anhaltend stärkere autistische Symptome nach Burnout und Depressionen

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    • anhaltend stärkere autistische Symptome nach Burnout und Depressionen

      Hallo ihr Lieben, ihr habt mir schon viel mit euren Beiträgen geholfen und interessante hilfreiche Informationen gehabt.
      Auf diesem Wege möchte ich mich zunächst dafür bedanken und habe auch schon ein weiteres Anliegen. Habt ihr vielleicht die Erfahrung gemacht dass die autistischen Symptome nach einem Zusammenbruch, Burnout und oder Depressionrn anhaltend stärker geblieben sind?
      Ich bin nun seit 6 Monaten in der Erholungsphase und ich muss sagen , es wird irgendwie nicht mehr so wie es früher war. Es fühlt sich an als wäre was kaputt gegangen.
      Ich kann zwar wieder lachen und fröhlich sein aber ich kann viel weniger Stress vertragen als vorher, weniger Einflüsse verarbeiten, brauche mehr Ruhe noch weniger soziale Kontakte. Stärkere körperliche Symptome wie Rückenschmerzen , Ohrensausen, Augenzucken. Geht das jetzt nie mehr weg?
    • Elementarteilchen wrote:

      Ich kann zwar wieder lachen und fröhlich sein aber ich kann viel weniger Stress vertragen als vorher, weniger Einflüsse verarbeiten, brauche mehr Ruhe noch weniger soziale Kontakte. Stärkere körperliche Symptome wie Rückenschmerzen , Ohrensausen, Augenzucken
      Das du weniger Stress als vorher vertragen kannst, ist ein Anzeichen dafür, dass du noch nicht bei 100% bist. Rückenschmerzen können auch durch Stress entstehen.

      Die körperlichen Symptome sind eine Folge des Stresses und haben nichts mit den autistischen Merkmalen zu tun. Rückenschmerzen können auch, bei Verspannungen, Fehlhaltungen etc. auftreten.

      Hilfreich ist es, wenn du deine Stressresitenz verbesserst. Eine Möglichkeit ist die Denkweise, bei viel Arbeit.

      Beispiel:

      Viele Aufgaben, die erledigt werden müssen. Nicht damit beginne, ahh ich muss das noch machen, jenes noch machen, wie soll ich das nur schaffen. Damit erzeugst du dir selber sehr viel schlechten Stress.

      Besser ist: Ich habe viele Aufgaben, aber mehr als arbeiten kann ich auch nicht. Hilfreicher ist es, wenn du Aufgaben abgibst, damit du mehr Luft hast.

      Beim Sport auspowern hilft auch gegen Stress.

      Ich kann dir nur raten, nichts zu überstürzen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um deine normales Energieniveau wieder zu erlangen. Gerade nach einem Zusammenbruch, Burnout und Depression ist das immens wichtig.

      Nach einiger Zeit verschwinden auch die körperlichen Beschwerden wieder.
    • Ohne meinen Zuammenbruch wäre mein Autismus wohl noch lange nicht erkannt worden.
      Und ja, es dauert lange.
      Auch ist die "alte Form" noch nicht da, wobei das ja auch wieder mit dem Älterwerden zusammenhängt.

      Erst im Rückblick wurde mir klar, wie sehr ich mich damals "in der alten Form" überfordert und mich ignoriert hatte.
      Alles fand im "Durchhalten und irgendwie dann doch hinkriegen"-Modus statt.

      Jetzt merke ich deutlicher, was mich stresst, kann also frühzeitiger bewusst entstessen. Habe die Ansprüche an mich aufgegeben, mit denen ich mich früher überfordert habe.
      Dazu gehört auch, zu überlegen, ob irgendetwas wirklich getan oder von mir getan werden muss, ob das undbedingt jetzt (auch noch) sein muss usw.

      Je besser ich durchgehend auf mich und meinen "Gelassenheits-Level" achte, desto besser komme ich dann auch mit den Stressoren zurecht, die sich nicht vermeiden lassen.
      Dazu gehört auch, "Nicht Erledigtes" einfach als Nicht-Erledigt zu betrachten, und sich nicht allein aufgrund des Nicht-Erledigt gedanklich selbst zu stressen. Also auch was "liegenlassen können", ohne in negative Gedanken zu sich selbst zu verfallen.

      Ich musste lernen, mir selbst Ruhe und Nichts-Tun positiv zu erlauben. Und mir dann zugeste und erlauben, das eben so lange zu machen, bis ich mich wieder gerne mit etwas beschäftige.
      Damals habe ich dann auch sehr viel geschlafen.

      Es hatte mir nicht gut getan, den Zustand jetzt mit dem "Vorher" zu vergleichen.
      Besser wurde es, als ich lernte, meinen Blick darauf zu richten, was Jetzt vom Nullpunkt, als gar nichts mehr ging" schon wieder geht, was ich mir "zurückerobert" hatte.
      Je bewusster ich hinbekam, wobei es mit das Schwerste war, den "Defizit-Blick" zu stoppen, und das, was schon wieder klappt, auch als wertvoll zu schätzen und als hart erarbeitete Leistung wertschätzen zu lernen, desto schneller kam weiteres dazu.

      Genau wie vorher wird das nicht mehr - klar, man kannte ja bisher den Nullpunkt nicht.

      Jedes neue Wissen, auch das zu sich selbst, ändert "alles". Nicht anders, als wenn einem das erstemal bewusst wird, ein Ich zu haben, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, dass auch die Guten sterben, und es keine Märchengerechtigkeit gibt, oder das Bewusstsein der eigenen Unerheblichkeit im Vergleich zur Größe des Weltalls, um gleichzeitig "ein Universum" an Gedanken und Gefühlen zu sein, und für jede einzelne Körperzelle eine ganz enorme Erheblichkeit zu haben usw.

      Anderen, die diesen Nullpunkt nicht kennen, und was es für Arbeit erfordert, von dort zu starten, klönnen gar kein "Verständnis" dafür haben. Diese bringen dann manchmal Sprüche, dass es doch langsam mal "besser/mehr" sein müsste, das man sich "zusammenreißen soll" usw. Das liegt aber daran, dass DIE hier was nicht verstehen können (noch immer im Weihnachtsmann-Denken).
      Doof halt, das man irgendwie auch noch diese "alten Vorstellungen" und "Ansprüche" in sich zu sich hat, und dann denkt man zu sich auch gleich wieder "defizitär". Also wieder stoppen und realistisch betrachten. Und dazu die Ungeduld, die ich mit mir hatte....

      Es ist das Ergebnis deiner deiner harte Arbeit, gegen all das, was nach einem Zusammmenbruch alles mit entstehen kann, Müdigkeit, Aufgeben-Gefühle, Selbstverachtung und Scham, Verzweiflung, Verluste, Aufgeben müssen von Plänen und Vorstellungen, ohne irgendeine Idee, wie jetzt weiter, sich nicht mehr richtig kennen, merken, dass man nicht funktioniert, wie gewohnt, ohne neue "Funktionen" zu haben, usw.usw., was du heute alles schon wieder hinkriegst.

      Da zu viel zu wollen sorgt nur wieder für Selbstüberforderung und erzeugt zusätzliche Überforderungssymptome, die alle sagen "Gib dir Zeit, lass dir die Zeit, die es eben braucht, gib dir Ruhe, und sei dir gegenüber geduldig und wertschätzend". Gegen all das früher Gelernte und Gedachte, und wenn nötig, auch gegen diejenigen, die von außen ungeduldig auf dich einwirken.
      Und dann werden auch die Symmptome weniger, sie wurden ja "gehört und berücksichtigt".

      Wenn ich da mal wieder nicht auf mich achte, wupps, dann meldet sich wieder was...heute betachte ich die als meine "Verbündeten", die mich darauf hinweisen, mehr auf mich zu achten.
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
    • Ich bin für mich inzwischen an einem Punkt wo ich sage, es darf gar nicht so werden wie früher. Weil eine Zusammenbruch doch zeigt, dass früher irgendwas falsch gelaufen ist.
      Wir sagen, wir sind nicht mehr so Leistungsfähig wie früher. Vergessen aber, dass diese Leistungsfähigkeit von früher, wahrscheinlich gar nicht 100% waren, sondern 120% oder sogar 150%, wir es nur nicht wussten und uns damit überlastet haben.

      Nach einem Zusammenbruch ist man einfach ind er Regel viel achtsamer mit sich selbst und merkt, deshalb seine Grenzen früher.

      Ich bin zwar inzwischen soweit, dass ich das verstanden habe, aber das zu akzeptieren muss ich auch noch lernen. Aber so wie früher geht es halt nicht weiter.
      Mit Freude im Leben udn Freunden an der Hand ist schnell jeder Kummer im Leben gebannt.
    • Und es stimmt: es wird nicht mehr so wie früher und es darf auch nicht mehr werden wie früher. Das mit dem " mich nicht überfordern' kriege ich noch nicht hin. Ich gehe immernoch bis an die Leistungsgrenze , es ist immer noch was zu tun. Da bin ich ziemlich dumm .
    • Das hat nichts mit dumm zu tun.
      Aus der Lernpsychologie ist bekannt, dass das Umlernen wesentlich länger dauert und schwieriger ist, als etwas neu zu lernen.

      Und um aus diesem "bis an die Grenze gehen, die erst als Grenze gespürt wird, wenn sie schon längst überschritten ist"-Muster rauszukommen und dann ein neues zu etablieren braucht es enorm viele Einzel-Umlern-Erkenntnisse, und das muss ja auch erst mal geübt werden, bis es dann irgendwann immer besser sitzt.
      Da wäre es einfacher, wenn mal eben 2000 Worte der deutschen Sprache eine andere Bedeutung bekämmen und sich dazu die Grammatik komplett ändert und so ähnlich wie im Chinesischen aufgebaut wäre (Und wenn du dir ansiehst, wie schon allgemein geklagt wurde wegen ein paar läppischer geänderte Rechtschreibregeln.... ;) :d ).
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