Ich hassehassehassehasse Kinderlärm

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    • Aldana wrote:

      Das Problem ist eben, das die meisten Kinder diesbezüglich heutzutage schlichtweg nicht mehr erzogen werden. Jüngere Kinder haben noch Schwierigkeiten ihre Lautsträke zu regulieren und Kinder müssen auch mal Zeiten haben, in denen sie das ungehemt und unbeschränkt rauslassen können. Die Betonung liegt aber auf mal, eben da wo der Störgrad Unbeteilgter sich in Grenzen hält und nicht ausgerechnet da, wo er am größten ist. Aber an dem Punkt versagen die Erziehungsberechtigten und sonstigen Aufsichtspersonen zunehmend mehr. Rücksichtnahme auf andere gehört heutzutage leider nicht mehr zu den Erziehungszielen, da werden nur noch kleine Egoisten herangezogen.
      Das beobachte ich auch ähnlich.

      Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich die Herausforderungen, auch in Beziehungsfragen, mit der jeweiligen Zeit stark wandeln oder auch zunehmen. In einer so schnelllebigen Zeit wie der heutigen ist der Druck mitzugehen und den besten Stil zu finden ( Stichwort Optimierungsdruck) wahrscheinlich nochmal ein ganz anderer, als er es zum Beispiel zu früheren Zeiten war.
      Von jungen Müttern aus dem ferneren Bekanntenkreis
      bekomme ich manchmal etwas von derlei neuen Zwängen mit, das fängt schon bei übergriffigen Bemerkungen und ungefragten „Befehligungen“ zum Stillen an und setzt sich bei Erziehungsstilen fort.
      Für Kinder sind das glaub ich auch deshalb schwere Zeiten, weil die natürlichen und wichtigen Grenzen, die Kinder ja brauchen, überall bröseln.

      Ich habe kein Kind und keinen Kinderwunsch, was mit vielen Faktoren zu tun hat.
      Einer davon ist, dass ich diese sozialen Zwänge und Übergriffigkeiten (auch unter Müttern) scheue. Dass mich Babies und deren Lautäußerungen eher abschrecken kommt hinzu.
      Allerdings stelle ich fest, ich halte es mit Kindern eigentlich wie mit Erwachsenen, entweder sie sind mir sympathisch und interessieren mich (seltener) oder eben nicht.

      Das lässt sich auch auf den fabrizierten Lärm beziehen. Wie gesagt können mich schrille Kinderschreie quälen, ebenso kann dies aber auch ein Erwachsener mit für mich unangenehmer Stimme schaffen, dafür muss er nicht mal laut werden.

      Zuletzt hat eine Frau in der Nachbarschaft, offenbar unter Drogeneinfluss oder alkoholisiert, einen ganzen Tag auf dem Balkon unerträglich wiehernd gelacht, im Minutentakt, so dass ich am Abend fast durchgedreht bin.
      Doch begann auch er in Menschengestalt, und er tappte im Dunkeln, und seine Taten waren zufällig, bis ihm offenbart wurde, wer er sei und was er solle.
      – Peter Høeg, Fräulein Smillas Gespür für Schnee
    • Ich habe das Gefühl, dass hinter dieser empörten Reaktion, von wegen ihr Kind dürfte das, schlicht die Resignation steckt, sich nicht durchsetzen zu können. Gegen ein Kind. Vielleicht sollten manche Menschen besser keine Kinder haben. Leider ist es ja recht einfach welche zu machen.
    • Ich wohne bei einem Spielplatz. Ich habe dein Eindruck, dass für etwa die Hälfte der Kinder "spielen" bedeutet, permanent schrill zu schreien. Der Freund von mir, der bei einer Kita wohnt, beobachtet es ebenso. Die Hälfte der Kinder rennt schreiend im Kreis. Aber eben nicht "mal", sondern als Dauerbeschäftigung.

      Gestern müssen sie wohl alle gleichzeitig gegen den Metallzaun gesprungen sein, um ihn zu "rütteln", dem Sound nach zu urteilen. Bei schönem Wetter ist ein offenes Fenster hier eine krasse Herausforderung.

      Letzte Woche war ich mit meinem Vater in einem Museum. Leider zeitgleich mit einer Kindergruppe. War auch mit ANC-Kopfhörern nur gerade so erträglich. Permantes schreien und rennen, überall, wo man was anfassen kann ohne Sinn und Verstand drauf losdrehen, drücken, schlagen.

      Ich bin kein Kinderfeind und ich habe Verständnis dafür, dass Kinder auch mal laut und wild sind. Aber nicht ständig und nicht überall.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Team Ghostcat wrote:

      Ich habe das Gefühl, dass hinter dieser empörten Reaktion, von wegen ihr Kind dürfte das, schlicht die Resignation steckt, sich nicht durchsetzen zu können. Gegen ein Kind.
      Eher denke ich, sie können sich nicht wirklich für das Kind einsetzen, habe vielleicht den Bezug verloren oder ihn erst gar nicht finden können :roll: .
    • Kayt wrote:

      Ich wohne bei einem Spielplatz. Ich habe dein Eindruck, dass für etwa die Hälfte der Kinder "spielen" bedeutet, permanent schrill zu schreien. Der Freund von mir, der bei einer Kita wohnt, beobachtet es ebenso. Die Hälfte der Kinder rennt schreiend im Kreis. Aber eben nicht "mal", sondern als Dauerbeschäftigung.
      ...

      Letzte Woche war ich mit meinem Vater in einem Museum. Leider zeitgleich mit einer Kindergruppe. War auch mit ANC-Kopfhörern nur gerade so erträglich. Permantes schreien und rennen, überall, wo man was anfassen kann ohne Sinn und Verstand drauf losdrehen, drücken, schlagen.
      Ich hab so aus der Ferne den Eindruck, dass viele Kinder nicht mehr lernen wirklich zur Ruhe zu kommen und deswegen ständig so unter Strom stehen. (RW)
    • Vorhin grade gelesen von Kindern, die mit einer kleinen Katze Fussball gespielt haben, was für die Katze mit einem Schädelbruch endete. Ganz ehrlich, ich möchte mit den Köpfen dieser Kinder, sowie denen ihrer Eltern, die ihnen keinen Respekt vor anderen Lebewesen beibringen, auch Fussball spielen! Mit Stahlkappenschuhen! Was in aller Welt stimmt mit manchen Menschen nicht?! :evil:
    • Ich bin auch schon von Kinderlärm sehr irritiert gewesen und habe mich entfernt wenn es ging.

      Aber was mich wirklich auf die Palme bringt sind Frauenunterhaltungen aus einer Entfernung mitanhören zu müssen. In meiner letzten Wohnung haben ständig 2 Nachbarsfrauen getratscht und so viel Musik kann ich nicht hören um das zu überdecken. Ich hatte lebhafte Wunschfantasien, beiden eine Ohrfeige zu geben damit sie still sind. Gemacht habe ich es natürlich nicht. Gesagt habe ich auch nichts, kann man ja nicht. Ich habe still gelitten im Sommer. Im Winter haben sie nicht draußen getratscht, da war Ruhe.

      Es ist irgendwas mit der Tonlage und dem Tonfall, was mich komplett triggert. Auch wenn man nur die Melodie hört und die Intervalle so weiß man genau, dass jetzt über irgendwen hergezogen wird und gebondet wird indem man zusammen über wen anderes lästert. Frauen halt. Also inhaltlich ein trigger, und Stimmlage und Tonfall ein weiterer Trigger.
      Ich habe ja nun selber so eine Tonlage und selbst wenn ich selber zu viel rede gehe ich mir selber komplett auf den Geist. Also, auch daß sich unterhalten wirklich für sich schon anstrengend ist, das kommt dazu.

      Männerunterhaltungen kann ich meist ausblenden. Von Ferne einer gemischten betrunkenen Festgesellschaft zuhören ist aber auch schlimm.

      Für mich sind es nicht nur Kinder, obwohl Geplärre natürlich auch bei mir die Emotionen erweckt wofür es evolutionär entwickelt wurde: das Bedürfnis es abzustellen irgendwie und wenn man sich dafür halt drum kümmern muß, egal. Hauptsache man findet den Ausschalter.

      The post was edited 1 time, last by Tilia_0 ().

    • Kinder brauchen Bewegung und Sport, was immer mehr verkümmert. Irgendwann bricht es dann heraus, aber eine halbe Stunde zum Bus laufen ist oft schon zuviel. Zudem wird Kindern vermittelt, daß das Leben aus Freiheit ohne Pflichten bestünde (Rücksichtnahme, aktive Beteiligung, altersangemessene Arbeitspflicht in Schule und Elternhaus). Oft setzen sich die Krakeeler durch (worunter meine Tochter oft gelitten hat), und andere werden kaum gehört/antiautoritäre Erziehung. Zu viele Reformen haben alles verschlimmert und irsinnig viele Lehrerstellen geschaffen, weil den Lehrern schrittweise immer mehr sSanktionsmöglichkeiten genommen wurden. Bei 30 Schülern sind viele Pädagogen überfordert, wie hat das blos früher mit bis zu 50 Schülern pro Klasse geklappt...?
    • Schwarze Katze wrote:

      Ich hab so aus der Ferne den Eindruck, dass viele Kinder nicht mehr lernen wirklich zur Ruhe zu kommen und deswegen ständig so unter Strom stehen. (RW)
      Definitiv. Wenn ich sehe, wo die Kinder überall mit hin geschleppt werden...
      Letztens erst waren bei einer Familienfeier mehrere Babies mit dabei, bis ca. 23 Uhr. Da war längst der DJ am Werke. Laut Lautstärke-App waren es um die 95dB in 15m Entfernung, die Babies waren teils noch näher dran.
      Gehörschäden sind da fast zwangsläufig zu erwarten und dann schreien sie womöglich auch deswegen lauter, weil sie selbst es ja gar nicht mehr als laut wahrnehmen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Hallo,

      ich habe mal gelesen, das es bei Kindern wohl weniger die Erziehung wäre, sondern das Kinder sehr viel über Nachahmung und Vorbilder lernen würden. Was auch heißt, das sie so sind/werden, wie es ihnen vorgelebt wird. Und wenn manche Eltern manche Kompetenzen selbst nicht haben, können sie das auch logischer Weise nicht ihren Kindern beibringen. Ich denke die Kinder können da am wenigsten dafür, wie sie sind oder wie sie sich verhalten.

      Wenn Eltern auch nicht vorleben, das Rücksicht und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen wichtig ist, woher sollen die Kinder es dann wissen oder lernen. Und die geben das dann später vielleicht auch genau so an ihre Kinder weiter, weil sie es selbst nicht besser können.

      LG IceQueen.
      Ich bin zur Zeit vorübergehend nicht im Forum aktiv.
    • IceQueen wrote:

      ich habe mal gelesen, das es bei Kindern wohl weniger die Erziehung wäre, sondern das Kinder sehr viel über Nachahmung und Vorbilder lernen würden. Was auch heißt, das sie so sind/werden, wie es ihnen vorgelebt wird. Und wenn manche Eltern manche Kompetenzen selbst nicht haben, können sie das auch logischer Weise nicht ihren Kindern beibringen. Ich denke die Kinder können da am wenigsten dafür, wie sie sind oder wie sie sich verhalten.
      Das Vorleben gehört für mich zur Erziehung dazu.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Aldana wrote:

      Das Problem ist eben, das die meisten Kinder diesbezüglich heutzutage schlichtweg nicht mehr erzogen werden. (...) Rücksichtnahme auf andere gehört heutzutage leider nicht mehr zu den Erziehungszielen, da werden nur noch kleine Egoisten herangezogen.
      Also frei nach dem Motto: früher war alles besser?
      Nein, das war immer schon so und wird auch immer so bleiben.
      Die Erwachsenen von heute waren selbst als Kinder genauso rücksichtslos und laut wie die heutigen Kinder.

      Ich muss es doch wissen, schließlich bin ich zufällig selbst jahrelang Kind gewesen.

      Ich war sicherlich im Durchschnitt eher leiser als andere Kinder und gelegentlich hat mich sogar als Kind schon der Lärm von andere Kindern gestört. Aber ich kann eben auch nicht behaupten, dass ich als Kind nie selbst mal laut gewesen und andere gestört hätte.

      Ich kann mich sehr gut erinnern, dass ich (im Alter von 12 oder 13 Jahren) zusammen mit drei etwa Gleichaltrigen selbst mal angemotzt wurde, weil wir beim Spielen auf einer Wiese im Urlaub angeblich ruhestörenden Lärm verursacht hätten und der Herr aus Zimmer 4 meinte, er hätte einen Anspruch darauf, ungestört in der Sonne zu liegen. Natürlich haben wir uns dann aus seiner Nähe verzogen, aber damals haben wir uns geschworen, dass wir als Erwachsener toleranter gegenüber Kinderlärm sein würden. Und ich habe mich bis heute daran gehalten und überhaupt kein Problem damit, mich im Urlaub oder der Freizeit bestens zu entspannen, wenn ganze Horden von kindern um mich herumtoben.

      Aldana wrote:

      Jüngere Kinder haben noch Schwierigkeiten ihre Lautsträke zu regulieren und Kinder müssen auch mal Zeiten haben, in denen sie das ungehemt und unbeschränkt rauslassen können. Die Betonung liegt aber auf mal, eben da wo der Störgrad Unbeteilgter sich in Grenzen hält und nicht ausgerechnet da, wo er am größten ist. Aber an dem Punkt versagen die Erziehungsberechtigten und sonstigen Aufsichtspersonen zunehmend mehr.
      Das ist selektive Wahrnehmung deinerseits. Wir waren damals auch die meiste Zeit überhaupt nicht in der Nähe dieses Herrn, sondern haben auch ganz oft im nahegelegenen See gebadet oder sind mit dem Schlauchboot gefahren. Aber diese ganze Zeit, wo er seine Ruhe vor uns hatte, hat er einfach nicht achtsam wahrgenommen und genießen können. Und sobald wir zu Egoisten verzogenen Rotzlöffel dann mal für eine halbe Stunde in Hörweite waren, hat er sich aufgeregt. Da bin ich bis heute (wo ich deutlich älter bin als er damals) der Auffassung, dass das eher sein Problem war als unseres.

      IceQueen wrote:

      Wenn Eltern auch nicht vorleben, das Rücksicht und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen wichtig ist, woher sollen die Kinder es dann wissen oder lernen.
      Meine Eltern haben es mir und meiner Schwester damals vorgelebt, und auch das andere damals an der "Ruhestörung" beteiligte Geschwisterpaar war in dieser Beziehung objektiv betrachtet sicherlich "gut erzogen". Aber es hat uns nicht davor geschützt, subjektiv als "kleine Egoisten" wahrgenommen zu werden, sobald das Bedürfnis des besagten Herrn aus Zimmer 4, auch mal ungestört in der Sonne zu liegen, zeitgleich mit unserem Bedürfnis kollidierte, auch mal etwas (!) lauter auf der Wiese zu spielen.

      Das Problem sehe ich aber eher in den negativen Gedankenketten, die das damals beim betroffenen Herrn und heute bei euch auslöst. Das bringt doch überhaupt nichts, den damaligen oder heutigen Kindern schlechte Erziehung zu unterstellen, nur weil momentan das Bedürfnis des Erwachsenen nach ungestörter Ruhe nicht mit dem Spieltrieb der Kinder unter einen Hut (RW) zu bringen ist.

      Damals wie heute haben offenbar sehr viele Erwachsene ein Problem damit, sich von solchen negativen Gedankenketten zu lösen oder sie im Idealfall gar nicht erst aufkommen zu lassen. Vielleicht ist es eher das, was man schon im Kindesalter durch die Erziehung vermittelt bekommen sollte. Und vielleicht hat die Erziehung der heutigen Erwachsenen genau in diesem Punkt schon vor Jahrzehnten versagt.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • Tuvok wrote:

      Ich kann mich sehr gut erinnern, dass ich (im Alter von 12 oder 13 Jahren) zusammen mit drei etwa Gleichaltrigen selbst mal angemotzt wurde, weil wir beim Spielen auf einer Wiese im Urlaub angeblich ruhestörenden Lärm verursacht hätten und der Herr aus Zimmer 4 meinte, er hätte einen Anspruch darauf, ungestört in der Sonne zu liegen. Natürlich haben wir uns dann aus seiner Nähe verzogen, aber damals haben wir uns geschworen, dass wir als Erwachsener toleranter gegenüber Kinderlärm sein würden.

      Mein Eindruck ist, dass sich die Art des Lärms verändert hat. Laut waren Kinder schon immer. Es waren meiner Einschätzung nach früher mehr Geräusche, die mit dem unmitelbaren Spielen zu tun hatten, interaktives Rufen, Rollschuhe, Kettcars usw..
      Heute höre ich öfter haltlos wirkendes Kreischen oder Rufen was ich nicht der interaktiven Spielfreude zuordnen kann.
      Sicher gabs das früher auch schon. Mir erscheint es einfach deutlich zuznehmen.
    • Tuvok wrote:

      Das Problem sehe ich aber eher in den negativen Gedankenketten, die das damals beim betroffenen Herrn und heute bei euch auslöst. Das bringt doch überhaupt nichts, den damaligen oder heutigen Kindern schlechte Erziehung zu unterstellen, nur weil momentan das Bedürfnis des Erwachsenen nach ungestörter Ruhe nicht mit dem Spieltrieb der Kinder unter einen Hut (RW) zu bringen ist.

      Bei manchen Kindern ist es nur leider nicht "mal" wie bei dem Herr in deinem Beispiel. Ich habe hier 2 Nachbarskinder ein Haus weiter ca. 5 und 7 die so laut spielen, als würde man neben einem Kindergarten wohnen. Im Sommer ist das dieses Jahr jeden Tag ab ca. 17 Uhr und in den Ferien/Wochenende kann das auch schon Mal den ganzen Tag so gehen. Dieses Jahr wo es so arg heiß ist tagsüber ist es weniger, aber die 2 letzen Jahre seit ich hier wohne war das nahezu täglich spätestens ab 11 Uhr standard hier. Vor allem noch, als dann auch noch Schule/Kindergarten zu hatte und die Kinder zuhause waren. Bei dem Herr in deinem Beispiel würde ich genau so vermuten, das vielleicht ihm auch nicht vorgelebt wurde mal manches zu tolerieren. Wenn das evtl. Eltern waren, die sich möglicher Weise wegen "jedem Furz" (Redewendung) aufreregt oder irgendwo beschwert haben, kann das der besagte Herr in deinem Beispiel später vielleicht auch nicht anders machen.

      Ich merke es z.B. bei mir, das meine Toleranz abhängig von meiner aktuellen Belastbarkeit ist. Wenn es mir gut geht, ich emotional stabil und nicht überlastet oder kurz vor einem Overload bin, stört mich so was weniger bzw. ich kann es besser aushalten. An schlechten Tagen (vorher Belastung gehabt o.ä.) hätte ich einfach die Kompetenz nicht mehr, das dann noch zusätzlich aushalten zu können. Das man evtl. überreagiert oder ein "dünneres Nervenkostüm" (Redewendung) hat, wenn man überlastet ist, geht jedem Mensch so. Es hat auch jeder eine andere Belastungsgrenze.

      Natürlich ist es auf der einen Seite meine Sache, mich selbst darum zu kümmern bei Überlastung wieder "runter zu kommen" (Redewendung). Und die Welt fragt mich natürlich auch nicht, ob ich gerade Ruhe brauche. Das ist für mich aber auch kein Argument, um (abhängig der Situation und häufigkeit) sein Kind komplett rücksichtslos machen zu lassen und zu sagen "Spieltrieb der Kinder" Es gibt Situationen, wo es auch durchaus eine vermeidbare Lärmquelle sein kann. Ein Kind muss z.B. nicht jeden Morgen um 6 Uhr in einem Mehrparteien Haus jeden Treppenabsatz runter springen. Das hat nichts mit Spieltrieb zu tun, einem 5-jährigen kann man erklären, das man die Treppen normal runter läuft. Und das es um die Uhrzeit andere Mieter stören könnte, da kann man als Eltern auch selbst drauf kommen und entsprechend Rücksicht nehmen. Aber selbst da darf man scheinbar nichts dagegen sagen.

      LG IceQueen.
      Ich bin zur Zeit vorübergehend nicht im Forum aktiv.
    • Tuvok wrote:

      Nein, das war immer schon so und wird auch immer so bleiben.
      Nein, das war nicht schon immer so. Ich habe im Kindergarten noch gelernt, dass ich auf dem Kindergartenspielplatz unbeschränkt rumtoben darf, aber eben nicht, wenn wir als Gruppe auf der Straße und erst recht in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, da wurden wir von den Erziehern angehalten still zu sitzen und leise zu sein.
      In den letzten 10 Jahren habe ich es ein einziges Mal erlebt, dass ein Erzieher das noch so gehandhabt hat, mit dem Ergebnis, dass die auf dem Bahnsteig noch alterstypisch laute Gruppe von ca. 5- bis 6-Jährigen dann nach dem Einsteigen in der S-Bahn wirklich mucksmäuschen still war und erst nach dem Ausstieg auf dem Bahnsteig wieder lauter.
    • Hallo Zusammen, ich hatte vor 2 Wochen eine ambulante OP am Ohr und war davor eigentlich nicht besonders aufgeregt, weil es keine große Sache war. Als ich dann zum vereinbarten Termin im KH war, war vor mir ein kleiner Junge dran, der sich auf keinen Fall behandeln lassen wollte. Ich schrie die ganze Zeit wie am Spies und keiner konnte ihn beruhigen, anscheinend haben die Eltern es auch versäumt, ihn entsprechend vorzubereiten, Resultat das Ganzes war: Mutter heult, Vater wird sauer und ich warte unnötigerweise eine Stunde länger auf meine OP. Ich habe ja wirklich Verständnis, dass es für ein kleines Kind beängstigend ist, aber ich war drauf und dran zu gehen. Außerdem war es an dem Tag extrem heiß, irgendjemand im Wartezimmer hat ständig telefoniert, ich hatte Angst, das mein Parkticket abläuft und habe mich ein wenig selbst bedauert, weil ich keine Sau habe, die mich zu diesem Termin begleitet hat. Seit dem (13.07.2022) bin ich krankgeschrieben, die OP Narbe hat sich entzündet und ich sollte morgen eigentlich wieder arbeiten, aber ich bin so überfordert und möchte nicht, andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen und halte mich für eine Memme. Sorry, ich bin wohl etwas abgeschweift.
    • Tilia_0 wrote:

      Es ist irgendwas mit der Tonlage und dem Tonfall, was mich komplett triggert. Auch wenn man nur die Melodie hört und die Intervalle so weiß man genau, dass jetzt über irgendwen hergezogen wird und gebondet wird indem man zusammen über wen anderes lästert. Frauen halt. Also inhaltlich ein trigger, und Stimmlage und Tonfall ein weiterer Trigger.
      Ich habe ja nun selber so eine Tonlage und selbst wenn ich selber zu viel rede gehe ich mir selber komplett auf den Geist. Also, auch daß sich unterhalten wirklich für sich schon anstrengend ist, das kommt dazu.

      Männerunterhaltungen kann ich meist ausblenden.
      Ja, das kenne ich gut, wobei es bei mir leider nicht auf Frauen beschränkt ist.
      Kinderlärm ging mir früher übelst auf den Wecker, doch letzthin wurde es deutlich besser. Dadurch, dass ich ihm als Vater nicht mehr aus dem Weg gehen konnte, wurde mein Fell tatsächlich dicker.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Tuvok wrote:

      Die Erwachsenen von heute waren selbst als Kinder genauso rücksichtslos und laut wie die heutigen Kinder.
      Da musst Du schon 1-2 Generationen weiter zurückgehen.
      Als ich Kind war, haben fremde Erwachsene noch ein Machtwort gesprochen, man hat darauf gehört und alle Anderen fanden es in Ordnung.
      Heute wird der Erwachsene im schlimmsten Fall direkt krankenhausreif geschlagen. Oder die Eltern des Kindes verklagen ihn wegen seelischer Grausamkeit. Zum Glück bleibt es meist nur bei Nichtrespekt und Beleidigungen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_