Soziales Kompetenztraining / zu diesem gezwungen werden

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    • Windtänzerin wrote:

      Zu seinem Glück hatte ich an dem Tag nur den Ordner mit und es war auch nichts anderes in Reichweite... Wenn ich ausraste, dann nämlich richtig, dann schmeiss ich auch mit Messern und Äxten, sofern ich welche in die Finger krieg...
      Triffst du auch so gut wie ich? Ein voller Kaffeetopf und dann ein richtiger Treffer gibt sicher ein großes Hallo. Der Dozent überlegt sich, wann und wo der den nächsten blöden Kommentar abläßt.
    • Oh, das ist eines der wenigen Dinge in Sachen Sport, in denen ich richtig gut bin. Der Kerl war in meinen Augen ein Vollpfosten und kein Psychologe. Wenn der immer so ist, hat er bestimmt mal von jemand anders einen Kaffeepott an den Kopf bekommen. Die Vorstellung gefällt mir ehrlich gesagt sehr gut... :twisted:
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • In diesem Fall dürfen wir das.
      Der Ausgang der Zankerei war : NEIN, ich will nicht gefilmt werden. Was ist so schwer daran, das Wort "Nein" zu verstehen ? Wir Aspies müssen oft erleben, daß andere Leute bei dem Wort "Nein" in selektive Taubheit verfallen. Alles Reden ist sinnlos. Die Erfahrung lehrt - nur Gewalt führt zum Ziel. Erst dann wird "Nein "akzeptiert.
      Ich sagte Nein zu Mobbing in der Schule. Der Mobber ignorierte es und machte weiter. Ich schmiß dem eine Stahlkugel genau aufs Auge. Den sah ich in den restlichen drei Schuljahren nie wieder in meiner Reichweite. Erfahrung - nur Gewalt schafft mir den Kerl ein für allemal vom Hals.
      Von solchen Erlebnissen viele und wir lernen - Gewalt ist sehr wohl eine Lösung, oft die einzige.
    • Das sehe ich dann doch etwas anders. Gewalt erzeugt leider all zu oft nur Gegengewalt. Ausserdem bin dazu dann doch etwas zu friedliebend, als dass ich alles nur noch mit Gewalt lösen würde. Aber oft tut es sehr gut, sich sowas einfach mal vorzustellen... :d
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Windtänzerin wrote:

      Gewalt erzeugt leider all zu oft nur Gegengewalt.
      Ja.
      Dummerweise muss man manchen Leuten Grenzen setzen.
      Und bei manchen Leuten reicht verbales Grenzen setzen nicht aus.

      Solche Situationen (wie Nothilfe) sind mMn die einzige Legitimation fuer Gewalt, wenn eigene Gewalt andere Gewalt verhindert.
      Dummerweise (miss)brauchen viele Menschen die Praeventions-Argumentation, um mehr Gewalt zu erzeugen, als sie verhindern wuerden.


      Man liest sich ... Sascha
    • 1. Ich soll die Situation xy spielen

      Geh darauf ein, wissend, dass es nichts bringt. Dann hast du es hinter dir. Denen zu erklären, dass es in der Realität nicht mal annähernd so ähnlich abläuft und- dass autisten solche Dinge, die sie in Dialog 1 nicht auf alle weiteren übertragen können, das wissen eben nur Autismusspezialisten.


      2. (innerlich: ich will das nicht, ich möchte nicht gequält werden...)


      Du kannst beim erzwungenem Rollenspiel auch bewusst alles vermasseln, indem Du mit einem anderen Thema anfängst...


      3. Person B ist ihr Gesprächspartner legen Sie los (Videokamera läuft..)

      Notfalls gegen die videoaufzeichnung klagen- Du hast die rechte am eigenen Bild und niemand darf solche Aufnahmen gegen deine Zustimmung anfertigen! Drohe notfalls mit einem Anwalt. Zumal diese Kamera mehr stört als diese schwachsinnigen Dialoge...


      4. (warum kann das nicht einfach aufhören? Die muss doch sehen, dass es mir nciht geut dabei geht...)

      Weil sie glauben, Dir damit zu helfen.


      5. Die wollen mich in die Situation bringen um mich zu bewerten und zu demütigen und um sich lustig zu machen!

      Nein, sie gehen davon aus, wenn Du jetzt z.B. von einem Bettler umn 5€ gebeten wirst, dass Du keinen Overload bekommst wegen der uneingeplanten Ansprache, sondern dass Du angemessen reagieren kannst. Sie denken, es muss praktisch gelernt werden, obwohl Autisten durch theoretische Handlungsbeispiele auch lernen können.


      6. Gut damit sie mich nicht in die Situtaion drängen können sage ich irgendwas....

      Versuche das zu tun, was Du in der realität tun würdest- auch wenn Du weißt, dass es in der Realität anders ablaufen wird. Sicher weißt Du vom Verstand her, was die wollen- oder?


      7. Ja,nein, schade, ende auf wiedersehen (therapeut sichtlich nicht sehr zu frieden aber er kann nicht meckern weil die Aufgabe wurde ja mehr oder weniger erfüllt)

      Wie wäre es morgen damit:

      "Sie singen ja nicht, spielen kein Instrument- ohne Leistung kein Geld!"
      "Wussten Sie, wenn sie den ganzen Tag Pfandflaschen sammeln, dass Sie weitaus mehr verdienen können?
      "Ihnen steht HartzIV zu, Sie müssen nicht betteln!"
      "Was fällt Ihnen ein??? Schon mal daran gedacht, sich Arbeit zu suchen?"
      "Was, 5€ von mir- seh ich aus wie ne gute Fee oder was???"
      (Tu so als ob) "Hier, sind 5€!"
      "Ich habe nur noch 4.89€ im Portemonnaie- Sorry, 5€ hab ich nicht!"
      "Ich nix deutsch, nix verstehen, Du wollen mir geben 5€, ich auch gerne haben 20€!"
      Fange einfach an zu lachen- oder zu weinen.

      Das und mehr- verarsche mal die Psychiater. :d
      Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe und nicht für das, was Du verstehst und darin zu lesen meinst.
    • Jupiter84 wrote:



      [/u]Wie wäre es morgen damit:

      "Sie singen ja nicht, spielen kein Instrument- ohne Leistung kein Geld!"
      "Wussten Sie, wenn sie den ganzen Tag Pfandflaschen sammeln, dass Sie weitaus mehr verdienen können?
      "Ihnen steht HartzIV zu, Sie müssen nicht betteln!"
      "Was fällt Ihnen ein??? Schon mal daran gedacht, sich Arbeit zu suchen?"
      "Was, 5€ von mir- seh ich aus wie ne gute Fee oder was???"
      (Tu so als ob) "Hier, sind 5€!"
      "Ich habe nur noch 4.89€ im Portemonnaie- Sorry, 5€ hab ich nicht!"
      "Ich nix deutsch, nix verstehen, Du wollen mir geben 5€, ich auch gerne haben 20€!"
      Fange einfach an zu lachen- oder zu weinen.

      Das und mehr- verarsche mal die Psychiater. :d


      Gute Ideen. Oder einfach mal sagen, Du hättest nur 50 Euro und den Bettler fragen, ob er darauf herausgeben kann :d
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • danke Jupiter84 für Dein konstruktives Auseinandersetzen mit dem Artikel,
      ich denke so in etwa folge ich Deiner Empfehlung, gebe den "Affen Ihren Zucker" und gut.
      Sie freuen sich über ihr vollbrachtes Werk und so ist zumindestens einer der beim Rollenspiel anwesenden glücklich gemacht und vor therapeutischen Sitzungen wegen beruflicher Unfähigkeit bewart :-).

      Die Psychater verarschen ist ne gute Idee aber bisher habe ich da den kürzeren gezogen, die beherschen das Spiel doch besser als ich und so möchte ich mir lieber nicht schon wieder die Finger verbrühen.

      Erfülle meine "Hauptrolle" mit Scharm und Durchhaltevermögen und sage mir innerlich "quäle nie einen Autist zum Scherz, denn er könnt geladen sein..."
      und ab Morgen gibs wieder neue Tabletten, dann macht mir Rollenspiel bestimmt endlich spass.

      Und, ja mir ist schon so halbwegs klar, dass die mich nicht vorsetzlich quälen wollen, zumindestens nicht in erster Instanz, das ist sicher eher nur so Zusatznutzen, aber manchmal könnte ich den "großen weißen Vogel"* zum Mond schiessen... :)

      (*)Loriot Zitat
      finde im Leben heraus was Du nicht gut kannst, und dann lass es bleiben. [ALF]
    • Windtänzerin wrote:

      Das sehe ich dann doch etwas anders. Gewalt erzeugt leider all zu oft nur Gegengewalt. Ausserdem bin dazu dann doch etwas zu friedliebend, als dass ich alles nur noch mit Gewalt lösen würde. Aber oft tut es sehr gut, sich sowas einfach mal vorzustellen... :d
      In diesem Fall erzeugte die Gewalt , daß ich den mobbenden Bengel so lange los war, wie ich noch in diese Schule ging. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Ich war insofern friedliebend, daß ich von dem Bengel wegging und meinte, damit auszudrücken, daß ich an dem und seinen Äußerungen nicht interessiert bin. Nur kapierte der das nonverbale "Nein" nicht, kam mir egalweg hinterher, bis es mir zu blöde wurde. Ich gebe zu, der Jähzorn wallte auf und die Stahlkugel in der Größe eines Euros flog gewaltig schnell dem in die Visage. Daß es ein Treffer genau aufs Auge war, war Zufall . Der Kerl überlegte sich Gegengewalt sehr wohl, denn wer sagt, ob ich nicht wieder Stahlkugeln mit mir rumtrage.
      Diese ist nicht die einzige Erfahrung, daß einiges nur mit Gewalt abzustellen ist. Zu artig und friedliebend is ah nix. Das wird ausgenutzt.
      Wir lösen nicht alles mit Gewalt, nur da , wo es nottut. Dann aber so nachhaltig, daß der Angreifer das Wiederkommen gleich vergißt.

      The post was edited 1 time, last by eddy2 ().

    • Naja, ich hab ja in der Schule auch mal einen Jungen ziemlich arg verprügelt (der war einen ganzen Kopf größer als ich), aber der hat es ja auch so haben wollen. Aber ansonsten bin ich eigentlich sehr friedliebend. :d :d :d
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Das meine ich. Die Gewalt kriegen nur die ab, die es unbedingt so brauchen. Daß es davon einige mehr gibt, müssen nicht wir vertreten.
      Interessant ist dabei, was wir mit solchem Tun für die soziale Kompetenz lernen.
      Ich lernte, daß es nicht interessiert, ob ich zu etwas "Nein" sage. Ich lernte, daß ich "Nein" nur mit grober Gewalt durchsetzen kann. Nun möchte ich keine Kritiken hören, wenn ich das gelernte anwende.

      The post was edited 1 time, last by eddy2 ().

    • Naja, das Problem ist halt, dass derartige Problemlösestrategien oftmals dafür sorgen, dass man zum Schulpsychologen geschickt wird oder ne Woche suspendiert wird oder gar ganz von der Schule fliegt oder in der Irrenanstalt landet oder bei entsprechendem Alter im Gefängnis landet. Eine Stahlkugel auf jemanden zu werfen kann echt ins Auge gehen und im Grunde kannst du nur froh sein, dass er sein Augenlicht und seinen Augapfel behalten hat, ansonsten wärst du vermutlich weniger glimpflich davon gekommen. Bei Grundschulkindern wird es noch tolleriert und oftmals mehr oder minder ignoriert, wenn sie sich prügeln, aber von Älteren werden andere Verhaltensmaßstäbe erwartet und leider wird das Provozieren von der Gesellschaft als weit weniger schlimm empfunden als die Reaktionen auf Provokationen und Mobbing.

      Und manche Leute sind auch nicht sonderlich intelligent. Zum Beispiel meinte mein alter Klassenlehrer immer "Hauen ist kein Argument", auch wenn ich ihm jedes Mal erklärte, dass ich es auch nicht als "Argument" benutze sondern aus ganz anderen Gründen. Und die Kinderpsychologin meinte immer: "Schlag stattdessen ein Kissen", obwohl ich ihr dann jedes Mal erklärte, dass das für mich keine adäquate Ersatzbefriedigung darstellt, zumal auf ein Kissen zu hauen sich auch völlig anders anfühlt. Was ich eigentlich gebraucht hätte war psychologische Unterstützung weil ich ständig Mobbingopfer und Gewaltopfer wurde statt Vorwürfe für meine Reaktionen, erstrecht da ich Gewalt doch eher selten anwandte im Verhältnis dazu gesetzt wie oft ich unter anderen leiden musste.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Im Osten gab es keinen Schulpsychologen. Suspendieren und von der Schule fliegen gab es auch nicht. Seltsamerweise schwänzte auch kaum einer, so wie es heutzutage sehr üblich ist.
      Die Kugel konnte nicht, sie GING ins Auge, aber sowas von volles Rohr. Und es hätte auffallen müssen, daß das mir total egal war, was auf "dem Jungen" wurde. Eben diese Kälte gegenüber der eigenen Art. Dafür interessierte sich keiner. Die Tat blieb unbeachtet und unkommentiert. (Ich hielt auch den Mund...)
      Meine Klassenlehrerin sagte überhaupt nichts , weder zu meinem noch zum Betragen der anderen Schüler. Ich war auf mich gestellt, in allen Teilen. Ich brauchte nichts erklären, weil mich keiner was fragte. Das hat mich immer gewundert, daß bei der Prügelei nie einer hinguckte. Ich kloppte mindestens drei Jahre richtig böse, dabei muß was kaputt gegangen sein. Nicht die geringste Reaktion von irgendeinem zuständigen Erwachsenen. Die Putzfrau, die sah mal einen solchen Event mit an. Die wischte wortlos. Die verpfiff mich nicht , die muß den Bengel gekannt haben, den ich da vornahm. (Nicht den mit der Kugel). In den drei Jahren lernte ich viel zum Thema Soziale Kompetenz.
      Bei einer ähnlichen Nummer war ich 31, da hätte ich verknackt werden können. Wo kein Kläger, da kein Richter.
      Ich hatte mit keiner Silbe darum gebeten, von einem fremden 11jährigen Kind mit nassem Dreck beschmissen zu werden. Ich guckte böse beim ersten Mal - das war ja wohl nichts. Die Göre grinste - ich darf das. Zack, der nächste Batzen Dreck. Dann ich. Der Futtereimer flog und war ein Volltreffer. Als die abends von ihrem Vater ins Krankenhaus gefahren wurde, erzählten sie nicht, was die angestellt hat. Der Vater fragte mich nichts. Der unterhielt sich mit dem Stallmeister, der die Tat aus dem Küchenfenster beobachtet hatte. Dessen Erklärung genügte dem Vater, der kannte auch sein Früchtchen.
      Soziale Kompetenz heißt auch, jemand anders in Ruhe zu lassen und nicht zu schädigen. Werde ich in Ruhe gelassen, bin ich brav.

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    • Dieses "keiner hat hingesehen" kenne ich leider nur zu gut. Als ich von den Anderen geschubst, getreten und mit Weidenruten verprügelt wurde, hat das auch niemanden interessiert. Weder die anderen Schüler, noch den Hausmeister und schon gar nicht die Lehrer. Ich war auch auf mich allein gestellt. Bis es eines Tages zu viel war und ich mir den Drahtzieher mal so richtig zur Brust genommen habe. Ich bin völlig ausgerastet und hab den windelweich geprügelt. Muss auf die Anderen ziemlichen Eindruck gemacht haben, wie ich, ein 13jähriges Mädchen, einen 15jährigen, einen Kopf größeren Bengel verprügelt hab, bis er heulend am Boden lag. Ich hatte danach immer meine Ruhe und im Bus hat sich auch nie wieder jemand neben mich gesetzt. Aber gut gefühlt habe ich mich trotzdem nicht. Mir wäre lieber gewesen, man hätte mir geholfen, aber am Ende hat mich sogar einer der Lehrer gemobbt. Die Schulzeit war die schlimmste Zeit meines Lebens. :cry:
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • "Die Schulzeit war die schlimmste Zeit meines Lebens."
      Danke. Dito.
      Ich habe die Bagage nicht vermöbelt, um mich gut zu fühlen, sondern um das Zeug loszuwerden. Hatte ich mir einen vom Leibe gekloppt, kam gleich der nächste.
      Ich war kein "schönes " Mädchen. Hatte auch keine schönen Klamotten, denn wir waren arm. Jeans, Pullover, fertig. Mir zu sagen, ich wäre häßlich, klappte immer. Damit kam z. B. der an, der die Stahlkugel einfing. Selber wog der drei Zentner, so sinnlos fett, daß der einen BH braucht. Aber an mir hat so einer zu meckern. So einer klötert mir ewig hinterher und pöbelt. Der klöterte nur dieses eine Mal.
      Den , hinter dem die Putzfrau wortlos wischte, den hatte ich ein Jahr lang am Hals, mitsamt seiner kreischenden 20 Kumpane. Ich ging immer weg, ich stand in einer anderen Ecke, ich wollte keinen Kontakt. Der wurde mir aufgenötigt. "Nein" war kein Argument. Ständig war ich am Rennen. mit diesem Haufen hinter mir. Bis einmal der schlimmste Bengel weit voraus mit mir allein auf der Treppe war und der den alles entscheidenden Fehler machte . Er faßte mich an. Stopp, umdrehen , Treppe runter, dem einen Volltreffer genau in die Fresse hauen, Treppe rauf, weg. So ging das ab. Die Putzfrau stand einen Treppenabsatz tiefer und guckte zu. Der Bengel fing den Hieb für das Jahr Nerven. Die Putzfrau wischte eine große Pfütze.
      Ich glaubte es nicht. Der hatte noch nicht genug ! Derselbe Bengel pöbelte kurz darauf noch mal . Ich dem hinterher , in den Kellergang, da stand noch ein Mann rum. Wurscht. Ich den Bengel an die Kellertür gestoßen, dem vor den Augen dieses fremden Mannes denselben Dampfhammer gedroschen wie in der Schule, raus aus dem Haus, weg.
      Die kreischende Bande Mädchen, die auch an meinem Aussehen zu meckern hatten, die schaffte ich mir recht schnell vom Hals , indem ich die Anführerin vornahm. Ich glich ihr Aussehen dem meinen an, sehr schnell und sehr böse.
      Die Zeit, die es brauchte bis zum Crash , wurde immer kürzer. Ich stellte mich nicht mehr jahrelang mit den Figuren hin. Irgendwann begriffen die, daß es ihnen mehr schadet als mir, wenn sie mit mir anfangen. Ich fing mit ihnen nicht an, die interessierten mich nicht. Solche Typen brauchte ich nicht als Freunde.
      Zum Schulabschluß gab es eine Party nach dem Zeugnis. Ich ging nicht hin und das war bekannt. Auf einmal bemühten sich Lehrer wie Schüler darum, daß ich da hingehe. Ihr Eifer war auffällig. Ich fragte mich , was die nun von mir wollen, wo die sich die ganzen Jahre nicht geschert haben, wie ich mit ihrem Kollektiv zurandekomme. Ich ließ sie hampeln und ignorierte das Geschehen nach der Zeugnisausgabe. Ich wollte nichts mehr von Schule hören, war froh, daß ich das Elend überstanden hatte.
    • Da die meisten Beiträge, die wir in letzter Zeit in diesem Thread geschrieben haben, nicht mehr zu dem Ursprungsthema des Threads gehören, schlage ich vor einen Großteil der Beiträge in einen neuen Thread auszulagern, der beispielsweise sowas wie "Mobbing" oder "Gewalt" oder "gewaltsames zur Wehr setzen gegen Mobbing" zum Thema hat. Das dürfte die Orientierung im Forum erleichtern.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Das, was man durch Mobbing und Gewalt lernt, ist - ins Besondere in der beschriebenen Form - nicht das, was gemeinhin als "soziale Kompetenz" bezeichnet wird, sondern eher das Gegenteil. Soziale Kompetenz in freier Wildbahn lässt sich fast nur dann erlernen, wenn die Leute, mit denen man dort umgeht, ein vorbildliches Sozialverhalten zeigen und dies idealerweise auch bereits in der prägsamen Phase der Kindheit und Jugend der Fall ist.

      Bei denen, bei denen das nicht der Fall war und ist sondern die sich häufiger Bedrohung ausgesetzt sahen und in solchen Situationen eine aversive oder präventiv-aversive Problemlösestrategie (sprich: Angriff ist die beste Verteidigung) entwickelt haben, wird ein Soziales Kompetenztraining entwickelt, wo unter kontrollierten Rahmenbedingungen eine Art heile Welt simuliert werden soll, in der sich nach Möglichkeit jeder so verhält, wie er es idealerweise tun sollte, um als sozial kompetent zu gelten, und korrigiert wird, wenn ihm dies nicht gelingt.

      Erläuterung zu dem Obrigen: Wenn Menschen und Tiere in bedrohliche Situationen geraten und so entsprechend Stresshormone wie z. B. Adrenalin und Cortisol ausschütten, wird ein instinktives Reaktionsprogramm aktiviert, was in der Theorie eine von vier möglichen Reaktionen auf die Bedrohung zulässt: Fight, flight, freeze or flirt.

      Flight bedeutet der Situation zu entfliehen, was durchaus auch wortwörtlich gemeint sein kann.

      Freeze ist ein erstarren, also nichts tun, z. B. vor Angst sich nicht bewegen und/oder nicht sprechen. (Das dürfte auch erklären wieso Stress in sozialen Situationen bei manchen Menschen die Gefahr von selektivem Mutismus erhöht.)

      Fight ist kämpfen, was bei manchen sein kann als würden sie um ihr Überleben kämpfen. Es kann aber auch Einschüchterungsversuche beinhalten wie z. B. jemanden anschreien. Leute, die sich angewöhnt haben, meist die Fight-Strategie zu wählen, gelten als besonders unsozial und daher meint man dort nachkorrigieren zu müssen.

      Was flirt betrifft, so gilt das in den meisten Situationen als die angemessenste, gesündeste, sozialste Methode. Gemeint ist hierbei nicht nur flirten im sexuellen Sinne sondern jede Art der freundlichen und/oder neugierigen Kontaktaufnahme. Dummes Beispiel: Ich sehe einen Kerl in nem schwarzen Mantel und habe Angst vor ihm, aber statt dass ich weglaufe, vor Angst erstarre oder ihn mit Steinen bewerfe, spreche ich ihn einfach mal an, sage nett hallo, frage ihn freundlich was anliegt, und vielleicht stellt sich ja nach nem kurzen Plausch heraus, dass er trotz Tattoos, Gothic-Outfit, Muskelbergen und sonstwas im Grunde n ganz netter Kerl ist. - Angst besiegt, Bedrohungsgefühl beseitigt, Problem gelöst!

      Okay, nehmen wir mal Hunde als Beispiel, okay? Es gibt so kleine Hunde das sind richtige Gernegroße. Die haben Angst vor den großen Hunden aber wollen es nicht zeigen. Wenn sie oben auf dem Arm von Frauchen tronen, kommen sie sich ganz toll vor und kläffen jeden an. Und unten am Boden... hm ja... sie haben noch immer Angst aber deshalb denken sie sich ich mach dem anderen Angst dann hat er vor mir Angst! Also kläffen und drohen sie, wenn sie auf den anderen zulaufen.

      Es gibt Hunde, die beißen auch tatsächlich zu, wenn sie Angst haben, deshalb nennt man sie Angstbeißer. Die haben das Fight-Prinzip komplettiert. Aber dieser kleine Hund, den ich jetzt meine, der hat noch ein klein bischen Verstand übrig. Und das bedeutet sobald der andere Hund und er sich bis auf eine gewisse Distanz genähert haben, ist er plötzlich so klein mit Hut, so als wenn ihm plötzlich wieder einfällt, dass er ja nur so ein kleiner ist. Dann zieht er plötzlich doch die Rute ein (falls er nicht bereits mit eingezogener Rute gebellt und gepöbelt hat) nd wird ganz kleinlaut und weicht dem großen Hund aus, wenn er ihn beschnüffeln will. Aber sobald der große Hund dann abzieht, wird der kleine plötzlich wieder mutig. Es kann sein dass der Kleine dem Großen dann ein Stück nachläuft und versucht an seinem Hinterteil zu schnüffeln oder dass er dem Großen wütend hinterherbellt.

      Was lernen wir daraus? Der Kleine führt sich hier auf als sei er der Sieger in der Situation aber in Wirklichkeit ist der Große der Sieger. Und warum? Weil er ruhig geblieben ist. Weil er darauf verzichtet hat den Kleinen zu zerlegen. Weil er sich gesagt hat: Meine jüte, dieser Gernegroß macht hier so einen Aufstand? Das ist mir zu dämlich, den ignorier ich jetzt einfach, der ist die Mühe nicht wert. Der Große weiß, dass er stärker ist und überlegen und hat es nicht mehr nötig, das zu beweisen, da der Kleine sich durch den Aufstand, den er zur Kompensation seiner Minderwertigkeitskomplexe gemacht hat, quasi selbst schon als eben nicht überlegen geoutet hat. Der Große ist sozial kompetent. Bleibt nur zu hoffen, dass der Kleine nicht mal an den falschen Hund gerät, einen, der nicht die innere Gelassenheit und das Selbstbewusstsein besitzt, über solch lächerliche Provokationsversuche hinwegzusehen. Einer, der dem Kleinen vielleicht doch mal ne kleine Lehre erteilt, um ihn zu erziehen, was für Hunde durchaus noch zum normalen Sozialverhalten gehört.

      Aber wenn er sich verschätzt wie viel der Kleine aushält oder sich zu sehr aufregt ist der Kleine Matsch. Daher wäre es besser, wenn der Kleine sich nicht so verhalten würde. Er ist nur zu dumm, das zu kapieren. Und manche Kleinen schnappen auch tatsächlich zu, was noch weit dümmer ist, da sie sich denken können wie es dann endet. Aber manche haben sich zu sehr verrannt in ihr "Angriff ist die beste Verteidigung" denken oder haben wirklich vergessen, dass sie die Schwächern sind, so dass sie sich eben doch dumm verhalten. Der sozial kompetente Hund würde ihn jetzt abwehren auf eine Art durch die er möglichst wenig Schaden nimmt. Der weniger sozial kompetente Hund würde durchdrehen, wenn ervon dem kleinen gebissen wird, und ihn zerfleischen.

      Euch werden im Leben immer kleine Hunde begegnen, die euch ankläffen. Damit muss man lernen zu leben. Wenn es ne ganze Meute ist und das über nen langen Zeitraum wirds natürlich kritisch. Aber was soll man machen? Sich so oft prügeln, dass man als unbesiegbar gilt und keiner sich mehr traut? In manchen Gegenden vielleicht denkbar aber in anderen katastrophal. Also muss man die lästigen Plagegeister wohl irgendwie ertragen und kämpft nur dann, wenn ein Kampf wirklich unvermeidbar ist, und versucht dabei nicht über das Ziel hinauszuschießen. Das nennt man sozial kompetent. Und die erwähnten Adrenalinschübe sind da durchaus ein Hindernis, denn auch wenn der Kampf vorüber, die Gefahr gebannt ist, ist das Adrenalin noch da. Dauert Stunden, bis es so weit abgebaut ist, dass man wirklich wieder die Ruhe selbst ist. Es braucht also eine hohe Willensanstrengung, sich zu zügeln.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 1 time, last by Lex ().