Auswandern als Autist

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    • Auswandern als Autist

      Hallo Leute, ich bin neu hier und dachte ich poste hier mal.
      In anderen Foren habe ich eher negative Erfahrungen gemacht. Dort verstehen die anderen mich meist nicht und koennen sich nicht in mich und meine Denkweise hineinversetzen.
      Wurde da oft beleidigt und fertig gemacht weil andere meine Situation nicht so gut verstehen koennen.

      Ich bitte euch meine Geschichte durchzulesen und hoffe jemand kann mir etwas Rat geben.

      Also ich bin 24 und wurde damals als ich 12 war mit Atypischen Autismus diagnostiziert.
      War auf mehreren Schulen da die Lehrer meist nicht gut mit mir zurecht kamen und ich anders und nicht so schnell gelernt habe wie andere.
      Ist eine laengere Geschichte. Jedenfalls war ich eine zeitlang auch sehr deprimiert und psychisch am Ende und konnte 1 Jahr nicht zur Schule gehen.
      Als ich dann wieder in die Schule kam (Mit Integrationshelfer) hatte ich zu viel Schulstoff verpasst um den Abschluss zu schaffen. Und nach meinen 10 Schuljahren musste ich gehen. Ohne Abschluss.
      Dann kam ich in ein Berufsbildungswerk. Dort habe ich jedoch keine Eignung bekommen. Irgendwas war immer. Fuer den Garten und Landschaftsbau war ich nicht stark genug um die Steine zu schleppen.
      Fuer den IT Bereich war ich in Mathe zu schlecht. In der Kueche war ich zu langsam usw.

      Musste also auch dort wieder gehen. Ohne Erfolg.
      Habe auch schon ein paar 450 Euro Jobs versucht. Dort wurde ich auch immer wieder rausgeschmissen.
      Im Supermarkt beim Regale einraeumen war ich auch angeblich viel zu langsam und haette keine Struktur.
      Als ich dann erzaehle dass ich Autismus habe wurde nur negativ reagiert und es wurden mir Dinge gesagt wie "Du kannst nach Feierabend Autist sein, aber nicht solange du hier arbeitest. Du bist fuer den Arbeitsmarkt unbrauchbar"

      Das einzige was ich sehr gut kann ist Englisch. Ich habe es mir selber beigebracht. In den USA hat man oft gedacht ich waere ein Muttersprachler da man bei mir keinen Akzent raushoert. Wieso weiss ich selber nicht.
      Jedenfalls habe ich meine letzte Freundin im Internet kennengelernt. Sie wohnte in den USA und hatte auch Autismus (Asperger-Syndrom). Wir haben oft telefoniert und dann kam sie ein paar Monate nach Deutschland.
      Danach bin ich mit ihr in die USA um ihre Familie kennenzulernen. Wir haben dann irgendwann geheiratet, weil es der einzige weg war zusammenzuleben.
      Habe dann auch eine Greencard beantragt. Doch dann ging es wieder berg ab. Sie war zwar schon immer etwas anstregend, aber niemand ist perfekt und ich habe sie so akzeptiert wie sie war. Ich bin ja auch nicht perfekt.
      Jedenfalls fing sie an mich staendig fuer alles zu beschuldigen. Wenn der Bus verspaetung hatte oder der Burger bei McDonalds nicht so kam wie sie ihn haben wollte.
      Sie erpresste mich hinterher sogar und meinte immer wenn ich nicht tue was sie sagt, dann wuerde sie dafuer sorgen dass ich deportiert werde aus Amerika.
      Das wollte ich natuerlich auch nicht. Denn ich habe mich in Amerika sehr wohl gefuehlt. Die Menschen waren total nett und offen. Sowas kannte ich aus Deutschland nicht.
      Ausserdem war ich nicht so ueberfuellt. Ich habe mich wie zuhause gefuehlt. Ich wollte auf keinen Fall zurueck. Ich wollte mit ihr in Amerika bleiben.
      Doch es ging so weit, dass sie mich aus der Wohnung aussperrte die ich ueber AirBnb gebucht und von meinem Ersparten gezahlt habe. Sie wollte mich damit bestrafen weil ich zb zu muede war um ihr essen zu kochen.

      Ich bin dann freiwillig zurueck nach Deutschland zu meiner Mutter gegangen. Weil es mit ihr einfach nicht klappte. Das war sehr hart fuer mich.

      Das ganze ist jetzt eine "kurze" zusammenfassung. Ich koennte noch viel mehr schreiben.

      Jedenfalls mochte ich Deutschland noch nie. Ich wollte schon seit ich Kind war immer auswandern. Und Amerika war immer mein Lieblingsland. Die Leute sind dort ganz anders, die Kultur und die Lebensweise.
      Besonders mag ich Arizona. Dort wird es im Sommer manchmal bis zu 50 Grad heiss. Und das Wochenlang. Mir hat das echt gefallen.
      Ich mag alles was mit Natur zutun hat. Vorallem Wandern finde ich klasse. Ich bin mal in der Wueste ueber 5 Stunden an einem Stueck gewandert.
      Auch hier in Deutschland laufe ich oft taeglich anstatt den Bus zu nehmen.

      Mein Problem zurzeit ist, dass ich nicht weiss wie es weitergehen soll. Ich war bei so vielen Stellen wie Arbeitsamt, Jobcenter usw.
      Und alle meinen die koennen mir nichts mehr anbieten. Ich habe kein Schulabschluss und garnichts.

      Ich moechte am liebsten einfach nur noch raus aus Deutschland. Ich kann kaum noch einkaufen gehen ohne dass es mir zu viel wird. Diese ganzen vollen Laeden sind nichts fuer mich.
      Ueberall sind Menschen und laute Geraeusche.

      Vor kurzem kam ich auf Norwegen. Auch wenn es dort etwas kaelter ist wuerde ich mich glaube ich auch dort wohlfuehlen.
      Hauptsache viel Natur, weniger Menschen und Ruhe.

      In anderen Foren wurde mir auch gesagt, dass auswandern nichts bringt und man die Probleme ja mitnimmt ins Ausland. Das verstehe ich schon. Ich werde auch in Norwegen noch Autist sein, aber es gibt nichts was ich mehr will als endlich auszuwandern.
      Und nicht mehr zurueck nach Deutschland muessen. Ich weiss nicht ob es noch eine moeglichkeit gibt einen Schluabschluss nachzumachen, aber falls ja, dann wuerde ich das alles machen wenn ich im Ausland bin.
      Ich war frueher auch in einigen Therapien und wollte irgendwann nicht mehr. Ich wuerde es jedoch wieder versuchen wenn ich dafuer ins Ausland koennte.

      Ich habe zb mehr Selbstbewusstsein wenn ich Englisch spreche. Weil es mich nicht an meine Vergangenheit errinert wo ich gezwungen wurde zu sprechen.
      Es ist so als haette ich in Englisch eine andere Persoenlichkeit. Ich traue mich in den USA auf Menschen zuzugehen und was zu fragen.
      In Deutschland wuerde ich mich das nie trauen.

      Ich weiss dass auswandern in die USA nicht einfach ist. Da gibts so strenge Regeln. Selbst als ich verheiratet war. Man brauchte einen Sponsor und all sowas.
      Innerhalb der EU auswandern ist einfacher. Und das einzig englischsprachige EU Land ist zurzeit nur noch Irland. Daran habe ich auch schon gedacht.
      Ich spreche ja fliessend Englisch und das waere ein Vorteil. Norwegisch muesste ich lernen, aber wuerde ich tun wenn ich wuesste ich kann dort irgendwie wohnen.

      Ich wuerde lieber 10 Jahre im Ausland leben und dann sterben anstatt noch 50 Jahre weiterhin in Deutschland zu leben.
      Das waere es mir wert. Ich weiss wie dumm ich mich anhoere. Genau desswegen wurde ich in anderen Foren beleidigt. Mir wurde gesagt ich soll erstmal in Deutschland was auf die Beine stellen und dann ans auswandern denken.
      Das mag vielleicht richtig klingen, aber ich habe bereits so viel versucht und ich waere psychisch viel freier und gluecklicher wenn ich nicht mehr in Deutschland wohnen wuerde. Es mag schwer nachvollziehbar zu sein fuer andere.
      Aber jedes mal wenn ich im Ausland bin fuehle ich mich besser und ich traue mir viel mehr zu. In meinem Fall glaube ich schon, dass auswandern genau das richtige fuer mich waere.

      Ich wuenschte mir nur jemand wuerde das verstehen. Weil wirklich jeder versucht mir das auswandern schlecht zu reden und zu erklaeren warum es nicht klappen kann usw.

      Vor 3 Jahren bin ich ganz alleine das erste mal in die USA geflogen. Ich habe mir dort ein Ferienhaus gemietet und habe dort 10 Wochen alleine gelebt.
      Es hat alles gut geklappt und es war die beste Zeit meines ganzen Lebens.

      So, tut mir leid fuer den langen Text. Ich hoffe hier kann mich jemand zumindest ein bisschen verstehen.
      Vielleicht hat ja jemand ein paar Ideen wie ich am schnellsten auswandern koennte. Vielleicht irgendein Programm oder Schule fuer Autisten im Ausland.
      Oder Firmen im Ausland die jemanden mit Autismus eine Chance geben.
    • Tintenfisch wrote:

      Als ich dann erzaehle dass ich Autismus habe wurde nur negativ reagiert und es wurden mir Dinge gesagt wie "Du kannst nach Feierabend Autist sein, aber nicht solange du hier arbeitest. Du bist fuer den Arbeitsmarkt unbrauchbar"
      Also ich kann vielleicht nichts aus Erfahrungen zum Thema Auswandern beitragen, aber nachdem was du in deinem Text geschrieben hast und was du schon alles organisiert hast entspricht dies keinesfalls dieser Aussage. Meist ist ja das Problem, dass Autisten schnell auf das berufliche Abstellgleis geschoben werden (RW) weil entweder das Amt oder der Arbeitgeber überfordert ist, sich überhaupt nicht mit dir beschäftigen wollen oder wie in diesem Falle einfach nur den Profit und nicht die Mitarbeiter im Sinn hat. Bei solchen Arbeitgebern hätten sicherlich auch NTs Probleme. Außerdem könntest du bei solchen Aussagen gegen den Arbeitgeber juristisch vorgehen, da diese Aussage diskriminierend und vorallem gegen das Teilhabegesetz verstößt. Ob das nun sinnvoll ist, viel Energie und Zeit zu investieren ist wohl fraglich, aber ich wollte damit zum Ausdruck bringen das nicht du sondern dein Umfeld für diese spezifischen Probleme verantwortlich ist. Deutschland ist, was Inklusion angeht, noch in der Steinzeit. Da mögen die Prenzlauer Berg Juppies in ihrer grünen Blase (RW) was anderes erzählen wenn sie denken ein Kind mit Downsyndrom pro Schule ist Inklusion (aber bitte nicht in der Klasse des eigenen Kindes).

      Tintenfisch wrote:

      Mein Problem zurzeit ist, dass ich nicht weiss wie es weitergehen soll. Ich war bei so vielen Stellen wie Arbeitsamt, Jobcenter usw.
      Und alle meinen die koennen mir nichts mehr anbieten. Ich habe kein Schulabschluss und garnichts.
      Ohne deinen Hintergründe wie Finanzen, Belastbarkeit etc. zu kennen steht dir nach Teilhabegesetz mehr als die Grundsicherung durch das Sozialamt zu. Das reicht zum Nachholen zumindest des Hauptschulabschlusses über die geförderte Ausbildung mit oder ohne Integrationshelfer (auch mit 24+) bishin zur Beschäftigung in einer Behindertenwerkstatt. Je nach dem wo dein Potential liegt. Du solltest dich mal mit Fachleuten unterhalten, AWO oder Rotes Kreuz bieten auch solche Beratungen an. Ich habe mir mittlerweile einen Anwalt genommen.

      Tintenfisch wrote:

      .Ich wuerde lieber 10 Jahre im Ausland leben und dann sterben anstatt noch 50 Jahre weiterhin in Deutschland zu leben.
      Das waere es mir wert. Ich weiss wie dumm ich mich anhoere. Genau desswegen wurde ich in anderen Foren beleidigt. Mir wurde gesagt ich soll erstmal in Deutschland was auf die Beine stellen und dann ans auswandern denken.
      Das mag vielleicht richtig klingen, aber ich habe bereits so viel versucht und ich waere psychisch viel freier und gluecklicher wenn ich nicht mehr in Deutschland wohnen wuerde. Es mag schwer nachvollziehbar zu sein fuer andere.
      Aber jedes mal wenn ich im Ausland bin fuehle ich mich besser und ich traue mir viel mehr zu. In meinem Fall glaube ich schon, dass auswandern genau das richtige fuer mich waere.
      Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit erstmal in eine Grenzregion zu ziehen. In Dänemark (ähnlich wie Norwegen) wird Autismus bei Arbeitgebern auch anders behandelt als in Deutschland. Du kannst damit die oben genannten Förderungen in Anspruch nehmen, hast eine Sicherheitsleine (RW) falls es schief geht und kannst gleichzeitig für dein Bedürfnis nach einem anderen Kulturkreis (Selbstbewusstsein aufbauen) durch das tägliche Pendeln zur Arbeit nachkommen. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern ist es keine Seltenheit dass Menschen zwei Stunden und mehr im Auto sitzen um zur Arbeit und zurück zu fahren. Nach der europäischen Freizügigkeit ist es ja auch mittlerweile normal in ein anderes Land zum Arbeiten zu fahren.

      Auf jeden Fall solltest du dich dazu, auch wegen gesetzlicher Vorgaben, professionell beraten lassen.
    • Tintenfisch wrote:

      Innerhalb der EU auswandern ist einfacher.
      Norwegen ist zwar im Schengenraum, aber nicht in der EU.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Zunächst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

      Bevor du den Schritt gehst, solltest du dich schon einmal um eine Stelle bemühen. Ich weiß ja nicht,
      wie groß deine Ersparnisse sind. Auch in anderen Ländern gibt es Probleme. Du solltest dich da vorab
      genau informieren. Da du fließend Englisch sprichst wäre natürlich Irland eine Option. Auch in Norwegen
      kommt man mit Englisch zu recht. Dort werden auch kostenlos für sogenannte Neubürger Sprachkurse
      angeboten. Norwegen ist allerdings ein sehr teures Land. Das solltest du bedenken. Ob in beiden
      Ländern speziel auf Autisten eingegangen wird weiß ich leider nicht.
    • Ich denke, dass auch Autisten auswandern können. Es kommt darauf an, wie man so drauf ist und was einem persönlich gefällt und was nicht. Aber wovon lebst du dort? Wenn du nicht arbeitest, bekommst du ja hier in Deutschland Sozialhilfe oder?

      Die Aussage, dass man seine Probleme mitnimmt, stimmt einerseits. Ich glaube, ich dachte auch schon oft, ich könne vor den Problemen fliehen (aber nicht ins Ausland).
      Andererseits gibt es ja Leute, die unbedingt im Ausland leben wollen. Nur muss dieser Schritt geplant sein.
      Meine Schwester lebt zB aktuell im Ausland (wahrscheinlich nicht für immer). Sie ist dort allerdings mit einem Job hin.
      Mag sein, dass die Inklusion in Deutschland noch nicht wirklich gut läuft, bezüglich der USA solltest du aber bedenken, dass du dann quasi alleine für dich
      verantwortlich bist. Das Sozialsystem ist dort eigentlich nicht vorhanden.
    • Also Autisten bekommen in den USA wesentlich mehr Sozialleistungen als in Deutschland.
      Meine Exfrau hat ja auch Asperger gehabt und sie bekam SSDI (Social Security Disability Insurance)
      Da sie nie gearbeitet hat bekam sie natuerlich etwas weniger. Jedoch bekam sie den mindestbetrag von $780 jeden Monat.
      Zusaeztlich bekam sie monatlich $50 Food Stamps. Damit konnte sie Lebensmittel kaufen.
      Auch Section 8 bekam sie. Damit muss sie nur 25% der Miete zahlen und 75% wird vom Staat bezahlt.
      Krankenversichert war sie auch durch den Staat. Zwar werden nicht alle Leistungen abgedeckt wie in Deutschland, aber das meiste schon.
      Sie kann diese Leistungen bis zu ihrem Lebensende weiter beziehen und davon leben.

      Sie war also gut versorgt. Behinderte bekommen definitiv gute Sozialleistungen in den USA. Normale Menschen vielleicht weniger als in Deutschland.
      Ich bekomme in Deutschland keine Sozialleistungen. Meine Mutter finanziert mir leider derzeit komplett alles. Und das ist auch nicht leicht fuer sie.
      Ich war schon oefters beim Arbeitsamt jedoch wurde ich dort nicht so freundlich empfangen und mir wurde immer gesagt unter 25 bekomme ich sowieso kein Hartz 4.
      Und selbst dann waere das in meinem Fall nicht so einfach. Wurde mir gesagt.

      Ausserdem glaube ich, dass ich mir durch Hartz 4 einiges kaputt machen wuerde. Beim Einwanderungsprozess in den USA wird z.b geprueft ob man schonmal Sozialleistungen im Heimatland bezogen hat.
      Falls ja, dann ist das ein negativer Faktor und man wird schnell als Public Charge abgestempelt. Oder "Likely to become a public charge". Das heisst es besteht der Verdacht man koennte eine Last fuer den Staat werden.
      Dadurch koennte das Visum verweigert werden. Denn als Einwanderer bekommt man keine Hilfe vom Staat. Nur wenn man US Staatsbuerger ist.
      Aber das ist ja in den meisten anderen Laendern auch so. Als Einwanderer bekommt man eigentlich nie irgendwo Hilfe.

      Ich habe auch schon an Kanada gedacht. Das waere auch ein Land wo ich hin koennte. Dieses Work & Travel Programm klingt interessant und waere auch fuer mich moeglich.
      Jedoch muesste ich auch dafuer erstmal einiges sparen. Und das waere ja auch nur fuer 1 Jahr. Dann muesste ich leider wieder zurueck nach Deutschland.
    • Australien wäre mir sympathischer als USA. Dort spricht man auch englisch, es ist gut warm, und es gibt viel Natur.
      Nur der Lebensunterhalt ist halt immer ein Problem. Man muss fähig sein, sich den irgendwie zu verdienen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Grundsätzlich kann man im Hartz IV Bezug auch zur Arbeitssuche ins Ausland gehen: hartz-4-empfaenger.de/arbeit-im-ausland

      Vielleicht wäre auch wwoofen was für dich: wwoof.net/

      Und es gab vor paar Jahren die IdA-Projekte für junge, psychisch kranke Erwachsene, die bei Projekten im Ausland unterstützt wurden, keine Ahnung, ob es die noch gibt. Hier im vorletzten Abschnitt wege-ins-ausland.de/ratgeber/f…-menschen-mit-behinderung und hier esf.de/portal/SharedDocs/Publi…rl_ida_flyer_hotline.html gibt es Infos dazu.
      Surprised by the joy of life.
    • Das Ausland ist anstrengend, allerdings gibt es Orte, an denen die Menschen sehr offen sind und dich für dein Anderssein nicht so stark ins Visier nehmen. Ich habe noch keine Diagnose und habe einfach vom Gefühl her mein Visum fürs Ausland beantragt und war jahrelang weg. Hier in Deutschland allerdings bekommt man ein(e) vernünftige(s) Ausbildung/Studium, aber für welchen Preis...

      Es gibt ein Zitat: Put your life into good hands, ..your own.

      Deutschland hat ein gutes Gesundheitssystem, verglichen mit Amerika. Man muss die Vor-und Nachteile abwägen. Ich glaube, dass es in Deutschland nicht sehr vorteilhaft ist, mit Asperger seinen Alltag zu bewältigen, es sei denn, man hat Unterstützung von Familie, Freunde und Schule, Lehrer.

      Ideen sind gut,.. einen Ort zu finden, an dem man sich wohl fühlt ist wichtig. Aber man muss auch rational denken, das heisst, wenn man eine Entscheidung trifft muss man sich vorher gründlich informieren, dass ist das wichtigste. Manchmal ist man aber so von dieser Idee besessen, dass es auf biegen und brechen dann doch funktioniert :)
      Das hängt von einem selber ab.
    • Tintenfisch wrote:

      Vielleicht irgendein Programm oder Schule fuer Autisten im Ausland.
      Oder Firmen im Ausland die jemanden mit Autismus eine Chance geben.
      nein, nein, wenn du auswandern willst, musst du autismus erst mal vergessen u. niemandem davon was erzählen, das problem gehst du dann neu an in deiner neuen heimat. Hatte mal eine rothaarige Irin gekannt, Irland wäre ok, bis die bei dir Autismus vermuten, bist du schon etablierter Bürger von ausländischer herkunft.
      Beim Antworten bitte zitieren.
    • Ich habe mich auch immer im Ausland am wohlsten gefühlt, jetzt weiß ich ja warum.
      Als schräger Vogel wird man nur wahrgenommen, weil man sich die Mühe gemacht hat
      eine absurd schwierige Fremdsprache gelernt zu haben.
      Letztendlich bekommt man dafür sogar Anerkennung.
      Auch wenn mir in der DDR nicht alles gefallen hat, waren die Reisen ins benachbarte Osteuropa ein schöner Trip in die Vergangenheit..
      Über viele Jahre ein Teilzeitjob und auswandern auf Raten.
      Ganz auszuwandern wäre dorthin schwierig wegen des schlechteren Verdienstes.
      Somit habe ich für lange Zeit einen guten Kompromiss gefunden..
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • Um meine Geschichte knapp zu halten: Ich wollte jahrelang unbedingt nach Australien auswandern, war dreimal da, ganz große Liebe für das Land, habe jeden Cent für die Auswanderung gespart, meinen Beruf passend ausgewählt (!) und so weiter und so fort.

      Dann schlug meine psychoanalytische Therapie an, ich sah, was mich WIRKLICH in Bezug auf den Auswanderwunsch antrieb, löste das auf, sah ein, dass a. Australien auch massive Probleme hat, b. ich dort massive Probleme hätte (längere Aufenthalte geben dir nur unzureichend Aufschluss über das tatsächliche und langfristige Leben dort) und c. ich vom Therapieangebot hier viel besser aufgehoben bin.

      Aus der Traum, mir geht es hier gut, ich baue mir hier mein Leben auf und besuche Australien im Urlaub.

      Ich habe mich auch von Migrationsbüros und einer Anwältin beraten lassen, die auch die psychologische Seite des Auswanderns beleuchtet haben.
      Um das ganz klar zu sagen: Was man sich in seinem Herkunftsland nicht aufbaut und was man dort nicht an Zufriedenheit erreicht, das erreicht man im Ausland erst recht nicht. Kämpfe dort erstmal mit Wohnungsmarkt, Arbeitslosigkeit, sozialer Absicherung, Therapien, dem Aufbau fester Freundschaften, Bürokratie, finanziellen Engpässen und und und...

      Wer auswandern möchte, muss fest im Sattel des Lebens sitzen (Rw) - beruflich, finanziell, psychisch (und physisch). Wie es sonst ausgeht, sieht man recht eindrucksvoll in den Auswanderdokus im TV. ;)
    • merryhappy wrote:

      Wer auswandern möchte, muss fest im Sattel des Lebens sitzen (Rw) - beruflich, finanziell, psychisch (und physisch).
      So einer braucht auch nicht auszuwandern, die Auswanderer sind Abenteurer, die sich nicht lange beraten lassen u. mit ihrem Herkunftsland einfach fertig sind, solche Menschen (egal autistisch o. sonstwas) krallen sich fest wo sie landen: Eine Art Erfahrungsbericht.
      Beim Antworten bitte zitieren.
    • merryhappy wrote:

      Wer auswandern möchte, muss fest im Sattel des Lebens sitzen (Rw) - beruflich, finanziell, psychisch (und physisch). Wie es sonst ausgeht, sieht man recht eindrucksvoll in den Auswanderdokus im TV.
      Das stimmt nicht. Ich bin nach Deutschland eingewandert ohne fest im Sattel zu sitzen. Im Gegenteil, ich saß ziemlich unfest im Sattel aber hatte etwas Geld. Bis vor relativ kurzem hat es bei mir aber gut geklappt hier. Dass man etwas Geld (Ersparnisse) braucht um überhaupt irgendwohin zu fahren und zu überleben stimmt allerdings. Wenn man ins Ausland umsiedeln will braucht man nur Geld und/oder einen Beruf. Psychisch darf man beim Verlassen des Ursprungslands ziemlich angeschlagen sein (auch weil es einem zumindest psychisch wesentlich besser gehen könnte sobald man sich im Ausland befindet).
    • merryhappy wrote:

      Niemand braucht auszuwandern (flüchten natürlich nicht inbegriffen) - das macht man, wenn man es möchte und man es sich leisten kann (in jeder Hinsicht).
      sorry, ich möchte nicht vorwitzig sein, aber jemand, der so denkt wie du (kann ich es mir leisten?) hat nicht die nötige Energie. Ich weiß all die Auswanderungsprozeduren Australien/Kanada und die sich da durchboxen sind durchweg Typen, die sich das eigentlich nicht leisten können, dort finanziell sich halbwegs sicher zu fühlen, die meisten werden geführt von Einheimischen, die daran ein Interesse haben, Geschäftskumpanen, gute Bekannte o. Verwandte, die man in Detailarbeit manchmal jahrelang bearbeitet.

      Aber in der Eu/Irland läuft alles glatter, schneller, doch der Rest ähnlich, vorher Beziehungen knüpfen, auch als Tourist...
      Beim Antworten bitte zitieren.
    • Haha, deswegen habe ich auch JAHRE damit verbracht, mich in puncto Studium, Beruf und Finanzen darauf vorzubereiten, habe das Land mehrfach bereist, mich in meiner Freizeit durch sämtliche Gesetzestexte gewühlt etc. :d

      Ich glaube, wir betrachten da ein sehr verschiedenes Spektrum von Auswanderern. Einige solche, von denen du sprichst, kenne ich auch. Ja, die leben im Ausland, sind aber leider alle ohne festen Job und Absicherung. Klar, kann man in jungen Jahren machen. Im Alter wird es dann aber recht ungemütlich und das finde ich persönlich nicht gerade erstrebenswert. Auch nicht abenteuerlich, sondern eher leichtsinnig. Man kann ja nicht immer von der Hand in den Mund (Rw) leben. :prof: