Klage vorm Sozialgericht , Angst vor Gerichtstermin

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    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Ja ich habe sehr viele Einschränkungen und lebe bei meiner Mutter und bin wie ein Kind geblieben. Aber beim Widerspruch wurde das leider nicht ernstgenommen die Einschränkungen und auch die Diagnose deshalb sind wir jetzt bei der Klage.

      Ich hoffe dass ich nichts unterdrücke aber habe trotzdem Angst dort einen heftigen Anfall zu bekommen.

      Wenn du willst kannst du ja erzählen wie das abgelaufen ist beim Gutachter @Lars77 . Auch gerne im Einzelchat.
      Was das Ernstnehmen der Einschränkungen im Widerspruchsverfahren und im Gerichtsverfahren betrifft, habe ich tatsächlich unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

      Bei meinem ersten Anlauf für den Grad der Behinderung (seinerzeit noch ohne Aspergerverdacht und Aspergerdiagnose) haben meine Ärzte und ich nur wenig darüber gewusst, wie so ein Verfahren abläuft. Daher sind die Stellungnahmen meiner Ärzte seinerzeit auch sehr nüchtern (rw) ausgefallen, auch weil die Dokumentation durch meine Ärzte bis dahin sehr oberflächlich ausgefallen ist und ich wiederum meinen Ärzten bis dahin nur sehr wenig von meinen konkreten Einschränkungen berichtet habe, die über die offensichtlichen Krankheitsauswirkungen hinausgehen.

      Ich habe das dann im Gerichtsverfahren über meinen Anwalt in schriftlicher Form nachgereicht, was jedoch vom Versorgungsamt und letztlich auch vom Gericht als nicht aussagekräftig bewertet worden ist, weil es ja in den ärztlichen Unterlagen nicht festgehalten gewesen ist. Aber: Ich bin damals auch nicht begutachtet worden. Ich denke, dass eine Begutachtung zu einer anderen Bewertung geführt hätte, weil es dann eben in ärztlichen Unterlagen festgehalten worden wäre. Denn der Gutachter im Gerichtsverfahren wertet ja nicht nur aus, was schon an ärztlichen Unterlagen da ist, sondern macht sich auch sein eigenes Bild im Rahmen der persönlichen Begutachtung und liefert so ja auch medizinische Befunde nach.

      Letztlich habe ich seinerzeit die Klage zurückgezogen, weil keine Aussicht auf Erfolg bestanden hat, einen höheren Grad der Behinderung zu erhalten, als den, den das Versorgungsamt auf meinen ursprünglichen Antrag hin festgestellt hat.

      Aber dann ist es einige Zeit später zur Diagnose Asperger gekommen und ich habe einen Verschlechterungsantrag gestellt und erneut einen Grad der Behinderung von 50 beantragt. Im Unterschied zum ersten Anlauf habe ich vor dem Verschlechterungsantrag unterstützt durch meine Psychotherapeutin meine Einschränkungen aufgeschrieben und sie hat daraus einen umfassenden Bericht über meine Situation erstellt. Außerdem hat vor dem Verschlechterungsantrag eine lange Maßnahme zur beruflichen Wiedereingliederung stattgefunden, bei der sich herausgestellt hat, dass ich nicht mehr in der Lage bin in Vollzeit zu arbeiten. Über das Ergebnis der beruflichen Wiedereingliederung und wie sich meine gesundheitliche Situation auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirkt, habe ich gemeinsam mit dem Arzt, der die berufliche Wiedereingliederung begleitet hat, ebenfalls einen umfassenden Bericht erstellt.

      Wenn ich an dieser Stelle davon spreche, dass ich mit den Ärzten umfassende Berichte erstellt habe, meine ich damit, dass ich umfassende schriftliche Schilderungen erstellt habe und sie meinen Ärzten übergeben haben. Diese haben unter Berücksichtigung dieser Schilderungen dann ärztliche Stellungnahmen geschrieben und sie mir zur Verfügung gestellt.

      Als mir diese Stellungnahmen vorgelegen haben, habe ich den Verschlechterungsantrag gestellt und einen Grad der Behinderung von 50 beantragt. Dieser Antrag ist vom Versorgungsamt zunächst zurückgewiesen worden, da sich meine Situation angeblich im Vergleich zum ersten Antrag gar nicht verändert habe. Da im Ablehnungsbescheid, den ich auf meinen Verschlechterungsantrag hin erhalten habe, Asperger nicht als Behinderung aufgeführt worden ist, bin ich aber davon ausgegangen, dass entweder der Gutachter, der die Unterlagen geprüft hat, die neuen Unterlagen nicht gelesen oder nicht verstanden hat oder das Amt die Unterlagen nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Jedenfalls habe ich nicht ein Eindruck gehabt, dass die Unterlagen ernsthaft geprüft worden sind.

      Also habe ich per Anwalt Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid eingelegt. Diesen Widerspruch hat mein Anwalt zunächst gar nicht begründet, da wir davon ausgegangen sind, dass das Amt den Widerspruch ohnehin zurückweisen wird und erst im anschließenden Gerichtsverfahren gezwungen werden kann, sich mit den Unterlagen auseinanderzusetzen. Für meinen Anwalt und mich überraschend hat sich aber einige Monate nach dem Widerspruch das Versorgungsamt gemeldet und angefragt, ob noch eine Begründung des Widerspruchs folgt und welcher Grad der Behinderung beantragt wird.

      Daraufhin hat mein Anwalt das Amt in der Begründung des Widerspruchs aufgefordert, sich die eingereichten Unterlagen tatsächlich anzusehen und das Asperger bei seiner Entscheidung zu berücksichtigen und hat zugleich angeboten, dass er gegen einen Widerspruchsbescheid, der mir einen GdB von 50 zuerkennt und das Asperger als Behinderung anerkennt, keine Klage einreichen wird. Daraufhin hat das Amt diesen Einigungsvorschlag angenommen und mir den GdB von 50 zuerkannt und das Asperger als Behinderung anerkannt.

      Damit möchte ich Dir Mut machen :) . Ich sehe den Umstand, dass das Gericht sich dazu entschieden hat, Dich begutachten zu lassen, als Zeichen dafür, dass das Gericht Dich ernstnimmt und sich tatsächlich mit Deiner Situation auseinandersetzt. Von daher kann ich zwar gut nachvollziehen, dass Du Angst davor hast im Gutachtertermin einen Anfall zu bekommen. Aber wenn Du einen Anfall bekommen solltest, zeigt das dem Gutachter ja, wie Deine Situation ist. Und Du kannst - und solltest meiner Ansicht nach - Deine Mutter zum Gutachtertermin mitnehmen. Wenn der Gutachter dann sagt, dass Deine Mutter am eigentlichen Termin nicht teilnehmen kann, sondern draußen warten muss, kannst Du dem Gutachter ja direkt sagen, dass es für Dich ganz wichtig ist, dass Deine Mutter in der Nähe wartet (z.B. vor dem Raum, in dem der Gutachter und Du den Termin durchführen), da Du auf ihre Hilfe angewiesen bist. Vermutlich wird der Gutachter das zum Anlass nehmen und Dich fragen, weshalb und für was Du Deine Mutter als Hilfe benötigst und dann kannst Du ja unter anderem das berichten, was Du geschrieben hast (viele Einschränkungen --> am besten diese dann auch benennen und schildern; wie in Kind geblieben sein --> schildern, was Du damit meinst).

      Ebenso kannst Du ja den Gutachter bitten, dass er nach dem Gespräch mit Dir noch mit Deiner Mutter über Deine Situation spricht. Denn Deine Mutter ist für Dich ja nicht nur eine Begleitperson im Sinne Deiner Fahrerin, die Dich zum Termin bringt, sondern tatsächlich eine Begleitperson bzw. Dich betreuende/stark unterstützende Bezugsperson. Sollte der Gutachter sich weigern mit Deiner Mutter zu sprechen, kannst Du verlangen, dass er Dir diese Weigerung vor Ort schriftlich bestätigt. Dieses Schriftstück kannst Du dann Deinem Anwalt geben und dieser kann es gegebenenfalls verwenden, falls das Gutachten für Dich ungünstig ausfällt und er Einwände gegen das Gutachten geltend machen muss.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Danke für die Antworten und damals beim Widerspruch haben die einfach behauptet weil ich früher in der Schule so gute Noten hatte kann ich gar nicht so behindert sein und deswegen hat der Widerspruch nichts gebracht

      Und jetzt habe ich Sorge wenn bei dem Termin so ein Test kommt mit Wörter und Buchstaben aufsagen darin bin ich sehr gut dass es dann heißt wer so begabt darin ist kann gar nicht mindestens 50GdB haben.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Danke für die Antworten und damals beim Widerspruch haben die einfach behauptet weil ich früher in der Schule so gute Noten hatte kann ich gar nicht so behindert sein und deswegen hat der Widerspruch nichts gebracht

      Und jetzt habe ich Sorge wenn bei dem Termin so ein Test kommt mit Wörter und Buchstaben aufsagen darin bin ich sehr gut dass es dann heißt wer so begabt darin ist kann gar nicht mindestens 50GdB haben.
      Naaa. Du willst schließlich den GdB nicht wefen Lernbehinderung sondern wegen Anpassungsschwierigkeiten. Der Gedächtniskram und das mit-dem Auge-den-Finger-verfolgen ist bloß da, um andere Probleme auszuschließen. Könnte sogar ein Vorteil dein, bei sowas gut abzuschneiden, denn dann zeigt das Interview ja, dass Du _trotz_ anderseitig vorhandener Gehirnleistung Anpassungsstörungen hast.
    • Da schließe ich mich Lars an.

      Diese Tests der Merkfähigkeit etc. dienen einer groben Differenzialdiagnostik, um z.B. Lernbehinderung als Ursache oder geistige Beeinträchtigungen durch eine Krankheit/Unfall und damit verbunden andere Ursachen für die beschriebenen Probleme auszuschließen.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      .....und wir müssen das einfach gewinnen.
      Ja, verstehe ich.
      Aber du darfst auch nach einer Frist von einigen Monaten wieder einen neuen Antrag wegen "Verschlimmerung" stellen. Auch wenn es eigentlich keine Verschlimmerung ist, die anerkannt werden soll, sondern "nur" das reale Ausmaß deiner Einschränkungen.
      Also nix für immer "verloren".
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Hm... die NTs jammern ja jetzt so über die Kontaktbeschränkungen. Sind noch immer mehr als ich normal habe (und hatte). Würde es also helfen einfach zu sagen: So wie Lockdown aber für immer, ist das jetzt schlimm oder nicht?
    • Also in den entsprechenden Rechtsquellen steht es so, dass das reine Fehlen der Kontakte zählt. Ein Wunsch, dass es anders wäre, würde ja voraussetzen, dass man den Wunsch überhaupt haben kann. Sonst wäre ja ein Rollifahrer der nicht laufen will auch nicht behindert.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      ....falls wir das verlieren sollten wäre es meine Schuld dass ich da irgendwas falsch gemacht habe beim Termin.
      Nein, das kannst du gar nicht (was "falsch machen"). Glaube mir bitte!

      Du kannst nur "falsch" interpretiert werden.
      Was am Ende herauskommt, ist ja auch vom Wissenstand und guten Willen der "Sachverständigen" abhängig.
      Ich denke, dass es bei dir schon "hinhauen" wird, also dass deine Einschränkungen erkennbar und richtig zu bewerten sein werden.

      Und selbst wenn nicht, ist es bestimmt nicht deine Schuld!

      Ich drücke dir die Daumen, dass es keine Belastung für dich wird. Andere hier wahrscheinlich auch. Also hau rein :fun:
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Danke dass ihr mir Mut macht. Ich verbringe die Tage vor dem Termin schon gut aber wenn ich wieder dran denke an den Termin kriege ich sehr Herzklopfen vor Aufregung. Ich bin sehr froh dass ich meine Mutter habe und dass ich auch hier im Forum über Autismus betreffende Dinge schreiben kann.
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      Bei mir ist das sehr typisch dass ich so aufgeregt bin weil ich glaube ich drehe noch durch. Also morgen der Termin beim Gutachter ist um 8:45 und der eigentliche Gerichtstermin ist um 10:15. Ich hoffe das Ergebnis wird gut um ein positives Beispiel zu sein dass die Klage gelingt und ich und meine Mutter uns um alles kümmern können was nur mit Behindertenausweis geht.
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      Ich drücke dir die Daumen, ich kann deine Aufregung gut verstehen, ich kenne das selbst auch.
      Ich kann bei Terminen wo ich das erste mal eine Situation erlebe oft nicht schlafen, zu viele Gedanken im Kopf.
      Aber ich habe auch oft die Erfahrung bei sowas gemacht, das meine Nervosität unbegründet war und das der Termin nicht so schlimm ist wie befürchtet, oder man doch besser dann zurecht kommt wenn der Termin dann stattfindet. Das warten davor ist halt immer schlimm, weil man nicht weiß was passieren wird.
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      Gedankenkarussell99 wrote:

      Bei mir ist das sehr typisch dass ich so aufgeregt bin weil ich glaube ich drehe noch durch.
      Dann mach doch das, was dich am besten wieder "runterbringt".
      Jetzt eine ausgeklügelte Beruhigungsübung auszuprobieren wäre wohl der falsche Zeitpunkt.
      Was lenkt dich ab?


      RegenbogenWusli wrote:

      Das warten davor ist halt immer schlimm, weil man nicht weiß was passieren wird.
      Morgen früh läuft es bei dir bestimmt wie automatisch ab.
      Das wird schon!
      Außerdem kannst du deine Nervosität und dein Gedankenkarussell ;) dem Gutachter ruhig mitteilen. Das gehört ja offenbar zu dir. Irgendwas Besonderes kann halt jeder Mensch ;) ;) :d :thumbup:
      Alles Gute!
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      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
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      Es ist sogar absolut okay einem Gutachter zu sagen, dass man Angst hat bzw. sehr nervös ist. Denn er merkt ohnehin, dass eine etwas bewegt (rw) und da ist es durchaus hilfreich zu sagen, dass einem die Situation Angst macht bzw. die Situation Nervosität auslöst.

      Ich war bei diversen Arztterminen auch sehr nervös und habe gedacht, dass die Ärzte das dahingehend deuten könnten, dass ich nervös bin, weil ich sie manipulieren will und Angst habe, dass sie das merken. Das habe ich dann offen angesprochen und bin jedes mal beruhigt worden, indem man mir versichert hat, dass man mir sofort anmerkt, dass ich weder manipulieren kann noch manipulieren will.

      In diesem Sinne: Ich wünsche Dir, dass der Termin beim Gutachter und der Gerichtstermin wie im Flug vergehen (rw) :) .
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
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      Guten Morgen gleich geht es los zum Glück konnte ich bis 4:00 durchschlafen. Aber jetzt habe ich vor Angst Bauchweh und mir geht es nicht so gut. Ich habe aber auch oft die Erfahrung gemacht dass es nicht so schlimm wird wie gedacht also hoffe ich dass es diesmal auch so ist.