Triggernde Inhalte

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    • Triggernde Inhalte

      Hallo,

      Gibt es hier im Forum eine Regelung zu triggernden oder eventuell triggernden Themen/Inhalten?

      In den Forenregeln habe ich nur gefunden, das triggernde Nicks, triggernde Avatare und triggernde Signaturen unzulässig sind. Aber keine Regelung, wie es sich mit triggernden oder eventuell triggernden Themen/Beiträgen verhält. Ist das hier also jedem selbst überlassen? Ohne einen geregelten Schutz der Forumsnutzer? Ich frage deshalb, weil ich vor etlichen Wochen schon ein Thema mit unmissverständlich triggerndem, auch ungespoilertem, Inhalt meldete und mir zumindest eine Reaktion/Rückmeldung auf meine Meldung erhofft hatte.

      Wikipedia wrote:

      Trigger in Psychiatrie und Psychologie
      Die betroffene Person hat ein durch den Trigger ausgelöstes plötzliches, intensives Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände, das kann so stark sein, dass die Person unfähig ist, sie als Erinnerung zu erkennen und erlebt sie förmlich als aktuelles Ereignis. Als Intrusion wird das Wiedererinnern und Wiedererleben von psychotraumatischen Ereignissen in der Psychotraumatologie verstanden. Intrusionen gelten als Symptom der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), aber auch der Zwangsstörung, die zumeist durch einen Trigger ausgelöst werden.

      Wikipedia wrote:

      Triggerwarnung
      Damit soll ein Mensch, der selbst Lebensbedrohliches erlebt hat, vor einer ungewollten Erinnerung an die belastende Situation durch die Berichte anderer gewarnt werden. Intensive Berichte und Diskussionen können sonst Auslöser der eigenen Belastungen werden, die Angstreaktionen verursachen. Ein solcher Auslöser kann beispielsweise die Schilderung eines sexuellen Missbrauchs sein. Bei Personen, die selbst Opfer eines Missbrauchs oder von Mobbing oder ähnlich Belastendem geworden sind, können dadurch starke Angst- und Panikgefühle oder ein selbstverletzendes Verhalten hervorgerufen werden.
    • Wenn es danach geht, müsstest du das Forum als reine Textausgabe machen. Ohne Buttons, Bilder, Emojis und co.
      Da jeder von irgendwas getriggered wird. Ergo:
      Ja, es ist ärgerlich wenn das passiert aber es kann generell nur gewisse Regelungen dazu geben, da dies viel zu individuell ist.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Ich sehe eine solche Regelung als sehr, sehr schwierig. Das ist natürlich nur meine Meinung, aber ich würde auf das Wort gern grundsätzlich verzichten, weil es einfach schon zu oft aus egoistischen Gründen missbraucht wurde (soll heißen, Menschen, die nichts mitbekommen möchten, was irgendwie ihre innere Harmonie stört, verbieten anderen Menschen, über ihre Erlebnisse zu reden oder zu schreiben).

      Erstens ist es völlig willkürlich, was als Trigger verstanden wird und was ein Trigger im einem konkreten Fall sein kann. Das ist ja auch ein Bestandteil eines psychischen Traumas: Die Person kann durch eine völlig harmlose Sache (wie ein Geruch oder ein Name oder sogar bloße Farben und Zahlen) an das traumatische Erlebnise erinnert. Wir können das unmöglich verhindern.
      Wenn man vor Gewaltdarstellungen warnen möchte, soll man einfach vor Gewaltdarstellungen warnen - und fertig. Das falsche Gefühl der Sicherheit ("hier wird nicht getriggert") schadet eher. By the way, ich hatte mal monatelang Panik, wenn ich Regenbogenfahnen gesehen habe (aus Gründen) - sollen wir jetzt alle Regenbogenfahnen abschaffen?

      Ich finde es schon schwierig, wenn "triggernde" Avatare, Nicknamen etc. verboten sind. Was soll das konkret heißen? Ich kann doch gar nicht wissen, ob mein Nickname für jemanden ein Trigger sein könnte (vielleicht wurde ja jemand von einem Soziologen gemobbt, woher weiß ich das?!). Warum nicht einfach klar(er) und deutlich(er) sagen/schreiben, dass Nicknamen, die Gewalt befürworten oder diskriminierende Begriffe verwenden, verboten sind? Das lässt sich zwar auch nicht ganz eindeutig bestimmen, aber man findet doch viel eher eine gemeinsame Basis als bei "Triggern".

      Zweitens, und noch viel wichtiger: Ja, hier schauen Menschen vorbei, die Gewalt, Diskriminierung und andere sehr üble Sachen erlebt haben, die vielleicht Suizidgedanken haben oder Ähnliches. Auch wenn es mir manchmal innerlich weh tut, diese Sachen zu lesen, ist mir der Gedanke, das Erzählen deswegen unterbinden zu lassen, völlig fremd. Es wäre egozentrisch und grausam, für mein "Wohlfühlen" jemandem zu verbieten, Unterstützung zu suchen. Und mein Leid beim Lesen ist mit ihrem Leid beim Erleben gar nicht wirklich vergleichbar. Wenn ich bestimmte Sachen zu verstörend finde, dann lese ich sie einfach nicht, das ist meine Verantwortung.

      Display Spoiler
      Wenn du den Thread einer Mutter meinst, die ihre Tochter unterstützen möchte, der etwas absolut Abscheuliches widerfahren ist (ich nenne den Titel vorsichtshalber nicht, weil du vielleicht ein Problem damit hast, sonst hättest du doch den Thread nicht eröffnet), dann ja, mich hat das Wort im Titel ganz schön fertig gemacht. Aber es gibt kein Recht darauf, sich immer wohl zu fühlen, und erst recht nicht auf Kosten Anderer. Mir fehlt deshalb das Verständnis dafür, Menschen in solchen Situationen mundtot zu machen. Für manche Leute ist dieses Forum der einzige Ort, wo sie noch gehört und unterstützt werden. Ihnen diesen Ort zu nehmen im Namen von absurden und abstrakten Regeln, scheint mir mehr als unangemessen.
    • gizmo wrote:

      Woher soll denn jemand vorher wissen ob er jemanden triggert? Und wenn dann getriggert worden ist ist es ja schon zu spät.
      Deine Frage gilt dann auch für die hier in den Regeln verbotenen triggernden Nicknamen, Avatare und Signaturen.

      Was als eventuell triggernder Inhalt gilt, ließe sich in den Regeln festlegen und auch Beispiele/Überbegriffe von Themen nennen, das wäre nicht das Problem. Es geht dabei auch nicht um Themen alltäglicher Unterhaltungen, das Thema das ich meldete handelte von einer passierten Vergewaltigung. Aber nach wie vor wäre ich zu meinen Fragen auch über eine Rückmeldung der Administration oder Moderation dankbar.

      doxa wrote:

      By the way, ich hatte mal monatelang Panik, wenn ich Regenbogenfahnen gesehen habe (aus Gründen) - sollen wir jetzt alle Regenbogenfahnen abschaffen?
      Nach meinem Verständnis ist das nicht mit der Definition eines "Wiedererleben von psychotraumatischen Ereignissen" gleichzusetzen.

      doxa wrote:

      ist mir der Gedanke, das Erzählen deswegen unterbinden zu lassen, völlig fremd.
      Eine "Triggerwarnung" unterbindet weder die Möglichkeit das zu erzählen, und zensiert auch keine Inhalte. Es wird beispielsweise im Betreff eines Themas auf den eventuell triggernden Inhalt hingewiesen und meistens noch der betreffende Text in einen Spoiler gesetzt. Für den Ersteller des Themas ändert sich dadurch nichts und ergeben sich daraus keine Nachteile. Es wird damit auch niemand "Mundtot" gemacht, wie du befürchtest/kritisierst.

      Ich verstehe aber auch die mögliche Schwierigkeit, das eine autistische Person sich dazu vielleicht besser in andere hinein versetzen können müsste um vorab zu merken, was jemand anderen triggern könnte.

      Alternativ wäre es auch eine mögliche Lösung, den Nutzern des Forums die technische Möglichkeit zu geben Themen des Forums für sich selbst ausblenden zu können. Falls es das hier schon gibt, habe ich es noch nicht gefunden. Das würde auch jedem die Möglichkeit bieten, von aufwühlenden oder aus anderen Gründen belastende Threads Abstand nehmen zu können. Und wen etwas triggert kann damit auch für sich entscheiden das Thema nicht mehr sehen zu wollen, ohne Einfluss auf andere.

      The post was edited 1 time, last by Unicode ().

    • In erster Linie ist dies ein Forum für Autisten. Trauma ist hier nur Nebenthema.
      Ich halte das Fordern von Triggerwarnungen für (in vielen Fällen) unehrlich und auch realitätsfern.
      Wenn jemand vom Erwähnen einer Vergewaltigung getriggert wird, darf er dann wohl auch niemals Nachrichten anschauen oder die Zeitung aufschlagen oder sich einen Krimi im Fernsehen ansehen. Tatsache ist, dass man im gesamten Leben mit potenziellen Triggern konfrontiert sein kann.
      Wenn man damit klarkommt, dann kann man auch in einem Forum damit klarkommen. Oder ggf. nicht weiterlesen, wenn man merkt, dass etwas unangenehm ist.

      Ich habe Forderungen nach Triggerwarnungen in anderen Foren bisher auch nur so wahrgenommen:

      doxa wrote:

      Das ist natürlich nur meine Meinung, aber ich würde auf das Wort gern grundsätzlich verzichten, weil es einfach schon zu oft aus egoistischen Gründen missbraucht wurde (soll heißen, Menschen, die nichts mitbekommen möchten, was irgendwie ihre innere Harmonie stört, verbieten anderen Menschen, über ihre Erlebnisse zu reden oder zu schreiben).
      Ich habe es auch als Wichtigmachen empfunden. Jeder soll doch bitte Rücksicht nehmen, aber ohne dass wirklich ein Triggern stattfindet, also nur vorgegeben.

      Unicode wrote:

      Für den Ersteller des Themas ändert sich dadurch nichts und ergeben sich daraus keine Nachteile.
      Doch, er wird ständig mit den (angeblichen) Empfindlichkeiten und Forderungen anderer belastet, für die er nicht verantwortlich ist, und muss sich darüber Gedanken machen. Das ist überflüssig, wenn jeder für sich selbst sorgt.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Doch, er wird ständig mit den (angeblichen) Empfindlichkeiten und Forderungen anderer belastet, für die er nicht verantwortlich ist,
      Das ist ein normaler Bestandteil von gegenseitiger Rücksichtnahme in einer Gesellschaft, mit einzubeziehen was das eigene Verhalten für Auswirkungen auf seine Mitmenschen hat.
    • Unicode wrote:

      das Thema das ich meldete handelte von einer passierten Vergewaltigung.
      Das war die Bitte um Unterstützung der Mutter einer Autistin - das ist genau das, wofür dieses Forum existiert. Deine Anspruchshaltung ist also offenbar, dass bestimmte Themen hier nicht mehr angesprochen werden dürfen, weil sie als solche bereits irgendjemanden möglicherweise "triggern" könnten. Das bedeutet eine Beschränkung des Zweckes dieses Forums, bloß weil irgendjemand sich eventuell durch die pure Nennung eines Problems gravierend getroffen fühlen könnte. Mal abgesehen davon, dass ich darin in den meisten Fällen eine starke Tendenz zur Selbstinszenierung sehe - wenn denn ein solcher thread-Titel tatsächlich ein Problem darstellt, ist ja wohl dringend intensive psychologische Unterstützung angesagt, wo dann auch geklärt wird, wie man mit dem Erscheinen des "triggernden" Begriffs umgeht. Du musst Dein Problem lösen, nicht wir Dir bei einer Vermeidungsstrategie helfen. Das wäre eine sprachliche und damit auch inhaltliche Reinigungsaktion für alle User, die eine sinnvolle Kommunikation behindert.

      The post was edited 1 time, last by HCS ().

    • HCS wrote:

      Deine Anspruchshaltung ist also offenbar, dass bestimmte Themen hier nicht mehr angesprochen werden dürfen,
      Bitte erst lesen was ich geschrieben habe, dann passiert es auch nicht das etwas falsches behauptet wird. Ein Trigger-Hinweis ist keine Zensur oder ein Verbot bestimmte Themen anzusprechen.

      Ich habe nie gefordert, das bestimmte Themen untersagt werden sollen. Ich habe ursprünglich eine neutrale Frage gestellt, wie das hier im Forum mit triggernden Inhalten geregelt ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ohne eine Forderung für ein Verbot oder ähnliches. Nur eine Nachfrage, die mir aus meiner Sicht bisher auch noch niemand beantwortet hat.

      Da laut Regeln triggernde Nicks, Avatare und Signaturen verboten sind, wird die Verwaltung des Forums vermutlich am ehesten etwas dazu sagen können.
    • Die Frage zu stellen bedeutet aber bereits die Forderung nach Einschränkungen - wenn nicht, braucht man nicht erst danach zu fragen, ganz abgesehen davon, dass Du ja geschrieben hast, Du habest den thread gemeldet, was eben auch mehr ist als nur eine Frage zu stellen. Dafür dass es Dir um mehr geht spricht auch, dass Dir offenbar der thread-titel als "Triggerwarnung" nicht reichte, sondern Du bis zu den Inhalten vorgedrungen bist, und da kann ich nur sagen: trotz des Titels gelesen - selbst schuld, da braucht sich hier niemand außer Dir selbst Gedanken zu machen, wie man damit umgeht
    • HCS wrote:

      Die Frage zu stellen bedeutet aber bereits die Forderung nach Einschränkungen - wenn nicht, braucht man nicht erst danach zu fragen,
      Die Einschränkungen gibt es in den Forenregeln. Hier sind triggernde Nicks, Avatare und Signaturen verboten. In diesem Zusammenhang ist meine Rückfrage, wie das hier mit triggernden Beiträgen geregelt ist. Nicht weil ich ein Verbot möchte, sondern weil ich dazu keine Info gefunden habe. Den Thread habe ich deshalb erstellt weil, wie am Anfang bereits begründet, auf meine Meldung des Themas keine Reaktion erfolgt ist. Was ich in meiner Meldung überhaupt geschrieben habe, weißt du nicht.

      Nein, das Thema hat mich persönlich nicht getriggert. Aber es soll vorkommen, das manche Menschen auch an das Befinden anderer Menschen denken. Das soll kein Vorwurf sein, aber irgendwann reichts mir dann auch Mal, vor lauter Vorwürfen und Unterstellungen.

      The post was edited 1 time, last by Unicode ().

    • Offensichtlich ist es nicht geregelt (sonst stünde etwas dazu in den Forenregeln). Und die Moderation ist nicht Dein persönliches Service-Team - auf Meldungen kriegt man üblicherweise keine Reaktion, da hätten die Mods viel zu tun.
    • Unicode wrote:

      Aber nach wie vor wäre ich zu meinen Fragen auch über eine Rückmeldung der Administration oder Moderation dankbar.
      Eigentlich habe ich mir aktuell eine Pandemie-Pause (→ inaktiv) verpasst und eigentlich ist die öffentliche Rückmeldung nicht der richtige Weg, aber ausnahmsweise. Beim nächsten Mal "bitte" behind-the-scenes via PN an einen Moderator.

      Unicode wrote:

      Ich frage deshalb, weil ich vor etlichen Wochen schon ein Thema mit unmissverständlich triggerndem, auch ungespoilertem, Inhalt meldete
      Vor "etlichen Wochen" war in diesem Fall der 04.04.2020. Rechnung: 22 - 4 = 18. Okay, liegt schon eine Weile zurück.

      Zur Meldung: Ich fand, dass das Thema damals richtig platziert war. Siehe dazu auch Schwarzes Brett (→ öffentlich/nicht öffentlich). Ansonsten war der Threadtitel doch sehr informativ. Daher alles okay. Offenbar sahen es andere Moderatoren genauso. Daher im Sinne §12.8. Forenregeln, ich mag an dieser Stelle daraus bisschen quoten: Beitragsmeldungen oder Beschwerden werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden bearbeitet. Die Moderatoren können sie "zur Kenntnis nehmen", gegebenenfalls gesammelt bearbeiten, wegen Geringfügigkeit "einstellen".

      Du bist ja gerade erst an Board gekommen. Ich würde mich erst mal bisschen umschauen wie der Laden so funzt, wie die Leute so ticken und so. Das Schwarze Brett spuckt manchmal auch paar interessante Infos raus.

      Zum Triggern: Ich habe jetzt nur überflogen, aber mein spontaner Gedanke war "Eigenverantwortung". Man muss und kann selbst auch etwas tun. Wenn mich Lyrics, Texte, also Inhalte heavy triggern können, dann würde ich mit Vorsicht konsumieren. Eventuell sich langsam hineintasten. Beim damals gemeldeten Thema, das hier genauer umschrieben NICHTS zu suchen hat, fand ich den Titel eigentlich klar und deutlich und ich finde da hätte jemand, der sensibel darauf reagiert, Bescheid wissen müssen. Wenn so jemand dennoch nicht Bescheid weiß, dann sollte es nicht zur Aufgabe anderer werden. So mein point of view.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Unicode wrote:

      Es geht dabei auch nicht um Themen alltäglicher Unterhaltungen, das Thema das ich meldete handelte von einer passierten Vergewaltigung. Aber nach wie vor wäre ich zu meinen Fragen auch über eine Rückmeldung der Administration oder Moderation dankbar.
      Auch wenn du dir das vielleicht nicht vorstellen kannst, für manche Menschen ist eine Vergewaltigung alltäglich, weil sie akut betroffen sind. Ich wiederhole mich vielleicht, aber ich finde nicht, dass die Mutter ihr Anliegen hätte verstecken oder irgendiwe zensieren sollen. Das wäre in einer solchen Situation nicht zumutbar, finde ich. Sie hat Wichtigeres zu tun, als na fremde, potenziell Privilegierte Menschen zu denken, die nicht auf sich selbst aufpassen.

      Unicode wrote:

      Nach meinem Verständnis ist das nicht mit der Definition eines "Wiedererleben von psychotraumatischen Ereignissen" gleichzusetzen.

      Unicode wrote:

      Ich verstehe aber auch die mögliche Schwierigkeit, das eine autistische Person sich dazu vielleicht besser in andere hinein versetzen können müsste um vorab zu merken, was jemand anderen triggern könnte.
      Ich finde das Denken, das durch diese Zitate (in meinem Verständnis, natürlich!) offenbart wird, sehr schlimm und gefährlich. Erstens, du gehst davon aus, dass ich nichts Traumatisches erlebt haben kann, dass meine damalige Panik vor Regenbogenfarben also nicht einen traumatischen Hintergrund haben kann. Und irgendwie kommt es mir vor, als ob du glaubst, dich mit allem, was Traumata angeht, besser auszukennen. Ich bin der Meinung, dass du da sehr, sehr falsch liegst.

      Ich bin froh, nicht mehr akut traumatisiert zu sein, denn diese deine Aussage hätte mich sonst völlig destabilisiert. Wenn man ein Trauma nicht ernst nimmt und die Person, die es erlebt hat, in Frage stellt, dann kann man die Person eventuell retraumatisieren. Vor fünf Jahren hätten mir Aussagen wie die obigen einen Abgrund voller unfreiwilliger Flashbacks beschert und mich für ein paar Tagea völlig aus der Bahn geworfen.

      Ich versuche nur, zu demonstrieren, wie leicht es sein kann, jemanden aufzuwühlen (wie gesagt: "triggern" würde ich am liebsten aus dem Wortschatz streichen!) und jemandem ernsthaft zu schaden, wenn man nicht nachdenkt.

      Ich hatte auch mal einen Panikanfall, als ich ein nacktes Kind gesehen habe. Findest du das jetzt immer noch harmlos?

      Das Problem dann noch auf die vermeintliche Unfähigkeit von Autisten zu schieben, sich in Andere hineinzuversetzen, ist noch gefährlicher. Zumal du dich hier als Person inszenierst, die an Andere denkt. Dieses Denken ist für mich schwer diskriminierend. Ich habe trotz Autismus für den Großteil meines Lebens kaum was Anderes getan als an Andere denken. Empathilosigkeit und Unreflektiertheit ist unter Autisten genauso wie unter NTs unterschiedlich verteilt.
      Wenn du vorhast, Autisten zu diskriminieren, warum gehst du damit ausgerechnet in ein Aspie-Forum?

      Im Moment kommt es mir vor, als könntest du dich nicht in Andere hineinversetzen.

      Unicode wrote:

      Eine "Triggerwarnung" unterbindet weder die Möglichkeit das zu erzählen, und zensiert auch keine Inhalte. Es wird beispielsweise im Betreff eines Themas auf den eventuell triggernden Inhalt hingewiesen und meistens noch der betreffende Text in einen Spoiler gesetzt. Für den Ersteller des Themas ändert sich dadurch nichts und ergeben sich daraus keine Nachteile. Es wird damit auch niemand "Mundtot" gemacht, wie du befürchtest/kritisierst.
      Triggerwarnungen erstellen und jedes (!) Wort, das nach deiner (!) Meinung triggern könnte, hinter einem Spoiler verstecken, ist ein immenser Arbeistaufwand.

      Ich verstehe das so: Du willst den Menschen, die eventuelle die schlimmsten Sachen erlebt haben, die einem Menschen passieren können, den Menschen also, die man am ehesten schützen sollte und deren Bedürfnisse Vorrang haben sollten, noch die Arbeit aufbürden, andere Menschen vor ihrem Leid zu schützen.
      Das kommt mir egozentrisch und empathielos vor.
    • doxa wrote:

      Erstens, du gehst davon aus, dass ich nichts Traumatisches erlebt haben kann, dass meine damalige Panik vor Regenbogenfarben also nicht einen traumatischen Hintergrund haben kann.
      Deshalb formulierte ich meine Aussage bewusst mit den Worten "nach meinem Verständnis..." was mit einschließt, das ich mit meinem Verständnis auch falsch liegen kann.

      doxa wrote:

      Ich bin froh, nicht mehr akut traumatisiert zu sein, denn diese deine Aussage hätte mich sonst völlig destabilisiert.
      Genau so kann es auch anderen gehen, beispielsweise durch das genannte Thema.

      doxa wrote:

      Ich versuche nur, zu demonstrieren, wie leicht es sein kann, jemanden aufzuwühlen und jemandem ernsthaft zu schaden, wenn man nicht nachdenkt.
      Das betrifft alle Beteiligten einer Unterhaltung. Sowohl kann ich unbeabsichtigt etwas sagen das bei jemand anderem etwas auslöst. Wie auch andere mir mit ihren Antworten unbedacht etwas schreiben können, das etwas in mir auslöst.

      doxa wrote:

      Das Problem dann noch auf die vermeintliche Unfähigkeit von Autisten zu schieben, sich in Andere hineinzuversetzen, ist noch gefährlicher.
      Einerseits wollen Autisten Verständnis und Rücksicht auf ihre Defizite oder Schwierigkeiten, wenn man dann Verständnis dafür äußert wird einem Diskriminierung vorgeworfen. Entweder oder.

      doxa wrote:

      Wenn du vorhast, Autisten zu diskriminieren, warum gehst du damit ausgerechnet in ein Aspie-Forum?
      Vielleicht, weil ich gar nicht vor habe Autisten zu diskriminieren!?
    • Man kann nicht in die Köpfe anderer Menschen hineinschauen. Selbst wenn jemand irgendwo in einem Thread mal erwähnt hatte, dass ihn Berichte über Vergewaltigungen triggern würden, soll man dann von anderen Usern erwarten, dass sie diesen Beitrag mal gelesen haben und sich an ihn erinnern? Was jemanden triggert und was nicht, ist außerdem sehr subjektiv. Jemand kann auch getriggert werden, wenn ein anderer User z.B. über laute, störende Nachbarn berichtet. Ich denke, es lässt sich nicht vermeiden, dass User möglicherweise von irgendwas getriggert werden. Ansonsten gäbe es noch die Möglichkeit, nur die Spielwiese als Unterforum zu lassen. Aber selbst dort könnte der ein oder andere User (von irgendwas auch immer) getriggert werden. Sinnvoll fände ich es, freiwillig auf das Lesen zu verzichten, wenn man Angst vor möglichen/potentiellen Triggern hat. Das hier ist immerhin ein Selbsthilfeforum. Ich fände es nicht in Ordnung, wenn man nicht mehr das schreiben dürfte, was einen beschäftigt, denn damit ginge die Funktion eines Selbsthilfeforums meiner Meinung nach völlig verloren.