Rumination/Regurgitation

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    • Rumination/Regurgitation

      hey Ihr

      hier mal ein Versuch. Vielleicht kann ja jemand was damit anfangen.

      Rumination war mir bis vor kurzem noch kein Begriff, zumindest nicht im Zusammenhang mit gastrophysiologischem.
      Rumination meint "Wiederkäuen". Und ich spreche von diesem Phänomen beim Menschen. Wem das zu eklig ist, kann gerne an dieser Stelle wegdrücken.
      Bei der Rumination kommt das Essen eine kurze Zeit nach der Aufnahme wieder hoch, meistens wird es dann erneut gekaut und entweder wieder geschluckt oder ausgespuckt. Dabei spürt man keine Übelkeit und es schmeckt auch nicht nach Magensäure oder Erbrochenem.
      Bis vor kurzem dachte ich noch dass das alle Menschen mehr oder weniger machen würden (wobei mir natürlich klar war dass der Mensch eigentlich kein klassischer Wiederkäuer ist) ... da das bei mir das schon seitdem ich denken kann auftritt. Es war mir die meiste Zeit garnicht bewusst dass ich das tue, passierte irgendwie automatisch und oft auch gut versteckt. Ich hatte nie mit jemanden darüber gesprochen, auch wenn ich zwar dachte das wäre ziemlich "normal", hatte ich das doch einsortiert in "darüber spricht man nicht". Vor kurzem bin ich dann auf diesen Begriff gestoßen und dass es als Essstörung aufgefasst wird, es lässt sich aber dennoch eher wenig darüber herausfinden.

      Ich würde nicht sagen dass ich all die Jahre einen direkten Leidensdruck deswegen hatte, vermute dass es eine Art der Selbststimulation/Selbstberuhigung ist. Aber gerade seitdem ich mich damit dann mal bewusst beschäftigt habe, fällt mir es mir natürlich noch mehr auf wenn es passiert. Es wird dadurch ein ganzes Stück unangenehmer und schlecht für die Zähne ist es auch, selbst wenn noch nicht viel Magensäure enthalten ist. Also würde ich gerne damit aufhören, aber das sagt sich einfacher als es ist..

      soviel erstmal von mir dazu, ich bin gespannt ob das jemand kennt :oops: ;)
    • Ich kenne das tatsächlich nur von Wiederkäuern. Kannst du es denn steuern? Du schreibst, du tust es unbewusst, aber kannst du es bewusst nicht tun? Hintergrund meiner Frage: Es könnte ja vielleicht auch eine organische Ursache haben wie eine Speiseröhrenaussackung, eine Störung der Spreiserohreninnervation, ein Hindernis auf dem Weg zum / in den Magen... Ein Besuch beim Gastroenterologen wäre sicher sinnvoll, um organische Ursachen auszuschließen. Gerade weil du es "schon immer" tust und immer dachtest, dass das quasi normal ist, wäre eine angeborene Fehlbildung denkbar...
    • Von so etwas habe ich bisher auch noch nie gehört - dementsprechend kenne ich das auch von mir nicht.
      Meine Vermutung wäre auch als erstes, dass bei dir vielleicht eine Störung im Verdauungstrakt vorliegt.Also das würde ich an deiner Stelle definitiv als erstes abklären lassen.
    • lixmo wrote:

      ich bin gespannt ob das jemand kennt
      Ich habe davon auch noch nie gehört (bin Ärztin). Von Regurgitationen zum Beispiel bei krankhaften Verengungen der Speiseröhre oder bei Bewusstlosigkeit schon. Aber als ein regelmäßig "einfach so" auftretendes Phänomen incl. "Wiederkäuen" nicht.

      Ich würde damit an Deiner Stelle auf jeden Fall mal bei einem Gastroenterologen vorstellig werden. Auch wenn Du dabei keinen sauren Geschmack bemerkst kann es durchaus sein, dass bei dem Vorgang Magensäure in die Speiseröhre gelangt, was auf die Dauer zu erheblichen Schäden der Schleimhaut führen kann. Und damit ist nicht zu spaßen. So etwas MUSS nach meinem Dafürhalten fachärztlich abgeklärt werden.
    • Ja es geschieht zwar ziemlich automatisch aber ich kann es schon steuern. Der Vorgang wird mehr oder weniger willentlich angestoßen. Aber ich kann nicht einfach so komplett damit aufhören, was ich gerne würde. Also es fühlt sich nach einer tief eingefahrener Gewohnheitsstörung an. Ich habe quasi auch einen inneren Drang danach. Aber es kann schon sein, dass organisch auch irgendwas verändert ist bei mir.

      Ist es so dass Menschen die das nicht machen, garnicht wüssten wie sie das anstellen sollen?

      Danke für eure Bestärkungen. Ihr habt recht, ich werd damit mal zum Arzt gehen.
    • lixmo wrote:



      Ist es so dass Menschen die das nicht machen, garnicht wüssten wie sie das anstellen sollen?
      Genau!
      Ich kenne niemanden, der willentlich Essen aus dem Magen hochholen kann.
      Wie das funktionieren soll, ohne sich den Finger in den Hals zu stecken, ist mir ein Rätsel! Ich denke, das geht allen Menschen so. Bis auf die wenigen Ausnahmen, denen dieses Phänomen geläufig ist.

      Unbedingt mal ärztliche Hilfe holen.
    • Eryniell wrote:

      lixmo wrote:

      Ist es so dass Menschen die das nicht machen, garnicht wüssten wie sie das anstellen sollen?
      Genau!Ich kenne niemanden, der willentlich Essen aus dem Magen hochholen kann.
      Wie das funktionieren soll, ohne sich den Finger in den Hals zu stecken, ist mir ein Rätsel! Ich denke, das geht allen Menschen so. Bis auf die wenigen Ausnahmen, denen dieses Phänomen geläufig ist.

      Unbedingt mal ärztliche Hilfe holen.
      Dem kann ich mich anschließen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie man das willentlich "einfach so" hinbekommt.

      Von Berufs wegen sind mir aber schon andere Phänomene der Verdauungsmotorik untergekommen, die so selten sind, dass sie auch in der Ärzteschaft kaum bekannt sind. In der Regel waren dies Einzelfälle, die man in seinem gesamten Berufsleben womöglich nur ein einziges Mal zu sehen bekommt. Kann also sein, dass man mit solch einem Phänomen erst mal auf einen Arzt trifft, der so etwas noch nie gesehen hat. Aber Ärzte wissen dann in der Regel Bescheid, wo sie sich ihrerseits kollegialen Rat einholen können.
    • Ich bin zwar keine ärztin, meine aber ein wenig über die Physiologie von Homo Sapiens und anderen Spezies im Zusammenhang mit Evulotion zu kennen.
      Das Wiederkäuhen hat meines Wissens mit der Art der Nahrung zu tun und wie diese aufgespalten wird. Carnivoren haben extrem kurze därme da die nahrung schnell aufgespalten und in den Blutkreislauf überführt werden kann. Herbivoren haben da sehr lange trakte und oft die notwendigkeit des sehr langsamen aufbrechens der fasern und Kohlenstoffketten. Omnivoren wie Homo Sapiens wa dazwischen aber keine Notwendigkeit zum wiederkäuen.
      Darum würde ich auch auf eine nicht regelmässig vorkommende Eigenart deuten.