Begriff "seelische Störung" problematisch?

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    • Ariel77 wrote:

      @molle66 es geht hier um behördliche Schreiben wie beim GdB o.ä.
      Klar , aber unsere Gesellschaft ist nun mal von religiösen Begriffen geprägt.
      Im übrigen ist Asperger Autismus erst dann eine Behinderung wenn man mit anderen
      " normalen " Menschen konfrontiert ist,.
      Ich hatte zum Beispiel erst Probleme im Kindergarten und in der Schule ,als ich auf Grund meines Andersseins von der Gemeinschaft verlacht wurde.
      Was dann auf dem GdB Jagdschein draufsteht ist ja letztendlich völlig Wurst, Hauptsache ich habe ihn.Ich denke mir meinen Teil , und lache darüber.
      Im Osten hieß es mir mangelt es am Kollektivgeist .
      Gleich zwei religiöse Begriffe Kollekte , Geist. Und das in einem atheistischen Sraat.
      Mich stört eher die neue Religion, die genüsslich seit Febraur diesen Jahres zelebriert wird .
      Man sollte sich also nicht nur über solch eine Wortwahl aufregen.
      Alles liegt im Auge des Betrachters...
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • molle66 wrote:

      Die fachgerechte Übersetzung für Psychiater ins Deutsche ist "Seelenklempner".
      Der bringt einen wieder in Ordnung, wenn man vorher nicht ganz dicht war...

      molle66 wrote:

      Im übrigen ist Asperger Autismus erst dann eine Behinderung wenn man mit anderen
      " normalen " Menschen konfrontiert ist
      Nö, stimmt nicht. Als kleines Kind merkt man das selber natürlich noch nicht, aber im späteren Leben bringt Autismus viele Einschränkungen mit sich, für die andere Menschen rein gar nichts können. Gerade durch die übertriebenen Reaktionen der Amygdala oder den nicht ganz so guten exekutiven Funktionen.

      Entschuldigung, wenn es off-topic ist.
      Alles wird galaktisch gut.
    • molle66 wrote:

      Im übrigen ist Asperger Autismus erst dann eine Behinderung wenn man mit anderen
      " normalen " Menschen konfrontiert ist,.
      Für mich stimmt das nicht. Auch alleine oder mit einem (meinem) zum Glück sehr hilfreichen und positiven Umfeld bin ich leider behindert. Autismus ist nicht nur der soziale Faktor. Meine Kommunikation, meine Motorik, meine Reizverarbeitung sind von Einschränkungen geprägt. Die Kommunikation darüber kann man hinwegsehen (gäbe es ja nicht ohne andere Menschen), aber meine Sinneswahrnehmungen und Motorik sind nicht von anderen Menschen abhängig. Zeitwahrnehmung, Alltagsstrukturierung sind auch oder grade ohne andere Menschen eingeschränkt. Meine Probleme mit den exekutiven Funktionen sind auch nicht von anderen Menschen abhängig.
    • @Shenya Das kommt ja noch dazu.
      Die Klassifizierung als seelisch beeinträchtigt erfolgt aber vor allem durch die lieben Mitmenschen , und nicht durch den Schnürsenkel den man nicht binden kann.
      Ich habe den Spieß lange Zeit umgedreht ,und immerhin bis zum 53. Lebensjahr funktioniert dank Teilzeitjob und viel Ablenkung.
      Jetzt ist natürlich der Punkt erreicht wo es nicht mehr geht, deshalb bin ich hier jetzt dabei.
      Ich kann diese Abqualifizierung als Seelenkrüppel nur ins lächerliche ziehen,weil
      Asperger selber Asperger hatte (haha!)

      Hier drin stehts

      Er hatte eben den perfekten Job.

      @MangoMambo
      Genau jetzt wo das Kind einen Namen hat (RW) bei mir sehe ich das auch so,
      behindert fühle ich mich auch,aber nicht hauptsächlich seelisch.
      Gefühle, Empfindungen habe ich ja ,oft eher zu viel,ich bin doch nicht seelenlos.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen

      The post was edited 2 times, last by molle66 ().

    • Ich würde auch sagen die größten Einschränkungen, die ich habe, sind nicht psychischer Natur.
      Meine Reizverarbeitungsprobleme und motorischen Schwierigkeiten schränken mich ein und belasten auch dadurch etwas psychisch aber je nach Stresslage kann ich damit gut umgehen mit dieser psychischen Belastung.
      Und die Kommunikationsprobleme sind denke ich auch viel Folge der veränderten Wahrnehmung und der Probleme Blickkontakt, Mimik und Körpersprache und Tonfall zu steuern. Ich bin selbstbewusst, ich habe keine sozialen Ängste und ich liebe meine Mitmenschen. Ich fühle mich nicht psychisch beeinträchtigt, eher neurologisch.
    • molle66 wrote:

      Gefühle, Empfindungen habe ich ja ,oft eher zu viel
      Darüber berichten viele Autisten, ich kenne das problem auch selbst.
      Hier kann das was mambo erzählte auch passieren ohne das man Kontakt mit anderen menschen hat.
      Wenn man durch eine schlecht funktionierende Motorik etwas nicht hinbekommt, kann man emotional auch schnell wegen sich selbst überfordert sein, das ist mir auch schon sehr oft passiert. Mein vater hat das gleiche Problem. Ich habe es von ihm geerbt.
      Ich selbst erlebe allerdings das mich solche Überforderungen öfter in Verbindung mit anderen menschen erlebe als wenn ich etwas versuche und es nicht hinbekomme.
      Vielleicht liegt das aber einfach nur daran das bei mir diese Situationen in Verbindung mit anderen Menschen einfach häufiger und schneller passieren können weil ich sozial gesehen mehr Defizite habe als körperlich und motorisch.
      Alltagsstruktur ist auch etwas mit dem ich selbst Probleme habe, es geht wenn ich nicht so viele Aufgaben habe, so das ich genug zeit habe auch mal was zu vergessen. Das geht aber nur wenn mir andere sehr viel abnehmen, sonst klappt das nicht.
      Ich komme darum in einem heim oder/und in der WfbM auch besser zurecht als alleine ohne diese Hilfen.
      Ich lebe momentan nicht in einem Heim sondern bei meiner Mutter die mir sehr viel abnimmt. Jetzt wo ich in der WfbM bin, habe ich meist keine Energie mehr und auch garkeinen Kopf für die meisten häuslichen Dinge.
      Sie fallen mir folglich garnicht mehr ein, ich müsste daran erinnert werden.
      Ich bin froh das ich es hinbekomme trotzdem noch regelmäßig zu baden und rasieren damit ich für andere nicht unangenehm rieche und aussehe, und ich versuche noch die Wäsche zu waschen aber das fällt mir bereits schwer.
      In den Einrichtungen wo ich früher war, wurde man an solche Sachen erinnert, man war ja auch nicht allein, es gab ständig Ansprechpartner oder man hatte ständig mehrmals täglich Fachleute im Alltag die einen begleitet haben und geschaut haben das man sich erinnert und die Dinge macht die wichtig sind.
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Das Wort "Seele" steckt übrigens sowohl im Begriff der Psychiatrie als auch in jenem der Psychologie - Psyche ist das (alt)griechische Wort für Seele und steht in diesem Zusammenhang für das Innenleben des Menschen ohne religiöse oder metaphysische Bedeutung. Daran ist nichts unwissenschaftlich.Autismus gilt allerdings nicht als seelische Störung sondern als tiefgreifende Entwicklungsstörung, insofern hast Du Recht. Wobei das aus dem Hintergrund Deiner Kritik, @Ariel77, wahrscheinlich auch nicht befriedigend ist.
      Doch. Es ist unwissenschaftlich. Denn in der wissenschaftlichen Sprache der Psychologie wird Seele nicht mehr verwendet und sich aus eben dieser ideologischen Überfrachtung des Seelenbegriffs von diesem distanziert.
    • Mandelkern wrote:

      Doch. Es ist unwissenschaftlich. Denn in der wissenschaftlichen Sprache der Psychologie wird Seele nicht mehr verwendet und sich aus eben dieser ideologischen Überfrachtung des Seelenbegriffs von diesem distanziert.
      Dasselbe Kind beim griechischen Namen (Psyche) zu nennen, ist Dir dagegen wissenschaftlich genug? Ich wiederum halte nichts davon, sich hinter Fremdwörtern zu verstecken. Ebensowenig davon, Wörter und ihre Bedeutung auf eine von vielen Färbungen bzw Konnotationen zu reduzieren, was man im Falle des Begriffes "Seele" tut, wenn man nur die religiöse Bedeutung gelten lässt.
      Achtung, eigene Sprache!

      The post was edited 1 time, last by Eurich Wolkengrob ().

    • Ariel77 wrote:

      was haltet ihr eigentlich von dem Begriff "seelische Störung" womit das Asperger Syndrom in der Bürokratie gerne bezeichnet wird? Ich finde es eine Zumutung da extrem unwissenschaftlich (Seele? Ja vielleicht aber..?) und auch irreführend was die Problematik angeht.
      Das sehe ich auch so.Ich habe mal (weiss leider nicht mehr wo) im Zusammenhang mit AS den Begriff "Verhaltensbehinderung" gelesen.Das trifft es meiner Meinung nach schon besser.
    • Ariel77 wrote:

      Ich finde es eine Zumutung da extrem unwissenschaftlich
      Ich nicht.

      Ariel77 wrote:

      Da braucht man in einem laizistischen Staat keine religiös angehauchte Begriffe oder? Wisst ihr ob das irgendwo schon Thema ist?
      Die Seele ist kein rein religiös angehauchter Begriff. Auch Philosophie und - *Trommelwirbel* - die Psychologie nutzt diesen Begriff, ohne dabei an einen religiösen Kontext zu denken.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Die Seele ist kein rein religiös angehauchter Begriff. Auch Philosophie und - *Trommelwirbel* - die Psychologie nutzt diesen Begriff, ohne dabei an einen religiösen Kontext zu denken.
      Aber ursprünglich ist es schon ein religiöser Begriff, der nur von der Psychologie übernommen wurde. Früher glaubte man ja auch an eine Seele, und Seele und Verstand waren noch nicht so getrennt wie heute. Die Leute glaubten wirklich, dass die Seele krank ist, wenn jemand z.B. Depressionen oder Schizophrenie hatte. Heute sieht man das aber nicht mehr so, und deshalb finde ich den Begriff Seele auch veraltet in dem Zusammenhang. Seele sollte wieder rein der Religion vorbehalten sein, die Psychologie sollte sich davon distanzieren.
      Mich stört der Begriff zwar rein praktisch nicht extrem, aber wenn man es grundsätzlich sieht, dann ist er halt schon falsch bzw. veraltet.

      Oder wenn man sagt, Seele sei gleichbedeutend mit Psyche, dann bräuchte die Religion einen neuen Begriff, denn für die Religion sind es definitiv zwei Paar Stiefel, ob man von Seele oder Gehirn/Psyche spricht, würde ich sagen. Die Seele ist der "göttliche" Teil im Menschen, der nach dem Tod weiterlebt. Psyche/Gehirn ist aber was anderes, ganz egal, ob das griechisch auch Seele heißt, es wird mit einer anderen Bedeutung verwendet.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Manchmal kann das gleiche Wort in 2 Kontexten 2bedeutungen haben... Also z.b. Seele im medizinischen Sinne "Psyche" und im religiösen Sinne ein Teil von Gott.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Shenya wrote:

      Oder wenn man sagt, Seele sei gleichbedeutend mit Psyche,
      Was heißt da "man". Das kannst Du in jedem Wörterbuch nachlesen.

      Shenya wrote:

      Gehirn/Psyche
      Diese Wörter bedeuten nicht dasselbe, sind nicht synonym. Du bringst da etwas durcheinander.

      Shenya wrote:

      Oder wenn man sagt, Seele sei gleichbedeutend mit Psyche, dann bräuchte die Religion einen neuen Begriff, denn für die Religion sind es definitiv zwei Paar Stiefel, ob man von Seele oder Gehirn/Psyche spricht, würde ich sagen. Die Seele ist der "göttliche" Teil im Menschen, der nach dem Tod weiterlebt.
      Warum sollte "die" Religion einen neuen Begriff brauchen? Der Gegenstand des Begriffes ist derselbe, unabhängig davon, ob und welche Eigenschaften ihm von wem zusätzlich zugeschrieben werden (Unsterblichkeit, Göttlichkeit usw.). So wie meinetwegen Mohammed ein und dieselbe Person ist, unabhängig davon, ob er einigen als Prophet, heilig, im Paradies weiterlebend oder sonstwas gilt.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Was heißt da "man". Das kannst Du in jedem Wörterbuch nachlesen.
      Dann stimmt es doch, dass "man" es sagt, oder?

      Eurich Wolkengrob wrote:

      Diese Wörter bedeuten nicht dasselbe, sind nicht synonym. Du bringst da etwas durcheinander.
      Den zweiten Satz finde ich ein bisschen herablassend. Ich verwechsle da gar nichts.
      Ich habe nur überlegt, wie man das Problem umgehen kann, dass man einen ursprünglich religiösen Begriff zur Beschreibung von etwas nutzt, das nichts mit Religion zu tun hat.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich habe nur überlegt, wie man das Problem umgehen kann, dass man einen ursprünglich religiösen Begriff zur Beschreibung von etwas nutzt, das nichts mit Religion zu tun hat.
      Also ich sehe da gar kein Problem. Das ist in meinen Augen nur Schwachsinn sich über irgendwelche Begriffe aufzuregen.
      Gibt echt wichtigeres im Leben...
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • MangoMambo wrote:

      Psyche=Seele auf Griechisch, Psychologie = Seelenkunde
      Wenn man Griechisch einbringt wird es noch komplizierter. Nach Aristoteles ist die Psyche "die Energeia des Leibes" und lässt sich auch Pflanzen zuschreiben. Der Körper ist dynamis oder Potential, während die Psyche energeia oder Verwirklichung dieses Potentials ist. Anders gesagt wäre der Körper (von Pflanzen, Tieren, Menschen) das aus dem etwas (Pflanze, Tier, Mensch) besteht, während die Psyche das wäre was dieser Körper tut, wie er sich entwickelt und handelt. Psychologie im Aristotelischen Sinn hat sich auch mit dem Verhalten von Pflanzen zu beschäftigen als Ausdruck ihrer inneren Natur, ihres jeweiligen Wesens.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().