Soziales Kompetenztraining / zu diesem gezwungen werden

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    • @Lex:
      Ach, und was ist, wenn es kein kleiner, sondern ein großer Hund ist, der dir dauernd (in meinem Fall über Jahre) in die Beine beisst? Würdest du dir etwa die Beine zerbeissen lassen? Nach dem Motto: "Ach lassen wir ihn doch, der will ja nur spielen!", oder wie? Glaub mir, wenn du mal richtig gemobbt, verprügelt und gedemütigt wirst, kommt irgendwann der Punkt, an dem du entweder völlig aufgibst und dich ganz zerfleischen lässt oder wo du dem großen Köter zeigst, dass kleine Köter auch ordentlich beissen können. Ich hab mich halt dazu entschieden, dem großen Köter zu zeigen, dass ich verdammt gut beissen kann. Das hat übrigens was mit dem "Selbsterhaltungstrieb" zu tun.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Dann würde ich den Besitzer des Hundes beim Ordnungsamt anzeigen oder wenn es ein Mensch ist, würde ich den halt anzeigen.

      Ach und übrigens glaub mir: Ich wurde durchaus schon richtig gemobbt, verprügelt und gedemütigt, und das über viele Jahre hinweg. Aber wenn man noch Kind oder jugendlich ist und das im schulischen und familiären Umfeld stattfindet, weiß man echt nicht so recht, was man dagegen manchen soll.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Die Nummer mit Ordnungsamt und Anzeigen hatten wir schon. Meine Mutter und mein kleiner Hund wurden von einem gefährlichen Hund überfallen. Meine Mutter war danach grün und blau, mein Hund acht Tage später tot. Alle Anzeigen bei Polizei, Amtstierarzt, Ordnungsamt ergebnislos, keine Strafen für die Täter, der gefährliche Hund blieb mit denselben unfähigen Haltern in der Gegend. Man kann sowas anzeigen, doch es nützt nichts.
      Ich löse solche Fälle nun selbst. Den Angreifer bin ich dann los und mein Hund bleibt unbeschadet.
      Gelernte soziale Kompetenz - mach es selber , dann ist es gemacht.

      Bei allere Diskussion meine ich, daß wir uns gut über soziale Kompetenzen austauschen und auch beim Lesen und Mitschreiben was lernen.

      The post was edited 2 times, last by eddy2 ().

    • Und was passiert, wenn ich jemanden anzeige, ich dann aber keinerlei Zeugen habe, der Angeklagte dann aber angeblich bei seinem Kumpel war, der das bestätigt? Na? Richtig! Gar nichts! Im Gegenteil, man steht plötzlich als Lügner da und meistens schiessen sich solche Leute dann erst richtig auf einen ein. Sie werden nur vorsichtiger, was eventuelle Zeugen betrifft. Natürlich ist eine gewaltfreie Lösung immer die Beste, aber manchmal geht es eben nur mit Gewalt.
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    • Okay, wenn wirklich Hunde nicht nur bellen sondern Hunde und/oder Menschen angreifen und schwer verletzen oder gar töten, ist das natürlich etwas, was man nicht hinnehmen kann. Und natürlich muss man seine Tiere und Angehörigen verteidigen. Ich bin ein großer Tierfreund aber wenn mein eigener Hund in Gefahr ist würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen um ihm zu helfen und dabei natürlich auch wenn nötig nem anderen Hund eins auf den Dötz geben, falls ich ihn nicht schon durch Anschreien vertreiben kann.

      Nur leider hilft es auch nicht immer. Wenn der Hund sich bereits verbissen hat, wird es nur um so gefährlicher, wenn man ihm Schmerzen zufügt oder den anderen Hund von ihm wegzuzerren versucht. Das kann die Verletzung noch verschlimmern. Und ja, die Ordnungsämter schlafen oft, da gibt es Kandidaten die denen schon lang bekannt sind aber es zu wenige Leute zeigen die an an und bei denen, die es tun, gibt es keine Zeugen. Aber dass sogar bei verletzten Menschen nicht eingeschritten wird überrascht mich nun schon.

      Jedenfalls habe ich nie gesagt man solle sich und andere im Notfall nicht verteidigen. Ich meinte nur man sollte rein verbale Pöbelei (=kleine Hunde die einen ankläffen aber nicht wirklich zubeißen würden, weil sie zu feige sind) nach Möglichkeit ignorieren bzw. zumindest nicht angreifen und dass wenn man wirklich tätig werden muss man nicht über das Ziel hinausschießen sollte.
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    • Zum Pöbeln...

      Wenn man einmal nen dummen Spruch bekommt oder einen dämlichen Spitznamen- damit kann man vielleicht leben- aber wa sist mit jahrelangen Sprechchören- mal laut, mal flüsternd im Unterricht (Psycho, Irre, Ich mach Dich kalt,...) nichts muss man hinnehmen, was in Richtung Terror geht. Ob es ein kleiner Kleffer ist oder ein Mensch.

      Denn sowas zermürbt auch. Nicht am ersten Tag oder nach 2 Wochen, aber nach Monaten und Jahren schon! "Cool" bleiben da die wenigsten Menschen. Oft folgt nach oder während des Sprechchors klörperliche Gewalt.

      Entweder man wehrt sich oder die machen einen kaputt.

      Hier geht es nicht um simples geärgert werden unter Kindern, was auch schon mal böse sein kann, sondern um Mobbing, Psychoterror und körperliche Gewalt, die über eine Rangelei hinaus geht... wenn 2 einen festhalten und die dritte Person sich an einem austobt usw.

      Wie sind bei Menschen- nicht bei Hunden. In den meisten Fällen sind Autisten im Vergleich zur Restklasse kleine stumme Hündchen und die Täter große, beißende Kläffer. Die Täter haben in den meisten Fällen keine Angst, da sie sich bewusst dessen sind, dass sie stärker sind und in der Überzahl. Oft gewinnen solche Mobbingsituationen Eigendynamik, wie man es im Film BenX gut sieht...

      Oft helfen nicht mal die anderen, schwächeren Mitschüler- sie gucken weg oder machen mit... entweder, weil sie auch mal dazugehören (wollen) oder Angst haben, so zu enden wie das Klassenopfer.

      Man kann sowas nicht mit Hündchen vergleichen...

      Manchmal muss man sich als Opfer wehren- ob durch einen gezielten Hieb gegen einen Peiniger oder durch Anzeigen... aber wenn man es nicht macht, macht es einen kaputt- und damit meine ich nicht die körperlichen Wunden.
      Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe und nicht für das, was Du verstehst und darin zu lesen meinst.
    • @ Jupiter84: Wenn ich könnte, würde ich dir jetzt ein richtig dickes "Like" geben. :thumbup:
      Das ist genau das Problem, es macht einen psychisch fertig, wenn man auf solche Weise terrorisiert wird (und sowas ist nichts anderes als Terror). Wenn man sich nicht wehrt, geht man irgendwann vor die Hunde (jetzt sind wir doch wieder bei den Hunden). Ich hatte leider keine andere Möglichkeit, mich zu wehren und hab mich ja letzten Endes auch nur gewehrt, weil ich einfach ausgerastet bin. Zu den Lehrern hätte ich nicht gehen brauchen, die hätten mir eh nicht geholfen (ich wurde ja sogar von einem der Lehrer gemobbt) und zur Polizei hätte ich auch nicht gehen brauchen, da ich (wie gesagt), ja keine Zeugen gehabt hätte. Und der Bengel und seine Kumpels hätten sich unter Garantie gegenseitig Alibis gegeben.

      Ich wünsche niemanden, dass er sowas wie ich damals durchmachen muss. Es war die Hölle. Morgens an der Bushaltestelle gab es die erste Tracht Prügel, dann im Bus und in den Pausen Gepöbel und Drohungen und mittags am Busplatz gab es die nächste Tracht Prügel. Im Bus wieder Gepöbel und Drohungen und kaum, dass man aus dem Bus war, gab es noch mal eine Tracht Prügel. Man nahm mir meinen Rucksack weg, zerriss meine Hausaufgabenhefte, machte die teuren Schulbücher kaputt, nahm mir mein Pausenbrot und das Trinken weg, kippte meine Federmappe auf der Straße aus und klaute mir das Geld, dass eigentlich fürs Kopieren oder die Klassenkasse gedacht war. Ich habe nicht nur einmal den Bus verpasst, weil ich meine Sachen aus der Hecke sammeln musste. Und dazu dann noch diese ständigen Beleidigungen und Drohungen. Aber das hätte ich vielleicht noch ertragen können. Doch viel schlimmer waren die anderen Sachen. Das ich gekniffen, getreten, geschubst, geschlagen, bespuckt, an den Haaren durch die Gegend geschleift und mit Weidenruten verprügelt wurde (ich weiß nicht, ob jemand von euch weiß, wie weh sowas tut, es gibt kaum etwas, das doller weh tut). Und das alles über Jahre. Erst, als ich dann völlig ausrastete, hatte das alles endlich ein Ende. Ich für mich habe meinen Teil daraus gelernt. Gewalt kann helfen. Das ist die Art soziale Kompetenz, die mir in der Schule eingeprügelt wurde.
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    • Tja, der Unterschied ist bei mir halt, dass das Ausrasten nicht geholfen sondern meine Situation noch verschlimmert hat... Von da an galt ich offiziell als das Kind (bzw. der Teenager) mit den psychischen Problemen... Das heißt an mir durften sich alle möglichen Möchtegernexperten austoben, aber das Mobbing hat es nicht weniger gemacht.
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    • Ich rastete nicht aus , ich wurde hinterhältig. Ehe der betreffende merkte, daß es jetzt kracht, war es schon passiert, der Schaden angerichtet und ich wieder weg. Das Mobbing wurde weniger.
      Ich war für ein Mädchen recht groß und kloppte richtig gemein. Auf die Dauer wollten die Mobber das dann doch nicht abkriegen.
      Die Schule war ein prima soziales Kompetenztraining, ich lernte viel böses. Für evtl. was brauchbares war keine Zeit mehr.
    • Um es nochmal deutlich zu sagen: Ich spreche allen Opfern von Mobbing, Gewalt und Psychoterror in der Kindheit, Schulzeit, Jugendzeit und Ausbildungszeit meine ausgesprochene Solidarität aus. Ihr seid nicht alleine damit! Und auch wenn viele von uns Einzelgänger geworden sind, so kann man auch gemeinsam einsam sein. Und Manchen mag es helfen wenn andere erfahren was sie durchlitten haben und bestätigen, dass es nicht rechtens war wie sie behandelt wurden, auch wenn es sich jetzt nicht mehr ändern lässt.
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      The post was edited 1 time, last by Lex ().

      • Wer hat alles von euch schon ein Sozialkompetenztraining mitgemacht? Wenn ja, was habt ihr da alles geübt? Wie muss ich mir Gruppentherapie und wie Einzeltherapie vorstellen? Habt ihr das Gefühl, dass der Umgang mit NT's einfacher geworden ist?
    • Ich habe nur Sozialtraining (also ohne kompetenz) mitgemacht. Keine Ahnung, ob das das Gleiche ist.
      m-aut.de/rootmaut/info-menschen-autismus/sozialtraining.rsys

      Es war eine Art moderierte Selbsthilfegruppe. Teils um Erlebnisse aus dem Alltag zu analysieren und wie man diese besser meistert. Und zum Anderen auch konkrete soziale Themen - z.B. wie man mit neuen Kollegen umgeht bzw. wenn man selbst der neue Kollege ist. Smalltalk wurde auch geübt.
      Ich habe zumindest einige Verhaltensweisen von NTs besser verstanden und wenn ich es nicht wieder vergesse, dann kann ich beim nächsten Mal besser drauf achten.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • ich wurde einmal zu einem sozialen Kompetenztraining gezwungen, und da hat man mich hochkant rausgeschmissen...




      ich finde meine soziale kompetenz heute ganz in Ordnung, da merkt man, dass man das auch nicht unbedingt brauchen muss, man kann sich das auch selber beibringen.
      ADHS & Autismus.
    • Rascher1 wrote:

      Wer hat alles von euch schon ein Sozialkompetenztraining mitgemacht? Wenn ja, was habt ihr da alles geübt? Wie muss ich mir Gruppentherapie und wie Einzeltherapie vorstellen? Habt ihr das Gefühl, dass der Umgang mit NT's einfacher geworden ist?
      ich habe ein paar mal soziales Kompetenztraining gemacht. Es gab da immer drei Bereiche:
      - Rechte durchsetzen
      - Beziehungen gestalten
      an den dritten erinnere ich mich nicht mehr.

      Es wurden Rollenspiele zu allen möglichen Situationen gemacht. Wenn ich Zuschauer bleiben durfte, habe ich wirklich etwas für mich mitnehmen können - Gestik, Mimik , Sätze, die man benutzen kann
      , auch die Diskussionen danach waren nicht schlecht,
      zumindest wurden sie moderiert, so dass niemand böse angegriffen werden konnte.

      Wenn ich selbst Rollenspiele machen sollte , fand ich ganz schrecklich , ich kann so was nicht. ich bin dann viel zu nervös, verspreche mich und bekomme regelrechte Blackouts.

      Was mir inhaltlich nicht gefallen hat: Der Fehler wird immer in der Zielperson gesucht, also bei dem psychisch Auffälligen, depressiv oder sonst was. Ich meldete mich und fragte, aber wie ist es denn, wenn die Umwelt wirklich fies ist, mobbend, narzisstisch gestört etc? Darauf wissen Psychologen nie eine Antwort.

      Man weiß doch schon längst nach Watzlawick: Manchmal ist der "Geisteskranke" nur die gesunde Antwort auf ein krankes Bezugssystem.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:

      The post was edited 1 time, last by Rhianonn ().

    • Lex wrote:

      Um es nochmal deutlich zu sagen: Ich spreche allen Opfern von Mobbing, Gewalt und Psychoterror in der Kindheit, Schulzeit, Jugendzeit und Ausbildungszeit meine ausgesprochene Solidarität aus. Ihr seid nicht alleine damit! Und auch wenn viele von uns Einzelgänger geworden sind, so kann man auch gemeinsam einsam sein. Und Manchen mag es helfen wenn andere erfahren was sie durchlitten haben und bestätigen, dass es nicht rechtens war wie sie behandelt wurden, auch wenn es sich jetzt nicht mehr ändern lässt.
      Das tut mir gerade wirklich gut, danke :)
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Wenn ich selbst Rollenspiele machen sollte , fand ich ganz schrecklich , ich kann so was nicht. ich bin dann viel zu nervös, verspreche mich und bekomme regelrechte Blackouts.
      Das habe ich bei Rollenspielen auch schon erlebt, aber ohne das wirklich ansprechen zu können.
      Hattest Du im Rahmen des Kompetenzrainings die Möglichkeit Deine Unsicherheiten im Rollenspiel zu thematisieren?
    • ifi wrote:

      Das habe ich bei Rollenspielen auch schon erlebt, aber ohne das wirklich ansprechen zu können.
      Hattest Du im Rahmen des Kompetenzrainings die Möglichkeit Deine Unsicherheiten im Rollenspiel zu thematisieren?
      Ja, das schon. ich hatte allerdings keine Autismus- Diagnose, und die Psychologen versuchten mich zu animieren mit "Übung macht den Meister" "Trauen Sie sich " , und solchen Sprüchen.
      Es hat allerdings keine wirkliche Konsequenz, nicht mitzuspielen.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      die Psychologen versuchten mich zu animieren mit "Übung macht den Meister" "Trauen Sie sich " , und solchen Sprüchen.
      Ja, das finde ich auch wenig hilfreich, denn es geht ja gerade darum, dass das Trauen dann gar nichts bringt, eben weil etwas blockiert.
      Und blockiert ( dissoziert?) gibts dann da auch nichts zu beüben.
      Es geht ja drum wenn herauszufinden was blockiert so und wie kann das vermieden/aufgelöst werden.

      Rhianonn wrote:

      Es hat allerdings keine wirkliche Konsequenz, nicht mitzuspielen.
      Ja, darauf läuft es dann hinaus,vermeiden, so habe ich es da, wo ich spürte dass es nicht geht dann auch gehandhabt.