Welche Freiheiten gibt man durch Betreutes wohnen auf?

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    • Welche Freiheiten gibt man durch Betreutes wohnen auf?

      Hallo,

      ich hoffe das ist der richtige Bereich ich bin mir nicht so ganz sicher wo die Frage hin gehört. Ich wohne in einer stark betreuten WG (Tags jemand da, Nachts rufbereitschaft, gemeinsames Kochen und sowas) mit offiziell 15 Stunden Betreuung pro Woche.

      Meine Psychotherapeutin hat in der letzten Sitzung etwas gesagt was mich seit dem stark nachdenklich macht, und zwar ich würde durch die Wohnform viele Freiheiten aufgeben. Ich sehe aber nicht die Freiheiten die ich aufgebe, ich bekomm Hilfe ja, aber ich bin hier ja freiwillig und hab mir das so "ausgesucht"(naja nicht wirklich aber seis drum). Mag mir jemand auf die Sprünge helfen welche Freiheiten ich aufgebe mit der Wohnform?

      Mit freundlichen Grüßen
      Lea
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Mir passiert es häufig, das gemachte Kommentare von Personen (Therapeuten und auch anderen Menschen) erst viel später ein"rattern" (heißt grübeln, nachsinnen, Fragen etc) auslösen.....

      über Deine Frage müsste ich erst mal nachdenken.... aber....

      Lea wrote:

      Meine Psychotherapeutin hat in der letzten Sitzung etwas gesagt was mich seit dem stark nachdenklich macht, und zwar ich würde durch die Wohnform viele Freiheiten aufgeben
      wenn Deine Therapeutin das so sagt, dann hat sie bestimmt Vorstellungen und dann wäre es geschickt sie zu fragen, was sie damit meint.
      Meine Therapeutin möchte mit gemachten Kommentaren oft, das ich erst mal selber darüber nachdenke bevor ich google, sie oder jemanden anderen Frage, manchmal gibt sie mir aber auch Hilfestellung und machmal beantwortet sie mir meine Rückfrage auch einfach....

      Jetzt habe ich ein wenig über Deine Frage nachgedacht und mir fällt spontan ein:
      Die Freiheit der Autonomie, der Selbstbestimmung, der Selbstständigkeit, also die Freiheit des Selbst.....

      Ich bin mir sicher das es da noch viele Interpretaionsmöglichkeiten, Ideen von anderen gibt...

      Achja, es ist vollkommen okay in so einer Wohngruppe zu sein! (Kommentar der Therapeutin hin oder her)

      The post was edited 1 time, last by Wolke(n) am Himmel ().

    • Vielleicht weil es in Wohngruppen Regeln gibt, wie z.B. gemeinsame Essenszeiten oder so?

      Oder dass man Leute darüber in Kenntnis setzen muss, wenn man das Haus verlässt (sich abmelden) und Bescheid geben, wann man zurückkommt usw.

      Oder dass man einfach Rücksicht auf die anderen nehmen muss und nicht jederzeit tun kann, was man will? (kann man aber schon in einem Mehrfamilienhaus auch nicht)

      Muss man halt abwägen, alles hat Vor- und Nachteile.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hallo,

      @Wolke(n) am Himmel

      Ich hab über die Frage schon länger nachgedacht, etwa 2 Wochen, die Therapeutin wollte definitiv dass ich selbst drauf komme was sie meint. Das Problem ist dass ich wahrscheinlich zu sehr in meinem goldenen Käfig stecke um die Stäbe sehen zu können.

      @Shenya

      Ja Regeln gibts, aber die gibts doch immer wenn Menschen zusammen wohnen? Also auch in einer normalen WG oder in einer Wohnung in einem Haus in dem andere Familien wohnen? Sind diese Regeln aufgegebene Freiheiten? Ich mein klar ich sage immer wo ich hin gehe und wann ich etwa zurück bin wenn ich weg gehe, aber das ist doch keine Einschränkung solang keiner ohne wichtigen Grund sagt "du bleibst jetzt hier" oder es eine verschlossene Tür gibt. Essen ist tatsächlich so ein Ding, ich würde lieber was anderes essen. Auf der anderen Seite schaffe ich es auch nicht mir was zu kochen wenn ich allein wohne, zumindest oft und dann esse ich was ungesundes. Ich glaube echt ich bin nicht in der Lage die Stäbe zu sehen oder eher sie als schlimm zu empfinden.

      @Abendstern

      Das ist tatsächlich einer der Nachteile ich kann niemand einladen ohne dass derjenige mit meiner Bezugsbetreuerin spricht und sie schaut auch halbwegs oft bei mir rein auch wenn jemand da ist. Auch spontaner übernachtungsbesuch ist schwierig. Dates traue ich mich gar nicht, ich kann auf der einen Seite nicht weit weg auf der anderen kann auch niemand wirklich her kommen ohne direkt mit zu bekommen wie krank ich bin.

      Was mir allgemein damals beim überlegen noch eingefallen ist ist die Freiheit mein Zimmer einzurichten wie ich will statt die Vorgabe der Einrichtung zu übernehmen.

      Vielen Dank für die Antworten,
      Lea
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Ich denke du erkennst ganz gut die Vor und Nachteile deiner Wohnform. Ob man sich dadurch eingeschränkt fühlt hängt vom persönlichen Empfinden ab. Was deine Therapeutin als eingeschränkte Freiheit empfinden würde muss für dich nicht so sein. Vielleicht hast du durch die Wohnform sogar ein paar mehr Freiheiten gewonnen. Das alleine Wohnen wirkt sich bei mir darauf aus, was ich alles nicht tun kann ohne Hilfe kann ich dann nicht tun. Wenn ich bald hoffentlich betreutes Wohnen (ambulant) bekomme, dann gewinne ich hoffentlich einiges an Freiheit.
    • Den Gedanke von Mango hatte ich auch, es ist Ansichtssache. Was deine Therapeutin vielleicht als Einschränkung bezeichnen würde, kann für jemand anderen eine Entlastung sein. Wenn du nicht darauf kommst was sie meinen könnte, vielleicht empfindest du das gar nicht als Einschränkungen?

      Vielleicht kommst du weiter, indem du dich informierst was es bei einem betreuten Wohnen überhaupt für Vorgaben oder Regelungen, Pflichten, etc. gibt. Die Liste könntest du abarbeiten und Punkt für Punkt entscheiden, ob das für dich eine Einschränkung ist. Ich vermute, das kann vielleicht auch je nach Anbieter unterschiedlich sein, was für Vorschriften man hat.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.
    • @Seelenlos
      Die Frage ist nicht ob. Ich wohne seit etwa einem Jahr hier und werde hier auch nicht so schnell weg kommen (die Optionen die mir offen stehen sind alle schlechter).

      Sie bezog sich auf mein aktuelles Leben nicht auf eine geplante Veränderung.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Lea wrote:

      Was mir allgemein damals beim überlegen noch eingefallen ist ist die Freiheit mein Zimmer einzurichten wie ich will statt die Vorgabe der Einrichtung zu übernehmen.
      Geht das bei Euch nicht? Gerade in den betreuten WGs haben die in meiner Gegend alle ihre eigenen Möbel.
      Selbst im Wohnheim dürfen sie eigene Möbel mitbringen. Dann kommt die vorhandene Einrichtung halt in den Keller.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • @Ginome
      Das geht bei uns tatsächlich nicht, die Einrichtung wird von der Einrichtungsleitung vorgegeben und gestellt. Auch wenn auf Individuelle Wünsche geachtet wird, bei mir konnte z.B. das Bett nicht in eine andere Ecke des Raumes gestellt werden, obwohl ich das sehr gerne gewollt hätte.
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    • Lea wrote:


      Auch wenn auf Individuelle Wünsche geachtet wird, bei mir konnte z.B. das Bett nicht in eine andere Ecke des Raumes gestellt werden, obwohl ich das sehr gerne gewollt hätte.
      Achduscheiße... warum denn das nicht?
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Weil an der Wand eine Holzplatte ist wo das bett stehen soll(wohl um die Wand zu schützen) und man die nicht für mich verlegen wollte.
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    • Lea wrote:

      Ja Regeln gibts, aber die gibts doch immer wenn Menschen zusammen wohnen?
      Ja, aber die Regeln bei dir werden von anderen Personen gemacht so wie es ja oft ist, wenn man noch bei den Eltern wohnt, vor allem, wenn man unter 18 ist. Wenn ich in einer WG lebe oder mit dem Partner zusammen, werden die Regeln - hoffentlich - gemeinsam diskutiert.

      Lea wrote:

      Ich mein klar ich sage immer wo ich hin gehe und wann ich etwa zurück bin wenn ich weg gehe, aber das ist doch keine Einschränkung solang keiner ohne wichtigen Grund sagt "du bleibst jetzt hier" oder es eine verschlossene Tür gibt
      Das ist doch schon eine große Einschränkung. Vor allem, da du noch angeben musst, wann du wiederkommst.

      Wenn es für dich ok ist, finde ich es gut, dass du dort wohnst. Allerdings würde ich eine Krise bekommen.
    • Hast du darüber nachgedacht, eine Liste zu machen mit den Einschränkungen und Dingen, die du als Unterstützung empfindest? Wo macht welche Einschränkung für dich vielleicht sogar Sinn, bzw hat einen guten Effekt? An welchen Punkten wirst du so unterstützt, wie du es dir bei einem Wohnen außerhalb solch einer Einrichtung als zu herausfordernd für dich vorstellst?

      DASS es Einschränkungen gibt, ist ein kausaler Fakt. Aber du wirst ja einen Nutzen darin haben, deshalb gehören diese beiden Pole immer wieder gegeneinander aufgewogen, um zu überprüfen, ob der Nutzen noch die Einschränkung rechtfertigt.

      Habt ihr Bezugsgespräche mit euren Betreuern?
    • Wir haben Bezugsgespräche, ich hab derzeit einen Bezugspraktikanten und eine Bezugsbetreuerin... aber da kann ich sowas wie diese Überlegung nicht ansprechen da das dann ganz schnell in ein "Fühlst du dich hier nicht wohl" endet.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Lea wrote:

      Das ist tatsächlich einer der Nachteile ich kann niemand einladen ohne dass derjenige mit meiner Bezugsbetreuerin spricht und sie schaut auch halbwegs oft bei mir rein auch wenn jemand da ist. Auch spontaner übernachtungsbesuch ist schwierig. Dates traue ich mich gar nicht, ich kann auf der einen Seite nicht weit weg auf der anderen kann auch niemand wirklich her kommen ohne direkt mit zu bekommen wie krank ich bin.

      Was mir allgemein damals beim überlegen noch eingefallen ist ist die Freiheit mein Zimmer einzurichten wie ich will statt die Vorgabe der Einrichtung zu übernehmen.
      Wusstest du denn vor der Entscheidung für betreutes Wohnen, dass du keinen spontanen Besuch empfangen kannst?
      Meiner Ansicht nach, ist dadurch dein Recht auf Selbstbestimmung und Privatshäre stark eingeschränkt. Es sei denn, du hast dich bewusst dafür entschieden und fühlst dich wohl damit.
      Es gibt ja auch die Möglichkeit in der eigenen Wohnung zu wohnen mit Unterstützung durch Assistenzkräfte und du entscheidest selber, wann sie kommen und wie sie dich unterstützen.
    • Lea wrote:

      Wir haben Bezugsgespräche, ich hab derzeit einen Bezugspraktikanten und eine Bezugsbetreuerin... aber da kann ich sowas wie diese Überlegung nicht ansprechen da das dann ganz schnell in ein "Fühlst du dich hier nicht wohl" endet.
      Das könnte einer der Gründe sein, warum deine Therapeutin es angesprochen hat, dass du zu viele Rechte aufgibst. Meiner Ansicht nach wirst du da unverhältnismäßig unter Druck gesetzt. Du musst dich wohl fühlen und es ist deine Entscheidung wo und wie du lebst.