Klage vorm Sozialgericht , Angst vor Gerichtstermin

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    • Das ist gut zu wissen mit dem zweiten Gutachten aber ich hoffe sehr dass es nicht dazu kommt. Aber 50GdB wären mindestens gerechtfertigt mit meinen ganzen Einschränkungen weil die mich ja jeden Tag betreffen. Aber ich werde hier ausführlich berichten wie der Gerichtstermin war.
    • zaph wrote:

      Und wenn dieser vom Landessozialgericht bestellte Gutachter der Meinung ist, "Hochfunktionale Formen des Autismus sind lediglich eine Erfindung der Autismusambulanzen", dann ist "Ende Gelände"(RW).
      Hallo zaph. Ich will nicht neugierig wirken, aber die Story, die dahinter steckt, würde mich doch mal interessieren.
    • zaph wrote:

      Und wenn dieser vom Landessozialgericht bestellte Gutachter der Meinung ist, "Hochfunktionale Formen des Autismus sind lediglich eine Erfindung der Autismusambulanzen", dann ist "Ende Gelände"(RW).
      Das (die Einschätzung des Begriffs "hochfunktionaler Autismus") darf der Gutachter zwar halten wie ein Dachdecker, aber er sollte die damit verbundenen Einschränkungen bewerten können. Offenbar reichte es nur zum Ersteren. Tja, schade, schade, Marmelade (RW).


      Trotzdem würde ich dem Gedankenkarussell erst mal Mut zusprechen, denn man kann zwar "verlieren", aber man kann auch "gewinnen"!
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Ich mache mir jetzt schon etwas Sorgen wegen dem Termin und ich frage mich wie so ein Gutachten genau abläuft und ob es berechtigt ist Angst zu haben vor dem kompletten Gerichtstermin und sich fast verrückt zu machen. Ich bin sehr froh dass meine Mutter dabei ist und wir Hilfe vom VdK haben.
    • Grob:
      Der Gutachter begrüsst dich, wird dich zu ein paar persönlichen Daten fragen, also Alter und sowas und vllt ein paar Fragen zum Befinden stellen.
      Dann wird er mit dir reden, dir Fragen zum Alltag, Krankengeschichte stellen.
      Vllt. wird er dich auch körperlich untersuchen, z.B. Größe, Gewicht, etc.
      Am Ende wird er dich dann vermutlich fragen ob du noch etwas erzählen willst, was er nicht gefragt hat.

      Kann aber immer varrieren, das macht jeder Gutachter anders.
    • Hallo, ich habe schon verschiedene gerichtliche psychologische Gutachten von verschiedenen Ärzten erhalten.
      Bislang war das ähnlich wie ein besuch bei einem gewöhnlichen Psychologen, nur das sie vielleicht etwas gezieltere Fragen stellen weil sie ja wissen warum man gekommen ist, die Thematik ist ihnen also bekannt.
      Ich hatte bislang alle immer als freundlich und ruhig erlebt.
      Ich habe allerdings noch nie einen wegen eines GdB gehabt. Bei mir war das nur einmal bei der Scheidung meiner Eltern wo geklärt werden musste wo ich wohnen soll, und wie der weitere Kontakt zu meinen Eltern sein soll, dann als ich im Heim war und ich zurück zu meiner Mutter sollte, da war auch das Jugendamt mit ihm Spiel und dann noch zuletzt als ich wegen Transgender meine Vornamens und Personenstandsänderung machen ließ, da brauchte es sogar zwei Gutachter.
      Bei dem einen hatte ich auch meine Mutter mit dabei, bei der anderen (war eine Frau) nicht, aber für mich waren die Gespräche kein Problem, die Leute waren sehr nett und ich konnte gut mit ihnen reden.
      Wenn es dir hilft, das hat ja auch schon jemand anderes gesagt, mach dir eine Liste mit den Problemen die du im Alltag hast, das was du hier beschreibst mit dem wochenlangen vorher Angst haben und in Panik verfallen, diese schlimme Szenarien-ausmal-gedanken machen ja auch was aus was für Autisten nicht ungewöhnlich ist, was aber nicht gut ist und auch nicht normal.
      Das du bei solchen Dingen eine Begleitperson brauchst etc.
      Das erste Gutachten fand auch in Bayern statt, die anderen in NRW, aber sie sind immer nach dem gleichen Schema abgelaufen.
      Was mich etwas verwundert ist, das deines scheinbar im Gericht selbst stattfindet und dann gleich so schnell eine Entscheidung stattfindet, so schnell habe ich sowas nie erlebt, aber vielleicht ist das in diesem Bereich auch anders.
      Das eine war bei mir Familiengericht und das andere Amtsgericht.
      Vielleicht handhabt das Sozialgericht das anders und hat Gutachter im Haus direkt vor ort.

      Andererseits, ich kann dazu definitiv sagen, egal was für ein Auftreten die haben, wichtig ist das du nicht auf die Idee kommst in eine Überanpassung zu verfallen.
      Die anderen sagten ja schon, sei wie du bist, wenn du nicht mehr reden kannst, muss deine Mutter weiter reden, sie ist ja extra dabei, dann ist es halt so.
    • Theoretisch können medizinische Sachverständige auch vor dem Gericht bzw. der Sozialgerichtskammer als Gutachter gehört werden oder halt aussagen.

      Dass jemand direkt im Gericht begutachtet werden soll, kenne ich auch nicht. Aber das ist wohl eine Spezialität des vorsitzenden Richters.
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    • Danke für die Antworten dann weiß ich schon mal wie es ungefähr laufen wird und bin etwas beruhigter.

      Im Internet sind das Gericht und der Gutachter ja total schlecht bewertet findet ihr auf solche Bewertungen ist Verlass oder kann es trotzdem positiv ausgehen bei dem Termin.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      findet ihr auf solche Bewertungen ist Verlass oder kann es trotzdem positiv ausgehen bei dem Termin.
      Es bewerten in der Regel hauptsächlich die unzufriedenen Leute, die nicht bekommen haben, was sie wollten. Die, bei denen alles gut ging, schreiben meist keine Bewertung.
      Also das ist nicht immer sehr aussagekräftig und es kann dennoch alles klappen.
    • Ja das stimmt das weiß ich eigentlich selber aber ich male mir trotzdem viel zu oft schlimme Szenarien aus. Bei mir kommt das sogar so als wäre der Tag von dem Termin der schrecklichste Tag aller Zeiten was auf mich zukommt obwohl das total übertrieben ist und es eigentlich sogar gut ausgehen könnte. Aber es ist schon etwas besser ich kann trotzdem so gut es geht jeden Tag genießen.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Im Internet sind das Gericht und der Gutachter ja total schlecht bewertet findet ihr auf solche Bewertungen ist Verlass oder kann es trotzdem positiv ausgehen bei dem Termin.
      Ich muss zugeben das ich garnicht auf die Idee kommen im Internet nach Bewertungen zu suchen.
      Ich mache das ja schon sehr selten wenn ich bei ebay was kaufe.

      Ich gebe Mango aber recht, auch wenn ich bei ebay zwar immer eine Bewertung hinterlasse, und das sind fast nur positive, habe ich idR keinen Nerv mich auf irgendeiner Seite anzumelden nur um da eine Bewertung zu hinterlassen. Ich würde das vielleicht machen wenn ich der Meinung bin das da was schief gelaufen ist was nicht gerechtfertigt war.
      Ich vermute das die Leute die da die negativen bewertungen abgegeben haben, sich auch so fühlten, gerechtfertigt oder nicht sei dahingestellt.
      Wie Mange schon sagt, wenn jemand überhaupt die Motivation hat sich anzumelden wegen sowas, dann die die ihrem Ärger luft machen wollen und meinen sie wärend unfair behandelt worden. Viele Menschen sind sehr sparsam mit dem Lob, aber dafür sehr gnadenlos und unreflektiert bei der Kritik.
    • Meine Erfahrung ist:

      Wenn etwas gut gelaufen ist, erzählt man es selten bis gar nicht, weil man den Anspruch, den man an eine Sache/Person/Behörde im Vorfeld gerichtet hat, erfüllt sieht.

      Etwas gut zu finden bedeutet daher meiner Erfahrung nach, dass man es nicht erwähnenswert findet, denn man setzt ja als Erwartung voraus, dass es gut ist. In diesem Fall braucht man auch nicht die Bestätigung von anderen, dass es gut ist, da man es selbst ja schon gut und zufrieden ist.

      Wenn etwas aber negativ gelaufen ist, also eine Sache/Person/Behörde nicht die Erwartungen erfüllt, die man an sie gerichtet hat, sucht man häufig nach der Bestätigung dafür, dass die Nichterfüllung der Erwartung falsch ist. Je wichtiger es einem ist, dass die Erwartung erfüllt wird, desto verärgerter ist man über die Nichterfüllung. Und da wird es dann oft schwer zu unterscheiden zwischen Enttäuschter Erwartung und der Frage, ob die Erwartung unter den gegebenen Voraussetzungen von der Sache/Person/Behörde hätte erfüllt werden können.

      Das führt dann insbesondere gegenüber Gutachtern und Gerichten dazu, dass echte Fehler und empfundene Ungerechtigkeit gleichgesetzt werden und in leider nicht selten negativen Bewertungen münden, die dann andere verunsichern. Denn man kann anhand der Bewertung nur schwer feststellen, ob da jemand nur Frust ablässt oder sachlich fundierte Kritik übt.

      Bei Gerichten daher mein Rat aus eigener beruflicher Erfahrung: Onlinekritiken zu Gerichten haben keine Aussagekraft, weil sie erfahtungsgemäs keine generellen Zustände beschreiben, sondern Ausdruck persönlichen Frusts sind.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020

      The post was edited 1 time, last by Anakin_1 ().

    • Bei uns hat gerade die Rechtsvertreterin angerufen und gesagt ich soll nichts unterdrücken beim Gerichtstermin und dass es bei Asperger sehr schwer ist die Schwierigkeiten im Alltag zu beurteilen. Ich hoffe sehr dass wir die Klage gewinnen und alles ein gutes Ende nimmt.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Bei uns hat gerade die Rechtsvertreterin angerufen und gesagt ich soll nichts unterdrücken beim Gerichtstermin und dass es bei Asperger sehr schwer ist die Schwierigkeiten im Alltag zu beurteilen. Ich hoffe sehr dass wir die Klage gewinnen und alles ein gutes Ende nimmt.
      Oh ja.... . Ich hatte "Glück", dass der Gutachter mich "at my worst" erlebt hat. Ansonsten ist ja die vorläufige Meinung "Hat Arbeit und Frau, kann nicht mittelgradig behindert sein".
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Bei uns hat gerade die Rechtsvertreterin angerufen und gesagt ich soll nichts unterdrücken beim Gerichtstermin und dass es bei Asperger sehr schwer ist die Schwierigkeiten im Alltag zu beurteilen. Ich hoffe sehr dass wir die Klage gewinnen und alles ein gutes Ende nimmt.
      Eine Empfehlung meinerseits: Du kannst ja ruhig offen im Termin sagen, dass Du dich schwertust, Deine Probleme in Worte zu fassen bzw. auszudrücken und dies Dein Leiden sogar noch verstärkt, da Dich dieses Problem oft darin hindert rechtzeitig geeignete Unterstützung z.B. bei Ärzten und Therapeuten zu erlangen. Daraus resultiert dann, dass die Auswirkungen des Asperger bei Dir sogar noch gravierender sind, als sie es wären, wenn Du rechtzeitig um Unterstützung fragen könntest.

      So ist es jedenfalls bei mir und ich habe dies von meiner Psychotherapeutin auch schriftlich bescheinigt bekommen, damit ich es bei meinen Ärzten vorlegen kann. Aber selbst, wenn Du darüber nichts schriftlich hast, Deine Aspergerdiagnose steht ja fest und der Gutachter soll Dich ja insgesamt beurteilen. Also kann er ja auch der erste sein, der das eingangs genannte Problem in seinen Unterlagen schriftlich festhält.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Ja ich habe sehr viele Einschränkungen und lebe bei meiner Mutter und bin wie ein Kind geblieben. Aber beim Widerspruch wurde das leider nicht ernstgenommen die Einschränkungen und auch die Diagnose deshalb sind wir jetzt bei der Klage.

      Ich hoffe dass ich nichts unterdrücke aber habe trotzdem Angst dort einen heftigen Anfall zu bekommen.

      Wenn du willst kannst du ja erzählen wie das abgelaufen ist beim Gutachter @Lars77 . Auch gerne im Einzelchat.
    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Wenn du willst kannst du ja erzählen wie das abgelaufen ist beim Gutachter @Lars77 . Auch gerne im Einzelchat.
      Okay. "Wie ich meinen GdB 50 gekriegt habe" ... :).

      Vorgeschichte bis zum Gutachter: Antrag, GdB 30, Einspruch, abgewiesen, Anwältin angeheuert, Klage ... .

      Dann kam irgendwann ein Brief, dass ich zwecks Gutachten zu einem niedergelassenen Psychiater sollte. Hab also noch einen witeren Brief von meiner Psychiaterin mitgenommen, der meinen Fall beschreibt und bin mit meiner Frau hingegangen (zu diesem Zeitpunkt war ich gerade in der Klinik, aber das ist eine andere, wenn auch verwandte Geschichte).

      Erstmal im Treppenhaus warten. Licht geht immer aus. Lichtschalter erst eingeschlagen (na ja, nur leicht gesprungen), dann mit einer Münze festgeklemmt. Nach Wartezeit drangekommen. Frau musste außerhalb des Behandlungszimmers warten.

      Semi-strukturiertes Gespräch über Routinen, Zwänge, Probleme. War zuerst etwas feindselig, hat sich aber irgendwann gelegt. Hab also über Mich, meine Mitmenschen, meine Sekretärin, Weihnachtsfeiern, Uhrzeiten, Visionen und den kaputten Lichtschalter geredet. Gedächtnistest (Wortreihe merken, Zahlen rückwärts zählen, Wortreihe wieder aufsagen), Reflextest, Augenfolgetest, EEG.

      Dann "wollen Sie noch was sagen". Brief von Psychiaterin abgegeben, Frau reingeholt, weitere Details.

      Mail von der Anwältin gekriegt, dass das Gutachten da ist und GdB 50 empfiehlt. Nächste Mail, dass das Gericht das auch so sieht, Brief (von der Anwältin ans Gericht), dass die Gegenseite die Kosten übernehmen soll. Ja, tun sie. Brief vom Amt an mich mit Behindertenausweis.