Neuer Corona Höchstwert

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    • Abendstern wrote:

      Das einschneidenste Erlebnis seit Gründung der BRD ist diese Pandemie
      Na ja, für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung wurde dann doch das Leben einmal zwischendurch komplett umgekrempelt, und zwar dauerhaft, bei der Auflösung der DDR. Hoffentlich sehen das die meisten als positive Wandlung, aber es war immerhin ein Einschneidendes Ereignis, sicherlich mit Folgen für die Psyche.
      Ich bin kein "Ossi", und wurde darauf hingewiesen als ich mich ähnlich geäussert habe. Das verliert man manchmal aus den Augen, für die Wessis hat sich ja nicht alles geändert...
    • Silvi wrote:

      Bei uns gab es nach dem Frühjahrslockdown einen riesigen Aufstand, als erwogen wurde, die Bordelle unter entsprechenden Auflagen wieder zu öffnen, um die Prostituierten aus dieser Zwangslage zu befreien
      Hier in NRW waren die auch bis in den Sommer hinein zu. Dann hat das OVG Münster das Verbot gekippt, wegen Unverhältnismäßigkeit. Es war nicht einzusehen, warum Massagesalons und Tätowierstudios geöffnet sein sollten und Bordelle nicht. Sehe ich auch so. Entweder alle "körpernahen Dienstleistungen" oder gar keine.
      Wäre, wenn es soweit ist, auch mal ein Tip für die Betroffenen bei euch, weiß ja nicht, in welchem Bundesland du wohnst.
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • Silvi wrote:

      Was mir auffällt z. B. beim Eröffnungspost und vielen anderen hier, und was recht im Gegensatz zu meinen eigenen Gefühlen steht: Empfindet denn niemand von euch derzeit auch mal sowas wie Erleichterung oder Dankbarkeit?
      Danke für diesen Kommentar (ich habe nicht alles zitiert, aber meine alles). Ja, sowas liest man leider zu selten und dafür zu viel Gemecker (was jetzt auch wieder nur Gemecker ist, ich weiß...).

      Shenya wrote:

      Für manche ist es schon ein bisschen mehr als das. Leider schweigt man sich über die Opfer aus, das kommt vielleicht hinterher in einer Randnotiz, wie viele pleite gegangen sind, wie viele krank geworden sind, wie viele wegen verschobenen Operationen gestorben sind, wie viele an Einsamkeit oder fehlenden Hilfsangeboten gestorben sind.
      Ich weiß zwar nicht, wer man ist, aber solche Zahlen sind schwer zu ermitteln, es sind ja vornehmlich erst einmal Einzelschicksale. Das kommt dann erst in langfristigen Statistiken zum Tragen.
      Nötige OPs durften meines Wissens nicht verschoben werden. Die Kliniken in Deutschland sind ja immer noch zu 2/3 mit Nicht-Covid-Patienten gefüllt. Ohne die könnten die auch finanziell kaum überleben (und mehr als überleben ist es aktuell nicht). Es sind nur einzelne Landkreise, wo auch mal 50% Covid in den Kliniken liegt.
      So hart es klingt - wer jetzt wegen Einsamkeit Suizid begangen hat, der war vermutlich auch vorher schon depressiv und hätte im Zweifel bei jedem anderen Trigger auch so einen Entschluss in die Tat umgesetzt.

      der Uli wrote:

      Haben die Mittelständler eigentlich jetzt endlich die Novemberhilfen :!: erhalten?
      So pauschal gefragt kann man nur antworten: ja.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      So hart es klingt - wer jetzt wegen Einsamkeit Suizid begangen hat, der war vermutlich auch vorher schon depressiv und hätte im Zweifel bei jedem anderen Trigger auch so einen Entschluss in die Tat umgesetzt.
      Das ist das gleiche Argument, wie wenn man sagt, wer mit 90 schon schwerkrank im Pflegeheim liegt, wäre so oder so bald gestorben, ob mit oder ohne Covid.
      Wenn ich mich recht erinnere, warst du ja sehr gegen dieses Argument.
      Beim Suizid kommt aber noch dazu, dass man ihn tatsächlich hätte verhindern können, denn das Problem liegt nicht nur darin, dass es einen Trigger gibt, sondern auch darin, dass Hilfsmöglichkeiten nicht so wie sonst zur Verfügung stehen. Persönliche Gespräche finden sehr viel weniger statt, sowohl mit Professionellen als auch durch die Kontaktbeschränkungen mit dem sonstigen Umfeld.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Das ist das gleiche Argument, wie wenn man sagt, wer mit 90 schon schwerkrank im Pflegeheim liegt, wäre so oder so bald gestorben, ob mit oder ohne Covid.
      Wenn ich mich recht erinnere, warst du ja sehr gegen dieses Argument.
      Nö, in so einem Fall muss man es nicht übertreiben. Solche Patienten gehen ja nicht mehr raus und können sich nur in ihrem Zimmer anstecken. Das Risiko ist überschaubar.
      Mir geht es vor allem um die vielen ü80, die noch ein eigenständiges, erfülltes Leben haben. Die jeden Tag einkaufen gehen, die wie wir Jungen auch noch Spaß am Leben haben.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Mir geht es vor allem um die vielen ü80, die noch ein eigenständiges, erfülltes Leben haben. Die jeden Tag einkaufen gehen, die wie wir Jungen auch noch Spaß am Leben haben.
      Die meisten Todesopfer gibt es aber unter Pflegeheimbewohnern, und die sind halt dann meistens nicht mehr so fit.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Silvi wrote:



      Was mir wirklich manchmal Angst macht, ist die Selbstverständlichkeit, mit der unsere Gesellschaft inzwischen all die Annehmlichkeiten sieht, die wir hier in den letzten Jahrzehnten hatten. Dabei vergessen wir, dass es z. B. gar nicht soooo selbstverständlich ist, dass viele von uns noch keinen Krieg erlebt haben. Ich glaube, da wo wir leben, war noch nie so lange am Stück Frieden wie jetzt, kann das sein? (Geschichtskundigere Leute mögen mich korrigieren.
      Ja, es kommt schon vor, dass ich dankbar dafür bin - ich bin tatsächlich aus einem Krieg geflohen ABER man kann nicht nur ständig daran denken, dass es anderen schlechter geht. Es sind hier viele Dinge selbstverständlich und ich kann nicht immer nur da ansetzen, dasss es anderen schlechter geht. Das kann nicht der Anspruch sein. So entwickelt man sich auch nie weiter wenn ich nur so denke. Wenn ich eine 5 in der Schule habe kann ich auch nicht daran denken, dass es doch auch Leute gibt, die gar keinen Schulabschluss haben. In dem Moment ärgere ich mich ja trotzdem.


      Silvi wrote:


      Wenn meine Oma von ihrer Kindheit und der Jugendzeit ihrer Eltern erzählt, dann erzählt sie von ganz viel Elend, aber auch von Solidarität, wie die Menschen sich Dinge haben einfallen lassen, um zurechtzukommen, und schon ca. 100-mal hat sie mir mit leuchtenden Augen von ihrer ersten Orange erzählt, die sie irgendwann nach dem Krieg mal bekommen hat. Ein ganz großes Geschenk, da strahlt sie heute noch.
      Der Vergleich hinkt leider sehr. Wir leben nun einmal im hier und jetzt und vor 80 Jahren war einfach eine andere Zeit - sowohl technisch als auch gesellschaftlich. Was bringen mir Geschichten aus dem 2. Weltkrieg als man nichts hatte wenn wir doch im Jahr 2021 leben - in einer völlig anderen Zeit?. Die Oma redet ja auch nur so darüber weil sie in der Zeit geboren wurde in der sie nun einmal geboren wurde. Wäre sie später geboren würde sie anders über die Zeit denken.


      Silvi wrote:


      Und was werde ich meinen Kindern/Enkeln später mal erzählen? In der großen Krise meiner Generation waren die Kinos zu und ich konnte nicht shoppen gehen?
      Es geht hier um viel mehr als nur "shoppen" - das wird auch von manchen Politikern falsch verstanden wenn sie so tun als wären viele Dinge einfach nur "Freizeitvergnügen". Das ist viel mehr als das. Hier geht es auch um den ganz normalen Alltag der seit letztem Jahr bei vielen Menschen nicht mehr stattfindet. Kino, Fitnessstudios, Friseure, Museen, Diskotheken, Veranstaltungen, Restaurants, Bars etc. - das ist viel mehr. So etwas geht auch nicht an den Menschen vorbei, wenn sie so viele alltägliche Dinge nicht machen können.


      Silvi wrote:


      Vielleicht hilft das dem ein oder anderen, ein bisschen mehr Hoffnung zu schöpfen. Im Krieg weiß man in der Regel nicht, wann es vorbei ist (s. Syrien etc.), bei der Pandemie ist es zumindest absehbar, dass die Situation wohl spätestens 2022 schon ganz anders aussieht. Und es geht schneller, je schwerer man es dem Virus macht, also lasst es uns dem Virus schwer machen und nicht immer nur meckern! Wir tun das doch für uns alle.
      Aktuell ist leider gar nichts absehbar. Lockdowns werden gefühlt bis ins Unendliche verlängert, Impfstoffe werden immer später geliefert, Hinhalteparolen von Poltikern und und. Alles verzögert sich - vor Wochen war der Stand noch ein völlig anderer als heute (und damit meine ich nicht nur die Entwicklung der Infektionszahlen) und sehe aktuell immer noch kein Ende der Pandemie. Aktuell weiß ich wirklich nicht mehr woher ich noch die Hoffnung nehmen soll. Es gibt nichts was mir Hoffnung macht.
    • Garfield wrote:


      So hart es klingt - wer jetzt wegen Einsamkeit Suizid begangen hat, der war vermutlich auch vorher schon depressiv und hätte im Zweifel bei jedem anderen Trigger auch so einen Entschluss in die Tat umgesetzt.
      Hier wird leider unterschätzt, dass die Isolation, die diese Menschen jetzt haben noch deutlich größer ist als sie es vorher war. Man hat quasi überhaupt keine Möglichkeiten da rauszukommen - davor waren die Chancen noch deutlich höher. Ohe Corona würde man sicherlich deutlich mehr Menschen retten. Ich schließe auch nicht aus, dass auch nicht-depressivanfällige Menschen jetzt wegen Corona in eine Depression verfallen. Da gehen ja auch Existenzen verlieren. Menschen kommen in Kurzarbeit oder verlieren ihren Job komplett und das geht auch nicht an jedem spurlos vorüber und wer in bestimmten Branchen seinen Job verliert kann ja aktuell auch nicht einfach so schnell wieder einen neuen Job finden wenn die Branche für Monate bzw. jetzt bald über ein Jahr quasi stillgelegt ist.
    • Shenya wrote:

      Das ist das gleiche Argument, wie wenn man sagt, wer mit 90 schon schwerkrank im Pflegeheim liegt, wäre so oder so bald gestorben, ob mit oder ohne Covid.
      Das ist allerdings richtig. Das Problem an der Argumentation mit den (angeblich) wegen Corona (angeblich) höheren Selbstmordzahlen (beides ist bisher nicht belegt, hierzulande sprechen die wenigen bisher bekannten Daten eher dagegen) ist mE ein anderes: es wird einseitig verwendet, um die Schutzmaßnahmen anzugreifen - nach dem Motto "lieber ein paar hunderttausend Corona-Tote als ein paar hundert Selbstmörder", wobei zudem meist geleugnet wird, dass es ohne Maßnahmen mehr Corona-Tote gäbe. Genausogut könnte man jetzt argumentieren, dass eine mit voller Wucht durchrauschende Corona-Welle ebenso zu Suiziden führt, z.B. beim Krankenhauspersonal, das das Massensterben (und den dauernden Druck, per Triage über Leben und Tod entscheiden zu müssen) nicht mehr erträgt. Beides ist reine Spekulation, es wird sich zwar nachweisen lassen, ob die Zahl der Suizide wirklich gestiegen ist, aber mit dem Kausalzusammenhang (wegen Corona oder wegen der Maßnahmen?) wird es dann schon schwierig, noch schwieriger bzw. rein spekulativ eine Abschätzung, was die jeweils andere Entscheidung für Konsequenzen für die Suizidrate gehabt hätte. Die taugt also selbst wenn wir sie dann kennen ganz sicher nicht als Argument, weder in die eine noch in die andere Richtung, zumal die absolute Zahl ohnehin weit unter der der Corona-Toten liegen wird.
    • Wenn ich meine Umgebung beobachte, dann wundert es mich gar nicht, dass Corona weiterhin so grassiert...
      Hält sich keiner an die Maßnahmen und die Herrschaften werden auch noch aggressiv, wenn es angesprochen wird...
      Kriege persönlich ne richtige Wut.
      Die Menschen werden auch noch richtig frech und lügen was das Zeug hält.
      Während ich seit Wochen schon die Wohnung gar nicht verlassen habe, nicht mal zum Spazieren.
      Aber wenn die Leute sich nicht daran halten, wird das ewig weiter gehen und ich frage mich, warum ich mir mein Leben kaputt machen lasse, während andere sich nehmen was sie wollen.
      Man braucht mehr als ein Wort, um einen Menschen zu beschreiben.
    • da_hooliii wrote:

      man kann nicht nur ständig daran denken, dass es anderen schlechter geht
      "Ständig" ist das sicherlich ungesund. Aber in einer Krise, die die ganze Welt betrifft und die einen persönlich depressiv und verzweifelt macht, finde ich schon, dass da der Blick über den Tellerrand hinaus helfen kann, wenn man mal die Relationen abgleicht.


      da_hooliii wrote:


      Der Vergleich hinkt leider sehr. Wir leben nun einmal im hier und jetzt
      und vor 80 Jahren war einfach eine andere Zeit - sowohl technisch als
      auch gesellschaftlich. Was bringen mir Geschichten aus dem 2. Weltkrieg
      als man nichts hatte wenn wir doch im Jahr 2021 leben - in einer völlig
      anderen Zeit?. Die Oma redet ja auch nur so darüber weil sie in der Zeit
      geboren wurde in der sie nun einmal geboren wurde. Wäre sie später
      geboren würde sie anders über die Zeit denken.

      Warum hinkt der Vergleich? Es unterstreicht doch eigentlich genau das, was ich sagen will. Wir Menschen können mit sehr viel mehr fertig werden als dem, was wir dort, wo wir jetzt gerade sind, heute erleben. Und dass wir heute so viele Möglichkeiten haben im Vergleich zu früher, z. B. mit den ganzen Kommunikationsmedien, warum kann einem das nicht auch Hoffnung machen?

      Es zeigt auch, dass das, worunter wir leiden, ganz stark relativ sein kann. Ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, digitale Kommunikationsmöglichkeiten, das Internet mit all seinen Möglichkeiten, sich auch sinnvoll die Zeit vertreiben zu können... für die einen wäre das alles ein riesen Geschenk, weil sie es nicht haben, für die anderen ist es schon nach ein paar Wochen oder Monaten das totale Gefängnis, das einen in die Verzweiflung treibt. Macht euch das nicht zumindest mal nachdenklich?


      da_hooliii wrote:

      Wenn ich eine 5 in der Schule habe kann ich auch nicht daran denken, dass es doch auch Leute gibt, die gar keinen Schulabschluss haben. In dem Moment ärgere ich mich ja trotzdem.

      Na, der Vergleich ist jetzt aber auch nicht doller als meiner. Das eine ist eine Sache, die ich ganz persönlich zu einem gewissen Grad beeinflussen kann, indem ich fleißig lerne, das andere ist eine globale Krise von außen, die die ganze Gesellschaft betrifft.
      Und ja, wenn ich trotz aller Bemühungen nicht über eine 5 hinauskomme, weil ich z. B. an Dyskalkulie leide, kann es mich trotzdem trösten, dass ich damit hier in Deutschland wahrscheinlich wesentlich bessere Chancen hab als woanders. Was würde es da bringen, stattdessen an dem Umstand meiner Einschränkung total zu verzweifeln?


      da_hooliii wrote:

      Hier geht es auch um den ganz normalen Alltag der seit letztem Jahr bei vielen Menschen nicht mehr stattfindet. Kino, Fitnessstudios, Friseure, Museen, Diskotheken, Veranstaltungen, Restaurants, Bars etc. - das ist viel mehr. So etwas geht auch nicht an den Menschen vorbei, wenn sie so viele alltägliche Dinge nicht machen können.

      Ich hab ja auch nirgendwo gesagt, dass diese Sachen unwichtig sind. Ganz im Gegenteil, ich engagiere mich schon lange in dem Bereich, z. B. mal unsere Wirtschaftsordnung zu überdenken und zu schauen, dass die kleinen Unternehmen nicht immer mehr unter Druck geraten, dass Kultur nicht weiter weggespart wird etc... Bisher hatte man da aber höchstens eine Handvoll Mitstreiter und wurde vom Rest der Gesellschaft ignoriert oder als linker Spinner abgetan. Jetzt sorgt sich plötzlich jeder um die kleinen Geschäfte?

      JETZT aktuell ist es aber nunmal so, dass das Virus in der Welt ist und statt immer nur nörgeln über die Maßnahmen, verstehe ich nicht, warum die Leute nicht ihre Kreativität einsetzen, um zu schauen, wie man die Lage schnellstmöglich in den Griff kriegt. Ganz am Anfang gab es ja auch viele Ideen, Kinder haben für Senioren gebastelt, Ehrenamtliche haben einsame Menschen angerufen, Leute haben sich zusammengetan, um ihre Galerie um die Ecke mit Gutscheinen zu unterstützen... aber von diesen Sachen hört man kaum noch, inzwischen sind vor allem die laut, die ständig meckern und jammern, dass dies und jenes zu hat.

      Wenn ich nur das sehe, was aktuell gerade nicht geht, zieht mich das natürlich total runter. Aber wenn ich mir mal klar mache, wie viele Menschen überhaupt nie in ihrem Leben die Möglichkeit haben, ein geregeltes Leben mit Friseur und Kultur und Urlaub zu führen... sorry, aber dann muss ich meine eigene Weltuntergangsstimmung doch ehrlicherweise zumindest mal hinterfragen.

      Und wenn ich mich umschaue, sehe ich jede Menge Leute, die immer noch an Silvester rumknallen, die immer noch schauen, wie sie irgendwie zum Skifahren kommen etc... Ganz ehrlich, wenn ich im Krankenhaus arbeiten würde und zu mir kämen immer noch Leute mit abgetrennten Fingern vom Feuerwerk oder gebrochenem Beim vom Skifahren - ich glaube, da könnte ich mich echt nicht mehr beherrschen.

      Millionen Menschen auf der Welt haben noch nie ein Museum von innen gesehen, da werden WIR das doch zumindest mal ein paar Monate oder 1-2 Jahre überleben. Nein?
    • Garfield wrote:

      So hart es klingt - wer jetzt wegen Einsamkeit Suizid begangen hat, der war vermutlich auch vorher schon depressiv und hätte im Zweifel bei jedem anderen Trigger auch so einen Entschluss in die Tat umgesetzt.
      es ist schon so, das die Pandemie-Umgebung neue Trigger schafft bzw die vorhandenen Trigger verstärkt; und andererseits die Kompensationsmöglichkeiten verringert. das sage ich aus meiner Erfahrung als von einer Depressions Erkrankung Betroffener
    • Garfield wrote:

      So hart es klingt - wer jetzt wegen Einsamkeit Suizid begangen hat, der war vermutlich auch vorher schon depressiv und hätte im Zweifel bei jedem anderen Trigger auch so einen Entschluss in die Tat umgesetzt.
      Darauf könnte man auch zynisch antworten:
      So hart das klingt - wer jetzt an Covid-19 stirbt, hat vermutlich schon (noch unbekannte) Defizite im Immunsystem gehabt und wäre im Zweifel auch an jedem anderen Erreger gestorben. Das könnte man auch natürliche Auslese nennen.

      Und nein - das ist nicht meine Meinung, sondern es sollte um jedes Leben gekämpft werden.

      Garfield wrote:

      Silvi wrote:

      Haben die Mittelständler eigentlich jetzt endlich die Novemberhilfen :!: erhalten?
      So pauschal gefragt kann man nur antworten: ja.
      Ganz einfach geantwortet: NEIN

      Zurück zum Thema:
      Möglicherweise sind die Mutationen und Re-Infektionen "schuld" an den hohen bzw. kaum sinkenden Fallzahlen.
      doccheck.com/de/detail/article…ac29d4c337f30328b73935f52
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."

      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Lilith wrote:

      Möglicherweise sind die Mutationen und Re-Infektionen "schuld" an den hohen bzw. kaum sinkenden Fallzahlen.
      Mitschuld vielleicht. Die Hauptschuld ist die fehlende Kontaktbeschränkung.
      Nur 14% im Homeoffice bei exorbitant höheren Infektionszahlen als im Frühjahr, wo 28% im Home Office waren.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Silvi wrote:

      Millionen Menschen auf der Welt haben noch nie ein Museum von innen gesehen, da werden WIR das doch zumindest mal ein paar Monate oder 1-2 Jahre überleben. Nein?
      Falsch. Es sind wohl eher Milliarden.

      Ich sage das als einer, dem Museen für Kunst ganz furchtbar wichtig sind, der in normalen Zeiten auf mindestens zwei Ausstellungsbesuche im Monat kommt. Aber erstens gibt es auch im Bereich Kunst online-Möglichkeiten, und zweitens: siehe in Sivis Zitat. Und dann noch, auch wenn es opahaft ist: Meine beiden Großelternpaare sind nach Bombennächten im zweiten Weltkrieg buchstäblich im Pyjama (und mit sonst nix!) aus den Kellern gekrochen, das war in beiden Fällen 1943, und sie haben noch bis Ende der vierziger Jahre in möblierten Zimmern unbd in geteilten Wohnungen gelebt - da gab es dann Belegungspläne für Küche und Bad.

      Nach meiner Meinung kann man da schon mal sagen: Und wir jammern, weil wir unseren täglichen Bedarf mal für ein bis 2 Jahre nicht shoppend erstehen können, mit Pause für Döner und Latte Macchiato, sondern die gleichen Waren per dhl und Co. vor die Wohnungstür geliefert kriegen?

      Ich freue mich zurzeit ganz arg über meine Zweierkontakte, ohne Begrüßungs-Bussi-Bussi, ohne Händeschütteln, aber mit ganz viel Gelegenheit, sich auf den/die andere*n einzulassen, ohne dass mich eine größere Gruppe mit ihrem lauten Durcheinandergeschwätz stresst.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Naja.

      Museen sind egal, da stimme ich zu. Und ich persönlich kann auch gut für einen gewissen Zeitraum auf Konzerte, Kabarettveranstaltungen usw. verzichten.

      Aber, die Kulturschaffenden können es nicht. Dass wir denen nicht auch nur einen annähernd ähnlichen Verdienstausfall kompensieren wie wir es bei Großunternehmen tun, die nicht einmal hier Steuern zahlen und dennoch ihre Produkte "to-go" weiterverkaufen sagt schon etwas darüber aus, welch niedrigen Stellenwert wir Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft einräumen. Und ja, das finde ich problematisch. Schminktipps auf YouTube können diesen Verlust nicht ersetzen.

      The post was edited 1 time, last by Dr. L84 ().

    • Dr. L84 wrote:

      Aber, die Kulturschaffenden können es nicht.
      Für mich wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass auch die Künstler und Soloselbstständigen Arbeitslosengeld beantragen können, wenn sie zu 100% nicht arbeiten können. Auch wenn sie vermutlich nichts eingezahlt haben - der Staat sorgt ja für ihre Umsatzausfälle, also wäre es legitim, dass der Staat da Arbeitslosengeld zahlt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_