Autismus und sättigungsgefühl

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    • Autismus und sättigungsgefühl

      Ich glaube das ich immer satt bin, weil ich das sättigungsgefühl nicht kenne, aber nicht immer das Bedürfnis habe, etwas zu Essen.

      Ist das typisch für autisten?
      Wie ist das bei euch?

      Ich hab nur Hunger, Appetit, völlegefühl und das abwesend sein von Appetit. teilweise habe ich auch keinen Appetit und gleichzeitig Hunger.
    • Jirougorou wrote:

      Ist das typisch für autisten?
      Nach DSM 5 ist Über- oder Untermemfindlichkeit für sensorische Reize eines der Kernkriterien In Bereich B, man muss aber nur zwei der vioer dort aufgeführten Kriterien für eine Diagnose erfüllen.

      Es müssen auch nicht alle sensorischen Reize sein, aber es kann zum Beipiel auch das Hunger- und/oder Sättigungsgefühl betroffen sein.

      Bei mir ist sowohl das Hunger- als auch das Sättigungsgefühl betroffen. Ich kann ohne Probleme stundenlang nichts essen, ich kann aber auch gewaltige Portionen essen, ohne dass mir das Sättigungsgefühl sagen würde, dass es jetzt besser wäre, aufzuhören mit dem Essen.

      Sehr vorteilhaft ist diese Kombination nicht. Bei 1,79m Größe habe icch schon 67 kg gewogen, aber auch schon 127 kg auf die Waage gebracht.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Bei mir sind diese Gefühle sehr gut vorhanden.
      Ich esse nie über mein Sättigungsgefühl hinaus oder nur extrem selten wenn ich zB in einem Restaurant etwas bestellt habe und die Portion groß ist und mir das Essen auch extrem gut schmeckt so das ich nicht aufhören will (das ist in Essen seltener als in Nürnberg der Fall wie ich festgestellt habe) XD jedenfalls esse ich zum beispiel seit dem ich in der WfbM arbeite sehr viel mehr als vorher, aber ich habe auch ständig Hunger.
      Vorher war ich nur Zuhause, da hab ich morgens garnicht gegessen, mittags bekam ich den ersten Hunger und abends habe ich dann richtig gekocht.
      Jetzt habe ich schon um 9uhr hunger, esse dann in der ersten Pause etwas zum Frühstück, und dann zu Mittag was Warmes, und zum Abend hin habe ich dann schon wieder Hunger. Meist kocht dann meine Mutter noch was oder ich mache das, also habe ich seit dem ich dort arbeite 2x eine warme Malzeit am Tag. Wenn ich keinen Hunger hätte, würde ich nicht essen müssen.
      Meine Mutter isst öfter nach dem essen noch irgendwas, zum beispiel Schokolade oder sowas, und ich denk dann immer wie man denn jetzt noch was essen kann wo man doch schon satt ist, das ergibt für mich keinen Sinn. Ich mag dann auch garnichts mehr essen.
    • Also ich ("nur" VA) habe da öfter Schwierigkeiten zu unterscheiden. Manchmal esse ich viel zu viel, weil es gut schmeckt und ich Appetit habe - und merke erst, dass es zu viel war, wenn mein Bauch weh tut. Oder ich esse gar nichts obwohl ich Hunger habe, weil ich die Zeichen übersehe; bzw. esse dann erst sehr spät was, wenn ich schon sehr schlecht gelaunt bin deswegen. Oder ich esse was, obwohl ich keinen Hunger sondern Bauchweh habe (also "auf Verdacht"), die von was Anderem kommen.

      Ich habe das aber auch bei anderen eigentlich normalen körperlichen Bedürfnissen, dass ich Schwierigkeiten habe sie (rechtzeitig) wahrzunehmen oder einzuordnen. Also sowas wie "Aufs Klo Müssen" (oft erst sehr spät bemerkt wenn es wirklich dringend ist), Hunger, Durst (nehme ich fast gar nicht wahr und trinke manchmal gar nichts), Müdigkeit, Frieren usw...
    • Wie @Tuvok schrieb, scheint es wirklich an einer Unterempfindlichkeit der Sensorik in dem Bereich zu liegen.
      Mein Sättigungs- und Appetitgefühl ist sehr fein ausgebaut und ich habe da keine Probleme.
      Aber wenn es ums Trinken geht, verspüre ich nie das Bedürfnis etwas zu trinken.

      Mein Männchen hat aber wohl ein Problem im Erkennen von Hunger, da er wirklich extrem unregelmäßig isst und Hunger sehr spät spürt oder diesen nicht deuten kann. Er isst meistens nur 1x am Tag etwas und manchmal auch nur, weil ich ihn daran erinnere!
    • Unter Mathematikern, die oft ja auch zumindest autistische Züge haben, scheint ein fehlendes Hungergefühl auch nicht selten zu sein.

      Ramanujan heiratete zum Beispiel im Alter von 21 eine 10-jährige, deren einzige Aufgabe darin bestand, ihn regelmäßig zu füttern, damit er nicht vergaß, zu essen, und seine Arbeit nicht unterbrechen musste.

      Und Hilbert traf mal auf dem Universitätscampus einen Studenten. Nachdem sie lange gefachsimpelt hatten, fragte er zum Schluss, aus welcher Richtung er gekommen wäre. Als der Student ihm sagte, dass er vom Institut gekommen war, schloss er messerscharf, dass er noch nicht gegessen hätte und ging weiter zur Mensa.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Vor der Schule hatte ich sensorische Probleme in der Hinsicht, daß ich das Essen nicht runterschlucken wollte. Ich hab mir den Mund vollgestopft und das wars.
      Oder ich habe mit dem Essen gespielt, zum Beispiel Wörter aus der Buchstaben Suppe gebastelt.
      Später in der Schulzeit habe ich auch eher schlecht gegessen, ich war immer viel zu dünn.
      Ich musste auch mal zu einer Kur, wo man mich mit Schokoladen Suppe vollgestopft hat, ich musste viel Sport treiben und man hat mir mit einer Pferdespritze gedroht.
      Spätestens seit dem Wehrdienst drehte sich der Spieß um, ich hab immer mehr gegessen. Noch mehr seit ich nicht mehr allein bin.
      Das Ergebnis ist ein Diabetes, den ich seit fast drei Jahren mit Insulin behandle.
      Nicht erfolglos, scheint jetzt mein Spezialgebiet zu sein.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • Ich (VA) habe kein richtiges Sättigungsgefühl. Erst wenn mir schlecht wird oder ich Bauchschmerzen bekomme könnte ich aufhören zu essen. Ansonsten muss ich mich immer zwingen. Ich kann zwischen Appetit, Hunger und Durst nicht unterscheiden, ich trinke nur wenn ich dran denke. Das einzige was mir hilft mich zurück zu halten ist nicht alles im Kühlschrank zu haben wo ich Lust drauf habe. Wenn was da ist, wird es mit einem Mal gefuttert (zB Tafel Schokolade), ist nichts da was mir passt kann ich auch einen ganzen Tag nichts essen, das Hungergefühl bleibt aber immer gleich.
      Selbstdiagose...
    • molle66 wrote:

      ich hab immer mehr gegessen. Noch mehr seit ich nicht mehr allein bin.
      Das Ergebnis ist ein Diabetes, den ich seit fast drei Jahren mit Insulin behandle.
      Nicht erfolglos, scheint jetzt mein Spezialgebiet zu sein.
      Ich habe seit 39 Jahren Diabetes. Aber es ist ein Typ I Diabetes, der nicht von Fehlernährung kommt und von Anfang an mit Insulin behandelt wurde.

      Jirougorou wrote:

      ich habe Angst vor Diabetes.
      Diabetes ist aber nichts, wovor man Angst haben müsste. Da kann man ganz gut mit Leben. An die Notwendigkeit, mehrfach täglich Insulin zu spritzen, gewöhnt man sich, wenn man nicht eine extreme Phobie vor Nadeln hat.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Jirougorou wrote:

      ich habe aber eine phobie vor spritzen und nadeln.
      Bei den Pens sieht man die ohnehin nicht.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Durst empfinde ich fast gar keinen. Früher hatte ich allerhöchstens mal Durst, wenn es sehr heiß draußen war und ich mich viel angestrengt habe. Deswegen trinke ich auch schon immer viel zu wenig. Seit ich nur noch Wasser (und selten mal Tee) trinke, habe ich tatsächlich öfter mal Durst, aber immer noch zu selten. Manchmal denke ich, ich hätte große Lust auf etwas frisches, kühles, zum Beispiel ein Wassereis. Aber wenn ich dann soetwas esse, geht das Gefühl nicht weg. Mittlerweile denke ich, dass das in Wahrheit Durst ist und versuche nun immer, mit Trinken darauf zu reagieren. Das scheint zu helfen, also ist es wohl tatsächlich Durst :d

      Ich glaube nicht, dass ich weiß, wie sich ein Sättigungsgefühl anfühlt. Ich kenne Hunger, Appetit, Völlegefühl, Übelkeit und eine (temporäre) Abneigung gegen etwas Bestimmtes oder jegliches Essen. Ich höre eigentlich meist dann auf zu essen, wenn das Völlegefühl einsetzt und das kommt ziemlich schnell bei mir. Ich esse dafür sehr häufig, da ich immer nur sehr kleine Portionen schaffe. Zwischendurch sind dann Phasen, wo ich weder Hunger, noch Appetit, noch Völlegefühl oder sonstiges habe. Ist das dann ein Sättigungsgefühl? Für mich ist das eigentlich nur das Fehlen eines bestimmten Gefühls aus der Richtung.
    • Wenn ich nicht "ritualisiert" trinke, vergesse ich es total. Im Sommer habe ich mehr Durst, aber im Winter bin ich ohne meine Teezeiten aufgeschmissen. Ich habe eine Trink-App, vergesse aber sogar, dass ich sie habe.

      Mit dem Essen ist es ähnlich. Ich esse zu ungefähr denselben Zeiten, damit ich esse. Ich weiß aber selten, worauf ich Lust habe. Ich habe es mit viel Übung geschafft, mehr und abwechslungsreicher zu essen, aber es wird nie etwas sein, das ich wirklich mit Lust mache oder mit Appetit. Oft merke ich erst, wie dringend mein Körper Nahrung braucht, wenn ich anfange zu essen. Ich fühle mich eigentlich immer satt und bin auch entsprechend schnell über- satt.

      Blöderweise fühle ich mich auch nüchtern psychisch immer besser als nach dem Essen. Ich kann diesem "Nüchternbedürfnis" aber nicht nachgeben, weil mein Gewicht dafür zu niedrig ist und ich nicht wieder so ins Untergewicht abgleiten will.
    • Ani wrote:


      Blöderweise fühle ich mich auch nüchtern psychisch immer besser als nach dem Essen. Ich kann diesem "Nüchternbedürfnis" aber nicht nachgeben, weil mein Gewicht dafür zu niedrig ist und ich nicht wieder so ins Untergewicht abgleiten will.
      Fiel mir irgendwie gerade ein:
      Hast Du schonmal mit sowas
      wie "Monomahlzeiten" experimentiert, also dem Körper bewusst nur eine ( möglichst wenig verarbeitete ) Nahrungsquelle nach der anderen anbieten?
      ( So machen es in Reinform ja u.a. "Instincto Rohköstler", vielleicht reagiert dein Körper schnell mit "dichtmachen" wenn zu viel Input auf einmal kommt?)
    • Ani wrote:

      Blöderweise fühle ich mich auch nüchtern psychisch immer besser als nach dem Essen.
      So geht es mir manchmal auch. Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass es mir entweder besonders gut geht, wenn ich einen großen Teil des Tages faste, oder aber wenn ich so etwa 6 sehr kleine Mahlzeiten zu mir nehme.
      Meist schaffe ich es aber weder das eine noch das andere in meinem Tag unterzubringen leider.
    • Ani wrote:

      Oft merke ich erst, wie dringend mein Körper Nahrung braucht, wenn ich anfange zu essen.
      Ja, das kenne ich auch. Ich kann sehr lange ohne Nahrung sein, ohne das geringste Hungergefühl zu empfinden.
      Dass es Zeit wird, wieder was zu essen, merke ich dann daran, dass ich zu frösteln beginne und/oder mir schwindlig wird vom Unterzucker. Wenn ich dann mit der Mahlzeit beginne, merke ich, dass ich sie mitunter sehr gierig verschlinge. :d
    • Zarathustra wrote:

      Ani wrote:

      Oft merke ich erst, wie dringend mein Körper Nahrung braucht, wenn ich anfange zu essen.
      Ja, das kenne ich auch. Ich kann sehr lange ohne Nahrung sein, ohne das geringste Hungergefühl zu empfinden.Dass es Zeit wird, wieder was zu essen, merke ich dann daran, dass ich zu frösteln beginne und/oder mir schwindlig wird vom Unterzucker. Wenn ich dann mit der Mahlzeit beginne, merke ich, dass ich sie mitunter sehr gierig verschlinge. :d
      ging mir früher auch so,... und Bauchschmerzen und Übelkeit Waren auch ein Zeichen.

      Inzwischen habe ich aber fast andauernd Appetit, bekomme aber kein sättigungsgefühl.