Hintergrundmusik in Sachvideos

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    • Hintergrundmusik in Sachvideos

      Schaue gerade mal wieder ein Video zu einem Sachthema, das an sich gut gemacht ist, bis auf die Hintergrundmusik. Es müsste echt einen Schalter geben, um die auszuschalten. So wie man sich künstlich Fangesänge zuschalten kann bei den Fußballspielen im TV, bloß umgekehrt eben. Mich nervt diese Musik total und lenkt mich ab. Vermute mal, dass die meisten das ausblenden können. Keine Ahnung, warum das eigentlich zugeschaltet wird, soll es irgendwie die Stimmung beeinflussen, so wie bei Spielfilmen z.B. unterschwellig vermitteln, dass das was erzählt wird, spannend ist? Oder fördert es sogar allgemein eher die Konzentration? Ich weiß es nicht, ich weiß bloß, ich hasse das. Also wenn es mal kurz Musik gibt z.B. wenn irgendwelche Bildsequenzen eingespielt werden oder so, das geht klar, aber während jemand was erklärt, also ich schaue öfter mal Videos, die mir ein Thema erklären, das ich gerade lernen muss, dann macht mich das total verrückt. Nunja, vielleicht hört die Musik ja irgendwann wieder auf in diesem Fall, ich hoffe es. Schaue gerade das:
    • Finde ich auch störend. In vielen Dokumentationen will ich mich auf die Hintergrundgeräusche oder Sprecher konzentrieren und dann stört die Musik enorm. Gerade wenn diese nicht zum Thema passt. Auch beim Sport gucken würde ich mir nen Zweikanalton mit Originalatmosphäre ohne Kommentatoren wünschen. Manchmal haben die Kommentatoren überhaupt kein Fachwissen und erzähl eher was der Sportler auf Instagram macht anstatt vom Sport.
    • Das stimmt, mich irritiert das Gerede der Kommentatoren bei Sportsendungen auch oft ziemlich. Dass man da nicht im Moment sein kann und wirklich auf das Spiel fokussiert. Irgendwelche Infos über die Spieler kann man ja auch in einer separaten Sendung vermitteln.
    • Ich schalte bei vielen Dokus / Berichten / Sachsendungen aus, wenn die Hintergrundmusik zu laut ist und ich den Text teilweise kaum verstehen kann. Wenn mich das Thema wirklich interessiert, suche ich nach einem anderen Video zum Thema, welches ohne laute Musik auskommt. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es in den letzten Jahren auch schlimmer geworden ist.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Das geht mit genauso wie dir, @Leseratte. Ich schaue viele Dokumentationen, und in letzter Zeit nimmt dieses Dauergeduele m. E. so zu, dass ich immer öfter entnervt abbreche.

      Mir scheint das eine Maßnahme nach YT-Manier aus dem Trash-TV zu sein, wo alles und jedes beschallt wird, hauptsache es ist ein Geräusch dabei, egal wie sinnfrei es ist.
    • Jau, hier stimme ich auch zu.
      Beim Spielen schalte ich die Musik auch stets aus und würde mir das fürs TV sehr wünschen.

      Auch wenn das im Theater irgendwie Sinn machen mag um die Stimmung zu beeinflussen / zu dirigieren, kann ich die Notwendigkeit bei Dokumentationen nicht so recht sehen.
    • Wunderbares Beispiel. Die Netflix Doku 'The Social Dilemma', welche ich als ziemliche Panikmache betrachte. Durchgehend kommt da im Hintergrund so ne unheimliche Musik. Würde fast behaupten da geht es weniger um den Unterhaltungseffekt, also dass man denkt, das ist spannend sondern sogar dass sie so ne Art Angsthaltung verbreiten.

      Die Voraussetzung ist für Konsum und damit verbundene Werbung. Also sie machen eine Doku, in der sie beschreiben, wie schädigend und ausbeutend soziale Medien sind, wie ausgeliefert wir sind... Nicht um aufzuklären, sondern um diesen Zustand zu erhalten. Also wovor sie warnen erzeugen sie selbst. Ob bewusst oder unbewusst.
    • Generell stört mich Hintergrundmusik auch, wenn gerade komprimierte Informationen per Sprache übermittelt wird - z.B. im Verkehrsfunk.
      Aber hier:

      Isa wrote:

      Schaue gerade das:
      stört es allenfalls am Anfang und am Ende.
      Ich habe sogar den Eindruck, dass da gar keine Musik im eigentlichen Beitrag vorhanden ist.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • erutan wrote:

      Jau, hier stimme ich auch zu.
      Beim Spielen schalte ich die Musik auch stets aus und würde mir das fürs TV sehr wünschen.
      Deswegen mag ich Snooker auch so. Es ist ein ruhiger entspannender Sport, wo selbst der Kommentator ne Pause macht wenn der Spieler einen Stoß macht, obwohl er ihn nicht hören kann.
    • Isa wrote:

      soll es irgendwie die Stimmung beeinflussen, so wie bei Spielfilmen z.B. unterschwellig vermitteln, dass das was erzählt wird, spannend ist? Oder fördert es sogar allgemein eher die Konzentration?
      Mich stört sowas eher bei der Konzentration, lenkt mich vom gesagten ab oder ähnliches.
      Das passiert oft wenn ich Dokumentationen schaue, da mag ich lieber Vorträge oder ähnliches oder ein Video wo jemand was macht und eine Stimme erklärt etwas darüber, aber wenn dann noch Musik im Hintergrund läuft finde ich das meistens sehr störend.
      Meine Vermutung ist das diese Videos auf Nichtautisten anders wirken, und besser ankommen, als welche wo diese Musik komplett fehlt.
      Die Videos wirken dann vermutlich weniger trocken und der Zuschauer ist entspannter weil es ihm nicht wie "Ich muss den Inhalt jetzt aufsaugen/lernen" vorgespielt wird.
      Meist ist die Musik eher leiser im Hintergrund und andere Dinge sind lauter, was das Ausblenden leichter macht, bei NT vermutlich automatisch.
      Ich höre es trotzdem, mein Gehirn switcht oft hin und her zwischen den Geräuschen und das willkürlich so das ich mir nichtmal aussuchen kann was ich jetzt aufnehmen will auch wenn ein Thema wichtig ist oder ich versuche nur dem Gesagten zu folgen.
    • Es gibt durchaus Musik, die entspannend wirkt und die Konzentration verbessert.
      Manches nimmt man wohl auch besser auf, wenn man in so einer Art Trance ist, ausgelöst durch Musik.
      Aber vermutlich funktioniert das nicht bei Jedem und bei Autisten sicherlich eher nicht so gut.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Diesen Trend mit dem gleichzeitig reden und Musik einspielen verstehe ich auch nicht.
      Ich muss mich beim Schauen solcher Videos sehr konzentrieren und bin hinterher erschöpft.
      Vielleicht glauben Leute aber das machen zu müssen, damit die Zuschauer nicht gleich wieder abschalten, wenn jemand einfach nur so "langweilig" daher erzählt.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Isa wrote:

      soll es irgendwie die Stimmung beeinflussen, so wie bei Spielfilmen z.B. unterschwellig vermitteln, dass das was erzählt wird, spannend ist? Oder fördert es sogar allgemein eher die Konzentration?
      Die Videos wirken dann vermutlich weniger trocken und der Zuschauer ist entspannter weil es ihm nicht wie "Ich muss den Inhalt jetzt aufsaugen/lernen" vorgespielt wird.
      Das erinnert mich daran, wie ein Ex-Freund von mir einmal vollkommen 'geflashed' war, als er das erste Mal Teil einer Gesprächsrunde mit lauter Autisten war. Er selbst ist kein Autist. Er meinte, daß wäre ja total krass gewesen, wie gebündelt da Informationen ausgetauscht würden. Er musste die ganze Zeit sich konzentrieren, um folgen zu können. Wenn er mal abdriftete, dann habe er gleich den Anschluss verpasst. In einem NT Gespräch sei das kein Problem, da da zwischendurch viel unwichtiges gesprochen wird. Und man immer aus-und wieder einsteigen kann.

      Also ja, vielleicht ist es echt so, dass NTs Probleme haben, wenn bloß auf der Sachebene kommuniziert wird wie in einer Doku und die Musik simuliert quasi die anderen, auflockernden Ebenen die sonst im Gespräch noch statt finden. Also was uns ablenkt, hilft ihnen, Informationen aufzunehmen.
    • Isa wrote:

      Also ja, vielleicht ist es echt so, dass NTs Probleme haben, wenn bloß auf der Sachebene kommuniziert wird wie in einer Doku und die Musik simuliert quasi die anderen, auflockernden Ebenen die sonst im Gespräch noch statt finden. Also was uns ablenkt, hilft ihnen, Informationen aufzunehmen.
      Also diesen Eindruck kann ich definitiv bestätigen.
      Der Wechsel von NT2NT Kommunikation auf NT2AS Kommunikation fällt wohl deshalb schwer, weil bei der AS-Kommunikation alles(!) wichtig ist. Jedes Wort und die Stelle im Satz an der das Wort steht.
      Das ist bei NT-Kommunikation eben nicht so, da sind variable Anteile zwischen 10-100% ersatzlos streichbar ohne das Information verloren geht.
    • Isa wrote:

      Das erinnert mich daran, wie ein Ex-Freund von mir einmal vollkommen 'geflashed' war, als er das erste Mal Teil einer Gesprächsrunde mit lauter Autisten war. Er selbst ist kein Autist. Er meinte, daß wäre ja total krass gewesen, wie gebündelt da Informationen ausgetauscht würden. Er musste die ganze Zeit sich konzentrieren, um folgen zu können. Wenn er mal abdriftete, dann habe er gleich den Anschluss verpasst. In einem NT Gespräch sei das kein Problem, da da zwischendurch viel unwichtiges gesprochen wird. Und man immer aus-und wieder einsteigen kann.
      Das ist wirklich interesannt. Ich bin bei diesen "NT" Gesprächen eher überfordert weil ich nicht vom Unwichtigen das Wichtige herausfiltern kann, ich höre alles und versuche auch alles aufzunehmen so wie ich es aus Schule oder eben von Dokus etc kenne. In Gesprächen wo mich das Thema interessiert ist das auch kein Problem.
      In Gesrächen mit anderen Autisten hatte ich daher kaum Probleme mich an dem gespräch und auch aktiv an der Diskussion zu beteiligen wenn ich mich dem Thema was anfangen kann.
      Unter Autisten nimmt mir auch keiner was übel weil man mich ansprechen sollte (passiert eh nicht) und fragt was ich denn dazu meine.
      Das passiert in NTgesprächen oft und ich sage dann das ich mit dem Thema leider nichts anfangen kann. Ich nehme an, das NTs eher eine andere Reaktion erwarten würden.
      Heute haben wir am Anfang in der WfbM auch viel geredet also fachliches erst über Corona-regeln und später über Brandschutzregeln und so weiter und auch über die Maßnahmen selbst, war alles im grunde interesannt, manches auch weniger aber trotzdem wichtig. Ich fand das Zuhören da schon ansträngend was ich auch gesagt habe, das war auch okay, wir sollten das ja.
      Würde ich mich mit denen über AS unterhalten könnte ich das stundenlang tun ohne müde zu werden XD
    • Ich finde die Hintergrundmusik in solchen Dokus auch extrem nervtötend. Ich möchte auch nicht so billigen Manipulationsmethoden ausgesetzt werden.
      Übelst ist auch dass mittlerweile in fast jedem Laden irgendwelche Musik dudelt. Manchmal breche ich den Einkauf deshalb ab weil ich es nicht mehr ertrage.
    • erutan wrote:

      Der Wechsel von NT2NT Kommunikation auf NT2AS Kommunikation fällt wohl deshalb schwer, weil bei der AS-Kommunikation alles(!) wichtig ist. Jedes Wort und die Stelle im Satz an der das Wort steht.
      Das ist bei NT-Kommunikation eben nicht so, da sind variable Anteile zwischen 10-100% ersatzlos streichbar ohne das Information verloren geht.
      Das erklärt, warum die NTs meine detailiert ausformulierten Emails mit allen relevanten Informationen und keinerlei Füllmaterial oft nicht verstehen bzw. ich den Eindruck habe, die lesen nur die Hälfte.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_