Freundschaft - Wichtigkeit und Intensität

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      Ich würde gerne mitdiskutieren, meine Erfahrungen zum Thema Freundschaft endeten zwar um mein 17. Lebensjahr rum (danach kann man es höchstens Bekanntschaften nennen, mittlerweile aber auch auf Null), aber es interessiert mich doch.
      Hast du Freunde @Lady Bug? Was bedeutet für dich Freundschaft bzw ab wann ist jemand für dich ein Freund?
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
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      Okay,
      also mir fällt es sehr schwer Freundschaften zu schließen. Ich wurde auch oft schon als gute Freundin bezeichnet, obwohl ich andersherum noch weit weg war, die andere Person als Freund(in) zu sehen. Ich habe eher Bekannte, die ich mehr oder weniger mag. Ich mache auch sehr große Unterschiede zwischen mögen, lieb haben und lieben. Ich weiß nicht, ob ihr das auch so “handhabt“.
      Zum Ende meiner Schulzeit hatte ich eine Freundin, allerdings war sie mir wohl nicht so wichtig, wie ich ihr. Ich bin mit 18 weggezogen, weit weg und habe alles hinter mir gelassen. Auch sie natürlich. Ich habe sie auch nicht wirklich vermisst. Klingt sicher sehr hart. Über 15 Jahre später hatten wir dann eineige Zeit wieder Kontakt. Während eines Telefonats erzählte sie mir, dass sie nach meinem Weggang über ein Jahr “daran knabbern musste“, dass ich einfach so weg war. Ich war damals völlig überrascht, denn für mich war es nicht schwer, sie nicht mehr um mich zu haben. Sie war Teil meiner Vergangenheit und mehr nicht. Später hatte ich Bekannte, einige kurz davor, von mir den “Freundschaftsstatus“ zu bekommen. Zwei Freundinnen hatte ich danach aber doch. Eine sogar über zwanzig Jahre. Aber als sie mir zeigte, dass sie mich nie gesehen hat, wie ich bin, und mir somit klar wurde, dass ich sie gar nicht so nah an mich rangelassen hatte, wie ich dachte, fiel es mir auch da nicht schwer, auf diese Freundschaft zu verzichten. Die andere Freundin hatte da schon eine andere Wichtigkeit für mich. Sie habe ich sehr nah an mich rangelassen, musste aber leider feststellen, dass sie das ausgenutzt hat um mich zu manipulieren und für ihre Zwecke einzusetzen. Die Freundschaft mit ihr zu beenden hat mir wirklich weg getan. Aber als ich verstanden habe, dass sie mir sehr geschadet hat, war ich auch durch mit dem Thema. Ich habe überhaupt kein Problem damit, Leute komplett aus meinem Leben zu streichen, wenn ich eine Beziehung zu Ihnen beendet habe. Das heißt, es gibt nie mehr die Möglichkeit, nochmal freundschaftlich miteinander umzugehen. Sie sind für mich gestorben (RW).
      Wie ist das bei euch?
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      Was ich jetzt nicht heraus gelesen habe ist, ob du denn aktuell Freunde hast, was mich bei 4 Kindern ziemlich beeindrucken würde :)
      Ich persönlich habe im Erwachsenenalter keine einzige Freundschaft gefunden, die ich dem Alleinsein ( in meiner Freizeit) vorziehen würde.
      Als Jugendliche hab ich es geliebt mit meiner besten Freundin über Gott und die Welt zu reden, das hab ich im Erwachsenenalter nie mehr gefunden. Bekanntschaften langweilen mich oder kosten mich sehr viel Energie, weshalb sie bisher alle im Sande verlaufen sind.
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      Ich habe aus diversen Gründen auch einige Freunde/-innen hinter mir gelassen, an manche denke ich regelmäßig, habe aber den Eindruck dass es wenig Sinn macht den Kontakt wiederzubeleben.
      Und habe mich oft gefragt, was Freundschaft eigentlich ist und dass ich das so gar nicht wirklich leben kann oder mag.
      Oft bedeute ich anderen Menschen zumindest vorübergehend auch eher mehr als sie mir. Nur einmal habe ich lange daran geknabbert (RW) als ein Kontakt nicht klappte, weil die Frau sich zurückzog , doch scheint die eine recht narzisstische Person gewesen zu sein, die irgendwelche "Knöpfe" in mir abgetriggert hat.
      Ich habe mich glaube ich auch bis heute nie wirklich zeigen können wie ich bin, da ich selbst bis heute nicht weiss wie ich wirklich bin. Vielleicht geht es auch gar nicht sich so mit einer Person zu verbinden, dass man komplett so sein kann wir man ist, da es das in der Form gar nicht gibt.
      Kein Mensch existiert separat von anderen und ist immer auch mit durch die anderen definiert.
      Alles nur Gedankenzum Thema.
      Most great people have attained their greatest success just one step beyond their greatest failure.

      Napoleon Hill
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      Als Kind und teilweise als Jugendliche hatte ich glaube ich einen ganz schön verschobenen Blick auf alles. Ich hatte zwar immer mal Freundinnen, sobald aber zB Klasse gewechselt wurde, war es auch damit immer vorbei. Ab der Jugend hab ich mich dann nur noch mit Jungs abgegeben, weil ich mit deren Kommunikation und Interessen besser klar kam. Aber "Freunde" hatte ich ab da nicht mehr. Ich habe eine Bekannte, sie wohnt sehr weit weg und wir haben uns bis vor kurzem lange Briefe geschrieben, ich denke wenn wir näher wohnen würde, wäre sie eine potentielle Freundin. Aber inwieweit ich das aufrecht erhalten könnte weiß ich nicht. Bei keiner "Freundschaft" von früher kann ich sagen warum sie beendet wurde. Ein Bruder von mir hat immer noch die gleichen Freunde wie aus dem Kindergarten, selbst wenn sie nie auf die gleiche Schule gegangen sind oder die gleiche Ausbildung gemacht haben, also kann das schonmal nicht der Grund sein.
      Grundsätzlich schaffe ich durch meine Wahrnehmung und Kommunikation nicht rauszufiltern, ob sich jemand nur aus Höflichkeit mit mir unterhält oder ob es was anderes ist. Daher kann ich auch nicht sagen was aus der Vergangenheit wirklich Freundschaften waren.
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
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      Melanie84 wrote:

      Was ich jetzt nicht heraus gelesen habe ist, ob du denn aktuell Freunde hast, was mich bei 4 Kindern ziemlich beeindrucken würde :)
      Ich persönlich habe im Erwachsenenalter keine einzige Freundschaft gefunden, die ich dem Alleinsein ( in meiner Freizeit) vorziehen würde.
      Als Jugendliche hab ich es geliebt mit meiner besten Freundin über Gott und die Welt zu reden, das hab ich im Erwachsenenalter nie mehr gefunden. Bekanntschaften langweilen mich oder kosten mich sehr viel Energie, weshalb sie bisher alle im Sande verlaufen sind.
      Seit gut zwei Jahren habe ich keine Freunde mehr. Das ist auch völlig in Ordnung. Freundschaftliche Verpflichtungen würden mich momentan sehr überanstrengen. Das über Gott und die Welt quatschen habe ich auch immer sehr genossen, aber es wurde auch oft anstrengend, wenn meine Meinung mal wieder nicht die gängige war. Sich dann immer seine Meinung zu “verkneifen“ ist eben sehr kräfteraubend. Vermisst du denn eine Freundschaft?
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      ifi wrote:

      Ich habe aus diversen Gründen auch einige Freunde/-innen hinter mir gelassen, an manche denke ich regelmäßig, habe aber den Eindruck dass es wenig Sinn macht den Kontakt wiederzubeleben.
      Und habe mich oft gefragt, was Freundschaft eigentlich ist und dass ich das so gar nicht wirklich leben kann oder mag.
      Oft bedeute ich anderen Menschen zumindest vorübergehend auch eher mehr als sie mir. Nur einmal habe ich lange daran geknabbert (RW) als ein Kontakt nicht klappte, weil die Frau sich zurückzog , doch scheint die eine recht narzisstische Person gewesen zu sein, die irgendwelche "Knöpfe" in mir abgetriggert hat.
      Ich habe mich glaube ich auch bis heute nie wirklich zeigen können wie ich bin, da ich selbst bis heute nicht weiss wie ich wirklich bin. Vielleicht geht es auch gar nicht sich so mit einer Person zu verbinden, dass man komplett so sein kann wir man ist, da es das in der Form gar nicht gibt.
      Kein Mensch existiert separat von anderen und ist immer auch mit durch die anderen definiert.
      Alles nur Gedankenzum Thema.
      Die Bedeutung von Freundschaft war mir sehr lange ein Rätsel. Ich habe lange gebraucht, für mich Freundschaft zu definieren. Warum fällt es so schwer vor anderen zu zeigen, wer man ist?
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      Die Bedeutung von Freundschaft hat in meinem Leben wirklich eine 360°-Wendung erfahren.

      Ich hatte tatsächlich mal eine Phase, in der mich Freundschaften überhaupt nicht interessierten und total unwichtig für mich waren.
      Menschlicher Kontakt war mir zu dem Zeitpunkt einfach mega-anstrengend, zeitraubend und störte mich eher bei der Ausübung meiner Spezialinteressen, denn diese bedeuteten mir mehr.

      In den letzten Jahren merkte ich jedoch, wie viel ich in der Hinsicht leider an sozialen Erfahrungen verpasst habe und dass mir einige vertrauensvolle Freundschaften durchaus gefehlt haben. Seit 3-4 Jahren habe ich wieder 1-2 gute Freundschaften, die ich aus der Schule kannte, und bin wirklich sehr dankbar, wie sehr mir diese durch schwierige Zeiten geholfen haben und dass sie mich so akzeptieren wie ich bin.

      Allerdings wird der Kontakt durch die veränderten Lebensumstände (Arbeit, Studium) und durch die Umzüge leider eben auch immer weniger.

      Natürlich ist es normal, dass sich die Wege trennen und man sich irgendwann aus den Augen verliert, aber nachdem ich jahrelang darum gekämpft habe, überhaupt mal eine gute Freundschaft aufzubauen, finde ich es schon sehr bitter, wieder von vorne anfangen zu müssen.

      Zumal es mit zunehmendem Alter (und mit den Verpflichtungen) auch immer schwieriger wird, wirklich tiefe Freundschaften aufzubauen.

      Ich finde, man kann sich schon sehr glücklich schätzen, wenn man auch nur eine einzige gute Freundschaft hat.
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      ADD83 wrote:

      Grundsätzlich schaffe ich durch meine Wahrnehmung und Kommunikation nicht rauszufiltern, ob sich jemand nur aus Höflichkeit mit mir unterhält oder ob es was anderes ist. Daher kann ich auch nicht sagen was aus der Vergangenheit wirklich Freundschaften waren.
      Das ist auch so eine Sache. Ich kann auch nicht einschätzen, warum sich jemand mit mir unterhalten möchte. Auch das heute gängige “sich umarmen“ habe ich früher völlig falsch interpretiert. Anfangs dachte ich immer, die Leute würden mich mögen, bis ich dann herausfand, dass man das eben so macht. Ein kurzer Kontakt und schon ist das Umarmen Pflicht. Ich möchte bitte nur Menschen umarmen, die ich mag.
      Ich kann sowieso nicht verstehen, warum man etwas tut, weil “alle anderen“ das auch tun. Ohne nachzudenken, völlig fremdgesteuert von sozialen Vorgaben. Da frag ich mich schon, wer “normal“ ist. Der Mensch ist ein Individuum und kann selbständig entscheiden. Aber “dazugehören“ ist vielen wichtiger, als individuell zu sein.
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      Lady Bug wrote:

      Aber “dazugehören“ ist vielen wichtiger, als individuell zu sein
      In der Hinsicht finde ich es wirklich kurios, dass viele Leute meinen, die heutige Gesellschaft sei individualistischer als früher. Wahrscheinlich ja eben nicht.
      Ist zwar ein anderes Thema, aber wirklich interessant, das mal anzuschneiden.
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      Lady Bug wrote:

      Vermisst du denn eine Freundschaft?
      Ja, was ich wirklich vermisse ist ECHTE Kommunikation, die nicht nur an der Oberfläche bleibt. Kommunikation über ( meiner Meinung nach) wesentliche Dinge, wie das Leben, das Universum, der Sinn hinter dem ganzen und die vielen schönen Dinge auf dieser Welt und wie dämlich doch vieles auch ist.
      Das hatte ich mit meiner Freundin damals, doch sie wurde leider erwachsen.
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      Was ich aber definitiv rausgefunden hab, ist dass ich mich von allem immer nur auf eines konzentrieren kann und mich mehr davon total überfordern würde.
      Also ich glaube ich würde nur mit einer besten Freundin auskommen, ohne "Anhängsel" zB Clique, ebenso wie ich nur mit meinem einen Kind gerade so klar komme und auch nur einen Mann und keine wechselnde Beziehungen will. Alles andere würde mich maßlos überfordern und ich könnte nicht damit umgehen. Aber wer würde damit schon klarkommen!?! :?
      Selbstdiagose... oder einfach nur komisch?!
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      Axel_Rocket wrote:

      Lady Bug wrote:

      Aber “dazugehören“ ist vielen wichtiger, als individuell zu sein
      In der Hinsicht finde ich es wirklich kurios, dass viele Leute meinen, die heutige Gesellschaft sei individualistischer als früher. Wahrscheinlich ja eben nicht.
      Das ist auch meine Meinung, je individueller eine Gesellschaft, umso mehr Gruppenzugehörigkeit. Völlige Fehlinterpretation des Wortes “individuell“
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      ADD83 wrote:

      Was ich aber definitiv rausgefunden hab, ist dass ich mich von allem immer nur auf eines konzentrieren kann und mich mehr davon total überfordern würde.
      Also ich glaube ich würde nur mit einer besten Freundin auskommen, ohne "Anhängsel" zB Clique, ebenso wie ich nur mit meinem einen Kind gerade so klar komme und auch nur einen Mann und keine wechselnde Beziehungen will. Alles andere würde mich maßlos überfordern und ich könnte nicht damit umgehen. Aber wer würde damit schon klarkommen!?! :?
      Tiefführende Diskussionen führe ich mit meinem Lebensgefährten, und ich meine auch Diskussionen. Wir sind beide vom Sternzeichen Stier, also beharrlich und stur. Diese Diskussionen helfen mir aber sehr, ihn und mich besser kennenzulernen. Also sind sie gleichermaßen anstrengend und lehrreich.
      Zum Thema Beziehung möchte ich sagen, dass ich zweimal geschieden wurde und nie Angst vor einem Neuanfang hatte, wahrscheinlich weil für mich ein abgeschlossenes Kapitel auch genau so eines ist, ein abgeschlossenes Kapitel.
      Zu meinem Lieblingsthema, meine Kinder.
      Mein Wunder ist mittlerweile 22 und ein wundervoller junger Mann. Er lebt seit vier Jahren mit seiner lieben Freundin zusammen. Etwas weiter von mir weg, was uns weniger Zeit miteinander lässt, aber intensiv ist unser Miteinander immer noch.

      Mein spezieller Spezialist ist 17 und gerade sehr unschlüssig, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Ebenso liebevoll und voller Rücksicht großer und kleiner Bruder. Nach wie vor sehr in seinem Thema und immer mitteilungsbedürftig, wissend, dass Mamas Ohren immer offen sind.


      Meine Maus ist ein starkes 12jähriges Mädchen, mitten in der Pubertät und auf Selbstfindung. Sehr sozial und hilfsbereit. Immer neugierig, manchmal etwas verloren, aber immer voller Vertrauen, dass ich sie finde und abhole.

      Mein kleiner Muck wird nächsten Monat 3. Ein ganz eigener, starker Charakter. Wahnsinnig neugierig, sehr kreativ und willensstark. Und suuuuuper kuschelig, wenn ihm danach ist.

      Also mich “aufzuteilen“ für die Kinder fällt mir auch nicht schwer. Ich habe eher Probleme, mit “denen da draußen“.