Zurücklächeln

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    • Zurücklächeln

      (VA-Edition - hab ich hier schon öfters gelesen und find ich kurz und verständlich als Anmerkung)

      Ich hab Probleme mit dem Zurücklächeln. Heute hörte ich einen Satz: "Wenn wir lächeln, lächeln wir immer zurück." Es ging darum, dass man als Säugling vom Elternteil angelächelt wird und daraufhin zurücklächelt und dass alles Zurücklächeln auf diese Erfahrung zurück zu führen ist.

      Bei mir funktioniert das nicht. Ich lächle meistens nur für mich. Ich freue mich über etwas und lächle. Das kann auch ein Mensch sein, aber wenn ich lächle, weil ich einem bestimmten Menschen begegne, dann nur, weil ich mich freue, diesen Menschen zu sehen und dann lächle ich ihn i.d.R. auch nicht mit Blickkontakt an, sondern senke meinen Blick und lächle für mich.

      Wenn ich mit einem Menschen zusammen treffe, bei dem ich mich nicht freue, ihn/sie zu sehen und dieser Mensch lächelt mich an, dann spüre ich keine Regung in meinen Gesichtsmuskeln. Ich muss das Lächeln dann mit Absicht herstellen und es fühlt sich sehr unlächel-haft an und sieht bestimmt auch total erzwungen aus.

      Das heißt übrigens nicht zwangsläufig, dass ich diesen Menschen dann grundsätzlich nicht mag, oft hat es auch damit zu tun, dass ich erstmal "ankommen" muss und noch in dem Drumherum feststecke, das der Begegnung vorausging. Im Laufe des Zusammenseins kann es sein, dass ich die Person öfters anlächle, weil sie z.B. etwas Schönes sagt oder weil ich mich wohl fühle... aber eben nicht dieses automatische Lächeln-Zurücklächeln. Also auch, wenn jemand, den ich mag, mich anlächelt, während ich gerade nichts empfinde, was ein Lächeln in mir hervorrufen würde, dann fällt mir das Zurücklächeln sehr schwer und sieht wohl eher fratzenhaft aus.

      Zusammengefasst: ich lächle nur, weil IN MIR etwas ein Lächeln bewirkt, aber nicht als Antwort auf ein Lächeln von jemand anderem.


      Wegen dem, was ich heute hörte, siehe oben, frage ich mich nun: muss ich davon ausgehen, dass ich als Säugling nicht angelächelt wurde? Sonst hätte ich dieses soziale Zurücklächeln doch gelernt, oder?

      Wie ist das bei euch mit dem Zurücklächeln? Geschieht es automatisch, also ohne euren Willen, oder müsst ihr es auch oft absichtlich herstellen?

      Und noch etwas, was mir aufgefallen ist: wenn ich in Gesellschaft lächeln muss, weil mich etwas amüsiert oder erfreut, dann wende ich oft meinen Blick irgendwie nach innen und lächle in mich hinein. Ich teile dieses Lächeln also nicht mit der anderen Person/den anderen Personen, sondern behalte es für mich. Woran könnte das denn liegen?

      The post was edited 7 times, last by Lefty ().

    • Ne, automatisch geht da bei mir überhaupt nichts.
      Manchmal denke ich dran, und kann dann (mit geringer zeitlicher Verzögerung) zurücklächeln. Wirkt dann, glaube ich, auch komisch. :?

      Lefty wrote:

      muss ich davon ausgehen, dass ich als Säugling nicht angelächelt wurde? Sonst hätte ich dieses soziale Zurücklächeln doch gelernt, oder?
      Entweder das oder es liegt eben doch eine neurologische Störung vor, bei der solche Dinge nicht automatisch gelernt werden.

      Für mich selbst kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich als Säugling angelächelt wurde. Möglicherweise hab ich da aber gar nicht erst richtig hingeguckt. :roll:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Abendstern wrote:

      Für mich selbst kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich als Säugling angelächelt wurde. Möglicherweise hab ich da aber gar nicht erst richtig hingeguckt.
      Es kann also sein, dass du es nicht mitbekommen hast, meinst du?

      Und lächelst du auch so in dich hinein, wenn du dich freust? Mir ist das irgendwann aufgefallen, dass mein Blick sich nach innen wendet.
    • Lefty wrote:

      Es kann also sein, dass du es nicht mitbekommen hast, meinst du?
      Ja, ich hab als (Klein-)Kind eigentlich nie in andererleuts Gesichter geschaut... :roll:

      Lefty wrote:

      Und lächelst du auch so in dich hinein, wenn du dich freust? Mir ist das irgendwann aufgefallen, dass mein Blick sich nach innen wendet.
      :idea: Jetzt, wo du's sagst... Ja, das mache ich tatsächlich oft. ^^
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Hallo Lefty,

      Ich denke ich weiss was Du meinst und ich versuche auf Deine Frage zu antworten.

      Das "Zurücklächeln" ist nach den letzten Erkenntnissen etwas was den sogenannten "Spiegelneuronen" zugeordnet wird. Es gibt noch weiter Phänomene die damit in Zusammenhang gebracht werden. Zum Beispiel das gähnen. Wenn Menschen gähnen wirkt das "ansteckend" und insbesondere menschen die einem nahstehen werden dann meistens ebenfalls anfangen zu gähnen.

      Ich selber bin dafür nicht anfälllig, genausowenig wie das zurücklächeln. Ich lächele wenn ich dafür einen Anlass empfinde der etwas mit einer emotion dazu zu tun hat, etwa das ich eine situation "interessant" empfinde oder etwas seltsames lese.

      Es reicht nicht das mich jemand anlächelt das ich dann auch lächele. Wenn ich den Grund erkennen kann verstehe ich es aber oft genug wenn ich keinen Grund erkennen kann bin ich eher verwirrt. Und das gilt auch für alle anderen formen der emotionskundgebung. Weinen, sirnrunzeln, etc. sofern ich es überhaupt wahrnehme.
    • Lefty wrote:

      Zusammengefasst: ich lächle nur, weil IN MIR etwas ein Lächeln bewirkt, aber nicht als Antwort auf ein Lächeln von jemand anderem.
      Ich lächle auch kaum zurück. Auch wenn ich mich danach fühle. Ich denke, dass es mit meiner sowieso begrenzten Mimik zu tun hat. Wenn ich für mich lächle, ist dies nach außen auch kaum zu erkennen. Auf "Kommando" lächlen geht auch kaum. Ich habe das regelrecht vor dem Spiegel geübt um, zumindest auf Fotos, nicht ganz so starr zu wirken. Klappt aber nicht immer und manchmal entgleisen mir meine Gesichtsmuskeln ganz schön. Besonders bei Selfies habe ich Probleme mich gleichzeitig auf das Foto und das Lächeln zu konzentrieren.
    • Ich lächle in Gesprächssituationen wohl eher wenig zurück und kompensiere das verbal, indem ich Sätze sage wie: "Was du gesagt hast finde ich jetzt richtig gut. Auf die Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen." Oder: " Ist ja toll, stimmt, super, vielen Dank für den Tip." Also: Ich lächle sozusagen mit Worten, ich finde das weniger anstrengend als in echt die Gesichtsmuskulatur zu verziehen.

      Ich weiß aber auch, dass ich beim Reden schon mal von mir aus lächeln kann, also kein Zurücklächeln, sondern eines, das ich einsetze, wenn ich vom Gegenüber was will, wenn ich weiß, dass ich für eine gute Stimmung sorgen muss. Ich schaue mein Gegenüber dann aber meist nicht direkt an, sondern lächle sozusagen in den Raum. Auch dieses Lächeln ist auf Dauer ermüdend.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Ich lächle auch eher für mich und in mich hinein, weil das Gesprochene eventuell eine freudige Assoziation ausgelöst hat oder mich das Gesprochene selbst erfreut hat. Dabei blicke ich auch eher weg, als in das Gesicht des anderen. Bei Assoziationen als Ursache kann das auch zu Problemen im zwischenmenschlichen Bereich führen, weil es vielleicht keine angemessene Reaktion zum aktuellen Thema darstellt, z. B. beim Thema Tod, Krankheit, Katastrophen, Krieg...

      Lächelt mich jemand einfach so an, lächele ich in der Regel im Alltag nicht zurück. Im schlimmsten Fall gucke ich dann sogar dazu noch streng, weil mich das Lächeln des anderen irritiert und manchmal sogar in gewisser Form verstört. Ich frage mich dann, was wohl passiert ist, dass diese Person lächelt. Ob ich etwas verpasst habe oder ob ich irgendwie seltsam aussehe, sodass mein Anblick die Person zum Lächeln bringt. Ich wurde bestimmt als Baby auch angelächelt. Da bin ich mir zu 89% sicher.
      "Leute mit (...) Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich." - Hermann Hesse
    • Lefty wrote:

      "Wenn wir lächeln, lächeln wir immer zurück." Es ging darum, dass man als Säugling vom Elternteil angelächelt wird und daraufhin zurücklächelt und dass alles Zurücklächeln auf diese Erfahrung zurück zu führen ist.
      Das war auch Thema in meinem Fragebogen bei der Diagnostik.
      Ich glaube in dem Thread "Spiegel Ihr?" habe ich schonmal was dazu geschreben.
      Meine Mutter hat dammals aangegeben das ich das nicht gemacht habe.

      Sorry für die Rechtschreib---och bin grad eilig.
    • Ich hab den Spieß umgedreht und mir angewöhnt, Leute prinzipiell (sacht) anzulächeln, wenn sie nicht ganz bedrohlich wirken. Nach dem Motto "ich bin draußen, unter Leuten, ihr macht euer Ding für euch, das ist gut, ich freue mich darüber". Die meisten Leute freuen sich dann und lächeln fast schon automatisch zurück, das gibt bei mir ein positives Feedback.

      Seitdem ist es für mich um einiges leichter, mich an öffentlichen Orten zu bewegen.
    • Ich muss mal die Familienfotos durchforsten, ob ich da ein Foto finde, auf dem ich noch ein Säugling bin und wo meine Mutter mich anlächelt. Ich nehme aber mal an, dass sie es getan hat, denn ich habe ein Foto im Kopf abgespeichert, wo sie mich, als ich ca. 6 bin, anlächelt, und warum soll sie es also vorher nicht getan haben. Ich erinnere mich auch an eine Situation, als mein Neffe noch ein Säugling war, wie sie ihn auch angelächelt hat. Auch daraus schließe ich, dass sie es bei mir auch getan hat. Das sind so Indizien, wissen kann ich es aber nicht. Vielleicht finde ich ja ein entsprechendes Foto.

      Auf Gähnen reagiere ich aber, also wenn jemand gähnt, das steckt mich schon oft an.
    • Sabsab wrote:

      Ich hab den Spieß umgedreht und mir angewöhnt, Leute prinzipiell (sacht) anzulächeln, wenn sie nicht ganz bedrohlich wirken. Nach dem Motto "ich bin draußen, unter Leuten, ihr macht euer Ding für euch, das ist gut, ich freue mich darüber". Die meisten Leute freuen sich dann und lächeln fast schon automatisch zurück, das gibt bei mir ein positives Feedback.

      Seitdem ist es für mich um einiges leichter, mich an öffentlichen Orten zu bewegen.
      Bei mir ist das genauso.
      Aber ist auch Stimmungsabhängig. Wenn ich einfach keine Lust habe mir die Mühe zu machen, dann mache ich das auch nicht. Das merke ich vorallem wenn ich mit unserem Hund unterwegs bin und andere Leute mich grüßen. Ich weiß in diesem Moment, dass die Person, die mich gerade grüßt anlächelt und tue dies dieser , weil ich es mir angewöhnt habe, gleich. Es kann aber auch vorkommen, dass ich diese Person gar nicht erst angucke, aber trotzdem aus Prinzip leicht lächel, während ich weiterlaufe, weil ich irgendwie gelernt habe, dass dies noch ´´höflicher´´ ist , als einfach ohne etwas zu tun weiterzulaufen.
    • Ich habe da immer eine ziemlich lange Leitung (RW), wenn mich unterwegs jemand Fremdes anlächelt. Ich sehe das, merke es gilt mir und lächle auch, doch meist ist es so, dass sich die Person schon abgewandt hat. Vermutlich ist meine Reaktion im ersten Moment auch Irritation, was die andere Person dann als Abweisung auffasst. Also zumindest wirkt die betreffende Person dann betrübt. Ich kann dann ja aber auch nicht rufen, hallo hallo ich lächle zurück, fand das ja nett von Ihnen! Das ist dann, ja, irgendwie fast wieder komisch, absurde Situation.
      >> I did not want to contradict him, as it is dangerous to contradict mad people. << ~ Alias Grace
    • Bei mir ist es eigentlich eine Mischung aus dem, was Ihr beschreibt:
      Früher sagten die Leute oft, ob ich schlechte Laune habe oder sie mir "etwas getan" hätten. Ich wusste dann nicht warum.
      Mein Natur-Gesichtsausdruck ist "konstant sehr ernst", stand in der Diagnostik, manche sagen "brummig".

      Ich achte manchmal darauf, den Menschen in die Augen zu sehen und zu lächeln, was ich aber sehr anstrengend finde.
      Ich tue das z.B., wenn jemand Geburtstag hat und ich gratuliere, oder wenn ich sagen will, dass mich etwas sehr freut, aber auch, wenn ich jemanden um etwas bitte.
      Weil es dann mehr Erfolg hat.
      Das finde ich ganz schrecklich, sehr manipulativ und unehrlich. Vielleicht tun das "alle" so?
      Aber es ist Lügen mit dem Gesicht.
      Ich lächle manchmal, wenn ich an etwas Schönes denke, was aber auch zu Missverständnissen führen kann - bis hin zu romantischen!
      Wenn ich mich sehr freue, hüpfe ich eher herum. Da reicht dann ein Lächeln nicht.

      Weil ich die Basics aber oft vergesse (dass es überhaupt für den Gesprächspartner wichtig ist, mich zu ihm hin zu drehen; ich kann ihn ja auch hören, wenn ich seitlich zu ihm stehe), arbeite ich derzeit noch daran. Voll hin drehen, dadurch "Zugewandtheit" zeigen.
    • Isa wrote:

      Ich habe da immer eine ziemlich lange Leitung (RW), wenn mich unterwegs jemand Fremdes anlächelt. Ich sehe das, merke es gilt mir und lächle auch, doch meist ist es so, dass sich die Person schon abgewandt hat.
      Genau so: Ich lächle nicht spontan bzw. intuitiv zurück. Jemand lächelt mich an (vergangene Woche gab es zwei solcher Fälle, 1x im Supermarkt, 1x im Café) und mein Bewusstsein meldet: "Hey, da hat dich jemand angelächelt. Ist doch nett, und die Person sieht auch nett aus. Du könntest eigentlich zurücklächeln!" Und bis ich mein Gesicht zu einem Lächeln verziehe (das wahrscheinlich gekünstelt oder auch nur blöd aussieht), ist die Situation vorbei und der/die andere hat sich weggewendet. Mist, denn eigentlich löst beides, angelächelt werden und zurücklächeln, ein gutes Gefühl in mir aus.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Lächeln klappt bei mir generell nur, wenn es mir gut geht. Dann freue ich mich über etwas, an das ich denke und lächle vor mich hin zum Beispiel. Oder ich lächle, weil ich etwas Schönes sehe.

      Aber vor allem das Zurücklächeln, wenn jemand mich anlächelt, geht nur, wenn es mir sehr gut geht, ich entspannt und nicht überlastet bin. Dann kann ich denjenigen ansehen und zurücklächeln. Aber es ist nichts, was automatisch passiert, ich habe gelernt, dass ich andere anlächeln soll, wenn sie mich anlächeln. Ich weiß, dass es netter ist, das zu tun, also tue ich es. Lächeln soll ja auch gesünder sein, als ständig ernst zu schauen. Also tue ich ja mir selbst auch noch einen Gefallen. :d

      Wenn es mir schlecht geht und ich überlastet bin, fällt es mir zunehmend schwerer, andere Menschen überhaupt anzusehen. Ich registriere meist den Gesichtsausdruck des anderen gar nicht mehr.
      Wenn ich ein Lächeln sehe, versuche ich manchmal noch, mein Gesicht zu einem Lächeln zu bewegen.
      Aber es fühlt sich so an, als hätten meine Gesichtsmuskeln verlernt, was sie tun müssen, damit ein Lächeln entsteht. Das ergibt dann einen gequälten Gesichtsausdruck. Das weiß ich deshalb, weil ich dieses gequälte Gesicht oft auf Fotos mache, wenn ich lächeln soll.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      ich habe gelernt, dass ich andere anlächeln soll, wenn sie mich anlächeln. Ich weiß, dass es netter ist, das zu tun, also tue ich es.
      Wenn es doch aber völlig gewollt aussieht, ist es dann trotzdem netter, als nicht zu lächeln?
      Wahrscheinlich schon, der Wille zählt wohl.

      Schneckentanz wrote:

      Wenn es mir schlecht geht und ich überlastet bin, fällt es mir zunehmend schwerer, andere Menschen überhaupt anzusehen. Ich registriere meist den Gesichtsausdruck des anderen gar nicht mehr.
      Das ist bei mir auch so. Auf Arbeit kann es sein, dass ich längere Zeit gut drauf bin, mit meiner Kollegin rumalbere, Telefonate gut meistere, aber wehe, es wird etwas zuviel (was eigentlich immer passiert) - ein Zuviel folgt auf das Andere und plötzlich geht nichts mehr und ich schaff es auf dem Flur kaum mehr, überhaupt mein Gesicht in Richtung jemand Entgegenkommendem zu wenden, geschweige denn, dass ich der Person in die Augen sehen oder lächeln könnte. Das ist dann eine Erschöpfung, wo ich mich selbst drüber wundere, weil vorher am Tag alles gut lief und ich nicht gemerkt habe, wie die Energie abnahm.
      Auf andere muss das seltsam wirken.
      Im Home Office fällt es mir leichter, zu bemerken, wenn etwas meinen Energiehaushalt zu stark schröpft.
      Da kann ich mir dann eine kurze Ruhepause gönnen, wie es im Büro nicht möglich ist.
    • Lefty wrote:

      Zusammengefasst: ich lächle nur, weil IN MIR etwas ein Lächeln bewirkt, aber nicht als Antwort auf ein Lächeln von jemand anderem.
      Wegen dem, was ich heute hörte, siehe oben, frage ich mich nun: muss ich davon ausgehen, dass ich als Säugling nicht angelächelt wurde? Sonst hätte ich dieses soziale Zurücklächeln doch gelernt, oder?

      Wie ist das bei euch mit dem Zurücklächeln? Geschieht es automatisch, also ohne euren Willen, oder müsst ihr es auch oft absichtlich herstellen?

      Und noch etwas, was mir aufgefallen ist: wenn ich in Gesellschaft lächeln muss, weil mich etwas amüsiert oder erfreut, dann wende ich oft meinen Blick irgendwie nach innen und lächle in mich hinein. Ich teile dieses Lächeln also nicht mit der anderen Person/den anderen Personen, sondern behalte es für mich. Woran könnte das denn liegen?
      ich wurde wahrscheinlich als Säugling auch angelächelt, aber das Zurücklächeln hab ich erst gelernt, nachdem ich es al Protokoll verstanden habe: SYN, SYN/ACK, ACK :). Seitdem funktioniert die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen viel besser. Und das lässt mich lächeln. In mich hinen, so wie es sich gehört, schließlich ist es ein Witz zwischen mir und mir auf "Kosten" (naja, für praktische Zwecke natürlich auch "zum Nutzen", denn dass eine Kommunikation hergestellt wird ist meist besser als keine Kommunikation, dagegen ist die Frage nach "Echtheit" des Lächelns nicht wirklich von Belang) der Anderen :).
    • Lefty wrote:

      aber wehe, es wird etwas zuviel (was eigentlich immer passiert) - ein Zuviel folgt auf das Andere und plötzlich geht nichts mehr und ich schaff es auf dem Flur kaum mehr, überhaupt mein Gesicht in Richtung jemand Entgegenkommendem zu wenden, geschweige denn, dass ich der Person in die Augen sehen oder lächeln könnte. Das ist dann eine Erschöpfung, wo ich mich selbst drüber wundere, weil vorher am Tag alles gut lief und ich nicht gemerkt habe, wie die Energie abnahm.
      Auf andere muss das seltsam wirken.
      Same here.... :m(:

      Manchmal läuft auf der Arbeit sogar ausnahmsweise alles fein, und wenn ich dann zu Hause bin, kommt der Absturz in einer Heftigkeit, dass ich selbst erschrocken bin. 8o
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Lefty wrote:

      Also auch, wenn jemand, den ich mag, mich anlächelt, während ich gerade nichts empfinde, was ein Lächeln in mir hervorrufen würde, dann fällt mir das Zurücklächeln sehr schwer und sieht wohl eher fratzenhaft aus.

      Zusammengefasst: ich lächle nur, weil IN MIR etwas ein Lächeln bewirkt, aber nicht als Antwort auf ein Lächeln von jemand anderem.

      Wie ist das bei euch mit dem Zurücklächeln? Geschieht es automatisch, also ohne euren Willen, oder müsst ihr es auch oft absichtlich herstellen?
      Ja. Ich stelle das Lächeln immer bzw ausschließlich selbst her.
      Lächeln geschieht bei mir nur aus einem eigenen Gefühl heraus, das vollkommen unabhängig von den Personen die mir gegenüber stehen ist.

      Dieses Fratzenhafte kenne ich sehr gut, das ist die selbe Wortwahl die ich (gedanklich) auch fast immer für fast alle Gesichtsausdrücke verwende, die bei mir nicht aus einem eigenen Gefühl heraus entstehen.
      Sprich: Alles um den versuchten Schein des verstandenen, aber nicht empfundenen zu waren.

      platzhalter wrote:

      Auf "Kommando" lächlen geht auch kaum. Ich habe das regelrecht vor dem Spiegel geübt um, zumindest auf Fotos, nicht ganz so starr zu wirken. Klappt aber nicht immer und manchmal entgleisen mir meine Gesichtsmuskeln ganz schön.
      Bei mir geht dieses "auf Kommando" überhaupt nicht, und sorgt permanent zu entgleisten Gesichtszügen (Gesichtsmuskeln). Dennoch versuche ich es immer wieder bzw denke es tun zu müssen, weil es sich so gehört bzw um nicht zu negativ, komisch oder unnatürlich aufzufallen.

      Lubricipeda wrote:

      Ich lächle auch eher für mich und in mich hinein, weil das Gesprochene eventuell eine freudige Assoziation ausgelöst hat oder mich das Gesprochene selbst erfreut hat. Dabei blicke ich auch eher weg, als in das Gesicht des anderen. Bei Assoziationen als Ursache kann das auch zu Problemen im zwischenmenschlichen Bereich führen, weil es vielleicht keine angemessene Reaktion zum aktuellen Thema darstellt, z. B. beim Thema Tod, Krankheit, Katastrophen, Krieg...

      Lächelt mich jemand einfach so an, lächele ich in der Regel im Alltag nicht zurück. Im schlimmsten Fall gucke ich dann sogar dazu noch streng, weil mich das Lächeln des anderen irritiert und manchmal sogar in gewisser Form verstört. Ich frage mich dann, was wohl passiert ist, dass diese Person lächelt. Ob ich etwas verpasst habe oder ob ich irgendwie seltsam aussehe, sodass mein Anblick die Person zum Lächeln bringt. Ich wurde bestimmt als Baby auch angelächelt. Da bin ich mir zu 89% sicher.
      Das kenne ich sehr gut! Das ist bei mir genauso.
      Wenn mich etwas zum lächeln und lachen bringt (aus eigenem Gefühl heraus) schaue ich den Menschen auch nie ins Gesicht.

      Auch mit möglichen Assoziationen die nicht unbedingt genau mit dem Thema zu tun haben, aber innerlich starke Freude auslösen, bei denen ich oft gar nicht mehr aufhören kann zu grinsen oder gar zu lachen, im Angesicht schlimmer Themen wie Tod, Krieg, Katastrophen usw - müssen solche Situationen (mein Verhalten) denke ich immer extrem verwirrend und anstößig wirken.

      Auch das mich ein Gesicht/Mensch verstört bzw stark mimisch irritiert wenn es/dieser mich anlächelt und anlacht/lacht ist bei mir genau so.
      Ich weiß daraufhin nie wie ich richtig reagieren soll bzw wie und ob ich erzwungen fratzenhaft mitlächeln soll - weil ich das ganze Gefühl hinter dem lachen und lächeln nicht verstehe. Da ich nie genau weiß was hinter diesem starken lachen oder auch nur lächeln steckt. - Ist es Sympathie, auslachen, freudiges Migefühl - für wen? für mich? aus welchen genauen Grund? ein negativer oder positiver Hintergedanke den ich nicht verstehe oder nicht erkenne bzw sehe, reine Freude - aber aus welchen genauen bzw speziellen Grund? usw.

      Daher lächle ich im Alltag normal auch nicht zurück bzw schaue die meiste Zeit eher streng, starr, auf einen Punkt oder ich schaue weg bzw die Person gar nicht an.
      Diese Mimik auch meiner Lebensgefährtin auffällt, entsprechend sie mir meine Aussenwirkung/Aussehen erzählt hat, als ich das von ihr wissen wollte.

      Lefty wrote:

      Auf Gähnen reagiere ich aber, also wenn jemand gähnt, das steckt mich schon oft an.
      Fast immer wenn meine Lebensgefährtin gähnt, muss ich auch gähnen.
      Ansonsten ist mir das mitgähnen an mir auch schon des öfteren aufgefallen, als ich mit Kollegen zu tun hatte, mit denen ich einigermaßen (gut) klar kam/komme.

      Isa wrote:

      Vermutlich ist meine Reaktion im ersten Moment auch Irritation, was die andere Person dann als Abweisung auffasst. Also zumindest wirkt die betreffende Person dann betrübt.
      Genau so empfinde ich meine Reaktion auch immer. Ich fühle mich von allen Reaktionen der Menschen, als allererstes irritiert. Sodass bei jeweiliger Stärke der Irritation dann entsprechend mein missmutiges, starres, strenges, wegsehendes oder gar wutig aussehendes Verhalten resultiert. Auf das ich aber immer versuche darüber eine Mimik zu legen, die dem anderen eine möglichst verständnisvolle Mimik vorspielen soll. Obwohl ich den anderen von den Gefühlen, die deren Mimik & Gesten ja darstellen sollen (die bei NTs immer auch gefühlt differenzierte Gefühle in sich bergen) nie wirklich bzw nie vollständig verstehe, so sehr ich mich auch anstrenge. Vom textlichen Verständnis-Zusammenhang oft auch nicht, da im Text auch immer viele differenzierte Gefühlswörter bzw Satzbau und Satzwendungen mit enthalten sind.

      Dennoch denke ich dann auch immer, das mein Gesichtsausdruck meine Gegenüber, egal wie ich es auch mache - immer irgendwie verschreckt, auch irgendwie betrübt (?) oder besser gesagt: mein Verhalten möglicherweise, so denke ich zumindest oft auf irgendeine Art sie missachtend, negativ, komisch, unnatürlich oder gar ihnen gegenüber beleidigend rüberkommt.

      Kpax wrote:

      Ich achte manchmal darauf, den Menschen in die Augen zu sehen und zu lächeln, was ich aber sehr anstrengend finde.
      Ich tue das (..) wenn ich sagen will, dass mich etwas sehr freut (..)


      Das finde ich ganz schrecklich. (..)
      Aber es ist Lügen mit dem Gesicht.
      Das versuche ich auch des öfteren, nur um einen "normalen" Anschein zu geben.
      Auch ich empfinde das als ausgesprochen anstrengend, da ich bei diesem Verhalten (lächeln & lachen und dabei den anderen angucken) überhaupt nichts natürliches an mir und dabei empfinde, wenn ich das mache.

      Allerdings empfinde ich das mittlerweile nicht mehr als lügen und auch nicht als schrecklich.
      Denn ich weiß das man das so macht, da es einer Art von beidseitigem Verständnis dienen soll.
      Daher sehe ich das nur als Mimisches Spiel, das ich mitmachen muss oder soll. Auch wenn ich das selbst überhaupt nicht empfinde.
      Klar, ist so ein mimisches Spiel, das man selbst überhaupt nicht empfindet und trotzdem ausführt eine art Lüge an sich selbst und dem Gegenüber.

      Da ich aber weiß, das das Verständigungsproblem an mir selbst liegt und nicht an den anderen, weiß ich auch, das so ein Verhalten zwar nicht gefühlt, aber rein objektiv gesehen etwas Positives bedeutet - da es der Verständigung dient. Und ich das somit auch rein objektiv nicht als etwas unehrliches bewerten sollte, auch wenn ich das natürlich gefühlt unehrlich wiedergebe (das in dem Moment nicht fühle).

      Daher verstehe ich natürlich was du meinst, da ich auch sehr lange gebraucht habe das so einzuordnen, und teils auch jetzt noch Schwierigkeiten habe das so sehen zu wollen. Was anderes bleibt einem aber, wie ich finde, für ein positives Weiterkommen im Sinne des Menschenkontakts - letztendlich wahrscheinlich nicht groß übrig. Oder hat da jemand eine andere positive Menschenkontakt betreffende Idee?

      The post was edited 4 times, last by CypressT81 ().