Ausbildung mit Anfang 20:Ist das noch akzeptabel?

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    • Ich fände es eher erschreckend, wenn man mit Anfang 20 für zu alt für eine Ausbildung gehalten würde. Um beim Abi Anfang 20 zu sein, reichen ein Geburtstagsdatum, durch das man zu den spät Eingeschulten gehört und vielleicht ein wiederholtes Schuljahr. Auch nach einem FSJ oder ähnlichem sind viele dann ganz regulär Anfang 20 bei der Erstausbildung.

      Davon abgesehen haben viele Menschen keinen geraden Werdegang, gerade Menschen mit Behinderungen oft nicht. Meiner persönlichen Meinung nach ist man auch mit über 30, 40 oder 50 je nach individueller Lebenssituation nicht zu alt für eine Ausbildung. Und selbst das muss keine absolute Grenze sein, Menschen sind unterschiedlich. Dass das gerade in Deutschland oft noch anders gesehen wird, ist mir bewusst. An dem Punkt braucht es noch viel mehr Bewusstsein für Diversität.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Vulkan wrote:

      Ich denke um etwas zu lernen, dafür spielt das Alter keine Rolle.
      Es spielt schon eine Rolle.
      Je älter man wird, desto schwerer fällt das Lernen.
      Aber grundsätzlich gibt es natürlich kein Höchstalter. Etliche Rentner gehen regelmäßig zur Uni, statt nur zu Hause zu hocken.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Im Grunde denke ich kann man mit jedem Alter eine Ausbildung machen, aber es ist auch individuell davon abhängig was man erlernen will, ob man das körperlich oder geistig schafft.
      Eine Ausbildung bedeutet ja nicht nur einfach im beruf lernen sondern auch noch zusätzlich auf der Berufsschule.
      Je nachdem was man da erlernen will sind manche Berufe vielleicht für einen eher geeignet, die anderen weniger, weshalb viele erst bei der Ausbildung selbst merken ob es was für sie ist oder nicht, und brechen die dann wieder ab.
      Ich glaube auch das die allermeisten Betriebe erstmal die Person ein halbes Jahr Praktikum machen lassen bevor sie einen zur Ausbildung anmelden.
      So war das bei mir immer, und dann hat mich doch keiner genommen aus diversen Gründen und das in unterschiedlichen Berufsbereichen.
      Für mich ist das nichts, ich hatte schon in der Schule immer meine Schwierigkeiten besonders bei wirtschaftlichen Themen und so.
      Ich frage mich aber gerade wie man auf einer Realschule einen hauptschulabschluss machen kann, wusste garnicht das das geht?
      Ich war auch auf einer Realschule aber da hab ich einen Realschulabschluss gemacht, also 10. Klasse mittlere Reife.
      Danach war ich auf einem Berufskolleg bis zur 13. Klasse und hab Fachabi gemacht.
      Ich dachte damals das ich damit leichter eine Ausbildung finde aber das war nicht so.
      Da ich in Mathe und Englisch bei 5 bzw 4 stand, wollte mich keiner haben.
      Die anderen "wichtigen Fächer" waren auch nicht so viel besser mit 3 und 4.
      Ich war damals glaube ich 21 als ich damit fertig war.
      Aber ich kann dir sagen das es auch Leute gibt die noch mit 45+ als Quereinsteiger Ausbildungen zu was anderem machen was ihnen mehr liegt als das womit sie ursprünglich mal angefangen haben.
      Unmöglich ist das nicht, aber ich vermute das sowas nicht so leicht ist wenn man versucht sich selber zu bemühen und keinen hat der einem hilft.
      Das ist schon für Nichtautisten nicht einfach.
    • Vulkan wrote:

      Ja, das stimmt schon mit dem Alter fällt einem das Lernen nicht mehr so leicht.
      Aber da wird es wohl eher keinen Unterschied machen ob man nun Anfang 20 Mitte 20 oder Anfang 30 iist oder?
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.

      Pass ma op mien Djung, we sün de Boag. We weert all din Karakteristiggen bi uns totrekken. Weerstand is twechlot!
    • Also zu alt ist man für eine Ausbildung zwar nie, aber es ist echt hart wenn man viel älter als der Rest ist.

      Ich war zum Zeitpunkt meiner Umschulung, die einer Ausbildung gleichgestellt ist (im Grund habe ich lediglich das 1. Lehrjahr damit übersprungen) 35 Jahre alt, meine Mitschülerinnen waren größtenteils zwischen 16 und 18.

      Über das Ergebnis kann ich mich nicht beschweren, ich war mit meinem Durchschnitt von 1,0 bei der Ehrung der besten Abschlüsse mit dabei und habe dadurch am Ende auch meinen Job gehabt.

      Aber die 2 Schuljahre mit den ganzen Kinderchen zu verbringen als "alter Sack" hat mich schon arg an die Belastungsgrenze gebracht.
      Es kommt natürlich immer auf den Charakter an wie gut man sowas wegsteckt, aber ich bin innerlich fast gestorben als ich mit den Kiddies im Sportunterricht rumtanzen musste und fangen spielen und anderes kindisches Zeug was ich schon in meiner eigenen Jugend damals nie gemocht habe.

      Und natürlich ist man auch im normalen Unterricht per se schon der Außenseiter, weil man einfach nicht reinpasst.
      Das einzig Gute an der Situation - im Vergleich zu meiner damalgen Schulzeit - ist, dass es keine Prügeleien oder größeres Mobbing gibt, weil sich keiner traut sich mit einem wesentlich älteren Typen anzulegen. :d

      Wenn man die Wahl hat, würde ich also immer empfehlen die Ausbildung so früh wie möglich zu machen.
      Als Autist ist man doch sowieso schon ganz anders als die Anderen, da braucht man nicht auch noch einen großen Altersunterschied zusätzlich für noch mehr Abgrenzung.

      Aber wenns nunmal nicht anders geht: Mach die Ausbildung ruhig. Brauchst dann eben ein dickes Fell um mit den Mitschülern und Mit-Azubis einigermaßen auszukommen, bzw. sie zu ertragen.
      Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.
    • Ryu wrote:

      Also zu alt ist man für eine Ausbildung zwar nie, aber es ist echt hart wenn man viel älter als der Rest ist.
      Das kann ich gut verstehen. Auch ein spätes Studium ist aus diesem Grund ja alles andere als einfach. In vieler Hinsicht meinem Eindruck nach im verschulten Bachelor-Master-System für Ältere sogar noch weniger zugänglich und inklusiv als früher. Da fände ich es gut, wenn es bezahlbare alternative Wege gäbe, etwa mehr "Blended Learning" oder das Angebot, in freieren, individuelleren Formen zu studieren.
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    • Ryu wrote:

      Als Autist ist man doch sowieso schon ganz anders als die Anderen, da braucht man nicht auch noch einen großen Altersunterschied zusätzlich für noch mehr Abgrenzung.
      Na ja, es kann auch helfen, wenn es einen universal akzeptierten Grund (Alter) dafür gibt, dass man so extrem aus der Gruppe rausfällt.
      Dass man außerdem auch unabhängig vom Alter "irgendwie komisch" ist, das interessiert die anderen dann weniger.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Abendstern wrote:

      Na ja, es kann auch helfen, wenn es einen universal akzeptierten Grund (Alter) dafür gibt, dass man so extrem aus der Gruppe rausfällt.
      Dass man außerdem auch unabhängig vom Alter "irgendwie komisch" ist, das interessiert die anderen dann weniger.
      Da gibt es meinem Eindruck nach beide Varianten. Gerade, wenn man spät noch einmal eine Ausbildung oder ein Studium macht, wird die eigene Situation meiner Einschätzung nach durch den Altersunterschied eher schwieriger. Denn man fällt auf eine Weise aus der Gruppe heraus, die per se schon eher negativ konnotiert und erklärungsbedürftig ist. Für sein Alter kann man nichts, aber dafür, an einem Punkt zu sein, wo man eigentlich nicht (mehr) sein sollte und das Alter daher negativ wirkt. Das ist etwas anderes als eine als neutral oder sogar positiv wahgenommene "Andersartigkeit".
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    • In der Regel finde ich, dass zu der eigentlichen Frage immer es drauf an kommt welche Ausbildung.
      Generell gesehen, ist es kein Problem solange man weiß worauf man sich einlässt.
      Ich fange auch eventuell bald eine neue Ausbildung an und bin Ende 20.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Nein, zu alt bist du definitv nicht. Mit Anfang 20 bist du noch sehr jung und dir steht das Leben offen.
      Einige Abiturienten haben zu meiner Zeit noch in dem Alter mit der Ausbildung begonnen. Einige waren sogar 1 Jahr im Ausland und haben danach mit der Ausbildung/ dem Studium angefangen.
      Geradlinige Lebensläufe hat nicht jeder Mensch und das muss auch nicht jeder haben. Wenn dem so wäre, wäre es auch langweilig.
      Hab mal sogar auf einer Firmenkontaktmesse Firmenvertreter kennengelernt, mit denen ich im Gespräch gekommen bin, und die haben mir gesagt, dass die Menschen mit dem unmöglichsten Lebensläufen häufig in den obersten Etagen aufsteigen. Eine Berufsberaterin war auch auf der Messe vertreten, und die hat mir zum Beispiel gesagt, dass der älteste Kandidat, den sie für eine Ausbildung (wie du sie meinst) vermittelt hat, 39 Jahre alt war.
      Also, mach dir mal nicht so viele Gedanken!
    • Anfang 20 ist noch ganz normal. Meine Ausbildung habe ich mit 22 angefangen. Es machen ja einige auch nach dem Abi erst noch eine Ausbildung und da ist man auch schon mal 20 also ganz normal alles. In meiner Berufsschulklasse waren einige damals auch schon 20.