Welche Komorbiditäten habt ihr zusätzlich zu Autismus?

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    • Welche Komorbiditäten habt ihr zusätzlich zu Autismus?

      Hi zusammen

      mich würde interessieren, welche Komorbiditäten bei euch zusammen mit Autismus, insbesondere Hoch-funktionaler Autismus vorkommen?
      Ich habe vor der Zeit, als man mir gesagt hat, dass ich eine Autismus-Spektrum-Störung habe, unter Depressionen gelitten. ADHS hat man mir auch diagnostiziert, aber die Medis halfen nicht, weswege ich denke, dass das nicht vorliegt.
    • Bei mir wurde das Asperger-Syndrom diagnostiziert, aber keine Komorbiditäten. Allerdings vermute ich diese bei mir.

      Eigenverdacht ADS
      Begründung:
      - ich habe immer wieder mal Konzentrationsschwierigkeiten, auch beim Zuhören (meistens aufgrund von Gedankenkreisen)
      - ich schiebe oft unerledigte Aufgaben vor mich hin
      - ich übersehe oft Dinge/Veränderungen

      Eigenverdacht Soziale Phobie
      Begründung:
      - ich habe eine "Redeangst" (bei Vorträgen/Referaten/Vorstellungsrunden)

      Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das für eine Soziale Phobie ausreicht. Möglicherweise gehört bei einer Sozialen Phobie noch mehr dazu.
    • Zusätzliche Diagnosen sind somatische Störungen und Depressionen.

      Ich habe mich auch auf ADHS testen lassen, der Test war aber nicht eindeutig genug um das entsprechend zu diagnostizieren.

      Ich gehe aber davon aus, daß das alles Folgeerscheinungen einer jahrzehntelangen nicht entdeckten ASS ist. So sind die ADHS Symptome eher auf die autistische Wahrnehmungsverarbeitung zurückzuführen, die einem schnell an Belastungsgrenzen bringt, was dann zu Konzentrations-- und Gedächtnisproblemen führt.

      Auch die somatischen Probleme und die Depressionen sind auf die ständige Überlastung durch die etwas andere Wahrnehmung und vor allem auf die Anstrengungen in sozialer Interaktionen zurückzuführen. Das alles löst dauerhaften Streß aus, der wiederum zu den genannten Problemen führt.
    • Spero wrote:

      Auch die somatischen Probleme und die Depressionen sind auf die ständige Überlastung durch die etwas andere Wahrnehmung und vor allem auf die Anstrengungen in sozialer Interaktionen zurückzuführen. Das alles löst dauerhaften Streß aus, der wiederum zu den genannten Problemen führt.
      Wow, du hast es auf den Punkt gebracht. Genau das sagte nämlich der Arzt zu mir. Ich war in der Klinik, weil ich gedacht habe, ich hätte Depressionen. Ich hatte viele unverarbeitete Themen.
      Dann kam er aber mit der Aussage kurz vor der Entlassung, dass ich eine ASS habe. Das ist die Ursache, die bei mir zur Depression geführt hat. Das ist auch die Ursache, weswegen irrtümlich ADHS diagnostiziert wurde.
      Wenn die Medis (Ritalin &Co.) nichts gebracht haben, kann man schon davon ausgehen, dass ADHS nicht vorliegt?
      Irgendwann habe ich die soziale Kontakte alle vermieden, um das Problem "Overload" zu beheben. Damit habe ich mir aber selber auf Dauer Steine im Weg gelegt.
    • Oekonan wrote:

      Wenn die Medis (Ritalin &Co.) nichts gebracht haben, kann man schon davon ausgehen, dass ADHS nicht vorliegt?
      Das denke ich auch. Ich hatte Medikinet ausprobiert und außer Kopfschmerzen hat das bei mir keine spürbare Wirkung gezeigt. Bei einer vorliegenden ADHS hätte es in irgendeiner Art eine Wirkung geben müssen.
    • ich habe für die Psyche zusätzlich ADHS + PTBS diagnostiziert bekommen.
      Depressionen wurden mir im Zuge des Diagnostikprozesses "aberkannt" (was ich nicht verstehe)

      Wenn du die ADHS-Diagnose vor der ASS-Diagnose hattest, könnte es auch eine Fehldiagnose gewesen sein. Schau mal mit der Suchfunktion, dann wirst du einige Beiträge zum Thema finden.

      @Grübler_1988
      du kommst mir zwar unsicher aber nicht (sozial)phobisch vor. nur so als laien-rückmeldung.
    • kastenfrosch wrote:

      @Grübler_1988

      du kommst mir zwar unsicher aber nicht (sozial)phobisch vor. nur so als laien-rückmeldung.
      Das ist eine interessante Rückmeldung. Ich denke auch, dass zu einer Sozialen Phobie mehr gehört als "nur" die Angst, vor einer Gruppe etwas vorzutragen/ zu präsentieren. Ich bin mir nicht sicher, aber soweit ich informiert bin, bedeutet Soziale Phobie, dass man generell Angst hat, zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Dies ist bei mir nicht der Fall.

      Bezüglich "unsicher": Dies könnte wahrscheinlich der Grund sein, weshalb zwei Arbeitskollegen von mir mein "Outing" überhaupt nicht überraschend fanden, sondern von Vornherein die Vermutung hatten, dass ich das Asperger-Syndrom habe.

      The post was edited 1 time, last by Sonnenseele ().

    • Grübler_1988 wrote:

      Ich denke auch, dass zu einer Sozialen Phobie mehr gehört als "nur" die Angst, vor einer Gruppe etwas vorzutragen/ zu präsentieren. Ich bin mir nicht sicher, aber soweit ich informiert bin, bedeutet Soziale Phobie, dass man generell Angst hat, zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. .
      Nein, ich denke nicht, daß das so richtig ist.

      Es gibt ja die "einfache soziale Phobie" und die "generalisierte soziale Phobie".

      Einfache soziale Phobien können sich auf bestimmte, eng umgrenzte Bereiche beziehen, wie die bereits erwähnte Redeangst. Generalisierte soziale Phobien schließen aber mehr oder viele Situationen mit ein, wie z.B. auch Kontakt zum anderen (bzw. dem präferierten) Geschlecht herzustellen, Erröten an der Supermarktkasse etc.


      Meine zusätzlichen Diagnosen sind Dysthymie, und ja, soziale Phobie (wobei ich nicht so ganz davon überzeugt bin, sondern eher eine allem zugrundeliegende Ängstlichkeit bestätigen würde, im Sinne einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, die aber nicht zusammen mit Asperger diagnostiziert werden darf, wenn ich richtig informiert bin). "Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung" (= "selbstunsichere Persönlichkeitsstörung") bedeutet, daß die Ängste schwächer sind, nicht wie bei Phobien sehr ausgeprägt, dafür aber umfassender das gesamte Erleben und Verhalten bestimmten und auch nicht irgendwann erst mehr oder weniger plötzlich entstanden sind, sondern quasi Teil der Persönlichkeit sind.

      The post was edited 2 times, last by sempron ().

    • sempron wrote:

      … sondern eher eine allem zugrundeliegende Ängstlichkeit bestätigen würde, im Sinne einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, die aber nicht zusammen mit Asperger diagnostiziert werden darf, wenn ich richtig informiert bin) …
      und wenn man zu beidem eine Diagnostik durchläuft, die die Diagnose dann bestätigt ?
      ggf werd ich dazu aus erster Hand berichten können
    • Da bin ich überfragt, aber vielleicht wurde mir (um die Diagnose-Kriterien nicht überzustrapazieren) deshalb eine soziale Phobie zusätzlich diagnostiziert anstatt der Persönlichkeitsstörung...

      Solche Fälle, daß zuvor eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde, nachher von einem anderen Arzt oder einer Institution eine Autismusspektrumstörung, dürfte es aber durchaus nicht selten geben.
    • Ich habe neben AS noch die Transgender-diagnose und eine depressive Entwicklungsstörung oder Anpassungsstörung (müsste nachschauen) attestiert bekommen.

      ADHS oder ADS habe ich am anfang mal vermutet, weil ich so manche Symptome zeige, aber meine Therapeutin wollte das nicht bestätigen.

      Zusätzlich habe ich noch schubweise Hautprobleme die sich immer in Strassphasen zeigen als Exembläschen an Händen und Füßen.
      Ich habe dazu aber bislang noch keine Diagnose.