Orts- bzw. Richtungssinn

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    • Orts- und Richtungssinn, da war auch mein spontaner Gedanke: "Was ist das?" Ist für mich ein Fremdwort. Bei mir ist das Gegenteil gegeben. Wenn nur zwei Richtungen zur Auswahl stehen, gehe ich mit 80% Wahrscheinlichkeit in die falsche.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich habe weder Orts-noch Richtungssinn.Das hält mich nicht davon ab, unbekannte Ggenden aufzusuchen, aber ich brauche dann eine detailgenaue Wegbeschreibung (z.B. google), mit einer Karte klappt das auch. Die Karte richte ich nach meiner Umgebung aus, weil ich die Richtung nicht "im Kopf drehen kann". Ich gehe den gleichen Weg zurück, merke mir Details, anhand derer ich mich dann orientiere. Immer wieder überkommt mich Übermut nch dem Motto, da nehme ich mal eine Abkürzung und dann ärgere ich mich, weil ich mich verlaufe und Zeit verplembere. Auch in unübersichtlichen Gebäuden verlaufe ich mich oder finde Räume nicht (ist mir im Studium manches mal passiert).
      diagn.
    • Ich kenne das nur als Orientierungssinn.
      Als ich die Überschrift las, dachte ich, du meinst den Sinn an einem bestimmten Ort sein zu wollen oder in eine bestimmte Richtung zu wollen wenn man wo anders ist als wo man sich zugehörig fühlt (Manche meinen sie gehören in den Norden etc etc...)

      Zu dem was du aber meinst, ja ich hab das, ist bei mir angeboren. Meine Mutter hat das nicht. Ob mein vater das hat weiß ich nicht.
      Ich kann nicht etwas bestimmtes in einr Stadt finden wenn sich diese Sache in jeder Stadt woanders befindet, aber wenn zum beispiel sich jede bestimmte Sache immer am selben Platz einer Stadt befindet, würde ich das auch immer finden, egal in welcher Stadt ich bin.
      Das liegt denke ich aber daran das ich weiß aus welcher richtung ich in die Stadt kam und deswegen weil wo ich dann hin muss wenn ich weiß das sich XY im Norden befindet oder im Süden.

      Da sich zum beispiel die Innenstadt oder Einkaufsmeile nicht immer nördlich eines HbFs befindet, muss ich schon vorher mal auf einen Plan schauen damit ich weiß wo ich ankomme und weiß in welche richtung ich dann gehen muss, aber der rest findet sich dann von selbst.
    • Matou wrote:

      Nur in Mannheim war ich verloren.
      Och, wie schade, dabei ist Mannheim doch absolut "autistenlogisch": Man wohnt z.B. in B 6, arbeitet in U 2, hat seinen Lieblings-Dönerladen in K 3 usw. Die Abfolge der Buchstaben und Zahlen ist absolut regelhaft, logisch nachvollziehbar.

      Matou wrote:

      Wenn ich von der Gegend z.B. vor der Wanderung eine Landkarte studiert habe, kann ich sie mit halbgeschlossenen Augen über die Landschaft blenden, das ist praktisch. Ich kann allgemein gut visualisieren, das ist vermutlich nur begrenzt lernbar.
      Ja, so in etwa ist das bei mir auch. Ich habe an Weggabelungen auch so eine Intuition für die richtige Richtung und verlauf mich selten.
      "Lies are just another way of telling the truth." (Paravadin Kanvar Kharjappali)
    • Ich verwechsle rechts und links, habe Schwierigkeiten mit den Bezeichnungen "vorne" und "hinten" und habe auch keinen Sinn für die Himmelsrichtungen. Mit Stadtplänen komme ich nur einigermaßen klar, weil ich ein sehr gutes Gedächtnis habe und mir die Straßennamen merke und wie oft ich abbiegen muss. Ich merke mir sämtliche Wege, die ich einmal entlang gelaufen oder gefahren bin - egal wohin (bisher), aber wenn ich irgendwo hin muss, wo ich noch nicht war, werde ich mich mit Sicherheit verfahren/verlaufen. Das ist aber kein Drama. Irgendwann komme ich schon an und dann weiß ich ja bescheid.
      Ich habe es auch schon geschafft, in einer Stadt zwei Stunden im Kreis zu fahren (und bin die ganze Zeit unwissentlich ums Ziel herum gefahren).
    • @Input:

      Also mit dem Vorantasten meinte ich bekannte Räume im Dunkeln. Die hab ich dann vermutlich visuell abgespeichert, ggf. kombiniert mit eingespeicherten Tastwegen. Wenn ich draußen bin im Dunkeln kann ich mich aber auch gut bei halbwegs bekannten Orten orientieren, insofern ich nicht selber am steuer sitze, weil dann blenden mich die Lichter und ich kann die Abstände der anderen Autos im Dunkeln noch schlechter abschätzen und noch schlechter Verkehrsschilder erkennen und dann auch schlecht Straßenränder. Im Dunkeln wirken Bewegungen auf mich schneller. Aber als Beifahrer oder so draußen klappt es widerum gut bei mir, wenn nicht dann sogar besser, als am Tag. Obwohl ich dann wenig Kontraste sehe mit den Augen. Vielleicht auch gerade deshalb, wegen geringerer Reizüberflutung, wenn auch ich mir Wegekarten mit mehr Details besser einprägen kann. Eine Autobahnausfahrt als Beifahrer auf einer sehr eintönigen, wenig befahrenen Autobahn konnte ich mir z. B. mal sehr gut passiv merken und beim nächsten Mal nach einem halben Jahr meinen Freundinnen sagen, dass wir da raus müssen, + wo ich beide male beschwipst war. Das ortete ich glaube ich an einem Verhältnis von Baumkronen zu einer leichten Kurve der Autobahn. Zumindest habe ich dieses Bild noch im Kopf und dass ich irgendwie wusste, dass es die Ausfahrt war. Und dann wusste ich auch noch wo man durch die Stadt durch musste. Und beim nächsten Mal konnten wir den Stadtweg auch vom Bahnhof aus laufen durch meine Einschätzung.
      Findest du dich dann auch bei gewohnten Wegen nicht / nur schwer zurecht?


      Zu den Geistesabwesenheits-Zuständen wollte ich noch hinzufügen, dass ich bei manchen Geistesabwesenheiten mich auch sehr gut orientieren kann, insofern ich die Strecke in und auswendig kenne. Das hatte ich als Kind zum Reitstall. Oft wachte ich eine Straße vor meiner aus einer Art Tagtraum auf und dachte mir "Oh, ich hab wieder den halben Weg nicht mitgekriegt". Dieses Phänomen gibt es sogar klinisch "Automatisches Verhalten", oft zu beobachten bei Narkolepsie. Dabei passieren selten bis keine Unfälle. Weswegen ich wohl auch die Ampelgänge alle überlebt habe, wobei die Autos dort aber auch immer vorausschauend auf die Radfahrer langfuhren, wenn ich wach drüber fuhr. Sobald sich etwas außergewöhnlich vor meinem halb-wachem Auge bewegt oder komisch erklingt, wachte ich auf oder eben spätestens an der vorletzten Straße.

      Nun habe ich einen neuen Eindruck von meinem Orientierungssinn. Ich war bislang immer davon überzeugt, er sei grottenschlecht. Aber rückblickend schien dies wirklich an Situationen der Reizüberflutung und / oder Angst / Nervosität / Druck / eingeschränkter Aufmerksamkeit gelegen zu haben. Ich kann mich z. B. noch daran erinnern, wie ich unter Tränen einen Pferdespring-Pacour abgebrochen hatte. Zuerst hatte ich ihn drin (Für so etwas brauche ich länger als andere Reiterinnen). Aber ich wollte nicht springen über die festen Vielseitigkeitshindernisse und stand unter Druck von meiner anwesenden Reitlehrerin, saß auf einem unbekanntem Pferd, Unterricht gab es von einem fremden Reitlehrer und ich höre die allgemein sehr schlecht wenn mir beim Galoppieren der Wind in den Ohren liegt. Dann hatte ich nach 2 Sprüngen einen Filmriss und dann nur noch Bruchstücke von "Nein" usw gehört und weil ich so wie so nicht wollte, dann aufgegeben. Oder ein Mal lief ich 20 Minuten um einen Stadtring herum (an dieser Stelle Grüße an Garfield^^), wo mein Weg normaler Weise 5 Minuten zielgerade aus gegangen wäre und den Weg war ich am Vortag auch extra noch abgelaufen. Aber es war mein 1. Arbeitstag in einer fremdem Firma und ich war so aufgeregt, dass ich in die entgegengesetzte Richtung und dann ein Mal herum gelaufen war.

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    • Four wrote:

      Also mit dem Vorantasten meinte ich bekannte Räume im Dunkeln.
      Ach so, das kann ich in meiner Wohnung auch gut.

      Four wrote:

      insofern ich nicht selber am steuer sitze, weil dann blenden mich die Lichter und ich kann die Abstände der anderen Autos im Dunkeln noch schlechter abschätzen und noch schlechter Verkehrsschilder erkennen und dann auch schlecht Straßenränder.
      Geht mir auch so. Ganz blöd ist dies, wenn es zusätzlich auch noch regnet.

      Wenn ich bei solchen Verhältnissen zum Beispiel auf der Autobahn am Steuer sitze, fahre ich sehr vorsichtig und eher langsam und wundere mich dann immer über die Autofahrer, denen das nichts auszumachen scheint und trotzdem noch mit 180Km/h an einem vorbei flitzen. Ich frage mich dann, wie die das bei den Sichtverhältnissen koordiniert kriegen. Ob die wirklich bei solchen Verhältnissen eine derart bessere, sicherere Wahrnehmung haben als ich, oder ob die sich genauso schlecht orientieren können, sie das aber nicht stört und das nicht so wichtig nehmen. Nach dem Motto Augen zu und durch, wird schon nichts passieren?? Kann ich mir beinahe nicht vorstellen. Mal abgesehen von den waghalsigen, rücksichtslosen Autofahrern, die es überall mal gibt.
      Also ich denke, dass es viele Autofahrer gibt, die im Dunkel (und bei Regen) eine bessere visuelle Wahrnehmung und Orientierung haben, als ich.

      Four wrote:

      Zumindest habe ich dieses Bild noch im Kopf und dass ich irgendwie wusste, dass es die Ausfahrt war.
      Wenn ich die Ausfahrt im Hellen schon mal genommen habe, dann hätte ich auch ein Bild davon im Kopf.

      Four wrote:

      Findest du dich dann auch bei gewohnten Wegen nicht / nur schwer zurecht?
      In meiner Wohnung kann ich das wie gesagt trotzdem gut. Und auf Wegen, die mir gut vertraut sind auch, wenn die nächtliche Beleuchtung nicht völlig funzelig ist.
      Wenn ich aber zum Beispiel bei mir im Hausflur die Treppe hochgehe, und mittendrin geht plötzlich das Flurlicht aus, muss ich mich im ersten Moment ganz schön zusammenreißen und bleibe erst mal abrupt stehen, um meine Orientierung neu zu koordinieren. Das passiert auch dann, wenn es im Hausflur gar nicht richtig dunkel ist, weil zum Beispiel der Mond hell herein scheint und die Straßenbeleuchtung ihr Übriges tut.

      Noch ein anderes Beispiel:
      Ich besuche gerne Freizeitparks. Oft gibt es dort vor den Fahrgeschäften Anstellgänge, die zum Teil bewusst dunkel und verwinkelt gestaltet sind, um einen schummrig-schaurig-schönen Effekt bei den Fahrgästen zu erzeugen. Wenn ich einen solchen Anstellgang das erste Mal gehe, bin ich ziemlich hilflos, wenn niemand direkt vor mir geht. Ich warte dann gerne mal am Rande des Ganges, dass mich jemand überholt, an den ich mich dran heften kann. Und ich bin dann immer wieder erstaunt, wie selbstverständlich diese Personen den düsteren Gang im normalen Gehtempo durchschreiten, als ob das nichts Besonderes wäre.
    • Kann ich genauso unterschreiben mit dem Regen und den Fragezeichen, wenn andere dann an einem vorbeirasen. Habe auch dann wie du die Fragen in meinem Kopf.

      Mit der besseren Wahrnehmung im Dunkeln könnte stimmen, auch wenn es dennoch bestimmt auch viele Idioten beim Fahren gibt. Habe letztens was gelesen, ich glaube sogar auch hier im Forum irgendwo und in Studien davon, dass manche Autisten einen langsameren Pupillen-Reflex bei wechselnden Lichtverhältnissen haben. Würde auch erklären, warum du bei dem Jahrmarkt-Beispiel dann erst Mal hilflos da stehst oder im Treppenflur. Das kenne ich auch. Ich muss dann immer ein paar Sekunden warten und dann kommt mir langsam etwas Sichtbarkeit, in so fern es nicht stockfinster bleibt, weil keinerlei Licht reinkommt. Bei grellem Licht komme ich aber auch nach Sekunden nicht klar. Manchmal ist die Auto-Frontscheibe so voller Sonnenlicht, dass ich fast in Panik gerate, weil ich dadurch so wenig sehe. Und selbst bei Wolken über der Sonne muss ich manchmal die Blende runterklappen. Irgendwas hatte ich auch gelesen, mit, dass bei manchen Autisten besonders kleine Pupillen bei grellem Licht beobachtet wurden und dann musste ich an manche Kinderfotos von mir denken, wo ich auffallend kleine Pupillen bei Sonnenschein habe.
    • Bei mir ist es sehr unterschiedlich. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, habe ich kaum Probleme, mich zurecht zu finden - selbst ohne Navi. Die grobe Richtung weiß ich immer und kann auch spontan entscheiden, ob und wo ich in welche Richtung abbiegen muss.

      Im Wald habe ich überhaupt kein Problem mit der Orientierung, da habe ich mich noch nie verlaufen.

      Anders ist es in der Stadt. Da schaffe ich es, mich auf der einzigen breiten Fußgängerzone zu verlaufen. Wenn ich da auch noch in Nebenstraßen muss, brauche ich definitiv ein Navi. Durch die vielen Menschen bin ich so überfordert, dass mein Gehirn anscheinend keine Kapazitäten für meinen inneren Kompass frei hat.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Vielen Dank mal an dieser Stelle für eure Antworten.

      "Orientierung im Dunkeln". Das kann ich in vertrauter Umgebung typischerweise recht gut. Ich sehe den Weg - projiziere also auch hier das, was sein sollte, über das sichtbare Bild (im Dunkeln ein leeres). Pech nur, wenn in der Zwischenzeit eine Katze ihr Spielzeug in den Pfad gelegt hat. Das seh ich in meiner Phantasie leider nicht. Ergebnis: Schreckwach, weil es quietscht, vollkommen desorientiert...
      equo ne credite
    • Abendstern wrote:

      Ich habe eigentlich keinen wirklichen "Orientierungssinn", ... daraus dann rekonstruieren, wie meine Position und Richtung relativ zur Anfangsposition und -richtung sind.

      Das funktioniert meistens sehr zuverlässig und überraschend schnell
      Dann hast du Glück, auch wenn es manchmal zu fehlern führt. :d
      Bei mir ist da Hopfen und Malz verloren (Rw). :fun:
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)