Überweisung vom Hausarzt

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    • Überweisung vom Hausarzt

      Moin,

      Am Freitag war ich bei meinem Psychiater und es war niederschmettern, ich bin darauf schon in meiner Vorstellung eingegangen und spare es mal aus.

      Nun habe ich am Freitag die KVN angerufen und die haben mir erstmal gesagt, ich solle mir erstmal eine überweisung vom Hausarzt holen.

      Nun merke ich heute, dass ich beinahe schon Angst davor habe. Hatte mich dort am Freitag auch schon gemeldet und da meine Stammärztin nicht zugegen war, sollte ich mich Montag Nachmittag nochmal melden, die Empfangsdame hat aber schonmal etwas in die Wege leiten wollen (konnte nicht ganz genau raushören was sie nun machen möchte bis dahin) aber ich weiß nicht was ich dann sagen soll. Ich habe sehr viele Argumente, warum und alle sind für mich schlüssig, aber das war am Freitag genauso. Ich konnte keines anbringen und da ich beinahe sofort abgeschmettert wurde, konnte ich nichtmal irgendeine Art von Argumentation aufbauen. Ich hatte vorher angefangen Seitenlang darüber zu schreiben, warum ich es denke und es war so hinreichend, dass ich selber davon überzeugt war.
      Nur die definitive Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern war etwas schwierig. Da ICD10 F84.5 alles am Besten erklärt und ich hier einige Misskonzeptionen aufklären konnte (mehr durchs Lesen, als durchs Fragen stellen) bin ich mir dessen relativ sicher.

      Es ist zum Beispiel denkbar, dass ich eine Schizoide Persönlichkeitsstörung habe, allerdings nur wenn ich dort den sozialen Aspekt halb ignoriere. Ich würde sagen ich mag Menschen und vertraue auch sehr schnell (wird gerne als Naivität bezeichnet) und viele Menschen wissen mehr über mich, als es vielleicht sein sollte, ich würde es aber niemals anders machen. Kann ich auch nicht.

      Oder eine Schizophrenie, aber wenn dann Schizophrenia Simplex, da die Problematik seit dem Kindergarten da ist und ich noch nie irgendwelche Stimmen gehört habe. Also außer meine in inneren Dialogen.
      Eine Affektverflachung liegt ebenfalls nicht vor, ich reagiere ziemlich deutlich. Bei manchen Situationen weiß ich sogar, dass ich in Tränen ausbreche oder als Beispiel wie sehr ich mich über den Lötkolben gefreut habe, den mir mein Vater mitgebracht hat. Er kann irgendwie so schenken, dass es für mich funktioniert.. kann aber auch nur er und dabei macht er eigentlich alles falsch beim Schenken (Preis dazunennen, immer etwas, was ich brauche und nicht haben will etc.)

      Nun ist dir Zeit der Ärzte begrenzt und ich vergesse das vorher gerne, was dazu führt, dass ich direkt zum Scheitern verurteilt bin. Für das Jobcenter hat mir mein Betreuer ein paar Worte gegeben, die mir schon einige Stundenlange Vorträge erspart haben und ich konnte mich noch nie kurz fassen. Meist wenn ich eine Lücke in meinem Vokabular entdecke (Das Wort "schwurbeln" zum Beispiel hat bei mir eine elementare Lücke geschlossen, die "schwafeln" nicht abgedeckt hat und zu riesigen Schwurbeleien bei mir führte)

      • Nun ist meine Frage was ich dort nun machen soll, reicht mein Wunsch nach Abklärung aus, sollte ich Zeugnisse etc. mitnehmen um es zu belegen oder was wird da dann erwartet?

      The post was edited 1 time, last by Ironstrix ().

    • Weiß Dein Hausarzt, dass und weswegen Du beim Psychiater in regelmäßiger Behandlung bist?
      Wenn nicht, dann sehe ich überhaupt kein Problem, eine allgemeine Überweisung (oder was auch immer das mir unbekannte "KVN" da drauf stehen haben will) zu erhalten, ohne lange Diskussion.
      Wenn ja, dann sage einfach, dass Du mit dem bisherigen Psychiater menschlich überhaupt nicht klarkommst und Dir einen anderen suchen willst - die Überweisung soll genau dazu dienen.

      Mehr muss einen Hausarzt normalerweise nicht interessieren.

      Meine letzte Überweisung habe ich sogar ohne Rücksprache mit dem Arzt bekommen. Einfach der Dame am Empfang gesagt, dass ich eine allgemeine Überweisung zum Psychiater/Neurologen brauche. Die hat dann die Unterschrift eingeholt, fertig. Das mag vielleicht auch an der aktuellen Ausnahmesituation gelegen haben - aber die dauert ja quasi noch an.

      Ansonsten kann ich nur sagen: Nicht die Diagnose ist das Wichtigste, sondern dass Du konkret Deine Einschränkungen im Alltag benennen kannst. Wenn diese Einschränkungen so stark sind, dass eine Behandlung dringend ratsam ist, dann wird darauf aufbauend eine Therapie erfolgen. Autismus spielt dann nur insofern eine Rolle, dass manche Therapiemöglichkeiten dann nicht funktionieren (Gruppentherapie oder Konfrontation), sondern eher Einzelgespräche oder Alltagstraining im Vordergrund stehen sollten. Aber das kann man ja bei der Suche nach einem Therapeuten vorher abklären, ob der sich mit Autismus auskennt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Hallo Ironstrix, um eine Überweisung zur Abklärung in einer Autismusambulanz zu bekommen, ist nicht unbedingt ein Arztgespräch nötig. Mir hat die Sprechstundenhilfe die entsprechende Überweisung ausgestellt. Es kann natürlich sein, dass es bei deinem Hausarzt anders gehandhabt wird. Auf lange Diskussionen über deinen Wunsch nach Abklärung würde ich mich aber an deiner Stelle nicht einlassen, denn dein Hausarzt ist ja sowieso kein Fachmann. Sag ihm doch, falls eine Erklärung überhaupt nötig sein sollte, dass dein Psychiater Schnittmengen mit dem Autismusspektrum bei dir sieht, aber kein Experte ist (nach dem, was du in deiner Vorstellung geschrieben hattest, entspricht das ja der Wahrheit), weshalb du eine Abklärung in einer Spezialambulanz möchtest. Die Überweisung solltest du aber erst in dem Quartal brauchen, in dem du auch einen ersten Termin hast.

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    • Vielen Dank.

      KVN ist übrigens die Kassenärztliche Vereinigung, wollte mir da Informationen einholen, welche Stellen dafür am Besten sind und vllt. noch Kapazitäten frei haben (bzw. wo die kürzeste Warteliste ist in relation zur Entfernung)

      Sie hat eine grobe Ahnung, aber trotz mehrmaliger Bitte, hat mein Psychiater nie einen Bericht an sie geschickt. Kommt mir vielleicht zu Gute, auch wenn ich der Meinung bin, dass seine Diagnosen einigen hier genannten Schematas enstprechen, was Diagnosen vor der Feststellung eines vorliegenden Aspergersyndroms entspricht.

      Habe derzeit sowieso noch einen weiteren Grund zum Hausarzt zu gehen (eine Entzündung am linken Ohr, die nun schon ein halbes Jahr immer wieder auftritt und nach einer Operation im Oberkiefer begann. Ich schätze mal es ist ein Knochenfragment dort hochgewandert und da es sich nun teilweise bis zum Knorpel entzündet, sehe ich da Handlungsbedarf)

      The post was edited 3 times, last by Ironstrix ().

    • Du brauchst den Ü-Schein übrigens erst in dem Quartal wann auch Dein Termin stattfindet.
      Das kann schon ziemlich lange dauern.
      Melde Dich am besten erstmal zur Diagnostik an. Alles Weitere wird Dir dann mitgeteilt.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Dann diente die Aussage der KVN wohl eher der Abschreckung, damit die Stellen nicht unnötig überrannt werden. Hatte mit einer Klinik schon eine kleine Diskussion darüber, da meine Freundin dort hin wollte, die Warteliste sechs Monate lang war und vom ersten Tag an eine Überweisung vom Hausarzt/Psychiater gefordert wurde. Die hatten es damit begründet, dass die dort schon am Limit arbeiten und es den Prozess vereinfacht. Daher auch meine Annahme, dass ich den überweisungswunsch gut begründen muss, sonst macht dieses System ja keinen Sinn.
    • Ich sehe jetzt aber auch kein wirkliches Problem darin, dass die sofort einen Überweisungsschein sehen wollen.
      Also statt Abschreckung vielleicht eher "Vorauswahl der Dringlichkeit".
      Manchmal hat man ja schon den Eindruck, dass Leute sich an mehreren Stellen anmelden und dann entweder den ersten Termin wahrnehmen oder auch mehrere Diagnosen erstellen lassen, falls eine davon nicht ganz den eigenen Erwartungen entspricht.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Du solltest dich erst einmal auf die Warteliste setzen lassen. Dann werden sie dir schon sagen, was für Unterlagen sie wann brauchen.
      Die Wartezeiten sind in der Regel recht lange, da macht es jetzt überhaupt keinen Sinn eine Überweisung ab zu geben, weil der Termin
      ja noch in den Sternen steht (RW).
    • Danke, habe nun einen Termin und brauchte keine Überweisung dafür. Habe mich für eine örtliche Klinik entschieden, die kenne ich bereits und finde mich dort auch zurecht. Zwar fühlt es sich nicht ganz richtig an, da mir hier Köln empfohlen wurde, allerdings sind meine Termine dort im Juli nächsten Jahres und ich könnte sie im Notfall auch mit dem Fahrrad erreichen. Längere Bahnfahrten sind für mich sehr grenzwertig und ich schlafe ungern außer Haus.

      Die Möglichkeit die Diagnostik dort weiterzuführen, sollte dich keine ASS vorliegen, finde ich sehr beruhigend.

      The post was edited 2 times, last by Ironstrix: Weiterführende Diagnostik als Grund hinzugefügt, um Doppelpost zu vermeiden. ().

    • Die Überweisung von einem Facharzt für Psychologie oder Nervenheilkunde, ist in Köln notwendig und ohne sind die "kurzen Wartezeiten" nicht machbar. Bis zum Diagnosetermin kann es zwischen 4 und 24 Monaten dauern.