Anhaltende Kontaktbeschränkungen

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    • Anhaltende Kontaktbeschränkungen

      Hallo,

      als ich gestern den Beschluss der Verlängerung der Kontaktbeschränkungen las, war ich echt erschüttert!
      Es trifft vor allem diejenigen, die über keinen nennenswerten Freundeskreis verfügen und sich jetzt bis zum
      Tag des jüngsten Gerichts isoliert sind!
      Mich belastet es sehr, dass ich nicht mal mehr zu einem Autismusstammtisch kann.
      Wahrscheinlich ist es für mich doppelt schlimm, da ich auch keine Arbeit durch Corona habe und sich dies
      voraussichtlich auch nicht so schnell ändert.
      Leidet ihr auch darunter? (Besonders die, ohne Kontakte?)
      Langsam habe ich gar keine Lust mehr, meinen Tag irgendwie zu strukturieren, da kann man ja gleich im
      Bett bleiben, wenn sich nie etwas ändert. :(
    • Tatsächlich ist es für mich eher eine Erleichterung, da Vorlesungen und sonstige soziale Verpflichtungen ziemlicher Stress für mich sind. Auf Arbeit ist auch erheblich weniger los. Ich habe Kontakt zu Freunden über Telefon/Social Media und finde das auch absolut ausreichend. Und ich habe endlich mal den Kopf frei für Sachen, die ich schon länger machen wollte, aber irgendwie immer keinen Nerv dazu hatte, weil ich mich von den ganzen sozialen Anstrengungen erholen musste
    • ich bin von der Ausgangssperre genervt. Ohne mein Mittagessen mit Kollegen bricht ein großteil der sozialen Kontakte des Tages weg. Und ohne Bier- und Tiergarten fehlt mir die Möglichkeit mich zwanglos unter Menschen zu bewegen. Jetzt unter Corona ist jeder zwischenmenschliche Kontakt so gezielt.
    • Mich erschrecken eher die großzügigen Lockerungsmaßnahmen - schaut man sich in der Welt um, gingen die Infektionszahlen überall da besonders schnell zurück, wo besonders konsequent abgeschottet wurde. Deshalb wäre es mir lieber gewesen, noch zwei bis drei Wochen wie gehabt weiterzumachen und dann, mit Infektionszahlen, die rückverfolgbar sind, die Kontaktverbote weitgehend aufzuheben anstatt jetzt einen halben Schritt zu machen, bei dem aber zu befürchten ist, dass er die Sache in die Länge zieht. Also nach dem Prinzip: lieber ein Ende (der zu hohen Infektionszahlen) mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn bei der jetzigen Regelung befürchte ich auch, dass es noch Monate dabei bleiben wird - zu streng, um so lange erträglich zu sein, aber zu lasch, um die entscheidende Wirkung zu erzielen.
    • Da ich im Homeoffice arbeite und auch die Aspietreffen seit März nicht mehr stattfinden, merke ich eine ziemliche Isolation. Ich habe die ganze Zeit niemanden getroffen.
      Das ist schon hart und erinnert mich stark an die Zeit als ich arbeitslos war und noch keine Aspies kannte, die ich treffen konnte. Zu der Zeit habe ich teilweise monatelang mit niemandem geredet.

      Letztes Wochenende gab es allerdings ein konspiratives Mini-Aspietreffen zu dritt. Das hat mal wieder gut getan.
      Ist da wer?

      Bums Bums Corona brauch ich nicht Hopsassa!
    • Ich habe kaum Leute, mit denen ich mich mal alleine treffen würde, sondern es sind eigentlich immer eher "Gruppentreffen" - Schachverein, Spieletreffen, Forentreffen, Wandergruppen o.ä.
      Die fallen jetzt weiterhin alle weg, was ich auch nicht so toll finde. :|

      Gleichzeitig (oder gerade deswegen?) sehe ich es aber wie @HCS - (vergleichsweise) kurz andauernde, aber striktere Maßnahmen wären mir lieber gewesen.
      Denn von den Lockerungen profitiere ich eh nicht. :|
      Teile dieser Signatur könnten die Bevölkerung verunsichern.
    • Corona hat meine Autismustherapie gestoppt und meine sozialen Kontakte sind nur ein Hallo zur Kassierin im Supermarkt. Das man jetzt quasi "Überfall" fertig in den Laden geht ist neu und nervig. So erkennt man gar keine Leute mehr und ohne Maske und gesichtsblind ist das so schon schwierig genug.

      Da ich zur Zeit leider keine Arbeit habe, ist es Alltag und die Kontaktbeschränkung hat auf mich kaum Auswirkungen. Famillie treffen und über meine ASS aufklären ist halt leider auch net.
    • HCS wrote:

      Mich erschrecken eher die großzügigen Lockerungsmaßnahmen

      Abendstern wrote:

      Denn von den Lockerungen profitiere ich eh nicht.
      Ich finde, dass sich die Maßnahmen langsam nicht mehr logisch erklären lassen, da in Deutschland ja nicht wirklich viel Schlimmes passiert ist! Die Toten durch Corona gleichen die gesunkenen Grippeopfer aus - vielleicht gibt es da ja eh schon lange eine Vermischung.

      Ich profitiere von diesen Lockerungen auch überhaupt nicht. Toll, dass ich als Bankräuber jetzt wieder Klamotten schoppen kann, wo ich eh keine Einnahmen mehr habe. :(
    • Fidoline wrote:

      Ich finde, dass sich die Maßnahmen langsam nicht mehr logisch erklären lassen, da in Deutschland ja nicht wirklich viel Schlimmes passiert ist
      Gedacht sind die Maßnahmen ja, um das Schlimme zu verhindern, nicht als Reaktion darauf.
      Unlogisch wäre es, wenn man erstmal warten würde, bis sich 50% der Bevölkerung angesteckt haben, und dann sagen würde: "So, wir müssen jetzt mal langsam n bisschen was tun, um die Ausbreitung zu stoppen, das kann ja so echt nicht weitergehen mit den ganzen Toten! :prof: :idea: " :roll:

      Aber da haben wir ja eigene Threads, wo das zur Genüge diskutiert wird...
      Teile dieser Signatur könnten die Bevölkerung verunsichern.
    • Fidoline wrote:

      Ich finde, dass sich die Maßnahmen langsam nicht mehr logisch erklären lassen, da in Deutschland ja nicht wirklich viel Schlimmes passiert ist!
      Ganz genau! Nicht "langsam" sondern "schon lange nicht".
      Sterbequote 0,37%, und das ist wahrscheinlich noch zu hoch geschätzt. Dass jeder einzelne Tote in den Medien kommt, ist das einzige Problem. Würde jeder einzelne Verkehrs- oder Grippetote in den Nachrichten kommen, wäre der Straßenverkehr längst abgeschafft, und es gäbe Grippeimpfpflicht. Gibt es aber nicht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Fidoline wrote:

      Langsam habe ich gar keine Lust mehr, meinen Tag irgendwie zu strukturieren, da kann man ja gleich im
      Bett bleiben, wenn sich nie etwas ändert.
      Davon möchte ich abraten, denn dann kommst du eventuell ganz schnell in eine "Abwärtsspirale". Jeder Tag baut auf dem vorherigen Tag auf. Das lässt sich übertragen auf die einzelnen Tagesabschnitte. Ich merkte das schon, als ich mich mal an einem Tag nicht ordentlich für's Home Office angezogen hatte. Diese Nachlässigkeit zog sich durch den ganzen Tag. Oder als ich an einem Wochenend-Tag meine normale Morgenroutine nicht durchzog, da hat es den halben Tag gedauert, bis ich wieder in meinem Tag "einrastete", und das, obwohl ich gar keine starre Routine habe in der Freizeit.

      Wirst du, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sein werden, wieder arbeiten können? Vielleicht kannst du dich daran festhalten und dich jeden Tag ein wenig auf diese bevorstehende Arbeit vorbereiten?

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Fidoline wrote:

      Ich finde, dass sich die Maßnahmen langsam nicht mehr logisch erklären lassen, da in Deutschland ja nicht wirklich viel Schlimmes passiert ist! Die Toten durch Corona gleichen die gesunkenen Grippeopfer aus - vielleicht gibt es da ja eh schon lange eine Vermischung.
      Doch, das ist ausgesprochen logisch: nur wenn die Zahl der Neuinfektionen sich im niedrig dreistelligen Bereich pro Tag bewegt, ist es logistisch machbar, jeden einzelnen Fall nachzuverfolgen und die Kontaktpersonen zu isolieren. Und das ist die einzige Alternative dazu, alle zu isolieren, also zu dem, was bisher geschah.
      Das Argument "bei uns ist ja bisher nichts passiert" ist deshalb absolut gegen jede Logik, denn es besagt "die Maßnahmen wirken, deshalb hören wir damit auf". Da kannst Du auch auf einer steilen Paßabfahrt vom Gipfel bis vor die letzte Kurve bremsen und dann sagen "nix passiert, ich hör auf zu bremsen".

      The post was edited 2 times, last by HCS ().

    • Ich erlebe die Beschränkungen als aufgezwungene psychische Störung, sozusagen. Das heißt dass ich mich, weil ich unter den Corona-Bestimmungen vollkommen allein meinen Interessen nachgehe ohne Kontakt zu anderen Menschen, als psychisch/seelisch beeinträchtigt erlebe, obwohl ich nichts dagegen tun darf oder kann, oder durfte und konnte. Die Beeinträchtigung stammt von der Isolation an sich, weil meine Interessen ("SIs" wie man sie nennt) interessant sind und machen nicht krank. Die Isolation macht krank und man hat sie nicht gewählt. Ich habe auch ein paar Stunden Arbeit per Videokonferenz und komme mir vollkommen seltsam vor als angeblich normaler Mensch mit anderen Menschen zu interagieren wenn sie kaum und sogar dann nur virtuell vorhanden sind, etwas von mir erwarten (eine Dienstleistung) und sonst ist überhaupt niemand da außer mir.