Wenn es eine Pille geben würde, die Autismus heilt, würdet ihr diese nehmen?

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    • Wenn es eine Pille geben würde, die Autismus heilt, würdet ihr diese nehmen?

      Würdet ihr so eine Pille nehmen? 76
      1.  
        Ja! :D (17) 22%
      2.  
        Nein! :( (45) 59%
      3.  
        Schwierige Frage, vielleicht... :| (14) 18%
      Ich hoffe es ist angebracht hier eine Umfrage zu stellen, ich bin noch neu hier.

      Zur Umfrage:
      Angenommen es gäbe eine Pille, die euer Autismus verschwinden lässt, und euch zum NT macht, würdet ihr diese nehmen?

      Ich persönlich ja, da mich mein Asperger teils ziemlich in meiner Lebensqualität einschränkt.
    • Nein,
      sicher, einige meiner Eigenschaften sind unpraktisch aber ich habe auch welche, die ich nicht aufgeben wollen würde, und die stark mit Autismus korellieren also vermutlich mit verschwinden würden. Das betrifft hauptsächlich meine Wahrnehmung; die Synästhesien machen es für mich einfach Daten zu erfassen, oder einfach die Idee, dass meine Persönlichkeit eine ganz andere wäre. Aber ich mag mich wie ich bin, mit allen Fähigkeiten und allen Fehlern.
      Keine Panik!
    • MangoMambo wrote:

      Ich wüsste nicht, wer ich sonst wäre. Meine Persönlichkeit ist denke ich sehr davon geprägt und damit verflochten. Da ich zu viel Sorge davor hätte, wie ich dann wäre würde ich es nicht wollen.
      So sehe ich es auch.

      @Asmus :lol: :thumbup:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • MangoMambo wrote:

      Ich wüsste nicht, wer ich sonst wäre. Meine Persönlichkeit ist denke ich sehr davon geprägt und damit verflochten. Da ich zu viel Sorge davor hätte, wie ich dann wäre würde ich es nicht wollen.
      Ich denke nicht, dass Asperger stark die Persönlichkeit verändert. Es würden eben Schwächen verschwinden, vielleicht auch Stärken, aber vermutlich nicht die Persönlichkeit. Auch ein Mensch ohne Asperger kann ja ungewöhnliche Interessen haben. Wäre das Asperger weg, dann wären nicht die Interessen weg.
    • WannaChangeMyself wrote:

      Ich denke nicht, dass Asperger stark die Persönlichkeit verändert. Es würden eben Schwächen verschwinden, vielleicht auch Stärken, aber vermutlich nicht die Persönlichkeit. Auch ein Mensch ohne Asperger kann ja ungewöhnliche Interessen haben. Wäre das Asperger weg, dann wären nicht die Interessen weg.
      Sicher nicht die ganze Persönlichkeit, aber viele Menschen mit AS, haben manche Eigenschaften die man überwiegend bei AS findet, und die etwas mit dem Charakter zutun haben.
      Sicher haben das auch vereinzelt andere Menschen ohne Autismus, aber dann dafür die anderen Symptome nicht haben.
      Es ist fraglich ob diese Charaktereigenschaften noch so vorhanden sein würden.

      Ich kann ja mal als Beispiel sagen wo ich befürchten würde das das verschwindet wenn ich so eine Medizin nehmen würde:
      - Sinn für Ehrlichkeit
      - Sinn für Korrektheit
      - Gewissenhaftigkeit
      - Gereichtigkeitssinn und Sinn für Gleichgewicht und Fairness
      - Vorsicht schädlichen Dingen gegenüber (weil NT oft das Gruppenzwang-verhalten dem vorziehen)
      - Drang sich wirklich ausgiebig mit einem Thema zu befassen
      - der Wunsch Dinge zu verstehen um eben Autismus-bedingen Problemen aus dem Weg zu gehen (Lernen von Prevention durch Verstehen und Rücksicht auf andere)

      Vieles von den oben genannten Dingen könnten bzw würden komplett wegfallen, aber ich sehe sie als positive Eigenschaften. Vielleicht nicht für mich persönlich, nicht immer jedenfalls für meinen Vorteil aber egoistisch und Rücksichtslosigkeit sind auch bei NT keine positiv befleckten Eigenschaften, auch wenn NT oft mit Doppelmoral handeln.
      Viele, wenn nicht sogar die meisten NT zeigen die oben genannten Eigenschaften nicht, weil sie entweder für sich selbst oder um anderen zu gefallen anders handeln.
      Ich habe recht lange gebraucht um das zu verstehen, aber ich habe für mich selbst erkannt, das das nicht richtig ist und mir schwer fallen würde, müsste ich mich dazu zwingen.
      NT scheinen andere Prioritäten zu haben. Im Bezug auf das sich selber schaden nur für die Gunst anderer, scheint dies ein sehr sehr typisches NT-verhalten zu sein.
      Grund: Für sie ist es sehr viel wichtiger wohlgesonnene andere NT um sich zu haben, das macht sie glücklich.
      Wenn sie also dafür etwas tun müssen was ihnen schadet, nur um dazu zu gehören, tun sie das, jedenfalls in den meisten Fällen.
      Unter Autisten scheint dieses Verhalten sehr selten zu sein. Oft wird es nicht verstanden was das soll, und die die es verstehen, erkennen den für sie positiven Sinn nicht.
      Ich auch nicht. Ich habe mir immer gesagt, das Leute die sowas von mir verlangen, keine Freunde sein können, sie respektieren mich nicht wenn ich dies oder das was mir schadet ablehne (zum Beispiel rauchen, alkohol, kiffen etc)
    • WannaChangeMyself wrote:

      Ich denke nicht, dass Asperger stark die Persönlichkeit verändert. Es würden eben Schwächen verschwinden, vielleicht auch Stärken, aber vermutlich nicht die Persönlichkeit. Auch ein Mensch ohne Asperger kann ja ungewöhnliche Interessen haben. Wäre das Asperger weg, dann wären nicht die Interessen weg.
      Sehe ich auch so.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hallo,
      auf keinen Fall (Tablette nehmen). Was wäre dann noch von mir übrig? Asperger ist alles was ich habe und was ich bin!

      Und wie kannst du oben schreiben, Asperger beeinflusst nicht die Persönlichkeit? @WannaChangeMyself ??
      Was denn sonst? Asperger beeinflusst alles, jeden Tag, 24h. Es gibt kein "Teilzeit Asperger". Oder siehst du das etwa anders?
      Gibt es Asperger, die auf der Arbeit/ in der Öffentlichkeit Asperger sind und zu Hause/ hinter verschlossenen Türen "normal" werden/ keine autistischen Verhaltensweisen mehr zeigen?
      Ich kenne keine und ich bin auch nicht so ein rares Exemplar... bitte zeige mir eins, solltest du je so eines finden/ sehen.
      (Das ist nicht böse gemeint, ich frage aus Interesse/ kann es einfach nicht glauben!)


      Ich denke, wenn man Autismus/ Asperger aus einer Person "rauszieht/ löscht" (vorausgesetzt das wäre irgendwie möglich), dann verschwindet einfach alles:

      - Interessen (inklusive Spezialinteressen)
      - Detailblick
      - Fokus
      - Ehrlichkeit (die nicht immer angenehm für andere ist/ gebe ich zu!)
      - Loyalität
      - persönliche Stärken (und auch Schwächen)/ alles was einen Menschen ausmacht
      - Gefühle (wie man fühlt/ wie stark/ wie schwach/ wann/ verzögert/ sofort/ impulsiv... einfach alles...)
      ...

      Die Liste ist lang und es gibt so viele Punkte, wie es Menschen gibt. Jede/r ist anders. Und jede/r darf sein, wie er/ sie ist.
      Punkt! Asperger ist gut so. Da muss man nix löschen. Keine Tablette dagegen nehmen/ erfinden (finde ich) und anscheinend viele andere auch.
      Komorbiditäten sind unschön- ja, das stimmt. Die Umwelt versteht oft nicht, reagiert nicht gut oder falsch. Das tut weh/ gehört geändert. Ja! Aber dafür muss nicht der Mensch mit Asperger eine Tablette nehmen und SICH ändern und Asperger löschen.
      Nein! Das ist nicht nötig und wäre sehr schade um den Menschen und die ganze Persönlichkeit. Denn die geht damit verloren!

      Also- wenn du das überlegst- schau lieber, dass dein Umfeld für dich passt/ du deine Bedingungen verbessern kannst. Und du dein "eigenes, kleines Reich" zu Hause hast/ einen sicheren Ort zum Ausruhen.

      Nicht DU bist das Problem (kenne dich persönlich jetzt nicht- ist generell gemeint/ Asperger- spezifisch).
      Vielleicht (!) sind viele Dinge für dich schwierig. Daran kann man aber arbeiten. Das muss man wollen.
      Es tut manchmal "weh" (im übertragenen Sinne), aber es ist möglich. Gib nicht auf!

      Viel Glück! LG Veronika. :)
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Kommt drauf an wie es gemeint ist und was sie wirklich tut. Baut sie den ganzen Menschen neu auf? Ohne begrenzte Energie, mit Empathie, mit wissen um Smalltalk dafür eventuell weniger seiner eigenen Eigenschaften... Oder wirkt sie so wie das was wir heute schon ein Teil auf den Markt haben, mehr Reiz Filter, bessere Interaktion, weniger Angst?

      Ich würde so eine Tablrtte sofort nehmen wenn sie meinen leid ein Ende macht. Ich nehme jetzt schon eine Menge Medikamente die Teile der Probleme lösen und ich wäre echt gern "normal" Mal zu einer Gruppe dazu gehören, nicht immer Außenseiter sein... Andere Menschen verstehen....hmm
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Ich würde zumindest eine Pille nehmen, die meine permanenten sozialen Ängste, Minderwertigkeitskomplexe und Depressionen möglichst dauerhaft ausschaltet.

      Ob diese allerdings ein direktes Produkt meiner autistischen Entwicklungsstörung sind, oder doch vielmehr das Ergebnis negativer Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen lasse ich dabei offen.

      Meine grundlegende Persönlichkeit (mit den Spezialinteressen, der Detailverliebtheit usw.) würde ich allerdings gerne beibehalten wollen, obwohl diese auch mit meinem AS im Zusammenhang stehen.

      Andererseits ist es aus meiner Sicht ein bisschen komisch, den eigenen Autismus als Behinderung zu sehen, aber ihn dennoch beibehalten zu wollen, weil er die Persönlichkeit ausmacht. Darf aber natürlich jeder gerne diese Meinung vertreten...
    • Wäre ich tiefer im Spektrum und nicht nur am Rand, würde ich mich vermutlich eher für "Ja" entscheiden. Aber so fällt mir die Entscheidung ziemlich leicht. Außerdem ist damit nicht gesagt, dass man als Nichtautist zwangsläufig völlig ohne Schwierigkeiten oder Probleme dasteht. Sie wären lediglich anderer Natur. (RW)