Der Sinn einer Psychotherapie

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    • Nervenbündel wrote:

      Eher nicht, eher eine Erscheinung, die man verhindern kann. Es sei denn, die Einsamkeit ist eine Folge von einem darüber liegendem Problem, was erst gelöst werden muss, wie z. B. andauerndes Fehlverhalten, Angststörung, depressive Beschwerden bis Depression, die eigene Sichtweise usw.
      Einsamkeit im Alter ist ein sehr weit verbreitetes Problem und muss nicht aus diesen Gründen stammen. Die Gründe warum man dort landet sind mannigfaltig. Es reicht manchmal dass der Partner stirbt. Ich kenne auch sehr fitte, extravertierte Alten mit Kindern die einsam sind. Bis vor zwei Jahren war auch ich nicht einsam. Teilweise vereinsamen alte Menschen weil sie nicht untereinander eingesperrt sein wollen und gleichzeitig nicht teilnehmen können an vielen Sachen die sie früher gemacht haben, wie Beruf, Kinderkriegen und -aufziehen, Partys usw. Klar, man kann wieder anfangen zu daten mit 65 oder 75 oder 85 aber will man das überhaupt? (ich nicht) Ich glaube dass sehr viele ältere Menschen nicht auf Partnersuche gehen wollen und auch unter Abwesenheit des Partners leiden, dass heißt sie leiden keinen Partner mehr zu haben aber wollen keinen neuen Partner suchen mit 66 oder 83. Ich habe mehr gelernt in der Hinsicht von einer einzigen Doku über Trauer und Einsamkeit wenn der Partner stirbt im Alter als von der Therapeutin, was auch ok ist, weil die Therapie nicht darum ging.


      Nervenbündel wrote:

      Dementsprechend hast du ihre gut gemeinten Ratschläge in den Wind geschlagen und sie hat dir prophezeit, dass du bei anderen Therapeuten ähnliche Probleme machen wirst, was darauf hindeutet, dass sie bei dir ein blockierendes Verhaltensmuster gibt.
      Sie hat mir keine Ratschläge gegeben, weil ich sie nicht danach gefragt hatte. Wir sind nicht so weit gekommen. Es (die Therapie) ging nur um meine Trennung, wobei es klar wurde dass sie offensichtlich nichts weiß über toxische Beziehungen, "Gaslighting" usw.

      Das letzte Problem das zum Therapieabbruch führte war dass meine ehemalige langjährige Partnerin einen Parkplatz gemietet hat nicht dort wo sie selbst wohnt sondern weit weg vor meiner Wohnung, wo ich nicht mehr aus dem Fenster kucken kann ohne das Auto zu sehen. Das Auto parkt dort seit März aber ich wusste nicht dass es ihr Auto ist. Ich war erschrocken als ich merkte das es ihr gehörte. Man fühlt sich gestalkt/bedroht/verwirrt wenn man sowas merkt. Die Therapeutin hat sich hartnäckig verweigert anzuerkennen dass das keine neutrale Handlung ist, sondern sehr seltsam und provokativ (fast wie Stalking). Alles soll nur meine Projektionen sein, nach der Therapeutin, weil das Auto nur ein Auto ist. Aber ich war und bin sicher dass es äußerst seltsam ist einen Parkplatz zu mieten vor dem Fenster des Ex-Partners, wie es seltsam wäre den Koran zu brennen auf dem Marktplatz auch wenn man es nur macht weil man kalte Hände hat, oder ein Boot zu kaufen und es nach meiner Therapeutin zu nennen, zum Beispiel. Wir haben zwei ganze Therapietermine (!) damit verbracht dass ich versuchen musste sie sozusagen "philosophisch" zu überzeugen dass es nicht etwas Neutrales ist wenn eine Ex-Partnerin ihr Auto permanent stellt vor dem Fenster des Partners, sondern objektiv gesehen etwas Provokatives oder Verwirrendes ist. Von Empathie oder Verständnis keine Spur, obwohl andere Leute sofort gesagt haben "Du musst wegziehen! Sonst kriegst du keine Ruhe!" Als ich dann zu einer ehemaligen Kollegin gesagt habe "Meine Ex-Partnerin hat ein Auto gekauft. Rate wo sie einen Parkplatz gemietet hat" hat sie (die Kollegin) "Vor deiner Wohnung" gesagt und ihr Gesicht in den Händen begraben, aus Entsetzen. Die Therapeutin hat aber genau das gemacht was meine Ex gemacht hat, nämlich meine Wahrnehmung zu invalidieren. Ich habe gedacht: Es darf nicht sein dass sie auch bei etwas so Offensichtlichem Empathie und Verständnis weigert. Es wurde mir gruselig und ich habe sie damit konfrontiert, nach welchem sie wieder von Therapieabbruch gesprochen hat weil mein Vertrauen in ihrem Urteil erschüttert war und ich das dieses Mal geäußert habe.



      Nervenbündel wrote:

      Ich nehme mal an, vieles davon liegt darin begründet, dass dir ein mangelnden Einsicht in eigene Fehler fehlt, denn am einfachsten ist es, die Fehler bei anderen zu suchen,
      Das kannst du nicht wissen. Was ich gemerkt habe ist dass ich etwas gesucht habe in der Therapie was nicht zu finden ist, nämlich meine Trennung mit einem Therapeuten zu "verarbeiten". Ob sie unfähig war mir beizustehen oder ob das ganze Projekt "Trennung verarbeiten" absurd war weiß ich nicht. Wahrscheinlich war die ganze Idee falsch. Das sagte sie auf jeden Fall (dass so was nicht möglich ist) und wahrscheinlich hatte sie recht. Ich habe es versucht zumindest.


      Nervenbündel wrote:

      indem man z. B. in gewissen Kreisen einfach mal das Maul hält anstatt seine Meinung rauszuposaunen und anderen damit mächtig auf die Füße zu treten oder sowas.
      Aber dass tust du selber nicht (hier meine ich, mit mir) 8o . :prof:

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    • @Unbewohnte Insel
      Ich finde es gut, dass du die, für dich sinnlose Therapie aufgegeben hast.

      Several wrote:

      Für mich klingt es so, dass dir ein ambulant begleitetes Wohnen helfen könnte. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, einen Kontakt der regelmäßig vorbei kommt, jemand der dir bei Alltagsfragen ein Ansprechpartner sein soll. Der Sozialarbeiter würde dann 1x die Woche zu dir kommen, zum Reden, oder was gemeinsam machen, wie du es brauchst und möchtest. Die helfen einem auch sich wieder zu integrieren, wenn man das möchte. Oder gehen mit einem zusammen raus, was unternehmen wenn man das machen will.
      Grundsätzlich stimmt das und ich halte das auch für eine gute Idee - nur ist das im Moment auch nicht persönlich möglich, wegen Corona. Bir mir finden die Termine, falls es möglich ist, draußen statt - wir gehen dann gemeinsam spazieren - oder über Skype / Telefon.
      Ebenso wie die anderen guten Ideen macht Corona persönlichen Kontakt schwierig.

      Wie sieht es bei dir mit telefonieren aus? Vielelicht gibt es ja hier im Forum jemanden, der dir (vom Schreiben her) sympathisch ist. Den oder die könntest du fragen, ob ihr ab und an / mehr oder weniger regelmäßig telefonieren könnt? Oder eine Chat- / Skype Gruppe gründen, wo man sich austauschen kann. Wenn es dir in erster Linie um Anregungen geht, braucht es ja keine Therapie.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Ich finde es gut, dass du die, für dich sinnlose Therapie aufgegeben hast.
      Danke. Ich denke dass in meiner "Verlorenheit" und in meinem gestrandeten Zustand ich nach jedem "Strohhalm" gegriffen habe, unter Anderem nach Therapie, ohne mich zu fragen ob das was ich brauche tatsächlich Therapie ist. Ein bisschen wie ein Schiffsbrüchiger nach dem Untergang der Titanic der nach jedem Holzstuck greift um zu überleben.

      Leseratte wrote:

      Ebenso wie die anderen guten Ideen macht Corona persönlichen Kontakt schwierig.
      Wenn ich die Nachrichten kucke in den verschiedenen Ländern der Welt merke ich dass alles gerade dabei ist aus den Fügen zu geraten, nicht nur bei mir. Alles wird gerade unberechenbar und Isolation und Unsicherheit wird zum gemeinsamen Schicksal. Wer weiß wie und wann eine Art Normalität zurückkehrt, wenn überhaupt.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Das Auto parkt dort seit März aber ich wusste nicht dass es ihr Auto ist. Ich war erschrocken als ich merkte das es ihr gehörte. Man fühlt sich gestalkt/bedroht/verwirrt wenn man sowas merkt.
      zur bedrohung wird soetwas nur, wenn du es selbst zu einer bedrohung werden lässt. Eure beziehung ist offenbar beendet, sie hat anscheinend keinen einfluss mehr auf dich, warum lässt du dich von soetwas noch beindrucken?

      Du könntest genausogut darüber lachen, dass sie soetwas peinliches nötig hat, denn es zeigt ganz offenbar, dass sie die beziehung noch nicht überwunden hat. Warum machst du aus ihrem problem dein problem?

      Vielleicht hast du die therapeutin auch falsch verstanden. Vielleicht ist das mit dem auto auch tatsächlich ein zufall. Vielleicht ist es auch absicht. Aber am ende ist es ganz allein die art und weise wie du damit umgehst, die es zum problem werden lässt oder nicht.

      In der hinsicht würde ich also sagen, gibt es doch tatsächlich einen therapiebedarf. Aber du darfst eben nicht erwarten, dass eine therapeut*in das mit dem auto genauso sieht wie du und dir einfach blos zustimmt. Ganz im gegenteil ist es doch die aufgabe einer therapeut*in schädliche denk- und handlungsweisen zu verändern.

      Wenn du umziehen würdest, nur weil das auto deiner ex-partnerin vor deinem fenster steht, hätte sie gewonnen. Das andere leute da so viel empathie und verständnis haben ist ja schön und gut, aber dein problem wird dadurch nicht gelöst. Gelöst wird es nur, wenn du dein denken änderst.
    • Sternschnuppe wrote:

      , warum lässt du dich von soetwas noch beindrucken?
      Wenn eine Frau allein in einem Bus sitzt und ein fremder Mann steigt ein und setzt sich hin nicht in einen der vielen leeren Plätze sondern gerade neben die Frau, dann hat sie vorerst ein Problem. Wie sie damit umgeht hängt von ihr ab. Dass die Therapeutin darauf bestand dass es in solchen Fällen gar nichts gibt das objektiv vorgekommen ist und darauf zu bestehen, trotz Beispiele wie die Verbrennung des Korans auf einem offenen Platz, fand ich bockig, rechthaberisch und am Ende missbräuchlich gegenüber den Patienten. Genauso wie die Frau im Bus die etwas erschüttert aus dem Bus flieht und sich umsieht um sich zu vergewissern dass der aufdringliche Mann nicht hinter sie her ist, war es erstmal ein Schock zu sehen dass die Ex-Partnerin sich immer noch in meine Privatsphäre (oder Aufmerksamkeit) hineindrängen möchte, obwohl wir seit über zwei Jahren getrennt sind. Es hätte nicht eine ganze stundenlange philosophische Diskussion über den Begriff "objektive soziale Bedeutung" brauchen müssen bevor die Therapeutin bereit war das einzusehen. Ein klein wenig normale Empathie hätte ausreichen müssen und das hatte sie nicht.

      Eben weil die Verdrehung meiner Wahrnehmung (Gaslighting) durch die Ex-Partnerin ein Hauptthema der Therapie war (zumindest für mich) fand ich das was die Therapeutin machte unakzeptabel. Als ich das besprochen hatte hat sie einen Therapieabbruch vorgeschlagen, worauf ich später eingegangen bin, wobei sie dann behauptete dass ich den Abbruch vorgeschlagen hatte, was nicht stimmte. Er war ihr Vorschlag (eigentlich das dritte Mal dass sie einen Abbruch vorgeschlagen hatte).

      Die Therapeutin hat darauf bestanden dass nur die Farbe, Gewicht usw objektive Tatsachen seien und dass es überhaupt nichts bedeutet wenn eine Ex-Partnerin einen permanenten Parkplatz mietet vor dem Fenster des Ex-Partners und nicht wo sie selber wohnt. Meine Position war dass es objektive (im soziologischen, nicht naturwissenschaftlichen Sinn) Regel des "personal space" gibt und in diesem Fall (der Fall des Autos) wurden sie überschritten, warum auch immer. Was ich daraus mache ist meine Sache aber dass man erstmal etwas hat worauf man eine Einstellung finden muss sollte eine Therapeutin anerkennen können und wollen. Sie hat dasselbe gemacht mit einem Bild das ich von der Ex-Schwiegermutter gekriegt hatte zur gleichen Zeit und aus heiterem Himmel, mit einem Vogel auf einem Ast der einem anderen Vogel sagt dass er zu nah an ihn kommt. Mit der Schwiegermutter hatte ich zwei Jahre meinen Kontakt gehabt und plötzlich schickte sie mir dieses Bild zu genau derselben Zeit wie das Auto erschienen ist. Die Therapeutin hat darauf bestanden dass das Bild keine Anspielung auf irgendetwas beinhaltete sondern nur ein Witz über Corona sei und alles sei meine Projektionen. Am Ende, als letztes Mittel um eine gemeinsame Wirklichkeit mit der Therapeutin zu schaffen, habe ich eine Nachricht zur Therapie mitgebracht die meine Ex in meinen Briefkasten gesteckt hatte, auch zu derselben Zeit, mit meinem Namen darauf und der Unterschrift meiner Ex, zusammen mit zwei Gegenständen von der Ex die mit der Nachricht dabei waren, habe die Nachricht und die Gegenstände auf den Tisch gestellt und die Therapeutin gefragt ob sie die Nachricht sieht. Erst dann hat sie aufgehört darauf zu bestehen dass das alles nichts mit etwas Wirklichem zu tun hatte sondern nur in meinem Kopf bestehe.


      Sternschnuppe wrote:

      zur bedrohung wird soetwas nur, wenn du es selbst zu einer bedrohung werden lässt.
      Deswegen habe ich "bedroht/gestalkt/verwirrt" geschrieben, und nicht nur "bedroht" eben weil es andere Alternativen zur Bedrohung gibt. Ich hätte beliebig viele Adjektive schreiben können: "gemeint/angesprochen/gestachelt/geschmeichelt/noch geliebt/gehasst/nicht freigelassen/noch relevant/verachtet/beobachtet/als Zuschauer benutzt/irritiert" usw. Das Wesentliche war dass es nicht möglich ist völlig neutral und bedeutungslos so zu handeln, dass die Besitzerin des Autos nicht vollkommen unbewusst einen Parkplatz vor dem Fenster des Ex mieten kann, von der Sache her und dass eine Therapeutin dass nicht stur verneinen sollte, weil dass den Patienten nur verwirrt. Nicht dass ich wüsste was die Bedeutung sein sollte, sowie ich mich angesprochen fühlte als mir die Schwiegermutter ein Bild schickte und die Ex mir eine Nachricht hinterließ in meinem Briefkasten, ohne dass ich wüsste warum. Wenn man eine geschriebene Nachricht bekommt fühlt man sich angesprochen aber man sollte nicht so ein Bekenntnis seitens der Therapeutin erst mit materiellen Beweisen herauspressen müssen.

      Sternschnuppe wrote:

      Aber du darfst eben nicht erwarten, dass eine therapeut*in das mit dem auto genauso sieht wie du und dir einfach blos zustimmt. Ganz im gegenteil ist es doch die aufgabe einer therapeut*in schädliche denk- und handlungsweisen zu verändern.
      Das mit dem Auto ist keine schädliche Denkweise aber eine physische Tatsache. Es gibt Regel der sozialen Kommunikation, in diesem Fall des sozialen Raums (personal space). Wenn man seine Besitztümer nicht in seinem eigenen Raum stellt und nicht in dem Raum einer beliebigen Person sondern in dem sozialen Raum (personal space) der Ex-Partner dann hat man etwas nicht-neutrales getan. Darum ging es. Wie ich damit umgehe ist meine Sache und eventuell eine Sache für die Therapie aber DASS etwas passiert ist sollte anerkennt werden, sonst hat man keine Basis, keine gemeinsame Welt. Wie soll man mit etwas umgehen das es gar nicht gibt?

      Sternschnuppe wrote:

      Wenn du umziehen würdest, nur weil das auto deiner ex-partnerin vor deinem fenster steht, hätte sie gewonnen.
      Alle außer mir und dir haben gesagt dass ich umziehen sollte. Nur du und ich sind der Meinung dass ich nicht wegziehen sollte, aus eben diesem Grund. Die Therapeutin dachte auch ich sollte umziehen.

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    • Unbewohnte Insel wrote:

      Die Therapeutin hat darauf bestanden dass nur die Farbe, Gewicht usw objektive Tatsachen...
      Ist dies relevant für die Therapie? Ich habe es auch einmal geschafft im Rahmen einer Therapiesitzung eine vergleichbare Grundsatzdiskussion zu führen. Im Ergebnis für beide Seiten sinnlos und für das weitere Vorgehen eher unwichtig.
      In der Zwischenzeit achte ich darauf, dass ich verstanden werde - also wir über den Kern des Problems einig sind: Tatsache XYZ belastet mich, weil ABC. Oder HIJ ist für mich wie <BEISPIEL1> und <BEISPIEL2>.

      Wenn das Gegenüber meine Gedanken reflektieren kann, sodass es für mich passt, dann können wir weiterarbeiten, sonst drehen wir halt nochmals eine Runde. Ob die Formulierung im philosophischen Sinne korrekt ist, muss dann eben mal zurückgestellt werden.
      Umgekehrt das gleiche - kann ich die Gedanken des Gegenübers korrekt reflektieren, dann kann ich es zumindest mal mit nachhause nehmen und darüber nachdenken.

      Immer aufpassen, dass sich die Diskussion nicht auf unwichtige Nebenschauplätze verschiebt. Dies sollte aber ein Therapeut erkennen können. Meiner macht das eigentlich recht gut.
    • jaw wrote:

      Immer aufpassen, dass sich die Diskussion nicht auf unwichtige Nebenschauplätze verschiebt. Dies sollte aber ein Therapeut erkennen können.
      Stimmt. Glücklicherweise habe ich letzte Woche die Therapie mit der Therapeutin beendet. Heute hatte ich auch ein Gespräch mit der Leiterin des Instituts und werde sehen ob man mir einen neuen Therapeuten/Therapeutin zuweisen wird. Es kann dauern, sagte sie. Eigentlich habe ich es satt nach Verständnis zu suchen von einem fremden Menschen und Sachen mit ihm zu "verarbeiten". Wahrscheinlich wird es mir besser gehen ohne Therapie. Beim Gespräch mit der Leiterin war zu meiner Überraschung ich und nicht sie der Verträgliche, Flexible, Gutgelaunte, Deeskalierende und Kompromissbereite, während sie eher das Gegenteil war und ziemlich zickig, ungeduldig und gestresst, nicht wegen mir sondern anscheinend wegen ihrer Situation insgesamt (Leiterin eines Psychotherapiezentrums an einem Montag früh in November). Ich habe gedacht dass wenn jemand das Gespräch auf einem Tonband hören würde würde er denken dass eher sie als ich psychische Probleme hätte und mit Unglück behaftet wäre. Warum traut man sich Menschen an die mindestens so kaputt sind wie man selber?
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Glücklicherweise habe ich letzte Woche die Therapie mit der Therapeutin beendet.
      Mich würde interessieren, wie du es gemacht hast. Hast du ihr das persönlich gesagt und auch Feedback warum du sie beendest? Oder per Mail? Ich fände es sehr interessant zu erfahren, denn es ist ja keine so einfach Situation. Aber natürlich musst du es nicht erzählen, nur wenn du möchtest.
    • 2hoch8 wrote:

      Mich würde interessieren, wie du es gemacht hast. Hast du ihr das persönlich gesagt und auch Feedback warum du sie beendest? Oder per Mail? Ich fände es sehr interessant zu erfahren, denn es ist ja keine so einfach Situation. Aber natürlich musst du es nicht erzählen, nur wenn du möchtest.
      Sie hatte über einen Therapieabbruch, zum dritten Mal seit dem Frühling, gesprochen, und dieses Mal habe ich zugesagt (wobei sie anscheinend vergessen hatte dass sie schon beim vorherigen Termin davon gesprochen hatte und dachte es wäre meine Idee, nicht ihre), dann wussten wir nicht was wir mit den letzten 20 Minuten tun sollten und haben dann doch entschieden dass wir noch einen anderen Termin ausmachen sollten um es nochmals zu besprechen. Ich habe ihr gesagt dass solche Konflikte eventuell zur Therapie gehören und sie hat sich auch gefragt ob das der Fall sein könnte oder ob sie bedeuteten dass die therapeutische Beziehung gescheitert sei. Drei Tage später bin ich zur Rezeption gegangen und habe gesagt dass das Ganze mir sehr leidtue aber die Konstellation habe nicht funktioniert und so weiter und so fort. Ich glaube nicht dass Therapie Sinn macht wenn beide Seiten sich entwertet und missverstanden fühlen. Sie fühlte sich entwertet durch meine Kritik und ich fühlte mich verwirrt und manipuliert durch ihr Verhalten (siehe meine Ausführungen gerade oben im Thread).
    • ich war auch für mehr als 12 Sitzungen beim Therapeuten, das wurde mir damals vom Pillenpsychologen so vorgeschlagen, nur Gespräche sind nicht so mein Ding, der Therapeut sagte auch immer in der letzten Sitzung haben sie mehr gesprochen.. ich hab dann immer 2 Bier in der Kneipe in der Nähe gezischt bevor ich zu dem ging, ist ja auch net so das ich komplett kontaktlos bin.. aber wie ich damals in der Kneipe war viel einer Frau die da mit ihrem Mann war die umgebene Gesellschaft auf, und sagte dann: Leute die auf Zehenspitzen laufen ticken nicht richtig. Aber was soll das, ist sie Fersenstampfer, Erdbebenverursacher? Katzen Hunde.. alle laufen Gesund erst mit Vorderfuss.. Ich wars net, wir tranken nur im Aussenbereich, mit Sicht auf die Straße.

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    • Clear wrote:

      Leute die auf Zehenspitzen laufen ticken nicht richtig.
      Ich sage: "Leute, die behaupten, dass Leute, die auf Zehenspitzen laufen, nicht richtig ticken, nicht ernstzunehmen sind."
      Jedes mal, wenn man mir sagt, ich wäre nicht gesellschaftsfähig,
      werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert.
    • Hallo liebe Community ,
      ich bin sowohl Asperger Autistin als auch Medizinstudentin(2. Jahr) und stecke in einem großen Dilemma.
      Aktuell bin ich neben dem doch sehr forderndem Studium sehr einsam (Online Studium aktuell) und bin ziemlich unproduktiv, an meinen Besonderheiten zu arbeiten, da Selbsthilfegruppen nicht stattfinden und auch sonstige Hobbys aufgrund der aktuellen Gegebenheit auch nicht möglich sind.
      Nun habe ich bei einem Online Seminar über Autismus teilgenommen und habe dort von der Autismus spezifischen Ergotherapie gehört , welche ideal für mich wäre.
      Nun habe ich aber die Bedenken , dass wenn man es offiziell als Autismus Therapie deklariert , ich später Gefahr laufe meine Approbation nicht zu erhalten. Meine Ärztin hatte mich diesbezüglich gewarnt, dass das eintreten könnte. Daher habe ich mehrere Fragen und ich fände es sehr nett wenn jemand helfen könnte.
      Frage 1) Studiert jemand von euch als Asperger Autist oder generell im Spektrum mit offizieller Diagnose Medizin und weiß ob es nachher ein Nachteil mit sich bringt oder gar einem die Approbation nicht gewährt wird ?
      2)Weiß jemand , ob eine psychiatrische Untersuchung stattfindet , bevor man die Approbation erhält oder wie streng die Regulation bezüglich dessen ist ?
      3) Hat jemand vielleicht eine Idee wie man seine Besonderheiten bzw. Schwächen anderweitig trainieren kann ? Oder wie man gerade jetzt zu Corona Zeiten seine Social Skills etc. etwas trainiert ?
      4) wie geht man allgemein mit dem Thema Autismus im medizinischem Berufsbild um ? Gebt ihr euren Kollegen einen Hinweis oder behaltet ihr es für euch... da der Klinikalltag ja doch eigentlich reibungslos funktionieren sollte , muss man ja eventuell Leute einweihen....

      Ich weiß, dass ich rein zeittechnisch noch sehr weit von der Approbation entfernt bin, möchte aber doch auf Nummer sicher gehen und nicht nun meine Autismus Therapie machen , wenn mir dann der Erhalt der Approbation verweigert oder erschwert wird.....
      Ich würde mich sehr über hilfreiche Ratschläge und Tipps freuen und wünsche euch alles Gute.
      Bleibt gesund !
      Viele Grüße
      Judith1096
    • Judith1096 wrote:

      und habe dort von der Autismus spezifischen Ergotherapie gehört , welche ideal für mich wäre.
      Nun habe ich aber die Bedenken , dass wenn man es offiziell als Autismus Therapie deklariert , ich später Gefahr laufe meine Approbation nicht zu erhalten. Meine Ärztin hatte mich diesbezüglich gewarnt, dass das eintreten könnte.
      Die Ergotherapie würdest du außerhalb des Studium machen also privat? Wenn die Therape privat gemacht wird, was geht das jemanden an?

      Die Bedenken sind ein Annahme, hier würde ich nach Entscheidungsgründen ode sowas suchen, wer und warum das später als Therapie deklariert werden sollte und ob man sowas im Vorfeld vermeiden kann.
      Und ich empfinde es als Diskriminierung, nur weil man eine Therapie gemacht hat, dass man dann von irgendwelchen Dingen von vornherein ausgesschlossen werden kann.
      Von Approbation usw. habe ich nicht die Ahnung aber so aus rein rechtlicher Sicht würde ich sagen, das Ergotherapie wohl kein Ausschlusskriterium sein darf und zudem ist es mMn. Diskriminierung.

      Judith1096 wrote:

      Ich weiß, dass ich rein zeittechnisch noch sehr weit von der Approbation entfernt bin,
      Warum zeittechnisch und nicht zeitmäßig? :roll:
      Könnte es sein, dass bis dahin es keine Rolle mehr spielt was du vor x-Monaten/Jahren getan hast?
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • @Judith1096
      Hallo, deine Frage ist vielleicht zu versteckt. Stelle doch eine neue Frage mit diesem Thema ins Forum.

      Judith1096 wrote:

      Frage 1) Studiert jemand von euch als Asperger Autist oder generell im Spektrum mit offizieller Diagnose Medizin und weiß ob es nachher ein Nachteil mit sich bringt oder gar einem die Approbation nicht gewährt wird ?
      2)Weiß jemand , ob eine psychiatrische Untersuchung stattfindet , bevor man die Approbation erhält oder wie streng die Regulation bezüglich dessen ist ?
      3) Hat jemand vielleicht eine Idee wie man seine Besonderheiten bzw. Schwächen anderweitig trainieren kann ? Oder wie man gerade jetzt zu Corona Zeiten seine Social Skills etc. etwas trainiert ?
      4) wie geht man allgemein mit dem Thema Autismus im medizinischem Berufsbild um ? Gebt ihr euren Kollegen einen Hinweis oder behaltet ihr es für euch... da der Klinikalltag ja doch eigentlich reibungslos funktionieren sollte , muss man ja eventuell Leute einweihen....
      Dann erkennen es mehr. Es gibt hier bestimmt User, die Medizin studiert haben oder selbst als Ärzte arbeiten.
      Alles Gute
    • Judith1096 wrote:

      Nun habe ich aber die Bedenken , dass wenn man es offiziell als Autismus Therapie deklariert , ich später Gefahr laufe meine Approbation nicht zu erhalten. Meine Ärztin hatte mich diesbezüglich gewarnt, dass das eintreten könnte.
      Autismustherapie ist grundsätzlich keine Kassenleistung.

      Therapiert werden demnach "offiziell" depressive Störungen, Angststörungen, Burnoutzustände oder ähnliche psychiatrische Diagnosen. Aber kein Autismus, in welcher Form auch immer.

      Ich erhielt meine Approbation 1986 und da war vorher keine psychiatrische Begutachtung notwendig.
      Wenn es aktuell andere Voraussetzungen als vor 34 Jahren gibt, solltest du das in der gültigen Approbationsordnung nachlesen können.

      Für deine anderen Fragen bin ich wohl nicht die kompetenteste Ansprechpartnerin - da würde ich auch dem Vorschlag von Marty123 folgen und deine Frage in ein anderes Unterforum verschieben lassen.
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
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      Oekonan wrote:

      Kann man überhaupt über eine Therapie die Probleme, die durch Autismus hervorgerufen sind, im Griff kriegen? Ich habe tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht und bin leider kein Schritt vorwärts gekommen.
      Die lange Antwort wäre ziemlich kompliziert. Nicht alle Therapien sind tiefenpsychologisch. Es gibt auch spezifische Autismus-Therapien (Sozialtrainings) und es gibt Verhaltens- und Gesprächstherapien für Lebensprobleme die man auch als Autist oder gerade als Autist nicht in den Griff kriegt. Meine eigene Therapie ist gerade gescheitert aber ich hatte in der Vergangenheit eine erfolgreiche Therapie zu einem psychischen Thema. Vor 42 Jahren ( 8o ) hatte ich auch eine tiefenpsychologische Therapie wegen meiner damaligen chronischen Unfähigkeit eine Partnerin zu finden. Der Therapeut war freundlich und anderweitig auch hilfreich (er hat ein eigenes Zimmer für mich organisiert bei den Abschlussprüfungen auf der Universität) aber hat das Problem weswegen ich da war bei ihm (fehlende Sozialkompetenz meinerseits wegen mangelhaften sozialen Verständnisses) gar nicht gesehen sondern tiefenpsychologisch interpretiert als durch ein schlechtes Selbstbild entstanden und dementsprechend fruchtlos therapiert (ein besseres Selbstbild zu haben hilft nicht wenn man soziale Signale nicht lesen kann und kein intuitives Wissen hat wie man sich zu verhalten hat). Ich kann deswegen gut verstehen dass deine tiefenpsychologische Therapie dir nicht geholfen hat.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().

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      Unbewohnte Insel wrote:

      Oekonan wrote:

      Kann man überhaupt über eine Therapie die Probleme, die durch Autismus hervorgerufen sind, im Griff kriegen? Ich habe tiefenpsychologisch fundierte Therapie gemacht und bin leider kein Schritt vorwärts gekommen.
      Die lange Antwort wäre ziemlich kompliziert. Nicht alle Therapien sind tiefenpsychologisch. Es gibt auch spezifische Autismus-Therapien (Sozialtrainings) und es gibt Verhaltens- und Gesprächstherapien für Lebensprobleme die man auch als Autist oder gerade als Autist nicht in den Griff kriegt. Meine eigene Therapie ist gerade gescheitert aber ich hatte in der Vergangenheit eine erfolgreiche Therapie zu einem psychischen Thema. Vor 42 Jahren ( 8o ) hatte ich auch eine tiefenpsychologische Therapie wegen meiner damaligen chronischen Unfähigkeit eine Partnerin zu finden. Der Therapeut war freundlich und anderweitig auch hilfreich (er hat ein eigenes Zimmer für mich organisiert bei den Abschlussprüfungen auf der Universität) aber hat das Problem weswegen ich da war bei ihm (fehlende Sozialkompetenz meinerseits wegen mangelhaften sozialen Verständnisses) gar nicht gesehen sondern tiefenpsychologisch interpretiert als durch ein schlechtes Selbstbild entstanden und dementsprechend fruchtlos therapiert (ein besseres Selbstbild zu haben hilft nicht wenn man soziale Signale nicht lesen kann und kein intuitives Wissen hat wie man sich zu verhalten hat). Ich kann deswegen gut verstehen dass deine tiefenpsychologische Therapie dir nicht geholfen hat.
      Meinst du, dass sich überhaupt was verbessert? Ich würde ungern eine neue Therapie starten und dann feststellen, dass es eine Zeitverschwendubg gewesen ist. Ich krieg meine Zeit auch nicht geschenkt. Ich versuche zumindest auf der strategischen Ebene, die Menschen zu verstehen. Es ist natürlich Blödsinn, da man soziale Situationen nicht lernen kann. Jede soziale Situation ist anders.