug auf abrupte Absetzung von Epidiolex gab es eine Studie, bei der die Teilnehmer vier Wochen lang 2x täglich 750mg nahmen und die zu folgendem Schluss kam:

      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32036242/ wrote:

      In healthy volunteers, no evidence of withdrawal syndrome was found with abrupt discontinuation of short-term treatment with CBD.
      Also auf Deutsch in etwa, dass es bei gesunden Freiwilligen keinen Hinweis auf ein Entzugssyndrom mit abrupter Unterbrechung der Kurzzeitbehandlung mit CBD gab.
    • Interessante Diskussion zu einem Thema mit dem ich mich selbst auch schon viel beschäftigt habe. Vorerst noch - das Wort "Healing" finde ich in der Überschrift des Fachartikels fehlplatziert.

      Nun zu meinen eigenen Erfahrungen mit Gras. Ich habe eine Zeit lang in Amerika gelebt, in einem Bundesstaat in dem die medizinische Verwendung von Marihuana legal ist. Ich hatte sehr gute Ergebnisse mit sogenannten Edibels, spezifisch Schokokaffeebohnen mit je 5mg (50:50 Mischung von THC und CBD). Genauere Infos zu den Pflanzen etc. weiß ich jetzt leider nicht mehr. Ich nahm bei Bedarf je eine Bohne abends zum 'Runterkommen' von dem Tagesstress, und als Einschlafhilfe. Ich wurde nur ein einziges Mal etwas high, normalerweise war ich einfach etwas entspannter und fühlte mich ganz allgemein weniger angespannt. Ich konnte auch besser mit Reizüberflutung umgehen. Ich konnte am nächsten Tag problemlos aufstehen und Autofahren.

      Ich hatte nie das Gefühl dass ich abhängig wurde/werden könnte, vor allem auch weil bei dieser geringen Dosis eben kein Rausch entstand und ich die Edibels nicht jeden Abend nahm. Ich habe auch allgemein kein Interesse an Drogen, rauche nicht und bin nicht für eine Abhängigkeit prädisponiert. Ich nahm viel lieber diese Edibels, als 1-2 alkoholische Drinks zu trinken (das mache ich in Deutschland zum Stressabbau manchmal, aber mit weniger guten Ergebnissen). Ich habe auch schon Psychopharmaka verschrieben bekommen, die ein gleiches oder sogar stärkeres Potenzial zur Abhängigkeit vorweisen. Ehrlich gesagt nehme ich lieber Edibels als Psychopharmaka, vor allem weil diese besser nur bei Bedarf eingenommen werden können. Ich nahm damals morgens Sertralin als Antidepressiva und meine Psychiaterin hatte keine großen Bedenken, auch wenn sie mir eigentlich lieber ein zweites Medikament verschrieben hätte. Aber da ich die Edibels selbst dosieren konnte (1-2 Mal nahm ich auch mal 2 Bohnen) und die Wirkung konstant war, egal wie viele Tage zwischen den Einnahmen waren, habe ich auf weitere Medikamente verzichtet.

      Als Vergleich dazu - in Deutschland versuche ich seit 2-3 Jahren, die richtigen Medikamente zu finden, um besser mit meinen Depressionen und Stress klarzukommen. Marihuana wurde mir bis jetzt von jedem Arzt verweigert, inzwischen habe ich schon 2 Medikamente mit ziemlich heftigen Nebenwirkungen probiert und schnell wieder abgesetzt. Bin momentan etwas gefrustet von der Situation...
    • @I3Bunny Vielen Dank auch Dir für Deinen Erfahrungsbericht!

      Ich bin mir nach wie vor etwas unschlüssig, wie ich das "Healing" in dem Titel des Fachartikels bewerten möchte. Leider konnte ich ihn immer noch nicht lesen. Einerseits verstehe und teile ich die Skepsis, andererseits weiß ich nicht, ob es unter "es kann nicht sein, was nicht sein darf" fällt, wenn ich diese Wortwahl kritisiere.

      In dem Bild, welches sich mir fernab dieses Artikels erschlossen hat sieht es jedenfalls so aus, dass es bei CBD und Autismus um weit mehr als nur Symptombehandlung gehen könnte.

      In einer Studie aus 2018 wurde festgestellt, dass Autisten deutlich weniger Anandamid als Nicht-Autisten haben:

      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5848550/ wrote:

      Although the underlying biological mechanisms of ASD remain poorly understood, recent preclinical research has implicated the endogenous cannabinoid (or endocannabinoid), anandamide, as a significant neuromodulator in rodent models of ASD. [...] Anandamide concentrations significantly differentiated ASD cases (N = 59) from controls (N = 53), such that children with lower anandamide concentrations were more likely to have ASD (p = 0.041). In keeping with this notion, anandamide concentrations were also significantly lower in ASD compared to control children (p = 0.034).
      Anandamid ist ein Cannabinoid, welches vom Körper selbst hergestellt wird.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Anandamid wrote:


      Anandamid [..] bindet an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems [..] Die hauptsächlich interagierenden Regionen des Gehirnes scheinen diejenigen zu sein, die mit der Wahrnehmung und Gedankenverarbeitung bzw. den Bewegungsabläufen beschäftigt sind.

      https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Anandamid wrote:

      Es handelt sich um eine körpereigene Substanz, die an zahlreichen physiologischen Funktionen beteiligt ist.
      Zuwenig Anandamid könnte - vorsichtig formuliert - zumindest einige Phänomene bei Autismus erklären.

      Nun scheint es so zu sein, dass CBD den Abbau von Anandamid verlangsamt. Oder wie Leafly es formuliert:

      https://www.leafly.de/endocannabinoidsystem-anandamid/ wrote:

      Es wird angenommen, dass CBD die Aufnahme als auch den Abbau von Anandamid hemmt, sodass die Anandamid-Konzentration insgesamt gesteigert wird. Da das Endocannabinoid Anandamid die Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert, könnte die Verabreichung von CBD die Aktivierung fördern
      Von daher möchte ich nicht ausschließen, dass ein "Healing" im Sinne von Behandlungsmethoden möglich ist, welches bei Autismus bislang kategorisch ausgeschlossen wurde. Sehr skeptisch bin ich allerdings gegenüber einem CBD-Isolat. Ich erwarte bei einem Pflanzen-Vollspektrum-Extrakt sehr viel bessere Ergebnisse.
    • Einerseits verstehe und teile ich die Skepsis, andererseits weiß ich nicht, ob es unter "es kann nicht sein, was nicht sein darf" fällt,
      Das finde ich einen berechtigten Gedanken. Dass Autismus nach jetzigem Stand als nicht heilbar gilt (meines Wissens) sollte nicht ausschließen, dass nicht irgendwann jemand vielleicht doch eine Möglichkeit finden könnte. Oder zumindest in so weit eine Heilung in dem Sinne, dass Symptome behoben/gebessert werden könnten. Bei mir wäre es vermutlich die Angst vor dem Unbekannten, weil ich mich nur so kenne wie ich schon mein Leben lang bin.
    • Dr. L84 wrote:

      Ein paar Fragen:


      lautet die Indikation bei Dir "nur" Autismus oder hast Du auch Epilepsie?

      Hast Du von Beginn an 500mg CBD genommen oder die Dosierung mit der Zeit gesteigert?
      Mir erscheint das als extrem viel, aber ich mag mich auch täuschen und habe mit CBD-Isolaten keine Erfahrung.
      @Dr. L84 Die Verordnung und Genehmigung erfolgte wg. Epilepsie (als individueller Versuch).
      Das mit dem Autismus ist nur meine persönliche Nebenbeobachtung.
      Laut Fachinformation beginnt man mit 2,5mg/kg Körpergewicht pro Tag und steigert das dann nach einer Woche auf 10mg pro kg KG.

      Ich glaube auch, dass das eine Menge ist, die man auf natürlichem Weg nicht zu sich nehmen kann.

      Ich fände etwas "natürliches" insofern angenehmer, dass man ja tatsächlich (auch bei Epilepsie) den genauen Wirkstoff, der helfen soll, nicht kennt.
      Pflanzliche Präparate/Blüten sind aber schwerer standardisierbar, in D fast gar nicht mit wenig THC erhältlich (Bedrolite hat immer noch 9:1; das entspricht wohl Charlotte's Web/US), und meine Ärzte sind deshalb überhaupt keine Fans davon.

      Ich würde mir bei dem Ganzen eine "Heilung" insofern wünschen, dass mein Hirn mich derzeit an 3 Fronten tierisch nervt (quält) (Anfälle; Schmerzen bei Spastik; Ängste bei Autismus), und ich da "einfach" mal gerne etwas Erleichterung hätte.
    • Kpax wrote:

      Pflanzliche Präparate/Blüten sind. .. in D fast gar nicht mit wenig THC erhältlich (Bedrolite hat immer noch 9:1; das entspricht wohl Charlotte's Web/US), und meine Ärzte sind deshalb überhaupt keine Fans davon.
      Vollspektrumextrakte und Blüten bis reine CBD-Lösungen sind fast Thc frei erhältlich, aber nicht verschreibungsfähig. D.h. du musst sie selbst bezahlen. Ohne Thc stellt sich die Krankenkasse quer, mit Thc die meisten Ärzte.

      "Ich verschreibe ihnen doch kein Rauschgift", sagte der Arzt und druckte das Rezept für die N3 Packung Tramadol aus. :m(:
    • Kpax wrote:

      Die Verordnung und Genehmigung erfolgte wg. Epilepsie (als individueller Versuch).
      Danke, dann erklärt sich das für mich besser. In Bezug auf Epilepsie und Epidyolex hatte ich immer von solch hohen Dosierungen gelesen.

      Ich war heute auf einen Fallbericht gestoßen, in dem es um einen 15-Jährigen Autisten (ebenfalls Epileptiker) und der Behandlung mit im Vergleich dazu extrem niedrigen Dosierungen eines Extrakts ging:

      https://jmedicalcasereports.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13256-020-02478-7 wrote:

      This case report describes the clinical presentation of a pediatric, overweight patient with ASD, epilepsy, anxiety, insomnia, and social deficits who benefited clinically with even lower doses of CBE (4 mg of CBD and 0.2 mg of THC twice a day) compared to the ones already studied [19].
      Allerdings nahm er vor der Behandlung auch andere Medikamente (und tut es heute immer noch). Dennoch gab es beachtliche Fortschritte. Seine Mutter gab vor der Behandlung auf einer Skala von 0-10 für "talkativeness" eine 0 an. Und dann das:
      He began to initiate and reciprocate conversations with acquaintances he had previously been unable to speak to (for example, doctors, community members). He became more motivated and energetic, starting his own vegetarian diet and exercise programs, ultimately losing 6.4 kg after starting CBE for a calculated BMI of 21.33 kg/m2. He was able to start his first part-time job helping customers and interacting with them. He was instructed to fill out the self-administered Adult AQ which resulted in a normal score of 10 as shown in Table 1. His mother stated he now also has a girlfriend. Recently, his mother started weaning him off CBE to go on a trip and noted an immediate change. He became more irritable and aggressive.
      Das deckt sich auch mit meiner Erfahrung, dass schon nur wenige mg CBD eine erhebliche Wirkung haben können. Daher sind 500mg für mich auch unvorstellbar. Aber vielleicht ist das auch wirklich nur der Unterschied zwischen Isolat und Vollspektrum-Extrakt.

      Kpax wrote:

      Ich fände etwas "natürliches" insofern angenehmer, dass man ja tatsächlich (auch bei Epilepsie) den genauen Wirkstoff, der helfen soll, nicht kennt.
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Bisher war ich davon ausgegangen, dass es sich bei Epidyolex um ein CBD-Isolat handelt. Irre ich mich da?

      Wenn es ein CBD-Isolat ist und gegen Epilepsie helfen soll ist ja recht klar, um welchen Wirkstoff es sich handelt? Unklar ist (mir) bloß, ob nicht auch viel weniger CBD reichen würde, wenn es sich um ein Vollspektrum-Extrakt handelte und ob es dann nicht auch noch bessere Resultate in Bezug auf Autismus gäbe.

      Die Vollspektrum-Extrakte, die es etwa als Öle zu kaufen gibt, haben extrem wenig THC bzw. müssen extrem wenig THC haben um verkauft werden zu dürfen (<0,3% wenn ich das richtig im Kopf habe), aber sie sind nicht als Medikamente klassifiziert. Starke Schwankungen in Bezug auf alle Inhaltsstoffe sind daher leider erlaubt. Ich würde daher an Deiner Stelle auch nicht dammit herumexperimentieren. Mit Epidyolex hast Du ja ein gutes und erprobtes Mittel.

      Kpax wrote:

      Ich würde mir bei dem Ganzen eine "Heilung" insofern wünschen, dass mein Hirn mich derzeit an 3 Fronten tierisch nervt (quält) (Anfälle; Schmerzen bei Spastik; Ängste bei Autismus), und ich da "einfach" mal gerne etwas Erleichterung hätte.
      Ich hoffe, dass sich das bei Dir in die Richtung entwickelt. Berichte uns gerne weiter.
    • Dr. L84 wrote:

      Es ist auf jeden Fall schwierig, einen entsprechenden Arzt zu finden und die Preise sind als Selbstzahler, sofern es um eine tägliche Anwendung geht, sehr hoch.
      In Epidyolex scheint außer CBD-Isolat nichts anderes Wirksames enthalten zu sein.
      Im Prinzip kann man also CBD-Isolat kaufen und damit CBD-Öl mit solchen Dosierungen selbst mischen.
      CBD ist in den letzten Jahren viel billiger geworden. Man bekommt inzwischen 20 Gramm CBD-Isolat für ca. 75 €, oder gleich 1 kg für 1500 €. Damit sind 500mg/Tag gar nicht mehr so unbezahlbar.
      Ich rate aber davon ab, ohne medizinsiche Indikation und Beobachtung solche Mengen von CBD zu nehmen. Es kann sich sogar im Körper ein kleiner Teil vom CBD in THC umwandeln. Nicht genug, um davon high zu werden, aber möglicherweise genug, damit Drogentests anschlagen.

      Ansonsten spüre ich von CBD eher wenig Wirkung. Ich habe aber auch nur "normale" Dosierungen von 5-10 mg probiert.
      THC sehe ich für mich persönlich eher als Droge/Genussmittel und nicht als Medikament. Eine kleine Menge (ebenfalls so 5-10 mg) macht mich etwas high und hilft sehr gut, um negative Gedankenschleifen zu durchbrechen: Alles wird deutlich besser, positiver und lustiger. Aber ich sehe das eher als Genussmittel und nicht so als Medikament, und es sollte für mich nicht zur Gewohnheit werden, jeden Abend high zu verbringen.
      Das ist aber sicher individuell verschieden. Ich denke schon, dass für einige Leute THC eine bessere Alternative zu Psychopharmaka sein kann.
    • @65536

      Danke für Deinen Hinweis und Deine Erfahrung.

      65536 wrote:

      Ansonsten spüre ich von CBD eher wenig Wirkung. Ich habe aber auch nur "normale" Dosierungen von 5-10 mg probiert.
      Als Isolat vermutlich?

      65536 wrote:

      THC sehe ich für mich persönlich eher als Droge/Genussmittel und nicht als Medikament. Eine kleine Menge (ebenfalls so 5-10 mg) macht mich etwas high und hilft sehr gut, um negative Gedankenschleifen zu durchbrechen: Alles wird deutlich besser, positiver und lustiger. Aber ich sehe das eher als Genussmittel und nicht so als Medikament, und es sollte für mich nicht zur Gewohnheit werden, jeden Abend high zu verbringen.

      Ich denke, dass der therapeutische Nutzen bei THC stark von dem Verhältnis CBD:THC abhängt (und vom Krankheitsbild natürlich sowieso). In dem sogenannten Industriehanf, der bekanntlich ja nicht high macht, ist ja auch THC enthalten, bloß im Vergleich zu CBD in einer sehr geringen Menge. Das heißt aber denke ich nicht, dass das darin enthaltene THC nicht dennoch zu einer therapeutischen Wirkung beitragen kann. Es "fehlt" bloß der berauschende Effekt.

      In den Studien bei Kindern wurde oft das Verhältnis von CBD:THC 20:1 gewählt (Vollspektrum-Extrakt). High waren die nicht. Ich bin noch etwas skeptisch, ob sich diese Erfolge mit einem CBD-Isolat wiederholen lassen.
      Warum soviele Autos.
      Warum soviele Hunde.
      Brumm, brumm, kläff, kläff, wau, wau, wau!

      The post was edited 2 times, last by Dr. L84 ().

    • 65536 wrote:

      Eine kleine Menge (ebenfalls so 5-10 mg) macht mich etwas high und hilft sehr gut, um negative Gedankenschleifen zu durchbrechen: Alles wird deutlich besser, positiver und lustiger. Aber ich sehe das eher als Genussmittel und nicht so als Medikament, und es sollte für mich nicht zur Gewohnheit werden, jeden Abend high zu verbringen.
      "Durchbrechen von negativen Gedankenschleifen" trifft es bei mir auf den Punkt. Auch die Menge entspricht etwa meiner bevorzugten Dosierung.
      Dadurch bekomme ich den Kopf wieder soweit frei, dass ich weitere Aspekte integrieren und somit verarbeiten kann.
      In Zeiten, in denen ich mit ständiger Reizüberflutung zu kämpfen hatte, war dies am Wochenende oft meine Rettung, um die vorangegangene Arbeitswoche verarbeiten zu können. Für mich ist es daher eher Medikament als Genussmittel.
      Obwohl ich die kreativitätsfördernde und entspannende Wirkung sehr schätze.

      Dr. L84 wrote:

      In den Studien bei Kindern wurde oft das Verhältnis von CBD:THC 20:1 gewählt (Vollspektrum-Extrakt). High waren die nicht.
      Bei einer Dosierung mit 100mg CBD wären das dann schon 5mg THC.
      Nach 50mg Pedanios 8/8, verdampft, ist die Wirkung des THC bei mir (ohne aufgebaute Toleranz) eindeutig vorhanden.
    • Hutmacher wrote:

      Bei einer Dosierung mit 100mg CBD wären das dann schon 5mg THC.
      Nach 50mg Pedanios 8/8, verdampft, ist die Wirkung des THC bei mir (ohne aufgebaute Toleranz) eindeutig vorhanden.
      Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber entscheidend ist m.M.n. die Ratio, CBD und THC wirken ja im Wechselspiel. CBD (in hoher Dosierung) "dämpft" den berauschenden Effekt von THC ab.
      • viel THC + wenig CBD = psychoaktiv, während
      • viel CBD + wenig THC = nicht psychoaktiv bis antipsychotisch
      Das ändert sich auch nicht durch die Menge.

      Bei Pedanos 8/8 hast Du ein Verhältnis von 1:1. Da könnte es schon wieder sein, dass durch das Wechselspiel mit CBD der Rausch verstärkt wird. Wenn Du auf diese Weise 5mg THC zu Dir nimmst ist das nicht damit vergleichbar, wenn jemand anderes 5mg THC und 100mg CBD zu sich nimmt. Die abmildernde Wirkung durch den hohen CBD-Gehalt bleibt da ja bestehen.

      Habe jetzt keine Ahnung, ob das eine seriöse Quelle ist (wahrscheinlich nicht, ist bloß der erste Treffer):

      https://docmj.com/blog/2020/03/20/the-ultimate-guide-to-understanding-thc-cbd-ratios/ wrote:

      10:1–25:1

      For those who do not want to experience any type of high but would like the benefits of the entourage effect, go for 10:1 or higher CBD to THC ratio such as an 18:1 or a 25:1
      While these don’t offer much in the way of a psychoactive high, the THC gives the CBD a little extra kick that could make it more effective than isolated CBD. For people who want to avoid getting high but have found pure CBD less effective and are looking for the entourage effect, these are great options to try.
      A good rule of thumb: the higher the CBD, the less of a high you’ll get from the THC.
    • Dr. L84 wrote:

      Als Isolat vermutlich?
      Ja, als Isolat. Vollspektrum habe ich noch nicht ausprobiert.

      Hutmacher wrote:

      Dadurch bekomme ich den Kopf wieder soweit frei, dass ich weitere Aspekte integrieren und somit verarbeiten kann.
      In Zeiten, in denen ich mit ständiger Reizüberflutung zu kämpfen hatte, war dies am Wochenende oft meine Rettung, um die vorangegangene Arbeitswoche verarbeiten zu können. Für mich ist es daher eher Medikament als Genussmittel.
      Das finde ich interessant!
      Bei mir war zugebenermaßen ursprünglich das High der Hauptgrund, warum ich mich für THC interessiert habe. Aber gerade in der Corona-Zeit mag ich die positiven psychologischen Wirkungen. Anstatt mich schon fast krankhaft über die Corona-Regeln aufzuregen und ständig Nachrichten zu lesen, lässt mich THC auch das allein daheim sein viel mehr genießen.
    • Israelische Forscher haben kürzlich (am 03.02.) die Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit Cannabis-Vollspektrum-Extrakt (CBD:THC 20:1) an 150 Autisten veröffentlicht (OpenAccess!):

      Cannabinoid treatment for autism: a proof-of-concept randomized trial

      We did not use a ‘CBD only’ arm in this initial study, as we hypothesized that the CBD-THC combination would be more efficacious because of direct effects of THC on the endocannabinoid system.
      Wie immer hat die Studie nur eine begrenzte Aussagekraft (bei "Limitations" nachzulesen). Nachdem ich darauf hingewiesen habe, zitiere ich aber gerne den positiven Aspekt:

      In this study, we have demonstrated for the first time in a placebo-controlled trial that cannabinoid treatment has the potential to decrease disruptive behaviors associated with ASD, with acceptable tolerability. [..] These data suggest that cannabinoids should be further investigated in ASD.
      Auf der "Social Responsiveness Scale" machten die Probanden mit Vollspektrumextrakt eine Verbesserung um 14.9 Punkte (versus 3.6 Punkte in der Placebogruppe).
      Warum soviele Autos.
      Warum soviele Hunde.
      Brumm, brumm, kläff, kläff, wau, wau, wau!

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    • Danke für die Info. Ich lese da:
      "Changes in Total Scores of HSQ-ASD (primary-outcome) and APSI (secondary-outcome) did not differ among groups. Disruptive behavior on the CGI-I (co-primary outcome) was either much or very much improved in 49% on whole-plant extract (n = 45) versus 21% on placebo (n = 47; p = 0.005)."
      Ersteres ist ja deprimierend - an der "Home Situation" und dem "Autism Parenting Stress" ändert sich nichts. Zweiteres ist dann einerseits umso komischer (warum beeinflusst die Verbesserung des disruptiven Verhaltens diese Skalen nicht?), andererseits auch enttäuschend, da ja knapp die Hälfte Placebo-Wirkung ist. Sofern wieder der Hawthorne-Effekt dahinter steckt, ist diese ja nicht von Dauer...

      LG

      Wilsberg
    • @Wilsberg Gute Frage.

      Eine mögliche Erklärung scheint mir in den von den Forschern eingeräumten "Limitations" zu liegen. Es wurde wohl festgestellt, dass manche Fragebögen bei "low functioning" Autisten nicht oder nur bedingt anwendbar waren. Die große Altersspanne zwischen 5-21 Jahren war da wohl auch nicht gerade ideal.
      HSQ-ASD scores did not differ significantly between participants who received cannabinoids and participants who received placebo. However, as our cohort included children and adolescents with a wide range of function levels, many participants had 4 or more items which were not applicable on the HSQ-ASD, limiting sample size on this scale
      Although it was designed as a cross-over study, preliminary analyses revealed a treatment order effect which prevented the use of data from the second treatment period and limited sample size. As this was the first clinical study in the ASD field, we included a wide range of levels of function. Unfortunately, the standardized questionnaires contained many items that were inapplicable for some low-functioning participants, resulting in numerous invalid scores and decreased statistical power on those measures.
      Das müsste man dann bei zukünftigen Studien besser machen, so der Vorschlag:
      Future studies should consider recruiting participants within narrower ranges of age and functional levels

      The post was edited 2 times, last by Dr. L84 ().

    • Kennt ihr 2-arachidonoylglycerol (2-AG)?

      Das ist wie Anandamid ein körpereigenes Cannabinoid, welches in diesem Falle aber die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert (→ Wikipedia ).

      Chinesische Forscher haben nun in einem Rattenmodell von Autismus untersucht, wie sich die Erhöhung der Konzentration von 2-AG durch Hemmung seines Abbaus auf autismusähnliches Verhalten auswirkt.

      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33529552/ wrote:


      We found that repetitive and stereotypical behaviours, hyperactivity, sociability, social preference and cognitive functioning improved after acute and chronic JZL184 treatment. The major efficacy of JZL184 was observed after administration of a dosage regimen of 3 mg kg-1, which affected both the eCB system and ASD-like behaviours. In conclusion, a reduced eCB signalling was observed in autistic children and in the ASD animal model, and boosting 2-AG could ameliorate ASD-like phenotypes in animals. Collectively, the results suggested a novel approach to ASD treatment.
    • Ich bin Konsument, und bin froh auf Cannabis zurück greifen zu können. Ich verstehe das es Menschen gibt die damals dies als Einstiegsdroge deklariert haben, einfach weil es schnell im Umlauf ist und überall zu haben ist. Und wir wissen natürlich auch darüber bescheid das es Menschen gibt mit einem psychisch labilen Zustand die Psychosen bekommen können. Aber überwiegend ist es jedoch harmlos. Ich selbst rauche regelmäßig und fühl mich ausgeglichener, auch habe ich nicht das Gefühl der Abhängigkeit. Auch Halluzinationen habe ich nie. Kokain wirkte jedoch anders bei mir, also gar nicht, nach 2 Versuchen. Darüber habe ich auch schon nachgedacht ob gewissen Substanzen anders wirken bei Menschen mit autismus.
      Kann ich eigentlich mit meiner Diagnose auf legalen weg mir ein Rezept aushändigen lassen? Wenn man schon mal beim Thema ist.