Welche Alltagshilfen gibt es?

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    • Welche Alltagshilfen gibt es?

      Hallo,

      ich habe ein paar Schwierigkeiten bei der "Alltagsbewältigung".

      Ich habe Probleme mit Arztbesuchen. Das äußert sich darin, dass ich Vorsorgeuntersuchungen gar nicht wahrnehmen kann und auch im Krankheitsfall meist nicht zum Arzt gehe. Ich habe keinen Hausarzt, war seit meiner Jugend nicht mehr beim Zahnarzt und war noch nie beim Frauenarzt.

      Auch der Umgang mit Behörden fällt mir sehr schwer. Informationen zu erfragen, Anrufe zu tätigen oder Anträge zu stellen, schaffe ich meist nicht (außer der Antrag kann komplett online - ohne direkten Behördenkontakt-gestellt werden, was aber bei weitem nicht immer der Fall ist)

      Zudem habe ich große soziale Ängste(selbst jemanden nur zu grüßen oder anzuschauen bereitet mir schon Ängste) und lebe sehr isoliert. Abgesehen von gelegentlichen Treffen mit Verwandten habe ich seit Jahren keinerlei Kontakte. Ich spreche regelmäßig wochenlang kein einziges Wort.

      Ich glaube, dass ich etwas Unterstützung brauche. Ich stelle mir eine Art "Betreuung" vor. Allerdings käme eine gesetzliche Betreuung o.ä. nicht infrage, da ich meine Eigenständigkeit erhalten möchte.

      Gibt es so eine Art "Alltagsbetreuung", die einerseits etwas unterstützt, aber gleichzeitig auch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht?
    • Hei,@Lanlan,

      du beschreibst deine Schwierigkeiten ganz gut.
      Vielleicht hilft dir der Kontakt zu einen nahe gelegenen Autismus-Therapie-Zéntrum, deine Probleme noch deutlicher zu machen und Hilfen zu bekommen?

      Vielleicht ist das hier aber gar nicht das richtige Unterforum. Eher passend bei "autistischer Alltag" etc.?
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Ich bin zum nächsten, für mich zuständigen sozialpsychiatrischem Dienst gegangen und habe dort meine Situation geschildert. Die haben dann für mich den Antrag für ambulant betreutes Wohnen gestellt (Ich habe weiterhin in meiner eigenen Wohnung gelebt). Mit so einem Betreuer kann man dann individuell vereinbaren, wobei einem der Betreuer helfen soll. Da ich damals arbeitslos war, hat mich das nichts gekostet.

      Betreutes Wohnen lässt sich z.B. auch über das persönliche Budget finanzieren. Es gibt verschiedene Wege.


      Sozialpsychiatrischer Dienst
      Aufgabe:

      -Beratung und Hilfen für Menschen mit psychischer Erkrankung und seelischer Behinderung und deren Angehörige-
      Der Sozialpsychiatrische Dienst ermöglicht Betroffenen sowie anderen Ratsuchenden eine auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte psychiatrische, soziale und gesundheitliche Unterstützung und Teilhabe.



      Zielgruppen:
      Der Sozialpsychiatrische Dienst kann in Anspruch genommen werden, wenn:
      • eine psychischen Erkrankung oder Behinderung besteht
      • eine Abhängigkeit, z.B. von Alkohol, Drogen oder Medikamenten besteht
      • starke Ängste und/oder Depressionen auftreten
      • Verzweiflung und Suizidgedanken auftreten
      • Ihr seelisches Wohlbefinden durch schwere Lebenskrisen beeinträchtigt wird
      • psychische Störungen im Alter auftreten
      Sie als Angehörige, Partner, Nachbarn oder Arbeitskollegen Beratung und Hilfe für das Zusammenleben mit einer psychisch erkrankten Person benötigen



      Leistungen für diesen Personenkreis:
      • Beratung über Hilfs- und Unterstützungsangebote in Wohnortnähe, z.B. Kliniken, Fachärzte/ Psychotherapeuten, Ergotherapiepraxen, Selbsthilfegruppen, ehrenamtliche Vereine, Wohn-, Betreuungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten über Eingliederungshilfe
      • Angehörigengruppe in der Dienststelle Geesthacht
      • Beratung und Orientierungshilfe bei Alltagsschwierigkeiten, z.B. mit Ämtern, Behörden, Finanzen
      • Beratung und Begleitung in besonders schwierigen Lebenssituationen, z.B. bei drohender Wohnungslosigkeit
      • Krisenintervention ggf. Vermittlung in eine psychiatrische Klinik
      • Ermittlung des Unterstützungsbedarfes und ggf. Vermittlung in eine geeignete Hilfe
      • Teilhabeplanung im Rahmen der Eingliederungshilfe
      • Vernetzung und Koordination der psychiatrischen Hilfsangebote
      Ist da wer?

      Bums Bums Corona brauch ich nicht Hopsassa!

      The post was edited 2 times, last by kim ().

    • Hm,

      meines Wissens her werden deine Schwierigkeiten vom ambulanten betreuten Wohnen abgedeckt.

      Lanlan wrote:

      Zudem habe ich große soziale Ängste(selbst jemanden nur zu grüßen oder anzuschauen bereitet mir schon Ängste) und lebe sehr isoliert. Abgesehen von gelegentlichen Treffen mit Verwandten habe ich seit Jahren keinerlei Kontakte. Ich spreche regelmäßig wochenlang kein einziges Wort.
      Hast du mal einen deiner Verwandten gefragt, ob sie dich zum Arzt begleiten können?
    • Ich empfehle auch ambulant betreutes Wohnen. Wir haben jemanden in der Familie, für den das Leben dadurch wirklich leichter geworden ist. Wichtige Entscheidungen(wie Finanzen usw.) sind ja davon gar nicht betroffen. Die Betreuung kann ja nur einzelne Lebensbereiche umfassen, und anderes ist davon unberührt.
      Liebe Grüße von Celsiana * Ich bin die ich bin
    • Hallo LanLan,
      in welchem Bundesland lebst du?
      Du kannst, wie Dieter schrieb, persönliches Budget beantragen. Wahrscheinlich ist es aber zunächst einfacher für dich, ambulant betreutes Wohnen (abgekürzt ABW oder BeWo) direkt zu beantragen. Dazu gibt es auch einige Beiträge und Erklärungen schon im Forum. Dies läuft über die Eingliederungshilfe. Man kann es jeder Zeit wieder kündigen.
    • Lanlan wrote:

      aber gleichzeitig auch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht?
      Bei meinem ambulant betreuten Wohnen ist es so, dass einem Dinge nicht komplett abgenommen werden sondern man nur unterstützt wird. Man kann alles selbst bestimmen und man bekommt nur bei den Dingen Hilfe wo man sagt "dabei brauche ich Hilfe" ohne das einem etwas aufgezwungen wird. Wenn man möchte würde das ambulant betreute Wohnen auch dabei unterstützen, solche Alltagsbewältigungen zu lernen aber auch das kann und darf man alles selbst entscheiden.