Masking, autistische Anpassungsstrateguen fuer den Alltag.

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    • platzhalter wrote:

      Viele denken vielleicht erst "ja cool" und stecken mich dann, auch aufgrund der falschen Wahrnehmung der Gesellschaft über Autismus, in eine Schublade (RW) aus der ich dann nicht mehr rauskomme. (RW) Jedes diskutieren bzw. erklären, zum Teil auch rechtfertigen, mir wurde mal erklärt das ich dann gierig/verzweifelt wirke und dass das keine Frau will, macht die Flirtebene per se kaputt. Beide Möglichkeiten, Outing oder Masking, führt eigentlich zu den gleichen Ergebnissen.
      Für Außenstehende ist das schon schwer zu erklären. Man ist da wirklich schnell in einer Schublade. Das Spektrum an Autismus ist auch groß. Wenn ich sage, dass ich Probleme mit Mimik, Gestik, Körpersprache habe und monotone Handlungen gerne ausübe wird daraus oft abgeleitet, dass ich ich es überhaupt nicht anders kann aber Schwierigkeiten heißt nicht, dass ich da 100 % weg bin bei den Sachen - ich tue mich eben nur viel schwieriger als andere aber das verstehen die meisten dann gar nicht.


      platzhalter wrote:

      @Happy to be Ich sehe die Dating-Apps auch gerade als kurzweiligen Zeitvertreib für ein zwei Abende. Mehr ist wohl gerade bei mir nicht möglich.
      Ja, sehe ich ähnlich. Dazu ist diese Welt der Datingapps zu weit weg von meiner Welt. Ich habe mich auf solchen Seiten sehr verbiegen müssen und wenn man eher eine "Nische" sucht ist man dort komplett falsch.



      Happy to be wrote:


      Ein Alkoholkranker Mensch (ICD10 F10.2) erklärt, die Krankheit gehöre zu ihm, und er fühle sich nicht krank und betrachte sich nicht als behandlungsbedürftig (aber der andere soll bitte darauf Rücksicht nehmen...."
      Der Vergleich zur Alkoholsucht hinkt aber gewaltig. Ein alkoholisierter Mensch ist im Alltag und vorallem im Straßenverkehr eine Gefahr für sich und für seine Mitmenschen - ein autismusierter (das Wort gibt es wahrscheinlich nicht aber passt als Pendant zu alkoholisierter) Mensch ist in der Regel keine Gefahr im Alltag und im Straßenverkehr für sich und seine Mitmenschen. Es sind ja eher die Missverständnisse im Alltag, die das Leben erschweren und von einer Alkoholsucht kann man wieder wegkommen - der Autismus bleibt ein Leben lang.


      Happy to be wrote:

      Eine Beziehung anfangen zu wollen in dem - wenn auch indirekt - miterklärt wird "unterstütze und schone mich, weil ich bin ja krank" kann nur schiefgehen - sowas ist nämich ein Arbeitsauftrag an Betreuende bzw Pflegende, die sich damit professionell abfinden müssen, dass der Klient nicht an der eigenen Genesung mitabreitet bzw besser mit der eigenen Krnakheit klarzukommen.
      Kommt natürlich auf den Schweregrad an aber grundsätzlich halte ich nicht zwingend richtig alle Probleme an einen Betreuer oder Pfleger abzutreten. Die Partnerin lässt sich ja auf die Beziehung ein weil sie mich so nimmt wie ich bin und wenn sie Geduld, Vertrauen und Verständnis mitbringt halte ich das für deutlich zielführender als bei jedem Problem gleich eine Therapie anfangen zu müssen.
    • da_hooliii wrote:

      Naja.. bei Leuten, die mich von der Arbeit kennen da haben sie schon seit Jahren ein gewisses Bild von mir und eine 360 Grad-Wende ist nicht mehr möglich. Da bin ich auch ziemlich angepasst und aus dieser Anpassung komme ich gar nicht heraus. Den Eindruck den sie von mir haben, den kriegt man nicht mehr weg.
      läuft bei mir auch so. ich kann mich da schon anpassen mit Smalltalk und sachlicher Kommunikation und unverbindlichen Kurzkontakten und so, das läuft sowieso sehr vorhersehbar ab, das hab ich weitgehend drauf; einen Ruf einer gewissen Seltsamkeit hab ich wohl trotzdem, aber die meisten finden mich wohl oberflächlich trotzdem oder auch damit eher sympathisch
    • Pechblende wrote:

      läuft bei mir auch so. ich kann mich da schon anpassen mit Smalltalk und sachlicher Kommunikation und unverbindlichen Kurzkontakten und so, das läuft sowieso sehr vorhersehbar ab, das hab ich weitgehend drauf; einen Ruf einer gewissen Seltsamkeit hab ich wohl trotzdem, aber die meisten finden mich wohl oberflächlich trotzdem oder auch damit eher sympathisch
      Bei mir kommt es auch auf die jeweiligen Umstände und Situationen an. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, dass man mir Zeit gibt und ich die Person etwas kennenlernen kann und sie mich läuft es deutlich besser ab - das lief in Bewerbungsgesprächen z.B. schief weil man durch so ein kurzes Gespräch keinen wirklichen Eindruck von mir bekommen kann oder erst letzte Woche hat mir eine Bekannte von eine, Marketingkonzept erzählt und von so einem Kurs und sie kennt da jemanden und der kann mir mal was vorstellen in einer Präsentation in einem Online-Video Call. Ich war dann in diesem Online-Video Call und wirkte sehr verkrampft, unsicher und auch überfordert weil es zeitlich begrenzt war und auch gleich richtig los gelaufen ist. Ich hatte auch keine wirklichen Fragen zur Präsentation weil mich die ganze Situation an sich total überfordert hat. So läuft es auch in anderen Beratungsgesprächen zu anderen Dingen oft ab (Bank, Versicherung, Altersvorsorge etc.) und ich versuche da zwar normal zu wirken aber man merkt, dass was nicht stimmt. Wenn ich den richtigen Einstieg verpasse und das Umfeld nicht stimmt dann zieht es sich durch das ganze Gespräch so durch.