Tricks/Methoden, um sich das aus dem Haus gehen zu erleichtern?

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    • Tricks/Methoden, um sich das aus dem Haus gehen zu erleichtern?

      Ich hab keine Autismus-Diagnose, aber ich hoffe, dass das Thema trotzdem hier passt.

      Es kostet mich immer große Überwindung, das Haus zu verlassen, es ist dieser Übergang von drinnen sein und draußen sein, der mir so schwer fällt.

      Das Problem habe ich nur früh morgens nicht, wenn ich zur Arbeit fahre, da ich dann auf Autopilot laufe. Die Arbeitswege fallen nun aber schon seit Wochen weg und ich komme teilweise tagelang nicht aus dem Haus. Ich gehe erst wieder raus, wenn ich dringend etwas einkaufen muss und einmal war ich draußen, um mich mit einer Verwandten zu treffen.

      Ich merke, wie der Unwille, rauszugehen, immer größer wird. Auch, weil ich kaum ein schönes oder irgendwie motivierendes Ziel habe.

      Wenn ich mir etwas vornehme, dann kommt es vor, dass ich mich komplett vorbereite, an der Tür stehe und dann den ganzen Ablauf rückgängig mache (wieder umziehen, Tasche wieder auspacken...).

      Ich will schon ab und an mal draußen sein, allein schon wegen der frischen Luft und Bewegung und um ein bisschen Sonne abzubekommen.

      Sobald ich draußen bin, ist es meistens auch okay bis angenehm (nicht immer und oft bin ich nach kurzer Zeit schon wieder reizüberflutet). Ich werde auch immer empfindlicher, merke ich, je länger ich drinnen bleibe, sobald ich dann mal wieder rausgehe, nehme ich Störungen, wie durch zu starkes Sonnenlicht oder redende Mitmenschen im öffentlichen Verkehrsmittel noch stärker wahr als im Alltag (damit meine ich den Arbeits- und Wochenend-Alltag, den ich "vor Corona" hatte).

      Geht es anderen auch so und habt ihr Strategien, um vor allem diesen Übergang leichter zu bewältigen?

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Lefty wrote:

      Geht es anderen auch so und habt ihr Strategien, um vor allem diesen Übergang leichter zu bewältigen?

      Lefty wrote:

      Auch, weil ich kaum ein schönes oder irgendwie motivierendes Ziel habe.
      Ja, das kenne ich. Meine Strategie dagegen ist die Kombination aus kochen, einkaufen und Schnäppchenjagd. Sprich, ich kaufe sehr wenig auf Vorrat sondern überlege mir jeden Tag (-> ggf. mit Blick in die Angebotshefte oder in eine Rezeptdatenbank), was ich mir denn heute Schönes zubereiten will :o :] . Außerdem habe ich z.B. auch keinen Vorrat an Zigaretten (ich rate davon ab, mit dem Rauchen anzufangen! 8o :shake: ) und auch nur soviel Sprudel, wie ich ca. in 24h verbrauche.
      All das "treibt" mich dann mindestens einmal täglich für eine Tour aus dem Haus. Gerade ab Frühling bis in den Herbst ist da für mich auch hilfreich, dass ich sehr gerne frische, große Salate esse. Und die Zutaten dafür sind einfach am Besten, wenn sie tagesfrisch sind! :o :nod:
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:

      The post was edited 1 time, last by Digital_Michael ().

    • Ich habe da keine besondere Methode. Ich verlasse das Haus zum Einkaufen, zum Arzt und zur Therapie. Natürlich gehe ich jetzt bei diesem schönen Wetter
      auch schon einmal aus dem Haus und mache einen Spaziergang. Ansonsten verbringe ich meine Zeit zu Hause, da ich auch so gut wie keine sozialen Kontakte
      habe.

      Ich habe mir immer schon einmal vorgenommen eine Fahrradtour zu machen, aber leider bin ich bis heute noch nicht dazu gekommen. Dafür mache ich immer
      Sport in der Wohnung. Habe ein paar Hanteln und sonstiges sportliches Gerät, so dass ich nicht ins Fitness-Studio gehen muss. Denke auch eher, dass ich eine
      Einsiedlerin bin, aber einmal die Woche treffe ich mich dann doch mit meiner Freundin.
    • Ich habe mir Pokemon Go geholt, um ab und an das Haus zu verlassen.
      Hilft ganz gut, muss man aber mögen.

      Ansonsten versuche ich mir feste Strukturen zu erschaffen, z.B. vor dem Abendessen eine kleine Runde spazieren gehen. Wenn es als Regel gesetzt ist, habe ich deutlich weniger Probleme damit, sondern "mache einfach".
    • Mir fällt das gerade leicht, weil ich meistens Fahrrad fahre. Mein Fahrrad ist sowas wie ein geschützter Bereich für mich, da bin ich dann fast direkt wieder entspannt, wenn ich drauf sitze.
      Ich weiß nicht,ob du das meinst, aber was ich auch kenne, ist: komplett anziehen und dann noch eine halbe Stunde am Handy sitzen, weil ich mich nicht aufraffen kann rauszugehen. Da weiß ich nicht, was hilft. Meistens laufen mir meine Mitbewohner über den Weg und dann ist es mir so peinlich, dass ich gehe. Manchmal ist das aber auch ein Zeichen, dass ich heute vielleicht einfach nicht mehr genug Energie habe um rauszugehen.
      Ach, und ich habe festgestellt, dass ich viel entspannter im (Halb-)dunkel unterwegs bin. Da fällt mir rausgehen leichter. Das traue ich mich aber auch nur, weil die Gegend hier sehr sicher ist.
    • Lefty wrote:

      Das Problem habe ich nur früh morgens nicht, wenn ich zur Arbeit fahre, da ich dann auf Autopilot laufe. Die Arbeitswege fallen nun aber schon seit Wochen weg und ich komme teilweise tagelang nicht aus dem Haus.
      Einige Arbeitskollegen meines Mannes handhaben es so, dass sie die Arbeitswegroutine simulieren: Morgens normal aus dem Haus gehen, zweimal um den Block laufen, und wieder zu Hause angekommen mit dem Homeoffice starten. Am Ende des Arbeitstages gehen sie wieder zweimal um den Block, und wieder zu Hause angekommen machen sie Feierabend. Das hat bei ihnen den zusätzlichen Vorteil, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit nicht so sehr verschwimmen.

      The post was edited 1 time, last by Turtle ().

    • Aktuell fällt bei mir der Arbeitsweg weg und ich bin drauf angewiesen von zu Hause aus zu arbeiten. Ich jogge normalerweise nur am Wochenende aber seit einigen Wochen jogge ich jeden Tag auch vor der Arbeit. Anders komme ich sonst kaum noch aus dem Haus. Sich mal mit Freunden treffen (was trinken/essen gehen, Kino etc.) fällt leider aktuell auch weg. Jetzt kommt bei dem schönen Wetter immerhin noch dazu, dass ich dann in den nächsten Tagen wenn es so warm ist rausgehe um mich in die Sonne zu legen. So komme ich neben dem Joggen wieder mehr raus.
    • Lefty wrote:

      Es kostet mich immer große Überwindung, das Haus zu verlassen, es ist dieser Übergang von drinnen sein und draußen sein, der mir so schwer fällt.

      Lefty wrote:

      Das Problem habe ich nur früh morgens nicht, wenn ich zur Arbeit fahre, da ich dann auf Autopilot laufe.
      Diese beiden Aussagen könnten von mir kommen!
      Was mich zusätzlich aktuell hemmt, ist, dass ich in der Innenstadt wohne und sobald ich aus der Haustür gehe, bin ich unter Menschen! 8o

      Da ich durch die aktuelle Situation viel weniger rausgehe - Arbeit fällt weg, Sachen wie Aspie-Stammtisch auch - fällt es mir immer schwerer, das Haus zu verlassen. Das Einkaufen verlege ich auch auf den Vormittag, weil es wirklich sein kann, dass ich später gar nicht mehr aus dem Haus komme.
      Was hilft, ist, wenn ich mit jemandem verabredet bin, was aber natürlich nicht oft der Fall ist. Aber heute kommen meine Eltern am Nachmittag, da wir in den Baumarkt wollen/müssen und am Mittwoch war ich nachmittags mit einem Kumpel spazieren.

      Also wirklich helfen kann ich dir leider nicht bei deinem Problem, aber du bist wenigstens nicht alleine damit.
    • Lefty wrote:

      Auch, weil ich kaum ein schönes oder irgendwie motivierendes Ziel habe.
      Ich würde mir überlegen eine Art Hobby zu suchen das man nur draußen ausführen kann.
      Spazieren gehen, Fahrrad fahren, Inline skaten, Fotos machen, Blumen pflanzen... Es gibt so viel das man draußen erledigen kann.

      Du solltest genug Energie haben wenn du dir vorgenommen hast nach draußen zu gehen, denn dieser Grenzübertritt kostet dich auch Energie.
      Entscheidung. Das Problem ist die Entscheidung.
      - Matrix Reloaded, Neo
      privates Projekt: www.farmagent.de
    • mir hilft es, ganz klar zu haben, was ich machen will. z.b. welchen weg ich genau gehen will oder zu welchem punkt ich will. "nur so" fällt mir teilweise auch schwer (kommt auch auf die tagesverfassung an). außerdem mir wege suchen, wo nicht viele menschen sind. ich fahre dann ggf. auch etwas mit dem fahrrad um dann einen spaziergang zu machen, die parks in reichen gegenden sind häufig etwas leerer, da die leute ja eigene gärten haben ;)

      früher hatte mir auch mal geocaching als hobby geholfen. muss man aber mögen (ähnlich wie das pocemon-spiel).

      wenn ich rausgehe, setze ich zur zeit meistens schon drinnen die sonnenbrille auf, da es draußen echt grell ist. dann fällt der übergang auch leichter.

      vielleicht könnte dir auch helfen, eine routine zu etablieren. z.b. jeden abend eine kleine runde zu gehen, für den anfang reicht ja auch nur um den block.
    • Danke für eure Antworten! Kurz und knapp, die Motivation (in Form eines Ziels) ist wohl wirklich der Knackpunkt. Ist diese sehr groß, hab ich nicht so große Probleme mit dem Übergang, wenn ich so drüber nachdenke. Dann bin ich mental schon mehr bei der Sache, wegen der ich raus will. Jetzt muss ich "nur noch" etwas finden, das mich mit Freude nach draußen treibt :roll:

      @Turtle Ich hatte tatsächlich auch am Anfang die Idee, man könne den Arbeitsweg als Kurzvariante simulieren :lol: Das war aber nur eine Gedanke, was so möglich ist, ohne dass ich je in Erwägung gezogen hätte, diesen umzusetzen.

      The post was edited 2 times, last by Lefty ().

    • Lefty wrote:

      Wenn ich mir etwas vornehme, dann kommt es vor, dass ich mich komplett vorbereite, an der Tür stehe und dann den ganzen Ablauf rückgängig mache (wieder umziehen, Tasche wieder auspacken...).
      Das kam mir bisher nur vor, wenn ich schon bereits in einem Gewissen Angstzustand hatte.

      Lefty wrote:

      Ich werde auch immer empfindlicher, merke ich, je länger ich drinnen bleibe, sobald ich dann mal wieder rausgehe, nehme ich Störungen, wie durch zu starkes Sonnenlicht oder redende Mitmenschen im öffentlichen Verkehrsmittel noch stärker wahr als im Alltag
      Ähnlich geht es mir mit der Lichtempfindlichkeit. Andere Reize sind nicht so betroffen davon, aber alleine der optische Stress hält mich oft ab das geplante umzusetzen.

      Lefty wrote:

      Geht es anderen auch so und habt ihr Strategien, um vor allem diesen Übergang leichter zu bewältigen?
      Mir geht es in gewissen Situationen ähnlich beziehungsweise ich kenne dieses Hindernis.
      Einfach fällt es mir, wenn etwas für die Wehr gemacht werden muss bzw. direkt ein Einsatz ist.

      Ich probiere aktuell ob es hilft, wenn ich zum Beispiel viel das Fenster / Tür offen habe und dadurch Licht und Wind reinkommt. Bisher scheint es schon zu helfen, dass Dinge nicht so schnell eskalieren.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • ..du könntest dich vielleicht mit jemandem fest verabreden, entweder direkt als Treffen wenn das möglich und nicht noch ein zusätzliches Hemmnis ist - dann vielleicht als virtuelles Date, ggf mit Aufgabe (heute schicken wir uns ein Foto von.. einem Gänseblümchen, ggf mit Erkennungmerkmal damit das Foto nicht nur aus dem Netz geklaut ist)
      Du könntest nette Notizen für einen Freund schreiben und täglich in den Briefkasten stecken - sowas wie "ich wünsche dir einen schönen Tag", oder "danke für xyz" oder einen Witz, das könntest du auch bei nem freundlichen Nachbarn tun, oder beim Hausarzt oder so (da vielleicht eher keinen Witz)

      Oder du versuchst eine neue Routine zu etablieren, jeden Morgen den Müll rausbringen (würde bei mir nicht funktionieren, ich muss danach Hände waschen, desinfizieren geht nicht, weil sie dann riechen) oder bevor du zum Briefkasten gehst ausgehfertig anziehen.
    • Die anderen haben ja schon Motivationsgründe vorgeschlagen, damit du dich überwinden kannst. Ich würd mir aber auch Gedanken darüber machen, wieso es überhaupt unangenehm für dich ist rauszugehen.

      Lefty wrote:



      Sobald ich draußen bin, ist es meistens auch okay bis angenehm (nicht immer und oft bin ich nach kurzer Zeit schon wieder reizüberflutet).
      Was für Reize stören dich und was könntest du machen, damit du davon nicht überrumpelt wirst?
      Noise-cancelling Kopfhörer helfen ungemein bei Straßenlärm und Sonnenbrille bei Lichtempfindlichkeit. Ich bin wirklich sehr lichtempfindlich und guck manchmal vor dem eigentlichen Rausgehen eine Weile aus dem Fenster - zuerst nur auf dem Boden und dann erst in den Himmel. Damit gewöhnen sich meine Augen ein wenig an die Helligkeit.

      Auch eine persönliche große Hemmung war, dass ich mich vor dem Rausgehen immer erst mal aufwendig umgezogen habe. Vorher hab ich draußen z.B. meist Jeans getragen, was für mich unangenehm ist, weil der Jeansstoff recht steif ist und dadurch auf meine Haut drückt oder kratzt. Ich zieh mich meist immer noch um, aber jetzt trag ich angenehmere Sachen wie z.B. weiche Stoffhosen.
      Ich habe mir auch früher im Sommer die Beine rasiert, weil es mir als Kind/Teenager ein paar mal gesagt wurde, dass man das als Frau sollte. Aber ich hasse das Rasieren und kann das Gefühl von rasierten Beinen nicht ausstehen. Also lasse ich es jetzt und habe deswegen nicht mehr so ein unnatürliches Gefühl, wenn Wind an meinen Beinen vorbei weht.
      Im Winter trage ich große weite Pullis, sodass es nicht auffällt, wenn ich keinen BH darunter trage.
    • Danke für alle weiteren Antworten.
      @trew NC-Kopfhörer trage ich fast permanent, wenn ich draußen bin. Das mit dem Rausgucken, um sich an das Licht zu gewöhnen klingt sinnvoll. Das werde ich mal ausprobieren!

      Die Kleidung ist auch so eine Sache und überhaupt das ganze Prozedere, bis ich fertig bin. Wenn ich das abkürzen und vereinfachen könnte, hätte ich weniger Zeit, Unruhegefühle aufzubauen wegen dem Rausgehen. Also den Übergang verkürzen.

      Da ich vor dem Arbeitsweg im Autopilot-Modus das Problem ja nicht habe, denke ich, das ist auch etwas, wo ich ansetzen kann. Was macht die Arbeitsweg-Situation aus?:
      Ich bin noch zu wenig wach, um mir allem so klar bewusst zu sein.
      Ich habe ein klares Ziel vor Augen.
      Ich habe alles für's Rausgehen am Vorabend vorbereitet und brauche nichts mehr überlegen, planen und vorbereiten.
      Es ist früh morgens noch schön ruhig (die Menschen, die morgens zur Arbeit fahren, sind fast alle immer viel ruhiger als am Nachmittag).
      Es ist noch nicht so hell (sonnige Tage betreffend).

      Ich überlege mir, wie ich all das auf andere Tage übertragen kann. Wahrscheinlich muss ich das Rausgehen zumindest am Wochenende auf sehr früh verlegen. Da finde ich es eh am schönsten draußen. Wenn ich das fest plane und abends vorbereite, müsste es gehen. Schön wär, wenn ich das mit einem Einkauf verbinden könnte, nicht Supermarkt, sondern etwas einkaufen für ein Freizeitinteresse, aber die entsprechenden Geschäfte machen so früh nicht auf.

      Jedenfalls hab ich schon mal ein paar Ansatzpunkte.
    • Viele wehren diesen Gedanken immer wieder ab (so meine Erfahrung), aber ich glaube, es hat sehr viel (nicht bei jedem, aber eben so manchem) mit sozialphobischen oder allgemein Angstaspekten zu tun.

      Ich stelle mir gerne folgendes Bild vor:
      Niemand (absolut niemand) ist draußen zu sehen oder zu treffen. Würde ich dann Motivation aufbringen, mehr nach draußen zu gehen als in der tatsächlichen Situation (Menschen können überall, auch im Wald etc., auftauchen).

      Antwort:
      Ein eindeutiges Ja!

      Natürlich spielt Motivation eine große Rolle, aber diese ist davon abhängig, ob draußen eher viele oder eher wenige Menschen zu erwarten sind.

      Deshalb (und auch wegen Lichtempfindlichkeit) bin ich gerne mit Sonnenbrille unterwegs - sie bietet eine Art Schutz.

      Auch wie hier schon im Thread angeklungen: Lieber im Halbdunkel oder zu Zeiten der Dunkelheit sich draußen zu bewegen, ist ein Indiz dafür, daß Ängste bestehen, anderen Menschen zu begegnen (es kann natürlich alternativ oder zusätzlich mit grundsätzlicher Reizüberflutung zu tun haben).

      Nein, es muß nicht nur um Sozialphobie gehen; wie ich bereits erwähnte, es kann auch allgemein um Angst gehen. Immer wieder können ja unangenehme oder bedrohliche Situationen aufkommen, z.B. wenn jemand entgegenkommt und nicht ausweicht (man will ja selbst auch nicht immer zurückstecken!), einen anrempelt usw. Das sind so wesentliche Faktoren, die mich immer (ausnahmslos!) draußen beschäftigen und eigentlich ein entspanntes Genießen stark beeinträchtigen.

      Nicht alleine, sondern in Gesellschaft, unterwegs zu sein, kann hier meines Erachtens sehr hilfreich sein.
    • @sempron Da ich in der Kindheit und Jugend mehrmals von fremden Kindern angegriffen wurde (nicht oft, aber die Ereignisse haben sich sehr tief eingeprägt), habe ich sehr wahrscheinlich eine Angst vor Menschen im Allgemeinen entwickelt. Wenn viele Menschen um mich herum sind, aber alle sitzen ruhig und es ist eine friedliche Atmosphäre, z.B. bei einer Lesung oder im Garten einer Gastwirtschaft, dann fühle ich mich nicht unruhig. Aber Menschen in Bewegung beunruhigen oder stresen mich. Ich weiß nie, was sie tun - wohin sie sich als nächstes wenden, welche Stimmung sie haben... möglicherweise liegt dem Stress ob der Unvorhersehbarkeit ihres Verhaltens die unbewusste Angst zugrunde, ich könnte wieder angegriffen werden.

      Hast du deinerseits mal versucht, diese Angst zu "bearbeiten"?

      Man müsste sehr viel die Menschen um sich herum beobachten, um sich davon zu überzeugen, dass der größte Teil friedlich ist und keine Gefahr darstellt.
      So las ich es mal in einem Buch über Angst.
    • Lefty wrote:

      Hast du deinerseits mal versucht, diese Angst zu "bearbeiten"?

      Man müsste sehr viel die Menschen um sich herum beobachten, um sich davon zu überzeugen, dass der größte Teil friedlich ist und keine Gefahr darstellt.
      So las ich es mal in einem Buch über Angst.
      Ja, das Thema mit der Angst bin ich durchaus schon angegangen, aber letzten Endes bleibt diese doch immer bestehen, dieses mulmige Gefühl draußen, wobei hier auch Angst und Ärger irgendwie miteinander verbunden sein können. Ich habe quasi auch Angst davor, mich wieder irgendwo ärgern zu müssen. Beispiel: Jemand geht mir nicht aus dem Weg, oder ich gehe bereits prophylaktisch zur Seite, ärgere mich dann über mich usw.

      Wenn alles überall großräumiger wäre, z.B. auch auf dem Lande, dann kämen derartige Situationen sicher seltener vor. Auch wird auf dem Lande sehr oft freundlich gegrüßt; man mag davon halten, was man will, aber es schafft ein Gefühl von angenehmerer Atmosphäre als z.B. in der (Groß)Stadt. Es wird einem zu verstehen gegeben, daß man einen beachtet, in gewissem Maße respektiert, einem nicht feindlich gesinnt entgegenkommt.