Unspezifische Magenprobleme

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    • Unspezifische Magenprobleme

      Hallo,
      ich habe gelesen, dass beim AS häufig auch unspezifische Magenprobleme hinzukommen.
      Bei mir war das schon in der Kindheit so, phasenweise besser oder schlechter.
      Seit meiner Jugend wurde es dann noch einmal etwas schlimmer und heute ist es kaum auszuhalten.

      Oft habe ich Probleme mit zu viel Magensäure, so dass es im Mund säurig schmeckt, Blähungen und Druck im Bauch,
      was auf die Herzregion drückt und ich Herzklopfen und Herzstechen bekomme, oft weichen Stuhl.
      Ich werde mit dadurch vermutlich nach dem Essen oft sehr erschöpft, unkonzentriert, müde - und muss oft dann schlafen gehen,
      so dass ich mittlerweile einen völlig unregelmäßigen Rhythmus habe oder aber zumindest für Stunden nichts tun kann, was mich geistig oder körperlich fordert.
      Im Legen blubbert es oft sehr lang im Magen dann und es fühlt oder hört sich so an, wie als wenn Blasen beim Ausatmen durch die Lunge ploppen.

      Mit der Magensäure habe ich seit der Jugend zu kämpfen, mit der Müdigkeit, Erschöpfung, Druck in der Herzgegend, Stuhlgang hat sich langsam so seit 8 Jahren eingeschlichen,
      vor einigen Jahren kam das Ploppen im Liegen beim Atmen hinzu und seit einigen Wochen ist ganz neu aufgetreten, dass mir nach dem Essen dann auch kurzfristig sehr übel ist.

      Körperlich sind heute wie damals alle Harn- und Blutwerte OK, ich habe kein Diabetes, kein Bluthochdruck, keine Glutenunverträglichkeit,
      keine Nahrungsmittelallergie. Ich esse kein Fast-Food, selten Fertiggerichte, da ich diese in der Regel noch schlechter vertrage.

      Ich teste selbst seit vielen Jahren natürlich welche Lebensmittel ich besser vertrage und welche nicht, aber je nach Phase vertrage ich manchmal
      welche auch besser oder schlechter, so dass ich bei den meisten Lebensmitteln bis heute nicht sicher sagen kann, ob ich diese gut oder schlecht vertrage.
      Ich habe z.B. nach Kriterien wie Histamingehalt auch mich ernährt schon - ohne wesentliche Wirkung.

      Auch habe ich sehr viele pflanzliche Medikamente oder Mittel ausprobiert, viele Kräuter(-tinkturen), Weihrauchkapseln, Currypulverkapseln, Heilerde, Samen, Vitamine, Mineralien - nichts bringt irgendeine Verbesserung.
      Ich denke ich habe im Laufe der Jahre alles ausprobiert, was die alternative Heilkunde bei solchen Magenproblemen anbietet. Auch Tees wie Kamille, Fenchel, Salbei wirken nicht.

      Wenn es ganz schlimm wird greife ich doch immer auf 1-3 Wochen Protonenpumpenhemmer (PPH) zurück, danach war es bisher immer einige Wochen bis Monate besser.
      Antiallergika helfen gar nicht, gegen zu viel Druck durch Gase im Bauch hilft akut manchmal etwas Simethicon um es etwas zu lindern.

      Was die Magensäure und PPH betrifft ist, helfen diese auch heute noch so, die anderen Symptome aber bleiben und verschlechtern sich im Laufe der Jahre.
      Mein Hausarzt findet ebenfalls keine Ursache für die Symptomatik, außer meine Magenschleimhaut war entzündet.
      Schilddrüsenprobleme werden ausgeschlossen.

      Hat Jemand ein ähnliches Leiden und vielleicht schon mehr dazu herausgefunden, was gut tut oder bzw. hilft und was nicht?

      Danke.

      The post was edited 1 time, last by GolgaFrincham ().

    • Ich kenne sowas auch, wenn auch nicht ganz so extrem.
      Ich denke das hat besonders was mit Stress zutun.
      Als Autist ist man Stress fast schon chronisch ausgesetzt, wenn man nicht den passenden "Lebensraum" für sich schafft oder findet.
      Das ist sehr individuell, daher ist es sehr wichtig was du für dich als ideal empfindest.

      Bei mir zeigen sich Stresssymptome idR seit jeher eher über die Haut, aber seit einigen Jahren vertrage ich auch manche Lebensmittel wie Paprika, Salat und anderen Rohkost nur noch in kleinen Mengen oder gegahrt, dabei habe ich früher sowas sehr oft und auch mal eben so gegessen.
      Ich habe keine Erklärung dafür, aber das Phenomen war mal recht heftig, ist nun aber auch wieder etwas verschwunden.
      Ich konnte früher einen ganzen Teller Salat essen ohne irgendwelche Probleme. Heute bekomme ich davon nicht nur Magenschmerzen sondern auch Blähungen. Das hab ich früher garnicht gehabt.
      Wenn ich ein Gericht esse das ausschließlich aus Gemüse besteht bekomme ich sogar Durchfall und auch öfter mal Magenschmerzen.
      Es muss zumindest auch immer entweder ordentlich Fleisch oder Kohlehydrate mit dabei sein damit das nicht passiert.
      Das wäre ja eigentlich auch ganz normal, wenn man keine besondere Diät einhalten muss aber meine Mutter neigt dazu gerne eher leichte Sachen zu essen da sie eh nicht so viel isst und hat schonmal Hunger auf Salat oder so bestimmte Sachen die dann nur Gemüse beinhalten. Das ist dann so garnichts mehr für mich - leider.

      Was ich definitiv selbst merke ist, wenn ich meine Magenregion anspanne und darauf fokussiere das es weh tut, tut es tatsächlich weh. Es hilft wenn man versucht gegenzusteuern, die Region absichtlich zu entspannen und mal nur auf seine Atmung zu achten.
      Das machen viele auch beim Meditieren so was auch helfen kann generellen Stress abzubauen.
      Das hilft aber nur vorrübergehend, daher würde ich erstmal versuchen so viele Stressfaktoren die man im Alltag hat zu beseitigen.
      Als Autist hat man es da leichter als als "nicht behinderter Mensch".
      Das Manko ist das man eventuell manche Dinge aufgeben muss und nicht so kann wie andere die normal leben und sehr selbstständig sind.
      Diese haben aber auch sehr OFT solche Krankheiten die wegen ihrer Lebensweise chronisch werden.
      Vieles davon kommt nicht allein von einer problematischen Ernährung und wie oft oder wann man was isst sondern auch der rest des Alltags spielt dabei eine sehr große Rolle.
    • @GolgaFrincham - das Problem mit Reizmagen und Reizdarm unspezifischer Ursache kenne ich auch. Bei sehr starkem Stress leide ich unter Magenschmerzen bis hin zu Krämpfen, Durchfällen und starkem Sodbrennen.
      Eine Helicobacter-pylori-Eradikation brachte nur geringfügige Erleichterung.
      Was mir einigermaßen hilft neben Ruhe und Stressvermeidung ist das freiverkäufliche Medikament "Maaloxan" gegen zu viel Magensäure, welches auch magenberuhigend wirkt.
      Dann bei tagelangen Magenreizzuständen esse ich halt Schonkost und Babynahrung.
    • @GolgaFrincham

      Ich habe phasenweise auch ähnliche Probleme, was konkret der Auslöser ist, habe ich aber noch nicht herausgefunden. Mir hilft bei Übelkeit durch einen gereizten Magen / zuviel Magensäure die Kombination von Rennie und Lefax.

      Gibt es bei dir denn keine unbedenklichen Lebensmittel? Vielleicht musst du mal eine Ausschlussdiät machen. Oder hast du das schon?
      Ich kann auf jeden Fall verstehen, wie belastend das ist.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.
    • Coocy wrote:

      @GolgaFrincham - das Problem mit Reizmagen und Reizdarm unspezifischer Ursache kenne ich auch. Bei sehr starkem Stress leide ich unter Magenschmerzen bis hin zu Krämpfen, Durchfällen und starkem Sodbrennen.
      Eine Helicobacter-pylori-Eradikation brachte nur geringfügige Erleichterung.
      Das hört sich auch nicht gut an :(
      Auf Helicobacter-Pylori wurde ich mal getestet, das Ergebnis war aber negativ.

      Coocy wrote:

      Was mir einigermaßen hilft neben Ruhe und Stressvermeidung ist das freiverkäufliche Medikament "Maaloxan" gegen zu viel Magensäure, welches auch magenberuhigend wirkt.
      Maaloxan habe ich vor 20 Jahren etwa regelmäßig genommen. Damals war der Wirkstoff noch Aluminiumhydroxid und nicht Magnesiumhydroxid.
      Seitdem bekannt wurde, dass Aluminium sehr schädlich für Nervenzellen im Gehirn ist, bzw. die Neuronenverbindungen zerstört, wurde der Wirkstoff geändert.
      Ich habe das Medikament trotzdem nie wieder angefasst - weil ich mir jahrelang sozusagen ein "Nervengift" verabreicht habe. Fühlt sich nicht gut an :(

      Coocy wrote:

      Dann bei tagelangen Magenreizzuständen esse ich halt Schonkost und Babynahrung.
      Babynahrung - das ist ja eine gute Idee. :thumbup:
      Wir würde wegen meiner Überempfindlichkeit gegen Duftstoffe zum Waschen auch schon mal z.B. unparfümiertes Baby-Shampoo oder Seife empfohlen.
      Natürlich ist Baby Nahrung auch wesentlich bekömmlicher bestimmt als normale Nahrung.

      Das probiere ich mal aus. Vielen Dank :)

      The post was edited 1 time, last by GolgaFrincham ().

    • kim wrote:

      @GolgaFrincham

      Ich habe phasenweise auch ähnliche Probleme, was konkret der Auslöser ist, habe ich aber noch nicht herausgefunden. Mir hilft bei Übelkeit durch einen gereizten Magen / zuviel Magensäure die Kombination von Rennie und Lefax.

      Gibt es bei dir denn keine unbedenklichen Lebensmittel? Vielleicht musst du mal eine Ausschlussdiät machen. Oder hast du das schon?
      Ich kann auf jeden Fall verstehen, wie belastend das ist.

      Also, doch ich weiss, dass ich Reis und Kartoffeln sehr gut vertrage z.B. - das sind wohl auch allgemein die verträglichsten Lebensmittel und kann man während einer Ausschluss-Diät verwenden.
      Dadurch habe ich zwar keine Probleme mit der Magensäure - aber Erschöpfung und Müdigkeit bekomme ich trotzdem.
      Selbst wenn ich nur Tee trinke oder ein Toast mit Belag esse bekomme ich das nach einer Weile.

      Nun beginnt das Problem, tage- oder wochenlang nur Reis oder Kartoffeln essen...
      Also versuche ich immer "Beilagen" zu finden, die ich vertrage. Manchmal vertrage ich dann was gut, irgendwann plötzlich doch wieder nicht.
      Das macht es sehr kompliziert alles. Denn nach einer z.B. Medikamenten-"Kur" vertrage ich auch weder vieles wesentlich besser für eine ganze Zeit.

      Meine Symptomatik ist schon so weit fortgeschritten, da ich leider als ich jünger war zu viele andere Probleme hatte, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen.
      Rennie oder Lefax, ähnlich wie basische Pulver, wirken fast gar nicht mehr bzw. nur sehr kurz gegen die viele Magensäure.
      Wobei die anderen Symptome überwiegend gar nicht weggehen.

      Ich überlege auch schon, ob es eine Herz- oder Kreislaufschwäche sein könnte o.ä. und gar nichts mehr direkt mit der Magensäure zu tun hat
      (Blut in den Magen pumpen zur Verdauung) - und probiere gerade einmal Weissdorn-Dragees.

      Danke für Deine Anregungen! :)
    • GolgaFrincham wrote:

      Also, doch ich weiss, dass ich Reis und Kartoffeln sehr gut vertrage z.B. - das sind wohl auch allgemein die verträglichsten Lebensmittel und kann man während einer Ausschluss-Diät verwenden.
      Dadurch habe ich zwar keine Probleme mit der Magensäure - aber Erschöpfung und Müdigkeit bekomme ich trotzdem.
      Selbst wenn ich nur Tee trinke oder ein Toast mit Belag esse bekomme ich das nach einer Weile.
      Müdigkeit kann dann aber auch die Folge von zu wenig und einseitigem Essen sein?
      Bei mir ist bezüglich von Schonkost halt noch das Problem, dass ich ja eh Untergewicht habe und ich nicht mehr mehr abnehmen kann (bzw. sollte). Und bei mir geht abnehmen schnell.
      Ich bin da echt in einem richtigen Teufelskreis und da es mir gerade psychisch extrem schlecht geht, habe ich auch keine Energie mehr, mich um den Körper zu kümmern.
    • @Fidoline

      Das hört sich aber nicht gut an, wenn Du in so einem Teufelskreis steckst. :(
      Warst Du schon mal beim Arzt deswegen? Vielleicht ist es ja eine Schilddrüsenüberfunktion?

      Also, bei mir hat sich über 8 Jahre schon so eingeschlichen und ich ernähre mich doch recht abwechslungsreich, nehme auch Nahrungsergänzungsmittel usw.
      Ich esse fast gar keine Fertiggerichte und nur so alle 1-2 Monate Fast-Food und kein Alkohol und kein Kaffee.
      Bin kein Vegetarier oder Veganer, auch wenn ich bewusst sehr wenig Fleisch esse. Nehme dafür aber Milch und andere Proteinreiche Kost zu mir.
      Untergewichtig bin ich auch nicht - ich würde ausschließen, dass mein Körper zu wenig Energie hat.



      @Tauriel

      Das ist eine gute Idee. Ich hatte schon Kakaopulver auf der Liste der Nahrungsmittel, die ich nicht mehr kaufe, da ich öfter Sodbrennen danach hatte.
      Generell Zucker wegzulassen werde ich versuchen. Ich nehme ja immer Zucker zum Tee oder zu den Haferflocken, hole auch mal Schokolade oder Schoko-Kekse.
      Danke für den Tipp :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by GolgaFrincham ().

    • Ich kenne mich mit der Problematik nicht gut aus. Eine Person in meinem Verwandtenkreis hatte ähnliche Beschwerden. Bei ihr lag es an Dauerverspannungen aufgrund einer Skoliose. Sie hat dann viel Physiotherapie und Ostheopatie gemacht/machen lassen.
    • Mugwump wrote:

      ....hatte ähnliche Beschwerden. Bei ihr lag es an Dauerverspannungen aufgrund einer Skoliose.
      Das nennt man dann wohl Reizdarm/Reizmagen, wenn man keine anderen gründe für die Beschwerden findet.

      Bei solchen Dauerverspannungen kann ich mir gut vorstellen, dass das Verdauungssystem reagiert.

      @GolgaFrincham - sagt dir der Begriff "Dumping-Syndrom" etwas?

      Oder Achalasie?

      Die beiden Sachen fallen mir spontan ein.

      Demnächst darf ich mir eine Magen- und Darmspiegelung antun, weil ich auch über Jahre immer wieder unspezifische, aber auch spezifische Beschwerden habe. PPI haben geholfen, aber die sollte man nicht ständig nehmen, was ich nicht mache.
      Eigentlich möchte ich nur hören, dass alles okay ist (organisch), dann weiß ich, dass ich damit leben muss, aber nichts falsch gemacht habe :oops:
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Hallo @GolgaFrincham,
      das hört sich ja gar nicht schön an... Gute Besserung an dieser Stelle! Ich hoffe, du konntest deine Magenprobleme bereits lösen. Falls nicht, kann ich dir einen Artikel empfehlen, in dem Tipps und Tricks gegen verschiedene Magenbeschwerden erläutert werden. Natürlich solltest du für eine zuverlässige Diagnose und Behandlung einen Arzt aufsuchen. Ich wünsche dir alles Gute!
      Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zu heilen.
    • Das kommt bekannt vor. Gastritis und Reizdarmsyndrom sind häufige stressbedingte Folgeerkrankungen von ADHS und ich kann mir gut vorstellen, dass sie es bei Asperger ebenfalls sind.

      Denn die Ursache ist ja meist der hohe Stresspegel des Betroffenen.

      Chronische Gastritis bzw. Reizdarmsyndrom kann dann auch durchaus zu Laktoseunverträglichkeit und Glutenunverträglichkeit führen.

      Bei mir hat das damals der Hausarzt vermutet und mich dann zum Internisten geschickt, der mit Magen- und Darmspiegelung herausgefunden, dass tatsächlich chronische Gastritis, Reizdarmsyndrom und daraus bedingt Laktoseunverträglichkeit und Glutenunverträglichkeit vorliegen.

      Das wird bei mir mit Pantoprazol, Duspatal und einer entsprechend auf eine Reizdarm-geeignete, laktose- und glutenfreie Ernährung behandelt.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020