Eindrücke von Baldrian

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    • Eindrücke von Baldrian

      Hallo, seit vorgestern nehme ich erstmals Baldrian (Tabletten) und möchte von meinen Eindrücken erzählen.

      Ich war skeptisch weil bei mir alles, egal ob rezeptfrei oder verschreibungspflichtig, immer zu stark wirkte und mir das nur zusätzliche Probleme brachte.

      Es war ein niedrig dosiertes Präparat, geeignet "für den Tag" also nichts hochdosiertes gegen Schlafstörungen. Eine Tablette enthält 80mg Baldrianwurzel-Extrakt und 20mg Hopfenzapfen-Extrakt. (Laut Internet wird Baldrian und Hopfen wohl häufig kombiniert). Die angegebene Dosis war "bis zu 3x täglich 3 Tabletten" ich fing erst Mal nur mit 1 Tablette an. (Tabletten, da sie im Gegensatz zu Tropfen ohne Alkohol sind).

      Mich störte es, dass ich am Anfang das Gefühl hatte etwas "benebelt" im Kopf zu sein, wie zwangs-beruhigt. Später bemerkte ich, dass es daran lag dass ich es nur nicht gewohnt war "beruhigt" zu sein. Ich war mein Leben lang unter Dauerstress und Dauer-Überlastung/Überreizung und kannte es gar nicht anders. Deshalb fühlte sich diese Veränderung am Anfang sehr ungewohnt an und wurde von mir erst Mal als negativ beurteilt.

      Da ich aber auch positive Auswirkungen auf den reduzierten Stress bemerkte (z.B. auf meine Verdauung, Hunger, Durst, weniger Tagesmüdigkeit/Erschöpfung, Haut, Haare, Verspannungen,...alles regulierte sich irgendwie wieder) machte ich mit der Einnahme weiter.

      Ich nahm abends vor dem Schlafen 3 Tabletten, weil mir es während dem schlafen egal ist ob ich mich "benebelt" fühle. Morgens nach dem Aufwachen hielt dieses Gefühl aber noch an. Deshalb wartete ich bis dieses Gefühl aufhörte (es war gegen 11 Uhr vormittags) und nahm erst dann wieder 1 Tablette ein, als Beruhigung für den restlichen Tag. Gestern Abend nahm ich dann wieder 3 Tabletten vor dem schlafen gehen und heute früh habe ich das "benebelt" Geühl gar nicht mehr gehabt sondern nur die Entspannung.

      Es war für mich auch heute ungewohnt, morgens aufzuwachen und nicht das Gefühl zu haben direkt müde und erschöpft zu sein.

      Besonders aufgefallen war mir eine Veränderung, dass ich seit der Einnahme scheinbar nicht mehr überreagiere. Ich war davor scheinbar so permanent überlastet, dass ich an zusätzlicher Belastung (Reize, Stress-Situationen, Konflikte, etc.) nicht viel aushielt bis es zum Overload kam. Was dazu führte, dass ich bei Überlastung sehr direkt und emotional reagierte, mich schnell aufregte und gar nicht fähig war, sachlich nachdenken zu können bevor ich ragierte. (Ich zwang mich nach außen hin das nicht raus zu lassen, aber innerlich sah es anders aus).

      Ich hatte es sehr oft ohne Erfolg versucht daran etwas zu ändern, weil ich es selbst belastend fand oft über zu reagieren. Jetzt klappt es auf ein mal ganz selbstverständlich, dass ich vorab reflektieren kann bevor ich reagiere.

      Damit möchte ich keine Werbung machen, Baldrian kann bei jedem anders wirken und jeder ist in einer anderen Situation. Ich wollte nur davon erzählen wie es bei mir war/ist, weil ich davor nie auf die Idee kam das überhaupt mal auszuprobieren. Ich hätte vorher nie gedacht, dass es so wirken kann. Laut Internet soll auch weder eine Abnhängigkeit, noch eine Gewöhnung stattfinden, das heißt man würde nach gewisser Zeit keine immere höhere Dosis brauchen.

      Ein Nachteil für manche ist, dass man bis 2 Stunden nach der Einnahme kein Auto steuern, keine Maschinen bedienen, und keine Arbeiten ohne sicheren Halt durchführen darf. Da das Reaktionsvermögen reduziert sein kann. Alkohol soll dies noch verstärken, weshalb laut Packungsbeilage auch dazu geraten wird auf Alkohol zu verzichten. Für eine dauerhafte Einnahme tagsüber ist Baldrian daher wahrscheinlich für manche nicht geeignet.

      Falls jemand von euch auch Erfahrungen mit der Einnahme von Baldrian hat, kann man die Erfahrungen ja vielleicht hier in dem Thread sammeln.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.

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    • Bei mir (und meinem Sohn auch) wirkt Baldrian paradox - es macht uns wach und unruhig, vermutlich weil es die Herzfrequenz etwas ansteigen lässt.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Damals haben sie mich bei Unruhezuständen tagsüber zu müde gemacht, sodass ich nicht wirklich mehr das machen konnte, was ich vorhatte. Dann irgendwann haben sie irgendwie keine Wirkung mehr gezeigt, was aber wohl eher daran lag, dass mein Stresslevel stieg.
      Ich habe dann auf ein anderes homöopathisches Mittel gewechselt, womit ich besser zurecht kam.
      Sedariston kann ich als Alternative empfehlen. Da ist neben Baldrian noch Johanniskraut drin. Ich habe sie immer tagsüber genommen, um allgemein mehr innere Ruhe zu haben. Das wirkte bei mir definitiv besser.
      Oder DystoLoges Tropfen bei nervösen Störungen, auch zu empfehlen.

      Bei meinen Einschlafproblemen hat mir Baldrian ebenfalls nicht wirklich geholfen, dafür war ich zu unruhig und die Wirkung war wohl zu gering, als dass sie bei mir schlaffördernd wirkten.
    • Ich habe nur Erfahrungen mit Tee zum Einschlafen (Wirkung so lala)
      und medizinischen Bädern (in einem Krankenhaus durchgeführt). Letzteres hatte erstaunlich starke Wirkungen, so dass ich darum beten musste, nur den letztmöglichen Termin Nachmittags zu bekommen. Sonst war ich den ganzen Tag völlig erledigt. Medikamente haben das nicht geschafft! Zwischendurch hatte ich auch mal andere Zusätze (Heublumen oder so ähnlich). Das wirkte nicht so.
      Es war aber kein Bad ala "DM-Hausmarke Typ Baldrian", schon ein viel stärkeres. Mangels eigener Bademöglichkeit habe ich mich nicht drum gekümmert, wo man das her bekommt (wahrscheinlich Apotheke). Man sollte noch aufpassen, ob man zu Hautreizungen neigt weil es stärker Dosiert war.
      Das könnte ich jedenfalls auch sehr empfehlen.
    • Hallo.
      Bei mir hat Baldrian rein gar nichts getan (außer die Apotheke bereichert).
      Dass man damit bzw. danach nicht Auto fahren soll, halte ich für höchst unwahrscheinlich...
      Aber mag sein... in einigen wenigen Fällen.

      Lg. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Wow, danke für diesen Beitrag, da ich total gegen verschreibungspflichtige/schulmedizinische "Drogen" bin, aber ein Fan der Natur und auch gerne mal etwas probieren würde, was mich etwas runterbringt!

      Bisher habe ich bei Panikattacken Sedacalman genommen, was mir meine Mama in meiner Jugend auch Abends zum Schlafen gab.
      Seit Jahren habe ich nichts Pflanzliches mehr genommen, aber werde demnächst mal Baldrian für den Alltag testen, da ich bei kleinsten Abweichungen vom Alltag schon total gestresst bin.
    • Vor etwa 2 Jahren habe ich Baldrian zur Nacht genommen. Hat auch wirklich etwas gebracht, denn ich bin schnell müde geworden und vor allem: ich konnte durchschlafen! Leider wirkten die Dragees bis in den Vormittag nach, ich wurde nur sehr schlecht wach und war oft bis zum Mittag schläfrig. Da auch ein früheres Einnehmen (so 17/ 18 Uhr) keine wesentliche Veränderung brachte habe ich den Baldrian bald wieder abgesetzt.

      Several wrote:

      Eine Tablette enthält 80mg Baldrianwurzel-Extrakt und 20mg Hopfenzapfen-Extrakt.
      Bist du dir da mit der Mengenangabe sicher? Meine Dragees hatten fast das dreifache an Wirkstoff (nur Baldrianwurzelextrakt), waren aber auch definitiv für die Nacht gedacht, also nur abends ein Dragee zum Schlafen.
      Nur mit anderen B- Wagen kompatibel.
    • Mir hilft Baldrian auch. (Das eine mal wo ich hier schrieb, dass es nicht wirkt, lag daran, dass ich beim 2. Mal Saftform-Einnahme eine ganz geringe Menge ungeschüttelt eingenommen hatte. Ich merkte später, dass die Kräuter alle unten lagen. Das erste Mal hatte ich den Saft geschüttelt und da hatte auch er wie die Tabletten gewirkt).

      Auch ich fühle dann eine gewisse Sedierung. Aber empfinde diese wesentlich angenehmer als die der von mir ausprobierten und davon wirkenden Psychopharmaka.
      Viele Psychopharmaka wirken bei mir entweder nicht, nicht lange positiv (3-4 Wochen), manchmal nur-und-immer mit noch stärkerer Müdigkeit.
      Der einzige Serotoninwiederaufnahmehemmer, welcher bei mir für 3-4 Wochen wirkte, sorgte zudem auch für Albträume, verstärkte Parasomnien, erhöhtes Risikoverhalten, extremes Schwitzen, so wie sang und tanzte ich dann ständig leicht überdreht. Bei manchen Mitteln war ich plötzlich kurzfristig heftig syndromartig überdreht und merkte zuvor und danach dann wieder nichts. Wirklich beruhigen konnte mich sonst nur mal ein Benzo, was ich ein Mal kurzzeitig nahm. Da war ich dann aber auch nur noch am pennen. Genau wie Alkohol und Betäubungen bei mir nicht sehr und nicht lange wirken, außer Wodka.

      Mit Baldrian komme ich einfach geistig zur Ruhe, ohne ein erhöhtes Schlafbedürfnis zu haben. ich kann damit aber leichter einschlafen, wenn ich will. Teilweise fühlen sich meine Nerven nach der Einnahme noch 1, 2 weitere Tage an wie kurzfristig ein Stück weit kuriert. Serotoninwiederaufnahmehemmer hingegen verändern meine Wahrnehmung seltsam (als läge dauerhaft ein ungewöhnlicher Film auf meiner Wahrnehmung), wenn sie denn wirken und die muss man dann ja kontinuierlich nehmen. Zudem die auf Dauer schädlichen Inhaltsstoffe. Auf ewige Dauer vielleicht nicht so pralle. Je nach dem, wie viel schlechter es einem vielleicht sonst geht. Mir geht es ohne Psychopharmaka auf Dauer besser.

      Baldrian nehme ich nur, wenn mehrere DBT-Skills-Versuche pro hypernervösem Abend scheitern oder wenn ich bei was wichtigem schon morgens neben der Spur bin. Auf diese Weise bin ich von den Psychopharmaka weggekommen.

      Ich kenne aber auch welche, die sagen, dass sie Baldrian nicht vertragen.

      Johanniskraut will ich auch mal probieren.

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    • Leseratte wrote:

      Bei mir (und meinem Sohn auch) wirkt Baldrian paradox - es macht uns wach und unruhig, vermutlich weil es die Herzfrequenz etwas ansteigen lässt.
      Wenn ich 3 Tabletten nehme, bekomme ich direkt danach leichte Kopfschmerzen, eher in Form von leichtem Druckgefühl. Was vielleicht auch mit Blutdruck oder Herzfrequenz zusammenhängen könnte. Die beruhigende Wirkung tritt bei mir erst ab 1h nach der Einnahme auf.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.