Ständiges bevormunden und bewerten seitens der Bezugspersonen.kennt ihr es?

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    • Ständiges bevormunden und bewerten seitens der Bezugspersonen.kennt ihr es?

      Hallo zusammen, wenn ich die Eltern besuche,
      merke ich immer wieder, dass sie schnell ins bewerten und bevormunden reinkommen.
      Letztes Jahr, als ich sie besucht habe, wurde ich sofort auf die Gewichtszunahme angesprochen, dazu dass ich dagegen was machen kann. Mir ging es in dieser Zeit gar nicht gut.Stattdessen hätte ich nur Halt, Annahme und keine Bewertungen und Bevormundung gebraucht. Als in der Wohnung, ein Hosenbein im Schuh eins ausserhalb des Schuhs war, fanden sie auch nicht gut, wobei sie warscheinlich gar nicht mitbekamen, wie schlecht mein Konzentrationsvermögen war. Was wären wir für Eltern, wenn wir dich draußen so rumliegen ließen, meinten sie. Mir kommt vor, dass sie nur sehen was angeblich richtig oder falsches Verhalten ist, nicht aber die Gründe, weshalb ich mich wie verhalte.
      Früher als ich von Gleichaltrigen stark gehänselt wurde, wollten sie immer, dass ich wieder raus gehe, wobei sie es als Sucht ansahen, wenn ich am PC war und mich da zurückzog, wo ich mich entspannen konnte.
      Wenn ich was machen will erzählen sie mir immer, was passieren kann, wenn ich es so mache, wie ich es will. Als ich früher noch schaffte, ging ich oft dannach in ein sehr ruhiges Thermalbad, wo hauptsäcich ältere Menschen sind.
      Irgendwann machten mir Eltern Druck, dass ich nicht nur bei älteren Menschen sein soll und zu jüngeren soll.
      Nach paar Monate Fitness hatte ich die ersten Bandscheibenvorfaelle, nicht wegen falschem Training, sondern, da ich ausgebrannt, verspannt war und statt Regeneration wonach mir war, Ausdauer und Kraft bei 'Gleichaltrige' trainierte.
      Wenn ich Probleme habe sagten sie mir immer, wie ich was zu machen habe und waren nicht zufrieden, wenn ich es so nicht umsetzen konnte
      Wenn sie einfach nur dagewesen waeren mir zugehört hätten, statt mich zu 'zwingen' meine Probleme so zu loesen wie sie es fuer richtig fanden, da sie mehr Lebenserfahrung haetten, haette mir warscheinlich mehr gebracht.
      Dazu die Ungeduld, wenn ich was nicht konnte.
      Manchmal nahmen sie mir Tätigkeiten deshalb ab, manchmal hiess es, bei uns geht es doch auch.

      Beide sind voll herzlich, kann mir aber stark vorstellen, dass sie auch autistische Züge haben.
      Vielleicht meinten sie auch im Gegensatz zu mir, zu wissen, was fuer mich das Richtige ist.

      Vielleicht kennt ihr es auch.
      Bin gespannt.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Manche Eltern sind einfach so, ich glaube, dass sie es oft noch nicht einmal böse meinen.

      Auch viele Neurotypische erleben das mit ihren Eltern. Weiß ich aus Erzählungen....

      Früher war meine Mutter auch ähnlich, aber es ist besser geworden.

      Bei manchen Eltern hilft es zu sagen, was Du Dir wünschst und brauchst. Andere wieder sind beratungsresisitent :d

      Wenn es schlimm ist hilft nur seltener oder gar nicht mehr hingehen.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Bevormunden geht gar nicht und brachial einem ihr richtig und falsch eintrichtern, aber nicht im klaren darüber sein das dein persönliches richtig oder falsch beim Verhalten ein anderes ist, weil es zu deiner Persönlichkeit passt, für dich stimmig ist.

      Einen Rat geben, wenn du danach fragst ist ja normal.
    • Ich mag es ehrlich überhaupt nicht wenn gerade Leute , denken sie können über ein Urteilen.Schon Garnicht wenn die Person ein ehr flüchtig kennt.

      Und wollen dann entscheiden was für ein Selbst gut ist.
      Ich finde auch unangebrauchte Ratschläge nervig.

      Es ist für andere Menschen einfacher anderer Leute Problematik zu bemängeln ,statt an sich selbst zu schauen.

      Selbstreflexion ist für schwer.
      Das Do ist der Weg. :prof:
    • Daniel1 wrote:

      wenn ich die Eltern besuche,
      merke ich immer wieder, dass sie schnell ins bewerten und bevormunden reinkommen.
      Ich glaube das ist abhänging von den Menschen selbst.
      Man könnte jetzt sagen "Ja klar es sind halt Eltern" aber ich kann selbst sagen das es Ausnahmen gibt.
      Das was du beschreibst könnte ich so über meinen vater und seine heutige Frau sagen, die aber nicht meine Mutter ist. Die haben mich stark bevormundet, mir alles abnehmen wollen, auch Dinge die mir nicht passten wie die Kleidungswahl oder was für Hobbies ich haben will. Sie wollten mir echt alles vorschreiben, wieviel ich zu essen habe, sogar was ich malen durfte und was nicht. Das sie mir nicht noch vorgeschrieben haben was für musik ich hören darf war alles.
      Ich war damals schon 12-13 Jahre alt.
      Der Grund war einfach der, das sie der Meinung waren das das was ich tun wollte nicht okay für sie war, es war in ihren Augen nicht altersgerecht oder meinem angeborenen Geschlecht entsprechend. Zuerst sagten sie ich sei geisteskrank aber nach meiner AS-diagnose sagten sie ich sei behindert und bin deswegen so, ich kann nichts dafür und brauche Eltern die mir den richtigen Weg vorgeben. Ja klar, Mädchen können ja nicht in männliche Berufe einsteigen oder haben sowas nicht zu tun :m(:
      Auch wenn ich es gut fand das sie bei vielem helfen wollten und so, das war einfach zu viel des "Guten" wobei das gute echt nicht gut für mich war weil es mich davon abhalten sollte ich selbst zu sein.
      Das Autisten noch schlechter bestimmte SIs und Gewohnheiten ablegen als sogenannte NTs wusste damals keiner.
      Meine Mutter hingegen ist ganz anders.
      Sie bevormundet mich garnicht, ich konnte irgendwie im Grunde alles tun was ich wollte.
      Ich habe im grunde aber nie was gemacht was mir oder anderen geschadet hat als ich wieder als Teenager zu ihr zurück kam.
      Ich habe keine Ahnung wie sie reagiert hätte wenn ich mit anderen Jugendlichen Alkohol getrunken hätte oder Joints geraucht hätte, jedenfalls hätte ich mehrmals die Gelegenheit dazu gehabt weil das damals Trend war. Ich war aber nie so der soziale Typ weil keine Jugendlichen da waren die meine Interessen teilten, und daher war ich meist allein oder zusammen mit dem anderen behinderten Jungen aus meiner Klasse unterwegs. Wir hatten zuerst keine gemeinsamen Hobbies aber fanden dann was was uns beide interessiert hat.
      Der Junge wurde von seiner Mutter auch sehr bevormundet, von seinem Stiefvater eher weniger.
      Er hatte nie gelernt sich selbst seine Kleidung raus zu legen oder zu entscheiden was er anziehen will, und sie kaufte ihm seine Kleidung auch ständig was dazu kam das er fast nur Bege und grüne oder khakifarbige Sachen hatte, kaum was buntes, oder was schwarzes oder blaues. Das fand ich schon etwas seltsam.

      Was ich damit sagen will ist, das manche einen egal ob mit oder ohne Behinderung schonmal stark bevormunden können und andere so gut wie garnicht, egal ob es Eltern sind oder nicht.