Autist und Jobs mit Studienabschluss

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    • HCS wrote:

      Da es dort auch auf angeben, netzwerken und v.a. auf verkaufen ankommt, ohnehin für Aspies eher ungeeignet.
      Da hast du den Nagel auf dem Kopf getroffen. Wenn man ein Geisteswissenschaftler mit gutem Abschluss ist, aber Aspie ist, dann hat man es auch sonst schwer, sich zu verkaufen. Das ist eines der Gründe, weswegen ich ein Zweitstudium statt eine Promotion begonnen habe. Mein Prof. hat mir das zwar angeboten, aber das hätte mir nicht weitergeholfen.

      HCS wrote:

      Da sollte man sich allerdings fragen, ob ein Arbeitgeber, der lieber Mittelmaß als etwas Ungewohntes nimmt, der Richtige ist.
      Das solltest du den klugen Köpfen der Personaler sagen! Es gab auch zu meiner Zeit Studenten, die trotz 1,0 Abschluss nichts gefunden haben. Hab mal von Studenten gehört, dass sie ein Tag nach Abgabe der Magisterarbeit zum Jobcenter gerannt sind, um sich arbeitslos zu melden, obwohl sie ihr Studium mit 1,0 abgeschlossen haben. Wenn man dann noch in "schlechten"Regionen wohnt, hat man es noch einmal schwerer als Studenten, die in "guten" Regionen wohnen.

      HCS wrote:

      Wer trotz merkwürdigen Faches genommen wird, wird eben i.d.R. nicht "nur Sachbearbeiter", sondern da kommt noch mehr
      Das möchte ich gar nicht bezweifeln. Nur wird so ein jemand erst gar nicht zum Gespräch eingeladen. Das ist das Problem.
      Wenn man dann noch Aspie obendrein ist, dann ist Feierabend.

      Ich hab halt immer gedacht, dass jemand mit abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung Sachbearbeiter wird. Wenn jemand studiert, dann sollte der Logik nach mehr kommen. Natürlich hängt es immer von den Aufgaben ab, die man als Sachbearbeiter macht. Ein Absolvent macht als Sachbearbeiter bestimmt andere Aufgaben als ein jemand mit abgeschlossener Lehre.
      Dann gibt es immer noch die Leute, die so wie du, sich durchzusetzen können und weit kommen. Das kann aber leider nicht jeder. Bist du sicher, dass du Aspie bist? Alles spricht dagegen.

      Ich habe mal mir sagen lassen, dass Menschen mit den krassesten Lebensläufen häufig in den oberen Etagen landen. Da ist keiner drin, der straight sein Studium durchgezogen hat.

      The post was edited 1 time, last by Oekonan ().

    • Oekonan wrote:

      Ich habe mal mir sagen lassen, dass Menschen mit den krassesten Lebensläufen häufig in den oberen Etagen landen. Da ist keiner drin, der straight sein Studium durchgezogen hat.
      Da oben brauchts eben Leute, die nicht das 0815-Programm abspulen, sondern die unter schlechten Bedingungen trotzdem das Optimum erreichen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Oekonan wrote:

      Bist du sicher, dass du Aspie bist? Alles spricht dagegen.
      Das ist jetzt aber sehr gewagt, meine Diagnose anzuzweifeln, weil ich beruflich nicht gescheitert bin. Und die Behauptung "alles" spräche gegen AS, ist völlig daneben - AS ist etwas mehr als die Frage, ob man es schafft, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
    • HCS wrote:

      Das ist jetzt aber sehr gewagt, meine Diagnose anzuzweifeln, weil ich beruflich nicht gescheitert bin. Und die Behauptung "alles" spräche gegen AS, ist völlig daneben - AS ist etwas mehr als die Frage, ob man es schafft, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
      Ja, das war von mir vielleicht zu aggressiv formuliert.
      Nur ist das so aufgrund dessen, was man auch im Internet hört, dass ein großer Anteil an Autisten entweder arbeitslos ist oder unter ihrem Niveau arbeiten. Ob das stimmt, weiss ich natürlich nicht. Klar, ist mir bewusst, dass man trotz Autismusdiagnose beruflich alles schön auf die Reihe bekommt (Einstein usw), aber alles andere eben nicht optimal läuft.
      Dann bist du halt ein Autist mit besonderen Talenten.
    • Talent ist sicher wichtig, aber ich glaube, es gibt noch einige weitere Faktoren. Etwa, ob man ein unterstützendes Netzwerk hat, das einen auch in schwierigen Zeiten hält und aufbaut. Ob und inwiefern die eigenen Interessen, Stärken und Talente einen Marktwert in der Arbeitswelt haben - Talente können sich ja sehr unterschiedlich äußern. Auch, ob die Talente in Bereichen liegen, mit denen man in einigermaßen autismuskompatiblen "Nischen" landen kann, oder in Bereichen, wo ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten erwartet und vorausgesetzt werden. Wie die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt ist. Es gibt Zeiten, da sind die Chancen für Quereinsteiger und Menschen mit unkonventionellen Werdegängen recht gut, zu anderen Zeiten ist das wesentlich schwieriger. Ob man an entscheidenden Wendepunkten Menschen hat, die an einen glauben und die richtigen Dinge in in die Wege leiten. Wichtig sind auch Charaktereigenschaften, die nicht unbedingt mit dem Talent selbst zusammenhängen, wie etwa Willensstärke, Resilienz, Optimismus und eine nicht zu niedrige Frustrationsschwelle. Aus wiederholtem Scheitern können sich schnell Eigendynamiken entwickeln. Nicht zuletzt spielen auch Glück und Zufall eine wichtige Rolle.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Oekonan wrote:

      dass ein großer Anteil an Autisten ..... unter ihrem Niveau arbeiten
      Woher weißt Du, dass ich nicht unter meinem fachlichen Niveau arbeite? Das ist nämlich durchaus der Fall, denn ich bin nicht akademischer Rat oder ähnlich festangestellt, geschweige denn Prof., sondern kämpfe mich mit befristeten Projekten durch - wissenschaftlich etabliert zu sein und wirtschaftlich im langjährigen Mittel einigermaßen gut durchzukommen ist nicht das, was andere mit gleichen fachlichen Fähigkeiten erreichen. Und das ist durchaus die Folge meines AS, denn nicht nur fehlt mir das ausreichende Netzwerk, sondern auch die Fähigkeit, dauerhaft einen Haufen überwiegend mäßig begabter oder interessierter Studenten zu ertragen - ich funktioniere nur, solange ich in Zahlen wühlen kann. Das ist meine Nische, und in die habe ich reingefunden, damals bei der Bank wie jetzt wieder in der Forschung. Da gibt es hier im Forum User, die besser dastehen. Und wenn Du Dein Ziel WP erreichen solltest wirst auch Du - vorausgesetzt Du hältst bis zur Rente durch - jedenfalls wirtschaftlich deutlich besser abgesichert sein als ich.

      Du solltest deutlich vorsichtiger werden, was Deine Beurteilung der Diagnosen anderer User angeht - wirf vielleicht doch noch mal einen Blick in die Forenregeln.
    • Ich bin etwas verwirrt, ganz ehrlich. Erst schreibst du:

      HCS wrote:

      Jetzt bin ich mein eigener Projektleiter, mit Budgetverantwortung (nicht sehr groß, aber immerhin) aber ohne Mitarbeiter, das ist fein
      Du arbeitest aber im Moment in der Forschung. Das klang für mich schon so, dass du da hingegangen bist wegen fehlender Perspektive bei den Banken.

      Dann aber:

      HCS wrote:

      Woher weißt Du, dass ich nicht unter meinem fachlichen Niveau arbeite? Das ist nämlich durchaus der Fall
      Ich weiss es nicht. Deine früheren Posts haben sich nicht danach angehört. Deine Ausdrucksweise schien ziemlich abgehoben. Du arbeitest nicht als akademischer Rat und/oder bist Prof. geworden, weil du nach dem Studium nicht die wissenschaftliche Laufbahn durchlaufen hast. Deswegen sollte man sich im Leben entscheiden, ob man an der Uni bleibt oder doch in die Wirtschaftswelt eintaucht.

      HCS wrote:

      Wie man auch daran sieht, dass jemand mit einer fachfremden, aber wissenschaftlichen Ausbildung wie ich die meisten Diplomkaufleute in der Kreditausbildung sofort abgehängt hat
      Wenn du so gut bist und viel Selbstbewusstsein hast, dann hättest du bestimmt keine Schwierigkeiten woanders, etwas Besseres zu finden bzw. Karriere zu machen. Berufserfahrung hast du ausreichend. Dann würde ich nicht unter meinem fachlichen Niveau arbeiten.

      HCS wrote:

      Und wenn Du Dein Ziel WP erreichen solltest wirst auch Du - vorausgesetzt Du hältst bis zur Rente durch - jedenfalls wirtschaftlich deutlich besser abgesichert sein als ich.
      Richtig, das ist das womit ich mich auseinandergesetzt habe. Ich möchte einen Job mit einer langfristigen Perspektive. Ob ich da als Assistent auf Sacharbeiterebene arbeite, ist und war für mich nicht relevant gewesen. Nach dem Examen, was in dieser Branche üblich ist, bin ich dann kein Sachbearbeiter mehr. Sonst ist es für mich nicht schlimm, als Assistent für den Rest der Lebenszeit zu arbeiten, wenn mir eine WP die Chance dazu gibt. Nur tendiert diese Wahrscheinlichkeit gegen Null.

      HCS wrote:

      Du solltest deutlich vorsichtiger werden, was Deine Beurteilung der Diagnosen anderer User angeht - wirf vielleicht doch noch mal einen Blick in die Forenregeln.
      Was die Regeln in diesem Forum angeht, habe ich folgendes gefunden:

      MOD-TEAM wrote:

      3.1. Autisten und Nichtautisten akzeptieren:
      3.1.1. dass es Autisten und Nichtautisten gibt, die sich mit der Thematik noch nicht so lange auseinandersetzen.
      3.1.2. dass Autisten und Nichtautisten für Autisten vielleicht naiv klingende Fragen stellen oder merkwürdige Statements abgeben, da sie offenbar noch keinen richtigen Einblick in das Thema Autismus haben (Indiz dafür: Beitragszahlen < 20).
      3.1.3. dass Autisten und Nichtautisten eine durch die verzerrte Darstellung von Autismus in den Medien beeinflusste Meinung haben können. Dies ist von diesen in aller Regel keine böse Absicht. Im Zweifelsfall ist nachzufragen, wie die Aussage gemeint ist oder woher die Ansicht kommt.
      zu 3.1.1: Ja, richtig, ich habe meine Diagnose nicht so lange. Daher ist für mich das Thema Autismus Neuland.
      zu 3.1.3 Anstatt nachzufragen, wie ich bestimmte Dinge meinen könnte oder mich sachlich darauf hinzuweisen, dass dies oder jenes falsch ist, wirfst du mir Überheblichkeit vor in deinen früheren Posts. Rücksichtsnahme merke ich keine.
      Was deine Diagnose angeht:
      Ich habe dir die Diagnose weder gestellt noch abgesprochen. Deswegen habe ich die Frage gestellt. Ich habe nicht geschrieben, dass du sicher kein Autist bist.
      Genau, ich habe bisher nur das Wassen, was im Internet über das Thema kursiert. Das mag richtig oder falsch sein. Dann ist es in Ordnung, wenn man mich freundlich darauf hinweist, dass meine Meinung falsch ist.
      Jedenfalls, wie auch da steht, ich meine es nicht böse.

      The post was edited 2 times, last by Oekonan ().

    • MOD-TEAM wrote:

      2.7. Keinem Forumsmitglied steht es zu, anderen Forumsmitgliedern Diagnosen zu stellen oder abzusprechen

      Oekonan wrote:

      Ich habe dir die Diagnose weder gestellt noch abgesprochen. Deswegen habe ich die Frage gestellt. Ich habe nicht geschrieben, dass du sicher kein Autist bist
      Blödsinn:

      Oekonan wrote:

      Bist du sicher, dass du Aspie bist? Alles spricht dagegen.
      Lüg Dir ruhig weiter selbst in die Tasche, aber erwarte nicht, dass Dir solche semantischen Nebelkerzen abgenommen werden: "alles spricht dagegen" ist das Absprechen der Diagnose - ob Du da das Wort "sicher" drin hast, ist irrelevant.

      Nach Deinen Beiträgen habe ich allerdings den Eindruck, das WP schon zu Deiner Persönlichkeit passt. Den Fehler, diese Einstellung zugrunde zu legen

      Oekonan wrote:

      dann hättest du bestimmt keine Schwierigkeiten woanders, etwas Besseres zu finden bzw. Karriere zu machen.
      solltest Du allerdings nicht machen. Dabei vergisst Du nämlich den Faktor AS. Der bremst fast alle beim Thema Karriere aus. Bei der Bank war für mich Endstation, weil zu direkt in Sachfragen, und das hat nichts mit Fähigkeiten, aber viel mit AS zu tun, und mit mehr Karriere wäre zudem die Personalverantwortung größer, der fachliche Anteil kleiner geworden. Wenig überraschend, dass jemand, für den WP erstrebenswerter als Wissenschaft ist, von "etwas Besseres finden" schreibt - Forschung ist das, was ich am besten kann und was für mich (weil zugleich SI) am erfüllendsten ist. Eine Planstelle wäre nett, aber "etwas besseres" wäre sie nicht, nur sicherer. Ich habe das erreicht, was zu mir passt, und das heißt eben auch: zu meinen AS-bedingten Einschränkungen passt, und das liegt halt unter dem, was rein fachlich möglich gewesen wäre. Als Aspie muss man froh sein, seine Nische gefunden zu haben, so einfach.
      Das heißt "unter meinen Fähigkeiten bleiben", ob Du es verstehst oder nicht.
    • Oekonan wrote:

      Du arbeitest nicht als akademischer Rat und/oder bist Prof. geworden, weil du nach dem Studium nicht die wissenschaftliche Laufbahn durchlaufen hast. Deswegen sollte man sich im Leben entscheiden, ob man an der Uni bleibt oder doch in die Wirtschaftswelt eintaucht.
      Das mag größtenteils so sein, aber eigentlich wäre es meiner Ansicht nach wünschenswerter, wenn die Arbeitswelt in beide Richtungen durchlässiger wäre. Nicht nur für Erwerbstätige/ Menschen auf Jobsuche selbst. Auch insgesamt könnte es einerseits zu einem besseren Transfer innovativer Ideen von der Wissenschaft in die Wirtschaft und umgekehrt für konstruktive, frische Perspektiven in der Wissenschaft führen. Auch das wäre Diversität. Meinem Eindruck nach ist die Gesellschaft etwa im angloamerikanischen Raum auch deutlich flexibler. Dort gibt es mehr Menschen, die nach Tätigkeiten in der freien Wirtschaft an die Uni zurück kehren, die nach Selbständigkeit wieder angestellt arbeiten und dann vielleicht noch einmal promovieren oder noch einmal gründen usw. usf. In Deutschland ist das Denken da noch recht schubladisiert, es gibt auch noch relativ viele starre Altersgrenzen.

      Abgesehen davon haben viele Menschen gar nicht wirklich die Wahl, welchen Weg sie einschlagen. Darüber unterhielt ich mich auch mal mit jemandem, der ebenfalls im Ausland promoviert hatte und immer gefragt wurde, ob er in die Wirtschaft oder an der Uni bleiben, ins Heimatland zurück oder im Studienland bleiben wollte. Je nachdem, wie der Weg konkret verlaufen ist, hat man oft gar nicht überall Möglichkeiten und kann froh sein, wenn sich ein Weg eröffnet, der einigermaßen passt. Das trifft auf Menschen mit Einschränkungen/ Behinderungen umso mehr zu. Vielleicht sogar erst recht, wenn sie von diesen Einschränkungen noch gar nichts wissen, somit auch keine Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen und auch vor sich selbst die eigene Besonderheit vielleicht schlechter vertreten können.

      HCS wrote:

      Dabei vergisst Du nämlich den Faktor AS. Der bremst fast alle beim Thema Karriere aus.
      Das ist auch mein Eindruck, bei einem Großteil autistischer Menschen. Im Verhältnis zu Intelligenz, Bildungsabschlüssen und sonstigen Ressourcen kommt im Ergebnis oft viel weniger "heraus", als bei Menschen mit vergleichbarem Hintergrund zu erwarten gewesen wäre. Aus den unterschiedlichsten Gründen, aber insgesamt hat es schon mit ihrer Andersartigkeit und den daraus resultierenden Einschränkungen und sozialen Missverständnissen zu tun.

      HCS wrote:

      Ich habe das erreicht, was zu mir passt, und das heißt eben auch: zu meinen AS-bedingten Einschränkungen passt, und das liegt halt unter dem, was rein fachlich möglich gewesen wäre. Als Aspie muss man froh sein, seine Nische gefunden zu haben, so einfach.
      Da stimme ich zu und finde, dass das schon sehr viel ist. Eine "Nische" zu finden, wo man seine Fähigkeiten einsetzen kann, die man inhaltlich interessant findet und in der man auch menschlich gut klar kommt, das ist für autistische Menschen schon sehr, sehr viel. In vielen Fällen gelingt das nicht, von "Karriere" braucht man da gar nicht erst anzufangen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Zodd wrote:

      Das heißt aber nicht, dass ich kein autismus habe. Hier laufen einige Verdachtsautisten rum, bei den Wartezeiten auf Diagnosen ist das auch schwer zu vermeiden.
      streng genommen offtopic, aber so gut erläutert, dass ich dafür einen Daumen hoch geben muss :thumbup: und ein erfreutes Lächeln :nod: - zumal manche Diagnostiker die Wartezeiten nicht wert sind :evil:
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Leonora wrote:

      Meinem Eindruck nach ist die Gesellschaft etwa im angloamerikanischen Raum auch deutlich flexibler. Dort gibt es mehr Menschen, die nach Tätigkeiten in der freien Wirtschaft an die Uni zurück kehren, die nach Selbständigkeit wieder angestellt arbeiten und dann vielleicht noch einmal promovieren oder noch einmal gründen usw. usf. In Deutschland ist das Denken da noch recht schubladisiert, es gibt auch noch relativ viele starre Altersgrenzen.
      Das gibt es auch hierzulande. Wir hatten einen relativ jungen Prof, der direkt aus der Wirtschaft kam, anstatt dort weiter Karriere zu machen. Ebenso kenne ich Leute, die nach einer Selbständigkeit lieber wieder Angestellte wurden.

      Dass es nicht sehr verbreitet ist, Professoren aus der Wirtschaft zu rekrutieren, liegt sicherlich daran, dass wir nur sehr wenige private Unis mit sündhaft teuren Studiengebühren haben, von denen sich dann natürlich auch gute Leute aus der Wirtschaft bezahlen lassen. Diese Zustände wünsche ich mir hierzulande auf keinen Fall. Bildung muss bezahlbar bleiben.

      Ich erlebe in meinem Umfeld zudem sehr viele Leute, die beruglich überhaupt nicht das machen, was sie mal studiert haben - mich eingeschlossen.
      Es zählt, was man kann und nicht, was man vielleicht irgendwann mal gemacht hat oder wofür man irgendeinen Wisch vorweisen kann. So lange der Wisch frisch ist, zieht er noch. Aber nach spätestens 10 Jahren heißt es nur noch: hat was technisches studiert, egal was, nehmen wir - denn der Kandidat hat die letzten 5 Jahre genau das gearbeitet, was wir suchen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Das gibt es auch hierzulande. Wir hatten einen relativ jungen Prof, der direkt aus der Wirtschaft kam, anstatt dort weiter Karriere zu machen. Ebenso kenne ich Leute, die nach einer Selbständigkeit lieber wieder Angestellte wurden
      Das ist meistens der Fall, wenn die Profs. an FHs unterrichten. Da wird es gern gesehen, dass der Prof. selber viele Jahre in der Wirtschaft gearbeitet hat.

      Garfield wrote:

      Ich erlebe in meinem Umfeld zudem sehr viele Leute, die beruglich überhaupt nicht das machen, was sie mal studiert haben - mich eingeschlossen.
      Ja, da muss man eben flexibel sein.

      Garfield wrote:

      Es zählt, was man kann und nicht, was man vielleicht irgendwann mal gemacht hat oder wofür man irgendeinen Wisch vorweisen kann.
      Richtig. Es kommt nicht auf die Studienrichtung an, sondern was man im Job leisten kann. Wenn ein jemand ein guter Journalist sucht, dann solllte man vorweisen, dass man vielleicht schon in der Schule in der Schülerzeitung Artikeln veröffentlicht hat, dass man Praktika in dem Umfeld gemacht hat usw. Dann ist es wurscht, ob jemand Journalismus studiert hat.

      Garfield wrote:

      Aber nach spätestens 10 Jahren heißt es nur noch: hat was technisches studiert, egal was, nehmen wir - denn der Kandidat hat die letzten 5 Jahre genau das gearbeitet, was wir suchen.
      Deswegen sollte man schon ungefähr wissen, wie es beruflich weitergehen soll.
    • HCS wrote:

      Lüg Dir ruhig weiter selbst in die Tasche, aber erwarte nicht, dass Dir solche semantischen Nebelkerzen abgenommen werden: "alles spricht dagegen" ist das Absprechen der Diagnose - ob Du da das Wort "sicher" drin hast, ist irreleva
      Wenn das für dich so ein riesengroßes Problem ist, dann entschuldige ich mich dafür.
      Ich bin extra im letzten Post darauf eingegangen, dass ich gerade dabei bin, meine Erfahrungen mit dem Thema Autismus zu sammeln.
      Du wirfst mir vor, ich hätte gegen diese eine Regel verstoßen, aber dabei bin ich der Meinung, dass du gegen viele andere Regeln verstößt, die ich extra aufgeführt habe (siehe oben). Gut, dann habe ich mir die Forenregeln noch einmal anschauen können und werde in Zukunft deutlich vorsichtiger sein.

      MOD-TEAM wrote:

      2.2. Urteilen ja, nicht jedoch Verurteilen. Wertungen müssen sachlich sein. Nicht: "Was für ein Schwachsinn!" sondern: "Das sehe ich anders, weil...".
      und:

      HCS wrote:

      Blödsinn:

      Diesen Thread habe ich nicht eröffnet, um mich erniedrigen oder ärgern zu lassen, sondern um Erfahrungswerte zu sammeln, um zu schauen, wie es anderen Autisten im Job geht. Wenn du zum Thema was zu sagen hast, dann finde ich das gut. Dann kann ich nämlich meine Vorstellungen im Beruf und von Beruf mit Autismus korrigieren.

      HCS wrote:

      solltest Du allerdings nicht machen. Dabei vergisst Du nämlich den Faktor AS. Der bremst fast alle beim Thema Karriere aus. Bei der Bank war für mich Endstation, weil zu direkt in Sachfragen, und das hat nichts mit Fähigkeiten, aber viel mit AS zu tun,
      Richtig, dass ist es nämlich, was ich durch diesen Thread herausfinden wollte. Inwieweit ein jemand mit Autismus Probleme im Job hatte, die auf diese Diagnose zurückzuführen sind. In welchem Ausmaß kann diese Diagnose ein Problem werden? Wie löst man am besten dieses Probem bzw. wie geht man am besten damit um?

      HCS wrote:

      ob Du es verstehst oder nicht.
      Diese Aussage finde ich deshalb sehr deplatziert. Glaub mir, ich bin in der Lage sehr viele Dinge zu verstehen.

      Wenn du zu diesem Thread und anderen Threads deinen Senf dazugeben willst, ist alles in Ordnung, sofern die Kommunikation respektvoll verläuft. Respektiere bitte, dass Menschen andere Ansichten, andere Meinungen haben und vor allem über andere Erfahrungswerte verfügen.
      Gruß9

      The post was edited 1 time, last by Oekonan ().

    • Oekonan wrote:

      Wie lange habt ihr studiert?
      Regelstudienzeit 7 Semester, ich habe doppelt so lange gebraucht, weil ich gleichzeitig Kinder erzogen habe.

      Oekonan wrote:

      Habt ihr einen guten Studienabschluss oder eher mittelmäßigen Abschluss?
      Ich habe einen sehr guten Abschluss.

      Oekonan wrote:

      Hat jemand einen BWL-Hintergrund?
      Nein.

      Oekonan wrote:

      War es einfach einen Job zu finden?
      Ja. Ich habe überhaupt nicht gesucht, es gab genügend Angebote.

      Oekonan wrote:

      Seid ihr den Anforderungen im Job gewachsen?
      Fachlich ja, bezüglich der Belastung ist es von Anfang an schwierig gewesen und mit zunehmendem Alter noch schwieriger geworden.

      Oekonan wrote:

      Schafft jemand die 60 Stundenwoche?
      Käme mir nicht in den Sinn. Ich bin mit 30 Stunden eingestiegen, habe nach einem Bandscheibenvorfall/Burn Out zwei Jahre 20 Stunden gearbeitet, dann auf 25 Stunden und jetzt wieder auf 30 Stunden erhöht. Aber nicht, weil ich das so gut schaffe, sondern, weil ich noch etwas für meine Rente tun möchte, da ich jahrelang nicht besonders gut verdient habe. Und ein bisschen Geld an die Seite legen möchte für meinen Lebensabend, weil ich keine Lust habe, dann zwar endlich Ruhe zu haben, aber nicht die finanziellen Ressourcen um es mir ein bisschen nett zu machen. Leider habe ich nicht die Möglichkeit gesehen entsprechend meinen fachlichen Fähigkeiten und Qualifikationen aufzusteigen, weil Führungsaufgaben mich überfordern würden.

      Oekonan wrote:

      Hattet ihr Probleme im Job oder habt ihr alles schön managen können?
      Es hat vor allem mit Vorgesetzten häufiger mal Konflikte gegeben, weil ich früher nicht eingesehen habe, dass ich manchmal besser die Klappe halte, das habe ich aber inzwischen gelernt.

      Oekonan wrote:

      Habt ihr Therapien gemacht?
      Keine, die sich auf den Job bezogen hätten, und auch keine, die mich tatsächlich weitergebracht hätte.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d