PTBS - Posttraumatische Belastungsstörung

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • PTBS - Posttraumatische Belastungsstörung

      Hallo,

      mich habe den Verdacht, zusätzlich zu Asperger eine Posttraumatische Belastungsstörung zu haben.

      Zu Schulzeiten war ich 5-6 Jahre durchgehend schul- täglichem Mobbing ausgesetzt. Hauptsächlich verbale abwertende Beschimpfungen in allen Pausen und andauernd Sachbeschädigungen (Schulsachen, zerstochene Fahrradreifen und gelöste Schrauben am Fahrrad). Körperliche Angriffe waren zum Glück selten.

      Heute habe ich diverse psychomatische Erkrankungen, Angst vor Menschen und das Isolations- und Mobbingthema tritt immer wieder in Träumen auf.

      Die Asperger-Diagnose habe ich im Erwachsenenalter erhalten. Ich würde gerne abklären, ob eine PTBS vorliegt. Ich habe in einer Traumaambulanz angerufen. Mann sei für mich nicht zuständig, weil ich damals keine Strafanzeige gestellt habe und die Ambulanz über die Krankenkasse, sondern über die Opferentschädigung finanziert wird. Außerdem sei man schwerpunktmäßig für Trauma aus körperlicher Gewalt zuständig.

      Meine Frage an euch: Wie habt ihr ggf. die PTBS abgeklärt? Basiert die Erkrankung aus Mobbing?
      Welche Therapien haben geholfen.

      Mir geht es darum, im Falle einer PTBS gezielt eine passende Therapie zu suchen, um an meiner jetzigen Situation zu arbeiten.

      Viele Grüße

      Anderssein
    • Ich kann dir zwar leider nur bedingt helfen, aber in der Regel bedarf es weder zur Diagnose noch zur Therapie eine gesonderte Ambulanz. Viele psychologische Psychotherapeuten bieten Traumatherapien an.

      Ich würde mich an deiner Stelle entweder in einem größeren (eventuell universitären) Institut für Psychotherapie melden oder mal die Profile niedergelassener Psychotherapeuten aus deinem Wohnort durchsehen und mit denen Kontakt aufnehmen, die "Trauma/Traumatherapie" mit als Spezialisierung gelistet haben.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • andersein wrote:

      Meine Frage an euch: Wie habt ihr ggf. die PTBS abgeklärt? Basiert die Erkrankung aus Mobbing?
      Welche Therapien haben geholfen.

      Ich habe sie alleine mit Persönichkeitsentwicklung und der damit verbundenen Aufarbeitung der Kindheit bzw. meines Lebens überwunden.
      Es ist allerdings nicht einfach, aber lohnt sich auf jeden Fall.

      Schritte zur Vorgehensweise:

      1. Schreibe deine Erlebnisse handschriftlich auf. Du durchlebst so die jeweiligen Ereignisse erneut, allerdings ist dieser Schritt notwendig, um die Ereignisse verarbeiten zu können.

      2. Setzte dich mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander und arbeite an dir deinen Erlebnissen, Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstakzeptanz.

      3. Sei dir bewusst, dass es nicht von heute auf morgen möglich ist sie zu heilen, sondern dass es Zeit dafür braucht, die du dir auch selbst geben musst. Arbeite in dem Tempo, wie es sich für dich selbst gut anfühlt.

      4. Mache kleine Schritte, einen nach dem anderen. So bekommst du Erfolgserlebnisse, bleibst dran und gibts dir die notwendige und wichtige Selbstbestätigung.

      Wie Vulkan es schon schrieb. Scheue dich nicht davor, dir Hilfe bei einem Psychologen zu holen. Es zeugt von Stärke.
    • andersein wrote:

      Heute habe ich diverse psychomatische Erkrankungen, Angst vor Menschen und das Isolations- und Mobbingthema tritt immer wieder in Träumen auf.
      Dieses scheint mir ein recht deutliches Indiz für eine Traumatisierung zu sein.

      Der evtl. einfachste Weg ist wie folgt:

      1. Überweisung beim Hausarzt für eine PIA (Psychiatrische Instituts Ambulanz) abholen,
      2. Termin machen in einer PIA eines Krankenhauses - ggfls. erfolgt dann von dort nach einer Vordiagnostik (ggfls. Verdachtsdiagnose auf PTBS) die Zuweisung in eine Traumaambulanz zur weiteren Abklärung.
    • Anders als @Tux würde ich auf keinen Fall dazu raten, sich alleine auf diesen Weg zu begeben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass einen Erinnerungen völlig unerwartet überfallen können und es zu Re-Traumatisierungen kommen kann, die einen im besten Fall nur zurückwerfen in der Aufarbeitung, einem aber auch komplett den Boden unter den Füßen wegreißen können. Ich würde dir unbedingt therapeutische Unterstützung empfehlen. Auch aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten, dass ich mit zwei Psychiatern mit Traumatherapie-Expertise nicht klar kam, aber mit einer psychologischen Verhaltenstherapeutin sehr gut arbeiten kann, obwohl sie weder auf Autismus noch auf Traumatherapie spezialisiert ist. Vertrauen ist unabdingbar - und m.E. wichtiger als Spezialisierung.
      Zum Vorgehen: Therapeuten kontaktieren, Probetermine vereinbaren und dann schauen, wo du dich wohl und SICHER fühlst. Kosten trägt die Krankenkasse, wenn eine Indikation zur Therapie bestätigt wird (Hausarzt-Überweisung für die probatorischen Sitzungen).

      The post was edited 1 time, last by Grubber ().

    • Ich habe zwei, die ineinander übergreifen. Ich war mir dessen nie so wirklich bewusst. Habe in der langen Zeit einen selbsterarbeiteten Umgang damit gefunden, aber sie tauchen manchmal noch aus dem Nichts auf und schmerzen gewaltig. Die Reaktion darauf habe ich mit der Zeit eben umtrainiert. Ich möchte keine Therapie dagegen machen. Die Kraft möchte ich nicht aufwenden.
      mitten im Burnout - aber alles wird gut :nerved:
    • Die Traumatherapie ist ein besonders zweischneidiges Schwert. Man macht eine Therapie, damit es einem besser geht. @Chch Ich denke, dass es sinnvoll ist, wenn man alleine nicht zurechtkommt. Zumindest hoffe ich, dass es schneller geht. Wie dem auch sei.
      Jedenfalls brauchst du einen guten Traumatherapeuten, sonst kannst du durch Reden darüber unter Umständen retraumatisiert werden.
      Ich habe nicht gzielt nach einem Traumatherapeuten gesucht, da ich von PTBS nichts bewusst wusste, sondern habe mir die Liste von allen Therapeuten in 10 km Umkreis gemacht, deren Telefonzeiten in einen Stundenplan eingetragen und war bei 11 in der Sprechstunde. Du weißt nach 1 Stunde auf jeden Fall, ob es passt und dich voranbringt. Es sind die, die am meisten "nerven"...
      Wenn du nicht du selbst bist. Wer bist du dann?
    • Auch ich empfehle Dir, das unbedingt in persönlichen Gesprächen zu klären.
      Dann kann nach einer Stabilisierungsphase zur Vermeidung einer Retraumatisierung
      bearbeitet werden, in welchem Punkt Dich die Erlebnisse letztlich getroffen haben.