Freunde, Bekannte oder was?

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    • Freunde, Bekannte oder was?

      Hallo,

      anlehnend an den Thread "Habt ihr Freunde?" möchte ich euch fragen, wie ihr Freunde bzw. Bekannte definiert und ob ihr meint,
      dass es eine Zwischenstufe gibt?

      Ich würde sagen, Bekannte sind Menschen, mit denen man sporadisch Kontakt hat oder die man regelmäßig bei einem Gruppentreffen
      trifft. Mit denen man aber nicht so viel über Privates redet und die keine Anlaufstelle sind, wenn man zB ein persönliches Problem hat.
      Die Verbindung ist vielleicht ein gemeinsames Hobby oder so.

      Freunde sind Menschen, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, wobei das bei mir nicht jeden Tag oder so bedeutet! Und die mehr
      oder weniger immer für einen da sind, wenn man jemanden zum Reden braucht. Man vertraut ihnen an, was einen bewegt.

      Aber was ist mit denjenigen, zu denen man nur wenig Kontakt hat (weil sie zB weit weg sind oder familiär eingebunden etc.), die nicht
      immer da sein können, mit denen man sich aber blendend versteht und denen man auch sehr Privates anvertraut?

      Bin gespannt auf eure Sichtweise!
    • Fidoline wrote:

      Freunde sind Menschen, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, wobei das bei mir nicht jeden Tag oder so bedeutet!
      Für mich schränke ich das ein. Denn nur regelmäßiger Kontakt macht aus einem Bekannten keinen Freund. Um jemanden als Freund zu bezeichnen gehört für mich Vertrauen dazu - sehr viel Vertrauen.

      Es gibt nur 2 Menschen, die ich als Freunde bezeichne. Bekannte habe ich einige mehr, von denen ich zwei/drei auch regelmäßig treffe oder Kontakt habe (z.B. online).
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Denn nur regelmäßiger Kontakt macht aus einem Bekannten keinen Freund.
      Ja, klar. Deshalb nenne ich ja auch noch andere Punkte.
      Aber kann auch jemand ein Freund sein, von dem man zB auch mal Wochen nichts hört oder der eben nur manchmal für einen erreichbar ist, mit dem man sich aber so richtig gut versteht?
    • Meine besten Freunde sind mir näher als die Familie, also Wahlverwandtschaften. Der Begriff ist etwas unscharf, weil ich auch gute Bekannte habe, die ich der Einfachheit halber "Freunde" nenne, wenn der Umgang ein anderer ist, als unter Kumpels. Dann gibt es noch die Geschäftsfreunde; das sind jahrealte, sehr verlässliche und verbindliche Kontakte - man hat sich schon oft aus der sprichwörtlichen Patsche geholfen.
      equo ne credite
    • Fidoline wrote:

      Aber kann auch jemand ein Freund sein, von dem man zB auch mal Wochen nichts hört oder der eben nur manchmal für einen erreichbar ist, mit dem man sich aber so richtig gut versteht?
      Für mich nicht. Das sind dann gute Bekannte. Gerade die Erreichbarkeit ist für mich ein wichtiger Punkt. Klar, jeder ist mal nicht erreichbar (einkaufen, auf dem Klo, im Wald spazieren) - aber wer über Tage _unangekündigt_ nicht erreichbar ist, ist für mich kein Freund.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Fidoline wrote:

      Freunde sind Menschen, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, wobei das bei mir nicht jeden Tag oder so bedeutet!
      Für mich schränke ich das ein. Denn nur regelmäßiger Kontakt macht aus einem Bekannten keinen Freund. Um jemanden als Freund zu bezeichnen gehört für mich Vertrauen dazu - sehr viel Vertrauen.
      @Leseratte

      Ganz genau so sehe ich es auch. Sehr sehr viel Vertrauen und vor allem dauert es lange bis ich jemanden als Freund annehmen kann. Das kann Jahre dauern bei mir. Und für mich ist aber auch wichtig, dass ich mich nicht regelmäßig melde. Sondern auch mal einige Zeit dazwischen vergeht. Sonst ist es für mich wieder eine Verpflichtung. :) Das ich auch mal sagen kann, wenn es mir nicht gut geht . Und dass ich vieles erzählen kann. Und der Freund mir auch vertraut.
      Liebe Grüße von Sophia
    • Wirklich Freunde habe ich vermutlich nur 1-3.
      Ich definiere Freunde vermutlich aber auch anders als der Durchschnitt.
      Für mich sind Freunde Personen, denen man vertrauen kann, die nichts fordern für das was sie tun und die dich so hinnehmen wie du bist.
      Die meisten Leute würde ich als Bekannte definieren.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Die Antwort ist für mich nicht so einfach zu beantworten. Meine besten Freunde kennen mich seit meiner Kindheit,
      mit Ihnen habe ich meine Jugend erlebt, wir haben schon sehr viel gemeinsam unternommen. Ich vertraue Ihnen blind,
      und kann auch persönliche Dinge mit Ihnen teilen.

      Außerhalb dieses Kreises fand ich lange keine Freunde, also Menschen mit denen ich auch persönliches Teilen kann,
      die mich akzeptieren wie ich bin. Da es mir leichter fällt über ein Hobby überhaupt in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen,
      besuche ich seit 7 Jahren einen Hobbybrauerstammtisch. Dies aber auch eher sporadisch (3 - 4 x im Jahr), da ich zwei
      Stunden dorthin fahren muss, und es mit einer Übernachtung verbunden ist. Alles sehr anstrengend, aber dort sind sehr
      nette Menschen, mit denen ich gerne Zeit verbringe.

      Dort habe ich dann einen neuen (besten?) Freund gefunden. Er ist der Initiator des Stammtisches. Ein unglaublich offener,
      toleranter Mensch. Er hat schon einige Schicksalsschläge hinter sich, seine Gesundheit ist auch nicht immer die Beste,
      aber irgendwie entstand von Anfang an eine besondere Verbindung. Ich vertraute ihm persönliche Erlebnisse aus meinem Leben an,
      mit ihm konnte ich den Tod meines Großvaters verarbeiten, und seit zwei Jahren, nenne ich ihn "Freund" - da kannten wir uns
      bereits seit 5 Jahren.

      Es dauert also sehr lange bis ich jemanden Freund nenne, es muss eine Vertrauensbasis herrschen, und wir müssen
      "auf einer Wellenlänge" schwimmen. Die anderen die zum Stammtisch kommen, würde ich als gute Bekannte bezeichnen.
      Bekannte habe ich auch einige im Musikverein, Menschen die mich kennen und mögen. Aber Freund ist eine Ebene höher als
      Bekanntschaft. Bekannte sind Menschen mit denen ich gerne etwas Zeit verbringe oder zusammen musiziere. Freunde sind Menschen
      für dich ich durchs Feuer gehen würde, und die mir sehr viel bedeuten. Die auch schon einiges mit mir erlebt und durchlebt haben.

      Wie oft sehe ich nun meine Freunde/Bekannte? Einmal in der Woche ist Musikprobe, da sehe ich dann einige gute Bekannte.
      Meine Kindheitsfreunde sehe ich meist zu Geburtstagen, vielleicht im Sommer zum grillen. 5, 6 x im Jahr. Den Stammtisch
      besuche ich meist drei oder viermal im Jahr. Eigentlich viel zu selten, was ich schade finde. Aber ich kann auch nicht jeden
      Monat ein Treffen mit Übernachtung machen, das ist viel zu anstrengend.
    • ein erster Gedanke: die Regelmäßigkeit ist kein gutes Kriterium, regelmäßig seh ich vor allem meine Arbeitskollegen. Unter denen würde ich nur die paar als Bekannte bezeichnen, mit denen ich auch schon über Themen außerhalb der Arbeit oder gar bisserl Persönliches gesprochen habe.

      Fidoline wrote:


      Ja, klar. Deshalb nenne ich ja auch noch andere Punkte.Aber kann auch jemand ein Freund sein, von dem man zB auch mal Wochen nichts hört oder der eben nur manchmal für einen erreichbar ist, mit dem man sich aber so richtig gut versteht?
      ja würd ich für mich sagen. weil richtig gut verstehen auch einschliesst, dass der- oder diejenige auch besondere Phasen für sich braucht, wenn er eine entsprechende Persönlichkeit hat. also daran gingen meine Freundschaften nicht ein

      The post was edited 1 time, last by Pechblende ().

    • Fidoline wrote:

      Leseratte wrote:

      unangekündigt_
      Unangekündigt meine ich nicht. Aber es gibt Menschen, die zB aufgrund ihrer Familie nicht immer erreichbar sind, also per WhatsApp vielleicht schon, aber eben nicht für Telefonate oder längere Unterhaltungen.

      Wenn es um 'einfach mal reden' geht, muss ein Freund nicht erreichbar sein - und ein Bekannter schon gar nicht. Aber wenn es um einen Notfall geht, ist es für mich ein Zeichen für Freundschaft, dass die Person mit dem Notfall dann Priorität hat.

      Ich versuche es mal mit ein paar Beispielen zu erklären.

      1. Ich habe nachts um 3 das große heulende Elend. Die Welt ist böse, keiner hat mich lieb und auch sonst fühle ich mich so richtig mies. Es würde mir helfen, genau jetzt mit meiner Freundin zu reden, damit sie mir den Kopf gerade rückt. Aber rufe ich sie wegen so etwas an? Nein, natürlich nicht - ich kann ja noch halbwegs klar denken. Der Anruf kann bis zum Morgen warten - und dann werde ich vermutlich gefragt, warum ich nicht sofort angerufen habe.

      2. Ich erfahre nachts um 3, dass mein Sohn gerade einen schweren Unfall hatte. Ich rufe sofort meine Freundin an und erwarte, dass sie zu mir kommt, um mir beizustehen, damit ich nicht völlig abdrehe. Falls sie weiter weg wohnen würde, dann halt ein paar Stunden telefonieren. Käme hier eine Ausrede, gäbe das der Freundschaft einen großen Knacks.

      Auf der anderen Seite bin ich (aus meiner Sicht) natürlich genau so in der 'Pflicht' für meine Freundin. Sie ist Angstpatientin und weiß, dass sie mich jederzeit anrufen kann - wirklich jederzeit. Und auch bei Dingen, die für die meisten Menschen vermutlich 'Kleinigkeiten' sind, sie aber enorm belasten. Allein dieses Wissen hilft ihr schon, mit dem Anruf bis zum Morgen warten zu können - meistens.

      Wir wissen beide, dass wir die andere jederzeit anrufen können, würden aber beide die andere nicht ausnutzen. Wir müssen nicht ständig Kontakt haben, aber einmal die Woche kurz melden (evtl. auch nur mit einen Gruß über WhatsApp) muss schon sein. Anders würde unsere Freundschaft nicht funktionieren.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~