Sind Depressionen bei Autisten "normal "?

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    • Sind Depressionen bei Autisten "normal "?

      Hallo ihr Lieben,
      Ich habe lange nicht geschrieben. Wünsche allen ein gutes neues Jahr!
      Silvester war furchtbar, der Lärm der gestörte Rhythmus des Tages, zu wenig Schlaf. Ich hatte mich gerade von den Feiertagen erholt da kam gestern ein Meltdown der sich gewaschen hat. Ich bin mal wieder orientierungslos und deprimiert.
      Wem geht es ähnlich?
      Denkt ihr ausserdem dass Depressionen für Autisten " normal " sind?
      Ich verstehe ja den Mechanismus : Überforderung erzeugt Erschöpfung erzeugt Depressionen.
      Was sagt ihr dazu?
      Liebe Grüße
    • Nein, ich halte Depressionen nie für einen Normalzustand.
      Bei mir zeigen solche Gefühle, dass bei mir A) in der häufigsten Variante körperlich etwas schief läuft (z.B. zu niedriger Vitamin D Spiegel, Ernährungsprobleme usw.) oder B) an Umfeld oder Tätigkeiten etwas nicht stimmt. Wenn ich die Ursache finden und korrigieren kann geht es mir nach einigen Monaten bis Wochen etwas besser.
      Das Autisten mit A oder B Probleme haben mag sehr häufig vorkommen, aber mit der richtigen ärztlichen und therapeutischen Begleitung sind sie lösbar. Auch wenn das natürlich chronisch werden kann die Depression und dann zieht sich das oft sehr lange. Dennoch ist es dabei hilfreich körperliche und Faktoren aus dem Umfeld dauerhaft zu überwachen und ggf mitzubearbeiten.

      Ich sehe z.B. bei meinem Partner, der schon seit Jahren depressive Problematiken hat, dass diese beiden Faktoren einen großen Einfluss nehmen. Er nimmt auch 5-HTP inzwischen und es hilft ihm. (Es könnte sein das bei ihm die gestörte Bildung von 5-HTP durch die lange nicht erkannte Zöliakie mitverantwortlich für die Probleme war. Also einen Mangel an Serotonin hervorgerufen hat.)
    • Keine Ahnung wie das bei anderen ist, aber für mich sind meine depressiven Phasen normal. Selbst bei der SCL (Symptom-Checkliste) von Derogatis wurde bei der psychologischn Untersuchung für meine Berufsfähigkeit eine Depressivität festgestellt, ohne das ich meine depressiven Phasen explizit erwähnt habe. Naja ich habe sowieso Schwierigkeiten einzuschätzen was man so bei einem Gutachten von privaten erzählt und was nicht. Deswegen steht das da wahrscheinlich auch drin. Hab wahrscheinlich bisschen zuviel erzählt, was auch ein Grund ist warum ich mich diskriminiert finde. Ein normaler Mensch kommt für das Recht auf Arbeit nicht in die Situation seine privaten Gefühle offenbaren zu müssen. Das macht auch wieder depressiv. (und wütend) Naja und mein Innenleben (RW) lässt wohl auch ohne Erwähnung von depressiven Phasen so eine Diagnose zu.
      Ich denke aber auch, dass die Depressivität eine folgende meiner Lebensumstände ist. Wenn ich nicht um jeden Scheiß kämpfen müsste und mich andere so akzeptieren würden wie ich bin, schließlich wird das andersrum ja auch erwartet, nur meine Defizite interessieren da meist nicht, dann hätte ich weit weniger depressive Phasen. Am Autismus direkt würde ich das nicht festmachen. Ich bin mit meiner Art zu Denken, Fühlen und Handeln sehr zufrieden.

      Dir wünsche ich trotzdem auch einen guten Start ins neue Jahr und hoffe das es dir wieder besser geht wenn du weniger Stress und Reizen ausgesetzt bist. So ein mentaler Erschöpfungszustand kann auch einen depressiven Schub begünstigen. Bei mir kommt nach einem Hoch (Overpacing) oft ein Tief. Gerade was soziale Situationen angeht, da falle ich schnell in ein Loch. Nach einer schönen sozialen Situation folgt dann meist lange Zeit nichts. NTs haben diese Schwankungen nicht, da sie ja ständig von sozialer zu sozialer Situation stolpern. (RW) Die haben so einen Ausschlag der Hoch-Tief-Sinuskurve nicht. Mal bildlich gesprochen. Das ist ja eigentlich auch nicht direkt mit Autismus begründet, denn jemand im ASS der gut integriert ist, bzw. überhaupt keinen Wert auf solche sozialen Situationen legt, hat damit weniger Probleme.

      The post was edited 2 times, last by platzhalter ().

    • zum Thema 5-HTP verlinke ich hier Mal einen Artikel der eine kurze Einführung in das Thema gibt: zentrum-der-gesundheit.de/arti…g-und-dosierung-von-5-htp
      Und diesen hier auch: vitaminexpress.org/de/5-htp

      Sind vielleicht nicht die besten bzw wissenschaftlichsten Artikel, dafür aber leicht verständlich.

      Bevor man das nimmt würde ich empfehlen es mit einem Arzt abzusprechen, da man es auch mit vielen Antidepressiva nicht gleichzeitig nehmen darf. Es kann aber wenn Antidepressiva keine Option sind oder nicht den gewünschten Erfolg Bringen oder zu viele Nebenwirkungen haben eine hilfreiche Alternative sein. (Grade bei Magen-Darm Problemen.)
    • Wenn man schon länger Probleme mit Depressionen hat finde ich es grundsätzlich schwierig zu unterscheiden wo welches Symptom herkommt. Ich habe zum Beispiel schon immer ziemlich wenig Energie was im Alltag eines meiner Hauptprobleme ist aber das kann wie du schon sagst auch von sozialer oder anderweitiger Erschöpfung kommen.

      Außerdem finde ich es schwierig direkte Freude zu erleben, weil ich eher in meinen Gedanken lebe und die meisten direkten Erfahrungen als ziemlich flüchtig empfinde. Ich weiß dass ich mich gerade freue aber es gibt mir emotional nicht viel Befriedigung und der naheliegendste Gedanke ist dass dieser Moment bald wieder vorbei ist und ich ihn nicht einmal während er anhält genießen kann. Anhedonie ist zwar eines der grundlegenden Symptome von Depressionen aber vom Gefühl her schiebe ich das eher auf meine verkopfte, eher passive Art, die ich definitiv schon lange vor diagnostizierter Depression hatte und generell bei Autisten für recht verbreitet halte (auch wenn ich persönlich keine anderen kenne) und etwas küchenpsychologisch auch darauf dass ich mir sehr früh das direkte Zusammenspiel von Emotion und emotionaler Äußerung abgewöhnt habe da die Art wie und Situationen in denen ich starke Emotionen geäußert habe meist als unangemessen empfunden wurden oder zu stark darauf reagiert wurde und ich dies vermeiden wollte. Ich glaube dass ich mir dadurch langfristig nicht nur den direkten Zusammenhang zwischen Emotion und emotionaler Äußerung sondern überhaupt den direkten Bezug zu meinen Emotionen etwas kaputt gemacht habe da ich mir lange Zeit nicht erlaubt habe irgendetwas zu fühlen ohne es durch den "was gilt als normal"-Filter zu jagen. Wie gesagt etwas küchenpsychologisch aber ich sehe meine langanhaltende Anhedonie eher als natürlich Konsequenz des Umgangs mit dem Umfeld als erst sehr spät diagnostizierter Autist der in der Lage ist sich zumindest durch Passivität anzupassen denn als reines Symptom einer depressiven Störung. Mich würde aber auch mal interessieren ob es anderen ähnlich geht da ich mir nicht vorstellen kann dass ich der einzige bin der als Kind auf die Idee kam um Ärger zu vermeiden einfach sämtliche emotionalen Reaktionen zu unterdrücken.

      Ich möchte nichts gegen den Nutzen von Antidepressiva sagen aber den Verdacht dass einige der typischen depressiven Symptome eher vom Autismus und dessen Konsequenzen kommen habe ich neben der Tatsache dass diese Symptome schon vor diagnostizierter Depression bestanden auch dadurch dass ich seit über 10 Jahren Antidepressiva nehme und die beiden oben beschriebenen Probleme trotzdem immer vorhanden waren, wenn auch in schwankender und situationsabhängiger Intensität. Die paar Male als ich auf die Idee kam ohne besser dran zu sein war das Ergebnis aber eine wesentlich instabilere innere Emotionalität und statt einem schwachen Antrieb absolut null Antrieb und konstantes Schlafbedürfnis egal wieviel ich schlafe. Die Tabletten haben also ziemlich sicher zumindest einen stabilisierenden Nutzen man darf halt nur nicht erwarten dass Symptome dadurch verschwinden insbesondere wenn sie schon sehr lange vorhanden sind generell mehr Teil der eigenen Art als akutes Symptom geworden sind. Gerade durch diese Langfristigkeit und das Gefühl dass man halt von Kindheit an so ist finde ich aber die Schwierigkeit verständlich zu differenzieren. Am ehesten ist dies noch über Intensität und den Vergleich dieser über Erfahrung möglich weniger über das grundsätzliche Vorhandensein von Symptomen.

      Das ist jetzt wieder alles nur aus eigener Erfahrung und teilweise Übertragung auf was ich für potenziell generelle autistische Probleme halte gesprochen, da ich persönlich keine anderen kenne, hoffe aber dass das für die Frage trotzdem irgendwie nützlich ist.

      The post was edited 1 time, last by Sisyphus ().

    • Danke für deinen Beitrag. Zum Thema Antidepressiva kann ich nur soviel sagen dass sie bei mir nicht antidepressiv wirkten. Ich hatte nur üble Nebenwirkungen, ich vertrage nicht mal Johanniskraut.
      Sich emotionales Verhalten abzugewöhnen und sich somit Emotionen abzugewöhnen kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Ich kann meine Emotionen schlecht benennen und auch schlecht regulieren.
      Viele Grüße :)
    • MangoMambo wrote:

      Nein, ich halte Depressionen nie für einen Normalzustand.
      Bei mir zeigen solche Gefühle, dass bei mir A) in der häufigsten Variante körperlich etwas schief läuft (z.B. zu niedriger Vitamin D Spiegel, Ernährungsprobleme usw.) oder B) an Umfeld oder Tätigkeiten etwas nicht stimmt. Wenn ich die Ursache finden und korrigieren kann geht es mir nach einigen Monaten bis Wochen etwas besser.
      Das Autisten mit A oder B Probleme haben mag sehr häufig vorkommen, aber mit der richtigen ärztlichen und therapeutischen Begleitung sind sie lösbar. Auch wenn das natürlich chronisch werden kann die Depression und dann zieht sich das oft sehr lange. Dennoch ist es dabei hilfreich körperliche und Faktoren aus dem Umfeld dauerhaft zu überwachen und ggf mitzubearbeiten.

      Ich sehe z.B. bei meinem Partner, der schon seit Jahren depressive Problematiken hat, dass diese beiden Faktoren einen großen Einfluss nehmen. Er nimmt auch 5-HTP inzwischen und es hilft ihm. (Es könnte sein das bei ihm die gestörte Bildung von 5-HTP durch die lange nicht erkannte Zöliakie mitverantwortlich für die Probleme war. Also einen Mangel an Serotonin hervorgerufen hat.)
      Inwiefern hilft dir Vitamin D?
    • Wenn man einen messbaren Vitamin D Mangel hat hilft Vitamin D.
      Es gleicht den Mangel aus, der zu Symptomen führt, wie folgenden:
      Ich merke die psychischen Auswirkungen relativ rasch (Traurigkeit, Antriebslosigkeit, das Gefühl, dass alles Sinnlos ist, Müdigkeit), wenn ich mein Vitamin D nicht nehme und das obwohl ich dazu nicht noch Depressionen habe.

      Wenn ich das Vitamin D regelmäßig nehme (in der passenden mit dem Arzt abgesprochenen Dosis) dann gehen diese Symptome schnell zurück.

      (Habe Probleme Vitamin D aufzunehmen rutsche ohne es einzunehmen also immer wieder in einen Mangel und muss es deshalb dauerhaft nehmen.)

      Wichtig nicht einfach irgendwas zu nehmen sondern sowas im Blut prüfen zu lassen damit die Dosis dem Mangel, wenn einer da ist (ist bei Leuten in unserer Region, Grade mit Depressiven Symptomen und gerade im Winter nicht selten) angepasst wird.

      @Oekonan beantwortet das deine Frage?
    • Ich habe Depressionen auch eher phasenweise. In letzter zeit eher seltener.
      Wenn dann kann man höchstens von melankolischen Phasen sprechen, die aber daher rühren das ich endlich hier weg will.
      Früher war das schlimmer aber da kamen auch noch andere Probleme oben drauf.
      Ich habe eine depressive Entwicklungsstörung von meiner Psychotherapeutin attestiert bekommen die auch in meinem GdB Schreiben steht.
      Ich finde es auch okay, auch wenn ich mit dem Begriff als Diagnose wenig anfangen kann.
      Das Problem ist halt, das auch wenn meine depressiven Phasen wirklich nur Phasen sind, ich vermute das ich das nicht loswerden kann, weil je nachdem was mir passiert, sind sie plötzlich da und treiben mich idR zumindest in selbstverletzendes Verhalten und auch in Selbstmordgedanken.
      Ich weiß aber zum Glück immer wodurch sie verursacht werden, also kann ich wenigstens was dagegen tun.
      Es ist kein körperliches Defizit oder Mangelerscheinung sondern immer wegen oder durch andere Menschen verursacht.
      Man kann es vergleichen mit einem Overload, aber der dann noch nachhaltiger ist ähnlich wie ein Shutdown nur mit Selbstmordabsichten. Weiß nicht ob das bei Shutdowns auch passiert, ich glaube sie sind sonst eher so das man sich zurückzieht und Ruhe braucht.
      Bei mir kann es passieren das ich mir die Adern an den Armen aufschneide, den Kopf irgendwo gegenschlage oder versuche aus dem Fenster zu springen.
    • Nein, ich kann nicht bestätigen, dass Depression normal ist bei Autismus.
      Ich bin nach unschönen Erlebnissen mit den Mitmenschen bedrückt, manchmal auch sehr bedrückt, ein paar Tage lang. Aber ich weiss woher es kommt und es vergeht wieder. Ich tue was dagegen, indem ich die Situation verändere (wenn möglich), mir bewusst was Gutes tue und auf die Anderen, die Verursacher, schimpfe, ha!
      "Weg hier" ist auch eine gute Strategie für mich, verreisen hilft immer, auswandern wird noch besser!

      Eine Depression ist aber eher ein Zustand allgemeiner Art ohne konkretes Ereignis, nicht wahr? Bei einer "richtigen" Depression entstehen Stoffe im Gehirn, die zwei Jahre und mehr brauchen zum Abbau nach Ende der Depressionsphase. Wer das hat, hat mein Mitgefühl. Das ist schon was anderes als meine Verstimmungen.

      Ich lege viel Wert darauf, immer regelmäßig die Sachen zu pflegen, die mir Freude machen, damit ich innerlich gegen das Unangenehme, das sowieso kommt, standhalten kann.
      Und Teil meiner Fürsorge für mich selbst ist auch immer schon die Einnahme von Vitaminen und Mineralien. Ich verstehe was davon. also ohne Arzt. Ich nehme seit vielen Jahren immer Vit. D, im Winter höher dosiert, dazu Q10+Magnesium (gegen Migräne, bei mir ein Stress-Syndrom), Folsäure mit B-Vitaminen,Vit. C und E und 2x im Jahr eine Zink- und eine Selen-Kur.

      Nein, Depression ist echt nicht normal bei, und auch nicht typisch für Autisten. Dafür gibt es zu viele wie mich, die damit nix am Hut haben.
    • MangoMambo wrote:

      (Habe Probleme Vitamin D aufzunehmen rutsche ohne es einzunehmen also immer wieder in einen Mangel und muss es deshalb dauerhaft nehmen.)
      Es gibt Leute, die empfehlen Vitamin D in Tagesdosen von z.B. 1000 I.E. einzunehmen.
      Zusätzlich mit Magnesium und Kalzium.

      So würde es besser verstoffwechselt.

      "Zentrum der Gesundheit" ist (soweit ich weiß) keine zuverlässige Info-Quelle. Den "Zentrum" wird vorgehalten, dass es gerne unseriös durchgeführte Studien als Beweis für irgendwas angibt und die angepriesenen Ergänzungsnährstoffe/Nahrungsergänzungsmittel selbst entweder vertreibt oder Vertriebspartner dafür hat.

      Aber ein Anstoß, sich mit der Ernährung und Lebensweise mehr auseinanderzusetzen, sehe ich grundsätzlich positiv.
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • @Capricorn
      daher auch mein Rat das ärztlich abklären zu lassen. Sowohl Vitamin D als auch, wenn man denn über 5-HTP nachdenkt dieses. Es muss immer die richtige Dosis sein und man sollte nicht unnötig etwas in der ggf. falschen Dosis nehmen.

      Das die Quelle nicht grade die schönste ist erwähnte ich oben bereits.

      Und meine Magnesium und Calcium Werte sind immer super, während ich von Vitamin D einen Mangel habe wenn ich es nicht nehme (geht schon jahrelang so, etwa seit 2013, anfangs mit häufigen Test unter ärztlicher Aufsicht bis die richtige Dosis gefunden wurde für mich).

      Mit Ernährung hat das beides erstmal nicht so viel zu tun, auch wenn diese natürlich auch Einfluss auf das Wohlbefinden hat.
    • Würde zu ja tendieren
      Bei mir eher lang andauernde Overloads mit partiellem Rückzug... Flucht in Hobbies ....
      manchmal schlafe ich 14-15 Stunden am Stück, um den Tag dann tatenlos zu vollenden.
      Nach 1-3 Tagen ist es dann aber wieder ok.
    • Waspie wrote:

      Zum einen sagt die Statistik, dass die Mehrheit der (diagnostizierten) Autisten auch Depressionen haben/bekommen.
      Zum anderen deuten Studien darauf hin, dass es Gene gibt, die zu Clustern an psyschichen Erkrankungen führen. Ein solches Cluster besteht z.B. für Autismus, ADHS und Depressionen. spektrum.de/news/psychiatrische-diagnosen/1744392
      Autismus, ADS und Depressionen treffen auf mich voll zu. Es heißt immer wieder von Experten, Depressionen seien heilbar. Es bräuchte nur die richtigen Medikamente und die richtige Therapie. Therapie hat mir bedingt geholfen. Durch Verhaltenstherapie konnte ich lernen besser mit Situationen umgehen die mich belasten und eine Depressive Phase besser zu ertragen. Bei Depressionen bin auch immer sehr gereizt und wütend. Auch da half mir die Therapie mich besser unter Kontrolle zu haben. Bei mir wirkten lange Zeit keine Antidepressiva. Seit einigen Jahren bekomme ich Quetiapin. Seit dem sind die Depressionen seltener geworden. Besonders hilft es mir einzuschlafen. Durch Schlafmangel wurden meine Depressionen oft ausgelöst. Doch ich habe immer noch wieder starke Schübe. Die letzte Woche ging es mir sehr schlecht.

      Ich las aber im Web, 50 % die Depressionen wären nicht haltbar. Ich halte es auch für gefährlich, wenn man Leute Hoffnung macht die sich dann nicht erfüllen. Ein Psychiater bzw. Psychologe sollte seinen Patienten bzw. Klientin unterstützen, wenn sich nach längere Zeit keine dauernde Heilung einstellt, die Krankheit zu akzeptieren. Zudem gibt es Wege und Methoden durch Medikamente und Therapie die Schübe seltener und meist glimpflicher verlaufen zu lassen. Ich halte es auch für gefährlich Heilung zu versprechen, die sich dann nicht einstellt. Ich denke, dies kann ein Grund für Suizid sein.

      Trotzdem will ich nicht aufgeben. Bei meinen übernächsten Termin beim Psychiater wird mich meine Persönliche Assistentin begleiten. Ich will die Möglichkeit zusätzlicher Medikamente besprechen. Auch will ich besprechen, ob meine Depression mit meiner Darmflora zusammen hängt oder ob es Virus dafür verantwortlich ist.
      Ich habe ADS. Deshalb kann es trotzt sorgfältiger Prüfung in meinen Texten zur orthografischen und/oder grammatikalischen Fehlern kommen.