US-amerikanische Autismuskultur und der Begriff "Aspie"

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    • L84 wrote:

      Wenn man weiter an "Aspie" festhält obwohl diese Unterscheidung nicht mehr haltbar ist, ist es nur logisch dass der Verdacht aufkommt, dass man sich mit diesem konstrukt identifiziert und für etwas besseres hält.
      Also streng genommen ist es nicht logisch.

      Es ist vielleicht naheliegend oder kann so vermutet werden, aber logisch ist diese Interpretation nicht und auch nicht der aufkommende Verdacht.
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Es war nicht gegen P. gerichtet, ich habe in der ursprünglichen Nachricht ausdrücklich gesagt dass ich das nicht vorwerfe.

      @Capricorn ich sehe keinen anderen logischen Grund, an dem Begriff festzuhalten. Im besten Falle erkennt man damit nur nicht den Stand der Forschung an und unterstützt ungewollt die Agenda der neurodiversitätsbewegung ("wir sind aspies und nicht krank sondern ganz toll und nicht behindert im Gegensatz zu Autisten").
    • L84 wrote:

      ("wir sind aspies und nicht krank sondern ganz toll und nicht behindert im Gegensatz zu Autisten").
      Das kann ich nun wirklich auch mit viel geistiger Verrenkung nicht erkennen. Ich habe keinerlei Problem mit dem Begriff, zumal man ihn - wie schon verschiedentlich angemerkt wurde - v.a. intern verwendet.

      Ich frage mich auch, wieso jemand in einem "Aspie-Forum", das von einem Verein "Aspies e.V." getragen wird überhaupt unterwegs ist, wenn er den Begriff als so herablassend interpretiert - damit befördert er doch die i(in seiner Vorstellung) diskriminierende Verwendung. DAS nenne ich mal unlogisch.
    • Also ich bezeichne mich als Aspie, finde aber, dass mein Autismus eine Beeinträchtigung für mich ist und empfinde es nicht als "ganz toll", dass ich nicht ohne mich hinterher stundenlang erholen und duschen zu müssen in einer U-Bahn fahren kann? Ich habe auch einen SB-Ausweis beantragt. Gibt Autisten, denen geht's schlimmer, aber deswegen halt ich mich doch nicht für was Besseres. Absurde Logik.
      anyone can carry his burden,
      however hard, until nightfall.
    • L84 wrote:

      aber wurde hier schon desöfteren verlinkt "die Entdeckung von Aspie", das ist ein Konstrukt mit Identifikationsmerkmalen wie "aspies sind (im Gegensatz zu nicht+Autisten) immer ehrlich und wahrheitssuchend aber (im Gegensatz zu anderen Autisten) zu Wortspielen auf hohem Niveau fähig usw.
      Aber viele, die "Aspie" verwenden, kennen Atwood und seinen Text gar nicht; die verwenden Aspie einfach nur als Abkürzung für "Person mit Asperger/HFA" ohne irgendwelchen weiteren Bedeutungen. Ich würde nicht jedem, der Aspie verwendet, zuschreiben, dass er Atwoods Text damit meint. (Übrigens war dieser Text meines Wissens mit einem Augenzwinkern geschrieben und sollte die Betroffenen erheitern und ermutigen, aber mehr auch nicht.)
      Also wenn man jeden, der Aspie verwendet, in die Hardcore-Pride-Fraction einordnet, dann liegt man denke ich recht oft falsch. So eng wird der Begriff Aspie nicht verwendet.


      Dass "alle" Aspies meinen, es wäre besser, "Autist" und "Autismus" zu sagen, hat übrigens dazu geführt, dass der Kanner-Autismus fast komplett geschluckt wurde: fast immer, wenn einem der Begriff Autismus begegent, ist damit in Wahrheit AS/HFA gemeint.
    • Ich war jahrelang bei aspiesforfreedom.com, bis die beiden Betreiber (aus Wales, glaube ich) das Forum dicht gemacht haben.
      Damals gab es dazu keine solchen Bemerkungen, und die Forumsteilnehmer kamen wohl auch aus USA und auch u.A. ais Australien.

      Die "Selbstermächtigungsbewegung" heißt allerdings "Autistic Pride", nichts mit "Aspie", also jetzt unabhängig was man davon hält ist das inklusiver.

      Hans Asperger ist mMn ein Beispiel für das berühmte Trolley-Problem: er konnte die Weiche stellen, es war aber klar, dass er in jedem Fall Tote mitverantwortet.
      Er hätte dem Thema nur durch Suizid ausweichen können.

      Ich bin hier (wie alle) im Forum auf aspies.de, bei meiner Selbstbezeichnung verwende ich aber eher Autist, hochfunktional.

      Ich war immer so ein bisschen der Meinung, dass man sich seine Selbstbezeichnung auch selbst aussuchen darf ("ich identifiziere much als ...") und diese um Himmels Willen nicht schon wieder zugeschrieben bekommt. Denn davon wollten "wir" doch weg, oder?
    • L84 wrote:

      Nein, Aspie ist etwas weitreichender als nur eine Abkürzung für eine veraltete Diagnosebezeichnung. Bin gerade nur mit dem Handy, aber wurde hier schon desöfteren verlinkt "die Entdeckung von Aspie", das ist ein Konstrukt mit Identifikationsmerkmalen wie "aspies sind (im Gegensatz zu nicht+Autisten) immer ehrlich und wahrheitssuchend aber (im Gegensatz zu anderen Autisten) zu Wortspielen auf hohem Niveau fähig usw.
      Der Hintergrund davon war aber nie, sich über andere zu stellen, sondern es ging darum, dass nicht immer nur die negativen Eigenschaften beim Asperger-Syndrom oder Autismus allgemein gesehen werden sollen. Die Abgrenzung zwischen Asperger und HFA war dabei sowieso nie ganz klar, deshalb wird sie ja auch aufgegeben.

      Ich bin selbst ein Kritiker der Pride-Bewegung, verwende aber trotzdem den Begriff Aspie als Abkürzung für Asperger-Syndrom.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Abendstern wrote:

      Ich bin in einem Selbsthilfeforum angemeldet, das zu einem Verein namens "Aspies e. V." gehört. Damit habe ich kein Problem. Auch mit dem Namen der über dieses Forum organisierten "Aspie-Treffen" habe ich kein Problem. In diesen Fällen sind das für mich einfach kurze, griffige Begriffe, die sich "eingebürgert" haben, und wo jeder Beteiligte weiß, was gemeint ist. Was will man mehr von Sprache erwarten?
      Spalter!
    • Neoni wrote:

      Ich würde nicht jedem, der Aspie verwendet, zuschreiben, dass er Atwoods Text damit meint.
      Ich auch nicht. Wie gesagt, ich nehme es niemandem übel der sich seit dem Wegfall der Subtypen noch keine Gedanken darum gemacht hat und den Begriff daher "unschuldig" weiterverwendet. Rückwirkend natürlich sowieso nicht. Ich habe mir die Gedanken erst kürzlich gemacht und war zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, den Begriff weiterzuverwenden (es sei, ich wollte mich selbst erhöhen). Vielleicht kommen andere ja auch zu dem Schluss. Ich wollte hier niemanden angreifen.

      Shenya wrote:

      Der Hintergrund davon war aber nie, sich über andere zu stellen, sondern es ging darum, dass nicht immer nur die negativen Eigenschaften beim Asperger-Syndrom oder Autismus allgemein gesehen werden sollen.
      Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass Identitätspolitik gutgemeint ist. Ich mache auch keine rückwirkende Vorwürfe: solange "Asperger-Syndrom" eine seriöse Klassifizierung war, konnte man ja solche Konstrukte bauen und sie haben vielleicht auch Sinn ergeben. Aber das ist vorbei.

      Du kannst diese positive Umschreibung die da gemacht wurde nicht auf Autisten im Allgemeinen anwenden, das wäre zynisch. Sie funktionierte nur in Abgrenzung zu den anderen Autismus-Subtypen.
    • L84 wrote:

      Ich auch nicht. Wie gesagt, ich nehme es niemandem übel der sich seit dem Wegfall der Subtypen noch keine Gedanken darum gemacht hat und den Begriff daher "unschuldig" weiterverwendet. Rückwirkend natürlich sowieso nicht. Ich habe mir die Gedanken erst kürzlich gemacht und war zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, den Begriff weiterzuverwenden (es sei, ich wollte mich selbst erhöhen). Vielleicht kommen andere ja auch zu dem Schluss. Ich wollte hier niemanden angreifen.
      Es gibt die Subtypen nach wie vor, die Autisten werden nicht plötzlich alle gleich, nur weil es so auf dem Papier steht. Es gibt übrigens im DSM nach wie vor Schweregrade. Die "Aspies" (also AS/HFA) sind in den allermeisten Fällen Schweregrad 1. Also hast du nach wie vor die Unterteilung. Auch im ICD-11 gibt es Unterteilungen (mit/ohne geistige Behinderung, milde/starke Beeinträchtigung der Sprache).

      Mal provokant formuliert: in meinem Empfinden haben die Aspies eher den Kanner-Autisten die Identität geklaut, als dass sie etwas Gutes getan hätten, als sie beschlossen, die eigene Bezeichnung (Asperger/Aspie) aufzugeben, und die andere anzunehmen. Ich hatte öfter den Eindruck (damals in der Übergangsphase), die Bezeichnung "Autismus" wurde gewählt, weil es schlimmer klingt und Autismus noch mehr den Flair des Unnahbar-Geheimnisvollen hat; du bist tatsächlich der Erste der mir begegnet, der sagt, er möchte die Autisten nicht abwerten und nennt sich deswegen nicht Asperger/Aspie.
    • Neoni wrote:

      Es gibt die Subtypen nach wie vor, die Autisten werden nicht plötzlich alle gleich, nur weil es so auf dem Papier steht.
      Jain. Es gibt natürlich unterschiedliche Störungsbilder, aber aufgegeben wurde die Annahme, dass es sich um komplett unterschiedliche Spektren handeln würde. Zuvor war es unmöglich, dass ein Kanner-Autist ein "Aspie" werden könnte, und darauf baute die Aspie-Identitätspolitik ja auf. Wenn dieser Unterschied nun hinfällig geworden ist und man trotzdem daran festhalten will, fällt mir bisher kein guter Grund dafür ein.

      Neoni wrote:

      Ich hatte öfter den Eindruck (damals in der Übergangsphase), die Bezeichnung "Autismus" wurde gewählt, weil es schlimmer klingt und Autismus noch mehr den Flair des Unnahbar-Geheimnisvollen hat
      Ja das kann gut sein, davon hatte ich auch gelesen als ich mich kürzlich damit beschäftigte: maximale Provokation um Autismus zu entpathologisieren.

      Neoni wrote:

      du bist tatsächlich der Erste der mir begegnet, der sagt, er möchte die Autisten nicht abwerten und nennt sich deswegen nicht Asperger/Aspie.
      Das trifft es nicht ganz. Rückwirkend würde ich mich dem anschließen wollen, aber ich kann halt gar nicht von mir behaupten, dass ich so gehandelt habe. Ich hatte mir bis vor kurzem nie Gedanken darum gemacht.

      Nein, ich sehe das viel banaler: ich erkenne nur an, dass die Unterscheidung zwischen Aspie und anderen Subtypen in der Form wie sie getroffen wurde nicht länger haltbar ist. Somit gibt es auch keine Abwertung von (anderen) "Autisten", da es ja nur noch Autisten gibt.

      Erst wenn ich das nicht akzeptieren könnte und daran festhalten wollte, dass es Aspies gäbe, würde ich eine Abwertung vornehmen. Damit würde ich aber voll auf die Identitätspolitik reinfallen und die Abwertung der "anderen Autisten" ist da auch nicht mein einziges Problem mit. Nicht-Autisten werden bei der positiven Aspies-Definition ja mindestens genauso abgewertet.
    • Aspie verwende ich hier im Forum oder höchstens auf Forentreffen einfach für alle. Ich muss dann nicht immer von Autisten, Autistinnen und Verdachtsautisten sprechen.
      Autist abzukürzen - Auti - würde ich dagegen gar nicht schön finden, weil es sich nach "out" anhört.

      Wenn ich mal jemandem von meinem Autismus erzähle, dann sage ich nicht ich bin Aspie, sondern ich bin Autistin.

      Ich sehe mich nicht besser gestellt als andere Autisten weil ich eine Asperger Diagnose habe. Da hätte auch ASS stehen können, diesem Spektrum fühle ich mich zugehörig.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.
    • L84 wrote:

      Du kannst diese positive Umschreibung die da gemacht wurde nicht auf Autisten im Allgemeinen anwenden, das wäre zynisch. Sie funktionierte nur in Abgrenzung zu den anderen Autismus-Subtypen.
      Nur weil jemand anders eine bestimmte Eigenschaft nicht hat, darf es ja nicht verboten sein, eine Eigenschaft zu erwähnen, die jemand hat.
      Ich denke, du hast dich da auch zu sehr von irgendwelchen seltsamen Seiten im Internet beeinflussen lassen. Ich höre den Vorwurf, Aspies würden sich über andere Autisten erheben, nicht zum ersten Mal, aber ich finde ihn immer noch genauso unverständlich wie beim ersten Mal. Wie man darauf kommen kann, ist mir ein Rätsel.

      Und ich wundere mich grade, dass ich "die Entdeckung von Aspie" verteidige. Eigentlich kann ich damit ja auch nicht viel anfangen, aber aus ganz anderen Gründen.
      Alles wird galaktisch gut.

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • Shenya wrote:

      Nur weil jemand anders eine bestimmte Eigenschaft nicht hat, darf es ja wohl nicht verboten sein, eine Eigenschaft zu erwähnen, die jemand hat.
      Ich glaube wir missverstehen uns da ein bisschen. Von Verbot kann ja nun wirklich nicht die Rede sein :)

      Du darfst natürlich Eigenschaften bei Leuten benennen, die andere nicht haben. Wenn Du es aber in ein Konstrukt einbettest, welches sich anschließend als nicht tragfähig erweist, muss man das ja auch benennen dürfen.

      Shenya wrote:

      Ich höre den Vorwurf, Aspies würden sich über andere Autisten erheben, nicht zum ersten Mal, aber ich finde ihn immer noch genauso blöd
      Du kannst "erheben" getrost durch "abgrenzen" ersetzen. Die positive Aspie-Definition ("entdeckung von...") ist eine Abgrenzung von allem, was Nicht-Aspie ist: von autistischen Nicht-Aspies ebenso wie von nicht-autistischen Nicht-Aspies. Nur unter dieser Voraussetzung kann sie funktionieren.

      Die Frage ist nun halt, wozu man sie denn noch gebrauchen könnte, wenn es diese Unterscheidungen so ja gar nicht gibt. Mir fällt halt nur ein: um sich selbst über andere zu erheben.

      Vielleicht fällt Dir ja noch ein anderer Grund ein?
    • L84 wrote:

      Die Frage ist nun halt, wozu man sie denn noch gebrauchen könnte, wenn es diese Unterscheidungen so ja gar nicht gibt. Mir fällt halt nur ein: um sich selbst über andere zu erheben.
      Diesem Gedankengang kann ich einfach nicht folgen.

      L84 wrote:

      Vielleicht fällt Dir ja noch ein anderer Grund ein?
      Wie weiter oben schon erklärt. Es heißt eben so. Auch heute noch. In Deutschland tritt die ICD-11 erst 2022 oder so in Kraft.
      Asperger, Asperger, Asperger, Asperger..... das bleibt uns noch eine Weile erhalten, und warum auch nicht?
      Wortklauberei, Vorschriften, Meinungspolizei, davon halte ich nichts.
      Alles wird galaktisch gut.
    • L84 wrote:

      Jain. Es gibt natürlich unterschiedliche Störungsbilder, aber aufgegeben wurde die Annahme, dass es sich um komplett unterschiedliche Spektren handeln würde.
      Die Theorie wurde nicht aufgegeben, das ist ein Missverständnis. Sie fanden bloß noch keine Unterscheidungsmerkmale, daher schmissen sie erstmal wieder alles zusammen. Das ist mehr eine Kapitulation vor der (bisherigen) Erfolglosigkeit der Forschung, als ein Fortschritt ("es ist alles dasselbe").

      L84 wrote:

      Wenn dieser Unterschied nun hinfällig geworden ist und man trotzdem daran festhalten will, fällt mir bisher kein guter Grund dafür ein.
      Ich persönlich glaube nicht, dass der Unterschied hinfällig geworden ist. Also empfinde ich die große Gleichmacherei als schlicht nicht den Tatsachen entsprechend.

      L84 wrote:

      Ich hatte öfter den Eindruck (damals in der Übergangsphase), die Bezeichnung "Autismus" wurde gewählt, weil es schlimmer klingt und Autismus noch mehr den Flair des Unnahbar-Geheimnisvollen hat
      Ja das kann gut sein, davon hatte ich auch gelesen als ich mich kürzlich damit beschäftigte: maximale Provokation um Autismus zu entpathologisieren.
      Was ich meinte waren im Gegenteil Leute, die voll auf der "Leid" Seite waren, also sie wollten sich noch mehr pathologisieren, anstatt sich zu ent-pathologisieren. Asperger-Syndrom spielte sich damals eher auf einer psychiatrischen Ebene ab wie etwa eine Persönlichkeitsstörung, ADHS, dissoziierte Intelligenzminderung (motorisch, planerisch, praktisch), und der Kanner-Autismus war eine hammerharte Behinderung die 24/7 Betreuung erforderte und die Betroffenen lebten in einer behindertengerechten Parallelwelt in Wohnheimen ect.

      L84 wrote:

      Damit würde ich aber voll auf die Identitätspolitik reinfallen und die Abwertung der "anderen Autisten" ist da auch nicht mein einziges Problem mit. Nicht-Autisten werden bei der positiven Aspies-Definition ja mindestens genauso abgewertet.
      Ich denke dass der Begriff weit vielschichtiger und breiter in der Bedeutung ist, als du ihn jetzt verstehst. Nur weil Atwood den in dem Text verwendet hat, heißt das nicht, dass er nur noch diese einzige Konnotation hat und keine andere mehr, und für immer "verseucht" ist. (Genauso wie die Tatsache, dass Hans Asperger zur Nazi-Zeit lebte und arbeitete). Also klar, du kannst das so sehen, dass der Begriff quasi verseucht ist, aber ich würde das nicht als allgemeingültig ansehen und auch nicht als richtig.
      Wie du gesehen hast, sind für mich Leute, die "Asperger/Aspie" verwenden, statt Autist/Autismus sogar positiv behaftet, weil sie zeigen, dass sie die Unterschiede zu LFA-Kanner-Autisten wahrnehmen und akzeptieren. Für dich dagegen sind Leute die Asperger/Aspie verwenden eher negativ, da sie sich über andere stellen (wissentlich oder unwissentlich). So unterschiedlich können da die Assoziationen sein.
    • Ich habe kein Problem damit, mich als Aspie zu titulieren - zumindest so lange ich mit anderen Aspies zusammen bin.
      Und wie es sich für einen Aspie gehört, sage/schreibe ich oft, was mir in den Sinn kommt, ohne erst gründlich darüber nachzudenken, wie es auf andere Leute wirken könnte. In der Regel ist es mir auch egal, ob sich Jemand daran aufgeilt. Wenn ich Langeweile habe, dann wird vielleicht verbal zurückgekrümelkackt und zurück-Erbsengezählt, in der Hoffnung, der Person einen Spiegel vorzuhalten.

      Dass es in anderen Kulturkreisen andere Fettnäpfchen gibt als bei uns, sollte ja bekannt sein. Die gleiche Diskussion wäre sicherlich auch bei jedem anderen x-beliebigen Thema aufgekommen, wo eine "falsche" Formulierung die Alarmglocken der Filterblase anderer Diskussionsteilnehmer schrillen lassen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • L84 wrote:

      Ich habe mir die Gedanken erst kürzlich gemacht und war zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, den Begriff weiterzuverwenden (es sei, ich wollte mich selbst erhöhen).
      DU hast dir Gedanken gemacht. Und DU bist zu einem Schluss gekommen. Für DICH.

      L84 wrote:

      Vielleicht kommen andere ja auch zu dem Schluss.
      Und wenn nicht? Ich habe mir auch Gedanken gemacht und bin zu einem anderen Schluss gekommen als du. Für mich zählt der Begriff 'Aspie' zur Umgangssprache und wird von mir weiterhin verwendet.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~