Umgang mit Gutachten

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    • Umgang mit Gutachten

      Ich habe wieder ein psychologisches Gutachten zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bekommen. Was da nun explizit drin steht, da will ich eigentlich nicht darauf eingehen, sondern eher mit den Umgang an sich. Eigentlich finde ich, das solche Gutachten gegen die Würde des Menschen verstoßen. Ich bin aufgrund falscher Diagnosen in die Berufsunfähigkeit gekommen und anstatt sich das medizinische Personal für die falschen Diagnosen und somit der erheblichen Störung meines Lebens verantworten muss, muss ich in Gutachten überhaupt erstmal komplett alles offenlegen. Ich denke die meisten kennen das was in Gutachten abgefragt wird und das ziemlich viel eigentlich nicht mit dem eigentlichen Sinn zu tun hat. Um ein halbwegs finanziell angesichertes Leben zu führen, muss ich mich, auch emotional, komplett nackig machen. (RW) Jeder Dummkopf von NT braucht das nicht und bekommt Haus, Hof und Frau von dieser Gesellschaftsordnung in den Arsch gesteckt. (RW) Egal welche kruden Dinge so in deren Leben ablaufen.
      Vorallem ist es erniedrigend, wenn ich schon meine Schwächen, einer wildfremden Person (RW) das sollte mal erwähnt werden :!: , offenlege und dann wieder nur das verstanden wird was verstanden werden will. Und diese Urteile sind für meinen Sozialisation, Berufslaufbahn etc.. richtungsweisend. Kein NT würde für nen beschissen Job zugeben, dass er beziehungstechnisch ein absoluter Versager ist und dass man sich in dieser dummen emotionsgesteuerten NT-Normwelt aus Halbwahrheiten und Vermutungen überhaupt nicht zurecht kommt. Dass man sich selbst als Versager fühlt, weil NT, in ihrer achso Pseudotoleranz, nicht akzeptieren, dass ich viele Dinge nicht kann. Und dabei bin ich kein dahergelaufener NT-Vollpfosten der das mit Lügen und Intrigen versucht zu überspielen. (RW) Nein, stattdessen heißt es oft, stell dich nicht an oder das musst du doch kapieren. NEIN, ich kapiere das nicht. BASTA. Und deswegen wissen solche mir völlig unbekannte Menschen, aka medizinische Fachleute :sarcasm: , mehr über mich als eine Partnerin (wenn ich eine hätte) wohl je erfahren würde. Diese Gesellschaft mit all ihren Auswüchsen ist das allerletzte. (RW) Es ist zum kotzen. (RW) Für einen beschissenen Job habe ich wieder das schwarz auf weiß was ich nicht kann und was mir abgedichtet wurde. Ich finde es extrem belastend sowas zu lesen. Ich habe für nichtmal zehn Seiten nen ganzen Wochenende gebraucht. Sollen die scheiß NTs doch das zur Kenntnis nehmen was ich sage sonst nichts.

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    • Hallo,
      für mich waren die Berichte (die ich über mich lesen musste) ganz schrecklich. Ich habe mich immer gefragt ob ich vielleicht an einem anderen Gespräch teilgenommen habe. Da wurde interpretiert und vermutet und ich musste Dinge lesen, die ich SO nie gesagt hatte. Das ist für mich mehr als furchtbar. Und diese Papiere (die Kürzeren) benötigt man ja auch mal für neue Ärzte oder andere Hilfen.....um zu bescheinigen und Diagnosen vorzulegen. Die meisten würde ich niemals mitnehmen und vorlegen, weil sie schlicht falsch sind. Ich arbeite mit meinem Therapeuten nun an einem Bericht der "richtig" ist, in dem ich mich wiederfinde und der mich beschreibt. Das ist sehr mühsam ;-).....aber wird am Ende hoffentlich funktionieren und alles Andere hefte ich dann ab und benutze es niemals wieder.
      Das wird mein Weg sein, um mit den falschen Berichten umzugehen und ich hoffe mir gelingt das. Das hilft Dir nun nicht, aber ich verstehe Dich (vielleicht hilft das ein wenig).
      Grüsse
      Alys
    • Hab ein Gutachten vom medizinischen Dienst der Argentur für Arbeit.

      Bin noch Arbeitsfähig aber halt mit Einschränkungen:
      Kein Zeitdruck
      Keine Arbeit im Lärm Bereichen
      Keine Nachtschicht
      Kein Akkord
      Keine Eigenverantwortung
      Keine Maschinen bedienen/führen


      Das Psychologische Gutachten durfte ich nicht sehen. Weiß nur Mathe bei mir unterdurchschnittlich ist . Sonst alles normal.


      Dadurch bin in der Maßnahme Unterstütze Beschäftigung.
      Habe Förderbedarf im beruflichen Bereich.
      Das Do ist der Weg. :prof:
    • Wenn ich Deine Redewendungen bzw. deren Anwendung richtig interpretiere, bist Du gerade sehr wütend.

      Ich vermute, dass viele Menschen, zu denen Gutachter kommen, Deine Frustration verstehen können.
      Ich kenne Menschen mit behinderten Kindern, denen der Gutachter nicht glaubte, wie schwer es sein kann, weil deren Kind gerade an dem Tag, wo der Gutachter da ist, sich freiwillig die Jacke anziehen lässt, sonst aber einen Schreikrampf bekommt und sich auf den Boden wirft.
      Sie müssen dann sehr viel über das Familienleben berichten, über den Tagesablauf etc.
      (Sie fanden das im Nachhinein aber ganz okay, weil sie wirklich viel Unterstützung und Pflegegeld bekommen.)

      Oder Menschen mit hohem Assistenzbedarf, die dem Sozialamt jedes halbe Jahr die gleichen Fragebögen ausfüllen müssen. Dass sie erstaunlicher Weise immer noch nicht selbst aufs Klo gehen können, weil sie immer noch die gleiche sehr ausgeprägte Bewegungseinschränkung ihrer Arme haben, von der auch medizinisch erwiesen ist, dass sie nicht weg geht.

      Eine ehem. Klassenkameradin von mir lebt von Grundsicherung. Sie bekommt wirklich nichts "in den Arsch gesteckt".
      Eine Freundin hat mal den Fehler gemacht, ihr Geld für neue Gummistiefel zu schenken, weil sie die brauchte - das Geld wurde natürlich angerechnet und war somit weg.

      Diese Menschen sind, so weit mir bekannt, NT.

      Du hast das Recht, wütend zu sein.
      Aber ich möchte darauf hinweisen, dass dieses Problem nicht nur Autisten betrifft.

      Ich vermute, dass es proportional ist zu dem Grad, in dem die zu begutachtende Thematik psychisch und im persönlichen Bereich liegt, zunimmt.

      Ich verstehe Deine Aussagen so, dass Du Dich falsch verstanden oder Deine Antworten falsch dargestellt findest.
      Ich kann in keiner Weise beurteilen, was passiert ist.
      Ich habe hiermit nicht die Absicht, die Gutachter zu verteidigen.
      Aber wahrscheinlich ist es bei Gesprächen über den psychischen Bereich auch für Gutachter schwierig, jemanden zu verstehen.

      Ich nehme an, dass das Gutachten eine Belehrung enthält, dass Du Widerspruch einlegen kannst.
      Du kannst Dich zur Rechtsberatung an einen Sozialverband wenden.

      Ich persönlich habe in Bezug auf Autismus (in dem knapp einen Jahr, seit ich die Diagnose habe) zwei Mal und aufgrund einer Erkrankung mehrmals die Erfahrung gemacht, dass ich mich von Fachleuten falsch eingeschätzt gefühlt habe.
      Ich fühle mich dann auch irritiert, als würde mich jemand durch einen Filter betrachten.

      Bei Gutachtern ist es vermutlich die Aufgabe, eine Person ausschließlich durch diesen Filter zu betrachten.
      Dass es dann in dem Gutachten zu einer (negativ, auf die gesellschaftlich definierten Schwächen fokussierten) verzerrten Darstellung des Menschen kommt, ist leider zu erwarten.
    • Kpax wrote:

      Sie fanden das im Nachhinein aber ganz okay, weil sie wirklich viel Unterstützung und Pflegegeld bekommen.
      So habe ich es auch immer empfunden. Ich hatte bisher drei Gutachten, eins zur Arbeitsfähigkeit, eins für den Schwerbehindertenausweis und eins für den Pflegegrad. Sicher war es merkwürdig, so genau nachzulesen, was alles geht und nicht geht, und einiges empfand ich auch nicht als stimmig (z.B. stand in einem Gutachten, dass ich ein Messie sei, was überhaupt nicht stimmt, ich hatte nur gesagt, dass ich Schwierigkeiten mit dem Ordnung halten habe), aber jedes der Gutachten hatte den Zweck, mir zu helfen, und hat dazu beigetragen, dass ich Erleichterungen im Leben bekam und zumindest die Möglichkeit dafür eröffnet ist.

      Kpax wrote:

      Aber ich möchte darauf hinweisen, dass dieses Problem nicht nur Autisten betrifft.
      Stimmt. Jeder, der in irgendeinem Bereich Hilfe braucht, muss da durch. Ich fand es nicht so schlimm. Letztendlich weiß man doch, worum es geht. Dann sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, was in den Gutachten steht, manche Einzelheiten sind immer falsch, entweder durch Missverständnisse oder weil der Gutachter sein Ergebnis möglichst "gut" begründen will. Wichtig ist, dass man Ende das dabei herauskommt, was herauskommen soll.
      Wenn etwas anderes herauskommt, dann ist es sicher schwerer, damit umzugehen.


      platzhalter wrote:

      Für einen beschissenen Job habe ich wieder das schwarz auf weiß was ich nicht kann und was mir abgedichtet wurde.
      Was war denn dein Ziel? Wolltest du arbeitsfähig geschrieben werden oder arbeitsunfähig? Und was kam raus?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Berichte über mich finde ich ganz in Ordnung. Vorausgesetzt sie haben mich persönlich gesehen. Das andere sind Gutachten nach Aktenlage... Die sind einfach nur Müll und wertlos...
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Kpax wrote:

      Wenn ich Deine Redewendungen bzw. deren Anwendung richtig interpretiere, bist Du gerade sehr wütend.
      Stimmt.

      Kpax wrote:

      Eine ehem. Klassenkameradin von mir lebt von Grundsicherung. Sie bekommt wirklich nichts "in den Arsch gesteckt".
      Eine Freundin hat mal den Fehler gemacht, ihr Geld für neue Gummistiefel zu schenken, weil sie die brauchte - das Geld wurde natürlich angerechnet und war somit weg.
      Es geht ja nicht darum irgendwas Geschenk zu bekommen. Ich will ja für mein Geld arbeiten. Ich hätte wohl weniger Probleme mich das ganze Leben berufsunfähig schreiben zu lassen. Es geht darum, dass ich für ein "normales Leben" und dazu gehört Job, was auch zu sozialer Integration führt, Dinge leisten und preisgeben muss, die ein NT niemals machen würde, auch wenn es von ihm verlangt wird. Das ist faktisch eine Ausgrenzung und Diskriminierung vom sozialen Leben. Um das zu erreichen was NT haben, muss ich mich ständig vir anderen beweisen. Ich habe die gleichen Pflichten in der Gesellschaftsordnung, also will ich auch die gleichen Rechte.

      Shenya wrote:

      Was war denn dein Ziel? Wolltest du arbeitsfähig geschrieben werden oder arbeitsunfähig? Und was kam raus?
      Ja, im Grunde wird eine Arbeitsfähig bescheinigt, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Alles andere wäre auch nicht möglich. Das ich aber nun auf einmal eine anankastische Persönlichkeitsstörung (F60.5) haben soll ist mir neu. Routinen, Blick fürs Detail, Problem mit Abweichungen etc.. sind essentieller Bestandteil des Autismus und keine Persönlichkeitsstörung. Und da steht noch viel mehr Blödsinn drin. Ich kann durchaus mit unvollkommenen Dingen leben.

      Ich habe das Gefühl, dass Gutachter nach Anzahl der Diagnosen und nicht nach Umfang/Zeit bezahlt werden. :sarcasm:

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    • Oh man Platzhalter, solche Arschgesichter.
      Gutachter sind echt das letzte. Leute, die eigentlich keine Ahnung haben und dafür bezahlt werden über andere zu urteilen.
      ( Genauso wie Richter :roll: )
      Ich weiß es ist jetzt kein hilfreicher Kommentar, aber dass du da wütend bist kann ich echt nachvollziehen.
      Wirst du Widerspruch einlegen? Kostet alles wieder Energie, die wahrscheinlich sinnvoller eingesetzt werden könnte. Aber sinnvoll wäre es wohl.
    • platzhalter wrote:

      Jeder Dummkopf von NT braucht das nicht und bekommt Haus, Hof und Frau von dieser Gesellschaftsordnung in den Arsch gesteckt.
      Auch wenn ich deine Wut irgendwie verstehen kann, finde ich, was du schreibst überhaupt nicht richtig. Es gibt schon mal diese Spaltung in NT und ASS nicht. Auch unter den NT sind nicht wenige eingeschränkt und wer steckt dir eine Frau oder ein Haus in den Arsch? Die Frau musst du selbst finden, klar manche Leute haben da Vorteile und ich kenne nicht-autistische Menschen, die auf beengterem Raum leben müssen als ich.
      Das heißt nicht, dass ich die Behandlung von ASS in der Gesellschaft toll finde. Es läuft vieles schief und diejenigen unter "uns", die nicht mehr ganz jung sind, wurden ja oft auch viel zu spät diagnostiziert. Trotzdem geht es nicht jedem NT gut und nicht jeder NT hat alles. (Genauso wie es ja hier auch einige Autisten gibt, die Haus und Partner haben).
    • Fidoline wrote:

      Auch wenn ich deine Wut irgendwie verstehen kann, finde ich, was du schreibst überhaupt nicht richtig. Es gibt schon mal diese Spaltung in NT und ASS nicht. Auch unter den NT sind nicht wenige eingeschränkt und wer steckt dir eine Frau oder ein Haus in den Arsch?
      Ich finde schon das es die Spaltung zwischen NT und ASS gibt. Man muss doch nur mal in den ICD schauen um festzustellen was da alles pathologisiert wird. Das man mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen schon generell vom "normalen" sozialen Leben ausgeschlossen wird ist Fakt. Auch ohne Diagnose. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber ich habe selbst mitbekommen, dass fachliche Kompetenz nicht unbedingt ausschlaggebend für eine Beförderung sind. Es gibt genug Beispiele wo Leute die Karriereleiter "hochgefallen" sind, weil sie nur das gute "verkaufen" können was sie nicht können. Politiker und Manager sind gute Beispiele. Und die beruflich Stellung ist doch zum größten Teil ausschlaggebend für die gesellschaftliche Stellung. Ob nun beruflich und privat, die Spaltung von NTs und ASS habe ich mir ja nicht ausgedacht, sondern sie ist "gelebte" gesellschaftliche Toleranz. :sarcasm: Das war in den 50/60er Jahren das gleiche mit der Gleichstellung der Frauen und ist heute immernoch in den MINT-Berufen genauso. Frauen müssen mehr leisten um die gleiche Stellung zu haben wie Männer. Alles andere ist Traumdenken. Und so ist es mit dem Autismus auch.
    • platzhalter wrote:

      Jeder Dummkopf von NT braucht das nicht und bekommt Haus, Hof und Frau von dieser Gesellschaftsordnung in den Arsch gesteckt. (RW) Egal welche kruden Dinge so in deren Leben ablaufen.
      Och nöö.

      Ich habe weder mit noch ohne Diagnose jemals Frau, Hof und Haus in meinen Allerwertesten geschoben bekommen.

      Wer sich nicht gerne vorurteilsbeladen in eine "Schublade" stecken lassen möchte, sollte solche Pauschalisierungen bei anderen vermeiden.


      Davon abgesehen tut es mir für dich leid, wenn du dich gefühlt "nackig" machen musstest für ein psychologisches Gutachten und dich dabei unwohl fühltest. Je nach Können und Sympathie/Antipathie der Untersucher wird das schon mal unangenehm - andererseits möchtest du ja auch soziale Absicherungen bekommen. Dafür sind gewisse Mitarbeit und Vorleistungen erforderlich.

      Ich glaube "in den Arsch gesteckt" bekommt hier so leicht niemand irgendwas.
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • MangoMambo wrote:

      Welcher? Es gibt so viele arbeitslose, erwerbsunfähige NTs die es nicht schaffe einen Partner zu finden und in Sozialwohnungen leben.
      Stimmt, aber dies ist wohl eher die Ausnahme statt die Regel.
      Im Bezug auf die Erwerbstätigkeit gibt es eindeutig Statistiken.
      teilhabeberatung.de/artikel/he…-in-der-welt-der-autisten
      Kindergärten, Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen, Behörden und die Arbeitswelt sind jedoch auf nicht-autistische Menschen ausgerichtet. Studien belegen, dass der Anteil der Betroffenen bei etwa einem Prozent der Bevölkerung liegt. 90 Prozent der Erwachsenen im Autismus Spektrum sind arbeitslos. Als Folgen können psychische und physische Erkrankungen auftreten.
      Und ich kann sagen, wenn man zu den 90% gehört, einen überdurchschnittlichen IQ hat, sowie außerordentlich Fertigkeiten und Fähigkeiten, dann ist das kein "kann ja mal vorkommen", sondern hat System. Meine Aussage war vielleicht, im Frust, ziemlich plakativ formuliert, aber ich bleibe bei der Kernaussage. Ich habe in der ganzen Sachen schon Anfang des Jahres einen Anwalt beauftragt.

      Capricorn wrote:

      Och nöö.
      Ich habe weder mit noch ohne Diagnose jemals Frau, Hof und Haus in meinen Allerwertesten geschoben bekommen.

      Wer sich nicht gerne vorurteilsbeladen in eine "Schublade" stecken lassen möchte, sollte solche Pauschalisierungen bei anderen vermeiden.
      Auch hier gilt das gleiche wie oben. Die Inklusion und Toleranz mit der sich die Gesellschaft schmückt ist nen Witz. (RW) Im Sommer gab es bei mir im Ort nen Schienenersatzverkehr mit Reisebusse, das heißt, keine Möglichkeit zur Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen, Fahrräder. Selbst Menschen mit Rollator wurde es unmöglich gemacht mit der Bahn zu fahren. Egal ob zum Einkaufen, Arzt oder sonstiges. Den Großteil der Menschen hat es ja nicht betroffen, also gab es auch keinen gesellschaftlichen Aufschrei. Nichtmal in der Zeitung stand etwas. Ich brauche nicht pauschalisieren, das macht die Gesellschaft schon selbst.

      Capricorn wrote:

      andererseits möchtest du ja auch soziale Absicherungen bekommen. Dafür sind gewisse Mitarbeit und Vorleistungen erforderlich.

      Ich glaube "in den Arsch gesteckt" bekommt hier so leicht niemand irgendwas.
      Ganz im Gegenteil, ich will gerade keine soziale Absicherung. Ich will für meinen Lebensunterhalt selbst sorgen. Steht doch eindeutig im Ausgangspost. :!:
    • platzhalter wrote:

      Auch hier gilt das gleiche wie oben. Die Inklusion und Toleranz mit der sich die Gesellschaft schmückt ist nen Witz. (RW) Im Sommer gab es bei mir im Ort nen Schienenersatzverkehr mit Reisebusse, das heißt, keine Möglichkeit zur Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen, Fahrräder. Selbst Menschen mit Rollator wurde es unmöglich gemacht mit der Bahn zu fahren. Egal ob zum Einkaufen, Arzt oder sonstiges. Den Großteil der Menschen hat es ja nicht betroffen, also gab es auch keinen gesellschaftlichen Aufschrei. Nichtmal in der Zeitung stand etwas. Ich brauche nicht pauschalisieren, das macht die Gesellschaft schon selbst.
      Aber gerade dieses Beispiel zeigt doch, dass auch NTs - zumindest einige - starken Einschränkungen unterlegen sind.

      Du hast recht, dass anteilmäßig sehr wenige Autisten in den Arbeitsmarkt integriert sind, du hast recht, dass Vorgesetzte nicht zwingend fachlich versiert sind und dass viel mehr Männer dort landen, aber du hast nicht recht, wenn du behauptest, dass jemand alles in den Arsch geschoben bekommt, nur weil er kein Autist ist.
    • Fidoline wrote:

      aber du hast nicht recht, wenn du behauptest, dass jemand alles in den Arsch geschoben bekommt, nur weil er kein Autist ist.
      Ich habe es ja auch plakativ ausgedrückt. Es geht, wie schon geschrieben, darum, dass ich wesentlich mehr investieren muss um auch nur annähernd das zu erreichen was für NTs im Leben vorgezeichnet ist. (RW) Also ich muss regelrecht darum kämpfen arbeiten zu dürfen, ein NT geht zum Jobcenter und wird notfalls "ohne wenn und aber" qualifiziert. Ein Beispiel. Bei mir im BFW war jemand mit einer abgelaufenen Bewährungsstrafe aufgrund eines Gewaltverbrechens. Der saß keine fünf Minuten bei der Psychologin und hat ohne Probleme die Umschulung genehmigt bekommen. Die Bewährung ist ja abgelaufen. Ich kämpfe ohne Strafakte immer noch darum. Nun will ich nicht sagen, dass er nicht darf, aber warum werde ich dann aufgrund meiner Vergangenheit, bestehend aus Diagnose und Falschdiagnosen, diskriminiert?
      Und wie schon geschrieben, hängt am beruflichen Erfolg auch der soziale. Es gibt ja hier im Forum auch von anderen genug Erfahrung bei denen es Probleme/Selbstzweifel/Abweisung gibt, weil man nicht Teil der Arbeitswelt ist. (RW)