Kann ich geistig behindert sein mit Asperger?

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    • Kayt wrote:

      Wenn anderen langweilig wird, dann habe ich Freude an der Repetition und höre z. B. auch einen klasse Track - der seit einer Stunde in Dauerschleife läuft - bei jeder Wiederholung wieder wie beim ersten Mal.
      Haargenau das Gleiche mache ich auch!

      Andere würden dabei nur den Kopf schütteln, aber oft höre ich mir bei Songs sogar mehrere Male die gleiche Passage an - wenn es eine richtig gute vom Klang her ist.
      In solchen Momenten bin ich wirklich der "typische Aspie". ;) Ich hab einfach mega Spaß an der Repetition.
    • Happy to be wrote:

      Alles "Erwachsen", was darüber hinaus als solches behauptet wird, ist Show - oft um das Fehlende zu vertuschen.
      Wer glaubt, dass sich die mit toller Erwachsenen-Show auch so fühlen würden, wie man denkt, dass die sich fühlen müssten, übersieht, dass es nur die Oberfläche ist, die gesehen wird.
      Wenn das alles nur Show ist, dann ist das ein armseliges Leben für diese Menschen.
    • Fidoline wrote:

      Gerade bei Aspergern kann zwischen dem theoretischen IQ und der praktischen Intelligenz, die man im Alltag braucht, eine sehr große Diskrepanz sein,
      sodass sie einerseits bestimmte Dinge, die andere Menschen vielleicht sogar schwierig finden, sehr gut können, andererseits kaum oder gar nicht alleine
      zurecht kommen.
      Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist bei mir da auch oft sehr groß. Ich komme zu Hause ganz gut klar alleine aber wenn ich dann mal draußen bin gibt es immer wieder Schwierigkeiten und Missverstädnisse mit Menschen. Ich habe auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich wenn ich mit Leuten nur schreibe, die einen ziemlich guten Eindruck von mir haben und sich gar nicht vorstellen können, dass ich so Schwierigkeiten mit Menschen habe - aber da fehlen auch Dinge wie in die Augen schauen, Mimik, Gestik und ich kann relativ entspannt noch im Kopf überlegen was ich antworte. In der Welt da "draußen" ist es dann doch anders.


      Lichterfreund wrote:

      Ich finde es irgendwie schön, trotz gehobenem Alter noch eine kindlich jugendliche Seite in mir bewahrt zu haben.
      Kann mir garnicht vorstellen, mich so erwachsen zu geben, wie viele Leute in meinem Alter das meistens machen. So ein Leben wäre mir viel zu normal, langweilig und spaßbefreit.
      Ja mir wäre das auch langweilig. Alles was für die Menschen so der Alltag ist macht mir keinen Spass und es ist nur eine Pflicht, die man mal machen muss und für die ist es aber noch ein viel größerer Lebensinhalt als für mich. Ich lebe immer noch größtenteils meinen Stil, so wie ich es auch als Jugendlicher gelebt habe. Für mich gibt es keinen Grund ein Hobby oder ein Interesse abzulegen nur weil ich ein entsprechendes Alter erreicht habe. Natürlich kann es sein, dass ein anderes Interesse im Laufe der Jahre dazu kommt aber nicht wegen dem Alter sondern weil es aufgrund meiner bisherigen Interessen entstanden ist oder ich weiterhin neugierig auf neue Dinge bin. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen mit 60 plötzlich Schlager, Volksmusik oder Klassik zu hören oder eben nur noch die Musik aus der Jugend zu hören oder das Fernsehprogramm auf ARD/ZDF anzuschauen was ja auch bis auf wenige Ausnahmen eher auf alte Menschen zugeschnitten ist oder keine Konsolenspiele mehr zu spielen oder oder etc. (weitere Beispiele können beliebig eingefügt werden)
    • Lichterfreund wrote:

      Wenn das alles nur Show ist, dann ist das ein armseliges Leben für diese Menschen.
      Diejenigen, die ich als "glückliche Erwachsene" erlebte hatten alle AUCH das kindlich-verspielte "wahre Selbst" und betrachteten die "Erwachsenen-Show" als etwas, dass eben "performed" werden muss um "was hinzukriegen".

      Ich hab ewig gebraucht um den Unterschied zu mir zu kapieren. DIE waren mal wirklich verspielte sorgenlose Kinder ohne paralleles "zu erwachsen für dein Alter".
      "Erwachsen" kann man ja nur fühlen als Unterschied zu "kindlich". Wo kein "reines Kindlich", weil ständig belastet, auch kein "reines Erwachsen", auf das sich wechseln lässt.
      Es hat ja einen Grund, warum so viele sich irgendwann, meist im Rahmen von Therapie auf die Suche nach dem "Inneren Kind" begeben.

      da_hooliii wrote:

      Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist bei mir da auch oft sehr groß
      Executive Dysfunktion . Gedanklich ist alles fertig, nur eben nicht real, und die Küche ist nicht aufgeräumt, wenn das Aufräumen durchdacht ist.
      Man muss was TUN.
      Auch kommt ja in Gedanken nie was Unerwartetes dazwischen. Es passieren keine Fehler wie "Staubsaugerbeutel ist voll und muss auch noch gewechselt werden".

      da_hooliii wrote:

      Alles was für die Menschen so der Alltag ist macht mir keinen Spass und es ist nur eine Pflicht, die man mal machen muss
      Das ist eher "pubertär". Nur machen wollen, das sofort! auch aufgrund dieses Tuns Spaß bringt.
      Und keine Idee, wie man einen eigenen Spaß innerhalb dieses Tuns haben kann, der nichts mit dem konkreten Tun zu tun hat. Einfacher, wenn noch jemand anderes dabei ist, zB "gemeinsames Aufräumen als Gelegenheit, sich über ganz anderes auszutauschen.
      Allein wäre z.B. eine Doku hören beim Spülen, Gesangsübungen beim Staubsaugen, usw möglich.
      Wenn ich weiß, jemand kommt zu Besuch, klappt alles viel besser und schneller, also hilft hier der "erweiterte Sinn".
      Problem, für andere und das zukünftige Gemeinsam etwas einfach "können" was für einen selbst allein schwer fällt - hier spielt der Selbstwert mit rein. Wieso bin ich mir nicht wert, das "nur für mich" zu tun?
      Vieles spielt da mit rein.

      Es gibt einen Spruch von Tagore:
      Ich schlief und ich träumte, das Leben wäre Freude..Ich erwachte und sah, daß Leben ist Pflicht...Ich handelte und siehe, die Pflicht War Freude.

      Zum Glück ist das Leben nicht nur "erstmal alles unangenehme Pflicht".
      Aber ohne Handeln wird der Berg der unangenehmen Pflichten eben immer größer. Und nur durch Handeln und das Lernen von Routinen zu diesen, werden sie weniger unangenehm.
      Echtes Lernen, also von völlig Neu ohne innere Wissens- und "Gewohnt-"Anknüpfungspunkte ist am Anfang nie leicht, angenehm und spaßig.
      "Etwachsen" wäre also, das zu akzeptieren.
      Wobei auf der Handlungsebene das Kindliche ja helfen könnte. Kinder sind neugierig auf Neu und Lernen, was man noch nicht kann, um über die Handlung "Herausfinden wie und dann Üben" das immer besser zu können. Laufen oder Lesen lernen hätte ohne das ja auch nie geklappt.
      Es geht also darum, endlich "wirklich kindlich" zu werden und zu sein, und das auch wertzuschätzen, nicht mehr abzuwerten, UM auch erwachsen sein und handeln zu können.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
      youtube.com/watch?v=I79fZFvz9JA
    • Happy to be wrote:

      Das ist eher "pubertär". Nur machen wollen, das sofort! auch aufgrund dieses Tuns Spaß bringt.
      Und keine Idee, wie man einen eigenen Spaß innerhalb dieses Tuns haben kann, der nichts mit dem konkreten Tun zu tun hat. Einfacher, wenn noch jemand anderes dabei ist, zB "gemeinsames Aufräumen als Gelegenheit, sich über ganz anderes auszutauschen.
      Allein wäre z.B. eine Doku hören beim Spülen, Gesangsübungen beim Staubsaugen, usw möglich.
      Es ist jetzt nicht so, dass ich ständig nur frustriert bin und etwas nicht machen will und es immer nur eine Qual ist aber so grundsätzlich sind es eben nicht Dinge, die ich gerne mache. Da kommt es auch auf die jeweilige Situation drauf an. Gerade draußen werde ich mit Dingen konfrontiert, die mir überhaupt nicht gut tun. Das ist dann so etwas wie das Einkaufen. Ich werde mit zig Reizen überflutet und bin froh wenn ich es hinter mir habe - wenn ich mit jemanden anderen einkaufe ist es zumindest etwas erträglicher aber alleine ist es nichts Schönes oder es sind Sachen wie Arzttermine oder andere Situationen draußen in denen es immer wieder zu Missverständnissen kommt.
    • @da_hooliii
      Ist der Anspruch ans Leben, nur zu machen, was man gern macht, nicht etwas hoch?
      Ist "anstrengend" und "lästig" immer gleich "tut mir nicht gut"?
      Klar, es tut nicht gut, wenn man "zu viel" davon in Leben hat, das tut nicht gut.
      Andererseits bedeutet "gar nicht machen" auch, etwas erst gar nicht zu lernen (Neues lernen ist immer anstrengend), und es bedeutet auch, dass alles viel schneller "zu viel" ist - da reicht ja schon "nicht gelernt" oder "aus dem Training sein", Un dieses "mir zu viel - bin überfordert"- Gefühl auszulösen.
      Wer als Neuling ins Sportstudio geht, könnte ja auch sahen "bin überfordert von den vielen Geräten, kann die nicht richtig einstellen, was die anderen stemmen, kann ich nicht, das ist zu schwer, und mir sind schon die 10 Wiederholungen mit den 5 kg an der Beinpresse zu schwer - und dann auch noch dreimal sinnlos hintereinander.. und wie peinlich, dass mir jemand das Gerät einstellen musste und jetzt hab ich mich beim Absteigen gestoßen, und wie sieht das aus, wenn ich da runter gehe und was denken die anderen, die das und viel mehr locker können....
      übrigens waren das alles meine Gedanken in Depression und Traumatisierung beim Kampf aus dirsen heraus.
      Erst als ich 5 Geräte selbst einstellen konnte, die leichtesten Gewichte 3×10 problemlos wiederholen konnte, und dann ein bisschen mehr dazu nahm bzw bei anderem 10/10/15 - und die letzten 5 MIT Anstrengung hinbekam, waren diese destruktiven Gedanken weg, und es begann zumindest ein bisschen sowas Spaß zu machen.
      Damals war das das einzige, wo endlich das Gefühl entstand, "was hinzukriegen".
      Den Weg dorthin, der hat nie Spaß gemacht.Ein paar Kilometer, die schon Überforderung waren.
      Aber auch hier - langsam den eigenen "Raum" erweitern.
      Vor 6 Jahren war es undenkbar, was heute wieder geht, diesmal sogar besser, weil ich heute beginnendes "zu viel" rechtzeitiger bemerke, weil ich heute weiß, was dann zu tun ist, mir das dann heute auch zugestehen - egal was andere dazu sagen könnten. Und auch, weil ich heute ohne mieses Gefühl daneben sitzen kann, wenn andere machen, was ich definitiv nicht kann.
      Bzw NOCH nicht kann. Manches erschließt sich über sachliches ! Beobachten "Was machen die genau, in welcher Reihenfolge (also "wie")?.
      Anderes durch nachfragUnd klar, dass ich den Wasserkocher nicht sehe, egal wie offensichtlich der dann steht, weil jetzt "nicht mehr da, wo gemerkt", Nachfrage und dann davor stehe :prof: :m(: :d
      früher hätte ich vllt sogar gemeckert, weil nicht gesagt wurde, dass er ungeräumt wird, früher wäre es mir vllt peinlich gewesen - heute nur "ach sieh an, da isse mal wieder, meine AS-Wahrnehmung der Welt.
      Mehr als einer kleine lustiger Moment on dem alle verblüfft sind - die anderen ja genauso wie ich, nur "von der jeweils anderen Seite aus gesehen - und wir dann gemeinsam die Komik erkennen und zusammen lachen können, ist ja nicht passiert.
      Ich bin mir sicher, von jetzt ab wird sich bemüht, mir mitzuteilen, wenn der Kocher umgeräumt wird. Incl das zu immer mal wieder zu vergessen.
      Dafür ist auch ein Lacher, weil ich bemerkt hatte, dass einer es immer wieder schafft, sogar beim Essen, darüber zu reden, wann wo das nächste mal gegessen wird - ich bemerke das sofort. Und dann...Gelächter bei allen. Eben dessen "Macke". Akzeptiert, angenommen, als "liebenswerte Macke".
      Wenn man die eigenen nicht annimmt, denkt man, alle anderen würden die genauso negativ betrachten, wie man selbst das macht. Und regt sich bereits die anderer auch noch auf.
      Beste Garantie für miese Stimmung bei allen.
      Dabei muss das nicht so sein. Egal ob AS- oder NT-Macken. :)
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
      youtube.com/watch?v=I79fZFvz9JA
    • Happy to be wrote:

      @da_hooliii
      Ist der Anspruch ans Leben, nur zu machen, was man gern macht, nicht etwas hoch?
      Ist "anstrengend" und "lästig" immer gleich "tut mir nicht gut"?
      Klar, es tut nicht gut, wenn man "zu viel" davon in Leben hat, das tut nicht gut.
      Andererseits bedeutet "gar nicht machen" auch, etwas erst gar nicht zu lernen (Neues lernen ist immer anstrengend), und es bedeutet auch, dass alles viel schneller "zu viel" ist - da reicht ja schon "nicht gelernt" oder "aus dem Training sein", Un dieses "mir zu viel - bin überfordert"- Gefühl auszulösen.
      Natürlich nicht. Es gibt auch Tage, da muss man es machen und Sachen um die man auch nicht herum kommt und alles kann nie Spass machen was auch nicht geh da ich ja nicht jeden Tag die gleiche Laune habe und es auch gute und schlechte Zeiten im Leben gibt und unerwartete Dinge auftreten können und sich Umstände ändern können etc. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht mache - ich mache es ja aber es sind Überwindungsaufgaben, die immer wieder Überwindung kosten und Stresssituationen auslösen. Manche Sachen kann man auch nicht üben weil sie nicht so oft auftreten. Wenn ich zum Arzt gehe dann kommt es ein paar Mal im Jahr vor aufgrund der Standarduntersuchungen und schön ist das wirklich nicht. Das Einkaufen kommt wesentlich öfter vor und die Reizüberflutungen verschwinden auch nicht durch Übung.