Umfrage: Neigung zum Oversharing bei Menschen im Autismus-Spektrum

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    • Umfrage: Neigung zum Oversharing bei Menschen im Autismus-Spektrum

      Neigt ihr bei Sozialkontakten manchmal zum Oversharing? 83
      1.  
        Ja (in Bezug auf Spezialinteressen) (48) 58%
      2.  
        Ja (in Bezug auf persönliche Meinungen) (40) 48%
      3.  
        Ja (in Bezug auf persönliche Erlebnisse) (58) 70%
      4.  
        Ja (in Bezug auf persönliche Gefühle) (31) 37%
      5.  
        Nein (14) 17%
      Mich würde interessieren, ob ihr in Sozialkontakten manchmal eine Neigung zum Oversharing (Preisgabe zu vieler persönlicher Informationen) habt. Falls ja, wäre es spannend zu sehen, in welchen Bereichen dieses Verhalten vornehmlich auftritt. Mehrfachnennungen sind möglich und erwünscht. Wer möchte, kann gerne auch angeben, ob das Verhalten in bestimmten Beziehungen oder Kontexten gehäuft auftritt. Also z.b. im Kontakt mit Familienmitgliedern/Partnern/Freunden/Arbeitskollegen etc.

      The post was edited 4 times, last by Thajanu ().

    • Was ist denn Oversharing?

      (Bitte nicht böse sein, aber gibt es dafür keinen deutschen Begriff?)
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • @Capricorn @Grübler_1988

      Bitte entschuldigt die offenbar Verwirrung stiftende Wortwahl.

      "Oversharing" meint die Preisgabe zu vieler persönlicher Informationen in sozialen Kontakten. Ich kenne den Begriff so aus meinem Umfeld und höre oder lese ihn auch oft in den Medien. Daher dachte ich er wäre allgemein verständlich.

      Ich habe es oben in der Umfrage auch nochmal angepasst.

      Und böse bin ich deshalb gar nicht. Es war ja gerade eher ein Fehler von mir meine Wortwahl auf alle anderen zu übertragen. :m(: :)
    • Ich auch: Vielen Dank.

      Interessant, dass es so einen Spezialbegriff gibt.
      Hab' ich noch nie gehört oder gelesen.
      Auf Deutsch wäre es vielleicht etwas umständlich, das genau so zu beschreiben.

      Naja, nun weiß ich es ja :)
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • @gizmo Ich bin auch kein Freund von solchen Abkürzungen und anderen modernen Sprach-Eigenheiten (z.B. wenn jemand als "coole Sau" bezeichnet wird - das soll die Person ehren, aber es klingt für mich eher sau-dämlich). Trotzdem finde ich deine Ansprache sehr unfreundlich. Ich weiß auch nicht, wieso du pauschal eine Menge ansprichst: "ihr" - da du es hier schreibst, musst du ja die User im Forum meinen. Ich finde es etwas herablassend, wie du dich äußerst.

      Zum "Oversharing" - man könnte stattdessen von "Mitteilungsdrang" sprechen.

      (Ich antworte nicht und stimme nicht ab, weil ich keine Diagnose habe.)


      gizmo wrote:

      aber am ende nur genauso wie all die neutätowierten und gepiercten versuchen "individual" zu sein und nicht merken das sie genau das nicht sind sondern nur modetrendhinterherläufern und somit allenfalls lächerlich und erbärmlich.
      Bis auf das "lächerlich" und "erbärmlich" sehe ich das auch so. Mich hat es lange sehr beschäftigt, als ich immer mehr dieser Tätowierten und multipel Gepiercten wahrgenommen habe. Ich hatte noch mehr das Gefühl, am falschen Ort zu sein auf der Welt. Diese Menschen scheinen auch wieder nur eine Zugehörigkeit zu suchen.

      The post was edited 4 times, last by Lefty ().

    • Vielen Dank an alle, die bisher abgestimmt haben. :)

      @Lefty

      "Mitteilungsdrang" wäre vielleicht eine gute deutsche Alternative.

      Ich vermute, dass der Begriff "Oversharing" deshalb verwendet wird, weil er im Unterschied zu "Mitteilungsdrang" ein Mehr an Bedeutung enthält.

      Wenn man beide Begriffe miteinander vergleicht scheinen sie sich semantisch vor allem hinsichtlich der abgegebenen Wertung zu untescheiden.

      "Mitteilungsdrang" beschreibt eher ein Bedürfnis bzw. einen Vorgang, während der Begriff "Oversharing" den Fokus eher auf die Abweichungen von einer gesellschaftlich erwarteten Norm lenkt. Das "Over" impliziert ja, dass es sich offenbar um ein "Zuviel" an Informationen handelt. Mitgedacht sind dabei vermutlich auch die Folgen eines solchen Verhaltens. Z.B. wenn sich jemand aufgrund der Preisgabe persönlicher Informationen selbst schadet oder in Gefahr bringt oder andere Leute sich durch dieses Verhalten belästigt fühlen.

      The post was edited 3 times, last by Thajanu ().

    • Ja, habe ich. Das passiert, wenn ich mich wohl fühle. Dann erzähle ich zu viel und komme auch voll naiv rüber. Hinterher schäme ich mich, dass ich zu viel von mir erzählt habe. :frown:
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Thajanu wrote:

      "Mitteilungsdrang" wäre vielleicht eine gute deutsche Alternative.
      Nicht unbedingt. Mitteilungsdrang ist für mich das wasserfallartige Reden, das die Bedürfnisse der Zuhörer gar nicht wahrnimmt, auf Grund fehlender ToM z.B.

      "Oversharing" hat für mich einen emotionalen Aspekt. Der Sprecher hält sein Gegenüber für jemanden, dem man sehr vertrauen kann, und erzählt aus dieser Annahme heraus zu viel Persönliches, was ihm später u.U. leid tut. Drogenkonsum, auch schon Alkohol in kleinen Mengen, kann dazu beitragen.

      Zu mir: Ich kenne die Situation, dass ich manchmal - wenn ich die Kommunikationsituation als ausgesprochen gut empfinde (was eher selten vorkommt) - zu viel preisgebe, dabei aber nie so weit gehe, dass es mir nachher richtig peinlich ist. Manchmal übrigens passiert es, dass die Reaktion darauf eine ist, die mich freut: Dann hat meine Offenheit zu mehr Offenheit auf der anderen Seite geführt, und das ist ja eigentlich eine schöne Sache.

      "Persönliche Erlebnisse", sehe ich grade, wurde oben am meisten angekreuzt. Von mir nicht, mit dem Erzählen, was ich so den lieben langen Tage gemacht habe, auch mit Urlaubsgeschichten usw. halte ich mich eher zurück.
      "Lies are just another way of telling the truth." (Paravadin Kanvar Kharjappali)
    • Grübler_1988 wrote:

      Ich gebe z.B. oft zu viel von meinem Privatleben preis. Zu welcher Antwortmöglichkeit kann man dies zählen?
      Kommt vielleicht darauf an, was Du gerade mit Privatleben meinst.

      Von der eigenen Jugend oder den Familienverhältnissen zu erzählen würde ich eher unter "persönliche Erlebnisse" fassen. Von der eigenen exzessiven Begeisterung fürs Angeln zu erzählen wäre etwas persönliches, aber wohl vor allem ein Spezialinteresse.

      Ganz sauber sind die Grenzen zwischen den von mir zur Auswahl gestellten Bereichen leider nicht. Ich hatte aber das Gefühl, dass es zu vereinfacht wäre einfach nur "Ja" oder "Nein" als Auswahl anzugeben.
    • FrankMatz wrote:

      "Oversharing" hat für mich einen emotionalen Aspekt. Der Sprecher hält sein Gegenüber für jemanden, dem man sehr vertrauen kann, und erzählt aus dieser Annahme heraus zu viel Persönliches, was ihm später u.U. leid tut. Drogenkonsum, auch schon Alkohol in kleinen Mengen, kann dazu beitragen.
      Ja, die Sache mit dem möglicherweise ungerechtfertigten Vertrauen ist sicher auch ein wichtiger Punkt.
    • Dann statt "Mitteilungsdrang" : habt ihr auch die Neigung, zuviel preiszugeben? Ist etwas umständlicher. Da ist das Englische mal wieder schön kompakt.

      Wie bezieht sich das aber auf Spezialinteressen? Gibt es da auch ein "Oversharing", was mehr als Mitteilungsdrang ist, also wo man auch zuviel preisgibt?

      Ansonsten geht es mir wie @Rhianonn und wie @Durkadenz (stimme aber nicht ab).
    • Lefty wrote:

      Wie bezieht sich das aber auf Spezialinteressen? Gibt es da auch ein "Oversharing", was mehr als Mitteilungsdrang ist, also wo man auch zuviel preisgibt?
      Von meinen Überlegungen in Beitrag Nr. 11 ausgehend würde sich das "Zuviel" hier daran festmachen, ob der Gesprächspartner den Mitteilungsdrang als überwältigend empfindet.