Sich innerlich abgrenzen

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    • Sich innerlich abgrenzen

      Hallo, ich habe für mich festgestellt dass ich innerlich immer alles an mich heran kommen lasse (Wenn sich z.B. jemand negativ verhält. Ich kann nicht denken "ist mir egal, sein Problem" und es dann gedanklich "abhaken". Sondern ich lasse mich dadurch belasten). Ich habe es bisher scheinbar nie wirklich gelernt, mich von anderen Menschen, oder deren Verhalten innerlich abgrenzen zu können. Ich habe dazu gerade kein Beispiel von meinen eigenen Erlebnissen.

      Das Problem ist, dass mich so eine Situation wo ich mich innerlich nicht abgrenzen konnte/kann auch noch längere Zeit danach gedanklich beschäftigt. Ich kann das dann auch im Nachhinein längere Zeit gedanklich nicht los lassen. Es können mal nur wenige Tage sein wo ich noch weiterhin über die Situation nachdenke. Manchmal google ich stundenlang darüber, obwohl mich die Sache nichts angehen bräuchte. Kann auch sein, dass jemand etwas negatives sagt und ich es persönlich nehme.

      Zusätzlich zu den eigentlichen Problemen die ich im Alltag habe, sind das dann weitere Belastungen für mich die ich gerne reduzieren würde. Einfach für meinen eigenen "inneren Frieden" oder um seelisch/emotional weniger Belastung zu haben. Falls jemand von euch gelernt hat, wie das mit dem "sich innerlich abgrenzen" geht, wäre ich dankbar über eure Erzählungen darüber, oder Tipps wie ihr das gelernt habt und was euch geholfen hat.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.
    • Mir fällt ein Tipp ein:
      Wenn jemand etwas über dich sagt, überlege dir, ob du der Person vertraust. Wenn nicht, kannst du es ehrlich gesagt getrost ignorieren.


      Beispiel: Diesen Sommer hat eine Freundin zu einer Gartenparty (mit Abstand, das lief erstaunlich gut) geladen, zu der auch ein Mädchen kam, das ich noch nie gesehen hatte. Dieses Mädchen machte irgendwie ganz merkwürdige Witze und es war klar, dass sie uns eine gut durchdachte, sarkastische Fassade statt ihrer wirklichen Persönlichkeit präsentierte. Da das das erste Mal seit Monaten war, dass ich unter so vielen Menschen war, bin ich ganz aufgeregt hin und her gelaufen und habe mit allen geredet und mich prächtig amüsiert. Irgendwann lief dieses Mädchen an mir vorbei und fauchte mich an "du bist mir viel zu exttrovertiert".

      Dieses Mädchen kannte mich seit 2 Stunden, und hatte noch dazu Unrecht in der Annahme, ich sei extrovertiert, und selbst wenn ich es wäre, wäre das doch überhaupt nichts negatives.

      Aber ich nehme an, der "eigentlich getrost ignorieren"-Teil ist dein eigentliches Problem, oder?
    • Hast du schon Mal Meditation versucht?
      Es gibt auch so Übungen zum innerlich abgrenzen lernen. Falls du einen Therapeuten oder so hast könntest du danach fragen.
      ich-habe-auch-angst.de/selbsta…tate-change=1603875249763 da ist z.B. eine Übung beschrieben.

      Diesen Artikel finde ich auch sehr hilfreich: hochsensibilitaet.ch/hochsensibel/abgrenzung

      Die wichtigste Erkenntnis für mich war: Ich entscheide, ob mich etwas trifft. Der Trigger, die Emotion liegt bei mir, nicht bei der anderen Person und umgekehrt genauso. Ich bin für meine eigenen Emotionen verantwortlich und nicht für die der anderen.
    • Aus einem Gedicht von Armin Bings:

      "...du wünschst dir so:
      ein Teflonherz
      das klopft
      doch an dem alles abtropft
      egal wie du dich dichtmachst
      es reicht nicht
      die kleinsten Teilchen
      dringen doch
      in dich ein."

      Diese Forum ist echt super, lauter Themen, mit denen ich auch zu kämpfen habe.
      Ich habe dieses Problem schon immer. Ich kann mich an keine Zeit in meinem Leben erinnern, in der ich nicht durch den Umgang mit anderen Menschen verletzt oder überwältigt worden wäre.
      Ich habe schon im Teenageralter festgestellt, dass sämtliche Strategien, die ich angewendet habe, wie zb innerlich dicht machen oder nicht teilnehmen alles nur schlimmer machen.
      Deshalb akzeptiere ich seit meinen frühen 20 ern die Konsequenzen und ziehe mich einfach so oft es möglich ist zurück und warte bis es wieder besser wird und mit Ruhe wird es immer besser.
      Das heißt dass ich eigentlich nur noch beruflich damit zu kämpfen habe ( und das reicht), da ich mittlerweile jeden Umgang außerhalb meiner Familie vermeide.
      Eine andere Lösung habe ich nicht. Ich wollte hauptsächlich das obige Gedicht beitragen, weil es so gut passt und weil ich persönlich mich nach einem Gedicht immer besser fühle. :nod:
      Lg
    • kwkittens wrote:

      Aber ich nehme an, der "eigentlich getrost ignorieren"-Teil ist dein eigentliches Problem, oder?
      Ich habe zwar versucht so etwas zu ignorieren, oder mir Dinge einzreden wie "das ist sein/ihr Problem" usw. (was es da eben alles so an Weisheiten/Ratschlägen gibt) aber innerlich reagiere ich trotzdem darauf.

      Meine Vermutung ist, dass das mit meiner (für mein Empfinden) recht späten Autismus Diagnose zusammen hängt. Als ich undiagnostiziert war, hatte ich häufig mit unberechtigten negativen Urteilen über mich zu tun (Undankbarkeit, Desinteresse, Faulheit, usw.) die teilweise auch negative auch Konsequenzen für mich hatten. Menschen sind dadurch von vorne herein unfreundlich/negativ/böse mit mir umgegangen.

      Vermutlich habe ich Angst, dass es wieder zu negativen Konsequenzen kommt, wenn jemand z.B. etwas falsches negatives über mich sagt. Natürlich muss ich nichts mit Menschen zu tun haben, die dann negatives von mir denken ohne mich selbst richtig kennen zu lernen. Aber ich gebe mir immer so viel Mühe nicht anzuecken (Smalltalk, freundlich sein, lächeln, Höflichkeit, nicht nur über sich sprechen, usw.) um mit anderen klar zu kommen, und dann kann so eine einzige negative falsche Aussage meine ganzen Bemühungen kaputt machen. Und danach ist es für mich auch umso anstrengender beweisen zu müssen, dass die Unterstellungen falsch sind. Mich von allen Menschen fern halten damit so etwas nicht passieren kann, will ich auch nicht.

      Und dann gibt es ja auch noch Menschen, die mit Absicht negative Dinge behaupten, aus Neid, Missgunst oder anderen eigenen Problemen. Je mehr man da etwas dagegen macht, und je mehr einen das belastet oder stört, desto mehr freuen sich diese Menschen und machen erst Recht weiter. Das ist zum Beispiel etwas, wogegen ich mich abgrenzen können möchte weil ich meine, dass alles andere nichts dagegen bringen kann.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.

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    • Ich kann gut nachvollziehen wie es dir geht.

      Teilweise und meist viel zu spät, hilft es mir die Blickrichtung zu ändern.
      Warum sind die anderen so gemein. Wieviel Schmerz tragen sie in sich um das heraus lassen zu müssen. Oft sind das nur verfälschen Emotionen um nicht das echte ich zu zeigen, weil gelernt wurde, daß man sich verstellen muss um durch das Leben zu kommen.

      Wie @MangoMambo schon geschrieben hat, kann ich dir auch empfehlen dich mit deiner Hochsensibilität zu beschäftigen. Da gibt es auch viele interessante Podcasts zu.
      - für weniger Sozialgendöns -