Kommunikationsfallen/Probleme, die beim Kommunizieren auftreten können

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    • Kommunikationsfallen/Probleme, die beim Kommunizieren auftreten können

      Hallo zusammen,

      Was sind für euch die Kommunikationsprobleme, mit denen ihr am meisten Schwierigkeiten habt, oder euch am meisten nerven? Und wie kommt man da am besten raus?

      Ein Beispiel, was mich sehr nerven kann, ist, dass man eine Frage gestellt bekommt, die eine einfache Antwort mit sich bringt, z.B. ja oder nein. Man beantwortet die Frage, und der andere stellt sie erneut, weil es nicht die Antwort war, mit der er gerechnet hatte oder er es gut meint, und denkt man gibt aus Höflichkeit eine andere Antwort ab. Das kann sich dann mehrmals wiederholen. Vorallem bei der Frage, ob alles in Ordnung ist, kommt dann noch dazu, dass man irgendwann genervt von der Schleife ist, man einem das ansieht, was dem anderen denken lässt, es ist was nicht in Ordnung. (Zusatzfrage, gibt es eigentlich einen Namen für das Phänomen?)

      Zweites Beispiel, dass meines Erachtens häufig beim Telefonieren auftritt ist, man wird angerufen, weil der Andere ein Problem hat, der Gesprächspartner kommt aber zunächst nicht zum Punkt (Er redet “um den heißen Brei herum”. Hat man dann endlich verstanden, wo genau das Problem liegt, denn manchmal muss man ja auch die Details wissen, entwickelt sich ein Gespräch, kann aber u.U. nur mutmaßen, falsche Annahmen des anderen machen es unnötig komplizierter, man kann nur sagen, ich muss in Ruhe überlegen. Und überhaupt ist das Gespräch sehr aufgeblasen.
      Jetzt kommts, irgendwann merkt man, dass alles gesagt ist, irgendwie wird aber alles nochmal wiederholt, das Gespräch dreht sich also im Kreis, Dauerschleife. Auch der Versuch, das Gespräch zu beenden, in dem man sagt, ich glaub es ist alles gesagt, bringt nix, weil der andere immer weiterlabert. Man will ja aber auch nicht beleidigend werden, oder einfach auflegen, ohne sich verabschiedet zu haben, bis es dann doch das letzte Mittel ist.


      Fällt euch noch mehr ein?
    • Mit dem Mutmaßungen ist es bei mir auch so ein Problem. Wenn nur die Hälfte gesagt wird, bzw. nur angedeutet wird, dann wird meistens erwartet das ich mir den Rest selbst denke. Und das auch noch so wie derjenige/diejenige das gemeint hat. Selbst wenn derjenige/diejenige von meinem Autismus weiß, dann wird trotzdem versucht nach NT-Schema mit mir zu kommunizieren. Da bekomme ich regelmäßig Overloads. Ich finde meine Kommunikation nicht gerade kompliziert, man muss mir nur sagen was man will, wenn man das nicht tut, woher soll ich das wissen? Warum das die meisten Menschen nicht können ist mir ein Rätsel. (RW) Und bei einer Andeutung (um den heißen Brei reden (RW) ) ist das wie würfeln ob ich mich für die richtige der vielen Interpretationsmöglichkeiten entschied habe.

      Außerdem werde öfters zu viele Emotionen in meine Aussagen hineininterpretiert, obwohl ich dies eigentlich völlig emotionslos gemeint habe. Das resultiert auch aus dem Umstand, dass ich öfters Dinge bis ins Detail schildere. Jedoch für mich auf einer rein sachlichen Ebene.
    • Platzhalter,

      In vielen Fällen hilft hier nachzufragen:

      Wie hast du das gemeint?
      Ich hab das nicht genau verstanden?

      Also lieber anmerken, dass man “auf dem Schlauch steht” als irgendwie so tun als ob.

      Und ich finde, durch üben wird man besser darin, die Dinge zwischen den Zeilen zu erkennen. Im Internet gibts auch viele Tipps
    • simon94 wrote:

      lIn vielen Fällen hilft hier nachzufragen:

      Wie hast du das gemeint?
      Ich hab das nicht genau verstanden?

      Also lieber anmerken, dass man “auf dem Schlauch steht” als irgendwie so tun als ob.
      In vielen Situationen ist das Nachfragen gar nicht so einfach und sich ständig "outen" ist auch keine Lösung (beruflich und privat). Und gerade wenn gewusst wird, dass ich mit "zwischen den Zeilen" (RW) Probleme hab und dann trotzdem erwartet wird das ich es verstehen, dann komme ich mir schon nicht ernst genommen vor. Viele NTs halten ihe Art der Kommunikation für selbstverständlich und können/wollen es nicht verstehen das ich auf einer anderen Ebene kommuniziere.

      Edit: Mit Übung kann ich mir nur Teilbereich erschließen, aber zu sagen man könnte als Autist die Art der Kommunikation von NTs "erlernen" ist utopisch.

      The post was edited 1 time, last by platzhalter ().

    • Das sind jetzt aber keine wirklichen Aspie-Beispiele. Auch NTs sind von solchen Fragen oder Kommunikationsanfängern regelmäßig genervt.

      Bei wiederholten Fragen antworte ich gern mit: "das habe ich doch schon gesagt: JAAAHHAAAA!"

      Am Telefon komplexe Probleme zu erläutern kann man bei mir vergessen. Ich muss fast alles vor mir sehen, um dazu was sagen zu können.
      Wenn Jemand so unhöflich ist und nicht erkennt, dass der Gesprächspartner seinen Monolog störend findet und beenden will, hab ich auch kein schlechtes Gewissen, das Telefon so lange wegzulegen, wie noch eine Stimme am erzählen ist - wenn es ruhig wird, kann man sich noch schnell verabschieden, weil gerade das Essen auf dem Herd steht, die Waschmaschine fertig ist oder man einen dringenden Termin hat.

      Um den heißen Brei herumzureden habe ich früher auch oft probiert - weil ich dachte das macht man so bei unangenehmen Problemen, um Rücksicht zu nehmen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • simon94 wrote:

      In vielen Fällen hilft hier nachzufragen:

      Wie hast du das gemeint?
      Ich hab das nicht genau verstanden?
      Nachfragen ist ja richtig. Es ist halt blöd, wenn dir dann keiner glaubt, dass die Frage ernsthaft ist.

      simon94 wrote:

      Und ich finde, durch üben wird man besser darin, die Dinge zwischen den Zeilen zu erkennen. Im Internet gibts auch viele Tipps
      Dazu muss man erst mal die Absichten des Gegenübers erkennen. Wenn Absichten nicht erkannt werden können, dann kann ein zwischen den Zeilen lesen nicht funktionieren. Ähnlich ist es mit dem sich in andere hinein versetzen. Ich kann den Leuten nur vor den Kopf gucken. Wenn ich mir die Übungen für Körpersprache und das 4 Ohren Modell ansehe und lernen will, aber aggressiv werde, weil ich es nicht verstehe. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man zu etwas gesagtem irgendwas dazu interpretieren, rum vermuten, dazu fantasieren o.ä, was nicht gesagt worden ist. Ich möchte schon gerne verstehen, aber es ist nicht machbar.

      Glaubst du es ist schön, wenn man nachfragt, das einem dann nicht geglaubt wird und am Ende mit fehlenden Infos da steht und sich dann anhören muss, das kann nicht sein dass du das nicht verstehst?

      Ich musste in Deutsch, im Unterricht die Finger wundschreiben, um möglichst viel von dem gesagten der Lehrerin mit zu bekommen, vor Arbeiten zu hause auswendig lernen musste, damit ich irgendwie auf ein ausreichend gekommen bin.

      Nebenbei kann man Klartext reden, sprich der NT kann sich auch etwas an die Kommunikation mit einem Autisten anpassen. Die läuft halt eben anders als bei NT ab. Eindeutige Kommunikation kann sehr einfach und für beide Seiten von nutzen sein.