Das Gefühl dass Therapie sinnlos ist

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    • Das Gefühl dass Therapie sinnlos ist

      Zur Zeit bin ich in Therapie und habe viele Termine (60) bewilligt bekommen von der Krankenkasse. Leider habe ich das Gefühl (nach ungefähr 6 Terminen) dass die Therapie irgendwie sinnlos ist. Die Therapeutin ist um die 30 während ich 66 bin und ich frage mich wie das gehen soll dass ich in meiner gegenwärtigen Lebenskrise als jemand auftreten muss bei der Therapie der "falsch" sein soll wegen Asperger um von einer wesentlich jüngeren Frau "geleitet" und beraten zu werden die nicht falsch sondern richtig sein soll (als Therapeutin und als jemand die kein Asperger hat). Ich habe das Gefühl dass ich entweder akzeptieren muss dass ich gestört/falsch/zu blöd bin und deswegen eine Therapie brauche oder ich bin nicht gestört/falsch/zu blöd und dann fällt der ganze Grund für die Therapie weg :roll: ! Ich habe das unangenehme Gefühl dass ich beraten und richtiggestellt werden soll durch jemanden der 36 Jahre jünger ist als ich, weil meine Art zu sein falsch sein soll (sonst bräuchte ich keine Therapie). Zum Beispiel hatte ich außerhalb meiner leider kaputtgegangenen langjährigen Beziehung keinen Freundeskreis und das soll falsch gewesen sein (als ob ich bis jetzt einfach zu blöd gewesen wäre einzusehen dass ein Freundeskreis wichtig wäre). Ich sollte anstreben viele unterschiedliche Tätigkeiten und Kontakte zu pflegen, meint die Therapeutin, und hätte das tun müssen die ganzen Jahre, anstatt zufrieden zu sein mit meinen Interessen und der Beziehung (nicht "alle Eier in einem Korb" haben). Aber ich denke nicht dass ich einfach zu blöd gewesen bin im Laufe des Lebens um auf die Idee zu kommen ein breit gefächertes soziales Umfeld aufzubauen, sondern ich glaube es würde mich überfordern und es liegt deswegen nicht in meiner Natur. Aber dann bin ich bestimmt gestört. Und wenn ich nicht gestört bin was für einen Anspruch habe ich auf therapeutische Unterstützung? Warum bin ich da wenn ich OK bin wie ich bin?

      Was ich schreiben wollte ist, glaube ich, dass es verwirrend ist angeblich falsch zu sein weil man AS hat (sonst hätte man die Therapie nicht bewilligt bekommen) während gleichzeitig wenn man AS hat ist man einfach so wie man ist und deswegen nicht unbedingt falsch sondern nur etwas "anders". Falls ich einfach umschalten könnte von falsch auf richtig hätte ich kein AS und deswegen keinen Therapieplatz aber wenn ich nicht umschalten kann (wegen AS) dann wird die Therapie keine Veränderung bewirken und wäre sinnlos.

      Es ist offensichtlich dass ich eher mit der Therapeutin als mit Euch darüber sprechen sollte (werde ich auch machen) aber vielleicht hat jemand hier eine Idee wie man eine Therapie mit einer viel jüngeren Therapeutin mit wesentlich weniger Lebenserfahrung als man selbst angehen sollte. Was ist der Sinn einer Therapie? Wie ermöglicht dieser Sinn eine Therapie wenn der Therapeut 36 Jahre jünger ist als der Patient und der Patient auch AS hat (haben soll) und nicht weiß ob man so sein "darf"?
    • Ich finde das Alter nicht ganz so wichtig, wobei es auch nicht gänzlich unerheblich ist. Du hast recht damit, dass jüngere Therapeuten weniger Erfahrung haben, ganz klar, die Studienzeit liegt noch nicht lange hinter ihnen und sie haben entsprechend noch nicht viele Patienten behandelt.
      Allerdings erkenne ich auch einen Vorteil, nämlich, dass jüngere Therapeuten nicht so festgefahren sind, oft sehr große Motivation haben, sich eher auf etwas einlassen. Letztlich ist ein großer Teil des Erfolges bei der Therapie wahrscheinlich eine Mischung aus fundierten Methoden des Therapeuten (die er hoffentlich im Studium und der Ausbildung erworben hat) und Empathie für den Patienten.

      Ich kam bisher meist mit den jüngeren Therapeuten viel besser zurecht als mit den älteren, muss aber dazusagen, dass ich selbst noch so jung bin.

      Wie genau du bist, was du hast etc. ist nicht so wichtig. Es geht darum, die Probleme zu behandeln.
    • paar Gedanken, die ich beim Lesen hatte, eher zum mal wirken lassen als dass das etwas ist, bei dem ich denke " das ist so".

      Unbewohnte Insel wrote:

      Ich sollte anstreben viele unterschiedliche Tätigkeiten und Kontakte zu pflegen, meint die Therapeutin, und hätte das tun müssen die ganzen Jahre, anstatt zufrieden zu sein mit meinen Interessen und der Beziehung (nicht "alle Eier in einem Korb" haben).
      Wenn sie dabei bleibt "you better run".

      Die Art wie sie das ganze angeht klingt wenig interaktiv und eher festgefahren.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Und wenn ich nicht gestört bin was für einen Anspruch habe ich auf therapeutische Unterstützung?
      Ich habe oft den Eindruck dass sich der "mind" von Menschen im Spektrum anders bewegt innerhalb der Gesellschaftssysteme.
      Ein Therapeut mit starren Vorstellungen kann in der Interaktion nur pathologisieren, da er anfängt zu projezieren ohne es selber zu merken.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Es ist offensichtlich dass ich eher mit der Therapeutin als mit Euch darüber sprechen sollte (werde ich auch machen) aber vielleicht hat jemand hier eine Idee wie man eine Therapie mit einer viel jüngeren Therapeutin mit wesentlich weniger Lebenserfahrung als man selbst angehen sollte.
      Im Grunde ist es schon bizarr das Du Dir Überlegungen machst, wie Du mit ihr das angehen könntest.
      Dadurch wechseln die Rollen.

      be aware: von der Kasse bezahlte Therapeuten arbeiten in der Regel dafür, dass Menschen möglichst gesellschaftskonform agieren können.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • ifi wrote:

      Im Grunde ist es schon bizarr das Du Dir Überlegungen machst, wie Du mit ihr das angehen könntest.
      Dadurch wechseln die Rollen.
      Das stimmt :roll: .


      ifi wrote:

      be aware: von der Kasse bezahlte Therapeuten arbeiten in der Regel dafür, dass Menschen möglichst gesellschaftskonform agieren können.
      8o Oh. Das ist beunruhigend.


      2hoch8 wrote:

      Ich kam bisher meist mit den jüngeren Therapeuten viel besser zurecht als mit den älteren, muss aber dazusagen, dass ich selbst noch so jung bin.
      Mein letzter Therapeut war in meinem Alter, was bedeutet dass er jetzt in Rente ist, leider, und nicht mehr zur Verfügung steht als Therapeut. In deinem Fall wäre ein älterer Therapeut jemand aus einer anderen Generation, während es bei mir anders rum ist. Was ich angeboten bekam nach langer Wartezeit war ein Therapieplatz in einem Zentrum für Therapeuten in Ausbildung.

      Ich denke ich habe im allgemeinen Probleme damit, "gestört" oder "falsch" zu sein während der Therapeut "gesund" oder "richtig" sein soll, besonders wenn der Altersunterschied jung/alt oder alt/jung so groß ist dass man ganz andere Lebenserfahrungen gemacht hat. Zum Beispiel, als ich aufgewachsen bin waren die Leute tatsächlich fast alle in lebenslangen Ehen unterwegs und keine gesellschaftlichen Atome wie jetzt mit eher vielen lockeren Verbindungen (sowohl synchronisch wie diachronisch). Als Aspie komme ich wesentlich besser zurecht mit einer stabilen, langanhaltenden Beziehung als mit moderneren Varianten der polyvalenten Lockerheit. Mit so was bin ich überfordert, in vieler Hinsicht.


      ifi wrote:

      Ich habe oft den Eindruck dass sich der "mind" von Menschen im Spektrum anders bewegt innerhalb der Gesellschaftssysteme.
      Ein Therapeut mit starren Vorstellungen kann in der Interaktion nur pathologisieren, da er anfängt zu projezieren ohne es selber zu merken.
      Ich habe tatsächlich das Gefühl dass ich pathologisiert werde, obwohl die Therapeutin sagt dass sie nicht mit Persönlichkeitsstörungen und Diagnosen arbeitet sondern mit Menschen. Der Grund für die Therapie war dass ich als jemand mit AS Diagnose und in fortgeschrittenem Alter in einer Lebenskrise stecke und die Kombination aus AS, Alter und Krise zu viel finde und Unterstützung brauche. Ein Versuch mich zu "normalisieren" oder "heilen" von mir selbst seitens einer viel jüngeren Person für die AS etwas neues ist wäre etwas seltsam aber ich weiß nicht was sie sonst unternehmen sollte. Ich nehme an dass sie mich nicht einfach so lassen darf wie ich bin, wenn die KK für eine Heilung bezahlt.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Ich nehme an dass sie mich nicht einfach so lassen darf wie ich bin, wenn die KK für eine Heilung bezahlt.
      Die Krankenkasse zahlt, damit es dir besser geht. Wenn du schon oder fast im Rentenalter bist, dann geht es sowieso nicht mehr um das Funktionieren am Arbeitsmarkt.


      Unbewohnte Insel wrote:

      Ich denke ich habe im allgemeinen Probleme damit, "gestört" oder "falsch" zu sein während der Therapeut "gesund" oder "richtig" sein soll
      Ich würde diese Unterteilung an deiner Stelle nicht machen. Die Dinge sind viel komplexer, nicht so schwarz-weiß. Viele Therapeuten kennen durchaus auch psychische Probleme aus eigener Erfahrung, natürlich nicht alle. Aber du gehst nicht zur Therapie, weil du gestört bist, sondern weil du dich besser fühlen willst, weil du Hilfe brauchst. Es geht darum, Wege zu finden, wie du mit deiner Situation besser klarkommst. Es geht nicht darum, dich selbst zu ändern. Allenfalls um das Ändern von Sichtweisen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Asperger um von einer wesentlich jüngeren Frau "geleitet" und beraten zu werden die nicht falsch sondern richtig sein soll (als Therapeutin und als jemand die kein Asperger hat)
      Das mit dem Therapeuten, der ja kein Asperger ist, sehe ich bei meiner Therapie auch etwas kritisch, da ich schon gemerkt habe, dass die Person gewisse Dinge nicht verstehen kann.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Ich habe das unangenehme Gefühl dass ich beraten und richtiggestellt werden soll durch jemanden der 36 Jahre jünger ist als ich, weil meine Art zu sein falsch sein soll (sonst bräuchte ich keine Therapie).
      Du machst die Therapie ja freiwillig.
      Gab es keinen anderen Therapeuten? Ich bin noch etwas jünger als du (Ende 30 ;) ), möchte aber auch niemanden, der wesentlich jünger ist. Ich habe einen männlichen Therapeuten, der älter ist.

      Ich denke, die Therapie kann nur Anstöße geben. Man kann halt mit jemanden reden und es ist auch manchmal besser, mit jemandem von außerhalb zu reden, egal ob man nun Freunde/Familie hat oder nicht. Aber die Mammutarbeit macht man selbst. Und das Forum hier finde ich auch hilfreich.

      Mir ist auch schon oft aufgefallen, dass die meisten Menschen sich einen anderen Blickwinkel als den eigenen nicht vorstellen können, während ich mir zumindest oft logische Gründe überlegen kann.
    • Shenya wrote:

      Es geht darum, Wege zu finden, wie du mit deiner Situation besser klarkommst. Es geht nicht darum, dich selbst zu ändern. Allenfalls um das Ändern von Sichtweisen.
      Das klingt vernünftig. Vielleicht hat die Therapeutin nicht vor mich grundlegend "umzubauen". Ich muss sie fragen.

      Shenya wrote:

      Die Krankenkasse zahlt, damit es dir besser geht. Wenn du schon oder fast im Rentenalter bist, dann geht es sowieso nicht mehr um das Funktionieren am Arbeitsmarkt.
      Ich bin schon im Rentenalter. Mein Ziel mit der Therapie war und noch ist dass es mir besser geht, weil es mir ziemlich schlecht geht und besonders weil ich den Durchblick verloren habe wie es weitergehen soll.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Ich habe tatsächlich das Gefühl dass ich pathologisiert werde, obwohl die Therapeutin sagt dass sie nicht mit Persönlichkeitsstörungen und Diagnosen arbeitet sondern mit Menschen.

      Was zählt ist was Du fühlst und nicht was sie sagt finde ich.
      Selbst wenn sie nicht pathologisieren sollte, ist Dein Empfinden das derzeit reale für Dich,
      mit dem dann ggfls. wie auch immer "gearbeitet" werden kann.

      An sich sollte das Alter keine große Rolle spielen, ist wohl eher eine Frage der Persönlichkeit des Therapeuten und dessen Ansatz in der Therapie ob es passt oder nicht.
      Ich war mal im Rahmen einer physischen Reha kurz in psychologischer Begleitung von einem etwas jüngeren Mann, der primär mit Emotionen arbeitete, dabei auch nicht auf Diagnosen schaute, weil irrelevant in dem Zusammenhang.
      Bei ihm habe ich mich verhältnismässig wohl gefühlt, weil es um ergebnissoffenes Erfahren und Erforschen ging.
      Obwohl mir das auf Dauer auch nicht viel gebracht hätte, war eher situativ hilfreich.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Vielleicht kannst du das Problem, so wie du es uns hier beschreibst, schriftlich noch genauer ausarbeiten, ausdrucken und an deine Therapeutin lesen lassen.
      Ich selbst mache es immer so. Auf Papier können sich die meisten Asperger besser ausdrücken und es gibt dir mehr Halt, wenn du alles schwarz auf weiss vor dit hast.
      Warum fahren die alle auf der falschen Spur? :?
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Es ist offensichtlich dass ich eher mit der Therapeutin als mit Euch darüber sprechen sollte (werde ich auch machen) aber vielleicht hat jemand hier eine Idee wie man eine Therapie mit einer viel jüngeren Therapeutin mit wesentlich weniger Lebenserfahrung als man selbst angehen sollte. Was ist der Sinn einer Therapie? Wie ermöglicht dieser Sinn eine Therapie wenn der Therapeut 36 Jahre jünger ist als der Patient und der Patient auch AS hat (haben soll) und nicht weiß ob man so sein "darf"?
      Das, was du beschreibst, kann ich gut nachvollziehen, ich meine das mit der geringen Lebenserfahrung.

      Ich denke aber auch, dass es weniger tatsächlich auf die Jahre an Leben ankommt als auf das, was jemand damit macht.
      Und da scheint es mir so, als hätte diese Therapeutin ganz wenig Erfahrung im Umgang mit Aspergerautisten.

      Weswegen möchtest du denn überhaupt therapeutisch arbeiten?

      Denn diese Frage an sich ist doch wichtig - jedenfalls für dich.
      Und an ihr sollte sich die Therapeutin orientieren. Das nennt man"ein Therapieziel bestimmen". Das kann sich natürlich im Laufe einer Therapie ändern. Dann spricht man zusammen darüber. Aber im Moment hört es sich an, als ob du und deine Therapeutin aneinander vorbei redet. Schade. Deshalb verstehe ich, dass du das als Problem betrachtest.
      Kann man aber sicher ändern!

      Ergänzung: Siehe Beitrag von @Geisterfahrerin!
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Und wenn ich nicht gestört bin was für einen Anspruch habe ich auf therapeutische Unterstützung?
      Das Wort gestört impliziert ja im Grunde, dass irgendetwas stört, und dem "was" und "wie damit umgehen" kann auf den Grund gegangen werden.
      Oft sind das ja auch interaktive Störungen.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Zum Beispiel hatte ich außerhalb meiner leider kaputtgegangenen langjährigen Beziehung keinen Freundeskreis und das soll falsch gewesen sein (als ob ich bis jetzt einfach zu blöd gewesen wäre einzusehen dass ein Freundeskreis wichtig wäre). Ich sollte anstreben viele unterschiedliche Tätigkeiten und Kontakte zu pflegen, meint die Therapeutin, und hätte das tun müssen die ganzen Jahre, anstatt zufrieden zu sein mit meinen Interessen und der Beziehung (nicht "alle Eier in einem Korb" haben).
      das ist NT-Geschwätz ohne Kenntnis über Autismus. Sie wird Dir nicht helfen können.
      Ich bin ne Ulknudel... aber ich kann auch ernst ^^
    • Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass sie das so gemeint hat. Vielleicht sagte sie, dass normale Menschen es so machen. Du hättest ihr widersprechen und sagen können, dass für dich diese eine Beziehung immer ausreichend war, und erklären, warum es schwierig war und ist, mehr Beziehungen zu pflegen. Wenn sie nicht viel über AS weiß, dann muss sie erst einmal lernen, was es bedeutet, AS zu haben.

      Aber ja, ich denke sonst auch, dass eine Therapie in einem ATZ besser wäre, aber soviel ich weiß, kam das aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Da ist ja auch die Finanzierung schwieriger.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass sie das so gemeint hat. Vielleicht sagte sie, dass normale Menschen es so machen. Du hättest ihr widersprechen und sagen können, dass für dich diese eine Beziehung immer ausreichend war, und erklären, warum es schwierig war und ist, mehr Beziehungen zu pflegen. Wenn sie nicht viel über AS weiß, dann muss sie erst einmal lernen, was es bedeutet, AS zu haben.
      Sie scheint sehr wenig über AS zu wissen. Ich werde versuchen ihr zu erklären warum es angenehm war die ganzen Jahre eine undramatische Beziehung zu einer Person zu haben und nicht einen großen Freundeskreis mit vielen unterschiedlichen Aktivitäten (das hätte mich überfordert, aus mehreren Gründen). Sie scheint meine Lage tatsächlich aus "NT-Sicht" zu betrachten und zu denken dass es sich um einen kognitiven Fehler handelt bei mir dass ich kein reges gesellschaftliches Leben hatte während meiner Beziehung und dass wenn ich die Wichtigkeit eines solchen Lebens einsehe dann kann ich mich ändern und hätte viele Kontakte, einfach so indem ich mich darum bemühe. Es ist tatsächlich so dass ich mich um Kontakte bemühe aber es war definitiv besser die Beziehung zu haben als sich um "Sozialkontakte" zu bemühen wie jetzt (was ich anstrengend finde und gefühlsmäßig nicht so gemütlich wie eine "feste Beziehung" zu einer Person).


      Chch wrote:

      das ist NT-Geschwätz ohne Kenntnis über Autismus. Sie wird Dir nicht helfen können.
      Es sei denn ich die Aufklärung einbringe über AS. Dann hat sie etwas gelernt (es ist eine Einrichtung wo Therapeuten sich ausbilden) und kann nachher anderen AS Patienten besser helfen in Zukunft.

      The post was edited 2 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • Unbewohnte Insel wrote:

      Ich bin schon im Rentenalter. Mein Ziel mit der Therapie war und noch ist dass es mir besser geht, weil es mir ziemlich schlecht geht und besonders weil ich den Durchblick verloren habe wie es weitergehen soll.
      Die Frage ist aber wie dieses Ziel erreicht werden kann. Nicht in dem sie dein Umfeld irgendwie verändert. Der einzige auf den sie Zugriff hat bist du. Dementsprechend muss sich ja irgendwas bei dir ändern. Das kann dann sowas grundsätzliches sein wie die Perspektive zu ändern oder eher etwas niedrigschwelligeres wie Tipps für Anknüpfungspunkte, auf die du bisher nicht gekommen bist. Aber irgendwa smuss sich ja ändern, außer dir hilft einfach drüber reden, das gibt es natürlich auch, also das es dir dadurch ebsser geht, dass du einfach drüber sprichst und dadurch Stress abbaust. Hilfreich wäre es aber, wenn dud as ganze auch für dich und sie konkretisieren würdest. Also ganz am Anfang wurde doch bestimmt besprochen, was deine konrketen Ziele bezüglichd er Therapie sind? Also Durchblick wieder finden ist ja recht unkonkret.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      aber vielleicht hat jemand hier eine Idee wie man eine Therapie mit einer viel jüngeren Therapeutin mit wesentlich weniger Lebenserfahrung als man selbst angehen sollte. Was ist der Sinn einer Therapie?
      Meine Therapeutin hat das (vereinfacht) so formuliert, dass sie mir helfen will, durch die Therapie selbst zum Experten für meine Probleme/ Erkrankung (-> Depression) zu werden.
      Dieser Ansatz ist auch keine Frage des Alters oder der Lebenserfahrung, da es sich letztlich im Kern um einen Wissenstransfer handelt.
      Meiner subjektiven Erfahrung nach war es auch so, dass wir uns/ unsere Kommunikation einpendeln (RW) mussten, um nicht aneinander vorbei zu reden (RW).

      Unbewohnte Insel wrote:

      Sie scheint meine Lage tatsächlich aus "NT-Sicht" zu betrachten und zu denken dass es sich um einen kognitiven Fehler handelt bei mir dass ich kein reges gesellschaftliches Leben hatte während meiner Beziehung und dass wenn ich die Wichtigkeit eines solchen Lebens einsehe dann kann ich mich ändern und hätte viele Kontakte, einfach so indem ich mich darum bemühe.
      Mit Verlaub, aber was den ersten Teil des Satzes angeht: Wie könnte es letztlich anders sein, als das sie die Dinge "aus NT-Sicht" betrachtet? Warum sollte sich ein NT leichter in unsere Gedankenwelt hineinversetzen können, als wir das umgekehrt können? (Ich sogar geneigt etwas überzeichnent - nicht böse gemeint! nur ein wenig Advocatus diaboli! - gegenzufragen: Wenn Du mit Deiner doppelt so großen Lebenserfahrung Dich nicht in eine NT hineinversetzen kannst, warum erwartest Du es dann umgekehrt?)

      Eine sachliche Beurteilung der Lage ist doch dies: Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen. Mit dem status quo bist Du nicht zufrieden. Also muss sich für die Zukunft etwas ändern. Und @Zodd hat recht (war übrigens auch eines der ersten größeren, mehrstündigen Themen in meiner Therapie):

      Zodd wrote:

      Nicht in dem sie dein Umfeld irgendwie verändert.
      Das einzige, was wir ändern können ist uns selbst/ unser Verhalten (Binsenweisheit). Das haben wir selbst in der Hand (RW). Nur so am Rande: Ich hatte anfangs der Therapie auch eher gedacht, ich könnte vielleicht lernen, mein Umfeld cleverer zu manipulieren, damit es für mich angenehmer ist.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • ifi wrote:

      An sich sollte das Alter keine große Rolle spielen, ist wohl eher eine Frage der Persönlichkeit des Therapeuten und dessen Ansatz in der Therapie ob es passt oder nicht.
      Denke ich auch. Hilfreich wäre auch eine gewisse Offenheit dem Thema Autismus gegenüber, auch wenn sie nicht zwingend Ahnung davon haben muss, um Dir helfen zu können.

      Tux wrote:

      Ich kann dir empfehlen, deine Therapie in einem ATZ durchzuführen. Die Psychologen haben diverse autismusspezifische Weiterbildungen.
      Das stimmt, aber mit spätdiagnostizierten Erwachsenen hat auch nicht jedes ATZ Erfahrung. Oder Interesse daran.

      Unbewohnte Insel wrote:

      Ich sollte anstreben viele unterschiedliche Tätigkeiten und Kontakte zu pflegen, meint die Therapeutin, und hätte das tun müssen die ganzen Jahre, anstatt zufrieden zu sein mit meinen Interessen und der Beziehung (nicht "alle Eier in einem Korb" haben).
      Die Aussage finde auch ich befremdlich. Vermutlich hat sie tatsächlich nicht viel Ahnung von Autismus. Wie offen ist sie denn dafür, von Dir dazu zu lernen? Die Schwierigkeit ist ja, dass es einerseits wohl tatsächlich für Dich darum gehen könnte, wieder offen für Neues zu werden. Andererseits gibt es aber auch Grenzen. "Viele unterschiedliche Tätigkeiten und Kontakte" parallel passt für Dich vielleicht gar nicht. Da geht es eher darum, einen ganz individuellen Weg zu finden - und vielleicht auch Grenzen zu akzeptieren.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Die Schwierigkeit ist ja, dass es einerseits wohl tatsächlich für Dich darum gehen könnte, wieder offen für Neues zu werden.
      Ja, doch dies kann ja nur von innen kommen,
      ggfls. auch mit Hilfe eines selbst erarbeiteten Komzepts, Zielfindung, Hindernisse erforschen, beseitigne etc. .
      Doch wenn die Therapeutin selber zu wissen meint, was gepasst hätte finde ich das schon etwas befremdlich.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Leonora wrote:

      Die Aussage finde auch ich befremdlich. Vermutlich hat sie tatsächlich nicht viel Ahnung von Autismus. Wie offen ist sie denn dafür, von Dir dazu zu lernen?
      Ich hoffe dass ich sie aufklären kann ohne dass sie meine natürlichen Grenzen als pathologische Gestörtheit auffasst. Es gibt, glaube ich, leider verschiedene Störungen wo die Leute sich isolieren und komisch werden in ihrer Isoliertheit, aber ich glaube nicht dass der Grund warum ich wenig Kontakte habe darin liegt dass ich psychisch gestört wäre, sondern eher weil es mir sonst zu viel wird wenn ich die Kontrolle verliere über meine täglichen Abläufe und zu viel los ist. Im gesellschaftlichen Bereich fühle ich mich am wohlsten wenn alles sehr stabil und vorhersehbar ist aber nicht wenn es zu wenig wird oder man niemanden mehr hat, wie jetzt.