Hat irgendwer hier auch ne Essstörung? Soll ja bei Autisten häufiger vorkommen.

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    • Vulkan wrote:

      Ich habe auch eine Essstörung. Bei mir ist es eben so, dass es Tage gibt, da fresse ich alles in mich hinein und
      dann gibt es wieder Tage, da hungere ich regelrecht.
      geht mir auch so, ein Mix aus „Sterbe fasten“ und „Fressattacke“.
      "Schokolade erweitert Dein Speckdrum"
    • Danke für Deinen Beitrag @platzhalter. Da wird mir klar, dass ich mich echt mal grundlegend mit Ernährung auseinandersetzen muss.

      Zum eigentlichen Thema: ja und nein. platzhalter hat es schon angesprochen, Frühstück und Abendessen haben einen hohen sozialen Stellenwert, und diese Rituale waren für mich im Elternhaus eher negativ besetzt. Es hat lange gedauert, bis "essen" für mich über die reine Nahrungsaufnahme hinausging. Ich hatte immer sehr schnell gegessen, sodass ich den Esstisch wieder verlassen und in mein Zimmer gehen konnte.

      Als ich anfing, zwar gerne zu essen und dabei auch langsamer wurde, habe ich es aber immer noch gehasst, zu kochen. Dementsprechend habe ich nicht gut (gesund) und oft auch zuwenig gegessen. Auch den Gang in den Supermarkt habe ich, verbunden mit sozialen Phobien, immer möglichst weit hinausgeschoben. Ich hatte oft sogar Hunger, tatsächlich war das ein Grund, weswegen ich in eine Psychiatrie gegangen war, Selbstversorgung hatte nicht mehr geklappt.

      Ein normales, gesundes Verhältnis zum Essen habe ich in diesem Sinne also die meiste Zeit meines Lebens nicht gehabt. Ich habe Essen weniger als Genuß/Spaß/Freude am Leben erlebt als einen großen limitierenden Faktor in meinem Alltag, etwas essen zu müssen, um mit den eigentlichen Dingen, die ich machen wollte, weitermachen zu können. Wenn ich sehe, dass andere abends in ein Restaurant gehen um gemütlich zu speisen, ist das eine andere Welt für mich.

      Eine klassische Essstörung ist das aber vermutlich nicht, und auch die Gründe dafür würde ich nicht bei Autismus verorten. Zumindest kam ich bis jetzt nicht auf die Idee, das zu tun.
    • platzhalter wrote:

      Das ist wie im Supermarkt Industrieware.
      Das mag sein, trotzdem gelten die bundesdeutschen Leitsätze für Brot:

      Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wrote:

      Wird Kleingebäck mit den folgenden Verkehrsbezeichnungen in den Verkehr gebracht,
      entspricht es den jeweiligen Beurteilungsmerkmalen. Verkehrsbezeichnungen sind kursiv
      gedruckt.
      1. Weizenbrötchen
      Weizenbrötchen werden aus mindestens 90 Prozent Weizenmehl hergestellt.
      2. Weizenmischbrötchen
      Weizenmischbrötchen werden aus mehr als 50, jedoch weniger als 90 Prozent
      Weizenmehl hergestellt.
      Also Kleie nur als Zusatz, wenn überhaupt.

      Laut Wikipedia sind Kaisersemmeln übrigens was die Leitsätze betrifft auch Weizenbrötchen.
    • Hier übrigens die DSM-Kriterien für eine Binge-Eating-Störung (und ob das Kriterium auf mich zutrifft):

      • Wiederholte Episoden von „Fressanfällen“. Eine Episode von „Fressanfällen“ ist durch die beiden folgenden Kriterien charakterisiert:
        1. Essen einer Nahrungsmenge in einem abgrenzbaren Zeitraum (z.B. in einem zweistündigen Zeitraum) die definitiv größer ist, als die meisten Menschen in einem ähnlichen Zeitraum unter ähnlichen Umständen essen würden. (ja)
        2. Ein Gefühl des Kontrollverlustes über das Essen während der Episode (z.B. ein Gefühl, dass man mit dem Essen nicht aufhören kann bzw. nicht kontrollieren kann, was und wie viel man isst). (ja)
      • Die Episoden von „Fressanfällen“ treten gemeinsam mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
        1. wesentlich schneller essen als normal, (ja)
        2. essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl (ja)
        3. essen großer Nahrungsmengen, wenn man sich körperlich nicht hungrig fühlt, (ja)
        4. alleine essen aus Verlegenheit über die Menge die man isst, (ja)
        5. Ekelgefühle gegenüber sich selbst, Deprimiertheit oder große Schuldgefühle nach dem übermäßigen Essen. (ja)
      • Es besteht deutliches Leiden wegen der „Fressanfälle“. (naja, was heißt das schon, also Leiden ganz bestimmt aber kA wie schlimm das im Vergleich ist)
      • Die „Fressanfälle“ treten im Durchschnitt an mindestens 2 Tagen in der Woche für 6
        Monate auf. (ja)
        Beachte: Die Methode zur Bestimmung der Häufigkeit unterscheidet sich von der, die bei Bulimia Nervosa benutzt wird: die zukünftige Forschung sollte thematisieren, ob die zu bevorzugende Methode für die Festlegung einer Häufigkeitsgrenze das Zählen der Tage darstellt, an denen die „Fressanfälle“ auftreten oder das Zählen der Anzahl der Episoden von „Fressanfällen“.
      • Die „Fressanfälle“ gehen nicht mit dem regelmäßigen Einsatz von unangemessenen kompensatorischen Verhaltensweisen einher (z.B. „Purging“-Verhalten, fasten oder exzessive körperliche Betätigung) und sie treten nicht ausschließlich im Verlauf einer Anorexia Nervosa oder Bulimia Nervosa auf. (manchmal schon, aber eher selten)
      Also das ist nicht nur meine eigene, vage, herumgeratene Selbstdiagnose oder so.
      Ich bin dafür in Behandlung
    • kwkittens wrote:

      Also Kleie nur als Zusatz, wenn überhaupt.
      Ich hätte hinter

      platzhalter wrote:

      Brötchen sind ja meistens nur Weizenkleie mit Zucker.
      doch ein (RW) setzen sollen. Es gibt in der Tat eine Lebensmittelverordnung, diese sagt jedoch nichts über die Qualität der Leben aus. Wer es sich leisten kann nur auf dem Wochenmarkt vom Bauern oder Bioladen zu kaufen, der bekommt ja nicht mit mit was für einem Müll wir uns eigentlich ernähren. Aber selbst im Bioladen wird mit den verschiedenen Siegeln der Konsument betrogen. Es ist viel Marketing im Spiel. (RW)
      verbraucherfenster.hessen.de/g…fe%E2%80%9C-wirklich-ohne
      Im allgemeinen gilt eine Kennzeichnungsuntergrenze bei den Lebensmittelzusatzstoffen (E-Nummern) von 0,1%. Dies kann besonders für Allergikern zum Problem werden. Für den normalen Verbrauch ist das dann ein unreines Lebensmittel. tk.de/techniker/magazin/ernaeh…offe-lebensmittel-2005070
      Ich verzichte mal darauf hier die komplette Liste der Chemikalien, die wir in uns reinstopfen, zu posten. Und wenn dann die Brötchen, wie im Supermarkt, aus Kostenersparnisgründen nur halb aufgebacken werden, dann fühlt es sich wirklich an wie Weizenkleie. Es macht da auch keinen Unterschied ob ich dann bei Thoben oder Bäckerei Junge kaufe, dass sind alles Industriebrötchen und die müssen mit Zusatzstoffen produziert werden, damit eine Produktion in der hocheffizienten Fertigungsstraße überhaupt möglich ist. Es werden die Gärungszeiten beschleunigt, die Backzeiten verkürzt, die Haltbarkeit verlängert und bei allen soll das Brötchen noch schön fluffig sein. Daher die E-Stoffe. Selbst ein handwerklicher Biobäcker kann dies tun, ohne das explizit kennzeichnen zu müssen.

      kwkittens wrote:

      Also das ist nicht nur meine eigene, vage, herumgeratene Selbstdiagnose oder so.

      Ich bin dafür in Behandlung
      Das du Probleme damit hast bestreite ich nicht und verurteilen tue ich dich auch nicht. Die Frage war ja, ob es bei den Usern im Forum ähnliche Probleme gibt. Und da ist die Antwort auf mich bezogen ja. Meine "Fressanfälle" sind zwar nicht so ausgeprägt und ich kann diese ohne Probleme in meine Ernährung integrieren, aber den kurzen Kontrollverlust wenn ich mal, als Beispiel, ein halbes Nutellaglas auf einmal weglöffele kenne ich schon.
    • Also bezüglich Weizenkleie ist die 0,1%-Grenze nicht wirklich relevant. Für Allergiker natürlich schon, das sehe ich ein.

      Aber grundsätzlich gefallen mir diese Aussagen darüber, wie die Lebensmittelindustrie uns betrüge, nicht. Steht doch alles auf der Verpackung. Ich verstehe, dass nicht alle Menschen das so gut "checken" wie ich und dass es unfair ist zu sagen "also wenn du dachtest, Apfelsaft enthielte signifikant weniger Zucker als Cola, bist du selber Schuld". Aber ich bleibe trotzdem dabei, dass, wenn es einen wirklich interessiert, man eigentlich fast alles erfahren kann.

      Natürlich gibt es auch echte Lügen (siehe Pferde-Lasagne-Skandal). Aber theoretisch könnte jeder immer lügen. Wenn man mit der Logik durch's Leben geht, kann man meiner Ansicht nach gar nicht glücklich werden.
    • Naja. Es stimmt zwar (vielleicht), dass man alles in Erfahrung bringen kann. Es wird aber eben in aller Regel auch nicht gerade transparent dargestellt. Fängt doch schon mit der glücklichen Kuh auf der Weide an, die die Milchpackung schmückt. Ob man das nun Lüge oder Täuschung oder wie auch immer nennt. Einfach wird's dem Verbraucher jedenfalls nicht gemacht, und das ist nochmal etwas anderes als fehlendes Grundwissen über Zuckergehalt in Säften. Wobei ich auch Säfte schon täuschend beworben finde.
    • Täuschend beworben sind sie auf jeden Fall.
      Ich hatte das Glück (je nachdem, wie man es halt sieht) mit einem absoluten ich-will-alles-über-mein-Essen-wissen-Fanatiker aufzuwachsen, der mir all diese Dinge erklärt hat, weshalb ich niemals in Frage stellen würde, dass z.B. Saft vom Nährwert her Zuckerwasser mit ein paar scheinheiligen Vitaminen ist.


      Ich habe aber wohl etwas falsch auf deinen ersten post reagiert, @platzhalter. Ich habe ihn so interpretiert: "also Mädl, meim Essverhalten ist auch nicht ganz normal und ich heul auch nicht so rum", aber das hast du ja gar nicht gesagt. Du hast gedacht, deine Erfahrungen können mich bereichern und ich war nicht offen dafür. Das tut mir leid.
    • kwkittens wrote:

      weshalb ich niemals in Frage stellen würde, dass z.B. Saft vom Nährwert her Zuckerwasser mit ein paar scheinheiligen Vitaminen ist.
      Und sekundären Pflanzenstoffen, die ja sehr gesund sein sollen.
      Saft ist ein gutes Nahrungsmittel, aber wegen dem Fruchtzucker darf man nicht so viel davon trinken.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hallo an alle,


      ich für mein Teil habe die Problematik, dass ich (alle paarr Wochen) bei Hunger mir etwas zu Essen mache und nach dem ersten happen aufhöre zu essen. Einerseits ekelt mich dann feste Nahrung an., anderer seits ist es dann auch wie blockiert sodass ich nichts festes runter kriege. Meisten klappt es dann, das ich Salat esse oder die Kalorien über flüssige Nahrung zu mir nehme.

      Bei mir wird es, wahrscheinlich, von meiner Mutter kommen, da sie eine ähbliche Problematik hat. Allerdings bin ich mir da nicht alzu sicher.

      Idr. nehme ich weder ab noch zu, aber ende letzten Jahres habe ich dadurch binnen 3 Monaten knapp 20Kg abgenommen, ohne es zu merken. Ich konnte mich zwar dazu zwingen mehr zu essen und mein normalgewichtig wieder zu erreichen, aber leicht war es nicht.

      Lg Breewee
      Stille hören,
      Ruhe wahrnehmen,
      Kraft gewinnen.
    • kwkittens wrote:

      Das Problem war mehr der Abstand zwischen den 2-3 täglichen Mahlzeiten, die erste meist um 07:00 und das Abendessen auch gerne mal um 20 oder 21 Uhr, Mittagessen nur manchmal.

      Wir durften nie Zwischenmahlzeiten essen oder alleine an den Kühlschrank gehen. Ich hatte Hunger als Kind.
      Das klingt echt furchtbar!!!
      Mir fehlen die Worte!!!!
      (das musste ich nun gerade mal einwerfen)
    • Ich selbst hatte eine Magersucht bzw habe sie noch. Aber mittlerweile seit yaor jahren habe ich sie im Grif.
      Manchmal kommen Bulimie phasen durch. Aber da ich immer mehr zulasse ich zu sein. Kompensiere nicht mehr seit ich in einer Einrichtung , ohne schwerpunkte einer Diagnose, lebe und ich sein darf. Früher ist mir dos verboten worden, w'ar mit Auslöser, da ich selber dachte ich dorf nicht anders sein.

      Essen zeiten kenne ich aus kliniken auch. Zuhause waren hie nicht so unsetzbar, habe anderen Rhythmus und der funktioniert. Seit uber 5 Jahren normal gewichtigt.
      Oh my Ge32-Ni28-U92-S16
      ~ Auch das Leben ist Suizidal ~
    • Ich habe derzeit Angst, eine Essstörung zu entwickeln. Habe schon immer gerne gegessen was nie ein Problem war, da mein Körper das auch verstoffwechseln konnte. Essen/Kauen als Selbststimulation mache ich durch eine Ruminations/Widerkäuerstörung schon seit frühem Kindesalter.

      In letzter Zeit, ich vermute das hängt mit den neuen Medikamenten zusammen (Sertralin, Abilify und Olanzapin) kann ich häufig einfach nicht mehr aufhören sobald ich satt bin. Egal was es ist, es muss noch mehr rein, essen befriedigt nicht wirklich und etwas in mir verlangt immer mehr und mehr. Manchmal muss ich mich dann übergeben, wegen übervollem Bauch. Wenn ich länger nichts gegessen habe und mein Magen leerer ist, kann ich es viel viel besser aushalten auch mal nichts zu essen.
    • @lixmo

      Ich hatte das auch bei einem Therapieversuch mit Seroquel, dass ich kein Sättigungsgefühl mehr hatte und das Heißhungerattacken auftraten. Einige Neuroleptika haben leider solche Nebenwirkungen. Höchstwahrscheinlich ist es bei dir das Olanzapin. Viele nehmen stark zu, wenn sie Neuroleptika nehmen, mein Arzt sagte, dass es bei Olanzapin ca. 90% der Patienten sind. Es gibt aber auch welche aus der Medikamenten Gruppe, die nicht so heftig die Gewichtszunahme fördern, ich nehme z.B. Amisulprid.
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.
      Voltaire
    • Mit 17 fing es bei mir an mit Anorexie, ich war aber nie untergewichtig, daher nicht diagnostiziert.

      Zum Teil hatte es mit Kontrolle/Struktur zu tun. Je mehr Chaos um mich herum passiertre auf das ich keinen Einfluss hatte, desto eher suchte ich nach Möglichkeiten bei mir selbst die nötige Ordnung/Struktur aufrecht zu erhalten. Es ist auch heute noch so, je schlechter es mir innerlich geht, desto eher suche ich nach Halt und Kontrolle und Struktur in der Essstörung.
      Da es aber wieder nachlässt sobald es mir besser geht, wurde es von Ärzten bisher nicht ernst genommen. Ich bin ja nicht untergewichtig, von daher ist alles okay, so zusagen. Trotzdem hat es körperliche und psychische Auswirkungen, egal ob ich nur mal 8 Wochen essgestört bin und nicht dauerhaft.

      Hinzu kommt der Wunsch nach Beachtung und Lob. Das ist zum Teil erziehungsbedingt, zum Teil Autismusbedingt. Ich bin immer Außenseiter und gehöre nie dazu. So kam der Gedanke, dass ich vielleicht gemocht werde von der Gesellschaft, wenn ich perfekt aussehe.
      Die Essstörung gab mir außerdem das Gefühl, etwas zu haben das ich kann. Nicht immer nur zu scheitern wegen fehlender Kompetenz. Es war sogar ein Gefühl, dass ich etwas besser kann als die meisten Menschen, weil es viel Disziplin und Stärke braucht. Mittlerweile weiß ich, dass meine Ansichten und Gedanken nicht normal waren.

      Es dauerte jetzt 13 Jahre bis ich mich traute, wieder normale Mengen zu essen und die Erfahrung machte, dass man eben nicht sofort zunimmt weil man etwas mehr isst als man gewohnt ist. Im Gegenteil, wenn ich zu wenig esse führt der Hungerstoffwechsel erst Recht dazu, dass mein Körper jede Kalorie einspeichert.
      Trotz allem habe ich während großer Belastung aber noch immersolche Phasen, in denen ich wieder in die Essstörung rutsche. Ichvermute das wird sich nicht ändern, sofern ich weiterhin keine Hilfe bekomme weil es Ärzte nicht ernst nehmen. Es war schon so, dass ich dachte "ich bin nicht dünn genug um Hilfe zu bekommem" aber dazu kam es bisher zum Glück nicht.
      Toleranz ist, wenn Toleranz kein Thema sein muss.
    • Ich kenne das mit dem Nicht an den Kühlschrank gehen dürfen. Bei uns aufgrund von finanzieller Armut. Nur Milch durften wir so viel trinken wie wir wollten. Davon tranken mein Bruder und ich nachts 2 - 3 Gläser eine Zeit lang.

      Als Baby hatte ich Speih- und Gedeihstörungen, so wie trank wenig, weil ich nicht auf dem Arm sein mochte. So dass meine Mutter bald zufütterte. Aber ich übergab mich noch Jahrelang viel. Ich wurde öfters für Magersüchtig gehalten. Aber eine Zeit lang gab es bei uns auch kein Mittagessen mehr.. Die Mutter einer Freundin hatte mir mit 15 kaum Wiederrede gegeben freundlich, dass ich ordentlich zuschlage bei ihren Mittagsmahlzeiten. Da war ich ne Zeit lang jeden Tag vor dem Reiten, ich weiß gar nicht mehr wieso. Jedenfalls kam ich dann von Untergewicht auf leicht untergewichtig und wuchs plötzlich 10cm. Aber meine körperliche Pubertät ging dann auch los und mit 21 hatte ich noch mal eine körperliche Veränderung, eventuell durch die Pille. Denn ich wurde dann etwas weiblicher und mein Becken wurde breit. Auf das Maß meiner Schwester und anderen weiblichen Verwandten.
      Mein Bruder hatte in der Zeit, wo es kein Mittag gab, sich von seinem Taschengeld viel Chips gekauft. Ich gab es für's Reiten aus. Sah ich essen, wollte ich das zwar sehr gern haben und ich saß auch nicht selten mit Chips im Stall, wenn ich mal Geld übrig hatte. Aber ansonsten hatte ich einfach nicht dran gedacht, sondern war im Hyperflow oder im Stress. Ich hatte im 1. Reitstall noch nicht mal was getrunken die meiste Zeit. Manchmal holten wir uns ne Sprite ausm Automaten, die ja durch den Zucker wieder Flüssigkeit entzieht.

      Und in der Schule gab es für jeden Schüler lange Zeit nur ein Trinkpäckchen von den Eltern mitgeliefert. Das ist ja viel zu wenig. In der Grundschule konnte man wenigstens noch eine Flasche Kakao bestellen. Aber dann... In der Schule hatte ich wohl immer mega Hunger, das weiß ich wohl. Obwohl ich da 1 ganze Scheibe Graubrot hatte zu dem vorigen Frühstück. Frühstück muss bei mir sein. Mittags verzichte ich eigentlich gerne. Das liegt nur schwer im Magen und dann bin ich den ganzen Nachmittag platt. Aber mach ich halt für die Kinder, aber die essen auch ungern mittag. So dass ich da nur noch geringe Mengen koche und ihnen dann auch über den Tag verteilt Obst gebe. Abends ess ich gern viel Obst und ein bisschen Schoki zum PC. Habe aber zunehmend Gesundheitsbedachtheit, da ich ja nicht jünger werde. Und mit der Zeit kam auch mehr Zeit hinzu, sich überhaupt mal energietechnisch / zeitlich näher mit Ernährung auseinander zu setzen. Und ich ahnte auch nicht, wie viel Dreck fast überall drin steckt.

      Später trank ich viel Apfelschorle im Stall. Da gab es aber auch schon wieder Mitagessen. Gewicht zugenommen hatte ich nur je nach Wachstumsveränderungen, dann durch scheiß Psychopharmaka 5 Kilo und mein ganzer Stoffwechsel ist seither verlangsamter. Zumindest bin ich nicht mehr so flink, vielleicht einfach wegen dem höheren Gewicht. Und dann hatte ich ja auch noch den Bürojob und war nicht mehr jeden Tag im Stall. Und dann durch die Schwangerschaft noch mal einiges. Aber durch viel Stress hab ich nun wieder meine Figur wie nach den Psychopharmaka, Normalgewicht. Ohne solche Einflüsse bleibt es immer konstant mit nur minimaler Schwankung. Früher habe ich wie ein Scheunendrescher gefressen, wenn ich gegessen hab. Teilweise 10 Nutellabrote pro Frühstück oder 3 Kellogsteller. Nur Mittagessen aß ich selten ganz auf und manches wollte ich partout nicht essen. Als ich mir eigenes Essen kaufen konnte, hatte ihc mir auch erst Mal reihenweise Schokolade gekauft und 3 Tafeln täglich gegessen. Wie in so einen Brennofen in einem Zug.

      In meinem 1. konstanten Job aß ich jeden Morgen eine halbe Duplo-Packung und reihenweise Müsliriegel oder Kekse. Tat ich das nicht, konnte ich mich noch schlechter wach halten. Ich stellte fest, ich kann mich kaum konzentrieren, wenn ich keine Schokolade esse. Dann wurde ich gesundheitsbewusster. Heute esse ich nur noch ungutes Zeugs, wenn ich keine Zeit und Energie habe, zum Biomarkt zu fahren. Wenn der Appetit auf ungutes da ist, ignoriere ich diesen die meiste Zeit. Nur wenn es mir ganz schlecht geht, erlaube ich mir in Ausnahmsphasen was. Aber da bin ich dann auch wieder konsequent, wenn ich schon so viel davon gesündigt hab. Ich esse aber immer noch zu viel Schokolade und einseitig. Ich brauche mehr Zeit um mich damit auseinanderzusetzen.

      Essen an sich ist für mich eine Nebenbeschäftigung. Die Zubereitung ist lästig. Manchmal genieße ich essen zwar. Aber niemals mache ich daraus ein Gedicht oder ein Fest. Das war für mich lange ein Mysterium, dass manchen so etwas so sehr gefällt. Meine anderen Sinne scheinen ausgeprägter, aus welchen Gründen auch immer. Oder einfach ständiger Stress.

      Meinen Hunger vernehme ich manchmal erst, wenn mein Magen sich beginnt selbst zu verdauen, wenn er knurrt. Bin ich dann an was interessantem dran, ignoriere ich das aber noch so lange, bis ich Bauchschmerzen kriege. Auch kann ich nicht schlafen ohne satt zu sein. Und manchmal haue ich aber auch beim Mittagessen total rein. Je nach dem. Nur in der Schwangerschaft habe ich immer direkt gegessen für das Baby und auch wurd der Hunger da stark.

      Und zu viel essen mittags auf ein Mal liegt auch so schwer im Magen und ich muss dann schlafen. Ansonsten bekomme ich Schwindel. War auf der Arbeit viel passiert. Wenn ich aber dann Mittagsschlaf mache, ist mir danach speiübel. Ich finde auch, dass das Körpersystem damit überlastet wird. Hab auch mal gelesen, dass gesünder kleinere Mahlzeiten zwischendrin sein sollen. Und wie Platzhalter schrieb, war das in der Natur früher auch üblich. Also 2 Mahlzeiten schrieb er.

      Kochen ist für mich nahezu einfach nur unsinnig. Es tötet Vitamine ab. Garen dauert ewigkeiten. Kalt kann man auch vieles essen. Und ich baue kein ewiges Essenskonstrukt, um es wenige Minuten später zu zerschneiden oder davon ein Foto im Internet zu posten oder darüber zu reden. Jedem sein Interesse.
    • @Four
      Das mit dem Junkfood als Hauptbestandteil der Ernährung kenne ich auch. Irgendwie gewöhnt sich der Körper an die kurzkettigen Kohlenhydrate und zieht aus dem Zucker die Energie. DHer passt dein Zitat

      Four wrote:

      Wie in so einen Brennofen in einem Zug.
      ganz gut. Während meiner Ausbildung habe ich eigentlich auch nur von Pizza/Burger&Co gelebt. Wohnung, Auto und sonstiges Aktivisten mussten ja bezahlt werden. Und wenn das über Jahre so geht, dann verändert sich die gesamte Darmflora. Als ich dann wieder richtig angefangen habe zu kochen, also richtig mit Reis, Nudeln, Kartoffeln Gemüse etc.. (Ich mag das Kochen eigentlich sehr gerne, insbesondere das Würzen, Abschmecken bzw. Kombinieren von verschiedenen Geschmäckern) Ich habe ich mich nach dem Essen zwar satt gefühlt, aber einen richtigen Energieschub wie beim Junkfood habe ich nicht bekommen. Die Bakterien im Darm konnten in der ersten Zeit wahrscheinlich nicht soviel mit dem gesunden Zeug anfangen. Ich habe mich teilweise richtig platt gefühlt (RW). Das hat sich dann aber mit der Zeit gegeben. Das Problem mit dem wenig (zu wenig) trinken habe ich heute noch. Selbst beim Radsport wenn mir der Computer einen Schweißverlust von zwei Liter berechnet, habe ich teilweise nicht mal einen getrunken. Im Sommer, bei hohen Temperaturen, war es besser. Aber nicht weil ich Durst hatte, sondern weil ich getrunken habe weil mein Mund durch den warmen Fahrtfind trocken wurde.
      Als Kind war ich auch ziemlich schmächtig. Frühstück musste ich zuhause essen, aber ich habe oft die eine Stulle, mehr hat meine Mutter nicht mehr gemacht weil ich sie oft eh nicht aufgegessen habe, dann wieder zuhause gegessen oder verschenkt. Trinken hatte ich auch oft gar nicht mit. Ich hatte kein Hungergefühl/Durstgefühl. Wenn andere Kinder dann, ab der fünften Klasse, in der Kantine Mittag gegessen haben, habe ich mir diese Manner Haselnusswaffelschnitten gekauft und meist draußen gegessen. Zumal ich kaum Kontakte in der Klasse hatte, zum anderen weil ich nicht so richtig essen wollte. Manchmal gab es auch nur ne Suppe aus dem Automaten. Eigentlich war das ja keine Suppe, sondern heißes Wasser mit Geschmack. Vielleicht drei Kcal oder so pro Becher. Gewachsen bin ich in der Zeit auch kaum. Nun kann ich nichts über die Auswirkungen über meine geistige/körperliche Belastbarkeit machen, da ich ja teilweise selbst in der Schule abgeschaltet habe (aus negativen Sozialisationsgründen), aber ich weiß, dass ich zu der Zeit mein Potential nicht mal im Ansatz genutzt habe. Die (Mangel)Ernährung spielt da wohl auch eine Rolle (RW), ob es die entscheidende war weiß ich nicht. Meine anderen Geschwister sind größer als ich, die haben aber auch gegessen und sind keine Autisten.