Reha für Asperger?

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    • Reha für Asperger?

      Hallo liebe Forenmitglieder!
      Ich bin seit ein paar Jahren wegen Depressionen in Behandlung und seit langer Zeit auch arbeitslos. Mein Psychiater hatte nun beiläufig mal eine Reha angesprochen.
      Ich möchte nicht gern mit Menschengruppen zusammen sein. In Gruppen bekomme ich kein Wort raus und es wäre für mich sehr unangenehm.
      Deshalb frage ich mich, ob es spezielle Reha Einrichtungen gibt, die auf Asperger Patienten ausgerichtet sind.


      Lieben Gruß

      Mimi :)
    • Hallo, ein anderes Forenmitglied hatte auch mal diese Frage. Leider kam dabei nicht viel heraus.
      Es gibt scheinbar zumindest in Deutschland keine Klinik oder Einrichtung die quasi sowas wie Rehatherapien, stationäre oder ambulante Aufenthalte, Tageskliniken etc anbieten nur für Autisten.
      Das einzige was es gibt sind Autismuszentren. Das wird entweder von dir selbst bezahlt, oder vom Sozialamt.
      Das zu beantragen scheint aber nicht so leicht zu sein, und jedenfalls in Essen und dem Zentrum wo ich sowas machen wollte wird man da recht allein gelassen.
      Die Therapien in den Autismuszentren sind auch anders als die in Tageskliniken oder Psychiatrien, sie setzen weniger auf Persönlichkeitsstärkung durch Übungen die der Psyche und Selbstreflektion dienen sondern versuchen einen eher dazu zu bringen normaler zu wirken. Das ist jedenfalls mein Eindruck den ich auf andere Mitglieder einer Einrichtung in Essen habe.
      Da wird mehr auf eigene Selbstkontrolle und Training der eigenen sozialen Fähigkeiten gesetzt.
      Der Autist soll quasi lernen sich wie ein normaler Mensch zu verhalten und soll lernen wie sich normale Menschen untereinander verhalten und das verstehen lernen um es dann selbst anzuwenden so gut es geht.
      Man muss für sich selbst herausfinden ob man das lernen möchte.
      Dann gibt es noch die Rehabilitation beim Arbeitsamt "Teilhabe am Arbeitsleben" die aber auch allgemein ist und nichts autismus-spezifisches im Angebot haben.
      Je nachdem was man kann und machen will, kann man eine Umschulung, eine Erstausbildung machen oder in Behindertenwerkstatt oder auch andere Sachen die ich aber nicht kenne bzw weiß wie die sich genau nennen.
    • Das liest sich wirklich gruselig was Regenbogenwusli schreibt über Reha.
      In so eine Einrichtung würde ich niemals gehen. Es wurde bei mir ebenfalls angefragt ob ich an einer Reha teilnehmen will. Ich bin seit dem Burnout und den darauffolgenden Depressionen krank geschrieben wie Mimi.
    • Und ausserdem ist es gerade der soziale Anpassungsdruck der mich krankgemacht hat.
      Ich muss nicht lernen wie "Normale" funktionieren. Ich will einfach nur meine Ruhe und dann geht's mir auch gut.
      Tony Atwood hat gesagt. Menschen leiden nicht unter Asperger sie leiden unter anderen Menschen
    • Eine Autistische Reha könnte ich mir schon gut vorstellen. Da könnten sie einen Raum hinmachen, der ganz leer ist und in nur einer Farbe beleuchtet. Oder mehrerer solcher Räume. Im Garten verschiedene Wasserspiele, duftende Kräuter, Barfußwege. Tanks zum floaten, oder Salzwasserbecken, Angebot von verschiedener Art von Massage, Klangtherapie, Cranio Sacral(die 3 finde ich bei meiner stationären Schmerztherapie gerade schön)
      Qi Gong oder Yoga in sehr kleinen Gruppen(3 oder so).
      Verschiedene Druckpunktmatten oder Massagematten wären vielleicht auch cool. Ein See, auf dem man rudern, oder paddeln kann, und drin schwimmen, große Aquarien mit Fischen und Krabben und Seeanemonen.
      Räume, in denen Behälter sind mit tausenden Glasmurmeln, Trockenbohnen usw.
      Bällebad und anderes zum hineinlegen. Verschiedene Gewichtsdecken zum ausprobieren, Wasserkissen.
      Anderes haptisches Genussmaterial. Hach, da fiele mir schon Einiges ein.
      Liebe Grüße von Celsiana * Ich bin die ich bin
    • Je nach dem, in was für einer Reha man landet bzw. mit wem, kann es sein, dass sie autismusfreundlicher sind als andere. Ich hab schon auch teilweise gute Erfahrungen gemacht mit "klassischer" Psychiatrie, weil manche da so krass depressiv waren, dass die auch absolut kein interesse an Kommunikation und sozialer Interaktion hatten und ich mit meinem autistischen "Lasst mich doch einfach in Ruhe" gar nicht so aufgefallen bin.
      Kein Kommentar.
    • Danke für eure Beiträge. Ich will nicht wegen Asperger eine Reha machen :) Sondern wegen der Depressionen.
      Eine spezielle Klinik für AS wird es dann wohl nicht geben. Und ich habe auch wie `Elementarteilchen´schon Anspannung in Wartezimmern. Die Schule war damals die Hölle für mich!
      Eine Reha vom Arbeitsamt möchte ich ungerne machen. Schon gar nicht in einer Behindertenwerkstatt! Oh Graus!
      Was ist, wenn ich von der Krankenkasse zu einer Reha aufgefordert werde? Wenn ich die ablehne, ist das nicht gut für meinen EM Rentenantrag, den ich anstrebe.
    • Liebe Mimi, sprich doch mal mit deinem behandelnden Arzt darüber . Hier im Forum wurde zuletzt auch autistischer Burnout thematisiert. Ein Mensch aus dem Spektrum mit Depressionen braucht möglicherweise eine völlig anders geartete Therapie als jemand mit "nur" Depressionen.
      Die üblichen Reha Maßnahmen sind für mich kontraproduktiv, mein Arzt weiß das und meine Krankenkasse auch. Es entstehen mir keine Nachteile dadurch . Vielleicht quälst du dich nächstes Mal nicht im Wartezimmer sondern wartest draußen. Das mache ich auch so und wird akzeptiert. Der Arzt holt mich rein.
    • Mimi wrote:

      Ich will nicht wegen Asperger eine Reha machen Sondern wegen der Depressionen.
      Aus einem anderen Kontext kenne ich jemanden mit posttraumatischer Belastungsstörung, da ging es auch um die Depression, und die Reha-Einrichtung, die nach ein oder zwei Fehlversuchen [man darf ja abbrechen, wenns gar nicht geht] geklappt hat, war in Wandlitz (bei Berlin).

      Das ist jetzt natürlich schon ein paar Jahre her, weiß nicht ob das noch hilft ...
    • Eine orthopädische Reha war für mich grad eben ertragbar, weil ich mich an Gruppenaktivitäten weitgehend nicht beteiligen musste. Und es keine Gruppentherapien auf der Psychschiene gab.

      Die psychosomatische Reha (u.a. wegen angebl. Depression) war die Hölle für mich. Es waren nicht nur die verpflichtenden Gruppenaktivitäten, sondern auch das Rückzugsverbot, die mich mehrmals täglich neu getriggert und belastet haben. Danach war ich traumatisiert und werde so etwas ganz sicher nie wieder machen.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~