Fehlende Haushaltsroutinen

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    • Fehlende Haushaltsroutinen

      Hallo,

      ich schreibe hier aus aktueller Notlage:

      Ich habe das (schon lange bestehende) Problem, dass ich keine funktionierenden Routinen für Putzen habe, mich aber schon bei beginnendem Chaos so unwohl und überfordert fühle, dass es mir schwer fällt, anzufangen aufzuräumen oder zu putzen. Folgt etwas einem strikten Ablauf (zB bei der monatlichen Katzenklo-Reinigung) habe ich absolut kein Problem anzufangen, selbst wenn es körperlich anstrengend ist.
      Habt ihr ein funktionierendes System?
      Lohnt es sich vielleicht, eine Reihenfolge der Aufgaben schriftlich festzuhalten und dann die Liste abzuarbeiten?

      Vielleicht kennt jemand den Ausdruck "internally screaming" , innerlich schreiend - so fühle ich mich, wenn ich in dreckigen/chaotischen Räumen stehe.
      Ich vermute, die Kombination aus diesem Gefühl und Problemen mit exekutiven Funktionen führt dazu, dass es mir unglaublich schwer fällt, "einfach" anzufangen zu putzen.

      Momentan ist es so, dass die Wohnung alle paar Wochen unter enormem Kraftaufwand in einen okayen Zustand gebracht wird (nicht wirklich gut genug, aber so zu 80%), und dann wieder langsam mit nur wenigen (eher zufälligen) Gegenmaßnahmen ins Chaos zurückfällt. Erst wenn ich es gar nicht mehr aushalte (es ginge schlimmer, kein Messie-Zustand) wird wieder sauber gemacht.
      Ich will das nicht mehr. Ich möchte mich dauerhaft hier wohlfühlen; nicht alle paar Wochen für einige Tage (maximal).

      Ich hoffe es ist ok, auch ohne Diagnose hier zu schreiben, ich weiß sonst einfach nicht wohin damit :?
    • Morrow wrote:

      Habt ihr ein funktionierendes System?
      Lohnt es sich vielleicht, eine Reihenfolge der Aufgaben schriftlich festzuhalten und dann die Liste abzuarbeiten?
      Ich habe jahrelang alles mögliche ausprobiert, Listen zum Abhaken, genaue Putzpläne für jeden Tag, Aufdröseln von Aufgaben in kleinere Einzelschritte, aber es hat alles nicht funktioniert.
      Das einzige, was bei mir funktioniert ist, mir extern helfen zu lassen. Ich leiste mir eine Haushaltshilfe, die alle zwei Wochen kommt. Zur Vorbereitung auf den Termin muss ich aufräumen, so habe ich die Garantie, dass alle zwei Wochen Ordnung geschaffen wird. Dadurch dass die Haushaltshilfe den größeren Teil der Arbeit übernimmt, ist es auch nicht mehr so viel und besser überschaubar. Wenn ich weiß, ich muss nur aufräumen und nicht nachher noch abstauben, staubsaugen, nass wischen oder sonstwas, dann ist das wesentlich besser zu schaffen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Morrow wrote:

      Ich hoffe es ist ok, auch ohne Diagnose hier zu schreiben, ich weiß sonst einfach nicht wohin damit :?
      Wenn es okay ist, dass ich dir ohne Diagnose antworte.

      Ich habe damit auch RIESIGE Probleme. Vor allem, weil bei fehlender Routine die Verschmutzung irgendwann wieder so groß ist, dass es ein massiver Akt ist, wieder Ordnung herzustellen. Und das führt dazu, dass die Hemmung beim nächsten Mal noch größer wird, da man gelernt hat, dass Putzen aufwendig und anstrengend ist.

      Was ich jetzt vor ein paar Wochen begonnen habe, da mich die mangelnde äußere Struktur zusehends beklemmt und ich dadurch andere Aktivitäten noch schwerer starten kann, ist, mit App zu putzen.

      Tody heißt die, die ich jetzt nutze, aber es gibt viele in der Richtung. Da gefällt mir, dass man nach Räumen sortiert Aufgaben zuweisen kann und man optisch die Dringlichkeit angezeigt bekommt. Da habe ich nun möglichst kleinschrittig eingepflegt, was in jedem Raum zu tun ist. Also nicht als Aufgabe "Küche aufräumen", sonder Aufgaben "Tisch frei machen", "Spülmaschine ausräumen", "Arbeitsfläche aufräumen", "Spülbecken auswischen", "Spüllappen austauschen", jeder verflixte kleine Schritt. Und dann setze ich ein Häkchen. Manche Sachen habe ich täglich, andere in unterschiedlichen Intervallen. Ich mache nur das, was heute dran ist. Wenn ich etwas neues, dringliches sehe, Pflege ich es in die App ein und lasse es in ein paar Tagen auf der To-Do Liste erscheinen. Denn wenn ich es sofort mache, verzettele ich mich in Details und habe für die anderen Dinge keine Kraft mehr.

      Um das zu tun, habe ich mir für jeden Tag einen Wecker gestellt (das funktioniert bei mir meist Recht zuverlässig als externes Startsignal) und dann Stelle ich mir eine Uhr, wie lange ich die Liste abarbeite. Dazu schließe ich wetten ab, wie viele Aufgaben ich wohl schaffen werde.

      Ergänzend lese ich immer Mal wieder in "die magische Küchenspüle" und bei Marie Kondo (auch wenn der Hype nervt, aber die hat eine kluge Vorgehensweise, und das jedeslr Gegenstand im Haus ein "Zuhause" haben soll, entspricht meinen Bedürfnissen...)

      Wie lange es nun wirkt und ob ich das etabliert bekomme, wird die Zeit zeigen.
    • @Mandelkern

      Die App klingt gut.

      Was mir hilft:

      - jeder Gegenstand hat einen festen Platz
      - ich räume auf, wenn ich unruhig bin (das hilft dir wahrscheinlich nicht.. ich räume generell gerne auf)
      - Musik, Video oder Podcast beim Aufräumen hören
      - klaren Zeitrahmen setzen (Ich räume jetzt NUR 10 Minuten auf, nicht mehr.)
      - keinen Perfektionismus entwickeln, dass es perfekt sauber sein muss (schwierig)
      - SOZIALER DRUCK funktioniert noch sehr gut. Meine Mitbewohner sehen regelmäßig mein Zimmer und wenn Besuch vorbeikommt, räume ich immer auf (kommt allerdings nicht so oft vor)
    • Danke euch. Ich werde dann mal als erstes die App ausprobieren von @Mandelkern.
      Die meisten Tipps von dir, @Mugwump kenne ich schon, aber vielleicht versuche ich einige davon noch mal mehr.

      Heute hatte ich Besuch, und mit der Hilfe von meinem Freund ist die Wohnung daher gerade mal wieder "sauber genug". Also, sozialer Druck ist hier auch sehr wirksam, wobei ich eher sagen würde, das ist der Anlass den ich brauche, eben ein fester Termin. Reicht aber ohne andere "Tricks" für mich noch nicht. Öfter Freunde einladen will ich nämlich auch nicht.
      Aufräumen bei Unruhe klingt eigentlich gut, ich weiß oft nicht, was ich tun kann, wenn ich wütend/frustriert bin, vielleicht hilft es ja in solchen Situationen sogar.

      @Shenya Danke auch dir für den Beitrag. Einerseits nicht sehr ermutigend, andererseits stimmt- es gibt da eine "Not"lösung, und die sollte vielleicht durchaus auch als valide Option in Betracht gezogen werden, jedenfalls wenn sich auf absehbare Zeit nichts bessert. Ist je nach Stresslevel durch Putzen vielleicht auch einfach sinnvoll investiertes Geld, selbst wenn es auch ohne "irgendwie" klappt.
    • Ich habe auch das Problem dass sich bei mir einfach alles stapelt. Ich komme mit den vielen kleinteiligen Aufgaben einfach nicht so gut klar.
      Das hat dafür gesorgt (Da ich immer meinen Couchtisch mit Zeug vollgestellt habe) diesen aus dem Wohnzimmer rauszunehmen.
      Jetzt esse ich in der Küche die dann der einzige Ort ist in dem es noch chaotisch zugeht.
      Ich überlege mir halt wie ich weniger Besteck und Geschirr brauche. Das stapelt sich einfach bei mir und ich habe wenig Platz.
      Entscheidung. Das Problem ist die Entscheidung.
      - Matrix Reloaded, Neo
      privates Projekt: www.farmagent.de
    • Mittlerweile habe ich Regale mit Boxen in der Wohnung, um die Unordnung einigermaßen ordentlich aussehen zu lassen, damit ich sehe wo was hin kommt.
      Unter Ikea findet man Kajaxregale mit Kisten, könnt ja mal schauen, ob ihr Beispiele findet.

      google.com/search?q=regale+ike…DO-wKHQ1GBkoQ2-cCegQIABAC

      Kostet die App was, welche ihr für die Ordnung benutzt?

      Herzlichen Dank.
      L. G Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 3 times, last by Daniel1 ().

    • Ich hatte es nach Flylady versucht. Das klappte mal eine Weile, dann nicht mehr.
      Generell ist bei Facebook die Magic Home Gruppe ganz nett (wie Flylady nur etwas zeitlich entzerrt und der Ton ist nicht so rau, Marie Kondo ist ebenfalls irgendwie mit vertreten was in der reinen Flylady Gruppe quasi untersagt war weshalb ich da weg bin).

      Ich muss aber dazu sagen, dass ich allein durch die Schichtarbeit die Tagesroutinen nie so aufbauen könnte wie es da angedacht ist. Allein dadurch geht hier vieles durcheinander.

      Was ich ganz lustig fand war Lose ziehen. Alles kleine Aufgaben, wenn einem was auffällt einfach aufschreiben und mit in das Glas packen. Irgendwann ist es dann mit dran. Das ist allerdings weniger für alles was dauernd anfällt, sondern eher für "ach man müsste mal wieder die Schublade da aufräumen/ die Mikrowelle putzen/die Pflanzen umtopfen..."
    • Morrow wrote:

      Ich hoffe es ist ok, auch ohne Diagnose hier zu schreiben,
      Sie hat Jehova gesagt -> KLICK :fun:

      Um das auszugleichen antworte ich (VA) hier. ;)

      Eins vorweg: Mir geht es da sehr sehr ähnlich wie Dir.


      Morrow wrote:

      Habt ihr ein funktionierendes System?
      Nicht wirklich... Mein "Standard-Putzprogramm" findet immer Sonntags statt. Das ist aber auch nicht wirklich viel. Da wird nur durch Flur, Küche, Bad, Wohnzimmer und Büro gesaugt und anschließend gewischt (außer Wohnzimmer und Büro, Teppich wischen ist mir zu anstrengend ;) ). Außerdem werden die Fußmatten abgesaugt. Dadurch ist es zumindest auf den ersten Blick "sauber".

      Damit hat es sich aber auch schon mit dem regelmäßig... Alles Andere passiert leider viel zu selten. Gerade das Bad müsste ich öfter putzen. Ich habe immer so eine Horrorvorstellung: Unangekündigter Besuch, den ich aber nicht "abwimmeln" kann und der dann auch noch auf meine Toilette will (eher muß) 8o Also, daß ist jetzt nicht so, daß da "braune Streifen" in der Schüssel kleben, aber der Staub lagert sich an den unbenutzten Stellen des WCs schon sichtbar ab. Das Waschbecken ist auch meistens gut mit Bartstoppeln gesprenkelt usw. Es besteht keine Gefahr, daß man sich in meinem Bad nen Pilz einfängt, aber jedes Hotel würde eine vernichtende Beurteilung bekommen...

      Am ordentlichsten und saubersten ist meine Bude zu Weihnachten / Sylvester. Da ist es Tradition das meine Eltern und Bruder mit Frau und Kindern zu mir kommen (Filmabende). Damit es da dann halbwegs ordentlich ist, fange ich schon vier Wochen vorher an mit dem Aufräumen und Putzen. Einen Tag vor dem Besuch wird dann noch mal geputzt. Auch wenn ich in den Urlaub fahre ist es das Selbe. Meine Eltern machen in der Zeit dann den "Hausmeisterdienst". Es kam schon öfter vor, daß ich abends bis 23 Uhr aufgeräumt und geputzt habe und dann nachts um 2 Uhr aufgestanden bin um loszufahren (gähn). Das ist der hier schon erwähnte "soziale Druck".

      Das eigentliche Putzen ist bei mir aber weniger das Problem. Aufräumen ist für mich eine unlösbare Aufgabe. Ich habe immer so viel Zeug rumliegen, wofür ich einfach keinen festen Platz habe. Also bleibt es liegen. Wenn ich doch mal aufräumen muß, wird es eben (vorübergehend) an einen anderen Platz gelegt... :nerved: Und solange Zeug rumliegt, ist Putzen ja kaum möglich.

      Aber wenn ich mal soweit bin, daß ich putzen kann, dann "belohne" ich mich schon während ich putze. Ich höre sehr gerne Musik. Da mir aber die Muße fehlt, mich einfach mal so aufs Sofa zu legen und nur Musik zu höre, höre ich beim Putzen Musik. Und zwar LAUT! :d Ich rede mir dann ein, daß ich mit dem Putzen nur die Zeit nutze, die ich beim Musikhören sonst vertrödeln würde.


      Zur Unordnung... Ich habe festgestellt, daß bei mir Unordnung ensteht, wenn etwas unpraktisch ist. Z.B. in meiner Werkstatt habe ich (im Moment) keinen Platz für Regale. Also stehen alle Kisten mit Werkzeug, Material usw gestapelt übereinander. Und so wie es nun mal ist, muß ich "immer" an die unterste Kiste. Wenn ich was aus der Kiste brauche, habe ich ja keine Alternative, dann muß ich ja alle anderen Kisten runter nehmen. Wenn ich aber was wegräumen will... Dann kommt es oft vor, daß ich es "erstmal" :nerved: auf der Werkbank liegen lasse. Und so geht das immer weiter, bis meine Werkbank voller Gedönse liegt.


      Mein Plan für die Zukunft ist: Zuerst dafür sorgen, daß "Gedönse" praktisch gelagert ist. Der Zugriff muß schnell und ohne vorheriges Rumgeräume möglich sein. So das sich erst gar kein Chaos bilden kann. Und sollte dann doch mal, weil man im Moment keine Zeit hat etwas liegen bleiben, dann darf die spätere Aktion "Aufräumen" nicht durch ein "Aufräumen ist immer so viel Arbeit weil alles unpraktisch ist" zum unüberwindlichen Hinderniss werden.

      Wenn das geschafft ist, will ich mir eine Liste mit regelmäßigen Putzroutinen erstellen. Auf Youtube gibt es ein Interview, in dem eine Autistin u.A. auch auf dieses Thema angesprochen wird. Sie hat sich eine Liste erstellt und zeigt sie auch in dem Interview -> KLICK So in etwa stelle ich mir das vor (ohne Frauenarztbesuch, versteht sich :lol: )

      Soweit die Theorie... Aber wie die Umsetzung in der Praxis aussieht... :roll:

      The post was edited 2 times, last by H. M. Murdock ().

    • Für alle weiblichen Ratsucher ohne hormonelle Verhütungsmittel oder Männer mit solchen Partnerinnen, gebe ich schon Mal folgenden Zeitpunkt-Tipp, der zumindest bei mir funktioniert. -> Alles möglichst auf die unterbewusst vorsorgliche Nestbautriebphase (Phase vor und während des Eisprungs) im Monatszyklus schieben. Da habe ich die meiste Energie. Und sobald diese Phase vorbei ist, bin ich sehr träge und gereizt. Zu der Zeit kann man gut Sachen vernichten oder putzen.^^
      Wichtig ist denke ich, sich nicht im Vorfeld dazu zu zwingen, dass genau dann aufzuräumen, wann man es plante, sondern einen Plan mehr als Erinnerung daran zu sehen, was man heute tun könnte und was sich aufstaut, wenn man es nicht tut. Dann kann man sich vorstellen, wie es dann dadurch in einer Woche aussieht. Die Frage ist, was man macht, wenn man an einem Tag Bock bekommt etwas zu tun, was aber erst morgen oder gestern dran gewesen wäre. Ob man so was erst dann tun sollte, wenn man den Plan schon fest im Kopf hat, um nicht durcheinander zu kommen. Oder lieber ganz lassen vielleicht besser. Also dann eine Runde aussetzen die Sache, die man am enstprechenden Tag nicht tat vielleicht. Oder man schafft sich auch Toleranz-Zeiträume, in denen man aufräumen und unterlassen darf, was man will. Also in jedem Fall empfehle ich auch Chilltage. Ich habe meist Samstag meinen Chilltag und Sonntags räume ich meist spätestens groß auf. Kleines bislang zwischendurch, bis Plan fertig ist. Sonntags spätestens großes Aufräumen auch, damit ich Montag, wenn sämtliches Chaos wieder los geht, einigermaßen entspannter bin. Aber manchmal muss ich mir den Tag auch noch halbwegs zum Chillen nehmen. Mit den Kindern mache ich unter der Woche am liebsten Ausflüge, weil da die wenigsten Menschen unterwegs sind und am Wochenende sind meistens Gartentage. (Zwar sollen sie auch Sozialkontakte haben, aber aufgrund ihrer Art finden sie unter NT-Kindern bislang keinen und es gibt dann immer noch Stress zusätzlich. Sobald ich mehr Ruhe wieder habe, sehe ich zu, dass sie so mehr Kontakte kriegen, wobei der Große nun auch bald in einen Förderkindergarten kommt. Da findet er dann ja vielleicht welche. Ansonsten Verein. Und manchmal gehe ich auch am Wochenende in große Spielplatzparks, auch wenn ich danach fix und alle bin.)

      Vor dem letzten Umzug hatte ich mir einen Wochenplan selbst gebastelt am PC und da Aktivitäten eingetragen. Das plane ich demnächst wieder. Die App finde ich auch sehr interessant. Momentan fühle ich mich so sehr überladen von so vielen noch unaufgeräumten Sachen, dass ich, wenn ich nicht dran hängen würde, am liebsten alles zusammenschieben und in die Müllhalde schmeißen würde. Das meiste, was ich nicht brauche von Schwiegermutter und co habe ich nun fertig.

      Wie hier schon geschrieben, wenn ich Besuch erwarte, funktioniert das Aufräumen bei mir auch am schnellsten. Jedoch effizient systematisiert wird es erst, wenn ich Zeit und Ruhe ohne Unterbrechungen finde. Sobald eine Unterbrechung auftritt, muss ich noch mal die Kraft aufwenden, um mich in mein komplexes Ordnungssystem einzufinden, wo ich noch keines habe. Durch viele Umzüge musste ich ein paar Male neu beginnen. Zu dem Ordnungssystem räume ich erst Mal alles von einer Fläche frei im Wurfmodus, um dem optischen Overload zu an der Aufräumstelle zu entgehen. Dadurch wechselt Chaos zunächst seinen Platz und wenn ich zwei Baustellen habe, können die sich vermischen. Bei einer Unterbrechung kommt dann noch unvorhergesehenes mit hinzu. Ich weiß dann zwar, wo sich was befindet, aber ich werde bald wahnsinnig. Weswegen ich am liebsten alles in einer Tour aufräume. Schaffe ich aber in der Regel nicht. Und ich pferche Chaos zunächst zu einem Haufen, bevor ich Teile aufhebe. Dadurch reduziert sich bei mir die visuelle Reizüberflutung.

      Demnach kenne ich vermutlich den Begriff, der Thread-Erstellerin. Vor allem habe ich das, wenn ich die ganzen Essensreste auf dem Esszimmerboden sehe, die nach jeder Mahlzeit meiner Kinder herunterfallen oder wenn sie mal wieder etliches Spielzeug durcheinander auf den Boden geschmissen haben. Ich bin und war nie ein Putzjunkie, doch bei dem Anblick kriege ich Druck und ein dreckiger Fußboden und Tisch haben mich glaube ich auch schon immer sehr aufgeregt. Wobei ich dafür selten wische. Auch Staubsaugen hasse ich wegen dem Geräusch, am liebsten nehme ich den Kehricht, bei dem der Stil des Behälters in Stehhöhe greifbar ist.

      Ansonsten miste ich seit Beginn meines Klamotten-Chaos langsam spät erhaltenere Sachen aus, obwohl ich nicht viele habe eigentlich (hätte meine Schwiegermutter mich aufgrund ihrer Kaufsucht trotz mehrerer Abbitten nicht mehrfach mit allem möglichen Zeugs überladen und mein Ex hat auch ständig Zeugs gekauft, was er nie benutzte und es auch nicht mehr will und immer wenn er für die Kinder kommt, legt er alles durcheinander (und meinte zu mir, ich sei ein Messi)). Da ich mich allmählich überladen fühlte, vermutlich verbunden mit den wachsenden Alltagsanforderungen im Außen. Je mehr ich allgemein unter Stress stehe, desto mehr regt mich Unordnung auf. Es gibt aber Tage, da schaffe ich es, das Chaos zu ignorieren und genehmige mir im Energie-Sparmodus durch den Tag oder durch die Woche und manchmal mehrere Wochen zu gehen. Aber ich liebe es auch praktisch und ohne unnütze Sachen, die nur Staub fangen, insofern man nichts zu stark mit ihnen emotional verbindet. Falls ein wenig, aber unliebsam, verschenke ich sie an liebsame in der Hoffnung, dass sie daran gefallen finden. Nur von meinen alten Stammsachen gebe ich gar nichts weg. Ich kaufe auch so gut wie nie was. Putzen tue ich möglichst zeitnah alles, was mir als dreckig auffällt, wie z. B. Lebensmittelflecken an einem Griff usw., doch dieses "zeitnah" hat eine gewisse Toleranz^^. Mit Kindern entsteht so viel Durcheinander.

      Ich brauche in jedem Fall ein Zeitmanagement-Plan und plane den seit ca. zwei Monaten (habe gerade viel zu tun). Doch für alle Umstände komme ich eigentlich ziemlich gut zurecht. Doch es könnte viel effizienter und auch noch sauberer und ordentlicher sein. Man verliert einfach so viel Zeit ständig durch das Wiederaufheben oder Vorwegheben usw. Wie hier auch schon geschrieben. Dann legt man das eine erst Mal nach da um an das andere zu kommen. Und wie gesagt, es überflutet einen visuell. Zudem ergibt eine gewisse Aufreihung ein schönes Raumbild. Sie sind dann auch wie Schmuck. Und die Sachen bleiben gut erhalten.

      Ins Chaos gerät es mir entweder dann, wenn unter Zeitdruck etwas raussuchen muss, - dann fällt mir meist noch was mit raus oder ich habe keine Zeit es zurückzuräumen. Und wenn ich dann k.o. wiederkomme und auch Geschirr nicht mehr in den Geschirrspüler stellen mag wegen des Alltagsstresses. Oder wenn ich eben aufräume, habe ich zunächst erst immer ein Vorbereitungschaos.

      Als Kind schon habe ich meine Sachen pfleglich aufgereiht, davon habe ich auch ein Foto (Klamotten räumte damals noch meine Mutter ein). Klamotten und Geschirr sind bei mir immer am nervigsten. Doch Flache-Schubladen-Systeme sind für Klamotten meine Lösung, weil mein Hauptproblem ist, dass mir weitere Klamotten beim Entnehmen mit rausfallen / vom Stapel runter oder man dann immer Shirts anheben muss, wenn man ein bestimmtes will. In den Schubladen kann nichts aus dem Rand fallen und ich kann maixmal zwei Sachen übereinander stapeln. Auch brauch es nicht sonderlich ordentlich aussehen und zur Not kann man mal was in Schubladen-Ecken quetschen. Schränke haben ja ziemlich viel ungenutzten Raum, der dann Schlafzimmerraum nimmt. Mit den Kommoden, die ich kürzlich kaufte, bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich einen Kleiderschrank an sich schöner finde. Für das Raumbild wiederum Kommoden.

      Boxensysteme für Gegenstände außer Klamotten, habe ich bei mir auch abgeschafft, weil ich da drin dann wühlen muss und ansonsten, wenn ich nur wenig reinlege, die Boxen Platz weg nehmen. Ansonsten können die gut dafür sein, dass nichts so leicht herunterfällt. Kollidiert mit meinem Bedürfnis so wenig wie möglich Sachen zu haben und dabei direkt zu sehen, wo etwas liegt, auch wenn ich es im Chaos schnell finde.

      Das von Dragonth habe ich auch gelegentlich mit gewissen Ablageflächen. Vielleicht kann man da alternativ sonst etwas draufstellen, was leicht umfallen würde, würde man noch mehr drauflegen und dabei so wenig Platz wegnehmen, dass man das dadrunter noch benutzen kann bei Bedarf. Z. B. eine Blumenvase oder irgendwas mittig platziertes. Ansonsten vermutlich wirklich sich so wenig Ablageflächen wie möglich schaffen, in dem man sie entfernt, falls genehm.

      The post was edited 5 times, last by Four ().

    • Dragonth wrote:

      Ich überlege mir halt wie ich weniger Besteck und Geschirr brauche. Das stapelt sich einfach bei mir und ich habe wenig Platz.
      Ich habe auch schon jahrelang mit Plastikbecher und Besteck gegessen/getrunken. Nun nutze ich zur Zeit nur noch die Becher. Wenn Leute zu Besuch kamen, gab es dafür wenig Verständnis. Aber wenn man halt alleine lebt, dann will ich nicht für drei Teller und Tassen und so Abwaschen. 100 Becher gibt es bei Thomas Philips für 1€. Billiger kann man auch nicht Abwaschen.
    • Mandelkern wrote:

      Also nicht als Aufgabe "Küche aufräumen", sonder Aufgaben "Tisch frei machen", "Spülmaschine ausräumen", "Arbeitsfläche aufräumen", "Spülbecken auswischen", "Spüllappen austauschen", jeder verflixte kleine Schritt.
      Danke, ich hatte schonmal überlegt ob ich nicht auch lieber so herangehen sollte. Habe mir nun verschiedene Kalender bzw. Aufgabenordner angelegt: Küche, Zimmer, Bad, Haushalt, Wohnung. Mal gucken wie das klappt, z.Zt. ist es erst einmal erleichternd das alles gedanklich ablegen und einpflegen zu können. Die Küchenschrankschubladen etwa sind jetzt zwar immer noch nicht sortiert und aufgeräumt und geputzt, aber dass das gemacht werden müsste, sehe ich sonst halt immer nur, wenn ich gerade irgendetwas aus diesen Schubladen herausholen möchte, und da ich dann natürlich gerade mit etwas anderem beschäftigt bin fange ich nicht damit an und erlebe es dann immer nur als Nervfaktor.

      @Alle Frage in die Runde

      (Warnung, enthält Frust)

      Was mir wirklich gut helfen könnte ist eine Basics-Anleitung, *wie* man alles auch richtig putzt und pflegt und was angemessene Intervalle wären. Ich habe das alles nie gelernt und mein Problem ist oft, dass wenn ich mich dann dazu überwinde einen Aufgabenbereich oder eine Aufgabe zu machen, feststelle dass es so wie ich es versuche weder effizient noch effektiv ist und anfange, erst einmal zu recherchieren und das alles dann schnell ausartet. Ich habe zwar nun angefangen, mir meine eigenen HowTo's zu schreiben wie man was am besten putzt, aber ich frage mich bzw. euch, ob sich nicht jemand schon die Mühe gemacht und das alles irgendwo toll zusammengefasst hat für Leute, die echt gar keine Ahnung haben. Bei den Recherchen, *wie* man etwas richtig putzt habe ich oft das Problem, dass zwar jede Menge nun entweder teils völlig abgefahrene exotische Spezialtipps empfohlen werden oder wie man möglichst kostensparend und umweltschonend Dinge *auch* tun könnte oder wie es Omi tut, aber ich will eigentlich immer erstmal nur wissen wie man es *eigentlich* macht, dieses Wissen scheinen aber alle schon immer vorauszusetzen. Statt "ich putze jetzt den Herd und den Backofen innen und aussen und das Fach darunter und die Bedienelemente" wird dann eine stundenlange Recherche draus, bei der ich dann am Ende erstmal tausend Dinge kaufen soll. Ganz "toll" sind dann auch immer die Tipps, es erst alles gar nicht so weit kommen zu lassen :m(: :d Ich probiere dann verschiedenste Methoden aus, aber ich will das eigentlich gar nicht so ausartend haben. Toll wäre: "diese Dinge brauchst Du auf jeden Fall und X machst Du so mit Y, wenn's nicht klappt kannst Du auch Z probieren. Aus hygienischer Sicht wäre eine Wiederholung alle XY Tage zu raten"