Sich selbst sein

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    • FrankMatz wrote:

      Denn a) verstehe ich, was er meint.
      Das war bei mir nicht der Fall und daher auch mit Grund für die Anmerkung. :d

      Sicher, ob ich es richtig verstanden habe, bin ich mir allerdings auch jetzt noch nicht. Ich kenne den Ausdruck "man selbst sein" im Autismuskontext als Gegenstück von "sich verstellen", bin mit diesem Konzept aber nicht so ganz einverstanden.

      Ich sehe es ähnlich wie du: Ich bin immer ich.
      Dass ich mich in der Öffentlichkeit / in Gruppen anders verhalte, als wenn ich alleine bin, dass ich manchmal Dinge nicht aus einer inneren Motivation heraus tue, sondern anderen zuliebe, dass ich es oft vorziehe, allein zu sein, bzw. mich allein oft wohler fühle, und dass Gruppenveranstaltungen oft anstrengend für mich sind - das mag alles sein, aber das heißt doch lange nicht, dass das in solchen Fällen gar nicht ich wäre, sondern es irgendwas "Fremdes", was nicht zu mir gehört... :? :shake:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Abendstern wrote:

      Sicher, ob ich es richtig verstanden habe, bin ich mir allerdings auch jetzt noch nicht

      maksa wrote:

      Und ja ich meine das tatsächlich so, für mich klingt das nur so formuliert stimmig.
      Denn ich kann nur mich selbst sein.

      Also heißt es neutral formuliert: sich selbst sein.

      Selbst wenn nur Bewusstsein ist.

      (abgesehen davon bin ich im Allgäu aufgewachsen und ich darf das so sagen, denn ich darf auch sagen: der, wo da gehen tut :) )
    • Als Folge der Traumatisierung wusste ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin, was mich ausmacht, nicht mal mehr, was ich mag oder was mir gefällt.
      Es war eiin Schock, als ich feststellte, ich schaue in den Wohnzimmerschraank auf die Blumenvasen, und weiß nicht, welche mir gefallen, weilche irgendwie ein bisschen, und welche nicht.
      Und soll aber aussortieren, weil einfach im neuen Leben, so dem ich auch keine Ahnung habe, wie es aussehen könnte, nicht alles mitgenommen werden kann.

      Mir blieb nichts anderes übrig, als überhaupt erst mal herauszufinden, was ich mag oder nicht mag, von allem, was "mich ausmacht", war ich noch viel weiter entfernt.
      Als mir das bewusst wurde, war mir klar, mir bleibt nichts anders übrig, als ergebnisoffen alles nachzuspüren...
      Ich war, nachdem ich mich mühsam dazu durchgerungen hatte und die Anfangsunsicherheit ausgehalten hatte, , völlig überrascht, dass es mir Spaß gemacht hat, allein mit mir essen zu gehen.
      Das es mir nichts ausmacht, wenn andere komisch gucken, wenn ich in der Wartezeit ein Buch lese.
      Dass es interessant ist, andere Gäste zu beobachten.
      Wie spannnend es war, festzustellen, wie wenig Paare wirklich glücklich miteinander wirken.
      das Steak schmeckte hervorragend - der Wein auch, und das Taxi nach Hause hatte ich mir dann gegönnt.
      Um dann festzustellen, es macht mir Spaß, aber ich "brauche" das nicht, kann es aber, wenn ich! will....

      So habe ich vieles ausprobiert, immer mit der Anfangsunsicherheit, Hemmung bis Abwehr, und dem Unbehagen, sowohl bei Neu, als uahc bei dem, was ich früher konnte, und dann irgendwie "vverloren" hatte.
      Jetzt oft mit ganz anderem Ergebnis als ich vorher zu mir dachte bzw zu wissen glaubte. Es war wie eine Forschungsreise ins Ich. Um "ich selbst" zu sein, muss das Ich ja erst mal wirklich kennengelernt werden.

      Je besser ich mich kennnenlerte, desto weniger machte mir es etwas aus, wenn andere kritisierten (entweder stimmte das, also warum sich darüber ärgern, oder es stimmte nicht, also reden die ja Müll, deren Problem), oder meinten, etwas abwerten zu müssen (deren mickriges Selbst, das andere runter macht, um sich größer zu fühlen im Vergleich).

      Das einzige, was mir noch schwerfällt ist, damit klarzukommen, wenn ich jemandem verttraue, und DANN zeigt diese*r dieses Niedermachen - da ist noch mehr Übung nötig, auch leichter mit sowas umgehen zu können. Bzw schneller gehen zu können

      So richtig schwierig war das mit den Blummenvasen. Die meisten haben in den letzten Jahren ihr definives "gefällt mir" bekommen, zwei sind aussortiert und eine schon abgegeben an jemandem, dem sie gefällt, aber 5 warten noch auf die Entscheidung.
      Ich glaube, sie sind ein bisschen ein Symbol. Wenn ich für alle eine eindeutige "Antwort" gefunden habe, dann habe ich mich wirklich in allem kennengelernt und bin komplett "ich selbst" geworden.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
      youtube.com/watch?v=I79fZFvz9JA
    • Happy to be wrote:

      So richtig schwierig war das mit den Blumenvasen. Die meisten haben in den letzten Jahren ihr definitives "gefällt mir" bekommen, zwei sind aussortiert und eine schon abgegeben an jemandem, dem sie gefällt, aber 5 warten noch auf die Entscheidung.
      Ich glaube, sie sind ein bisschen ein Symbol. Wenn ich für alle eine eindeutige "Antwort" gefunden habe, dann habe ich mich wirklich in allem kennengelernt und bin komplett "ich selbst" geworden.
      Danke für Deine Geschichte mit den Blumenvasen, sie hat mich auf seltsame Weise und in ihrer innigen Aufrichtigkeit berührt!

      Mögest Du viele Blumen geschenkt bekommen oder Dir einfach selbst schenken. Mögen Deine Blumenvasen sich selbst schmücken und Dir Freude schenken! :)
    • Happy to be wrote:






      Wenn ich für alle eine eindeutige "Antwort" gefunden habe, dann habe ich mich wirklich in allem kennengelernt und bin komplett "ich selbst" geworden.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der persönliche Geschmack sich auch mal verändern kann. Bin ich deswegen eine andere?
      Und kann man überhaupt komplett man selbst "werden", man IST doch bereits.

      Ich hab mir Mal was aus einem Buch rausgeschrieben, was mir gut gefallen hat, von Thomas Merton " Niemand ist eine Insel'

      "Lange hat es für mich so ausgesehen, als ob mein Leben gleich anfangen würde- mein wirkliches leben. Aber immer war noch etwas im Weg. Etwas, was ich erst noch kriegen müsste, eine Sache, die erst noch vergehen müsste, eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste. Aber dann würde mein Leben beginnen.
      Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse mein Leben waren."

      Ich hoffe das passt jetzt hier zum Thema. Aber ich glaube, es ist ein Irrglaube, das SEIN in die Zukunft schicken zu können. Diese Zukunft kommt nie, man ist immer nur jetzt da. Meinetwegen unvollkommen und voller Risse, aber ich bin jetzt da.
      Das klingt vielleicht so als würde ich persönliche Entwicklung ausschließen, aber so meine ich das nicht. Ich glaube bloß nicht daran, am Ende dieses Prozesses vollkommener oder kompletter zu sein als jetzt.
    • maksa wrote:

      Happy to be wrote:

      So richtig schwierig war das mit den Blumenvasen. Die meisten haben in den letzten Jahren ihr definitives "gefällt mir" bekommen, zwei sind aussortiert und eine schon abgegeben an jemandem, dem sie gefällt, aber 5 warten noch auf die Entscheidung.
      Ich glaube, sie sind ein bisschen ein Symbol. Wenn ich für alle eine eindeutige "Antwort" gefunden habe, dann habe ich mich wirklich in allem kennengelernt und bin komplett "ich selbst" geworden.
      Danke für Deine Geschichte mit den Blumenvasen, sie hat mich auf seltsame Weise und in ihrer innigen Aufrichtigkeit berührt!
      Mögest Du viele Blumen geschenkt bekommen oder Dir einfach selbst schenken. Mögen Deine Blumenvasen sich selbst schmücken und Dir Freude schenken! :)
      Ich finde es echt super, was du immer für nette Sachen schreibst!!
      Es scheint als wäre Nettigkeit deine Superkraft!
    • Melanie84 wrote:

      Aber ich glaube, es ist ein Irrglaube, das SEIN in die Zukunft schicken zu können. Diese Zukunft kommt nie, man ist immer nur jetzt da. Meinetwegen unvollkommen und voller Risse, aber ich bin jetzt da.
      Das klingt vielleicht so als würde ich persönliche Entwicklung ausschließen, aber so meine ich das nicht. Ich glaube bloß nicht daran, am Ende dieses Prozesses vollkommener oder kompletter zu sein als jetzt.
      :)
    • Ich glaube nicht, dass ich weiß was ich bin.
      Weil mein ich (als ich noch unbeeinflusst war) immer falsch war und irgendwie ist es zu dem ich von heute geworden, dass nicht mehr alles falsch macht. Das hat aber mit meinem eigentlichen ich nicht viel zu tun.

      Wenn ich alleine bin mach ich manchmal wirklich doofe Sachen, einfach weil es sich richtig anfühlt. Das bin auch ich.
      Aber auch so wie meine Familie mich kennt.
      Auch wie Leute aus der Uni mich kennen.
      Irgendwie alles etwas verschieden, aber trotzdem ich.
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • maksa wrote:

      (Man sagt z. B. umgangssprachlich auch: Mit sich selber zufrieden sein.)
      Kurzer Einwurf:

      Das ist nun aber kein Argument. "zufrieden sein mit" drückt ja keine Identität aus, wie es "sein" tut. Außerdem wird der Ausdruck mit Präposition (und dazu noch im Dativ) verwandt, das kann man also wirklich nicht mit "man selbst sein" vergleichen. Wer "sich selbst sein" benutzt, müßte dann konsequenterweise auch z.B. "ich bin einen Mann" und nicht "ich bin ein Mann" sagen. :)

      The post was edited 1 time, last by sempron ().

    • Mich selbst sein ist relativ, wenn bereits ein Kleiderwechsel die Stimmung ändert. Oder Parfum, das ich für mich allein manchmal trage... Mir fällt unter Menschen oft schwer, mein Gedankenpaket herauszuhalten. Oder das Nachschaudern vom letzten Alptraum. Dinge wegkapseln ist anstrengend, besonders morgens. Von den anderen Menschen bekomme ich aber meistens Rückmeldungen, dass ich nie unsicher sei, immer sehr souverän. Eigen- und Fremdbild gehen bei mir nicht wirklich zusammen.
      equo ne credite
    • @Matou

      Das Problem liegt vllt an der Formulierung "ich bin".
      Da ist einerseits das, was mich grundsätzlich ausmacht.
      Also, ich bin eine Aspie..
      Es ist völlig egal, was ich dazu gerade allegemein oder im Moment für Gedanken dazu habe, ob mir das gefällt oder nicht, wie ich das bewerte, oder was ich fühle, wenn mir das mal wieder auffällt. Was llein für sich positive Gefühle auslösen kann oder negative, Gefühle können durch Gedanken oder Bewertungen ausgelöst werden....
      Ich "bin" aber nicht diese Gedanken und Gefühle, diese "habe" ich.
      Und klar, wenn ich konsequent negativ zu dem, was ich bin, denke, das und mich konsequent negativ bewerte, entstehen dann auch miese Gefühle - zu mir und so ziemlich allem, das irgendwas mit mir zu tun hat.
      Ich bin auch dann eine Aspie, wenn ich mich mal nicht so verhalte, wie ich es aus meinem AS und einem speziellen Bedürfnis heraus am liebsten würde.
      Ich "bin" nicht der Hunger, den ich verspüre. Also warte ich nicht passiv, ob ein Brötchen "für mich" vorbeikommt, und falle auch nicht über den Nachbarn her, und klaue dem die Brötchentüte, die er gerade vorbei trägt. Sondern hole mir selbst ein Brötchen.
      Das eine "ich bin" ist unveränderbar, das andere kann ich verändern - sowohl verstärken als auch abmildern bis wegkriegen.

      Und klar, wenn ich konsequent negativ zu mir denke, mich negativ bewerte, alles was so passiert,, negativ bewerte, abwarte, ob sich "irgendwie" von selbst oder durch andere "was ändert", negativ denke und bewerte, wo überall nicht, mich selbst hilflos und unfähig denke, dann habe ich auch massig negative Gefühle. Zu mir und zu allem.
      Depression dämpft diese dann etwas ab..es gibt nichts leichteres, als sich in eine reinzudenken und reinzubewerten.
      Bis sich die festsetzt - sogar gegen das, wozu mal gut gedacht und gefühlt wurde. Gefühlt "ist" man dann depressiv.
      Nur, der Weg rein ist auch der Weg raus. Allerdings schwieriger, weil jetzt gegen das Negative, sowohl den Gedanken und Bewertungen, als auch den Gefühlen daraus, "angedacht" werden muss.
      Was echt dauert, bis sich das auch im Gefühl zu sich selbst bemerkbar macht.
      Logisch, einen jahrelangen Prozess kann man nicht in ein paar Tagen oder mit ein paar kleinen Veränderungen umkehren.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
      youtube.com/watch?v=I79fZFvz9JA
    • @Happy to be: Schon richtig, ich bin nicht meine Gefühle und ich bin nicht mein Hunger. Dies alles weggedacht, das Gedankenpaket abgelegt, kommt es mir etwa so vor:

      Bruce Lee wrote:

      Leere deinen Geist. Werde formlos, gestaltlos - wie Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse gießt, wird es die Tasse. Gießt man Wasser in eine Teekanne, wird es die Teekanne. Wasser kann fließen, kriechen, tropfen, stürzen und schmettern. Sei Wasser, mein Freund.
      Jedoch fühlt sich das form- und gestaltlos Sein längst nicht so heldisch an, wie wenn ich mir Bruce Lee als Wasser vorstelle.
      equo ne credite
    • Ich bin ja ein Freund(in) von Vielfalt und was sich hier an Beteiligung zeigt, zeigt Vielfalt....ich freue mich sehr darüber.

      FrankMatz wrote:

      Aber das geht nicht, denn auch jetzt bist du "du selbst", sonst wäre ja jetzt ein anderer an deiner Stelle.
      Ich habe immer wieder darüber nachgedacht und antworte jetzt zum zweiten mal darauf und immer noch mit einem JaNein ;)
      Physisch betrachtet habe ich Dir in meinen Überlegungen erst recht gegeben bzw. vollkommen zugestimmt.

      FrankMatz wrote:

      icher bist du dann immer noch die gleiche Chch, du wechselst nicht die Schuhgröße, deine Augenfarbe bleibt gleich und und und.
      Dann aber habe ich mich an Menschen erinnert, die von sich sagen (und auch andere über sie gesagt, beobachtet haben), dass sie mehrere Persönlichkeiten haben und auch der Körper sich beim Wechsel der Persönlichkeit verändert (z.B. Augenfarbe...).... Somit tritt dann ein/e andere an die Stelle.... Es hört sich erst ein mal verrückt an, unglaublich etc...., es wird bezweifelt und die Menschen werden im schlimmsten Fall für verrückt erklärt, als Lügner abgestemplet etc. Doch auch Synästhetiker oder Menschen mit fotografischem Gedächtnis erging es so bis es "bewiesen" war!

      maksa wrote:

      in mir ruhen und die Welt mit Herzlichkeit wahrnehmen.
      Auja, das ist wirklich gut. Wäre diese Lebensweise, dieses so sein können oder auch "nur" Einstellung weiter verbreitet

      Melanie84 wrote:

      Als Kind und Teenie war ich authentisch, weil ich noch keine Rolle oder Maske verinnerlicht hatte und das war die schlimmste Zeit meines Lebens.
      Das tut mir leid. Das was ich als Kind war, gibt mir heute Kraft.

      Melanie84 wrote:

      Jetzt lebe ich gerne mit Masken, weil sie mir ein normales Leben ermöglichen,
      Das tut mir auch leid und freue mich gleichzeitig, weil du es gerne machst....

      Melanie84 wrote:

      Ich bin nicht meine Interessen. Ich bin nicht meine Gefühle oder Gedanken. Ich bin erst Recht nicht meine Worte oder Handlungen.
      Hmm, ich bin.... ich nehme mir dieses Zitat zu Herzen und werde darüber nachdenken, sinnieren.... Ich wäre bei mir davon ausgegangen das ich all das bin, soweit es nicht mask, konditioniert etc ist....

      Chch wrote:

      Ich bin ich selbst, wenn ich mit Aspies zusammen bin. Keine anstrengende Begrüßungszeremonie, sondern gleich im Thema sein. Ausgelassen über jeden Scheiß gackern. Offen, aber respektvoll sagen was ich denke, statt es nicht oder arg verpackt zu sagen
      Ohja, ich lese das und sofort kommt eine Erleichterung, weil es sooo gut tut

      FrankMatz wrote:

      "Ich bin Deutschlehrer"
      Oh, oh.... das erinnert mich daran das ich mißerabel bin in Grammatik, Rechtschreibung inkl. Buchstabenverdreher und erinnert mich an :oops: :fun:

      FrankMatz wrote:

      Dazu wechselt sie ja auch zu oft. Ich bin hier ganz anders als auf der Gewerkschaftsveranstaltung vor drei Stunden, und morgen mit Freunden werde ich wieder irgendwie anders sein. Wo ist das eine unverückbare FrankMatz-Ich?
      Ist unser Kern nicht der/das unverrückare? Es ist nur ein Glaube, aber ich glaube schon das es sowas wie ein "Kernwessen" gibt, das mich ausmacht (mein selbst, mein ich), welches sich durch Ergänzungen, Lernen, Erfahrungen etc. erweitert, je nach Bedarf, Erwartung etc..... mal authenisch und auch mal nicht....

      Lefty wrote:

      mich nicht verstellen zu müssen

      Zusammen mit meinem Freund oder allein bin ich am meisten ich selbst (Nachtrag: und wenn ich mit Tieren zusammen bin). Und beim Therapeuten, denn dort darf ich es auch bzw. muss es sogar, sonst könnte er mir ja nicht helfen. Bei allen anderen ist es mittlerweile so, dass ich ihnen mein wie-ich-bin immer öfters zumute und dabei versuche, mich nicht davon beeinflussen zu lassen, wenn sie sich unwohl fühlen und mir das deutlich zeigen müssen , weil ich nicht so bin, wie sie es gern hätten.
      Das habe ich in meinem Leben schon öfters von Menschen gehört. Es hat natürlich was mit wohlfühlen und freiwilligkeit zu tun...

      Abendstern wrote:

      Ich sehe es ähnlich wie du: Ich bin immer ich.
      Dass ich mich in der Öffentlichkeit / in Gruppen anders verhalte, als wenn ich alleine bin, dass ich manchmal Dinge nicht aus einer inneren Motivation heraus tue, sondern anderen zuliebe, dass ich es oft vorziehe, allein zu sein, bzw. mich allein oft wohler fühle, und dass Gruppenveranstaltungen oft anstrengend für mich sind - das mag alles sein, aber das heißt doch lange nicht, dass das in solchen Fällen gar nicht ich wäre, sondern es irgendwas "Fremdes", was nicht zu mir gehört...
      Schön das du es für dich so erlebst. Ich kenne das schon, dass ich mich selbst als fremd erlebe....hmmm....

      Happy to be wrote:

      Als Folge der Traumatisierung wusste ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin, was mich ausmacht, nicht mal mehr, was ich mag oder was mir gefällt.
      Es war eiin Schock, als ich feststellte, ich schaue in den Wohnzimmerschraank auf die Blumenvasen, und weiß nicht, welche mir gefallen, weilche irgendwie ein bisschen, und welche nicht.
      Und soll aber aussortieren, weil einfach im neuen Leben, so dem ich auch keine Ahnung habe, wie es aussehen könnte, nicht alles mitgenommen werden kann.
      Ich sag nur ja....

      Happy to be wrote:

      Mir blieb nichts anderes übrig, als überhaupt erst mal herauszufinden, was ich mag oder nicht mag, von allem, was "mich ausmacht", war ich noch viel weiter entfernt.
      Ohjaaa.....

      Happy to be wrote:

      So richtig schwierig war das mit den Blummenvasen. Die meisten haben in den letzten Jahren ihr definives "gefällt mir" bekommen, zwei sind aussortiert und eine schon abgegeben an jemandem, dem sie gefällt, aber 5 warten noch auf die Entscheidung.
      das ist eine wunderbare Matapher, ein super Bild. Und so kurz dieser Satz ist, beinhaltet er viel "Weg" :thumbup:

      Melanie84 wrote:

      1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der persönliche Geschmack sich auch mal verändern kann. Bin ich deswegen eine andere?
      2. Und kann man überhaupt komplett man selbst "werden", man IST doch bereits
      1. Nein.
      2. Vermutlich würfeln wir auch Begrifflichkeiten durcheinander (?)
    • Matou wrote:

      @Happy to be: Schon richtig, ich bin nicht meine Gefühle und ich bin nicht mein Hunger. Dies alles weggedacht, das Gedankenpaket abgelegt, kommt es mir etwa so vor:

      Bruce Lee wrote:

      Leere deinen Geist. Werde formlos, gestaltlos - wie Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse gießt, wird es die Tasse. Gießt man Wasser in eine Teekanne, wird es die Teekanne. Wasser kann fließen, kriechen, tropfen, stürzen und schmettern. Sei Wasser, mein Freund.
      Jedoch fühlt sich das form- und gestaltlos Sein längst nicht so heldisch an, wie wenn ich mir Bruce Lee als Wasser vorstelle.
      Na ja, hast du je gehört oder gesehen dass sich Held*innen "heldisch" fühlen?
      Sie stören rum, wenn sie sich anstrengen, kassieren massig ein, hinterher sind sie schlapp, verwundet...also die, die wissen, wie dabei auch auf sich selbst aufpassen...oder tot, wenn nicht.

      Zielgerichtet diese Energie, auch Chi genannt einsetzen, braucht "leeren Geist".
      Womit nicht gemeint ist, dass man nicht mehr "ust", sondern "ganz da", ohne den ganzen GrübelgedankenBewertungsEgoKrams.

      Das mit dem Chi ist ein bisschen vertrackt. Bist du "drin", kommt dir das völlig bedeutungslos vor. Du machst einfach, was "anliegt". Merkst dann zwar, dass du was abkriegst, aber das hat keine Bedeutung.
      Hinterher aber, dann merkst du es . Und dann ist die alte Jämmerlichkeit wieder da zu allem wo man noch jammert :d

      Der Effekt ist ähnlich wie unter Adrenalin, nur "ruhiger", nicht "hochgepusht", und vor allen irgendwie "einfach so", normal und nix besonderes.

      Ich weiß noch wie verblüfft ich war, als ich das im ganz Kleinen bei einer Übung das erste Mal kennenlernte .
      Allerdings war ich immer a ) zu faul und b) zu undiszipliniert um mich über "für den Hausgebrauch bei (Voraussetzung: eigeninteressenslosen) Notfällen" hinaus zu trainieren . :m(: :d
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    • @Happy to be: Stimmt, stimmt. Heldisch geht so: Du bist sterbsensmüde, dreckig, verschwitzt, verschürft, ausgekühlt, blaugefleckt, augenverklebt, haareverkleistert, naseverstaubstopft, muskelbekatert, sprechfaul, stimmgerostet und gesichtsberußt - doch alle Teile sind noch dran und insgesamt ist der Feuerwehreinsatz gut gelaufen ;o] Form- und gestaltlos hängst noch eine Weile auf der Bank vor dem Haus und glotzt den Mond an. Sortieren. Der Mond hat Geduld. Dann Badewanne, Katzen, Bett und freundlicherweise keine Träume. Tags drauf der sortierte Bericht ans soziale GanzNahFeld.

      Mit leerem Geist weiß ich aber auch nicht, was mich wirklich ausmacht bzw. ist ja das ein Zustand, wo mir das sowas von wurscht ist.

      Bruce Lee als Wasser dagegen... es muss ein andrer Zustand sein. Eben Bruce Lee sein Zustand, nicht meiner.
      equo ne credite
    • Interessante Frage und interessanter Thread. Denn was bedeutet es eigentlich, sich selbst zu sein? In der Regel meint es ja, die eigenen Person widerzuspiegeln, ob nun nach innen oder außen. Man ist sozusagen die Summe all der Einzelteile des Selbst und die alle auf einmal oder im Wechsel, da man erst so komplett ist. Allerdings wird es in dem Moment schwierig, in dem man fragt, ob das Selbst sich selbst von Geburt an (oder sogar noch früher?) stetig entwickelt hat oder ob es in Teilen nicht doch von anderen Menschen abgeschaut und übernommen wurde, aber nur als Muster und Teil der eigenen Rolle, die der Umwelt (unbewusst) vorgespielt wird, seine Berechtigung erfährt? Ich als (spät diagnostizierter) AS habe Schwierigkeiten, meine eigene Identität als meine echte zu akzeptieren. Dennoch bleibe ich natürlich ICH.

      Ein Widerspruch? Für mich nicht. Wenn man sehr lange im falschen Leben lebt, entwickelt man sich ja trotzdem zu irgendjemand. Wer immer diese Person aber auch sein mag, sie bleibt zumindest in Anteilen nur angeeignet. Oder anders gesagt, sie ist in vielerlei Hinsicht schon seit meiner Kindheit nur von den anderen da draußen abgeschaut. Dafür verschwand das "Wrong-Planet-Syndrom" stückweise mehr und mehr, als die Erkenntnis über mich und mein ICH nach der Diagnose nach und nach eintrat. So gesehen lerne ich mich besser spät als nie kennen.

      Wer jedoch wäre ich heute, hätte ich von meinem AS schon vor Jahrzehnten gewusst? Das lässt einen natürlich nicht los.

      Aber es ist, wie es ist. Menschen werden nie nur geboren, sondern auch gemacht.
      How you gonna win, when you ain't right within? - Lauryn Hill