Autismus - Behinderung oder Krankheit?

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    • molle66 wrote:

      Wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, ist eigentlich logisch, dass es keine Krankheit ist.
      Nein ist es nicht. Wenn man den ganzen Thread gelesen hat, würde man auch nicht zu solch einer Aussage kommen. Siehe auch die einfachen Beispiele von @Shenya .
      Ein genervtes Augenverdrehen :nerved: ist in diesem Zusammenhang unsachlich und gehört eher auf die Spielwiese

      molle66 wrote:

      Sozusagen als nützlicher Idiot.
      Damit hatte sich die Sache erledigt.
      Ok, und was sagt dieser Beitrag jetzt aus ???

      Selbst als Eigenbezeichung eines Verdachtsautisten wäre es beleidigend gegenüber Autisten = nützlicher Idiot :shake:
    • Ich fand nur diese Beispiele widersprüchlich, unlogisch.
      Da kann man nur die Augen verdrehen..
      Oder eben wie Du mit dem Kopf schütteln.
      Das mich als Leiter einer Gruppe von Leuten mit eventuell völlig verschiedenen psychischen Problemen einsetzen wollte, kam für mich nicht in Frage.
      Ich suchte selber nach der Lösung für die ganzen Probleme in meinem Leben.
      Ich habe mir die Jacke nicht angezogen, und mich nicht ausnutzen lassen.
      Vielleicht wollten die mich auch einfach loswerden..
      Völlig egal, es war bestimmt nicht meine Absicht jemand zu beleidigen, im Gegenteil.
      Mir ging es darum Leute zu ermuntern sich nichts gefallen zu lassen.

      Zurück zum Thema : Ich finde Krankheit negativer besetzt als Behinderung.
      Entwicklungsstörung ist vielleicht noch besser.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • Oekonan wrote:

      dass man die Ursachen von Autismus nicht therapieren kann. Daher nicht heilbar und deswegen übernimmt meines Wissens nach die Krankenkasse auch nicht die Kosten dafür.
      Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Leute die eine Psychotherapie brauchen und Asperger haben. Dabei wird bei dem Patienten/ der Patientin nicht das Aspergersyndrom therapiert sondern der/die Patient(in) bekommt therapeutische Unterstützung wegen seiner (schlechten) Gesamtbefindlichkeit, wobei einer der Gründe warum er/sie vulnerabel, depressiv oder hilflos ist und Hilfe braucht ist dass er/sie AS hat. Bei meinem Therapieantrag wurde viel davon gemacht seitens der Therapeutin dass ich AS habe und deswegen überfordert bin mit meiner gegenwärtigen Lage. Nicht das AS wird therapiert sondern der Patient als Ganzes. Falls das AS an sich therapiert werden sollte wäre die Krankenkasse nicht dafür zuständig.
    • molle66 wrote:

      Zurück zum Thema : Ich finde Krankheit negativer besetzt als Behinderung.
      Entwicklungsstörung ist vielleicht noch besser.
      Am Anfang des Threads steht, wie gesagt, mehr darüber.

      molle66 wrote:

      mit dem Kopf schütteln.
      Ich habe mit dem Kopf geschüttelt wegen Deiner Bemerkung: 'nützlicher Idiot'
      und daraufhin geantwortet:
      Selbst als Eigenbezeichung eines Verdachtsautisten wäre es beleidigend gegenüber Autisten = nützlicher Idiot

      molle66 wrote:

      Völlig egal, es war bestimmt nicht meine Absicht jemand zu beleidigen, im Gegenteil.
      Ermunternd empfinde ich die Aussage allerdings auch nicht.

      The post was edited 1 time, last by maksa ().

    • Da muss ich zugeben, das stimmt.
      Mir fällt es leider schwer, positiv zu denken. Sollte meine Mutter interviewen, und hatte schon meine Malbücher aus meiner Vorschulzeit parat.
      Letztes Jahr ist meine Mutti gestorben, hab aber den Zettel mit der Befragung vor kurzem gefunden.
      Alles in allem eine lange Geschichte, mit vielen lustigen Abschnitten, ich muss halt auch mal positivere Dinge vermitteln, momentan ist alles trist genug
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Leute die eine Psychotherapie brauchen und Asperger haben. Dabei wird bei dem Patienten/ der Patientin nicht das Aspergersyndrom therapiert sondern der/die Patient(in) bekommt therapeutische Unterstützung wegen seiner (schlechten) Gesamtbefindlichkeit, wobei einer der Gründe warum er/sie vulnerabel, depressiv oder hilflos ist und Hilfe braucht ist dass er/sie AS hat. Bei meinem Therapieantrag wurde viel davon gemacht seitens der Therapeutin dass ich AS habe und deswegen überfordert bin mit meiner gegenwärtigen Lage. Nicht das AS wird therapiert sondern der Patient als Ganzes. Falls das AS an sich therapiert werden sollte wäre die Krankenkasse nicht dafür zuständig.
      Das habe ich in den letzten Jahren gemacht und bin einfach nicht weitergekommen. Gut, meine Therapeutin kennt sich nicht so aus mit Autismus und zudem macht sie tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Das alles bringt mich zu dem Schluss, dass Autismus nicht heilbar ist und an den daraus folgenden Konsequenzen kann man eh nur bedingt was machen. Jetzt kann mir höchstens einer sagen, dass ich einen Fehlgriff mit der Therapeutin hatte oder das tiefenpsychologisch fundierte Therapie nicht die passende Therapieform ist. Auch hier im Forum habe ich gelesen, dass für so manche Therapie einfach nicht so viel bringt.
      Ich meine, wenn man Depressionen hat, geht man auch zum Therapeuten auf Empfehlung des Hausarztes und man landet noch an einem Psychiater wegen der Medis. Einge Therapeuten sind auf bestimmte Themenbereiche spezialisiert, wie ADHS. Sowohl der Therapeut und der Arzt rechnen mit der Kasse ab.
      Warum geht das bei AS nicht? In meiner Nähe gibt es nur ein Therapeut, der speziell Autismus behandelt. Der hat aber eine Privatpraxis. Die Tatsache, dass es nicht so viele Therapeuten gibt gepaart auch noch mit der Tatsache, dass die eine solche Therapie nicht als Kassenleistung anbieten, bringt mich zumindest auf dem Gedanken, dass Autismus nicht heilbar ist. Deswegen sehen es die Kassen als nicht wichtig, eine solche Therapie zu bezahlen.
      Wenn der Therapeut sowieso keine Ahnung von Autismus hat, dann wird die Therapie eh nicht erfolgreich sein.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Falls das AS an sich therapiert werden sollte wäre die Krankenkasse nicht dafür zuständig.
      Weil AS eine Behinderung ist und keine Erkrankung, so dass man eine geringe Chance auf Heilung hat???
    • molle66 wrote:

      Wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, ist eigentlich logisch, dass es keine Krankheit ist.
      Als ich bei Gesprächen mit AOK Psychologen nach einer schweren Krise im Jahr 2011
      die Thematik auch nur in diese Richtung lenkte, weil ich schon eine Ahnung hatte, wurden mir ganz schnell Einzelgespräche verweigert, und ich sollte eine Gruppentherapie leiten.
      Es ergibt überhaupt keinen Sinn, dass du als Patient eine Gruppentherapie leiten sollst. Dazu müsstest du ja selbst eine psychotherapeutische Ausbildung haben.

      Da gehe ich aber davon aus, dass du irgendwas nicht richtig verstanden hast. Wahrscheinlich hat man dir empfohlen, an einer Gruppentherapie teilzunehmen.

      Das kann einfach nicht sein, dass AOK Psychologen (was immer das sein mag) einen Patienten, der auf der Suche nach einer geeigneten Therapieform für sich selbst ist, kurzerhand zum Leiter einer Gruppentherapie befördern, ohne dass der überhaupt eine entsprechende Ausbildung hat. Welchem anderen Patienten will man das den zumuten, in eine Gruppentherapie zu gehen, die von einem Autisten ohne jede psychotherapeutische Ausbildung geleitet wird?

      Oekonan wrote:

      Die Tatsache, dass es nicht so viele Therapeuten gibt gepaart auch noch mit der Tatsache, dass die eine solche Therapie nicht als Kassenleistung anbieten, bringt mich zumindest auf dem Gedanken, dass Autismus nicht heilbar ist. Deswegen sehen es die Kassen als nicht wichtig, eine solche Therapie zu bezahlen.
      Es gibt durchaus Psychotherapien speziell für Autismus, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Zum Beispiel das Kölner GATE oder das Düsseldorfer DATE. Beides sind Gruppentherapien für Autisten. Es macht durchaus Sinn, sich als Autist in eine Gruppentherapie zu begeben, natürlich aber als Patient und nicht als Leiter der Therapie.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Falls das AS an sich therapiert werden sollte wäre die Krankenkasse nicht dafür zuständig.

      Oekonan wrote:

      Weil AS eine Behinderung ist und keine Erkrankung, so dass man eine geringe Chance auf Heilung hat???
      Prof Schilbach hat in meinem Befundbericht geschrieben:

      In therapeutischer Hinsicht stehen psychoedukative Ansätze sowie das Erlernen von Strategien für den Umgang mit sozialen Situationen im Sinne eines verhaltenstherapeutischen Ansatzes im Vordergrund. Empfehlenswert erscheint im Falle von Tuvok der Beginn bzw. die Fortführung einer kognitiven Verhaltenstherapie zur Verbesserung der sozialen Fertigkeiten und Förderung der Selbstständigkeit im lebenspraktischen Alltagsbereich, insbesondere zum Erhalt der beruflichen Integration
      Man geht allerdings davon aus, dass Autismus genetisch veranlagt und in den Kernsymptomen nicht vollumfänglich therapeutisch beeinflussbar ist."

      Also ist AS zwar in den Kernsymptomen nicht vollumfänglich therapeutisch beeinflussbar, aber es ist therapeutisch beeinflussbar. Das müsste eigentlich reichen, um der Krankenkasse zu verdeutlichen, dass eine Therapie geeignet und erforderlich ist, um eine Linderung der Kernsymptome zu erreichen.

      Das Problem ist eher, dass das, was in den ATZ angeboten wird, nicht einfach als Psychotherapie abgerechnet werden kann, weil die dort tätigen Therapeuten keine entsprechende Ausbildung haben, sondern eher Pädagogen oder Psychologen ohne Approbation sind. Außerdem setzt das Therapieziel oft nicht an den Kernsymptomen an, sondern liegt eher bei der sozialen Integration. Bei Kindern und Jugendlichen ist das egal, weil das Jugendamt auf jeden Fall die Kosten übernimmt. Bei Erwachsenen bleibt dann oft nur die Möglichkeit, es dann als Leistung zur sozialen Teilhabe in Anspruch zu nehmen. Dann muss man aber evtl. (einkommens- und vermögensabhängig) zuzahlen oder die Maßnahme sogar komplett selbst bezahlen.

      Die Alternative, eine von der GKV bezahlte Psychotherapie zu machen, sollte einem aber im Prinzip offenstehen. Wenn man glaubhaft machen kann, dass die Therapie geeignet und erforderlich ist, um den Autismus in den kernsymptomen zu beeinflussen (wenn auch nicht vollständig), müsste Autismus als Begründung eigentlich ausreichen.
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Oekonan wrote:

      Die Tatsache, dass es nicht so viele Therapeuten gibt gepaart auch noch mit der Tatsache, dass die eine solche Therapie nicht als Kassenleistung anbieten
      Das liegt in dem Fall dann nur an der fehlenden Kassenzulassung. In jeder Region gibt es nur eine begrenzte Zahl an Kassensitzen, dafür muss sich ein Therapeut bewerben, das kostet Geld. Manche machen es nicht, weil sie mit Privatpatienten auch ganz gut über die Runden kommen.
      Hier steht's genauer:
      praxistipps.focus.de/kassensit…as-steckt-dahinter_111315
      Alles wird galaktisch gut.
    • Tuvok wrote:


      Es gibt durchaus Psychotherapien speziell für Autismus, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Zum Beispiel das Kölner GATE oder das Düsseldorfer DATE. Beides sind Gruppentherapien für Autisten. Es macht durchaus Sinn, sich als Autist in eine Gruppentherapie zu begeben, natürlich aber als Patient und nicht als Leiter der Therapie.
      Wenn man nicht in Köln oder Düsseldorf wohnt, wird es schwierig, dort eine Therapie zu machen.
      Der Therapeut muss in der Nähe sein, um dort Therapie zu machen. Klar, kann man über Video-Chat mit dem Therapeut sprechen, aber das ist mühselig. Vieles muss man auch persönlich vor Ort besprechen.

      The post was edited 2 times, last by Tuvok: Zitat gekürzt ().

    • aok.de/pk/nordost/inhalt/insti…-centrum-fuer-gesundheit/

      Hier war ich 2012, hab vorhin mit meiner Freundin darüber gesprochen, ich sollte die Sitzungen leiten, zumindest teilweise, sie hat das bestätigt, und fand es damals auch absurd. Das Ziel ist klar, die Psycho Simulanten solange zu quälen bis sie sich wieder durch Erwerbstätigkeit in die Gemeinschaft integrieren.
      Nach dem gleichen Prinzip wie zum Beispiel bei Umschulungen vom Arbeitsamt.
      Davon kann ich ein Lied singen
      Von 2012 bis 2013 hab ich von einer Erbschaft gelebt und war freiwillig versichert, warum sollte ich so einen Quatsch machen.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • molle66 wrote:

      Hier war ich 2012, hab vorhin mit meiner Freundin darüber gesprochen, ich sollte die Sitzungen leiten, zumindest teilweise, sie hat das bestätigt, und fand es damals auch absurd. Das Ziel ist klar, die Psycho Simulanten solange zu quälen bis sie sich wieder durch Erwerbstätigkeit in die Gemeinschaft integrieren.
      Das wird durch wen so forciert? Von der Krankenkasse? Ich finde es auch komisch, dass man eine Therapie selber leiten muss. Wie will man das denn machen, wenn man keine Ausbildung in dem Bereich hat? Wenn man selber eine Therapie gemacht hat, kann man von den eigenen Erfahrungen erzählen, um anderen Autisten zu helfen. Ohne entsprechende Therapeutenausbildung könnte noch nicht einmal ein studierter Psychologe Therapien verabreichen.

      molle66 wrote:

      Nach dem gleichen Prinzip wie zum Beispiel bei Umschulungen vom Arbeitsamt.
      Davon kann ich ein Lied singen
      Deswegen wäre es vielleicht ganz praktisch, wenn man konkrete und vor allem realistische Ziele hat und die auch umsetzt. Ja nicht allzu lange von den Ämtern abhängig sein. Das führt auf langer Sicht gesehen nur zu Frustrationen.

      molle66 wrote:

      Von 2012 bis 2013 hab ich von einer Erbschaft gelebt und war freiwillig versichert, warum sollte ich so einen Quatsch machen.
      Weil du sicherlich kein Multimillionär bist und das Geld irgendwann verbraucht ist. Spätestens dann braucht man eine Perspektive im Leben. Ich geh davon aus, dass du mit "Quatsch" die Umschulungen bei der Arbeitsagentur meinst.
    • Auch das, aber ich meinte auch diese Gruppentherapie, ich wollte ja meinen Problemen auf die Spur kommen.
      Im Grunde meinte ich beides
      Ja die unerwartete Erbschaft hätte größer sein können, aber dann hätte ich mich vermutlich hier nicht angemeldet
      Von Ende 2013 bis Anfang diesen Jahres habe ich wieder als Kassierer gearbeitet und die Probleme wurden immer schlimmer.
      Eine Krankschreibung seit März wegen erheblichen orthopädischen Problemen hat der Sache ein Ende gesetzt.
      Klar und die Jahre zuvor habe ich 20 Stunden / Woche an der Kasse gearbeitet.
      Besser als jegliche Arbeitsamts Maßnahme.
      Ich befürchte, alle außer mir wussten was mit mir los ist, vielleicht wollte ich das auch nicht wahrhaben.
      Letzteres passt dann wieder zu diesem Thread
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • molle66 wrote:

      Ja die unerwartete Erbschaft hätte größer sein können, aber dann hätte ich mich vermutlich hier nicht angemeldet
      Was hat denn die Erbschaft mit Autismus zu tun? Wenn man in diesem Spektrum fällt, dann bestehen die Probleme trotzdem mit oder ohne Erbschaft. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Klar, ich kann verstehen, dass wenn man sich um Millionen bereichert, dass man finanziell dann auf Lebenszeit abgesichert ist.

      molle66 wrote:

      Besser als jegliche Arbeitsamts Maßnahme.
      Hast du mal eine solche Maßnahme gemacht? Man kann im Rahmen einer solchen Maßnahme auch eine Ausbildung machen. Wenn man dann die Ausbildung abgeschlossen hat, dann ist man halt im Job drin und es geht weiter. Ob man im Beruf weiterkommt, hängt auch viel von einem selber ab. Eine Portion Glück ( guter Chef, nette Kollegen zu haben) gehört natürlich auch dazu.
      An der Kasse zu arbeiten, wäre auch für mich sehr stressig mit der Zeit. Man sollte als Autist den starken Publikumsverkehr meiden. Am besten man arbeitet im Back-Office, so dass man nicht allzu stark mit Kunden konfrontiert wird.

      molle66 wrote:

      Ich befürchte, alle außer mir wussten was mit mir los ist, vielleicht wollte ich das auch nicht wahrhaben.
      Ich denk mal, dass die anderen bemerkt haben, dass du etwas aus dem Rahmen fällst. Die haben aber ihre Klappe gehalten, weil sie nicht unhöflich sein wollten oder, weil du ihnen nichts anhaben konntest. Sobald andere unter deinem Verhalten leiden, dann machen sie dir klar, was halt nicht geht. Das ist der Zeitpunkt, an dem man selber realisiert, das etwas nicht in Ordnung ist. Es liegt an dir, etwas draus zu machen oder es dabei zu belassen.
    • @Oekonan

      Klar, aber die Probleme treten nicht so extrem zu Tage wenn man weder mit Arbeit noch mit dem Arbeitsamt konfrontiert ist. Das meinte ich mit der Erbschaft.
      Die Maßnahmen des Arbeitsamts waren für mich überhaupt nicht hilfreich, sie endeten jeweils mit dem Antritt einer Arbeit, das war das kleinste Übel.
      Die Arbeit an der Kasse hat mir Spaß gemacht, schnelles kassieren war wohl mein Stimming, ich hasste aber Unterbrechungen wie zum Beispiel Pfandbons, loses Gemüse, 20 Brötchen in einer Tüte etc., jetzt weiß ich ja warum.
      Testkäufe hab ich fast immer bestanden, meine Fähigkeit Details zu entdecken war hier sehr nützlich.
      Mit den Kunden kam ich auch klar, ich habe meine Aufmerksamkeit auf ihre Einkäufe gerichtet. Hatte immer einen Scherz auf meinem Lippen.
      Anfangs war ich in einem super Team, später wurden alle ausgewechselt, es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht.
      Ob das nur an mir lag, wenn dann nur teilweise.
      Die Arbeitsbedingungen müssen eben stimmen.. Dann ist selbst dieser Job okay.
      Immerhin habe ich bis zu meinem 53. Lebensjahr gearbeitet, sehe ich als Erfolg.
      Hätte ich jetzt nicht noch weitere gesundheitliche Probleme würde ich vielleicht sogar weiter machen.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • Tuvok wrote:

      Es gibt durchaus Psychotherapien speziell für Autismus, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Zum Beispiel das Kölner GATE oder das Düsseldorfer DATE. Beides sind Gruppentherapien für Autisten.

      Oekonan wrote:

      Wenn man nicht in Köln oder Düsseldorf wohnt, wird es schwierig, dort eine Therapie zu machen.
      Der Therapeut muss in der Nähe sein, um dort Therapie zu machen. Klar, kann man über Video-Chat mit dem Therapeut sprechen, aber das ist mühselig. Vieles muss man auch persönlich vor Ort besprechen.
      Es waren ja auch nur Beispiele.

      Bei mir liegen Köln und Düsseldorf gerade eben im Einzugsbereich. Ich bin bereit, dafür etwas mehr als eine Stunde Anfahrt (einfacher Weg) in Kauf zu nehmen. Die Therapie geht ja auch nur über 12 (Ddf) bis16 (Köln) Wochen.

      Ich wollte mit diesen Beispioelen nur verdeutlichen, dass es grundsätzlich möglich ist, auch als Autist Psychotherapie von der GKV bezahlt zu bekommen. Die Angebote beschränken sich aber auch nicht auf Gruppentherapie und auf die Städte Köln und Düsseldorf. In Berlin gibt es zum Beispiel ein Therapiekonzept von Frau Prof Dziobek (die ehemalige Viva Moderatorin), in Freiburg gibt es ein Konzept für eine (stationäre ?) Gruppentherapie.

      Und zu all diesen Konzepten gibt es Fachveröffentlichungen, so dass ein interessierter niedergelassener Psychotherapeut sich ausführlich informieren und Elemente daraus übernehmen könnte. Frau Prof. Dziobek stellt ihr Konzept zum Beispiel nächstes Jahr in einem Workshop auf der WGAS (die diesmal wegen Corona ausnahmsweise im 'Homeschooling' abgehalten wird) vor. Vielleicht ist das für 'Betroffene' interessant.

      molle66 wrote:

      aok.de/pk/nordost/inhalt/insti…-centrum-fuer-gesundheit/

      Hier war ich 2012, hab vorhin mit meiner Freundin darüber gesprochen, ich sollte die Sitzungen leiten, zumindest teilweise, sie hat das bestätigt, und fand es damals auch absurd.
      Danke für die Information.

      molle66 wrote:

      ich sollte die Sitzungen leiten, zumindest teilweise
      Das klingt allerdings schon deutlich anders und erscheint mir nicht mehr ganz so absurd.

      Ich stelle mir das jetzt eher so vor, dass zwar die 'Leitung' der Gruppensitzungen, nicht aber die therapeutische Verantwortung reihum auf verschiedene Teilnehmer übertragen wurde. Die waren dann vielleicht für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Sitzung nach vorher festgelegten Gruppenregeln verantwortlich, konnten Teilnehmern das Wort erteilen und mussten aufpassen, dass nicht dazwischengeredet wurde. Aber da war wohl immer noch ein Therapeut dabei, der die therapeutische Verantwortung trug.

      So eine Vorgehensweise halte ich durchaus für sinnvoll, obwohl ich auch verstehen kann, wenn ein Autist damit überfordert ist und sich

      molle66 wrote:

      Sozusagen als nützlicher Idiot.
      vorkommt und glaubt, das Ziel wäre allein

      molle66 wrote:

      die Psycho Simulanten solange zu quälen bis sie sich wieder durch Erwerbstätigkeit in die Gemeinschaft integrieren.
      Aus meiner Sicht wäre das Ziel hier eher, dass die Teilnehmer lernen, innerhalb der Gruppe Verantwortung für eine gute Interaktion zu übernehmen, um das später auch in anderen Gruppenstrukturen im täglichen Leben zu können.

      Aber nicht jeder ist für eine solche Gruppentherapie geeignet, insbesondere ganz bestimmt auch nicht jeder Autist. Und dann hat man natürlich auch das Recht, so etwas abzubrechen (und sich etwas anderes zu suchen).
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Abendstern wrote:

      Tuvok wrote:

      und dazu gehört eben auch eine Präsentation mit guter Außendarstellung als Teil einer guten Allgemeinbildung
      ... und genau hier sehe ich die "gesellschaftliche Fehlentwicklung": Warum um alles in der Welt sehen wir heute die Fähigkeit zur "Präsentation mit guter Außendarstellung" so sehr als "Teil einer guten Allgemeinbildung" an? :?
      Bzw., um den Bogen zurück zum Thema zu schlagen (RW): In einer Gesellschaft, für die dies nicht zur Allgemeinbildung gehört, wären meiner Ansicht nach Autisten in gewisser Weise durchaus "weniger behindert".
      Tut mir leid, dass ich nochmal auf das Referat-Thema zurückkomme. Ich wollte nur anmerken, dass es für Kinder und Jugendliche mit Autismus den Nachteilsausgleich gibt, dass sie Referate nur vor der Lehrkraft oder gar nicht mündlich halten müssen. Dadurch wird die Behinderung ausgeglichen. Ich finde das gut, denn es gehört zwar eigentlich zur Allgemeinbildung, aber wenn man schon früh weiß, dass man es nicht kann, sucht man sich auch eher einen Beruf, in dem man voraussichtlich sowas nicht machen muss. ( wenn man nicht will )
    • Illi wrote:

      Tut mir leid, dass ich nochmal auf das Referat-Thema zurückkomme. Ich wollte nur anmerken, dass es für Kinder und Jugendliche mit Autismus den Nachteilsausgleich gibt, dass sie Referate nur vor der Lehrkraft oder gar nicht mündlich halten müssen. Dadurch wird die Behinderung ausgeglichen.
      ich hätte in Schule und vor allem Studium einfach einiges besser wissen müssen :(
    • Illi wrote:

      Ich finde das gut, denn es gehört zwar eigentlich zur Allgemeinbildung, aber wenn man schon früh weiß, dass man es nicht kann, sucht man sich auch eher einen Beruf, in dem man voraussichtlich sowas nicht machen muss. ( wenn man nicht will )
      Vielleicht wäre da ein Mittelweg nicht schlecht. Da das gesellschaftlich eine so wichtige Fähigkeit ist, halte ich es für wichtig, das schon zu einem gewissen Grad zu lernen. Allerdings nicht unbedingt verpflichtend unter "normalen" Gleichaltrigen, sondern in einem geschützten Raum, wenn man möchte. Zugleich ist es natürlich sehr sinnvoll, um die eigenen Schwierigkeiten in der Richtung zu wissen, das auch für sich zu akzeptieren und sich einen Beruf zu suchen, wo diese Aspekte nicht so im Mittelpunkt stehen.

      Pechblende wrote:

      ich hätte in Schule und vor allem Studium einfach einiges besser wissen müssen
      Nun ja, ohne das Wissen um die Gründe für die eigene "Andersartigkeit" wäre es aber kaum möglich gewesen, entsprechende Unterstützung zu bekommen. Noch um 2000 gab es die Diagnose für unauffälligere Autisten ja noch kaum, von geeigneten Nachteilsausgleichen gar nicht erst zu reden.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.