Autismus mit 50. Langes Leben, viel gelernt...viel versäumt ?

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    • Leonora wrote:

      "Verpasst" passt für mich als Begriff auch, wenn man ihn zeitlich versteht. So, wie man einen Zug verpassen kann. Ich habe mich schon weiterentwickelt über die Jahre, hatte aber mehrfach schon das Gefühl, für einen Entwicklungsschritt erst dann "soweit" zu sein, wenn die Zeit dazu eigentlich schon wieder vorbei war.
      und

      Leonora wrote:

      Ich sehe für mich auch eine Weiterentwicklung in den sozialen bzw. emotionalen Bereichen, aber sie war im Vergleich zu anderen Bereichen wie inhaltlichen Interessen schon in der Kindheit und Jugend deutlich "zurück".

      Ja, ich habe mich immer als emotional im Grunde sehr unreif erlebt und tue es noch; es kommt öfter vor, dass ich mich für Dinge, die ich sage, tue oder auch nur denke direkt danach schäme, weil ich denke, dass man in meinem Alter eigentlich anders reagieren sollte. Das bessert sich aber auch kaum, das heißt, meine Lernfähigkeit erlebe ich da als deutlich eingeschränkt. :(

      Leonora wrote:

      Zugleich sorgen die "reifen" inhaltlichen Interessen auch oft dafür, dass die sozialen Probleme vom Umfeld unterschätzt oder sogar übersehen werden.

      Das habe ich besonders stark in der Schule erlebt, wo ich mich sehr zurückgezogen und durch permanente Arbeit beste Noten produziert habe, aber praktisch keinerlei Anschluss an meine Klassenkameraden hatte. Letzteres schien den Lehrern/-innen völlig egal zu sein; es wurde immer nur darauf hingewiesen, was für eine vorbildliche Schülerin ich doch sei.
      Manchmal denke ich, dass mir vielleicht viel Leid erspart geblieben wäre, wenn schon zu diesem Zeitpunkt die Erwachsenen, insbesondere die Lehrer, mal mit Nachdruck auf meine soziale Isolation aufmerksam gemacht hätten.
    • Also wenn ich mit die letzten Beiträge so durchlese muss ich sagen, dass ich glaube ich einfach nur verdammtes Glück hatte.
      Wenn Klassenkameraden mit 13 schon ihr ersten Partner gesucht haben, hat mich das nicht interessiert, mit 14 wurde ich ausgelacht, dass ich noch keinen Freund hatte, mit 16 waren sie dann sauer dass ich nicht „verrate“ wer mein Freund sei, weil sie mir nicht glauben wollten, dass ich keinen hätte. Dieses ganze Theater, dass ich von den anderen damals mitbekommen habe, habe ich ebenso verpasst. Dieses „erste Date“, „Händchenhalten“, „Briefchen schreiben“, „ins Kino gehen“ kenne ich so alles nicht. Eigentlich hatte ich dann nur Glück, dass ich nit 17 einem übern Weg gestolpert bin, der komplett anders war. Wobei man weder mein Ex noch mein Mann (den hab ich mit 19 kennengelernt) als normale Jungs bezeichnen kann, da sie auch eher eine schräge Laufbahn hatten/haben. Auffälliges Verhalten, sozial nicht kompetent oder angepasst, haben viel Ärger gemacht, Problemkinder in der Schule trotz eigentlich hohem IQ, wurden vom Umfeld als „störend“ empfunden. Dementsprechend war/ist meine Beziehung wohl anders als man es als „normal“ bezeichnen würde, vieles hat nicht die Entwicklung genommen wie ich es von anderen kenne und ich wurde da oft drauf hingewiesen und gefragt warum ich das mache. Letztendlich bin ich ich aber froh dass ich überhaupt so weit gekommen bin, zwar hab ich vieles verpasst, aber mittlerweile suche ich danach auch nicht mehr. Habe lange aufgehört die Prinzipien von anderen bei mir zu suchen, daher kann ich mich recht gut damit abfinden. Ich denke diese Erwartungshaltung ist das, was vieles von vornerein schon zunichte macht.
      Selbstdiagose...
    • Ja, das find ich auch. Ich hatte bereits mit 17 (in Bayern, auf dem tiefsten Land, Wolnzach) meine erste "richtige" Beziehung. Das bedeutete für mich, den ganzen Tag die Nähe eines anderen Menschen zu ertragen (auch seine Launen, seine Meinung zu allem), ohne einen Rückzugsraum zu haben (Wohnzimmer-Schlafzimmer-Küche), jeden Abend in dieselbe Kneipe mit denselben Leuten zu gehen und sich mit Bier zuzuschütten, viel fernzusehen, viel rumzusitzen und alles mit dem anderen Menschen abstimmen zu müssen. Es war wahnsinnig langweilig !!!!!!! Es war die Hölle !!!!!!

      Das waren verlorene Jahre, und mit meinem jetzigen Wissen kann ich nur sagen: na klar war das nichts für mich. Damals hatte ich natürlich große Versagensgefühle: warum können die anderen das aushalten, und ich nicht ? Warum leide ich darunter so ? Warum langweile ich mich mit diesen netten Menschen so furchtbar ? Und ich habe vier Jahre gebraucht, um da wieder raus zu kommen. Natürlich war ich dann an der Trennung "schuld". Nächste Beziehung, dieselben Probleme, Trennung, ich bin schuld.usw....

      Und ich habe gelernt, daß Alkohol mir hilft, über meine eigenen Grenzen hinwegzulatschen. Das habe ich auch mein Leben lang so gehalten. Viel Zigaretten rauchen, das unterdrückt die Emotionen, jeden Tag Alkohol trinken, das läßt mich vergessen, daß ich völlig überfordert bin und meine Lebensumstände ganz anders sind als ich sie brauche. Dafür sieht alles nach außen hin nach einem "normalen" Leben aus. Bis vor ca. 5 Jahren habe ich das so gemacht, dann ist alles zusammengebrochen. Dann die Diagnose, dann der beginnende Erkenntnisprozess. Keine Zigaretten, kein Alkohol mehr.
    • MonaLisa wrote:

      Ja, ich habe mich immer als emotional im Grunde sehr unreif erlebt und tue es noch; es kommt öfter vor, dass ich mich für Dinge, die ich sage, tue oder auch nur denke direkt danach schäme, weil ich denke, dass man in meinem Alter eigentlich anders reagieren sollte. Das bessert sich aber auch kaum, das heißt, meine Lernfähigkeit erlebe ich da als deutlich eingeschränkt.
      Das geht mir ebenso. Lernfähig bin ich zwar schon, aber das Tempo dabei ist so langsam, dass der Abstand zu dem, was in meinem Alter eigentlich normal und erwartbar wäre, immer größer wird. Und es kann zwischendurch auch immer wieder Rückschläge geben, bzw. Situationen, in denen ich plötzlich noch viel unreifer reagiere, als ich selbst gedacht hätte.

      MonaLisa wrote:

      Das habe ich besonders stark in der Schule erlebt, wo ich mich sehr zurückgezogen und durch permanente Arbeit beste Noten produziert habe, aber praktisch keinerlei Anschluss an meine Klassenkameraden hatte. Letzteres schien den Lehrern/-innen völlig egal zu sein; es wurde immer nur darauf hingewiesen, was für eine vorbildliche Schülerin ich doch sei.
      Auch das ging mir ähnlich. Es gab Lehrer, die mich meinen Mitschülern immer wieder als positives Beispiel präsentierten. Was mich natürlich nicht beliebter machte, im Gegenteil. Völlig isoliert war ich in meiner Schulzeit zwar nicht, aber es gab mehrfach Punkte, wo ich kurz davor war. Ich hatte auch immer den Eindruck, mich anstrengen und gezielt gegensteuern zu müssen, um nicht allein darzustehen. Wirkliche Freundschaften hatte ich auch nur teilweise, über weite Strecken waren das eher Zweckgemeinschaften mit anderen Außenseitern, was mir auch damals schon bewusst war. Im Grunde maskierte ich eher, dass ich nicht zurecht kam, eine "echte Pubertät" im sozialen Sinne habe ich nicht erlebt. Zu einem gewissen Grad wusste ich das sogar, aber die Erwachsenen in meinem Umfeld haben es vermutlich nicht ansatzweise gemerkt. Eher wurde ich für besonders reif und interessiert gehalten.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Das, was hier einige über ihre Schul- und Jugendzeit geschrieben habe, trifft auf mich übrigens auch zu und ich hatte auch schon den Gedanken, dass man dadurch, dass man in einem bestimmten Alter wenig Kontakte zu Gleichaltrigen hatte, den Umgang nicht gelernt hat. Bestimmt verstärken sich dadurch die vorhandenen sozialen Probleme.
      Allerdings finde ich nicht, dass wenig Beziehungserfahrung zwingend besagt, dass man nicht weiß, welcher Partner zu einem passt oder schlechter eine Beziehung führen kann. Gerade, dass ich viel Zeit alleine und sehr (selbst)reflektierend verbracht habe, ist da doch hilfreicher, als zB Leute, die sich von einer "Beziehung" in die nächste stürzen, weil sie Angst mit sich alleine haben. Klar, es kann anderen komisch vorkommen, wenn man in einem bestimmten Alter wenig Beziehungserfahrung hat...
    • Vor allem kann das Problem ja sein, daß man bestimmte Eigenschaften einfach nicht lernen KANN, und dadurch ist es egal, wie viel Gelegenheit man dazu hatte, diese zu üben. Einfaches Beispiel: Small talk.

      Ich glaube, in Sachen Beziehung ist jede für sich einzigartig und nicht zu vergleichen, weil fremde Menschen doch immer ein Universum für sich darstellen, egal ob NT oder nicht. Da gibt es nichts einzuüben, da kann ich nicht irgendwie speziell soundso "sein", ich kann nur ICH sein, sonst ist die ganze Beziehung nichts wert, und ich kann nur (Verhaltens-)regeln einüben, damit das Ganze funktioniert, und die muß ich nunmal wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung mit der Person ausmachen, die es angeht, egal ob mit 15, 30 oder 70, oder ?

      Erfahrungen zu sammeln ist sicherlich wertvoll, aber oft ist es so wie mit dem Abitur oder einer anderen für wichtig gehaltenen Ausbildung: wenn man es hat, weiß man, daß man es nicht gebraucht hätte.
    • Gerit wrote:

      Vor allem kann das Problem ja sein, daß man bestimmte Eigenschaften einfach nicht lernen KANN, und dadurch ist es egal, wie viel Gelegenheit man dazu hatte, diese zu üben. Einfaches Beispiel: Small talk.
      Das hängt davon ab. Die Frage ist eben auch ob man das will. Also hier im Forum beispielsweise äußern ja einige, dass Sie Small Talk nicht verstehen und ihn ablehnen und doof finden. Dann kann man das natürlich nicht lernen. Natürlich gibt es bestimmt auch Leute, die es wollen aber trotzdem nicht können. Aber der Wille muss zumindest vorhanden sein. Small Talk hat zumindest den Vorteil, dass die Themen recht gut abgrenzbar sind und es sehr oberflächlich ist und daher auch standardisiert. Also mit auswendig gelernten Floskeln kann man da recht viel erreichen.
    • Ich habe mal ein Zitat gelesen: "Gehe in eine Beziehung als König, nicht als Bettler". Ich fand das eindrücklich, weil ich genau das bei Freunden immer wieder beobachte: ..ich brauche das und das in einer Beziehung.... ich will eine Partnerin, die blablabla...., Er/sie muß ....; da frage ich (wenn ich um einen Tip gebeten werde): und was hast DU einem zukünftigen Partner anzubieten ? Womit möchtest Du jemandem Lust machen, mit Dir zusammen zu sein ?

      Das ist doch der Punkt, wo ich persönlich ansetzen könnte. Habe ich schöne Geschichten zu erzählen ? Habe ich gelernt zuzuhören ? Weiß ich grundsätzlich, wie ich sexuell agieren muß, um ihm/ihr Freunde zu bereiten ? Habe ich gelernt, emotional für mich selbst zu sorgen, oder brauche ich den anderen als seelischen Mülleimer?

      Oder wie seht ihr das ?
    • Leonora wrote:

      Es gab Lehrer, die mich meinen Mitschülern immer wieder als positives Beispiel präsentierten. Was mich natürlich nicht beliebter machte, im Gegenteil.

      Ich war bei vielen als "Streberin" verschrien, und ich habe mich vor diesem Wort regelrecht gefürchtet, weil es in meinen Augen stark die Abneigung und mutmaßliche Verachtung der anderen mir gegenüber ausdrückte. Ich hatte damals regelrecht Angst vor "verbalen" Übergriffen und habe Zwänge auf der Basis von Kontaminationsängsten entwickelt, weil ich immer dachte, die anderen wollten mir in irgendeiner Weise schaden. Das hat die Situation noch viel schlimmer gemacht, als sie ohnehin schon war, und von dieser Art von Zwängen bin ich auch heute noch nicht ganz frei.

      Leonora wrote:

      Zweckgemeinschaften mit anderen Außenseitern

      Ja, mit (anderen) Außenseitern kam ich auch oft am besten klar, auch wenn das allenfalls oberflächliche Beziehungen waren. Klar, so ein "Außenseiter-Status" schweißt irgendwie zusammen; die Leute sind auch meist toleranter.

      Leonora wrote:

      die Erwachsenen in meinem Umfeld haben es vermutlich nicht ansatzweise gemerkt. Eher wurde ich für besonders reif und interessiert gehalten.

      Ich bin von 1984 bis 1997 in die Schule gegangen. Manchmal frage ich mich, ob man heute stärker auf solche Dinge wie soziale Isolation achtet und auch z. B. mal einen Psychologen einschaltet oder zumindest privat empfiehlt. In meinem Umfeld habe ich so etwas nie erlebt.

      Fidoline wrote:

      ich hatte auch schon den Gedanken, dass man dadurch, dass man in einem bestimmten Alter wenig Kontakte zu Gleichaltrigen hatte, den Umgang nicht gelernt hat. Bestimmt verstärken sich dadurch die vorhandenen sozialen Probleme.

      Das war jahrzehntelang meine Grundannahme, der Umstand, den ich für alle nachfolgenden Probleme verantwortlich gemacht habe. Auch deswegen habe ich nie nach anderen Ursachen, wie z. B. eine ASS, gesucht.
      Du hast mit Sicherheit recht; das Fehlen einer "Peer Group", insbesondere in der für die persönliche Entwicklung so wichtigen Pubertät, wirkt sich zusätzlich negativ auf das soziale Verhalten aus, und die verpassten Lernmöglichkeiten bieten sich im späteren Leben so meist nicht mehr.
      Ich habe oft gedacht: Scheiße, du hast es für den Rest deines Lebens verbockt. Da ist es wenigstens ein kleiner Trost hier zu lesen, dass es noch andere Menschen gibt, denen es genauso geht.
    • Leonora wrote:

      Ja, die soziale und die intellektuelle Entwicklung klaffen da oft sehr weit auseinander, auch meinem Eindruck nach. Das zeigt sich auch darin, dass sehr "reife" und sehr "kindliche" Interessen oft nebeneinander bestehen und das eine widersprüchlich wirkende Persönlichkeit ergeben kann. Zugleich sorgen die "reifen" inhaltlichen Interessen auch oft dafür, dass die sozialen Probleme vom Umfeld unterschätzt oder sogar übersehen werden.
      das sehe ich bei mir im Rückblick auch so .
      an der Oberfläche wurden immer 'Begabung' und 'Intelligenz' gelobt und dass ich mich als Kind und Teenager für soviel Wissen interessiert habe, wobei ein sehr wichtiges Umfeld, nämlich die Eltern bzw dann Mutter, das eigentlich als irgendwie selbstverständlich gesehen hat also nicht als eine Leistung die zu loben gewesen wäre. das hab ich irgendwie irgendwann internalisiert und stark überzogene Leistungsansprüche auf dem intellektuellen Feld entwickelt, die ich phasenweise noch erfüllen konnte, bis ich dann regelmäßig in das andere Extrem der Verweigerung gekippt bin mit der paraktischen Folge der Studienabbrüche.
      unter dieser Oberfläche gab und gibt es immer noch eine Art kindlichen Kern eine teilweise nicht vollzogene psychische und emotionale Reifung. es war ein riesiger Kraftakt, diese Oberfläche aufrechtzuerhalten, das war mir aber gar nicht so bewusst, bis in die letzten Jahre, als sich dann der Kollaps ankündigte und eintrat. meine sozialen Probleme wurden zwar nicht völlig übersehen, in den Zeugnissen finden sich wiederkehrend Bemerkungen zu „mangelnder Integration“, aber eine konkrete Hilfe gab es nicht, von niemandem; ungünstigerweise war die Psychiatrie in meinem Umfeld und damit meinem Wissenstand eine Bedrohung, eine Schande, nicht eine Hilfe. wobei ich leider auch selber Anteil hatte, nicht mal einfache Hilfen annehmen zu können, weil ich mich dann zeitweise sehr abgekapselt habe, weil ich durchaus irgendwie eine schwere Kontaktstörung und eine irgendwie diffuse 'Unnormalität' wahrgenommen habe, aber hauptsächlich versucht habe, es irgendwie versteckt zu halten, damit niemand es bemerkt eben durch Kontaktvermeidung; oder wenn es bessere Zeiten mit mehr Umfeld und Freundschaften gab, dann habe ich versucht, die Kontakte halt so nachzumachen, wie sie für meine Begriffe die Anderen gestaltet hatten. damit fehlt mir eben nicht mehr aufholbar das soziale Lernen, wie Kontakte und Beziehungen mit welchen passenden Menschen nach meinen Bedürfnissen gelingen können

      The post was edited 3 times, last by Pechblende ().

    • Gerit wrote:

      @Zodd: ja, schon, aber diese spontane (witzige/schlagfertige..) Reaktion auf etwas was der andere sagt, das kann ich zB nicht und lerne das vermutlich auch in 100 Jahren nicht mehr ..
      Das ist aber glaube ich für den Standard bzw. den Minimum Small Talkj nicht notwendig. Also da gibt es ja Abstufungen, kalr wird man nicht zum meister des Smal Talks, aber Smal Talk prinzipiell beherrschen heißt dann nicht darin zu brillieren, sondern eben nicht negativ aufzufallen bzw. gar nichts zu sagen.
    • Zodd wrote:

      Small Talk hat zumindest den Vorteil, dass die Themen recht gut abgrenzbar sind und es sehr oberflächlich ist und daher auch standardisiert. Also mit auswendig gelernten Floskeln kann man da recht viel erreichen.
      Super erklärt Zodd!!
      Beispiel, mein typisches Smalltalk verhalten: ( Flucht nach vorne!!! :) )

      Hi Kathrin!
      Alles klar bei dir?
      Wie war der Urlaub/ das Wochenende?
      ( Nach einer Redepause: und sonst passt alles?)

      Dann redet erst Mal Kathrin und ich bin draußen :)
      Va die Floskel ' Alles klar?!' mit einem lachen kommt gut an, das war ein absolutes Upgrade...
      ( Alles oberflächlich, ich weiß :nerved: )
    • Klar ist das gekünstelt, total. Mich wundert auch dass es funktioniert. Aber es klappt, ich merke ja dass es seit dem allgemein besser läuft in der Arbeit.
      Meinem Anspruch authentisch zu sein wird dieses Verhalten nicht gerecht. Aber so ist die Welt nun mal, das habe ich nach 16 Jahren in einem sozialen Beruf begriffen.
    • Gerit wrote:

      Das große Wunder ist doch die Erfahrung der Liebe, am besten der gegenseitigen Liebe, und ich habe noch nicht gehört, daß Autisten das nicht genauso fühlen wie NTs.
      Ich war zumindest noch nie verliebt, daher habe ich die Vermutung, dass ich derartige Gefühle nicht habe. Aber da habe ich auch nichts vermisst bisher.
      Alles wird galaktisch gut.