Healing autism spectrum disorder with cannabinoids

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    • Healing autism spectrum disorder with cannabinoids

      Die Kollegen aus dem Department of Science, Abteilung für Biomedizinische Wissenschaften und Technologien, Rom, Italien haben in einer Übersichtsarbeit die aktuellen Beweise diskutiert, die eine Schlüsselrolle des Endocannabinoid-Systems in dem neuroinflammatorischen Zustand unterstützen, der die Autismus-Spektrum-Störung charakterisiert, und "Hinweise zur Identifizierung neuer Biomarker bei ASD und vielversprechender Therapien für die Zukunft liefern."

      pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33358985/

      Aus dem Abstract:

      Autism spectrum disorder (ASD) is a complex neurodevelopmental disorder with a multifactorial etiology. Latest researches are raising the hypothesis of a link between the onset of the main behavioral symptoms of ASD and the chronic neuroinflammatory condition of the autistic brain; increasing evidence of this connection is shedding light on new possible players in the pathogenesis of ASD. The endocannabinoid system (ECS) has a key role in neurodevelopment as well as in normal inflammatory responses and it is not surprising that many preclinical and clinical studies account for alterations of the endocannabinoid signaling in ASD. These findings lay the foundation for a better understanding of the neurochemical mechanisms underlying ASD and for new therapeutic attempts aimed at exploiting the renowned anti-inflammatory properties of cannabinoids to treat pathologies encompassed in the autistic spectrum. This review discusses the current preclinical and clinical evidence supporting a key role of the ECS in the neuroinflammatory state that characterizes ASD, providing hints to identify new biomarkers in ASD and promising therapies for the future.
      Highlights:

      • Autism spectrum disorder has a multifactorial and complex etiology.
      • Changes in the endocannabinoid system are found in autistic patients.
      • Neuroinflammation is detected in autistic patients.
      • The endocannabinoid system has a key role in neuroinflammation.
      • Future therapies exploiting cannabinoid drugs.

      Und nein, falls ihr keinen Link findet um die Arbeit frei einsehen zu können liegt das nicht daran, dass ihr zu bekifft seid. Zumindest nicht nur. Wissen ist Macht, und da Macht nur ungern geteilt wird ist die Arbeit in bester wissenschaftlicher Tradition nur Leuten, die entweder wie ich so tun, als ob sie irgendwas mit Wissenschaft arbeiten würden oder die bereit sind, dafür zu zahlen, vorbehalten. Aber der Pöbel würde ja auch eh nichts verstehen, das hatten wir ja schon an anderer Stelle geklärt.

      In diesem Sinne freue ich mich auf einen gepflegten und elitären Diskurs 8-)

      Dr. L84
      Warum soviele Autos.
      Warum soviele Hunde.
      Brumm, brumm, kläff, kläff, wau, wau, wau!
    • Ich finde das zwar interesannt, aber wären solche folgenden Medikamente die man dann mit diesen Wirkstoffen einsetzt nicht auch abhängig machend?
      Das sind ja auch viele andere sorten von Medikamenten, aber interessieren würde mich das schon.
      Ich selbst schließe solche Medikamente für mich persönlich aus.
      Ich habe auch schon oft gesagt bekommen, das "Gras" als Einstiegsdroge gilt.
      Vermutlich hat das unterschiedliche Ursachen. Sicher spielt der Umgang eine Rolle, also die Menschen die einem das anbieten und eventuell auch andere Drogen nehmen.
      Auf der anderen Seite spielt sicher auch die Sache eine Rolle das irgendwann die Wirkung nachlässt und man höhere Dosen braucht um die gleiche gewünschte Wirkung zu erzielen, und dann greift man zu stärkeren gefährlicheren Drogen.

      Vielleicht setzt sich das aber auch anders zusammen als wenn man Gras rauchen würde, ich bin eh kein Raucher.

      Ich kenne nur jemanden der früher mal wie er sagt sowas geraucht hat, das hat bei ihm Halluzinationen ausgelöst und dann kam bei ihm die Schizophrenie richtig zum Ausbruch.
      Es hat bei ihm sehr viel verändert.
      Er ist allerdings auch kein Autist.

      Da autistische Gehirne neurologisch anders arbeiten als die von NT, ist es naheliegend das sie auch anders auf solche Drogen reagieren.
      Allerdings bin ich mir sicher das alles, auch das hier irgendwelche Nachteile mitsich bringt.
      Solange ich diese nicht abschätzen kann, bin ich eher dagegen sowas an mir auszuprobieren.
      Dazu ist meine Angst vor Abhängigkeit oder unerwünschten Nebenwirkungen einfach zu groß.
    • Karou wrote:

      meinst du Cannabis oder Allgemein?

      Ich bekomme seit Jahren Cannabis auf Rezept, bin weder abhängig noch habe ich Nebenwirkungen. Nehme nur bei Bedarf.
      Das ist es eben, ich kenne mich damit leider zu wenig aus.
      Manches dazu sieht man hier und da im Fernsehen, mal in Form als grünes merkwürdigs Moos mal als Tabletten wie ein Medikament.
      Ich bn mir ziemlich sicher das die Medikamente schon anders wirken als das Zeugs zum rauchen, aber da ich mit beiden Sachen keine Erfahrung selbst habe, sondern nur Geschichten von anderen kenne, teilweise Horrorgeschichten des eigenen Vaters zur Vorbeugung von Drogenmissbrauch und teils auch Dingen aus dem Fernsehen, weiß ich jetzt nicht wie ich das was oben beschrieben wurde zuordnen sollte.
    • Cannabis ist in meinen Augen eine der interessantesten Heilpflanzen mit einem riesigen Potential an Einsatzmöglichkeiten, welches aber leider so gut wie überhaupt nicht genutzt wird.
      Und das obwohl wir sogar ein Cannabinoidsystem im Körper haben.

      ( Da ich weder verschreibungswilligen Arzt noch Dealer habe, hab ich mich genau deshalb um die Thematik bisher gedrückt)

      Hab mal eine Info auf deutsch rausgesucht:

      leafly.de/cannabisbehandlung-autismus/

      ( Warum ist es auf einmal nicht mehr langweilig hier im Forum? Kann doch nicht nur am spannenden Thema liegen... :d )
    • Der Titel ist (was heute leider auch bei wissenschaftlichen Publikationen keineswegs unüblich ist) arg reißerisch. Das abstract ist schon deutlich zurückhaltender. "Heilung", insbesondere von Autismus im Allgemeinen und nicht nur bei bestimmten Fällen, ist nach allem was man weiß wohl ausgeschlossen, das hätten sie besser anders formuliert. Aber auch Linderung von Symptomen (wovon die andere Studie spricht) wäre ja schon schön. Widerspricht übrigens einmal mehr der Behauptung, an Autismus würde zu wenig geforscht weil... (für die bösen Pharmakonzerne uninteressant, Autisten für zu unwichtig gehalten werden, ...).

      Ist aber natürlich erstmal nur der Nachweis, dass da ganz grundsätzlich etwas gehen könnte, bis ggf. brauchbare Medikamente aus solcher Grundlagenforschung entstehen, dauert es noch etwas (nein, das geht nicht gegen den Artikel, nur gegen übertriebene Hoffnungen).
    • Danke @Koreander, @Lilith und @Melanie84 :)

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich kenne nur jemanden der früher mal wie er sagt sowas geraucht hat, das hat bei ihm Halluzinationen ausgelöst und dann kam bei ihm die Schizophrenie richtig zum Ausbruch.
      Vorweg: ich möchte hier niemanden zum Konsum von Cannabis überzeugen. Erst recht nicht von auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Cannabis.

      Um aber eine Möglichkeit zur Einordnung zu geben: lange Zeit haben sich sowohl Forscher als auch Freizeit-Konsumenten auf den Wirkstoff THC fixiert. Es galt immer als das Ziel, Cannabis mit einem möglichst hohem THC-Gehalt zu züchten. Man erkannte einen Zusammenhang zwischen THC und Rausch und heilsamer Wirkung bei bestimmten Krankheiten und auch einen Zusammenhang mit auftretenden Psychosen bei Cannabis-Konsumenten. Allerdings ist THC nur einer von sehr vielen Wirkstoffen in Cannabis. In jüngerer Forschung hat man z.B. festgestellt, dass die ebenfalls in Cannabis enthaltene Substanz CBD - ganz im Gegenteil zu THC - antipsychotisch wirkt. Es gab bereits erste kleine Studien, in denen CBD genauso gut wie herkömmliche Neuroleptika/Antipsychotika wirkte. So berichtete die sueddeutsche etwa:

      sueddeutsche wrote:

      In einer Untersuchung der Uni Köln erhielten 41 schizophrene Patienten vier Wochen CBD oder ein herkömmliches Antipsychotikum - Cannabidiol wirkte genauso gut wie Amisulprid, das mit Nebenwirkungen wie Angstzuständen oder Schlaflosigkeit einhergeht.
      Das bedeutet, dass die bisherige Annahme, dass Cannabis Psychosen auslösen würde, in der Form nicht mehr haltbar ist. Im Gegenteil: es ist sogar möglich, dass ein Psychotiker einst gute, symptomlindernde Erfahrungen mit einer Cannabis-Sorte gemacht hat, die einen im Vergleich zum THC-Anteil verhältnismäßig hohen CBD-Anteil hatte. Dann aber, als er erneut zum Dealer geht um der auftretenden Psychose entgegenzuwirken, eine ganz andere Sorte mit einem sehr hohen THC-Gehalt bekommt. In dem Fall würde die Psychose nicht wie zuvor gelindert, sondern verstärkt werden, wie Du es auch von Deinem Bekannten beschrieben hast.

      Daher unterstreiche ich ganz ausdrücklich Deine Abneigung gegen illegal erhältliches Cannabis. Mit Medizin/Forschung hat das so nichts zu tun.

      Wenn wir über Autismus und Cannabis reden, sprechen wir wohl zunächst einmal von CBD. Im Gegensatz zu THC gibt es - so attestierte es die WHO - bei CBD keinerlei Missbrauchspotential und zudem könne es auch nicht psychoaktiv/berauschend wirken.

      WHO (kurzes Q&A) wrote:

      At its November 2017 meeting, the WHO Expert Committee on Drug Dependence (ECDD) concluded that, in its pure state, cannabidiol does not appear to have abuse potential or cause harm.
      (Vollständiger Report hier: who.int/medicines/access/controlled-substances/5.2_CBD.pdf )

      Daher war es m.E. ethisch auch vertretbar, damit Studien an autistischen Kindern durchzuführen (Danke an @Melanie84 für den Link, der deutschsprachig über beide berichtet).

      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30655581/ wrote:

      Cannabis in ASD patients appears to be well tolerated, safe and effective option to relieve symptoms associated with ASD.
      Oder eben zu deutsch:

      https://www.leafly.de/cannabisbehandlung-autismus/ wrote:

      Die Cannabisbehandlung bei ASD-Patienten scheint eine gut verträgliche, sichere und scheinbar wirksame Option zur Linderung der Symptome zu sein, so die Forscher.
      ("Cannabis" meint in diesem Kontext 30% CBD und 1.5% THC, eine solche Sorte wird man auf dem Schwarzmarkt niemals finden)

      Natürlich muss es noch mehr Forschung geben, aber bislang sind die Ergebnisse viel zu gut, um es in die Drogenschmuddelecke zu schieben.

      Nun bin ich natürlich gespannt, welche Sorte (wieviel % CBD und THC) @Karou bekommt?

      Dr. L.

      The post was edited 3 times, last by Dr. L84 ().

    • @Dr. L84

      Danke für die Aufklärung, vermutlich hätte ich selbst ewig gebraucht um mir das selbst rauszusuchen und dann so klar und strukturiert zu überblicken, aber das hat mir sehr geholfen da etwas mehr den Durchblick zu haben.
      Ich habe sogar schonmal was von THC und CBD gehört aber wohl nicht verstanden worum es da genau ging.
      Das was du erklärt hast mit dem möglichen Dealer und das die Dinge die der den ich kenne da unterschiedlich bekommen hat macht Sinn, vermutlich wissen nichtmal die Dealer was sie da eigentlich verkaufen.
      Ich habe mich dem Mann gegenüber der das genommen hat auch nicht weiter dazu geäußert.
      Ich war nur erstaunt das es eine Person so komplett verändern kann, sofern sie zu Schizophrenie neigt.
      Ich finde es auch interesannt das eine Pflanze zwei gegenteilige Wirkstoffe enthält, wo der eine psychosenfördernd wirkt und der andere dem entgegenwirkt.

      Ich bin jedenfalls gespannt ob irgendwann wirklich ein Medikament auf den Markt kommt was sich dann als "Anti-autismus-pille" schimpft um es mal so banal zu sagen XD
      Und welche Autismus-symptome sie dann abmildern kann.
    • So ein Heilversprechen ist generell unseriös. Es gab schon viele Autisten, die mit Cannabis und anderen Drogen experimentiert haben, die welche der oben genannten Stoffe enthalten, und es kann unter Umständen offener und lockerer und gesprächiger und weniger angespannt, weniger depressiv und weniger ängstlich machen aber es ändert doch nichts am Autismus als solchem! (Undn nein, soll jetzt keine einseitige Darstellung sein, natürlich kann es genau so Nachteile von der Einnahme geben...)

      Mag sein, dass bestimmte Stoffe irgendwas im Gehirn bewirken aber solche Artikel zu veröffentlichen mit solchen falschen Versprechen mit reißerischem Titel führt nur dazu, dass noch mehr Autisten in den Drogensumpf geraten! Die Forscher sollten lieber im Stillen weiterforschen und sich melden, wenn bzw. falls sie irgendwas Marktreifes haben oder was Handfestes. Sonst würden die Leute ja doch nur an Dealer geraten denn Cannabis auf Rezept nur weil du Autist bist kannst du vergessen!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      So ein Heilversprechen ist generell unseriös. Es gab schon viele Autisten, die mit Cannabis und anderen Drogen experimentiert haben, die welche der oben genannten Stoffe enthalten, und es kann unter Umständen offener und lockerer und gesprächiger und weniger angespannt, weniger depressiv und weniger ängstlich machen aber es ändert doch nichts am Autismus als solchem! (Undn nein, soll jetzt keine einseitige Darstellung sein, natürlich kann es genau so Nachteile von der Einnahme geben...)

      Mag sein, dass bestimmte Stoffe irgendwas im Gehirn bewirken aber solche Artikel zu veröffentlichen mit solchen falschen Versprechen mit reißerischem Titel führt nur dazu, dass noch mehr Autisten in den Drogensumpf geraten!
      Na ja, Drogensumpf ... . Es gibt halt Leute, die bevorzugen Naturprodukte gegenüber Synthetika. Ist imho eine Glaubenssache. Ich persönlich glaube daran, dass synthetische Mittel präziser sind als natürliche, aber wie gesagt, Glaubenssache. Wahrscheinlich könnte ich mein Mirtazapin ohne Probleme durch CBD substituieren (oder mein Pregabalin durch Alkohol, aber das wäre nicht gesellschaftlich adäquat, und der Vollständigkeit halber Venlafaxin durch mikrodosiertes LSD (?)). Selber Wirkmechanismus; Linderung gegenüber der zu intensiven Welt.
    • Lex wrote:

      So ein Heilversprechen ist generell unseriös. Es gab schon viele Autisten, die mit Cannabis und anderen Drogen experimentiert haben, die welche der oben genannten Stoffe enthalten, und es kann unter Umständen offener und lockerer und gesprächiger und weniger angespannt, weniger depressiv und weniger ängstlich machen aber es ändert doch nichts am Autismus als solchem!
      Ich finde den Begriff "healing" auch etwas daneben. Die Wirkung ist schließlich nicht dauerhaft.
      Mir hilft THC, während der Wirkung Reize differenzierter wahrzunehmen, das überwältigende Chaos wird dadurch etwas sortiert.
      Im Overload sorgt es bei mir ebenfalls für Ordnung, kann ich die vergangenen Situationen abends dann besser verarbeiten und dadurch dann leichter zur Ruhe kommen.
      Auch in längeren fordernden Phasen hat es mir dann, jeweils am Freitag Abend eingenommen, dabei geholfen die vergangene Woche zu sortieren. Für mich ein unschätzbarer Nutzen, den ich durch Besuche beim Therapeuten so nicht habe. Dafür fehlt dort einfach die Zeit und die Intervalle sind zu lang.

      Mit chemischen Substanzen funktionierte dies bisher nicht, oder ich habe noch keine gefunden. Davon kann ich dann höchstens schlafen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.
      Dauerhaft könnte vielleicht eine therapeutische Begleitung wirken, welche sich die veränderten Zustände zunutze macht. Davon sind wir in DE aber noch sehr weit entfernt...

      Mit CBD reichen Sorten (Verhältnis CBD/ THC gegen 1:1) habe ich wenig Alltagserfahrung. Sicher kann ich aber sagen, dass CBD und THC nicht die einzig wirksamen Bestandteile der Blüte sind.
      So hat die Genetik einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sie sedierend, oder anregend wirkt.
      @Dr. L84 Einige Sorten haben die Eigenschaften Paranoia zu fördern, andere wiederum sind dagegen angstlösend. Trotz niedrigem CBD Gehalt in den verglichenen Sorten!
      Die Schmerzlinderung unterscheidet sich auch von Kreuzung zu Kreuzung.
      Es gibt eben nicht das Cannabis.
      Es erfordert mindestens die Unterscheidung zwischen Cannabis Sativa und Cannabis Indica. (Welche in der Reinform vermutlich nicht mehr zu finden ist)
      Diese und ihre Kreuzungen unterscheiden sich nicht nur in den äußeren Eigenschaften, sondern auch in der Zusammensetzung der Cannabinoide und Terpene und somit der Wirkung.

      Wenn von THC und CBD gesprochen wird, aber die Blüte selbst und nicht die reinen Substanzen angewendet werden, dann ist die Aussagekraft für mich schon wieder fraglich.
      Es müsste dann für Vergleiche zumindest wieder die Zuchtlinie genannt sein.
      Das ist für mich ein extrem spannendes Thema, ich kenne keine Pflanze mit so vielseitiger Wirkung. (Welche sich sogar durch die Art der Aufnahme und Zubereitung unterscheidet).

      In anderen Ländern ist Forschung im Gegensatz zu DE wieder möglich und wird dort auch betrieben.
      Nachdem das vorhandene Wissen im letzten Jahrhundert durch Prohibition und Verbote weitestgehend verloren ging, ist es langsam an der Zeit dies auch hier wieder zu ändern.


      Lars77 wrote:

      ...Ich persönlich glaube daran, dass synthetische Mittel präziser sind als natürliche, aber wie gesagt, Glaubenssache...


      Wahrscheinlich könnte ich mein Mirtazapin ohne Probleme durch CBD substituieren...
      Dass Synthetische Mittel eine spezifischere Wirkung haben, sehe ich auch so.
      Leider sind es die teils starken Nebenwirkungen, welche mir die Medikation damit versauen.
      Von Mirtazapin bin ich 20h später noch immer extrem "verblasen", Arbeiten und konzentrieren ist mit dieser Substanz für mich unmöglich.
      Ein Freund musste die Medikation wegen starker Wassereinlagerung und andauernder Sedierung abbrechen.

      Mit CBD kann ich es in keinster Weise vergleichen. Da habe ich bei weit über 20mg am Abend eingenommen dann "nur" extrem intensive Träume und schlafe schlecht.
      Bei etwa 20mg beruhigt es mich und ich schlafe gut. Am nächsten Morgen bin ich dann top fit und ohne negative Nachwirkungen.

      The post was edited 1 time, last by Hutmacher ().

    • Lars77 wrote:

      Na ja, Drogensumpf ... . Es gibt halt Leute, die bevorzugen Naturprodukte gegenüber Synthetika. Ist imho eine Glaubenssache. Ich persönlich glaube daran, dass synthetische Mittel präziser sind als natürliche, aber wie gesagt, Glaubenssache. Wahrscheinlich könnte ich mein Mirtazapin ohne Probleme durch CBD substituieren (oder mein Pregabalin durch Alkohol, aber das wäre nicht gesellschaftlich adäquat, und der Vollständigkeit halber Venlafaxin durch mikrodosiertes LSD (?)). Selber Wirkmechanismus; Linderung gegenüber der zu intensiven Welt.
      Es geht schlicht um die Sorge, dass es halt wirklich Autisten geben mag, die nur "healing" und "canaboide" lesen und sich sogleich an den Straßendealer ihres Vertrauens wenden und letztlich drogensüchtig werden. Dass es auch andere Zugangsmöglichkeiten und Vorgehensweisen gibt ist mir bewusst. Ich habe nur meine Besorgnis geäußert was das alles auslösen kann. Zum Vergleich bedenke man, was für eine Welle es ausgelöst hat, als eine "Influencerin" zum Spaß behauptet hat Klopapier würde knapp werden Gerüchten zufolge. Von früheren Behauptungen in Bezug auf Autismus und deren negativen Folgen ganz zu schweigen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich spreche davon, Teil einer Subszene zu werden, also Teil der Straßenbevölkerung quasi (eventuell mündend in Obdachlosigkeit) und auch davon, sich zusammen mit den "guten" Stoffen diversen gefährlichen Mist zuzuführen wegen der gewollten Verunreinigungen und sich zu verschulden und / oder in eine tiefe Abhängigkeit zu geraten und an Entzugserscheinungen zu leiden usw.

      Das alles ist in der Form nicht gegeben, wenn man seine Medikamente von einem Arzt bekommt und der die richtige Dosis und etwaige Nebenwirkungen sorgfältig überwacht.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • @Karou und @RegenbogenWusli : Danke für eure Rückmeldungen!

      Lex wrote:

      Cannabis auf Rezept nur weil du Autist bist kannst du vergessen!
      Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Du kannst Cannabis "weil egal was" verschrieben bekommen. Die Hürden sind zwar weiterhin hoch, aber sie bestehen seit 2017 nicht mehr darin, bestimmte Krankheiten haben zu müssen.
      Sie bestehen seither nur noch eher z.B. darin, einen Arzt zu finden der "open-minded" genug ist und auch Lust daran hat, Statusberichte für Forschungszwecke zu schreiben (wobei Letzteres glaube ich gar nicht mal nötig ist, wenn man Selbstzahler ist - vielleicht kann @Karou ja noch was dazu sagen). Aber: es gibt solche Ärzte, und wenn Du in die Leafly-Patientenumfrage 2019 hineinschaust siehst Du auch in dem Tortendiagramm, dass einigen Patienten Cannabis aufgrund der Indikation "Autismus" verschrieben wurde: leafly.de/zwei-jahre-cannabisgesetz-leafly/

      Wenn wir ins Ausland blicken, ist "Autismus" sogar ausdrücklich eine medizinische Indikation. In 2019 machte Colorado wohl nicht zuletzt wegen der vielversprechenden Studien in Bezug auf Autismus den Weg dafür frei:

      https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Medizinisches-Marihuana-Colorado-erlaubt-Cannabis-als-Hilfe-bei-Autismus wrote:

      Um Anspruch auf eine Verschreibung zu haben, muss eine „Autismusspektrumsstörung von einem Hausarzt mit Erfahrung auf dem Gebiet der Autismusspektrumsstörung oder einem lizensierten psychiatrischen Dienstleister diagnostiziert werden“, heißt es in dem Gesetz.
      Ich denke daher nicht, dass Forscher erst berichten sollten, wenn ein fertiges Produkt auf dem Markt wäre. Es ist längst in deutschen Apotheken erhältlich. Ich bin aber voll und ganz bei Dir wenn Du davor warnst, sich auf dem Schwarzmarkt zu bedienen.

      Ob das "healing" im Studientitel zu plakativ ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich den Inhalt nicht kenne. Allerdings würde ich das Potential von Cannabis in Bezug auf Autismus auch nicht unterschätzen wollen. Im August wurde eine Studie veröffentlicht, bei der nach dauerhafter Verabreichung von CBD an Mäusen epigenetische Veränderungen in den Bereichen festgestellt wurden, die mit Autismus assoziiert werden: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32579259/ Möglicherweise handelt es sich beim Andocken von CBD an das Endocannabinoid-System bei Autisten also wirklich um eine tiefgreifende Veränderung.

      Hutmacher wrote:

      @Dr. L84 Einige Sorten haben die Eigenschaften Paranoia zu fördern, andere wiederum sind dagegen angstlösend. Trotz niedrigem CBD Gehalt in den verglichenen Sorten!

      Ich denke auch, dass man sich nicht nur auf CBD und THC fixieren sollte. Wie Du bereits sagst, gibt es Synergieeffekte zwischen verschiedenen Terpene-Profilen und CBD. Ich kann mir etwa gut vorstellen, dass rein isoliertes CBD gar nicht angstlösend ist, sondern das erst im Zusammenspiel mit anderen Terpenen geschieht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass bestimmte Sorten mit einem außerordentlich hohen THC-Gehalt je nach Terpene-Profil nicht zwingend "aufregend" sein müssen. In diesem Kontext muss ich Dir in der notwendigen Unterscheidung zwischen Indica und Sativa aber auch widersprechen: sie mag unter Züchtern in Bezug auf Eigenschaften wie Wachstum eine Rolle spielen, aber in Bezug auf Wirkung scheint eine solche Unterscheidung in der Forschung nicht haltbar.

      Siehe dazu z.B. diesen Artikel:

      Sativa vs. Indica: Was sagen Experten? wrote:

      Diese Überzeugung, dass hauptsächlich Sativa und Indica sowie Cannabis Ruderalis unterschiedliche Wirkungen haben, ist tief in der Cannabiskultur verwurzelt. Die von Cannabisforschern gesammelten Daten deuten jedoch darauf hin, dass diese Unterschiede nicht so aussagekräftig sind, wie eigentlich gedacht.Mit anderen Worten, es gibt kaum Anhaltspunkte dafür, dass Indica und Sativa ein konsistentes Muster chemischer Profile aufweisen und sedierend bzw. erhebend wirken.
      [..]
      Ethan Russo, Neurologe und Cannabisforscher, erklärte in einem aktuellen Interview, dass die botanischen Eigenschaften nichts über das Wirkungsspektrum aussagen.
      [..]
      Der Chemiker Jeffrey Raber, der das erste unabhängige Testlabor zur kommerziellen Analyse von Cannabisterpenen gegründet hat, stimmte zu und erklärte, dass es keine sachliche oder wissenschaftliche Grundlage für diese Unterschiede gebe. Man solle damit aufhören, die Cannabis Sorten so zu unterscheiden.
      [..]
      Neben Raber hat sich auch die Dalhousie University in Kanada mit der Genetik von Cannabispflanzen beschäftigt. Die Forscher untersuchten 83 Züchtungen von kanadischen lizensierten Cannabisproduzenten. Es war den Forschern dabei nicht möglich, ein einheitliches Muster zu finden, um die Einteilung in Sativa und Indica vorzunehmen.

      Nichtsdestotrotz scheint mir der aktuelle Forschungsstand in etwa zu lauten: THC=psychoaktiv, CBD=antipsychotisch und entzündungshemmend. Also auch wenn das alles vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist und anderen Stoffen auch eine bedeutende Rolle zuteil wird glaube ich, dass die Studienergebnisse deutlich anders ausgesehen hätten wenn man den Kindern eine Lösung mit 30% THC und 5% CBD gegeben hätte ;)

      The post was edited 3 times, last by Dr. L84 ().

    • Dr. L84 wrote:



      Sie bestehen seither nur noch eher z.B. darin, einen Arzt zu finden der "open-minded" genug ist und auch Lust daran hat, Statusberichte für Forschungszwecke zu schreiben (wobei Letzteres glaube ich gar nicht mal nötig ist, wenn man Selbstzahler ist - vielleicht kann @Karou ja noch was dazu sagen).
      genau, man muss erstmal einen Arzt finden, der dazu bereit ist. Ich habe einen super Neurologen, auch meine Krankenkasse hat mich dahingehend unterstützt und übernimmt die Kosten zu 100 %, also ich bin kein Selbstzahler. Wichtig für die KK war nur die Begründung, dass man austherapiert ist und alle anderen Medikamente nicht die gewünschte Wirkung zeigten.
    • Dr. L84 wrote:

      Nichtsdestotrotz scheint mir der aktuelle Forschungsstand in etwa zu lauten: THC=psychoaktiv, CBD=antipsychotisch und entzündungshemmend. Also auch wenn das alles vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist und anderen Stoffen auch eine bedeutende Rolle zuteil wird glaube ich, dass die Studienergebnisse deutlich anders ausgesehen hätten wenn man den Kindern eine Lösung mit 30% THC und 5% CBD gegeben hätte
      Definitiv! Der hohe psychoaktive Anteil macht die Dosierung durch die individuelle vom Patienten abhängige Verträglichkeit extrem schwierig. Ohne Erfahrung des Arztes und entsprechende Feinfühligkeit des Patienten kann das auch schnell nach hinten los gehen (RW). Dazu noch ein in der Entwicklung befindlicher Mensch, das ist keine gute Grundlage für eine Studie.


      https://www.leafly.de/sativa-vs-indica-was-sagen-experten/ wrote:

      Die Forscher untersuchten 83 Züchtungen von kanadischen lizensierten Cannabisproduzenten. Es war den Forschern dabei nicht möglich, ein einheitliches Muster zu finden, um die Einteilung in Sativa und Indica vorzunehmen. Hierüber haben wir bereits in unserem oben genannten Artikel Anfang 2018 berichtet.In den Studienergebnissen heißt es, dass die Cannabisproduzenten bei den einzelnen Cannabissorten den Sativa- und Indica-Anteil angeben. Dies sei aber nicht präzise, denn eine Sorte können man nicht am Namen oder der Herkunft bestimmen. Zukünftig bräuchte man ein zuverlässigeres Klassifizierungssystem.
      Dass die Unterschiede zwischen Indica und Sativa, wie in dem Artikel genannt, nicht konsistent und zur Unterscheidung ungeeignet sind, da stimme ich ebenfalls voll zu.
      Denn die verschiedenen Züchtungen lassen sich anhand des Wuchses nicht (mehr) in eine Gruppe mit spezifischer Wirkung einordnen. Es sind weitestgehend Hybriden mit komplett anderer Wirkstoffverteilung.
      Nichtsdestotrotz haben reine Sativa Sorten eine sich von reinen Indica unterscheidende Wirkung. Eine Thai ist typisch Sativa, hingegen Afghan Kush erkennbar Indica - in Wuchs und auch Wirkung.

      https://www.leafly.de/sativa-vs-indica-was-sagen-experten/ wrote:

      Wenn der THC-Gehalt zu hoch ist und sich unangenehme Nebenwirkungen bemerkbar machen wie zum Beispiel Angst, kann eine Sorte mit einem höheren CBD-Gehalt die Alternative sein.
      Eine Aussage wie diese z.B. sehe als ich etwas einseitig (auch wenn sie teilweise stimmt), denn Sorten mit annähernd gleichem THC- und vernachlässigbarem CBD-Gehalt können ebenfalls genau diese Unterschiede aufweisen.
      Dazu kommen noch Unterschiede in der Dosierung, Art der Zubereitung (thermisch) und auch Aufnahmeform. Es handelt sich eben nicht um einen spezifischen Wirkstoff, sondern dem Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe. Wenn beispielsweise nur der THC-Gehalt zu hoch wäre, würde eine niedrigere Dosierung eine niedrigere THC-Aufnahme und somit die Lösung bedeuten.

      Karou wrote:

      Wichtig für die KK war nur die Begründung, dass man austherapiert ist und alle anderen Medikamente nicht die gewünschte Wirkung zeigten.
      Bei Schmerzen ist der Punkt "austherapiert" bis zur Kostenübernahme schon ein langer weg.
      Bei für Mediziner diffusen und nicht greifbaren Problemen wie Reizempfindlichkeit und dadurch gesteigerten Problemen das erfahrene zu integrieren, scheint es mir bisher als fast unmöglich.
      Ohne definierte Diagnose kein Therapieplan, also auch kein Austherapieren. Davon abgesehen, dass es für meine Probleme weder eine Diagnose, noch eine Therapie zu geben scheint.
      Mein letzter Stand vor Corona: "Bei ihrem Störungsbild - besorgen sie sich eine AS-Diagnose, dann können wir entscheiden, ob wir eine Therapie mit ihnen beginnen".
      Die nächste für mich zuständige Diagnostikstelle ist 500km entfernt mit Wartezeiten >1 Jahr.
      Im Umkreis von 90km um meinem Wohnort gibt es keinen Psychologen mit AS-Referenzen. Dazu bezweifle ich, dass jemand meine lebenslangen Probleme wegtherapieren kann.
      Opipramol als ausreichend dämpfendes Durch- und Einschlafmedikament mit trotzdem kurzer Wirkdauer und fehlendem Durchhänger am nächsten Tag (zur Medikation im Notfall) ist bisher meine einzige abrechenbare Hilfe.
      Ohne mein persönliches Interesse an Substanzen hätte ich nicht einmal dies.
      Bei Cannabis bleibt mir bisher nur der Weg über das Privatrezept. Bei Preisen von fast 30€ pro Gramm und in der Vergangenheit extrem schlechter Sortenverfügbarkeit ist dies leider keine Alternative.
      Meine einzige alternative Lösung war bisher ein genereller Verzicht auf alles was viele Menschen anzieht, um mich deren Chaos zu entziehen.
      Alkohol, Opiate und andere dämpfende Substanzen funktionieren zwar teilweise auch, um die Situation irgendwie durchzustehen, die Nebenwirkungen bei entsprechend notwendiger Dosierung sind es aber nicht wert.
      In der aktuellen Situation ist dies weniger ein Problem - ich habe jemanden der für mich einkauft, Geschäftsreisen sind abgesagt, Konzerte und Festivals gibt es keine.
      Für mich schlechte, bzw. zu viel Reize kann ich weitestgehend von mir fern halten. Isolation ist mein Mittel der Wahl. Solange es keine Gesellschaft gibt, kann ich auch nicht daran teilhaben (können, oder müssen).
      Danach möchte ich aber wieder einmal ein Konzert, oder Festival besuchen und sollte dazu ein aktuelles Rezept mit mir führen können um in etwaigen Kontrollen auf der sicheren Seite zu sein.
      Unter den jeweils aktuell verfügbaren Sorten die passende auszuwählen, ist leider auch keine Sache von wenigen Tagen oder Wochen.
      Das erfordert einige Versuchsreihen mit jeweils unterschiedlichen Dosierungen und entsprechendem Umfeld. Die üblichen Kiffer begnügen sich damit "etwas" zu Rauchen zu haben. "Scheiß egal, es knallt doch".
      Das hilft mir aber nicht weiter, ich kann in diesen in Situationen "zugedröhnt" nichts anfangen. Das ist kontraproduktiv und kann meine sozialen Probleme im Gegenteil sogar noch verstärken.