Ich weiß gar nicht so recht wie es weitergehen soll

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Ich weiß gar nicht so recht wie es weitergehen soll

      Hallo zusammen, gestern hat mich ein Neurologe gefragt wie ich mir die berufliche Zukunft vorstelle weil ich ja seit dem Burnout vor 8 Monaten krank geschrieben bin.
      In meinen alten Beruf will und kann ich nicht zurück und für alles andere fühle ich mich auch noch nicht stabil genug. Für mich ist der normale Alltag anstrengend genug mit Kindern Haushalt und Tieren. Mehr schaffe ich gerade nicht.
      Was soll ich tun,? Was kann ich tun? Ich fühle mich unter Entscheidungsdruck.
    • Ich würde dem Neurologen sagen, dass du in deinen alten Beruf nicht wieder zurück kannst und das du dich
      im Augenblick für das Arbeitsleben auch nicht stabil genug fühlst.

      Vielleicht käme ja für dich die Maßnahme Teilhabe am Arbeitsleben durch die DRV in Frage. In dieser Maßnahme
      könntest du zunächst in Praktikas ausprobieren was dir liegt. Ich habe auch einmal so eine Maßnahme gemacht.
      Die lief über 1 Jahr.
    • @Elementarteilchen Wenn du mehr als das, was im Moment ist, nicht schaffst, dann ist das doch ein Signal, dass du noch mehr Zeit brauchst. Praktika etc. wären dann zuviel. Bei mir dauert es inzwischen zwei Jahre (bin mittlerweile Frührentnerin), es geht nur in kleinen Schrittchen vorwärts, und zumindest ich muss überhaupt erst lernen, meine Grenzen als solche zu erkennen und meine jeweilige Leistungsfähigkeit einzuschätzen und auch entsprechend mit meinen Kräften zu haushalten. Und andererseits herauszufinden, was mir gut tut, was ich in meinem Alltag benötige, um regenerieren zu können. Ich lebe ein ganz anderes Leben als früher - das musste ich aber erst nach und nach für mich entwickeln. Da bei dir noch Kinder involviert sind, deren Bedürfnisse du erfüllen musst, hast du ja quasi trotzdem immer noch eine Berufstätigkeit - obwohl du dich mit einem Burnout ja gerade vor allem um dich selbst kümmern musst. Mehr Druck und mehr Notwendigkeit, zu tun, was andere wollen, und nicht tun zu können, was du brauchst? Übe zu hören, was dein Körper dazu sagt.
    • Warum sagst du deinem Neurologen nicht genau so, dass es dir zu viel ist? Nur du kannst begründen, warum du dich nicht in der Lage siehst, im Moment zu arbeiten. Eine andere Möglichkeit wäre der Einstieg zurück in den Beruf im Hamburger Modell. Da könntest du mit 2h täglich beginnen und dann wird stufenweise erhöht. Das kann bis 6 Monate gemacht werden. Dadurch wäre noch besser begründbar, warum du am Ende vielleicht keine volle Erwerbstätigkeit ausführen kannst und evtl Teilerwerbsminderung oder Erwerbsminderungsrente in Betracht kommt.
    • Ich werde es ihm sagen , das habe ich mir vorgenommen. Ich habe 8 Monate gebraucht um mich vom Burnout zu erholen um gesund zu werden. Die Umstände aber, mein Autismus ist aber doch geblieben . Der ganz "normale " Alltag überfordert mich oft schon.
      Sowie heute, ein Freund war bei uns um neuen Boden zu verlegen. Nicht schlimm eigentlich, eher schön, oder?
      Ich bin fix und fertig und erschöpft jetzt und habe mich in den Garten zurück gezogen um Ruhe zu kriegen.
    • @Elementarteilchen Was du da beschreibst, ist bei mir auch bis heute so. Ich muss deshalb genau planen, wie viel davon und wann ich solche Aktionen unterbringe, damit ich dazwischen immer genügend Zeit zum Regenerieren habe. Die "Toleranzkapazität" für Derartiges ist jetzt auch über viele Monate konstant auf ziemlich niedrigem Niveau :? Die Hoffnung, dass das besser werden könnte, schwindet. "Besser" (scheinbar...) war es früher ja nur, weil ich von klein auf drauf gedrillt war, meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse komplett zu unterdrücken und mich anzupassen. Das hat dann eben zu drastischer Überlastung geführt und ist eben daher kein Option mehr (so viel Energie habe ich auch noch immer nicht wieder, um das auch nur in Erwägung zu ziehen). Es stellte sich bei mir ganz schnell gar nicht mehr die Frage, ob in absehbarer Zeit eine Rückkehr in welchen Beruf auch immer anzudenken ist, sowohl (private) Rentenversicherung als auch Berufsunfähigkeitsversicherung haben sehr schnell aufgrund der ärztlichen Unterlagen eine Berufsunfähigkeit anerkannt. Nach dem ersten Frust übers "Abstellgleis" geht es mir heute die allermeiste Zeit endlich erstmals im Leben so, dass ich auf die Frage danach einfach sagen kann "Gut!"
      Ich wünsche dir alles Gute!
    • Ich laboriere jetzt auch schon seit 4 Jahren an meinen letzten Zusammenbruch.

      Eindeutig geholfen hat:

      1. am Anfang meiden von irgenwelchen Reizen (schlafen, graue Wand angucken und warten) - war bei mir 2 Monate
      2. prüfen, welche Sinne dann normal sensitiv sind und welche Reize extrem anstrengend sind und entsprechend Hilfsmittel (Brille, Ohrenstöpsel, Schuhe, angenehmere Anziehsachen) besorgen
      3. ausprobieren, wieviel Schlaf man selber braucht (8 Stunden waren für mich zuwenig - ich tendiere zu 11-12 Stunden)
      4. austesten, welche Entspannungsübungen die beste für einen ist (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, asiatische Techniken, NAIKAN kann man für sich selber austesten) und das bei Bedarf auch machen

      Ich bin immerhin soweit, daß mein Nervenkostüm wieder belastbarerer ist.

      Freundliche Grüße

      infla
    • Vielen Dank und ebenso freundliche Grüße zurück!
      Einige von den oben genannten Punkten habe ich schon seit einiger Zeit umgesetzt. Zum Beispiel sorge ich konsequent für Ruhezeit für mich in der ich allein bin, mache nicht mehrere Termine an einem Tag, meide Ansammlungen von Menschen, reagiere einfach nicht mehr auf alles, pflege meine Interessen und
      ich habe immer Ohropax parat und ein paar Dinge zum Spielen die mich beruhigen.
      Ich versuche zumindest dazu zu stehen dass ich sehr empfindlich bin , ob es andere seltsam finden ist mir glaub ich egal. :)
    • Ja :) , zum Beispiel kommt es vor dass Menschen etwas zu mir sagen worauf ich nicht weiß was ich sagen soll , ich war dann oft unsicher und sagte irgendwas und kam mir hinterher total doof vor , besonders wenn ich dann was von mir erzählte was ich eigentlich nicht wollte. Nun traue ich mich dann einfach nichts zu sagen oder nur "hm" , ",aha," oder "soso". Das funktioniert für mich und mir geht's besser . Weiterhin versuche ich nicht auf jeden Impuls zu reagieren der von Außen kommt. Ich muss nicht ans Telefon gehen wenn ich nicht reden möchte oder auf WhatsApp Nachrichten antworten, ich mache das wenn ich Zeit habe.
      Ich muss an nichts teilnehmen nur weil ich eingeladen bin und ich gehe nach Hause wann ich möchte.
      Ich weiß nicht ob das die richtigen Beispiele für dich waren. Wenn nicht sag Bescheid.
      Liebe Grüße :)